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und
Darum geht es eigentlich ...
Erster Beigeordneter Peter Söhngen

  • (C) S. 00000001 CHRISTEN CHRISTLICHE LEHREN BIBEL KATHOLISCH EVANGELISCH

    BIBEL HEILIGE SCHRIFT DER CHRISTEN ALTES TESTAMENT

    i.82.35-004010001   
    DATEI::/u/weber/aktenplan/00202uaa

  • Dies ist der Grund warum diese Texte bereitgestellt wurden !
  • Folgt nicht weiter den PHARISAEERN UND SCHRIFTGELEHRTEN !
    Gott ist groesser als eine einzelen Glaubengemeinschaft !
  • 
                              Die Schriften des Alten Testaments                   

    1:1 Die Bibel [griechisch b¡blos = Buch] oder die Heilige Schrift ist
    eine Sammlung von Büchern, die das Alte und Neue Testament umfaßt.
    Das Alte Testament wird von Juden und Christen als
    Offenbarungsurkunde betrachtet. Die Bücher des Alten Testament
    stammen von Verfassern, durch die Gott zu den Menschen spricht und
    durch die das Volk Israel seinen Glauben an die Heilstaten und
    Verheißungen Gottes bekennt. Juden und Christen glauben an die
    Inspiration (Eingebung) dieser Bücher durch den Geist Gottes. Das
    Verzeichnis der Bücher, die zur Heiligen Schrift gehören, nennt man
    Kanon [griechisch k non = Maßstab], weil sie den Maßstab für den
    Glauben darstellen. Jesus und seine Jünger übernahmen die Bücher der
    Heiligen Schrift, wie sie ihr Volk kannte und beriefen sich in ihrer
    Botschaft auf sie als auf das Wort Gottes.

    1:2 Die Juden Palästinas unterschieden drei Teile der Bibel: die fünf
    Bücher der Tora oder des Gesetzes (Genesis, Exodus, Levitikus,
    Numeri, Deuteronomium), die sie Mose zuschrieben; die Bücher der
    Propheten, die sie in die früheren (Josua, Richter, Samuel, Könige)
    und die späteren Propheten (Jesaja, Jeremia, Ezechiel und das Buch
    der zwölf kleinen Propheten) unterteilten; die (übrigen) Schriften
    (Psalmen, Ijob, Sprichwörter, Rut, Klagelieder, Hoheslied, Kohelet,
    Ester, Daniel, Esra-Nehemia und Chronik). Weil sie noch nicht die
    Zweiteilung der Bücher Samuel, Könige, Esra-Nehemia und Chronik
    kannten und die zwölf Kleinen Propheten noch in einem einzigen Buch
    zusammenfaßten, zählten sie insgesamt 24 Bücher der Heiligen Schrift
    erst in den christlichen Bibelausgaben teilte man die genannten
    Bücher auf, so daß dieser Kanon 39 Bücher umfaßt, die sogenannten
    protokanonischen Bücher [griechisch protos k non = erster Kanon].
    Dieser Kanon ist im Vorwort zur griechischen Sirach-Übersetzung
    vorausgesetzt und wurde um 100 n. Chr. vom Judentum allgemein
    anerkannt.

    1:3 Die griechisch sprechenden Juden der Diaspora in Ägypten lasen im
    Gottesdienst der Synagoge die Bibel in einer griechischen
    Übersetzung, der sogenannten Septuaginta(¯Siebzig®, weil angeblich
    von siebzig Übersetzern stammend). Diese griechische Übersetzung
    enthielt noch andere Bücher, die bei den Diasporajuden als heilige
    Schriften galten. Von ihnen übernahm die christliche Kirche die
    sieben sogenannten deuterokanonischen Bücher [griechisch d‚uteros
    k non = zweiter Kanon] in ihre Bibel: Tobit, Judit, 1 und 2
    Makkabäer, Baruch, Weisheit und Sirach, ferner zusätzliche Abschnitt
    in den Büchern Daniel und Ester.

    1:4 Demgegenüber legten die Führer der aramäisch sprechenden Juden
    Palästinas auf der sog. ¯Synode® von Jamnia [Jabne, um 100 n. Chr.]
    offiziell fest, welche Schriften kanonisch sind. Alle in griechische
    Sprache geschriebenen Bücher wurden grundsätzlich für nicht-kanonisc
    erklärt. In der hebräischen Bibel fehlen daher die sog.
    deuterokanonischen Bücher.

    1:5 In den christlichen Bibelausgaben wurden die Bücher neu geordnet
    und eingeteilt, und zwar in Geschichtsbücher, Lehrbücher und
    Prophetenbücher. Erst als die Schriften der Apostel und
    Apostelschüler ebenfalls kanonisches Ansehen gewonnen hatten und zur
    Heiligen Schrift gerechnet wurden (vgl. die Einleitung zum Neuen
    Testament), unterschieden die christliche Theologen zwischen dem
    Alten Testament und dem Neuen Testament, wobei ¯Testament®
    [lateinisch testamentum] die Bedeutung ¯Bund® [griechisch: diath‚ke;
    hebräisch: ber¡t] bekam.

    1:6 Das erste Kanonverzeichnis der Kirche, das alle Bücher der
    christlichen Bibel enthält, geht auf die Provinzialsynode von Hippo
    (393 n. Chr.) zurück. Es wurde von der lateinischen Kirche und von
    der Ostkirche übernommen und auf dem Konzil von Trient 1546
    bestätigt. Diesen Kanon setzt die lateinische Bibelübersetzung, die
    sogenannte Vulgata (= allgemein Verbreitete) voraus. Martin Luther
    griff für seine Übersetzung bewußt auf den hebräischen Text zurück
    und schied daher die deuterokanonischen Bücher wieder aus dem Kanon
    aus. Er übersetzte sie zwar und empfahl ihre Lektüre, rechnete sie
    aber nicht zur Heiligen Schrift. Seither bezeichnen die Kirchen der
    Reformation diese Bücher als Apokryphen, das heißt als der Bibel
    später zugefügte Schriften. Im Sprachgebrauch der katholischen
    Theologen dagegen sind Apokryphen andere Bücher, die zwar zeitweise
    in manchen jüdischen und christlichen Gemeinschaften zur Heiligen
    Schrift gerechnet und im Gottesdienst vorgelesen wurden, die aber
    weder die lateinische Kirche noch die Ostkirche in die Bibel aufnahm
    Diese Bücher nennen die Theologen der reformatorischen Kirchen
    Pseudepigraphen, das heißt fälschlich biblischen Personen
    zugeschriebene Bücher.

    1:7 Die protokanonischen Bücher sind in Hebräisch überliefert; nur
    einige Abschnitte haben einen aramäischen Urtext. Die
    deuterokanonischen Bücher sind nur in Griechisch erhalten geblieben.

    1:8 Die Leitsätzen für die interkonfessionelle Zusammenarbeit bei der
    Bibelübersetzung, die 1968 vom Weltbund der Bibelgesellschaften und
    dem Sekretariat für die Einheit der Christen beschlossen wurden,
    sehen vor, daß in ökumenischen Ausgaben die deuterokanonischen Büche
    enthalten sind. Für die Bibelausgaben der Bibelgesellschaften wird
    dabei auf die Möglichkeit verwiesen, die deuterokanonischen Teile von
    dem Neuen Testament abzudrucken.

    1:9 Die meisten Bücher des Alten Testaments sind in einem langen
    Überlieferungsprozeß entstanden. Gott hat zunächst zu den
    Patriarchen, zu Mose, zu den Propheten und anderen Gottesmännern
    gesprochen. Diese haben die Offenbarung teils mündlich, teils
    schriftlich weitergegeben. Die Lehrer Israels haben das so empfangen
    Wort Gottes betend durchdacht, erläutert und erweitert. Schließlich
    fanden sich Männer, die der so weitergegebenen Überlieferung jene
    endgültige schriftliche Form gaben, die Jesus und die Urkirche als
    Heilige Schrift anerkannten und der Kirche anvertrauten.

    Die fünf Bücher des Mose

    2:1 Die Bücher Genesis, Exodus, Levitikus, Numeri und Deuteronomium
    bilden bei den Juden eine Einheit, die sie Tor  (Gesetz) nennen, weil
    sie das Gesetz enthalten, das Mose auf dem Sinai von Gott für Israel
    empfangen hat und das die Grundlage für den Bund zwischen Gott und
    Israel bildet. Wegen des großen Umfangs teilten schon die Juden die
    Tor  in fünf Bücher ein. Die fünf Buchrollen verwahrte man in den
    Synagogen in einem Behälter. Darum nannten bereits die Kirchenväter
    die Sammlung dieser fünf Buchrollen Pentateuch (Fünfrollenbehälter).
    Diese fünf Bücher wurden an den Sabbaten und Hochfesten in der
    Syagoge gelesen, und zwar fortlaufend in einer einjährigen oder
    dreijährigen Leseordnung. Die Lesung der Tor  ist bis heute
    wesentlicher Bestandteil des jüdischen Gottesdienstes.

    2:2 Nach jüdischer und christlicher Tradition hat Mose die Tor 
    geschrieben, um sein Volk die Heilsgeschichte von der Erschaffung der
    Welt bis zum Einzug Israels in das den Erzvätern verheißene Land zu
    lehren. In die Geschichtsdarstellung sind die Gesetzestexte
    aufgenommen, die die Juden als das Bundesgesetz vom Sinai verstehen.
    Die moderne Bibelwissenschaft hat an zeitgeschichtlichen und
    literarischen Unstimmigkeiten, an Unterschieden in den Gottesnamen,
    im Wortschatz, im Stil, an den verschiedenen ¯Theologien®, und an
    anderen Merkmalen festgestellt, daß der Pentateuch eine große, aus
    mehreren literarischen Schichten bestehende Sammlung von
    Überlieferungen ist, die in ihrem Kern bis auf die Zeit des Mose (13
    Jahrhundert v. Chr.) zurückgehen können.

    Das Buch Genesis

    E-1 Das erste der fünf Bücher Mose heißt in der griechischen und in
    der lateinischen Übersetzung Genesis (Entstehung), weil es von der
    Entstehung der Welt, der Menschheit und des Volkes Israel handelt.
    Die Juden nennen das Buch nach dem Anfangswort Bereschit (Im Anfang)
    Es gliedert sich in zwei Hauptteile: Urgeschichte (Kap. 1 - 11) und
    Patriarchengeschichte (Kap. 12-50). In der Patriarchengschichte
    unterscheidet man: die Geschichte der Erzväter (Kap. 12 - 36) und die
    Geschichte der Söhne Jakobs (Kap. 37 - 50).

    E-2 Die theologische Bedeutung des Buches liegt in seinen Aussagen
    über Gott als den Schöpfer der Welt und den Herrn der Geschichte.
    Wichtig ist dabei vor allem die Erschaffung der Welt durch Gottes
    Wort, die Gottebenbildlichkeit des Menschen, die Erzählung von
    Paradies und Sündenfall, von der Sintflut und dem Bund mit Noach, von
    der gnadenhaften Erwählung Abrahams und seiner Nachkommen als
    Segensmittler für die ganze Menschheit, von den Verheißungen an die
    Patriarchen. Alles Handeln Gottes in der Geschichte ist nach dieser
    Sicht letztlich auf das Heil des Menschen ausgerichtet.

    E-3 Das Buch Genesis verarbeitet älteste Überlieferungen Israels und
    seiner Nachbarvölker über die Urgeschichte der Menschheit und die
    Vorgeschichte Israels. Es wählt davon Ereignisse aus, die für die
    Menschheitsgeschichte charakteristisch sind, und zeigt an bet
    stimmten Personen, wie Gott die Menschen zum Heil beruft, wie die
    Menschen das Heilsangebot Gottes ausschlagen und sich damit selbst
    immer tiefer ins Unheil stürzen; es zeigt aber auch, wie Gott in
    Abraham und seinen Nachkommen dem Fluch den unverdienten Segen
    entgegensetzt, an dem alle Menschen Anteil erhalten sollen (Gen
    12,3).

    E-4 Die Erzählungen der Urgeschichte sind weder als
    naturwissenschaftliche Aussagen noch als Geschichtsdarstellung,
    sondern als Glaubensaussagen über das Wesen der Welt und des Menschen
    und über deren Beziehung zu Gott zu verstehen. Die Geschichte der
    Erzväter und der Söhne Jakobs sind zwar in Einzelheiten ebenfalls
    nicht historisch nachprüfbar, doch stimmen die politischen, sozialen
    rechtlichen, kulturellen und religiösen Zustände, die hier geshilder
    werden, weithin mit den Verhältnissen überein, wie sie die heutige
    Forschung für Palästina und seine Umwelt in der Zeit vor Mose, d. h.
    für die sog. Mittlere und Spätere Bronzezeit, erschlossen hat. Man
    darf die Geschichtsdarstellung des Buches Genesis nicht an der
    modernen Geschichtsschreibung messen, sondern man muß sie als antike
    Geschichtsschreibung und als theologische Geschichtsdeutung
    beurteilen. Der die Verfasser des Buches inspirierende Gott wollte
    uns nicht genaue Einzelheiten über die Entstehung der Welt und des
    Menschen mitteilen oder uns über den exakten Verlauf der
    Patriarchengeschichte unterrichten. Vielmehr wollte er an den
    erzählten Begebenheiten sein Heilsangebot und die typischen
    Reaktionen des Menschen darauf aufzeigen. Damit wollte der deutlich
    machen, daß er auch Sünder zu Trägern und Vermittlern von Segen und
    Heil erwählt.

    Die Anfänge: 1,1 - 11,9
    Die Erschaffung der Welt: 1,1 - 2,4a

    1:1 Im Anfang schuf Gott Himmel und Erde;
    2,4b; Joh 1,1-3
    1-2,4a: Im Gegensatz zu Schöpfungsvorstellungen der Umwelt
    Israels, nach denen die Elemente des Kosmos Gottheiten sind und
    durch göttliche Zeugungen entstanden, lehrt hier die priesterliche
    Tradition Israels, daß alle Dinge, Pflanzen, Tiere und der Mensch
    durch Gottes Wort entstanden sind. Dabei setzt sie die antike
    Weltsicht voraus, stellt die Bewegungen und Veränderungen am
    gestirnten Himmel und auf der Erde so dar, wie sie sich dem
    Augenschein zeigen, und setzt voraus, daß Gott, von dem Israel die
    Siebentagewoche mit dem Sabbat als Ruhetag im Bundesgesetz erhalten
    hat, auch selbst sich bei der Erschaffung der Welt an das Schema der
    Siebentagewoche gehalten hat. Durch die Erschaffung des Menschen
    nach Gottes Ebenbild, das letzte Schöpfungswerk, wird der Mensch als
    Krone und Herr der Schöpfung herausgehoben.

    1:2 die Erde aber war wüst und wirr, Finsternis lag über der Urflut, und
    Gottes Geist schwebte über dem Wasser.

    1:3 Gott sprach: Es werde Licht. Und es wurde Licht.

    1:4 Gott sah, daß das Licht gut war. Gott schied das Licht von der
    Finsternis,

    1:5 und Gott nannte das Licht Tag, und die Finsternis nannte er Nacht.
    Es wurde Abend, und es wurde Morgen: erster Tag.

    1:6 Dann sprach Gott: Ein Gewölbe entstehe mitten im Wasser und scheide
    Wasser von Wasser.
    Nach dem Weltbild seiner Zeit stellt sich der Verfasser das
    Firmament als eine Halbkugel aus festem Stoff vor, die das
    Chaoswasser so teilt, daß über ihr und unter ihr Wasser ist, wobei
    vom oberen Wasser durch Öffnungen im Firmament der Regen herabströmt

    1:7 Gott machte also das Gewölbe und schied das Wasser unterhalb des
    Gewölbes vom Wasser oberhalb des Gewölbes. So geschah es,

    1:8 und Gott nannte das Gewölbe Himmel. Es wurde Abend, und es wurde
    Morgen: zweiter Tag.

    1:9 Dann sprach Gott: Das Wasser unterhalb des Himmels sammle sich an
    einem Ort, damit das Trockene sichtbar werde. So geschah es.

    1:10 Das Trockene nannte Gott Land, und das angesammelte Wasser nannte er
    Meer. Gott sah, daß es gut war.

    1:11 Dann sprach Gott: Das Land lasse junges Grün wachsen, alle Arten von
    Pflanzen, die Samen tragen, und von Bäumen, die auf der Erde Früchte
    bringen mit ihrem Samen darin. So geschah es.

    1:12 Das Land brachte junges Grün hervor, alle Arten von Pflanzen, die
    Samen tragen, alle Arten von Bäumen, die Früchte bringen mit ihrem
    Samen darin. Gott sah, daß es gut war.

    1:13 Es wurde Abend, und es wurde Morgen: dritter Tag.

    1:14 Dann sprach Gott: Lichter sollen am Himmelsgewölbe sein, um Tag und
    Nacht zu scheiden. Sie sollen Zeichen sein und zur Bestimmung von
    Festzeiten, von Tagen und Jahren dienen;
    Ps 136,7-9

    1:15 sie sollen Lichter am Himmelsgewölbe sein, die über die Erde hin
    leuchten. So geschah es.

    1:16 Gott machte die beiden großen Lichter, das größere, das über den Tag
    herrscht, das kleinere, das über die Nacht herrscht, auch die
    Sterne.

    1:17 Gott setzte die Lichter an das Himmelsgewölbe, damit sie über die
    Erde hin leuchten,

    1:18 über Tag und Nacht herrschen und das Licht von der Finsternis
    scheiden. Gott sah, daß es gut war.

    1:19 Es wurde Abend, und es wurde Morgen: vierter Tag.

    1:20 Dann sprach Gott: Das Wasser wimmle von lebendigen Wesen, und Vögel
    sollen über dem Land am Himmelsgewölbe dahinfliegen.

    1:21 Gott schuf alle Arten von großen Seetieren und anderen Lebewesen,
    von denen das Wasser wimmelt, und alle Arten von gefiederten Vögeln.
    Gott sah, daß es gut war.

    1:22 Gott segnete sie und sprach: Seid fruchtbar, und vermehrt euch, und
    bevölkert das Wasser im Meer, und die Vögel sollen sich auf dem Land
    vermehren.

    1:23 Es wurde Abend, und es wurde Morgen: fünfter Tag.

    1:24 Dann sprach Gott: Das Land bringe alle Arten von lebendigen Wesen
    hervor, von Vieh, von Kriechtieren und von Tieren des Feldes. So
    geschah es.

    1:25 Gott machte alle Arten von Tieren des Feldes, alle Arten von Vieh
    und alle Arten von Kriechtieren auf dem Erdboden. Gott sah, daß es
    gut war.

    1:26 Dann sprach Gott: Laßt uns Menschen machen als unser Abbild, uns
    ähnlich. Sie sollen herrschen über die Fische des Meeres, über die
    Vögel des Himmels, über das Vieh, über die ganze Erde und über alle
    Kriechtiere auf dem Land.
    2,7; Ps 8,6-9; Eph 4,24; Kol 3,10

    1:27 Gott schuf also den Menschen als sein Abbild; als Abbild Gottes
    schuf er ihn. Als Mann und Frau schuf er sie.
    5,1f

    1:28 Gott segnete sie, und Gott sprach zu ihnen: Seid fruchtbar, und
    vermehrt euch, bevölkert die Erde, unterwerft sie euch, und herrscht
    über die Fische des Meeres, über die Vögel des Himmels und über alle
    Tiere, die sich auf dem Land regen.

    1:29 Dann sprach Gott: Hiermit übergebe ich euch alle Pflanzen auf der
    ganzen Erde, die Samen tragen, und alle Bäume mit samenhaltigen
    Früchten. Euch sollen sie zur Nahrung dienen.
    9,3

    1:30 Allen Tieren des Feldes, allen Vögeln des Himmels und allem, was
    sich auf der Erde regt, was Lebensatem in sich hat, gebe ich alle
    grünen Pflanzen zur Nahrung. So geschah es.

    1:31 Gott sah alles an, was er gemacht hatte: Es war sehr gut. Es wurde
    Abend, und es wurde Morgen: der sechste Tag.

    2:1 So wurden Himmel und Erde vollendet und ihr ganzes Gefüge.

    2:2 Am siebten Tag vollendete Gott das Werk, das er geschaffen hatte,
    und er ruhte am siebten Tag, nachdem er sein ganzes Werk vollbracht
    hatte.
    Ex 20,8-11

    2:3 Und Gott segnete den siebten Tag und erklärte ihn für heilig; denn
    an ihm ruhte Gott, nachdem er das ganze Werk der Schöpfung vollendet
    hatte.

    2:4 Das ist die Entstehungsgeschichte von Himmel und Erde, als sie
    erschaffen wurden.

    Das Paradies: 2,4b-25

    Zur Zeit, als Gott, der Herr, Erde und Himmel machte,
    1,1
    4b-24: Hier liegt eine ältere Schöpfungsdarstellung vor, in der der
    Schwerpunkt auf der Erschaffung des Menschen und seiner Lebensordnung
    (Ehe, Familie, mitmenschliche Gemeinschaft) liegt. Der Mensch scheint
    noch vor den Pflanzen und Tieren erschaffen zu sein und wird so als
    Haupt der Schöpfung herausgehoben. - Dadurch, daß der letzte
    Pentateuchüberarbeiter so verschiedene Schöpfungsdarstellungen
    miteinander verbindet, zeigt er, daß es ihm nicht auf die
    naturwissenschaftlichen Gegebenheiten, sondern auf die religiösen
    Aussagen der beiden Texte ankommt: Alles ist von Gott erschaffen; der
    Mensch ist nicht das Produkt der Natur, sondern der von Gott in die
    Welt gesetzte Partner Gottes; der Mensch ist auf Gemeinschaft hin
    erschaffen; der Mensch hat als Ebenbild Gottes Anteil an der
    Herrschaft Gottes über die Welt.

    2:5 gab es auf der Erde noch keine Feldsträucher und wuchsen noch keine
    Feldpflanzen; denn Gott, der Herr, hatte es auf die Erde noch nicht
    regnen lassen, und es gab noch keinen Menschen, der den Ackerboden
    bestellte;

    2:6 aber Feuchtigkeit stieg aus der Erde auf und tränkte die ganze
    Fläche des Ackerbodens.
    Feuchtigkeit: in H ein Wort unbekannter Bedeutung.

    2:7 Da formte Gott, der Herr, den Menschen aus Erde vom Ackerboden und
    blies in seine Nase den Lebensatem. So wurde der Mensch zu einem
    lebendigen Wesen.
    1,26f
    In H Wortspiel mit den Ausdrücken für Ackerboden (adam h) und
    Mensch (ad m).

    2:8 Dann legte Gott, der Herr, in Eden, im Osten, einen Garten an und
    setzte dorthin den Menschen, den er geformt hatte.

    2:9 Gott, der Herr, ließ aus dem Ackerboden allerlei Bäume wachsen,
    verlockend anzusehen und mit köstlichen Früchten, in der Mitte des
    Gartens aber den Baum des Lebens und den Baum der Erkenntnis von Gut
    und Böse.

    2:10 Ein Strom entspringt in Eden, der den Garten bewässert; dort teilt
    er sich und wird zu vier Hauptflüssen.

    2:11 Der eine heißt Pischon; er ist es, der das ganze Land Hawila
    umfließt, wo es Gold gibt.
    11-14: Die Flüsse Pischon und Gihon sowie das Land Hawila lassen
    sich geographisch nicht bestimmen. Kusch ist etwa der heutige Sudan
    mit Teilen Äthiopiens; Assur ist die alte Hauptstadt des
    Assyrerreichs.

    2:12 Das Gold jenes Landes ist gut; dort gibt es auch Bdelliumharz und
    Karneolsteine.
    Bdellium ist ein Harz zur Salbenherstellung.

    2:13 Der zweite Strom heißt Gihon; er ist es, der das ganze Land Kusch
    umfließt.

    2:14 Der dritte Strom heißt Tigris; er ist es, der östlich an Assur
    vorbeifließt. Der vierte Strom ist der Eufrat.

    2:15 Gott, der Herr, nahm also den Menschen und setzte ihn in den Garten
    von Eden, damit er ihn bebaue und hüte.

    2:16 Dann gebot Gott, der Herr, dem Menschen: Von allen Bäumen des
    Gartens darfst du essen,

    2:17 doch vom Baum der Erkenntnis von Gut und Böse darfst du nicht essen;
    denn sobald du davon ißt, wirst du sterben.

    2:18 Dann sprach Gott, der Herr: Es ist nicht gut, daß der Mensch allein
    bleibt. Ich will ihm eine Hilfe machen, die ihm entspricht.

    2:19 Gott, der Herr, formte aus dem Ackerboden alle Tiere des Feldes und
    alle Vögel des Himmels und führte sie dem Menschen zu, um zu sehen,
    wie er sie benennen würde. Und wie der Mensch jedes lebendige Wesen
    benannte, so sollte es heißen.

    2:20 Der Mensch gab Namen allem Vieh, den Vögeln des Himmels und allen
    Tieren des Feldes. Aber eine Hilfe, die dem Menschen entsprach, fand
    er nicht.

    2:21 Da ließ Gott, der Herr, einen tiefen Schlaf auf den Menschen fallen,
    so daß er einschlief, nahm eine seiner Rippen und verschloß ihre
    Stelle mit Fleisch.
    21-23: Da sich Israel die Vielheit der Menschen nicht ohne eine
    gemeinsame Abstammung vorstellen kann, andererseits keinen
    doppelgeschlechtlichen Urmenschen kennt wie andere Völker, stellt man
    sich vor, die Frau sei irgendwie aus dem Mann entstanden. Bei der in
    Israel geläufigen Redensart ®ein Bein und ein Fleisch¯ für enge
    Verwandtschaft und Gemeinschaft - man kannte keine Verwandtschaft dem
    Blut nach - lag es nahe, an die Entstehung der Frau aus dem ®Bein und
    Fleisch¯ des Mannes zu denken. Nur Gott konnte die Frau auf diese
    Weise entstehen lassen.

    2:22 Gott, der Herr, baute aus der Rippe, die er vom Menschen genommen
    hatte, eine Frau und führte sie dem Menschen zu.

    2:23 Und der Mensch sprach: Das endlich ist Bein von meinem Bein und
    Fleisch von meinem Fleisch. Frau soll sie heißen; denn vom Mann ist
    sie genommen.
    denn . . .: Die Ausdrücke für Mann (isch) und Frau (isch h) sind
    im Hebräischen ähnlich.

    2:24 Darum verläßt der Mann Vater und Mutter und bindet sich an seine
    Frau, und sie werden ein Fleisch.
    Mt 19,5; Mk 10,8; Eph 5,31; 1 Kor 6,16

    2:25 Beide, Adam und seine Frau, waren nackt, aber sie schämten sich
    nicht voreinander.

    Der Fall des Menschen: 3,1-24

    3:1 Die Schlange war schlauer als alle Tiere des Feldes, die Gott, der
    Herr, gemacht hatte. Sie sagte zu der Frau: Hat Gott wirklich
    gesagt: Ihr dürft von keinem Baum des Gartens essen?
    Joh 8,44
    1-24: In einfacher und bildhafter Sprache und an Hand eines
    typischen Beispiels aus dem Alltag stellt der Erzähler die erste
    Sünde und ihre verhängnisvollen Folgen dar. Die Schlange ist Sinnbil
    für die gefährliche Macht des Bösen und für die Hinterhältigkeit. Der
    Baum des Lebens und der Baum der Erkenntnis von Gut und Böse sind
    Bilder für die nur Gott zukommenden Eigenschaften der Unsterblichkeit
    und des umfassenden Wissens, über die der Mensch nicht von sich aus
    verfügen kann, die Gott ihm aber unter Umständen aus Gnade schenkt.

    3:2 Die Frau entgegnete der Schlange: Von den Früchten der Bäume im
    Garten dürfen wir essen;
    Offb 12,9

    3:3 nur von den Früchten des Baumes, der in der Mitte des Gartens steht,
    hat Gott gesagt: Davon dürft ihr nicht essen, und daran dürft ihr
    nicht rühren, sonst werdet ihr sterben.
    2,17

    3:4 Darauf sagte die Schlange zur Frau: Nein, ihr werdet nicht sterben.

    3:5 Gott weiß vielmehr: Sobald ihr davon eßt, gehen euch die Augen auf;
    ihr werdet wie Gott und erkennt Gut und Böse.

    3:6 Da sah die Frau, daß es köstlich wäre, von dem Baum zu essen, daß
    der Baum eine Augenweide war und dazu verlockte, klug zu werden. Sie
    nahm von seinen Früchten und aß; sie gab auch ihrem Mann, der bei
    ihr war, und auch er aß.
    Weish 2,23f; Sir 25,24

    3:7 Da gingen beiden die Augen auf, und sie erkannten, daß sie nackt
    waren. Sie hefteten Feigenblätter zusammen und machten sich einen
    Schurz.

    3:8 Als sie Gott, den Herrn, im Garten gegen den Tagwind einherschreiten
    hörten, versteckten sich Adam und seine Frau vor Gott, dem Herrn,
    unter den Bäumen des Gartens.

    3:9 Gott, der Herr, rief Adam zu und sprach: Wo bist du?

    3:10 Er antwortete: Ich habe dich im Garten kommen hören; da geriet ich
    in Furcht, weil ich nackt bin, und versteckte mich.

    3:11 Darauf fragte er: Wer hat dir gesagt, daß du nackt bist? Hast du von
    dem Baum gegessen, von dem zu essen ich dir verboten habe?

    3:12 Adam antwortete: Die Frau, die du mir beigesellt hast, sie hat mir
    von dem Baum gegeben, und so habe ich gegessen.

    3:13 Gott, der Herr, sprach zu der Frau: Was hast du da getan? Die Frau
    antwortete: Die Schlange hat mich verführt, und so habe ich
    gegessen.

    3:14 Da sprach Gott, der Herr, zur Schlange: Weil du das getan hast, bist
    du verflucht unter allem Vieh und allen Tieren des Feldes. Auf dem
    Bauch sollst du kriechen und Staub fressen alle Tage deines Lebens.

    3:15 Feindschaft setze ich zwischen dich und die Frau, zwischen deinen
    Nachwuchs und ihren Nachwuchs. Er trifft dich am Kopf, und du
    triffst ihn an der Ferse.

    3:16 Zur Frau sprach er: Viel Mühsal bereite ich dir, sooft du schwanger
    wirst. Unter Schmerzen gebierst du Kinder. Du hast Verlangen nach
    deinem Mann; er aber wird über dich herrschen.

    3:17 Zu Adam sprach er: Weil du auf deine Frau gehört und von dem Baum
    gegessen hast, von dem zu essen ich dir verboten hatte: So ist
    verflucht der Ackerboden deinetwegen. Unter Mühsal wirst du von ihm
    essen alle Tage deines Lebens.

    3:18 Dornen und Disteln läßt er dir wachsen, und die Pflanzen des Feldes
    mußt du essen.

    3:19 Im Schweiße deines Angesichts sollst du dein Brot essen, bis du
    zurückkehrst zum Ackerboden; von ihm bist du ja genommen. Denn Staub
    bist du, zum Staub mußt du zurück.

    3:20 Adam nannte seine Frau Eva (Leben), denn sie wurde die Mutter aller
    Lebendigen.

    3:21 Gott, der Herr, machte Adam und seiner Frau Röcke aus Fellen und
    bekleidete sie damit.

    3:22 Dann sprach Gott, der Herr: Seht, der Mensch ist geworden wie wir;
    er erkennt Gut und Böse. Daß er jetzt nicht die Hand ausstreckt,
    auch vom Baum des Lebens nimmt, davon ißt und ewig lebt!

    3:23 Gott, der Herr, schickte ihn aus dem Garten von Eden weg, damit er
    den Ackerboden bestellte, von dem er genommen war.

    3:24 Er vertrieb den Menschen und stellte östlich des Gartens von Eden
    die Kerubim auf und das lodernde Flammenschwert, damit sie den Weg
    zum Baum des Lebens bewachten.
    Eden ist ein symbolischer Ort großer Fruchtbarkeit, den man
    geographisch nicht festlegen kann. - Kerubim sind Engelgestalten.
    Übermenschliche Wesen und Feuer bewachen in den Urzeiterzählungen
    vieler Völker den Zugang zu verbotenen Orten.

    Kain und Abel: 4,1-16

    4:1 Adam erkannte Eva, seine Frau; sie wurde schwanger und gebar Kain.
    Da sagte sie: Ich habe einen Mann vom Herrn erworben.
    Die Worte Evas sind ein Wortspiel mit dem Namen Kain, der im
    Hebräischen an das Zeitwort für ®erwerben¯ (kan h) anklingt.

    4:2 Sie gebar ein zweites Mal, nämlich Abel, seinen Bruder. Abel wurde
    Schafhirt und Kain Ackerbauer.
    Abel bedeutet Windhauch, erinnert also an die Kürze und
    Hinfälligkeit des Lebens (vgl. Koh 1,2).

    4:3 Nach einiger Zeit brachte Kain dem Herrn ein Opfer von den Früchten
    des Feldes dar;

    4:4 auch Abel brachte eines dar von den Erstlingen seiner Herde und von
    ihrem Fett. Der Herr schaute auf Abel und sein Opfer,
    von ihrem Fett, andere Übersetzungsmöglichkeit: von ihren
    fettesten Tieren.

    4:5 aber auf Kain und sein Opfer schaute er nicht. Da überlief es Kain
    ganz heiß, und sein Blick senkte sich.

    4:6 Der Herr sprach zu Kain: Warum überläuft es dich heiß, und warum
    senkt sich dein Blick?

    4:7 Nicht wahr, wenn du recht tust, darfst du aufblicken; wenn du nicht
    recht tust, lauert an der Tür die Sünde als Dämon. Auf dich hat er
    es abgesehen, doch du werde Herr über ihn!
    als Dämon: sinngemäß ergänzt; in H steht trotz des weiblichen
    Wortes für Sünde eine männliche Zeitwortform, die an einen
    Unheilsdämon erinnert. Deswegen wird der ganze Satz mit männlichen
    Formen gebildet. Er will sagen: Nicht den Dämon des Mythus sollst du
    fürchten, sondern die Sünde, die der gefährlichste Dämon ist.

    4:8 Hierauf sagte Kain zu seinem Bruder Abel: Gehen wir aufs Feld! Als
    sie auf dem Feld waren, griff Kain seinen Bruder Abel an und
    erschlug ihn.
    Gehen wir aufs Feld!: nach den alten Übersetzungen ergänzt.

    4:9 Da sprach der Herr zu Kain: Wo ist dein Bruder Abel? Er entgegnete:
    Ich weiß es nicht. Bin ich der Hüter meines Bruders?

    4:10 Der Herr sprach: Was hast du getan? Das Blut deines Bruders schreit
    zu mir vom Ackerboden.

    4:11 So bist du verflucht, verbannt vom Ackerboden, der seinen Mund
    aufgesperrt hat, um aus deiner Hand das Blut deines Bruders
    aufzunehmen.

    4:12 Wenn du den Ackerboden bestellst, wird er dir keinen Ertrag mehr
    bringen. Rastlos und ruhelos wirst du auf der Erde sein.

    4:13 Kain antwortete dem Herrn: Zu groß ist meine Schuld, als daß ich sie
    tragen könnte.

    4:14 Du hast mich heute vom Ackerland verjagt, und ich muß mich vor
    deinem Angesicht verbergen; rastlos und ruhelos werde ich auf der
    Erde sein, und wer mich findet, wird mich erschlagen.

    4:15 Der Herr aber sprach zu ihm: Darum soll jeder, der Kain erschlägt,
    siebenfacher Rache verfallen. Darauf machte der Herr dem Kain ein
    Zeichen, damit ihn keiner erschlage, der ihn finde.

    4:16 Dann ging Kain vom Herrn weg und ließ sich im Land Nod nieder,
    östlich von Eden.
    Wortspiel mit Nod und dem Wort für ®ruhelos¯ (nad).

    Die Nachkommen Kains: 4,17-24

    4:17 Kain erkannte seine Frau; sie wurde schwanger und gebar Henoch. Kain
    wurde Gründer einer Stadt und benannte sie nach seinem Sohn Henoch.
    Zur Frau Kains und zur Stadtgründung, die viele andere Menschen
    voraussetzt, ist zu bedenken, daß die Erzählungen von Gen in vielen
    Namen handelnder Personen Typen für Menschengruppen (Völker,
    Berufsgruppen, Einwohner von Städten) sehen und daß ®zeugen¯ und
    ®Sohn¯ nicht immer die natürliche Abstammung, sondern auch die
    Verwandtschaft über mehrere Generationen hinweg zum Ausdruck bringt.

    4:18 Dem Henoch wurde Irad geboren; Irad zeugte Mehuja‰l, Mehuja‰l zeugte
    Metuscha‰l, und Metuscha‰l zeugte Lamech.

    4:19 Lamech nahm sich zwei Frauen; die eine hieß Ada, die andere Zilla.

    4:20 Ada gebar Jabal; er wurde der Stammvater derer, die in Zelten und
    beim Vieh wohnen.

    4:21 Sein Bruder hieß Jubal; er wurde der Stammvater aller Zither- und
    Flötenspieler.

    4:22 Auch Zilla gebar, und zwar Tubal-Kajin, der die Geräte aller Erz-
    und Eisenhandwerker schmiedete. Die Schwester Tubal-Kajins war
    Naama.

    4:23 Lamech sagte zu seinen Frauen: Ada und Zilla, hört auf meine Stimme,
    ihr Frauen Lamechs, lauscht meiner Rede! Ja, einen Mann erschlage
    ich für eine Wunde und einen Knaben für eine Strieme.

    4:24 Wird Kain siebenfach gerächt, dann Lamech siebenundsiebzigfach.

    Die Nachkommen Sets: 4,25 - 5,32

    4:25 Adam erkannte noch einmal seine Frau. Sie gebar einen Sohn und
    nannte ihn Set (Setzling); denn sie sagte: Gott setzte mir anderen
    Nachwuchs ein für Abel, weil ihn Kain erschlug.
    Bis hierher war es im einzelnen fraglich, ob man adam mit ®Mensch¯
    übersetzen oder es als Eigenname Adam wiedergeben soll. Erst von hier
    ab ist Adam sicher Eigenname. - Die Worte Evas erklären sich als
    Wortspiel mit dem Namen Set, der an das hebräische Zeitwort schat
    (einsetzen) erinnert.

    4:26 Auch dem Set wurde ein Sohn geboren, und er nannte ihn Enosch.
    Damals begann man den Namen des Herrn anzurufen.
    Auch der Name Enosch bedeutet ®Mensch¯. - Hier und an den meisten
    Stellen, wo in dieser Übersetzung ®der Herr¯ für Gott steht,
    gebraucht H den Eigennamen Jahwe. Die Übersetzer folgen der Traditio
    der Juden und Christen, den Eigennamen Jahwe, den die Juden wegen Ex
    20,7 = Dtn 5,11 nicht auszusprechen wagten, mit ®der Herr¯ zu
    umschreiben. Nur wo es unumgänglich schien, wurde der Eigenname
    belassen (vgl. Ex 3,15).

    5:1 Das ist die Liste der Geschlechterfolge nach Adam: Am Tag, da Gott
    den Menschen erschuf, machte er ihn Gott ähnlich.
    (1f) 1,26f
    1-32: Zu den Angaben über das hohe Lebensalter der Urväter ist zu
    bedenken, daß sie nur in der jüngsten Pentateuchschicht stehen; dies
    arbeitet gern mit symbolischen Zahlenwerten, die wir heute nicht mehr
    durchschauen. Die babylonischen Listen der Urkönige kennen noch viel
    höhere Lebensjahre bzw. Regierungszeiten.

    5:2 Als Mann und Frau erschuf er sie, er segnete sie und nannte sie
    Mensch an dem Tag, da sie erschaffen wurden.

    5:3 Adam war hundertdreißig Jahre alt, da zeugte er einen Sohn, der ihm
    ähnlich war, wie sein Abbild, und nannte ihn Set.
    1,26f

    5:4 Nach der Geburt Sets lebte Adam noch achthundert Jahre und zeugte
    Söhne und Töchter.

    5:5 Die gesamte Lebenszeit Adams betrug neunhundertdreißig Jahre, dann
    starb er.

    5:6 Set war hundertfünf Jahre alt, da zeugte er Enosch.

    5:7 Nach der Geburt des Enosch lebte Set noch achthundertsieben Jahre
    und zeugte Söhne und Töchter.

    5:8 Die gesamte Lebenszeit Sets betrug neunhundertzwölf Jahre, dann
    starb er.

    5:9 Enosch war neunzig Jahre alt, da zeugte er Kenan.

    5:10 Nach der Geburt Kenans lebte Enosch noch achthundertfünfzehn Jahre
    und zeugte Söhne und Töchter.

    5:11 Die gesamte Lebenszeit des Enosch betrug neunhundertfünf Jahre, dann
    starb er.

    5:12 Kenan war siebzig Jahre alt, da zeugte er Mahalalel.

    5:13 Nach der Geburt Mahalalels lebte Kenan noch achthundertvierzig Jahre
    und zeugte Söhne und Töchter.

    5:14 Die gesamte Lebenszeit Kenans betrug neunhundertzehn Jahre, dann
    starb er.

    5:15 Mahalalel war fünfundsechzig Jahre alt, da zeugte er Jered.

    5:16 Nach der Geburt Jereds lebte Mahalalel noch achthundertdreißig Jahre
    und zeugte Söhne und Töchter.

    5:17 Die gesamte Lebenszeit Mahalalels betrug achthundertfünfundneunzig
    Jahre, dann starb er.

    5:18 Jered war hundertzweiundsechzig Jahre alt, da zeugte er Henoch.

    5:19 Nach der Geburt Henochs lebte Jered noch achthundert Jahre und
    zeugte Söhne und Töchter.

    5:20 Die gesamte Lebenszeit Jereds betrug neunhundertzweiundsechzig
    Jahre, dann starb er.

    5:21 Henoch war fünfundsechzig Jahre alt, da zeugte er Metuschelach.

    5:22 Nach der Geburt Metuschelachs ging Henoch seinen Weg mit Gott noch
    dreihundert Jahre lang und zeugte Söhne und Töchter.

    5:23 Die gesamte Lebenszeit Henochs betrug dreihundertfünfundsechzig
    Jahre.

    5:24 Henoch war seinen Weg mit Gott gegangen, dann war er nicht mehr da;
    denn Gott hatte ihn aufgenommen.

    5:25 Metuschelach war hundertsiebenundachtzig Jahre alt, da zeugte er
    Lamech.

    5:26 Nach der Geburt Lamechs lebte Metuschelach noch
    siebenhundertzweiundachtzig Jahre und zeugte Söhne und Töchter.

    5:27 Die gesamte Lebenszeit Metuschelachs betrug
    neunhundertneunundsechzig Jahre, dann starb er.

    5:28 Lamech war hundertzweiundachtzig Jahre alt, da zeugte er einen Sohn

    5:29 und nannte ihn Noach (Ruhe). Dabei sagte er: Er wird uns aufatmen
    lassen von unserer Arbeit und von der Mühe unserer Hände um den
    Ackerboden, den der Herr verflucht hat.
    3,17
    Wortspiel mit dem Namen Noach und den Zeitwörtern für ®ruhen¯
    (n£ach) und ®trösten¯ (nih m).

    5:30 Nach der Geburt Noachs lebte Lamech noch fünfhundertfünfundneunzig
    Jahre und zeugte Söhne und Töchter.

    5:31 Die gesamte Lebenszeit Lamechs betrug siebenhundertsiebenundsiebzig
    Jahre, dann starb er.

    5:32 Noach zeugte im Alter von fünfhundert Jahren Sem, Ham und Jafet.

    Noach und die Sintflut: 6,1 - 9,29
    Die Bosheit der Menschen: 6,1-8

    6:1 Als sich die Menschen über die Erde hin zu vermehren begannen und
    ihnen Töchter geboren wurden,
    1-4: Der letzte Überarbeiter des Pentateuch fügt hier eine alte
    Tradition über die Entstehung der Riesen ein. Ursprünglich waren die
    ®Gottessöhne¯ als überirdische Wesen gedacht, die nach den Sagen
    vieler Völker mit menschlichen Frauen verkehrten und so die Riesen
    oder die Helden der Vorzeit zeugten. Im heutigen Zusammenhang, für
    den die alte Erzählung stark gekürzt wurde, werden die Gottessöhne
    entweder als Engel gedeutet (vgl. Ijob 1,6; 2,1; 38,7; Dan 3,92), die
    aus ihrer Ordnung gefallen sind, oder als die Nachkommen Sets, die
    als fromm galten und darum als ®Gottessöhne¯ bezeichnet werden
    konnten, aber nun Ehen mit den weiblichen Nachkommen Kains eingingen
    mit den ®Menschentöchtern¯, so daß die Laster der Kainiten auch auf
    die Setiten übergriffen. Der Bearbeiter greift diese Tradition auf,
    um das auffällige Absinken des Lebensalters der Urväter vor der Flut
    auf das viel niedrigere Lebensalter nach der Flut zu erklären.

    6:2 sahen die Gottessöhne, wie schön die Menschentöchter waren, und sie
    nahmen sich von ihnen Frauen, wie es ihnen gefiel.

    6:3 Da sprach der Herr: Mein Geist soll nicht für immer im Menschen
    bleiben, weil er auch Fleisch ist; daher soll seine Lebenszeit
    hundertzwanzig Jahre betragen.

    6:4 In jenen Tagen gab es auf der Erde die Riesen, und auch später noch,
    nachdem sich die Gottessöhne mit den Menschentöchtern eingelassen
    und diese ihnen Kinder geboren hatten. Das sind die Helden der
    Vorzeit, die berühmten Männer.

    6:5 Der Herr sah, daß auf der Erde die Schlechtigkeit des Menschen
    zunahm und daß alles Sinnen und Trachten seines Herzens immer nur
    böse war.
    8,21
    5-9,29: In der Sintfluterzählung werden alte Traditionen und
    wahrscheinlich bereits zwei schriftliche Quellen verarbeitet, um die
    verhängnisvollen Folgen der Sünde zu veranschaulichen. Sintflutsagen
    finden sich bei vielen Völkern; am nächsten stehen der Bibel
    babylonische Sintfluterzählungen, die sich aber durch das mythische
    Beiwerk und durch das Schweigen von einer Schuld des Menschen
    wesentlich unterscheiden.

    6:6 Da reute es den Herrn, auf der Erde den Menschen gemacht zu haben,
    und es tat seinem Herzen weh.

    6:7 Der Herr sagte: Ich will den Menschen, den ich erschaffen habe, vom
    Erdboden vertilgen, mit ihm auch das Vieh, die Kriechtiere und die
    Vögel des Himmels, denn es reut mich, sie gemacht zu haben.

    6:8 Nur Noach fand Gnade in den Augen des Herrn.

    Gottes Sorge um Noach: 6,9 - 7,16

    6:9 Das ist die Geschlechterfolge nach Noach: Noach war ein gerechter,
    untadeliger Mann unter seinen Zeitgenossen; er ging seinen Weg mit
    Gott.

    6:10 Noach zeugte drei Söhne, Sem, Ham und Jafet.

    6:11 Die Erde aber war in Gottes Augen verdorben, sie war voller
    Gewalttat.

    6:12 Gott sah sich die Erde an: Sie war verdorben; denn alle Wesen aus
    Fleisch auf der Erde lebten verdorben.

    6:13 Da sprach Gott zu Noach: Ich sehe, das Ende aller Wesen aus Fleisch
    ist da; denn durch sie ist die Erde voller Gewalttat. Nun will ich
    sie zugleich mit der Erde verderben.
    durch sie: durch die Menschen, die mit den ®Wesen aus Fleisch¯
    neben den Tieren vor allem gemeint sind.

    6:14 Mach dir eine Arche aus Zypressenholz! Statte sie mit Kammern aus,
    und dichte sie innen und außen mit Pech ab!

    6:15 So sollst du die Arche bauen: Dreihundert Ellen lang, fünfzig Ellen
    breit und dreißig Ellen hoch soll sie sein.

    6:16 Mach der Arche ein Dach, und hebe es genau um eine Elle nach oben
    an! Den Eingang der Arche bring an der Seite an! Richte ein unteres,
    ein zweites und ein drittes Stockwerk ein!
    hebe es an: H unklar; vielleicht ist gemeint: Das Dach soll in der
    Mitte eine Elle höher sein als an den Seiten, damit das Wasser
    abfließen kann.

    6:17 Ich will nämlich die Flut über die Erde bringen, um alle Wesen aus
    Fleisch unter dem Himmel, alles, was Lebensgeist in sich hat, zu
    verderben. Alles auf Erden soll verenden.

    6:18 Mit dir aber schließe ich meinen Bund. Geh in die Arche, du, deine
    Söhne, deine Frau und die Frauen deiner Söhne!

    6:19 Von allem, was lebt, von allen Wesen aus Fleisch, führe je zwei in
    die Arche, damit sie mit dir am Leben bleiben; je ein Männchen und
    ein Weibchen sollen es sein.

    6:20 Von allen Arten der Vögel, von allen Arten des Viehs, von allen
    Arten der Kriechtiere auf dem Erdboden sollen je zwei zu dir kommen,
    damit sie am Leben bleiben.

    6:21 Nimm dir von allem Eßbaren mit, und leg dir einen Vorrat an! Dir und
    ihnen soll es zur Nahrung dienen.

    6:22 Noach tat alles genau so, wie ihm Gott aufgetragen hatte.

    7:1 Darauf sprach der Herr zu Noach: Geh in die Arche, du und dein
    ganzes Haus, denn ich habe gesehen, daß du unter deinen Zeitgenossen
    vor mir gerecht bist.

    7:2 Von allen reinen Tieren nimm dir je sieben Paare mit, und von allen
    unreinen Tieren je ein Paar,

    7:3 auch von den Vögeln des Himmels je sieben Männchen und Weibchen, um
    Nachwuchs auf der ganzen Erde am Leben zu erhalten.

    7:4 Denn noch sieben Tage dauert es, dann lasse ich es vierzig Tage und
    vierzig Nächte lang auf die Erde regnen und tilge vom Erdboden alle
    Wesen, die ich gemacht habe.

    7:5 Noach tat alles, was ihm der Herr aufgetragen hatte.

    7:6 Noach war sechshundert Jahre alt, als die Flut über die Erde kam.

    7:7 Noach ging also mit seinen Söhnen, seiner Frau und den Frauen seiner
    Söhne in die Arche, bevor das Wasser der Flut kam.

    7:8 Von den reinen und unreinen Tieren, von den Vögeln und allem, was
    sich auf dem Erdboden regt,

    7:9 kamen immer zwei zu Noach in die Arche, Männchen und Weibchen, wie
    Gott dem Noach aufgetragen hatte.

    7:10 Als die sieben Tage vorbei waren, kam das Wasser der Flut über die
    Erde,

    7:11 im sechshundertsten Lebensjahr Noachs, am siebzehnten Tag des
    zweiten Monats. An diesem Tag brachen alle Quellen der gewaltigen
    Urflut auf, und die Schleusen des Himmels öffneten sich.

    7:12 Der Regen ergoß sich vierzig Tage und vierzig Nächte lang auf die
    Erde.

    7:13 Genau an jenem Tag waren Noach, die Söhne Noachs, Sem, Ham und
    Jafet, Noachs Frau und mit ihnen die drei Frauen seiner Söhne in die
    Arche gegangen,

    7:14 sie und alle Arten der Tiere, alle Arten des Viehs und alle Arten
    der Kriechtiere, die sich auf der Erde regen, und alle Arten der
    Vögel, des fliegenden Getiers.

    7:15 Sie waren zu Noach in die Arche gekommen, immer zwei von allen Wesen
    aus Fleisch, in denen Lebensgeist ist.

    7:16 Von allen Tieren waren Männchen und Weibchen gekommen, wie Gott ihm
    aufgetragen hatte. Dann schloß der Herr hinter ihm zu.

    Die große Flut: 7,17 - 8,22

    7:17 Die Flut auf der Erde dauerte vierzig Tage. Das Wasser stieg und hob
    die Arche immer höher über die Erde.

    7:18 Das Wasser schwoll an und stieg immer mehr auf der Erde, die Arche
    aber trieb auf dem Wasser dahin.

    7:19 Das Wasser war auf der Erde gewaltig angeschwollen und bedeckte alle
    hohen Berge, die es unter dem ganzen Himmel gibt.

    7:20 Das Wasser war fünfzehn Ellen über die Berge hinaus angeschwollen
    und hatte sie zugedeckt.

    7:21 Da verendeten alle Wesen aus Fleisch, die sich auf der Erde geregt
    hatten, Vögel, Vieh und sonstige Tiere, alles, wovon die Erde
    gewimmelt hatte, und auch alle Menschen.

    7:22 Alles, was auf der Erde durch die Nase Lebensgeist atmete, kam um.

    7:23 Gott vertilgte also alle Wesen auf dem Erdboden, Menschen, Vieh,
    Kriechtiere und die Vögel des Himmels; sie alle wurden vom Erdboden
    vertilgt. Übrig blieb nur Noach und was mit ihm in der Arche war.

    7:24 Das Wasser aber schwoll hundertfünfzig Tage lang auf der Erde an.

    8:1 Da dachte Gott an Noach und an alle Tiere und an alles Vieh, das bei
    ihm in der Arche war. Gott ließ einen Wind über die Erde wehen, und
    das Wasser sank.

    8:2 Die Quellen der Urflut und die Schleusen des Himmels schlossen sich;
    der Regen vom Himmel ließ nach,

    8:3 und das Wasser verlief sich allmählich von der Erde. So nahm das
    Wasser nach hundertfünfzig Tagen ab.

    8:4 Am siebzehnten Tag des siebten Monats setzte die Arche im Gebirge
    Ararat auf.

    8:5 Das Wasser nahm immer mehr ab, bis zum zehnten Monat. Am ersten Tag
    des zehnten Monats wurden die Berggipfel sichtbar.

    8:6 Nach vierzig Tagen öffnete Noach das Fenster der Arche, das er
    gemacht hatte,

    8:7 und ließ einen Raben hinaus. Der flog aus und ein, bis das Wasser
    auf der Erde vertrocknet war.

    8:8 Dann ließ er eine Taube hinaus, um zu sehen, ob das Wasser auf der
    Erde abgenommen habe.

    8:9 Die Taube fand keinen Halt für ihre Füße und kehrte zu ihm in die
    Arche zurück, weil über der ganzen Erde noch Wasser stand. Er
    streckte seine Hand aus und nahm die Taube wieder zu sich in die
    Arche.

    8:10 Dann wartete er noch weitere sieben Tage und ließ wieder die Taube
    aus der Arche.

    8:11 Gegen Abend kam die Taube zu ihm zurück, und siehe da: In ihrem
    Schnabel hatte sie einen frischen Olivenzweig. Jetzt wußte Noach,
    daß nur noch wenig Wasser auf der Erde stand.

    8:12 Er wartete weitere sieben Tage und ließ die Taube noch einmal
    hinaus. Nun kehrte sie nicht mehr zu ihm zurück.

    8:13 Im sechshundertersten Jahr Noachs, am ersten Tag des ersten Monats,
    hatte sich das Wasser verlaufen. Da entfernte Noach das Verdeck der
    Arche, blickte hinaus, und siehe: Die Erdoberfläche war trocken.
    7,11

    8:14 Am siebenundzwanzigsten Tag des zweiten Monats war die Erde trocken.

    8:15 Da sprach Gott zu Noach:

    8:16 Komm heraus aus der Arche, du, deine Frau, deine Söhne und die
    Frauen deiner Söhne!

    8:17 Bring mit dir alle Tiere heraus, alle Wesen aus Fleisch, die Vögel,
    das Vieh und alle Kriechtiere, die sich auf der Erde regen. Auf der
    Erde soll es von ihnen wimmeln; sie sollen fruchtbar sein und sich
    auf der Erde vermehren.
    1,22.28

    8:18 Da kam Noach heraus, er, seine Söhne, seine Frau und die Frauen
    seiner Söhne.

    8:19 Auch alle Tiere kamen, nach Gattungen geordnet, aus der Arche, die
    Kriechtiere, die Vögel, alles, was sich auf der Erde regt.

    8:20 Dann baute Noach dem Herrn einen Altar, nahm von allen reinen Tieren
    und von allen reinen Vögeln und brachte auf dem Altar Brandopfer
    dar.

    8:21 Der Herr roch den beruhigenden Duft, und der Herr sprach bei sich:
    Ich will die Erde wegen des Menschen nicht noch einmal verfluchen;
    denn das Trachten des Menschen ist böse von Jugend an. Ich will
    künftig nicht mehr alles Lebendige vernichten, wie ich es getan
    habe.
    6,5
    Der ®beruhigende Duft¯ ist der Duft der Opfer, der den Zorn Gottes
    besänftigt; der Ausdruck stammt aus der formelhaften Sprache der
    Opferritualien (vgl. Ex 29,18.25.41; Lev 1,9.13.17).

    8:22 So lange die Erde besteht, sollen nicht aufhören Aussaat und Ernte,
    Kälte und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht.

    Gottes Bund mit Noach: 9,1-17

    9:1 Dann segnete Gott Noach und seine Söhne und sprach zu ihnen: Seid
    fruchtbar, vermehrt euch, und bevölkert die Erde!
    1,28; 9,7

    9:2 Furcht und Schrecken vor euch soll sich auf alle Tiere der Erde
    legen, auf alle Vögel des Himmels, auf alles, was sich auf der Erde
    regt, und auf alle Fische des Meeres; euch sind sie übergeben.

    9:3 Alles Lebendige, das sich regt, soll euch zur Nahrung dienen. Alles
    übergebe ich euch wie die grünen Pflanzen.
    1,29

    9:4 Nur Fleisch, in dem noch Blut ist, dürft ihr nicht essen.

    9:5 Wenn aber euer Blut vergossen wird, fordere ich Rechenschaft, und
    zwar für das Blut eines jeden von euch. Von jedem Tier fordere ich
    Rechenschaft und vom Menschen. Für das Leben des Menschen fordere
    ich Rechenschaft von jedem seiner Brüder.

    9:6 Wer Menschenblut vergießt, dessen Blut wird durch Menschen
    vergossen. Denn: Als Abbild Gottes hat er den Menschen gemacht.
    1,26-28

    9:7 Seid fruchtbar, und vermehrt euch; bevölkert die Erde, und vermehrt
    euch auf ihr!
    9,1

    9:8 Dann sprach Gott zu Noach und seinen Söhnen, die bei ihm waren:

    9:9 Hiermit schließe ich meinen Bund mit euch und mit euren Nachkommen

    9:10 und mit allen Lebewesen bei euch, mit den Vögeln, dem Vieh und allen
    Tieren des Feldes, mit allen Tieren der Erde, die mit euch aus der
    Arche gekommen sind.

    9:11 Ich habe meinen Bund mit euch geschlossen: Nie wieder sollen alle
    Wesen aus Fleisch vom Wasser der Flut ausgerottet werden; nie wieder
    soll eine Flut kommen und die Erde verderben.

    9:12 Und Gott sprach: Das ist das Zeichen des Bundes, den ich stifte
    zwischen mir und euch und den lebendigen Wesen bei euch für alle
    kommenden Generationen:

    9:13 Meinen Bogen setze ich in die Wolken; er soll das Bundeszeichen sein
    zwischen mir und der Erde.

    9:14 Balle ich Wolken über der Erde zusammen und erscheint der Bogen in
    den Wolken,

    9:15 dann gedenke ich des Bundes, der besteht zwischen mir und euch und
    allen Lebewesen, allen Wesen aus Fleisch, und das Wasser wird nie
    wieder zur Flut werden, die alle Wesen aus Fleisch vernichtet.

    9:16 Steht der Bogen in den Wolken, so werde ich auf ihn sehen und des
    ewigen Bundes gedenken zwischen Gott und allen lebenden Wesen, allen
    Wesen aus Fleisch auf der Erde.

    9:17 Und Gott sprach zu Noach: Das ist das Zeichen des Bundes, den ich
    zwischen mir und allen Wesen aus Fleisch auf der Erde geschlossen
    habe.

    Noachs Fluch und Segen: 9,18-29

    9:18 Die Söhne Noachs, die aus der Arche gekommen waren, sind Sem, Ham
    und Jafet. Ham ist der Vater Kanaans.

    9:19 Diese drei sind die Söhne Noachs; von ihnen stammen alle Völker der
    Erde ab.

    9:20 Noach wurde der erste Ackerbauer und pflanzte einen Weinberg.

    9:21 Er trank von dem Wein, wurde davon betrunken und lag entblößt in
    seinem Zelt.

    9:22 Ham, der Vater Kanaans, sah die Blöße seines Vaters und erzählte
    davon draußen seinen Brüdern.

    9:23 Da nahmen Sem und Jafet einen Überwurf; den legten sich beide auf
    die Schultern, gingen rückwärts und bedeckten die Blöße ihres
    Vaters. Sie hatten ihr Gesicht abgewandt und konnten die Blöße des
    Vaters nicht sehen.

    9:24 Als Noach aus seinem Rausch erwachte und erfuhr, was ihm sein
    zweiter Sohn angetan hatte,

    9:25 sagte er: Verflucht sei Kanaan. Der niedrigste Knecht sei er seinen
    Brüdern.

    9:26 Und weiter sagte er: Gepriesen sei der Herr, der Gott Sems, Kanaan
    aber sei sein Knecht.

    9:27 Raum schaffe Gott für Jafet. In Sems Zelten wohne er, Kanaan aber
    sei sein Knecht.
    Wortspiel mit dem Namen Jafet und dem ähnlich klingenden Zeitwort
    ®er schaffe Raum¯ (jaft).

    9:28 Noach lebte nach der Flut noch dreihundertfünfzig Jahre.

    9:29 Die gesamte Lebenszeit Noachs betrug neunhundertfünfzig Jahre, dann
    starb er.

    Die Nachkommen Noachs - Völkertafel: 10,1-32

    10:1 Das ist die Geschlechterfolge nach den Söhnen Noachs, Sem, Ham und
    Jafet. Ihnen wurden nach der Flut Söhne geboren.

    10:2 Die Söhne Jafets sind Gomer, Magog, Madai, Jawan, Tubal, Meschech
    und Tiras.

    10:3 Die Söhne Gomers sind Aschkenas, Rifat und Togarma.

    10:4 Die Söhne Jawans sind Elischa, Tarschisch, die Kittäer und die
    Rodaniter.
    In H steht Dodaniter; wahrscheinlich ist aber Rodaniter zu lesen
    wie in 1 Chr 1,7. Die hebräischen Buchstaben d und r sind einander
    sehr ähnlich und konnten leicht verwechselt werden.

    10:5 Von ihnen zweigten sich die Inselvölker in ihren verschiedenen
    Ländern ab, jedes nach seiner Sprache und seinen Sippenverbänden in
    ihren Völkerschaften.

    10:6 Die Söhne Hams sind Kusch, Ägypten, Put und Kanaan.
    Eine Eigenart solcher alter Listen ist es, daß darin Städte und
    Länder wie Personen angeführt werden. Nach hebräischer Denkweise
    haben auch Städte und Länder einen Stammvater (vgl. die Anmerkung zu
    4,17).

    10:7 Die Söhne von Kusch sind Seba, Hawila, Sabta, Ragma und Sabtecha,
    und die Söhne Ragmas sind Saba und Dedan.

    10:8 Kusch zeugte Nimrod; dieser wurde der erste Held auf der Erde.

    10:9 Er war ein tüchtiger Jäger vor dem Herrn. Deshalb pflegt man zu
    sagen: Ein tüchtiger Jäger vor dem Herrn wie Nimrod.

    10:10 Kerngebiet seines Reiches war Babel, Erech, Akkad und Kalne im Land
    Schinar.

    10:11 Von diesem Land zog er nach Assur aus und erbaute Ninive,
    Rehobot-Ir, Kelach

    10:12 sowie Resen, zwischen Ninive und Kelach, das ist die große Stadt.

    10:13 Ägypten zeugte die Luditer, die Anamiter, die Lehabiter, die
    Naftuhiter,

    10:14 die Patrositer und die Kasluhiter, von denen die Philister
    abstammen, ferner die Kaftoriter.

    10:15 Kanaan zeugte Sidon, seinen Erstgeborenen, und Het,

    10:16 ferner die Jebusiter, die Amoriter, die Girgaschiter,

    10:17 die Hiwiter, die Arkiter, die Siniter,

    10:18 die Arwaditer, die Zemariter und die Hamatiter. Später spalteten
    sich die Sippenverbände der Kanaaniter.

    10:19 Das Gebiet der Kanaaniter reichte von Sidon, wenn man über Gerar
    kommt, bis Gaza, wenn man über Sodom, Gomorra, Adma und Zebojim
    kommt, bis Lescha.

    10:20 Das waren die Söhne Hams nach ihren Sippenverbänden, nach ihren
    Sprachen in ihren Ländern und Völkerschaften.

    10:21 Auch Sem wurden Kinder geboren. Er ist der Stammvater aller Söhne
    Ebers, der ältere Bruder Jafets.
    Die ®Söhne Ebers¯ sind die Hebräer (hebr.: ibr¡m).

    10:22 Die Söhne Sems sind Elam, Assur, Arpachschad, Lud und Aram.

    10:23 Die Söhne Arams sind Uz, Hul, Geter und Masch.

    10:24 Arpachschad zeugte Schelach, Schelach zeugte Eber.

    10:25 Dem Eber wurden zwei Söhne geboren; der eine hieß Peleg (Teilung),
    denn zu seiner Zeit wurde das Land geteilt, und sein Bruder hieß
    Joktan.

    10:26 Joktan zeugte Almodad, Schelef, Hazarmawet, Jerach,

    10:27 Hadoram, Usal, Dikla,

    10:28 Obal, Abima‰l, Scheba,

    10:29 Ofir, Hawila und Jobab. Das alles sind Söhne Joktans.

    10:30 Ihr Siedlungsgebiet reichte von Mescha, wenn man über Sefar kommt,
    bis ans Ostgebirge.

    10:31 Das waren die Söhne Sems nach ihren Sippenverbänden, nach ihren
    Sprachen in ihren Ländern, nach ihren Völkern.

    10:32 Das waren die Sippenverbände der Söhne Noachs nach ihrer
    Geschlechterfolge in ihren Völkern. Von ihnen zweigten sich nach der
    Flut die Völker der Erde ab.

    Der Turmbau zu Babel: 11,1-9

    11:1 Alle Menschen hatten die gleiche Sprache und gebrauchten die
    gleichen Worte.
    11,1-9: An der alten Tradition von Babel als dem Schauplatz der
    Sprachverwirrung zeigt der Erzähler, daß hohe Zivilisation ohne
    Bindung an Gott die Menschen nicht eint und innerlich einander näher
    bringt, sondern sie entzweit, so daß sie sich gegenseitig nicht mehr
    verstehen.

    11:2 Als sie von Osten aufbrachen, fanden sie eine Ebene im Land Schinar
    und siedelten sich dort an.

    11:3 Sie sagten zueinander: Auf, formen wir Lehmziegel, und brennen wir
    sie zu Backsteinen. So dienten ihnen gebrannte Ziegel als Steine und
    Erdpech als Mörtel.

    11:4 Dann sagten sie: Auf, bauen wir uns eine Stadt und einen Turm mit
    einer Spitze bis zum Himmel, und machen wir uns damit einen Namen,
    dann werden wir uns nicht über die ganze Erde zerstreuen.

    11:5 Da stieg der Herr herab, um sich Stadt und Turm anzusehen, die die
    Menschenkinder bauten.

    11:6 Er sprach: Seht nur, ein Volk sind sie, und eine Sprache haben sie
    alle. Und das ist erst der Anfang ihres Tuns. Jetzt wird ihnen
    nichts mehr unerreichbar sein, was sie sich auch vornehmen.

    11:7 Auf, steigen wir hinab, und verwirren wir dort ihre Sprache, so daß
    keiner mehr die Sprache des anderen versteht.

    11:8 Der Herr zerstreute sie von dort aus über die ganze Erde, und sie
    hörten auf, an der Stadt zu bauen.

    11:9 Darum nannte man die Stadt Babel (Wirrsal), denn dort hat der Herr
    die Sprache aller Welt verwirrt, und von dort aus hat er die
    Menschen über die ganze Erde zerstreut.

    Die Erzväter: 11,10 - 36,43
    Die Vorfahren Abrahams: 11,10-32

    11:10 Das ist die Geschlechterfolge nach Sem: Sem zeugte im Alter von
    hundert Jahren Arpachschad, zwei Jahre nach der Flut.

    11:11 Nach der Geburt Arpachschads lebte Sem noch fünfhundert Jahre und
    zeugte Söhne und Töchter.

    11:12 Arpachschad zeugte mit fünfunddreißig Jahren Schelach.

    11:13 Nach der Geburt Schelachs lebte Arpachschad noch vierhundertdrei
    Jahre und zeugte Söhne und Töchter.

    11:14 Schelach zeugte mit dreißig Jahren Eber.

    11:15 Nach der Geburt Ebers lebte Schelach noch vierhundertdrei Jahre und
    zeugte Söhne und Töchter.

    11:16 Eber war vierunddreißig Jahre alt, da zeugte er Peleg.

    11:17 Nach der Geburt Pelegs lebte Eber noch vierhundertdreißig Jahre und
    zeugte Söhne und Töchter.

    11:18 Peleg war dreißig Jahre alt, da zeugte er Regu.

    11:19 Nach der Geburt Regus lebte Peleg noch zweihundertneun Jahre und
    zeugte Söhne und Töchter.

    11:20 Regu war zweiunddreißig Jahre alt, da zeugte er Serug.

    11:21 Nach der Geburt Serugs lebte Regu noch zweihundertsieben Jahre und
    zeugte Söhne und Töchter.

    11:22 Serug war dreißig Jahre alt, da zeugte er Nahor.

    11:23 Nach der Geburt Nahors lebte Serug noch zweihundert Jahre und zeugte
    Söhne und Töchter.

    11:24 Nahor war neunundzwanzig Jahre alt, da zeugte er Terach.

    11:25 Nach der Geburt Terachs lebte Nahor noch hundertneunzehn Jahre und
    zeugte Söhne und Töchter.

    11:26 Terach war siebzig Jahre alt, da zeugte er Abram, Nahor und Haran.

    11:27 Das ist die Geschlechterfolge nach Terach: Terach zeugte Abram,
    Nahor und Haran; Haran zeugte Lot.

    11:28 Dann starb Haran, noch vor seinem Vater Terach, in seiner Heimat Ur
    in Chaldäa.

    11:29 Abram und Nahor nahmen sich Frauen; die Frau Abrams hieß Sarai, und
    die Frau Nahors hieß Milka; sie war die Tochter Harans, des Vaters
    der Milka und der Jiska.

    11:30 Sarai war unfruchtbar, sie hatte keine Kinder.

    11:31 Terach nahm seinen Sohn Abram, seinen Enkel Lot, den Sohn Harans,
    und seine Schwiegertochter Sarai, die Frau seines Sohnes Abram, und
    sie wanderten miteinander aus Ur in Chaldäa aus, um in das Land
    Kanaan zu ziehen. Als sie aber nach Haran kamen, siedelten sie sich
    dort an.

    11:32 Die Lebenszeit Terachs betrug zweihundertfünf Jahre, dann starb
    Terach in Haran.

    Abrahams Berufung und Wanderung nach Kanaan: 12,1-9

    12:1 Der Herr sprach zu Abram: Zieh weg aus deinem Land, von deiner
    Verwandtschaft und aus deinem Vaterhaus in das Land, das ich dir
    zeigen werde.
    1-3: In der Berufung Abrahams und der Segenszusage an ihn setzt
    Gott dem seit der ersten Sünde anwachsenden Fluch den Segen entgegen
    Wie der Fluch sich auf die ganze Menschheit auswirkte, so soll nun
    der Segen die ganze Menschheit erreichen. Zum Mittler des Segens wir
    Abraham erwählt.

    12:2 Ich werde dich zu einem großen Volk machen, dich segnen und deinen
    Namen groß machen. Ein Segen sollst du sein.

    12:3 Ich will segnen, die dich segnen; wer dich verwünscht, den will ich
    verfluchen. Durch dich sollen alle Geschlechter der Erde Segen
    erlangen.
    18,18; 22,18; 26,4; 28,14; Sir 44,21; Gal 3,6-18
    Jemand segnen bedeutet hier soviel wie jemand Gutes wünschen, ihm
    Wohlwollen bezeigen, mit ihm Gemeinschaft pflegen; mit dem
    Verwünschen oder Verfluchen ist zum Ausdruck gebracht, daß man mit
    dem Betreffenden nichts zu tun haben will, daß man keine Gemeinschaft
    mit ihm wünscht.

    12:4 Da zog Abram weg, wie der Herr ihm gesagt hatte, und mit ihm ging
    auch Lot. Abram war fünfundsiebzig Jahre alt, als er aus Haran
    fortzog.

    12:5 Abram nahm seine Frau Sarai mit, seinen Neffen Lot und alle ihre
    Habe, die sie erworben hatten, und die Knechte und Mägde, die sie in
    Haran gewonnen hatten. Sie wanderten nach Kanaan aus und kamen dort
    an.

    12:6 Abram zog durch das Land bis zur Stätte von Sichem, bis zur
    Orakeleiche. Die Kanaaniter waren damals im Land.

    12:7 Der Herr erschien Abram und sprach: Deinen Nachkommen gebe ich
    dieses Land. Dort baute er dem Herrn, der ihm erschienen war, einen
    Altar.

    12:8 Von da brach er auf zum Bergland östlich von Bet-El und schlug sein
    Zelt so auf, daß er Bet-El im Westen und Ai im Osten hatte. Dort
    baute er dem Herrn einen Altar und rief den Namen des Herrn an.

    12:9 Dann zog Abram immer weiter, dem Negeb zu.

    Abraham und Sara in Ägypten: 12,10-20

    12:10 Als über das Land eine Hungersnot kam, zog Abram nach Ägypten hinab,
    um dort zu bleiben; denn die Hungersnot lastete schwer auf dem Land.

    12:11 Als er sich Ägypten näherte, sagte er zu seiner Frau Sarai: Ich
    weiß, du bist eine schöne Frau.

    12:12 Wenn dich die Ägypter sehen, werden sie sagen: Das ist seine Frau!,
    und sie werden mich erschlagen, dich aber am Leben lassen.

    12:13 Sag doch, du seiest meine Schwester, damit es mir deinetwegen gut
    geht und ich um deinetwillen am Leben bleibe.

    12:14 Als Abram nach Ägypten kam, sahen die Ägypter, daß die Frau sehr
    schön war.

    12:15 Die Beamten des Pharao sahen sie und rühmten sie vor dem Pharao. Da
    holte man die Frau in den Palast des Pharao.

    12:16 Er behandelte Abram ihretwegen gut: Abram bekam Schafe und Ziegen,
    Rinder und Esel, Knechte und Mägde, Eselinnen und Kamele.

    12:17 Als aber der Herr wegen Sarai, der Frau Abrams, den Pharao und sein
    Haus mit schweren Plagen schlug,

    12:18 ließ der Pharao Abram rufen und sagte: Was hast du mir da angetan?
    Warum hast du mir nicht gesagt, daß sie deine Frau ist?

    12:19 Warum hast du behauptet, sie sei deine Schwester, so daß ich sie mir
    zur Frau nahm? Nun, da hast du deine Frau wieder, nimm sie, und geh!

    12:20 Dann ordnete der Pharao seinetwegen Leute ab, die ihn, seine Frau
    und alles, was ihm gehörte, fortgeleiten sollten.

    Abraham und Lot: 13,1-13

    13:1 Von Ägypten zog Abram in den Negeb hinauf, er und seine Frau mit
    allem, was ihm gehörte, und mit ihm auch Lot.

    13:2 Abram hatte einen sehr ansehnlichen Besitz an Vieh, Silber und Gold.

    13:3 Er wanderte von einem Lagerplatz zum andern weiter, vom Negeb bis
    nach Bet-El, bis zu dem Ort, an dem anfangs sein Zelt gestanden
    hatte, zwischen Bet-El und Ai,
    12,8

    13:4 dem Ort, wo er früher den Altar erbaut hatte. Dort rief Abram den
    Namen des Herrn an.

    13:5 Auch Lot, der mit Abram gezogen war, besaß Schafe und Ziegen, Rinder
    und Zelte.

    13:6 Das Land war aber zu klein, als daß sich beide nebeneinander hätten
    ansiedeln können; denn ihr Besitz war zu groß, und so konnten sie
    sich nicht miteinander niederlassen.

    13:7 Zwischen den Hirten Abrams und den Hirten Lots kam es zum Streit;
    auch siedelten damals noch die Kanaaniter und die Perisiter im Land.

    13:8 Da sagte Abram zu Lot: Zwischen mir und dir, zwischen meinen und
    deinen Hirten soll es keinen Streit geben; wir sind doch Brüder.

    13:9 Liegt nicht das ganze Land vor dir? Trenn dich also von mir! Wenn du
    nach links willst, gehe ich nach rechts; wenn du nach rechts willst,
    gehe ich nach links.

    13:10 Lot blickte auf und sah, daß die ganze Jordangegend bewässert war.
    Bevor der Herr Sodom und Gomorra vernichtete, war sie bis Zoar hin
    wie der Garten des Herrn, wie das Land Ägypten.

    13:11 Da wählte sich Lot die ganze Jordangegend aus. Lot brach nach Osten
    auf, und sie trennten sich voneinander.

    13:12 Abram ließ sich in Kanaan nieder, während Lot sich in den Städten
    jener Gegend niederließ und seine Zelte bis Sodom hin aufschlug.

    13:13 Die Leute von Sodom aber waren sehr böse und sündigten schwer gegen
    den Herrn.

    Gottes Verheißung an Abraham: 13,14-18

    13:14 Nachdem sich Lot von Abram getrennt hatte, sprach der Herr zu Abram:
    Blick auf und schau von der Stelle, an der du stehst, nach Norden
    und Süden, nach Osten und Westen.

    13:15 Das ganze Land nämlich, das du siehst, will ich dir und deinen
    Nachkommen für immer geben.
    (15f) 15,7.18-21; 17,8; 26,2-5; 28,1-4.13f; 35,12

    13:16 Ich mache deine Nachkommen zahlreich wie den Staub auf der Erde. Nur
    wer den Staub auf der Erde zählen kann, wird auch deine Nachkommen
    zählen können.

    13:17 Mach dich auf, durchzieh das Land in seiner Länge und Breite; denn
    dir werde ich es geben.

    13:18 Da zog Abram mit seinen Zelten weiter und ließ sich bei den Eichen
    von Mamre in Hebron nieder. Dort baute er dem Herrn einen Altar.

    Abraham und Melchisedek: 14,1-24

    14:1 Damals führten Amrafel, der König von Schinar, Arjoch, der König von
    Ellasar, Kedor-Laomer, der König von Elam, und Tidal, der König der
    Völker,

    14:2 Krieg gegen Bera, den König von Sodom, Birscha, den König von
    Gomorra, Schinab, den König von Adma, Schemeber, den König von
    Zebojim, und den König von Bela, das jetzt Zoar heißt.

    14:3 Sie alle zogen als Verbündete in das Siddimtal, das jetzt Salzmeer
    heißt.

    14:4 Zwölf Jahre waren sie Kedor-Laomer untertan gewesen, im dreizehnten
    Jahr fielen sie von ihm ab.

    14:5 Im vierzehnten Jahr kamen Kedor-Laomer und die mit ihm verbündeten
    Könige. Sie schlugen die Rafa‹ter in Aschterot-Karnajim, die Susiter
    in Ham, die Emiter in der Ebene von Kirjatajim

    14:6 und die Horiter in ihrem Gebirge Se‹r bis nach El-Paran, das am
    Rande der Wüste liegt.

    14:7 Auf dem Rückweg kamen sie nach En-Mischpat, das jetzt Kadesch heißt,
    und verwüsteten das ganze Gebiet der Amalekiter sowie das der
    Amoriter, die in Hazezon-Tamar wohnten.

    14:8 Der König von Sodom, der König von Gomorra, der König von Adma, der
    König von Zebojim und der König von Bela, das jetzt Zoar heißt,
    zogen aus und stellten sich ihnen im Siddimtal zum Kampf,

    14:9 nämlich Kedor-Laomer, dem König von Elam, Tidal, dem König der
    Völker, Amrafel, dem König von Schinar, und Arjoch, dem König von
    Ellasar: vier Könige gegen fünf.

    14:10 Das Siddimtal war voller Erdpechgruben; die Könige von Sodom und
    Gomorra mußten fliehen und fielen dort hinein, die übrigen flohen
    ins Gebirge.

    14:11 Die Feinde nahmen die ganze Habe von Sodom und Gomorra sowie alle
    ihre Vorräte mit und zogen ab.

    14:12 Als sie abzogen, nahmen sie auch Lot, den Neffen Abrams, und seine
    Habe mit; Lot wohnte damals in Sodom.

    14:13 Ein Flüchtling kam und berichtete es dem Hebräer Abram; Abram wohnte
    bei den Eichen des Amoriters Mamre, des Bruders Eschkols und Aners,
    die seine Bundesgenossen waren.

    14:14 Als Abram hörte, sein Bruder sei gefangen, musterte er seine
    ausgebildete Mannschaft, dreihundertachtzehn Mann, die alle in
    seinem Haus geboren waren, und nahm die Verfolgung auf bis nach Dan.
    ®Bruder¯ wird im Hebräischen auch für einen Verwandten (hier: den
    Neffen) gebraucht.

    14:15 In der Nacht verteilten sie sich, er und seine Knechte, um sie zu
    überfallen. Er schlug sie und verfolgte sie bis Hoba, nördlich von
    Damaskus.

    14:16 Er brachte die ganze Habe zurück, auch seinen Bruder Lot und dessen
    Besitz sowie die Frauen und die übrigen Leute.

    14:17 Als er nach dem Sieg über Kedor-Laomer und die mit ihm verbündeten
    Könige zurückkam, zog ihm der König von Sodom ins Schawetal
    entgegen, das jetzt Königstal heißt.

    14:18 Melchisedek, der König von Salem, brachte Brot und Wein heraus. Er
    war Priester des Höchsten Gottes.
    Ps 110,4; Hebr 5,6.10; 6,20; 7,1.10-17
    18-20: In der Begegnung Abrahams mit Melchisedek zeigt sich, daß
    der ®höchste Gott, der Schöpfer von Himmel und Erde¯, der in
    Jerusalem verehrt wird, derselbe ist wie der Gott Abrahams.

    14:19 Er segnete Abram und sagte: Gesegnet sei Abram vom Höchsten Gott,
    dem Schöpfer des Himmels und der Erde,

    14:20 und gepriesen sei der Höchste Gott, der deine Feinde an dich
    ausgeliefert hat. Darauf gab ihm Abram den Zehnten von allem.
    Hebr 7,2.4.8f

    14:21 Der König von Sodom sagte zu Abram: Gib mir die Leute zurück, die
    Habe behalte!

    14:22 Abram entgegnete dem König von Sodom: Ich erhebe meine Hand zum
    Herrn, dem Höchsten Gott, dem Schöpfer des Himmels und der Erde:

    14:23 Keinen Faden und keinen Schuhriemen, nichts von allem, was dir
    gehört, will ich behalten. Du sollst nicht behaupten können: Ich
    habe Abram reich gemacht.

    14:24 Nur was meine Leute verzehrt haben und was auf die Männer entfällt,
    die mit mir gezogen sind, auf Aner, Eschkol und Mamre, das sollen
    sie als ihren Anteil behalten.

    Gottes Bund mit Abraham: 15,1-21

    15:1 Nach diesen Ereignissen erging das Wort des Herrn in einer Vision an
    Abram: Fürchte dich nicht, Abram, ich bin dein Schild; dein Lohn
    wird sehr groß sein.

    15:2 Abram antwortete: Herr, mein Herr, was willst du mir schon geben?
    Ich gehe doch kinderlos dahin, und Erbe meines Hauses ist Eli‰ser
    aus Damaskus.
    Schluß des Verses in H unklar, daher Übersetzung unsicher.

    15:3 Und Abram sagte: Du hast mir ja keine Nachkommen gegeben; also wird
    mich mein Haussklave beerben.

    15:4 Da erging das Wort des Herrn an ihn: Nicht er wird dich beerben,
    sondern dein leiblicher Sohn wird dein Erbe sein.

    15:5 Er führte ihn hinaus und sprach: Sieh doch zum Himmel hinauf, und
    zähl die Sterne, wenn du sie zählen kannst. Und er sprach zu ihm: So
    zahlreich werden deine Nachkommen sein.
    13,16; 22,15-18; 26,4; 28,14

    15:6 Abram glaubte dem Herrn, und der Herr rechnete es ihm als
    Gerechtigkeit an.
    Röm 4,3.9.22; Gal 3,6; Jak 2,23

    15:7 Er sprach zu ihm: Ich bin der Herr, der dich aus Ur in Chaldäa
    herausgeführt hat, um dir dieses Land zu eigen zu geben.

    15:8 Da sagte Abram: Herr, mein Herr, woran soll ich erkennen, daß ich es
    zu eigen bekomme?

    15:9 Der Herr antwortete ihm: Hol mir ein dreijähriges Rind, eine
    dreijährige Ziege, einen dreijährigen Widder, eine Turteltaube und
    eine Haustaube!

    15:10 Abram brachte ihm alle diese Tiere, zerteilte sie und legte je eine
    Hälfte der andern gegenüber; die Vögel aber zerteilte er nicht.

    15:11 Da stießen Raubvögel auf die Fleischstücke herab, doch Abram
    verscheuchte sie.

    15:12 Bei Sonnenuntergang fiel auf Abram ein tiefer Schlaf; große,
    unheimliche Angst überfiel ihn.

    15:13 Gott sprach zu Abram: Du sollst wissen: Deine Nachkommen werden als
    Fremde in einem Land wohnen, das ihnen nicht gehört. Sie werden dort
    als Sklaven dienen, und man wird sie vierhundert Jahre lang hart
    behandeln.

    15:14 Aber auch über das Volk, dem sie als Sklaven dienen, werde ich
    Gericht halten, und nachher werden sie mit reicher Habe ausziehen.
    Ex 12,35f

    15:15 Du aber wirst in Frieden zu deinen Vätern heimgehen; in hohem Alter
    wirst du begraben werden.

    15:16 Erst die vierte Generation wird hierher zurückkehren; denn noch hat
    die Schuld der Amoriter nicht ihr volles Maß erreicht.

    15:17 Die Sonne war untergegangen, und es war dunkel geworden. Auf einmal
    waren ein rauchender Ofen und eine lodernde Fackel da; sie fuhren
    zwischen jenen Fleischstücken hindurch.

    15:18 An diesem Tag schloß der Herr mit Abram folgenden Bund: Deinen
    Nachkommen gebe ich dieses Land vom Grenzbach Ägyptens bis zum
    großen Strom Eufrat,
    13,15

    15:19 (das Land) der Keniter, der Kenasiter, der Kadmoniter,

    15:20 der Hetiter, der Perisiter, der Rafa‹ter,

    15:21 der Amoriter, der Kanaaniter, der Girgaschiter, der Hiwiter und der
    Jebusiter.
    Hiwiter: ergänzt nach einigen alten Übersetzungen.

    Ismaels Geburt: 16,1-16

    16:1 Sarai, Abrams Frau, hatte ihm keine Kinder geboren. Sie hatte aber
    eine ägyptische Magd namens Hagar.
    (1-16) 21,9-21

    16:2 Sarai sagte zu Abram: Der Herr hat mir Kinder versagt. Geh zu meiner
    Magd! Vielleicht komme ich durch sie zu einem Sohn. Abram hörte auf
    sie.
    Nach altorientalischem Recht konnte eine kinderlose Frau ihrem
    Mann die Sklavin überlassen. Die Kinder der Sklavin galten dann als
    legitime Kinder des Ehepaars. Sollte später die Frau wider Erwarten
    noch eigene Kinder bekommen, konnte der Vater die Kinder der Sklavin
    nach Übergabe von Geschenken fortschicken, er mußte aber die Sklavin
    dann freilassen (vgl. 21,1-21).

    16:3 Sarai, Abrams Frau, nahm also die Ägypterin Hagar, ihre Magd - zehn
    Jahre, nachdem sich Abram in Kanaan niedergelassen hatte -, und gab
    sie ihrem Mann Abram zur Frau.

    16:4 Er ging zu Hagar, und sie wurde schwanger. Als sie merkte, daß sie
    schwanger war, verlor die Herrin bei ihr an Achtung.

    16:5 Da sagte Sarai zu Abram: Das Unrecht, das ich erfahre, komme auf
    dich. Ich habe dir meine Magd überlassen. Kaum merkt sie, daß sie
    schwanger ist, so verliere ich schon an Achtung bei ihr. Der Herr
    entscheide zwischen mir und dir.

    16:6 Abram entgegnete Sarai: Hier ist deine Magd; sie ist in deiner Hand.
    Tu mit ihr, was du willst. Da behandelte Sarai sie so hart, daß ihr
    Hagar davonlief.

    16:7 Der Engel des Herrn fand Hagar an einer Quelle in der Wüste, an der
    Quelle auf dem Weg nach Schur.

    16:8 Er sprach: Hagar, Magd Sarais, woher kommst du, und wohin gehst du?
    Sie antwortete: Ich bin meiner Herrin Sarai davongelaufen.

    16:9 Da sprach der Engel des Herrn zu ihr: Geh zurück zu deiner Herrin,
    und ertrag ihre harte Behandlung!

    16:10 Der Engel des Herrn sprach zu ihr: Deine Nachkommen will ich so
    zahlreich machen, daß man sie nicht zählen kann.

    16:11 Weiter sprach der Engel des Herrn zu ihr: Du bist schwanger, du
    wirst einen Sohn gebären und ihn Ismael (Gott hört) nennen; denn der
    Herr hat auf dich gehört in deinem Leid.

    16:12 Er wird ein Mensch sein wie ein Wildesel. Seine Hand gegen alle, die
    Hände aller gegen ihn! Allen seinen Brüdern setzt er sich vors
    Gesicht.
    Der Vers deutet den unbändigen Freiheitsdrang der Wüstenstämme an.
    Die arabischen Beduinen betrachten sich noch heute als Nachkommen
    Ismaels.

    16:13 Da nannte sie den Herrn, der zu ihr gesprochen hatte: El-Ro‹ (Gott,
    der nach mir schaut). Sie sagte nämlich: Habe ich hier nicht nach
    dem geschaut, der nach mir schaut?
    13f: In H Wortspiel mit dem Namen des Brunnens.

    16:14 Darum nannte sie den Brunnen Beer-Lahai-Ro‹ (Brunnen des Lebendigen,
    der nach mir schaut). Er liegt zwischen Kadesch und Bered.

    16:15 Hagar gebar dem Abram einen Sohn, und Abram nannte den Sohn, den ihm
    Hagar gebar, Ismael.

    16:16 Abram war sechsundachtzig Jahre alt, als Hagar ihm Ismael gebar.

    Die Beschneidung als Bundeszeichen: 17,1-27

    17:1 Als Abram neunundneunzig Jahre alt war, erschien ihm der Herr und
    sprach zu ihm: Ich bin Gott, der Allmächtige. Geh deinen Weg vor
    mir, und sei rechtschaffen!

    17:2 Ich will einen Bund stiften zwischen mir und dir und dich sehr
    zahlreich machen.

    17:3 Abram fiel auf sein Gesicht nieder; Gott redete mit ihm und sprach:

    17:4 Das ist mein Bund mit dir: Du wirst Stammvater einer Menge von
    Völkern.

    17:5 Man wird dich nicht mehr Abram nennen. Abraham (Vater der Menge)
    wirst du heißen; denn zum Stammvater einer Menge von Völkern habe
    ich dich bestimmt.

    17:6 Ich mache dich sehr fruchtbar und lasse Völker aus dir entstehen;
    Könige werden von dir abstammen.

    17:7 Ich schließe meinen Bund zwischen mir und dir samt deinen
    Nachkommen, Generation um Generation, einen ewigen Bund: Dir und
    deinen Nachkommen werde ich Gott sein.

    17:8 Dir und deinen Nachkommen gebe ich ganz Kanaan, das Land, in dem du
    als Fremder weilst, für immer zu eigen, und ich will ihnen Gott
    sein.
    13,15; 15,18-21; 26,3-5; 28,3f; 35,12

    17:9 Und Gott sprach zu Abraham: Du aber halte meinen Bund, du und deine
    Nachkommen, Generation um Generation.

    17:10 Das ist mein Bund zwischen mir und euch samt deinen Nachkommen, den
    ihr halten sollt: Alles, was männlich ist unter euch, muß
    beschnitten werden.

    17:11 Am Fleisch eurer Vorhaut müßt ihr euch beschneiden lassen. Das soll
    geschehen zum Zeichen des Bundes zwischen mir und euch.

    17:12 Alle männlichen Kinder bei euch müssen, sobald sie acht Tage alt
    sind, beschnitten werden in jeder eurer Generationen, seien sie im
    Haus geboren oder um Geld von irgendeinem Fremden erworben, der
    nicht von dir abstammt.

    17:13 Beschnitten muß sein der in deinem Haus Geborene und der um Geld
    Erworbene. So soll mein Bund, dessen Zeichen ihr an eurem Fleisch
    tragt, ein ewiger Bund sein.

    17:14 Ein Unbeschnittener, eine männliche Person, die am Fleisch ihrer
    Vorhaut nicht beschnitten ist, soll aus ihrem Stammesverband
    ausgemerzt werden. Er hat meinen Bund gebrochen.

    17:15 Weiter sprach Gott zu Abraham: Deine Frau Sarai sollst du nicht mehr
    Sarai nennen, sondern Sara (Herrin) soll sie heißen.

    17:16 Ich will sie segnen und dir auch von ihr einen Sohn geben. Ich segne
    sie, so daß Völker aus ihr hervorgehen; Könige über Völker sollen
    ihr entstammen.
    18,10-14

    17:17 Da fiel Abraham auf sein Gesicht nieder und lachte. Er dachte:
    Können einem Hundertjährigen noch Kinder geboren werden, und kann
    Sara als Neunzigjährige noch gebären?
    Anspielung auf die Bedeutung des Namens Isaak, hebr.: jizch k (=
    er lacht; vgl. 18,12-15).

    17:18 Dann sagte Abraham zu Gott: Wenn nur Ismael vor dir am Leben bleibt!

    17:19 Gott entgegnete: Nein, deine Frau Sara wird dir einen Sohn gebären,
    und du sollst ihn Isaak nennen. Ich werde meinen Bund mit ihm
    schließen als einen ewigen Bund für seine Nachkommen.
    18,10; 21,1-8

    17:20 Auch was Ismael angeht, erhöre ich dich. Ja, ich segne ihn, ich
    lasse ihn fruchtbar und sehr zahlreich werden. Zwölf Fürsten wird er
    zeugen, und ich mache ihn zu einem großen Volk.

    17:21 Meinen Bund aber schließe ich mit Isaak, den dir Sara im nächsten
    Jahr um diese Zeit gebären wird.

    17:22 Als Gott das Gespräch beendet hatte, verließ er Abraham und fuhr zur
    Höhe auf.

    17:23 Abraham nahm nun seinen Sohn Ismael sowie alle in seinem Haus
    Geborenen und alle um Geld Erworbenen, alle männlichen Personen vom
    Haus Abraham, und beschnitt das Fleisch ihrer Vorhaut noch am selben
    Tag, wie Gott ihm befohlen hatte.

    17:24 Abraham war neunundneunzig Jahre alt, als er am Fleisch seiner
    Vorhaut beschnitten wurde,

    17:25 und sein Sohn Ismael war dreizehn Jahre alt, als er am Fleisch
    seiner Vorhaut beschnitten wurde.

    17:26 Am selben Tag wurden Abraham und sein Sohn Ismael beschnitten.

    17:27 Auch alle Männer seines Hauses, die im Haus Geborenen und die um
    Geld von Fremden Erworbenen, wurden mit ihm beschnitten.

    Gott zu Gast bei Abraham: 18,1-33

    18:1 Der Herr erschien Abraham bei den Eichen von Mamre. Abraham saß zur
    Zeit der Mittagshitze am Zelteingang.

    18:2 Er blickte auf und sah vor sich drei Männer stehen. Als er sie sah,
    lief er ihnen vom Zelteingang aus entgegen, warf sich zur Erde
    nieder

    18:3 und sagte: Mein Herr, wenn ich dein Wohlwollen gefunden habe, geh
    doch an deinem Knecht nicht vorbei!

    18:4 Man wird etwas Wasser holen; dann könnt ihr euch die Füße waschen
    und euch unter dem Baum ausruhen.

    18:5 Ich will einen Bissen Brot holen, und ihr könnt dann nach einer
    kleinen Stärkung weitergehen; denn deshalb seid ihr doch bei eurem
    Knecht vorbeigekommen. Sie erwiderten: Tu, wie du gesagt hast.

    18:6 Da lief Abraham eiligst ins Zelt zu Sara und rief: Schnell drei Sea
    feines Mehl! Rühr es an, und backe Brotfladen!

    18:7 Er lief weiter zum Vieh, nahm ein zartes, prächtiges Kalb und
    übergab es dem Jungknecht, der es schnell zubereitete.

    18:8 Dann nahm Abraham Butter, Milch und das Kalb, das er hatte
    zubereiten lassen, und setzte es ihnen vor. Er wartete ihnen unter
    dem Baum auf, während sie aßen.

    18:9 Sie fragten ihn: Wo ist deine Frau Sara? Dort im Zelt, sagte er.

    18:10 Da sprach der Herr: In einem Jahr komme ich wieder zu dir, dann wird
    deine Frau Sara einen Sohn haben. Sara hörte am Zelteingang hinter
    seinem Rücken zu.
    17,15-21; 21,1-8

    18:11 Abraham und Sara waren schon alt; sie waren in die Jahre gekommen.
    Sara erging es längst nicht mehr, wie es Frauen zu ergehen pflegt.

    18:12 Sara lachte daher still in sich hinein und dachte: Ich bin doch
    schon alt und verbraucht und soll noch das Glück der Liebe erfahren?
    Auch ist mein Herr doch schon ein alter Mann!
    12-15: Die Erzählung vom Lachen Saras ist wieder Anspielung auf
    den Namen Isaak (vgl. 17,17).

    18:13 Da sprach der Herr zu Abraham: Warum lacht Sara und sagt: Soll ich
    wirklich noch Kinder bekommen, obwohl ich so alt bin?

    18:14 Ist beim Herrn etwas unmöglich? Nächstes Jahr um diese Zeit werde
    ich wieder zu dir kommen; dann wird Sara einen Sohn haben.

    18:15 Sara leugnete: Ich habe nicht gelacht. Sie hatte nämlich Angst. Er
    aber sagte: Doch, du hast gelacht.

    18:16 Die Männer erhoben sich von ihrem Platz und schauten gegen Sodom.
    Abraham wollte mitgehen, um sie zu verabschieden.

    18:17 Da sagte sich der Herr: Soll ich Abraham verheimlichen, was ich
    vorhabe?

    18:18 Abraham soll doch zu einem großen, mächtigen Volk werden, durch ihn
    sollen alle Völker der Erde Segen erlangen.
    12,2f; 22,17f; 26,4; 28,14

    18:19 Denn ich habe ihn dazu auserwählt, daß er seinen Söhnen und seinem
    Haus nach ihm aufträgt, den Weg des Herrn einzuhalten und zu tun,
    was gut und recht ist, damit der Herr seine Zusagen an Abraham
    erfüllen kann.

    18:20 Der Herr sprach also: Das Klagegeschrei über Sodom und Gomorra, ja,
    das ist laut geworden, und ihre Sünde, ja, die ist schwer.

    18:21 Ich will hinabgehen und sehen, ob ihr Tun wirklich dem Klagegeschrei
    entspricht, das zu mir gedrungen ist. Ich will es wissen.

    18:22 Die Männer wandten sich von dort ab und gingen auf Sodom zu. Abraham
    aber stand noch immer vor dem Herrn.

    18:23 Er trat näher und sagte: Willst du auch den Gerechten mit den
    Ruchlosen wegraffen?

    18:24 Vielleicht gibt es fünfzig Gerechte in der Stadt: Willst du auch sie
    wegraffen und nicht doch dem Ort vergeben wegen der fünfzig
    Gerechten dort?

    18:25 Das kannst du doch nicht tun, die Gerechten zusammen mit den
    Ruchlosen umbringen. Dann ginge es ja dem Gerechten genauso wie dem
    Ruchlosen. Das kannst du doch nicht tun. Sollte sich der Richter
    über die ganze Erde nicht an das Recht halten?

    18:26 Da sprach der Herr: Wenn ich in Sodom, in der Stadt, fünfzig
    Gerechte finde, werde ich ihretwegen dem ganzen Ort vergeben.

    18:27 Abraham antwortete und sprach: Ich habe es nun einmal unternommen,
    mit meinem Herrn zu reden, obwohl ich Staub und Asche bin.

    18:28 Vielleicht fehlen an den fünfzig Gerechten fünf. Wirst du wegen der
    fünf die ganze Stadt vernichten? Nein, sagte er, ich werde sie nicht
    vernichten, wenn ich dort fünfundvierzig finde.

    18:29 Er fuhr fort, zu ihm zu reden: Vielleicht finden sich dort nur
    vierzig. Da sprach er: Ich werde es der vierzig wegen nicht tun.

    18:30 Und weiter sagte er: Mein Herr zürne nicht, wenn ich weiterrede.
    Vielleicht finden sich dort nur dreißig. Er entgegnete: Ich werde es
    nicht tun, wenn ich dort dreißig finde.

    18:31 Darauf sagte er: Ich habe es nun einmal unternommen, mit meinem
    Herrn zu reden. Vielleicht finden sich dort nur zwanzig. Er
    antwortete: Ich werde sie um der zwanzig willen nicht vernichten.

    18:32 Und nochmals sagte er: Mein Herr zürne nicht, wenn ich nur noch
    einmal das Wort ergreife. Vielleicht finden sich dort nur zehn. Und
    wiederum sprach er: Ich werde sie um der zehn willen nicht
    vernichten.

    18:33 Nachdem der Herr das Gespräch mit Abraham beendet hatte, ging er
    weg, und Abraham kehrte heim.

    Das Gericht über Sodom und die Rettung Lots: 19,1-29

    19:1 Die beiden Engel kamen am Abend nach Sodom. Lot saß im Stadttor von
    Sodom. Als er sie sah, erhob er sich, trat auf sie zu, warf sich mit
    dem Gesicht zur Erde nieder

    19:2 und sagte: Meine Herren, kehrt doch im Haus eures Knechtes ein,
    bleibt über Nacht, und wascht euch die Füße! Am Morgen könnt ihr
    euren Weg fortsetzen. Nein, sagten sie, wir wollen im Freien
    übernachten.

    19:3 Er redete ihnen aber so lange zu, bis sie mitgingen und bei ihm
    einkehrten. Er bereitete ihnen ein Mahl, ließ ungesäuerte Brote
    backen, und sie aßen.

    19:4 Sie waren noch nicht schlafen gegangen, da umstellten die Einwohner
    der Stadt das Haus, die Männer von Sodom, jung und alt, alles Volk
    von weit und breit.

    19:5 Sie riefen nach Lot und fragten ihn: Wo sind die Männer, die heute
    abend zu dir gekommen sind? Heraus mit ihnen, wir wollen mit ihnen
    verkehren.

    19:6 Da ging Lot zu ihnen hinaus vor die Tür, schloß sie hinter sich zu

    19:7 und sagte: Aber meine Brüder, begeht doch nicht ein solches
    Verbrechen!

    19:8 Seht, ich habe zwei Töchter, die noch keinen Mann erkannt haben. Ich
    will sie euch herausbringen. Dann tut mit ihnen, was euch gefällt.
    Nur jenen Männern tut nichts an; denn deshalb sind sie ja unter den
    Schutz meines Daches getreten.
    Das Gastrecht ist im Alten Orient so heilig, daß Lot notgedrungen
    lieber die Preisgabe seiner Töchter wählt, als daß er seine Gäste
    preisgibt (vgl. Ri 19,24f).

    19:9 Sie aber schrien: Mach dich fort!, und sagten: Kommt da so ein
    einzelner Fremder daher und will sich als Richter aufspielen! Nun
    wollen wir es mit dir noch schlimmer treiben als mit ihnen. Sie
    setzten dem Mann, nämlich Lot, arg zu und waren schon dabei, die Tür
    aufzubrechen.

    19:10 Da streckten jene Männer die Hand aus, zogen Lot zu sich ins Haus
    und sperrten die Tür zu.

    19:11 Dann schlugen sie die Leute draußen vor dem Haus, groß und klein,
    mit Blindheit, so daß sie sich vergebens bemühten, den Eingang zu
    finden.

    19:12 Die Männer sagten dann zu Lot: Hast du hier noch einen
    Schwiegersohn, Söhne, Töchter oder sonst jemand in der Stadt? Bring
    sie weg von diesem Ort!

    19:13 Wir wollen nämlich diesen Ort vernichten; denn schwer ist die Klage,
    die über die Leute zum Herrn gedrungen ist. Der Herr hat uns
    geschickt, die Stadt zu vernichten.

    19:14 Da ging Lot hinaus, redete auf seine Schwiegersöhne ein, die seine
    Töchter heiraten wollten, und sagte: Macht euch auf, und verlaßt
    diesen Ort; denn der Herr will die Stadt vernichten. Aber seine
    Schwiegersöhne meinten, er mache nur Spaß.

    19:15 Als die Morgenröte aufstieg, drängten die Engel Lot zur Eile: Auf,
    nimm deine Frau und deine beiden Töchter, die hier sind, damit du
    nicht wegen der Schuld der Stadt hinweggerafft wirst.

    19:16 Da er noch zögerte, faßten die Männer ihn, seine Frau und seine
    beiden Töchter an der Hand, weil der Herr mit ihm Mitleid hatte,
    führten ihn hinaus und ließen ihn erst draußen vor der Stadt los.

    19:17 Während er sie hinaus ins Freie führte, sagte er: Bring dich in
    Sicherheit, es geht um dein Leben. Sieh dich nicht um, und bleib in
    der ganzen Gegend nicht stehen! Rette dich ins Gebirge, sonst wirst
    du auch weggerafft.
    Wechsel von Einzahl und Mehrzahl, weil hier zwei Erzählungen
    miteinander verzahnt sind: eine, die von Gott allein, eine andere,
    die von drei übermenschlichen Wesen sprach.

    19:18 Lot aber sagte zu ihnen: Nein, mein Herr,

    19:19 dein Knecht hat doch dein Wohlwollen gefunden. Du hast mir große
    Gunst erwiesen und mich am Leben gelassen. Ich kann aber nicht ins
    Gebirge fliehen, sonst läßt mich das Unglück nicht mehr los, und ich
    muß sterben.

    19:20 Da, die Stadt in der Nähe, dorthin könnte man fliehen. Sie ist doch
    klein; dorthin will ich mich retten. Ist sie nicht klein? So könnte
    ich am Leben bleiben.

    19:21 Er antwortete ihm: Gut, auch das will ich dir gewähren und die
    Stadt, von der du sprichst, nicht zerstören.

    19:22 Schnell flieh dorthin; denn ich kann nichts unternehmen, bevor du
    dort angekommen bist. Deshalb nannte er die Stadt Zoar (Kleine).

    19:23 Als die Sonne über dem Land aufgegangen und Lot in Zoar angekommen
    war,

    19:24 ließ der Herr auf Sodom und Gomorra Schwefel und Feuer regnen, vom
    Herrn, vom Himmel herab.

    19:25 Er vernichtete von Grund auf jene Städte und die ganze Gegend, auch
    alle Einwohner der Städte und alles, was auf den Feldern wuchs.

    19:26 Als Lots Frau zurückblickte, wurde sie zu einer Salzsäule.

    19:27 Am frühen Morgen begab sich Abraham an den Ort, an dem er dem Herrn
    gegenübergestanden hatte.

    19:28 Er schaute gegen Sodom und Gomorra und auf das ganze Gebiet im
    Umkreis und sah: Qualm stieg von der Erde auf wie der Qualm aus
    einem Schmelzofen.

    19:29 Als Gott die Städte der Gegend vernichtete, dachte er an Abraham und
    ließ Lot mitten aus der Zerstörung fortgeleiten, während er die
    Städte, in denen Lot gewohnt hatte, von Grund auf zerstörte.

    Die Stammväter der Moabiter und Ammoniter: 19,30-38

    19:30 Lot zog von Zoar weiter hinauf und ließ sich mit seinen beiden
    Töchtern im Gebirge nieder. Er fürchtete sich nämlich, in Zoar zu
    bleiben, und wollte lieber mit seinen beiden Töchtern in einer Höhle
    wohnen.

    19:31 Eines Tages sagte die Ältere zur Jüngeren: Unser Vater wird alt, und
    einen Mann, der mit uns verkehrt, wie es in aller Welt üblich ist,
    gibt es nicht.

    19:32 Komm, geben wir unserem Vater Wein zu trinken und legen wir uns zu
    ihm, damit wir von unserem Vater Kinder bekommen.

    19:33 Sie gaben also ihrem Vater am Abend Wein zu trinken; dann kam die
    Ältere und legte sich zu ihrem Vater. Er merkte nicht, wie sie sich
    hinlegte und wie sie aufstand.

    19:34 Am anderen Tag sagte die Ältere zur Jüngeren: Ich habe gestern bei
    meinem Vater gelegen. Geben wir ihm auch heute abend Wein zu
    trinken, dann geh und leg du dich zu ihm. So werden wir von unserem
    Vater Kinder bekommen.

    19:35 Sie gaben ihrem Vater also auch an jenem Abend Wein zu trinken; dann
    legte sich die Jüngere zu ihm. Er merkte nicht, wie sie sich
    hinlegte und wie sie aufstand.

    19:36 Beide Töchter Lots wurden von ihrem Vater schwanger.

    19:37 Die Ältere gebar einen Sohn und nannte ihn Moab. Er gilt als
    Stammvater der Moabiter bis heute.

    19:38 Auch die Jüngere gebar einen Sohn und nannte ihn Ben-Ammi. Er gilt
    als Stammvater der Ammoniter bis heute.

    Abraham in Gerar: 20,1-18

    20:1 Abraham brach von dort auf und zog in den Negeb. Er ließ sich
    zwischen Kadesch und Schur nieder und hielt sich in Gerar als
    Fremder auf.
    (1-18) 12,10-20; 26,1-11

    20:2 Abraham behauptete von Sara, seiner Frau: Sie ist meine Schwester.
    Da schickte Abimelech, der König von Gerar, hin und ließ Sara holen.

    20:3 Nachts kam Gott zu Abimelech und sprach zu ihm im Traum: Du mußt
    sterben wegen der Frau, die du dir genommen hast; sie ist
    verheiratet.

    20:4 Abimelech aber war ihr noch nicht nahegekommen. Mein Herr, sagte er,
    willst du denn auch unschuldige Leute umbringen?

    20:5 Hat er mir nicht gesagt, sie sei seine Schwester? Auch sie selbst
    hat behauptet, er sei ihr Bruder. Mit arglosem Herzen und mit reinen
    Händen habe ich das getan.

    20:6 Da sprach Gott zu ihm im Traum: Auch ich weiß, daß du es mit
    arglosem Herzen getan hast. Ich habe dich ja auch daran gehindert,
    dich gegen mich zu verfehlen. Darum habe ich nicht zugelassen, daß
    du sie anrührst.

    20:7 Jetzt aber gib die Frau dem Mann zurück; denn er ist ein Prophet. Er
    wird für dich eintreten, daß du am Leben bleibst. Gibst du sie aber
    nicht zurück, dann sollst du wissen: Du mußt sterben, du und alles,
    was dir gehört.

    20:8 Am Morgen stand Abimelech auf, ließ alle seine Untergebenen rufen
    und erzählte ihnen alles, was vorgefallen war. Da gerieten die
    Männer in große Furcht.

    20:9 Nun ließ Abimelech Abraham rufen und stellte ihn zur Rede: Was hast
    du uns angetan? Womit habe ich denn gegen dich gefehlt, daß du über
    mich und mein Reich eine so große Sünde bringst? Du hast mir etwas
    angetan, was man nicht tun darf.

    20:10 Und Abimelech fragte Abraham: Was hattest du vor, als du das tatest?

    20:11 Abraham entgegnete: Ich sagte mir: Vielleicht gibt es keine
    Gottesfurcht an diesem Ort, und man wird mich wegen meiner Frau
    umbringen.

    20:12 Übrigens ist sie wirklich meine Schwester, eine Tochter meines
    Vaters, nur nicht eine Tochter meiner Mutter; so konnte sie meine
    Frau werden.

    20:13 Als mich aber Gott aus dem Haus meines Vaters ins Ungewisse ziehen
    hieß, schlug ich ihr vor: Tu mir den Gefallen und sag von mir
    überall, wohin wir kommen: Er ist mein Bruder.

    20:14 Darauf nahm Abimelech Schafe, Ziegen und Rinder, Knechte und Mägde
    und schenkte sie Abraham. Auch gab er ihm seine Frau Sara zurück;

    20:15 dabei sagte Abimelech: Hier, mein Land steht dir offen. Wo es dir
    beliebt, da laß dich nieder!

    20:16 Zu Sara aber sagte er: Da, ich gebe deinem Bruder tausend
    Silberstücke. Das soll allen Leuten in deiner Umgebung die Augen
    zudecken, und vor allen erfährst du Genugtuung.

    20:17 Abraham trat für ihn bei Gott ein; da heilte Gott Abimelech, auch
    seine Frau und seine Dienerinnen, so daß sie wieder gebären konnten.

    20:18 Denn der Herr hatte im Haus Abimelech jeden Mutterschoß verschlossen
    wegen Sara, der Frau Abrahams.

    Isaaks Geburt: 21,1-8

    21:1 Der Herr nahm sich Saras an, wie er gesagt hatte, und er tat Sara
    so, wie er versprochen hatte.
    17,15-22; 18,10-15

    21:2 Sara wurde schwanger und gebar dem Abraham noch in seinem Alter
    einen Sohn zu der Zeit, die Gott angegeben hatte.

    21:3 Abraham nannte den Sohn, den ihm Sara gebar, Isaak.

    21:4 Als sein Sohn Isaak acht Tage alt war, beschnitt ihn Abraham, wie
    Gott ihm befohlen hatte.

    21:5 Abraham war hundert Jahre alt, als sein Sohn Isaak zur Welt kam.

    21:6 Sara aber sagte: Gott ließ mich lachen; jeder, der davon hört, wird
    mit mir lachen.
    Wieder Wortspiel mit der Bedeutung des Namens Isaak (vgl. 17,17
    und 18,12-15).

    21:7 Wer, sagte sie, hätte Abraham zu sagen gewagt, Sara werde noch
    Kinder stillen? Und nun habe ich ihm noch in seinem Alter einen Sohn
    geboren.

    21:8 Das Kind wuchs heran und wurde entwöhnt. Als Isaak entwöhnt wurde,
    veranstaltete Abraham ein großes Festmahl.

    Hagar und Ismael: 21,9-21

    21:9 Eines Tages beobachtete Sara, wie der Sohn, den die Ägypterin Hagar
    Abraham geboren hatte, umhertollte.
    (9-21) 16,1-16
    9-21: Vgl. die Anmerkung zu 16,2.

    21:10 Da sagte sie zu Abraham: Verstoß diese Magd und ihren Sohn! Denn der
    Sohn dieser Magd soll nicht zusammen mit meinem Sohn Isaak Erbe
    sein.

    21:11 Dieses Wort verdroß Abraham sehr, denn es ging doch um seinen Sohn.

    21:12 Gott sprach aber zu Abraham: Sei wegen des Knaben und deiner Magd
    nicht verdrossen! Hör auf alles, was dir Sara sagt! Denn nach Isaak
    sollen deine Nachkommen benannt werden.

    21:13 Aber auch den Sohn der Magd will ich zu einem großen Volk machen,
    weil auch er dein Nachkomme ist.

    21:14 Am Morgen stand Abraham auf, nahm Brot und einen Schlauch mit
    Wasser, übergab beides Hagar, legte es ihr auf die Schulter, übergab
    ihr das Kind und entließ sie. Sie zog fort und irrte in der Wüste
    von Beerscheba umher.

    21:15 Als das Wasser im Schlauch zu Ende war, warf sie das Kind unter
    einen Strauch,

    21:16 ging weg und setzte sich in der Nähe hin, etwa einen Bogenschuß weit
    entfernt; denn sie sagte: Ich kann nicht mit ansehen, wie das Kind
    stirbt. Sie saß in der Nähe und weinte laut.

    21:17 Gott hörte den Knaben schreien; da rief der Engel Gottes vom Himmel
    her Hagar zu und sprach: Was hast du, Hagar? Fürchte dich nicht,
    Gott hat den Knaben dort schreien gehört, wo er liegt.

    21:18 Steh auf, nimm den Knaben, und halt ihn fest an deiner Hand; denn zu
    einem großen Volk will ich ihn machen.

    21:19 Gott öffnete ihr die Augen, und sie erblickte einen Brunnen. Sie
    ging hin, füllte den Schlauch mit Wasser und gab dem Knaben zu
    trinken.

    21:20 Gott war mit dem Knaben. Er wuchs heran, ließ sich in der Wüste
    nieder und wurde ein Bogenschütze.

    21:21 Er ließ sich in der Wüste Paran nieder, und seine Mutter nahm ihm
    eine Frau aus Ägypten.

    Der Vertrag Abrahams mit Abimelech: 21,22-34

    21:22 Um jene Zeit sagten Abimelech und sein Feldherr Pichol zu Abraham:
    Gott ist mit dir bei allem, was du unternimmst.

    21:23 Aber nun schwör mir hier bei Gott, daß du weder mich, noch meinen
    Thronerben, noch meine Nachfahren hintergehen wirst. Das gleiche
    Wohlwollen, das ich dir erwiesen habe, sollst du mir erweisen und
    dem Land, in dem du dich als Fremder aufhältst.

    21:24 Abraham erwiderte: Gut, ich will den Eid leisten.

    21:25 Abraham stellte aber Abimelech zur Rede wegen des Brunnens, den ihm
    Abimelechs Knechte weggenommen hatten.

    21:26 Abimelech antwortete: Ich weiß nicht, wer das getan hat. Du hast es
    mir noch nicht gemeldet, und auch ich habe erst heute davon gehört.

    21:27 Da nahm Abraham Schafe und Rinder und gab sie Abimelech; so
    schlossen beide einen Vertrag.

    21:28 Abraham stellte aber sieben Lämmer der Herde beiseite.

    21:29 Da fragte ihn Abimelech: Was sollen die sieben Lämmer da, die du
    beiseite gestellt hast?

    21:30 Die sieben Lämmer, sagte er, sollst du von mir annehmen als Beweis
    dafür, daß ich diesen Brunnen gegraben habe.

    21:31 Darum nannte er den Ort Beerscheba (Siebenbrunn, oder: Eidbrunn);
    denn dort leisteten beide einen Eid.
    26,33
    Das hebräische Wort scheba kann sowohl ®sieben¯ als auch ®Eid¯
    bedeuten.

    21:32 Sie schlossen also zu Beerscheba einen Vertrag. Dann machten sich
    Abimelech und sein Feldherr Pichol auf und kehrten ins Philisterland
    zurück.

    21:33 Abraham aber pflanzte eine Tamariske in Beerscheba und rief dort den
    Herrn an unter dem Namen: Gott, der Ewige.

    21:34 Darauf hielt sich Abraham längere Zeit als Fremder im Philisterland
    auf.

    Abrahams Opfer: 22,1-19

    22:1 Nach diesen Ereignissen stellte Gott Abraham auf die Probe. Er
    sprach zu ihm: Abraham! Er antwortete: Hier bin ich.
    1-19: Gott stellt Abrahams Glaubensgehorsam auf die äußerste
    Probe, die Abraham in der Bereitschaft zum schwersten Opfer besteht.
    In der Erzählung wird aber auch deutlich, daß Gott das Kinderopfer
    ablehnt, das bei den Kanaanitern bezeugt ist.

    22:2 Gott sprach: Nimm deinen Sohn, deinen einzigen, den du liebst,
    Isaak, geh in das Land Morija, und bring ihn dort auf einem der
    Berge, den ich dir nenne, als Brandopfer dar.

    22:3 Frühmorgens stand Abraham auf, sattelte seinen Esel, holte seine
    beiden Jungknechte und seinen Sohn Isaak, spaltete Holz zum Opfer
    und machte sich auf den Weg zu dem Ort, den ihm Gott genannt hatte.

    22:4 Als Abraham am dritten Tag aufblickte, sah er den Ort von weitem.

    22:5 Da sagte Abraham zu seinen Jungknechten: Bleibt mit dem Esel hier!
    Ich will mit dem Knaben hingehen und anbeten; dann kommen wir zu
    euch zurück.

    22:6 Abraham nahm das Holz für das Brandopfer und lud es seinem Sohn
    Isaak auf. Er selbst nahm das Feuer und das Messer in die Hand. So
    gingen beide miteinander.

    22:7 Nach einer Weile sagte Isaak zu seinem Vater Abraham: Vater! Er
    antwortete: Ja, mein Sohn! Dann sagte Isaak: Hier ist Feuer und
    Holz. Wo aber ist das Lamm für das Brandopfer?

    22:8 Abraham entgegnete: Gott wird sich das Opferlamm aussuchen, mein
    Sohn. Und beide gingen miteinander weiter.

    22:9 Als sie an den Ort kamen, den ihm Gott genannt hatte, baute Abraham
    den Altar, schichtete das Holz auf, fesselte seinen Sohn Isaak und
    legte ihn auf den Altar, oben auf das Holz.

    22:10 Schon streckte Abraham seine Hand aus und nahm das Messer, um seinen
    Sohn zu schlachten.

    22:11 Da rief ihm der Engel des Herrn vom Himmel her zu: Abraham, Abraham!
    Er antwortete: Hier bin ich.

    22:12 Jener sprach: Streck deine Hand nicht gegen den Knaben aus, und tu
    ihm nichts zuleide! Denn jetzt weiß ich, daß du Gott fürchtest; du
    hast mir deinen einzigen Sohn nicht vorenthalten.

    22:13 Als Abraham aufschaute, sah er: Ein Widder hatte sich hinter ihm mit
    seinen Hörnern im Gestrüpp verfangen. Abraham ging hin, nahm den
    Widder und brachte ihn statt seines Sohnes als Brandopfer dar.

    22:14 Abraham nannte jenen Ort Jahwe-Jire (Der Herr sieht), wie man noch
    heute sagt: Auf dem Berg läßt sich der Herr sehen.

    22:15 Der Engel des Herrn rief Abraham zum zweitenmal vom Himmel her zu

    22:16 und sprach: Ich habe bei mir geschworen - Spruch des Herrn: Weil du
    das getan hast und deinen einzigen Sohn mir nicht vorenthalten hast,

    22:17 will ich dir Segen schenken in Fülle und deine Nachkommen zahlreich
    machen wie die Sterne am Himmel und den Sand am Meeresstrand. Deine
    Nachkommen sollen das Tor ihrer Feinde einnehmen.
    12,2f; 18,18; 26,4f; 28,14; Gal 3,16

    22:18 Segnen sollen sich mit deinen Nachkommen alle Völker der Erde, weil
    du auf meine Stimme gehört hast.

    22:19 Darauf kehrte Abraham zu seinen Jungknechten zurück. Sie machten
    sich auf und gingen miteinander nach Beerscheba. Abraham blieb in
    Beerscheba wohnen.

    Abrahams Verwandtschaft: 22,20-24

    22:20 Nach diesen Ereignissen meldete man Abraham: Auch Milka hat deinem
    Bruder Nahor Söhne geboren:

    22:21 Uz, seinen Erstgeborenen, dessen Bruder Bus sowie Kemu‰l, den
    Stammvater der Aramäer,

    22:22 ferner Kesed, Haso, Pildasch, Jidlaf und Betu‰l.

    22:23 Betu‰l zeugte Rebekka. Diese acht gebar Milka dem Nahor, dem Bruder
    Abrahams. Er hatte noch eine Nebenfrau namens R‰uma.

    22:24 Auch sie bekam Kinder, nämlich Tebach, Gaham, Tahasch und Maacha.

    Saras Tod und Grabstätte: 23,1-20

    23:1 Die Lebenszeit Saras betrug hundertsiebenundzwanzig Jahre; so lange
    lebte Sara.

    23:2 Sie starb in Kirjat-Arba, das jetzt Hebron heißt, in Kanaan. Abraham
    kam, um die Totenklage über sie zu halten und sie zu beweinen.

    23:3 Danach stand Abraham auf, ging von seiner Toten weg und redete mit
    den Hetitern. Er sagte:

    23:4 Fremder und Halbbürger bin ich unter euch. Gebt mir ein Grab bei
    euch als Eigentum, damit ich meine Tote hinausbringen und begraben
    kann.

    23:5 Die Hetiter antworteten Abraham:

    23:6 Hör uns an, Herr! Du bist ein Gottesfürst in unserer Mitte. In der
    vornehmsten unserer Grabstätten darfst du deine Tote begraben.
    Keiner von uns wird dir seine Grabstätte versagen und deiner Toten
    das Begräbnis verweigern.

    23:7 Abraham aber stand auf, verneigte sich tief vor den Bürgern des
    Landes, den Hetitern,

    23:8 verhandelte mit ihnen und sagte: Wenn ihr damit einverstanden seid,
    daß ich meine Tote hinausbringe und begrabe, dann hört mich an, und
    setzt euch für mich ein bei Efron, dem Sohn Zohars!

    23:9 Er soll mir die Höhle von Machpela überlassen, die ihm gehört, am
    Rand seines Grundstücks. Zum vollen Geldwert soll er sie mir
    überlassen als eigene Grabstätte mitten unter euch.

    23:10 Efron saß unter den Hetitern. Der Hetiter Efron antwortete Abraham,
    so daß es die Hetiter, alle, die zum Tor seiner Stadt Zutritt
    hatten, hören konnten:
    die zum Tor Zutritt haben: Am Tor finden die Ratsversammlungen und
    die Gerichtsverhandlungen statt; gemeint sind also die Bürger, die i
    öffentlichen Angelegenheiten am Tor Sitz und Stimme haben.

    23:11 Nein, Herr, hör mich an: Das Grundstück überlasse ich dir, und die
    Höhle darauf überlasse ich dir; in Gegenwart der Söhne meines Volkes
    überlasse ich sie dir. Begrab deine Tote!

    23:12 Da verneigte sich Abraham tief in Gegenwart der Bürger des Landes

    23:13 und sagte zu Efron, so daß es die Bürger des Landes hören konnten:
    Hör mich doch, bitte, an: Ich zahle das Geld für das Grundstück.
    Nimm es von mir an, damit ich dort meine Tote begrabe.

    23:14 Efron antwortete Abraham:

    23:15 Herr, hör mich an! Land im Wert von vierhundert Silberstücken, was
    bedeutet das schon unter uns? Begrab nur deine Tote!

    23:16 Abraham hörte auf Efron und wog ihm den Geldbetrag ab, den er in
    Gegenwart der Hetiter genannt hatte, vierhundert Silberstücke zum
    üblichen Handelswert.

    23:17 So ging das Grundstück Efrons in Machpela bei Mamre, das Feld mit
    der Höhle darauf und mit allen Bäumen auf dem Grundstück in seiner
    ganzen Ausdehnung ringsum,

    23:18 in den Besitz Abrahams über, in Gegenwart der Hetiter, aller, die
    zum Tor seiner Stadt Zutritt hatten.

    23:19 Dann begrub Abraham seine Frau Sara in der Höhle des Grundstücks von
    Machpela bei Mamre, das jetzt Hebron heißt, in Kanaan.

    23:20 Das Grundstück samt der Höhle darauf war also von den Hetitern als
    Grabstätte in den Besitz Abrahams übergegangen.

    Isaak und Rebekka: 24,1-67

    24:1 Abraham war alt und hochbetagt; der Herr hatte ihn mit allem
    gesegnet.

    24:2 Eines Tages sagte er zum Großknecht seines Hauses, der seinen ganzen
    Besitz verwaltete: Leg deine Hand unter meine Hüfte!
    Die Hand unter die Hüfte legen: eine Schwurgebärde (vgl. 47,29).

    24:3 Ich will dir einen Eid beim Herrn, dem Gott des Himmels und der
    Erde, abnehmen, daß du meinem Sohn keine Frau von den Töchtern der
    Kanaaniter nimmst, unter denen ich wohne.

    24:4 Du sollst vielmehr in meine Heimat zu meiner Verwandtschaft reisen
    und eine Frau für meinen Sohn Isaak holen.

    24:5 Der Knecht entgegnete ihm: Vielleicht will aber die Frau mir gar
    nicht hierher in dieses Land folgen. Soll ich dann deinen Sohn in
    das Land zurückbringen, aus dem du ausgewandert bist?
    12,1.4

    24:6 Hüte dich, antwortete ihm Abraham, meinen Sohn dorthin
    zurückzubringen!

    24:7 Der Herr, der Gott des Himmels, der mich weggeholt hat aus dem Haus
    meines Vaters und aus meinem Heimatland, der zu mir gesagt und mir
    geschworen hat: Deinen Nachkommen gebe ich dieses Land!, er wird
    seinen Engel vor dir hersenden, und so wirst du von dort eine Frau
    für meinen Sohn mitbringen.
    13,14-17; 15,17-21

    24:8 Wenn dir aber die Frau nicht folgen will, dann bist du von dem Eid,
    den du mir geleistet hast, entbunden. Meinen Sohn darfst du auf
    keinen Fall dorthin zurückbringen.

    24:9 Da legte der Knecht seine Hand unter die Hüfte seines Herrn Abraham
    und leistete ihm in dieser Sache den Eid.

    24:10 Der Knecht nahm zehn von den Kamelen seines Herrn und machte sich
    mit allerlei kostbaren Sachen aus dem Besitz seines Herrn auf die
    Reise. Er brach auf und zog nach Mesopotamien in die Stadt Nahors.

    24:11 Vor der Stadt ließ er die Kamele am Brunnen lagern. Es war gegen
    Abend, um die Zeit, da die Frauen herauskommen, um Wasser zu
    schöpfen.

    24:12 Er sagte: Herr, Gott meines Herrn Abraham, laß mich heute Glück
    haben, und zeig meinem Herrn Abraham deine Huld!

    24:13 Da stehe ich an der Quelle, und die Töchter der Stadtbewohner werden
    herauskommen, um Wasser zu schöpfen.

    24:14 Das Mädchen, zu dem ich dann sage: Reich mir doch deinen Krug zum
    Trinken!, und das antwortet: Trink nur, auch deine Kamele will ich
    tränken!, sie soll es sein, die du für deinen Knecht Isaak bestimmt
    hast. Daran will ich erkennen, daß du meinem Herrn Huld erweist.

    24:15 Kaum hatte er aufgehört zu sprechen, da kam auch schon aus der Stadt
    Rebekka mit dem Krug auf der Schulter. Sie war dem Betu‰l geboren
    worden, dem Sohn der Milka, die die Frau Nahors, des Bruders
    Abrahams, war.
    11,27-32

    24:16 Das Mädchen war sehr schön, und sie war ledig; noch kein Mann hatte
    sie erkannt. Sie stieg zur Quelle hinab, füllte ihren Krug und kam
    wieder herauf.

    24:17 Da ging der Knecht schnell auf sie zu und sagte: Laß mich ein wenig
    Wasser aus deinem Krug trinken!

    24:18 Trink nur, mein Herr!, antwortete sie, ließ geschwind den Krug auf
    ihre Hand herab und gab ihm zu trinken.

    24:19 Nachdem sie ihm zu trinken gegeben hatte, sagte sie: Auch für deine
    Kamele will ich schöpfen, bis sie sich satt getrunken haben.

    24:20 Flink leerte sie ihren Krug an der Tränke und lief noch einmal an
    den Brunnen zum Schöpfen. So schöpfte sie für alle Kamele.

    24:21 Der Knecht Abrahams schaute ihr schweigend zu; er wollte sehen, ob
    der Herr seine Reise gelingen ließe oder nicht.

    24:22 Als die Kamele mit dem Trinken fertig waren, nahm der Mann einen
    goldenen Nasenreif, einen halben Schekel schwer, und zwei goldene
    Spangen für ihre Arme, zehn Goldschekel schwer,

    24:23 und fragte: Wessen Tochter bist du? Sag mir doch, ob im Haus deines
    Vaters für uns Platz zum Übernachten ist!

    24:24 Sie antwortete ihm: Ich bin die Tochter Betu‰ls, des Sohnes der
    Milka und des Nahor.

    24:25 Weiter sagte sie zu ihm: Stroh und Futter haben wir reichlich, auch
    Platz zum Übernachten.

    24:26 Da verneigte sich der Mann, warf sich vor dem Herrn nieder

    24:27 und sagte: Gepriesen sei der Herr, der Gott meines Herrn Abraham,
    der es meinem Herrn nicht an Huld und Treue fehlen ließ. Der Herr
    hat mich geradewegs zum Haus des Bruders meines Herrn geführt.

    24:28 Das Mädchen lief weg und erzählte im Haus seiner Mutter alles, was
    vorgefallen war.

    24:29 Rebekka hatte einen Bruder namens Laban. Laban eilte zu dem Mann
    hinaus an die Quelle.

    24:30 Er hatte den Nasenreif und an den Händen seiner Schwester die
    Spangen gesehen und hatte gehört, wie seine Schwester Rebekka
    berichtete: So und so hat der Mann zu mir gesagt. Er kam zu dem
    Mann, der bei den Kamelen an der Quelle stand.

    24:31 Laban sagte: Komm, du Gesegneter des Herrn! Warum stehst du hier
    draußen? Ich habe das Haus aufgeräumt und für die Kamele Platz
    gemacht.

    24:32 Da ging der Mann mit ins Haus. Man schirrte die Kamele ab und gab
    ihnen Stroh und Futter. Für ihn und die Männer in seiner Begleitung
    brachte man Wasser zum Füßewaschen.

    24:33 Als man ihm zu essen vorsetzte, sagte der Knecht Abrahams: Ich esse
    nicht, bevor ich nicht mein Anliegen vorgebracht habe. Sie
    antworteten: Rede!

    24:34 Da berichtete er: Ein Knecht Abrahams bin ich.

    24:35 Der Herr hat meinen Herrn reichlich gesegnet, so daß er zu großem
    Vermögen gekommen ist. Er hat ihm Schafe und Rinder, Silber und
    Gold, Knechte und Mägde, Kamele und Esel gegeben.

    24:36 Sara, die Frau meines Herrn, hat meinem Herrn noch in ihrem Alter
    einen Sohn geboren. Ihm vermacht er alles, was ihm gehört.

    24:37 Mein Herr hat mir den Eid abgenommen: Du darfst für meinen Sohn
    keine Frau von den Töchtern der Kanaaniter nehmen, in deren Land ich
    wohne.

    24:38 Reise vielmehr zum Haus meines Vaters und zu meiner Verwandtschaft,
    und hol eine Frau für meinen Sohn!

    24:39 Ich entgegnete meinem Herrn: Vielleicht will aber die Frau nicht
    mitkommen.

    24:40 Darauf antwortete er mir: Der Herr, vor dem ich meinen Weg gegangen
    bin, wird dir seinen Engel mitschicken und deine Reise gelingen
    lassen. Du wirst schon eine Frau für meinen Sohn mitbringen aus
    meiner Verwandtschaft, aus dem Haus meines Vaters.

    24:41 Von dem Eid, den du mir geleistet hast, sollst du dann entbunden
    sein, wenn du zu meinen Verwandten kommst und sie dir keine Frau
    geben. In diesem Fall bist du von dem Eid, den du mir geleistet
    hast, entbunden.

    24:42 So kam ich heute an die Quelle und sagte: Herr, Gott meines Herrn
    Abraham, laß doch die Reise gelingen, auf der ich mich befinde.

    24:43 Da stehe ich nun an der Quelle. Kommt ein Mädchen aus der Stadt
    heraus, um Wasser zu schöpfen, dann will ich sagen: Gib mir doch aus
    deinem Krug ein wenig Wasser zu trinken!

    24:44 Sagt sie zu mir: Trink nur! Auch für deine Kamele will ich
    schöpfen!, so soll es die Frau sein, die der Herr für den Sohn
    meines Herrn bestimmt hat.

    24:45 Kaum hatte ich so zu mir gesagt, kam auch schon Rebekka mit dem Krug
    auf der Schulter heraus, stieg zur Quelle hinunter und schöpfte. Ich
    redete sie an: Gib mir doch zu trinken!

    24:46 Da setzte sie geschwind ihren Krug ab und sagte: Trink nur! Auch
    deine Kamele will ich tränken. Ich trank, und sie gab auch den
    Kamelen zu trinken.

    24:47 Als ich sie fragte: Wessen Tochter bist du?, antwortete sie: Die
    Tochter Betu‰ls, des Sohnes Nahors, den ihm Milka gebar. Da legte
    ich ihr den Reif an die Nase und die Spangen um die Arme.

    24:48 Ich verneigte mich, warf mich vor dem Herrn nieder und pries den
    Herrn, den Gott meines Herrn Abraham, der mich geradewegs hierher
    geführt hat, um die Tochter des Bruders meines Herrn für dessen Sohn
    zu holen.

    24:49 Jetzt aber sagt mir, ob ihr geneigt seid, meinem Herrn Wohlwollen
    und Vertrauen zu schenken. Wenn nicht, so gebt mir ebenfalls
    Bescheid, damit ich mich dann anderswohin wende.

    24:50 Daraufhin antworteten Laban und Betu‰l: Die Sache ist vom Herrn
    ausgegangen. Wir können dir weder ja noch nein sagen.

    24:51 Da, Rebekka steht vor dir. Nimm sie und geh! Sie soll die Frau des
    Sohnes deines Herrn werden, wie der Herr es gefügt hat.

    24:52 Als der Knecht Abrahams ihre Antwort hörte, warf er sich vor dem
    Herrn zur Erde nieder.

    24:53 Dann holte der Knecht silbernen und goldenen Schmuck und Kleider
    hervor und schenkte sie Rebekka. Auch ihrem Bruder und ihrer Mutter
    überreichte er kostbare Geschenke.

    24:54 Er und die Männer seiner Begleitung aßen und tranken und gingen dann
    schlafen. Als sie am Morgen aufstanden, sagte der Knecht: Entlaßt
    mich jetzt zu meinem Herrn!

    24:55 Der Bruder Rebekkas und ihre Mutter antworteten: Das Mädchen soll
    noch eine Zeitlang bei uns bleiben, etwa zehn Tage, dann mag sie
    sich auf die Reise begeben.

    24:56 Haltet mich nicht auf, antwortete er ihnen, der Herr hat meine Reise
    gelingen lassen. Laßt mich also zu meinem Herrn zurückkehren!

    24:57 Sie entgegneten: Wir wollen das Mädchen rufen und es selbst fragen.

    24:58 Sie riefen Rebekka und fragten sie: Willst du mit diesem Mann
    reisen? Ja, antwortete sie.

    24:59 Da ließen sie ihre Schwester Rebekka und ihre Amme mit dem Knecht
    Abrahams und seinen Leuten ziehen.

    24:60 Sie segneten Rebekka und sagten zu ihr: Du, unsere Schwester, werde
    Mutter von tausendmal Zehntausend! Deine Nachkommen sollen besetzen
    das Tor ihrer Feinde.
    22,17

    24:61 Rebekka brach mit ihren Mägden auf. Sie bestiegen die Kamele und
    folgten dem Mann. Der Knecht nahm Rebekka mit und trat die Rückreise
    an.

    24:62 Isaak war in die Gegend des Brunnens von Lahai-Ro‹ gekommen und
    hatte sich im Negeb niedergelassen.
    Zu diesem Brunnen vgl. 16,13f; 25,11.

    24:63 Eines Tages ging Isaak gegen Abend hinaus, um sich auf dem Feld zu
    beschäftigen. Als er aufblickte, sah er: Kamele kamen daher.

    24:64 Auch Rebekka blickte auf und sah Isaak. Sie ließ sich vom Kamel
    herunter

    24:65 und fragte den Knecht: Wer ist der Mann dort, der uns auf dem Feld
    entgegenkommt? Der Knecht erwiderte: Das ist mein Herr. Da nahm sie
    den Schleier und verhüllte sich.

    24:66 Der Knecht erzählte Isaak alles, was er ausgerichtet hatte.

    24:67 Isaak führte Rebekka in das Zelt seiner Mutter Sara. Er nahm sie zu
    sich, und sie wurde seine Frau. Isaak gewann sie lieb und tröstete
    sich so über den Verlust seiner Mutter.

    Die Nachkommen Abrahams: 25,1-6

    25:1 Abraham nahm sich noch eine andere Frau, namens Ketura.

    25:2 Sie gebar ihm Simran, Jokschan, Medan, Midian, Jischbak und Schuach.

    25:3 Jokschan zeugte Scheba und Dedan. Die Söhne Dedans waren die
    Aschuriter, die Letuschiter und die L‰ummiter.

    25:4 Die Söhne Midians waren Efa, Efer, Henoch, Abida und Eldaga. Sie
    alle waren Söhne Keturas.

    25:5 Abraham vermachte Isaak alles, was ihm gehörte.

    25:6 Den Söhnen der Nebenfrauen, die er hatte, gab Abraham Geschenke und
    schickte sie noch zu seinen Lebzeiten weg nach Osten, ins
    Morgenland, weit weg von seinem Sohn Isaak.

    Abrahams Tod und Begräbnis: 25,7-11

    25:7 Das ist die Zahl der Lebensjahre Abrahams: Hundertfünfundsiebzig
    Jahre wurde er alt,

    25:8 dann verschied er. Er starb in hohem Alter, betagt und lebenssatt,
    und wurde mit seinen Vorfahren vereint.

    25:9 Seine Söhne Isaak und Ismael begruben ihn in der Höhle von Machpela
    bei Mamre, auf dem Grundstück des Hetiters Efron, des Sohnes Zohars,

    25:10 auf dem Grundstück, das Abraham von den Hetitern gekauft hatte. Dort
    sind Abraham und seine Frau Sara begraben.
    23,16-18

    25:11 Nach dem Tod Abrahams segnete Gott seinen Sohn Isaak, und Isaak ließ
    sich beim Brunnen Lahai-Ro‹ nieder.

    Der Stammbaum der Ismaeliter: 25,12-18

    25:12 Das ist die Geschlechterfolge nach Ismael, dem Sohn Abrahams. Ihn
    hatte die Ägypterin Hagar, die Magd Saras, Abraham geboren.

    25:13 Das sind die Söhne Ismaels nach ihren Namen und nach ihrer
    Geschlechterfolge: Der Erstgeborene Ismaels war Nebajot; dann kamen
    Kedar, Adbeel, Mibsam,

    25:14 Mischma, Duma, Massa,

    25:15 Hadad, Tema, Jetur, Nafisch und Kedma.

    25:16 Das waren die Söhne Ismaels, und das waren die Namen, die sie in
    ihren Siedlungen und Zeltlagern trugen: zwölf Fürsten, je einer für
    einen Stamm.

    25:17 Und das ist die Zahl der Lebensjahre Ismaels:
    hundertsiebenunddreißig Jahre. Dann verschied er und wurde mit
    seinen Vorfahren vereint.

    25:18 Ihr Siedlungsgebiet reichte von Hawila bis Schur, das Ägypten
    gegenüber an der Straße nach Assur liegt. Über alle seine Brüder
    fiel er her.

    Geburt Esaus und Jakobs: 25,19-26

    25:19 Und das ist die Geschlechterfolge nach Isaak, dem Sohn Abrahams:
    Abraham zeugte Isaak.

    25:20 Isaak war vierzig Jahre alt, als er Rebekka zur Frau nahm. Sie war
    die Tochter des Aramäers Betu‰l aus Paddan-Aram, eine Schwester des
    Aramäers Laban.

    25:21 Isaak betete zum Herrn für seine Frau, denn sie war kinderlos
    geblieben, und der Herr ließ sich von ihm erbitten. Als seine Frau
    Rebekka schwanger war,

    25:22 stießen die Söhne einander im Mutterleib. Da sagte sie: Wenn das so
    ist, was soll dann aus mir werden? Sie ging, um den Herrn zu
    befragen.

    25:23 Der Herr gab diese Antwort: Zwei Völker sind in deinem Leib, zwei
    Stämme trennen sich schon in deinem Schoß. Ein Stamm ist dem andern
    überlegen, der ältere muß dem jüngeren dienen.

    25:24 Als die Zeit ihrer Niederkunft gekommen war, zeigte es sich, daß sie
    Zwillinge in ihrem Leib trug.

    25:25 Der erste, der kam, war rötlich, über und über mit Haaren bedeckt
    wie mit einem Fell. Man nannte ihn Esau.

    25:26 Darauf kam sein Bruder; seine Hand hielt die Ferse Esaus fest. Man
    nannte ihn Jakob (Fersenhalter). Isaak war sechzig Jahre alt, als
    sie geboren wurden.

    Verkauf des Erstgeburtsrechts an Jakob: 25,27-34

    25:27 Die Knaben wuchsen heran. Esau war ein Mann geworden, der sich auf
    die Jagd verstand, ein Mann des freien Feldes. Jakob dagegen war ein
    untadeliger Mann und blieb bei den Zelten.

    25:28 Isaak hatte Esau lieber, denn er aß gern Wildbret; Rebekka aber
    hatte Jakob lieber.

    25:29 Einst hatte Jakob ein Gericht zubereitet, als Esau erschöpft vom
    Feld kam.

    25:30 Da sagte Esau zu Jakob: Gib mir doch etwas zu essen von dem Roten,
    von dem Roten da, ich bin ganz erschöpft. Deshalb heißt er Edom
    (Roter).

    25:31 Jakob gab zur Antwort: Dann verkauf mir jetzt sofort dein
    Erstgeburtsrecht!

    25:32 Schau, ich sterbe vor Hunger, sagte Esau, was soll mir da das
    Erstgeburtsrecht?

    25:33 Jakob erwiderte: Schwör mir jetzt sofort! Da schwor er ihm und
    verkaufte sein Erstgeburtsrecht an Jakob.
    Hebr 12,16f

    25:34 Darauf gab Jakob dem Esau Brot und Linsengemüse; er aß und trank,
    stand auf und ging seines Weges. Vom Erstgeburtsrecht aber hielt
    Esau nichts.

    Isaak in Gerar: 26,1-22

    26:1 Im Land brach eine Hungersnot aus, eine andere als die frühere zur
    Zeit Abrahams. Isaak begab sich nach Gerar zu Abimelech, dem König
    der Philister.
    (1-11) 12,10-20; 20,1-18

    26:2 Da erschien ihm der Herr und sprach: Geh nicht nach Ägypten
    hinunter, bleib in dem Land wohnen, das ich dir verspreche.

    26:3 Halte dich als Fremder in diesem Land auf! Ich will mit dir sein und
    dich segnen. Denn dir und deinen Nachkommen gebe ich alle diese
    Länder und erfülle den Eid, den ich deinem Vater Abraham geleistet
    habe.
    15,18-21

    26:4 Ich mache deine Nachkommen zahlreich wie die Sterne am Himmel und
    gebe ihnen alle diese Länder. Mit deinen Nachkommen werden alle
    Völker der Erde sich segnen,
    15,5; 12,3; 18,18; 22,18; 28,14

    26:5 weil Abraham auf meinen Ruf gehört und weil er auf meine
    Anordnungen, Gebote, Satzungen und Weisungen geachtet hat.

    26:6 Isaak blieb also in Gerar.

    26:7 Als sich die Männer des Ortes nach seiner Frau erkundigten, sagte
    er: Sie ist meine Schwester. Er fürchtete sich nämlich zu sagen: Sie
    ist meine Frau. Er dachte: Die Männer des Ortes könnten mich sonst
    wegen Rebekka umbringen. Sie war nämlich schön.

    26:8 Nachdem er längere Zeit dort zugebracht hatte, schaute einmal
    Abimelech, der König der Philister, durch das Fenster und sah
    gerade, wie Isaak seine Frau Rebekka liebkoste.

    26:9 Da rief Abimelech Isaak und sagte: Sie ist ja deine Frau. Wie
    konntest du behaupten, sie sei deine Schwester? Da antwortete ihm
    Isaak: Ich sagte mir: Ich möchte nicht ihretwegen sterben.

    26:10 Abimelech entgegnete: Was hast du uns da angetan? Beinahe hätte
    einer der Leute mit deiner Frau geschlafen; dann hättest du über uns
    Schuld gebracht.

    26:11 Abimelech ordnete für das ganze Volk an: Wer diesen Mann oder seine
    Frau anrührt, wird mit dem Tod bestraft.

    26:12 Isaak säte in diesem Land, und er erntete in diesem Jahr
    hundertfältig. Der Herr segnete ihn;

    26:13 der Mann wurde reicher und reicher, bis er sehr wohlhabend war.

    26:14 Er besaß Schafe, Ziegen und Rinder und zahlreiches Gesinde, so daß
    ihn die Philister beneideten.

    26:15 Die Philister schütteten alle Brunnen zu, die die Knechte zur Zeit
    seines Vaters Abraham gegraben hatten, und füllten sie mit Erde.

    26:16 Da sagte Abimelech zu Isaak: Zieh von uns fort; denn du bist uns
    viel zu mächtig geworden.

    26:17 Isaak zog fort, schlug sein Lager im Tal von Gerar auf und ließ sich
    dort nieder.

    26:18 Die Brunnen, die man zur Zeit seines Vaters Abraham gegraben hatte
    und die die Philister nach dem Tod Abrahams zugeschüttet hatten,
    ließ Isaak wieder aufgraben und gab ihnen dieselben Namen, die ihnen
    sein Vater gegeben hatte.

    26:19 Die Knechte Isaaks gruben in der Talsohle und fanden dort einen
    Brunnen mit frischem Wasser.

    26:20 Die Hirten von Gerar stritten mit den Hirten Isaaks und behaupteten:
    Uns gehört das Wasser. Da nannte er den Brunnen Esek (Zank), denn
    sie hatten mit ihm gezankt.

    26:21 Als sie einen anderen Brunnen gruben, stritten sie auch um ihn; so
    nannte er ihn Sitna (Streit).

    26:22 Darauf brach er von dort auf und grub wieder einen anderen Brunnen.
    Um ihn stritten sie nicht mehr. Da nannte er ihn Rehobot (Weite) und
    sagte: Jetzt hat uns der Herr weiten Raum verschafft, und wir sind
    im Land fruchtbar geworden.

    Isaak in Beerscheba: 26,23-35

    26:23 Von dort zog er nach Beerscheba hinauf.

    26:24 In jener Nacht erschien ihm der Herr und sprach: Ich bin der Gott
    deines Vaters Abraham. Fürchte dich nicht, denn ich bin mit dir. Ich
    segne dich und mache deine Nachkommen zahlreich wegen meines
    Knechtes Abraham.

    26:25 Dort baute er einen Altar, rief den Namen des Herrn an und schlug
    sein Zelt auf. Isaaks Knechte hoben dort einen Brunnen aus.

    26:26 Eines Tages kam zu ihm Abimelech aus Gerar mit seinem Vertrauten
    Ahusat und seinem Feldherrn Pichol.

    26:27 Isaak sagte zu ihnen: Weshalb kommt ihr zu mir? Ihr seid mir doch
    feind und habt mich aus eurem Gebiet ausgewiesen.

    26:28 Sie entgegneten: Wir haben deutlich gesehen, daß der Herr mit dir
    ist, und wir dachten: Zwischen uns und dir sollte ein Eid stehen.
    Wir wollen mit dir einen Vertrag schließen:

    26:29 Du wirst uns nichts Böses zufügen, wie auch wir dich nicht
    angetastet haben; wir haben dir nur Gutes erwiesen und dich in
    Frieden ziehen lassen. Du bist nun einmal der Gesegnete des Herrn.

    26:30 Da bereitete er ihnen ein Mahl, und sie aßen und tranken.

    26:31 Früh am Morgen standen sie auf und leisteten einander den Eid. Isaak
    entließ sie, und sie schieden von ihm in Frieden.

    26:32 Am selben Tag kamen die Knechte Isaaks und erzählten ihm von dem
    Brunnen, den sie gegraben hatten. Sie meldeten ihm: Wir haben Wasser
    gefunden.

    26:33 Da nannte er ihn Schiba (Eid); darum heißt die Stadt bis auf den
    heutigen Tag Beerscheba (Eidbrunn).
    21,31

    26:34 Als Esau vierzig Jahre alt war, nahm er Judit, die Tochter des
    Hetiters Beeri, und Basemat, die Tochter des Hetiters Elon, zu
    Frauen.

    26:35 Sie wurden für Isaak und Rebekka Anlaß zu bitterem Gram.

    Der Erstgeburtssegen: 27,1-40

    27:1 Als Isaak alt geworden und seine Augen erloschen waren, so daß er
    nicht mehr sehen konnte, rief er seinen älteren Sohn Esau und sagte
    zu ihm: Mein Sohn! Er antwortete: Hier bin ich.

    27:2 Da sagte Isaak: Du siehst, ich bin alt geworden. Ich weiß nicht,
    wann ich sterbe.

    27:3 Nimm jetzt dein Jagdgerät, deinen Köcher und deinen Bogen, geh aufs
    Feld, und jag mir ein Wild!

    27:4 Bereite mir dann ein leckeres Mahl, wie ich es gern mag, und bring
    es mir zum Essen, damit ich dich segne, bevor ich sterbe.

    27:5 Rebekka hatte das Gespräch zwischen Isaak und seinem Sohn Esau mit
    angehört. Als Esau zur Jagd aufs Feld gegangen war, um ein Wild
    herbeizuschaffen,

    27:6 sagte Rebekka zu ihrem Sohn Jakob: Ich habe gehört, wie dein Vater
    zu deinem Bruder Esau gesagt hat:

    27:7 Hol mir ein Wild, und bereite mir ein leckeres Mahl zum Essen; dann
    will ich dich vor dem Herrn segnen, bevor ich sterbe.

    27:8 Nun hör genau zu, mein Sohn, was ich dir auftrage:

    27:9 Geh zur Herde, und bring mir von dort zwei schöne Ziegenböckchen!
    Ich will damit ein leckeres Mahl für deinen Vater zubereiten, wie er
    es gern mag.

    27:10 Du bringst es dann deinem Vater zum Essen, damit er dich vor seinem
    Tod segnet.

    27:11 Jakob antwortete seiner Mutter Rebekka: Mein Bruder Esau ist aber
    behaart, und ich habe eine glatte Haut.

    27:12 Vielleicht betastet mich mein Vater; dann könnte er meinen, ich
    hielte ihn zum besten, und ich brächte Fluch über mich statt Segen.

    27:13 Seine Mutter entgegnete: Dein Fluch komme auf mich, mein Sohn. Hör
    auf mich, geh und hol mir die Böckchen!

    27:14 Da ging er hin, holte sie und brachte sie seiner Mutter. Sie
    bereitete ein leckeres Mahl zu, wie es sein Vater gern mochte.

    27:15 Dann holte Rebekka die Feiertagskleider ihres älteren Sohnes Esau,
    die sie bei sich im Haus hatte, und zog sie ihrem jüngeren Sohn
    Jakob an.

    27:16 Die Felle der Ziegenböckchen legte sie um seine Hände und um seinen
    glatten Hals.

    27:17 Dann übergab sie das leckere Essen und das Brot, das sie zubereitet
    hatte, ihrem Sohn Jakob.

    27:18 Er ging zu seinem Vater hinein und sagte: Mein Vater! Ja, antwortete
    er, wer bist du, mein Sohn?

    27:19 Jakob entgegnete seinem Vater: Ich bin Esau, dein Erstgeborener. Ich
    habe getan, wie du mir gesagt hast. Setz dich auf, iß von meinem
    Wildbret, und dann segne mich!

    27:20 Da sagte Isaak zu seinem Sohn: Wie hast du nur so schnell etwas
    finden können, mein Sohn? Er antwortete: Der Herr, dein Gott, hat es
    mir entgegenlaufen lassen.

    27:21 Da sagte Isaak zu Jakob: Komm näher heran! Ich will dich betasten,
    mein Sohn, ob du wirklich mein Sohn Esau bist oder nicht.

    27:22 Jakob trat zu seinem Vater Isaak hin. Isaak betastete ihn und sagte:
    Die Stimme ist zwar Jakobs Stimme, die Hände aber sind Esaus Hände.

    27:23 Er erkannte ihn nicht, denn Jakobs Hände waren behaart wie die
    seines Bruders Esau, und so segnete er ihn.

    27:24 Er fragte: Bist du es, mein Sohn Esau? Ja, entgegnete er.

    27:25 Da sagte Isaak: Bring es mir! Ich will von dem Wildbret meines
    Sohnes essen und dich dann segnen. Jakob brachte es ihm, und Isaak
    aß. Dann reichte er ihm auch Wein, und Isaak trank.

    27:26 Nun sagte sein Vater Isaak zu ihm: Komm näher, und küß mich, mein
    Sohn!

    27:27 Er trat näher und küßte ihn. Isaak roch den Duft seiner Kleider, er
    segnete ihn und sagte: Ja, mein Sohn duftet wie das Feld, das der
    Herr gesegnet hat.

    27:28 Gott gebe dir vom Tau des Himmels, vom Fett der Erde, viel Korn und
    Most.

    27:29 Dienen sollen dir die Völker, Stämme sich vor dir niederwerfen, Herr
    sollst du über deine Brüder sein. Die Söhne deiner Mutter sollen dir
    huldigen. Verflucht, wer dich verflucht. Gesegnet, wer dich segnet.

    27:30 Kaum hatte Isaak Jakob gesegnet und war Jakob von seinem Vater Isaak
    weggegangen, da kam sein Bruder Esau von der Jagd.
    (30-40) Hebr 12,16f

    27:31 Auch er bereitete ein leckeres Mahl, brachte es seinem Vater und
    sagte zu ihm: Mein Vater richte sich auf und esse von dem Wildbret
    seines Sohnes, damit du mich dann segnest.

    27:32 Da fragte ihn sein Vater Isaak: Wer bist du? Er antwortete: Ich bin
    dein Sohn Esau, dein Erstgeborener.

    27:33 Da überkam Isaak ein heftiges Zittern, und er fragte: Wer war es
    denn, der das Wildbret gejagt und es mir gebracht hat? Ich habe von
    allem gegessen, bevor du gekommen bist, und ich habe ihn gesegnet;
    gesegnet wird er auch bleiben.

    27:34 Als Esau die Worte seines Vaters hörte, schrie er heftig auf, aufs
    äußerste verbittert, und sagte zu seinem Vater: Segne auch mich,
    Vater!

    27:35 Er entgegnete: Dein Bruder ist mit List gekommen und hat dir den
    Segen weggenommen.

    27:36 Da sagte Esau: Hat man ihn nicht Jakob (Betrüger) genannt? Er hat
    mich jetzt schon zweimal betrogen: Mein Erstgeburtsrecht hat er mir
    genommen, jetzt nimmt er mir auch noch den Segen. Dann sagte er:
    Hast du mir keinen Segen aufgehoben?
    Der Name Jakob ist mehrdeutig: ®Fersenhalter¯ (vgl. 25,26) und
    ®Betrüger¯ (vgl. Hos 12,4; Jer 9,3).

    27:37 Isaak antwortete und sagte zu Esau: Ich habe ihn zum Herrn über dich
    gemacht, und alle seine Brüder habe ich ihm als Knechte gegeben.
    Auch mit Korn und Most habe ich ihn versorgt. Was kann ich da noch
    für dich tun, mein Sohn?

    27:38 Da sagte Esau zu seinem Vater: Hattest du denn nur einen einzigen
    Segen, Vater? Segne auch mich, Vater! Und Esau begann laut zu
    weinen.

    27:39 Sein Vater Isaak antwortete ihm und sprach: Fern vom Fett der Erde
    mußt du wohnen, fern vom Tau des Himmels droben.

    27:40 Von deinem Schwert wirst du leben. Deinem Bruder wirst du dienen.
    Doch hältst du durch, so streifst du ab sein Joch von deinem Nacken.

    Jakobs Flucht nach Haran: 27,41 - 28,22

    27:41 Esau war dem Jakob feind wegen des Segens, mit dem ihn sein Vater
    gesegnet hatte, und Esau sagte: Es nähern sich die Tage der Trauer
    um meinen Vater; dann werde ich meinen Bruder Jakob umbringen.

    27:42 Als man Rebekka hinterbrachte, was ihr ältester Sohn Esau gesagt
    hatte, ließ sie Jakob, ihren jüngeren Sohn, rufen und sagte zu ihm:
    Dein Bruder Esau will sich an dir rächen und dich töten.

    27:43 Nun aber, mein Sohn, hör auf mich! Mach dich auf und flieh zu meinem
    Bruder Laban nach Haran!

    27:44 Bleib einige Zeit bei ihm, bis sich der Groll deines Bruders gelegt
    hat.

    27:45 Wenn der Zorn deines Bruders von dir abgelassen und er vergessen
    hat, was du ihm angetan hast, werde ich dich von dort holen lassen.
    Warum soll ich euch beide an einem Tag verlieren?

    27:46 Zu Isaak sagte Rebekka: Mein Leben ekelt mich wegen der
    Hetiterinnen. Wenn Jakob so eine Hetiterin, eine Einheimische, zur
    Frau nimmt, was liegt mir dann noch am Leben?
    26,34f

    28:1 Isaak rief Jakob, segnete ihn und befahl ihm: Nimm keine
    Kanaaniterin zur Frau!

    28:2 Mach dich auf, geh nach Paddan-Aram, zum Haus Betu‰ls, des Vaters
    deiner Mutter! Hol dir von dort eine Frau, eine von den Töchtern
    Labans, des Bruders deiner Mutter!

    28:3 Gott der Allmächtige wird dich segnen, er wird dich fruchtbar machen
    und vermehren: Zu einer Schar von Völkern wirst du werden.
    17,6-8

    28:4 Er wird dir und mit dir auch deinen Nachkommen den Segen Abrahams
    verleihen, damit du das Land in Besitz nimmst, in dem du als Fremder
    lebst, das aber Gott Abraham gegeben hat.

    28:5 Isaak verabschiedete Jakob, und Jakob zog nach Paddan-Aram zu Laban,
    dem Sohn des Aramäers Betu‰l. Dieser war der Bruder Rebekkas, der
    Mutter Jakobs und Esaus.

    28:6 Esau sah, daß Isaak Jakob segnete und nach Paddan-Aram schickte,
    damit er sich von dort eine Frau holt. Als er ihn segnete, trug er
    ihm auf: Nimm dir keine Kanaaniterin zur Frau!

    28:7 Jakob hörte auf seinen Vater und seine Mutter und begab sich auf den
    Weg nach Paddan-Aram.

    28:8 Als Esau merkte, daß die Kanaaniterinnen seinem Vater Isaak nicht
    gefielen,

    28:9 ging er zu Ismael und nahm zu seinen Frauen noch Mahalat als Frau
    hinzu, die Schwester Nebajots, die Tochter Ismaels, des Sohnes
    Abrahams.

    28:10 Jakob zog aus Beerscheba weg und ging nach Haran.

    28:11 Er kam an einen bestimmten Ort, wo er übernachtete, denn die Sonne
    war untergegangen. Er nahm einen von den Steinen dieses Ortes, legte
    ihn unter seinen Kopf und schlief dort ein.

    28:12 Da hatte er einen Traum: Er sah eine Treppe, die auf der Erde stand
    und bis zum Himmel reichte. Auf ihr stiegen Engel Gottes auf und
    nieder.

    28:13 Und siehe, der Herr stand oben und sprach: Ich bin der Herr, der
    Gott deines Vaters Abraham und der Gott Isaaks. Das Land, auf dem du
    liegst, will ich dir und deinen Nachkommen geben.

    28:14 Deine Nachkommen werden zahlreich sein wie der Staub auf der Erde.
    Du wirst dich unaufhaltsam ausbreiten nach Westen und Osten, nach
    Norden und Süden, und durch dich und deine Nachkommen werden alle
    Geschlechter der Erde Segen erlangen.
    13,16; 12,3; 18,18; 22,18; 26,4

    28:15 Ich bin mit dir, ich behüte dich, wohin du auch gehst, und bringe
    dich zurück in dieses Land. Denn ich verlasse dich nicht, bis ich
    vollbringe, was ich dir versprochen habe.

    28:16 Jakob erwachte aus seinem Schlaf und sagte: Wirklich, der Herr ist
    an diesem Ort, und ich wußte es nicht.

    28:17 Furcht überkam ihn, und er sagte: Wie ehrfurchtgebietend ist doch
    dieser Ort! Hier ist nichts anderes als das Haus Gottes und das Tor
    des Himmels.

    28:18 Jakob stand früh am Morgen auf, nahm den Stein, den er unter seinen
    Kopf gelegt hatte, stellte ihn als Steinmal auf und goß Öl darauf.

    28:19 Dann gab er dem Ort den Namen Bet-El (Gotteshaus). Früher hieß die
    Stadt Lus.

    28:20 Jakob machte das Gelübde: Wenn Gott mit mir ist und mich auf diesem
    Weg, den ich eingeschlagen habe, behütet, wenn er mir Brot zum Essen
    und Kleider zum Anziehen gibt,

    28:21 wenn ich wohlbehalten heimkehre in das Haus meines Vaters und der
    Herr sich mir als Gott erweist,

    28:22 dann soll der Stein, den ich als Steinmal aufgestellt habe, ein
    Gotteshaus werden, und von allem, was du mir schenkst, will ich dir
    den zehnten Teil geben.

    Jakobs Frauen und Söhne: 29,1 - 30,24

    29:1 Jakob machte sich auf und zog weiter ins Land der Söhne des Ostens.
    1-30,24: Jakobs Ehe mit zwei Schwestern widerspricht Lev 18,18,
    wird aber vor der Gesetzgebung vom Sinai nicht beanstandet. Zu den
    Söhnen von den zwei Mägden vgl. die Anmerkung zu 16,2.

    29:2 Eines Tages sah er einen Brunnen auf freiem Feld. Dort lagerten drei
    Herden von Schafen und Ziegen; denn aus dem Brunnen tränkte man die
    Herden. Ein großer Stein lag über der Brunnenöffnung.

    29:3 Wenn sich dort alle Herden eingefunden hatten, schob man den Stein
    von der Brunnenöffnung und tränkte das Vieh. Dann schob man den
    Stein wieder zurück an seinen Platz über der Brunnenöffnung.

    29:4 Jakob fragte die Leute dort: Meine Brüder, woher seid ihr? Aus
    Haran, antworteten sie.

    29:5 Da sagte er zu ihnen: Kennt ihr Laban, den Sohn Nahors? Ja, wir
    kennen ihn, antworteten sie.

    29:6 Weiter fragte er sie: Geht es ihm gut? Sie entgegneten: Ja, es geht
    ihm gut. Aber da kommt gerade seine Tochter Rahel mit der Herde.

    29:7 Da sagte er: Es ist noch mitten am Tag und nicht die Zeit, das Vieh
    zusammenzutreiben. Tränkt doch die Tiere, dann geht, und weidet
    weiter!

    29:8 Da sagten sie: Das können wir nicht, bevor nicht alle Herden sich
    eingefunden haben. Erst dann kann man den Stein von der
    Brunnenöffnung wegschieben und die Tiere tränken.

    29:9 Während er sich noch mit ihnen unterhielt, war Rahel mit der Herde,
    die ihrem Vater gehörte, eingetroffen; denn sie war Hirtin.

    29:10 Als Jakob Rahel, die Tochter Labans, des Bruders seiner Mutter, und
    dessen Herde sah, trat er hinzu, schob den Stein von der
    Brunnenöffnung und tränkte das Vieh Labans, des Bruders seiner
    Mutter.

    29:11 Dann küßte er Rahel und begann laut zu weinen.

    29:12 Jakob sagte zu Rahel, daß er ein Bruder ihres Vaters und der Sohn
    Rebekkas sei. Da lief sie weg und erzählte es ihrem Vater.

    29:13 Als Laban von Jakob, dem Sohn seiner Schwester, hörte, lief er ihm
    entgegen; er umarmte und küßte ihn und führte ihn in sein Haus.
    Jakob erzählte Laban die ganze Geschichte.

    29:14 Da erwiderte ihm Laban: Du bist wirklich mein Bein und mein Fleisch.
    Als Jakob etwa einen Monat bei ihm geblieben war,
    Zu der Redensart vgl. die Anmerkung zu 2,21-23.

    29:15 sagte Laban zu ihm: Sollst du mir umsonst dienen, weil du mein
    Bruder bist? Sag mir, welchen Lohn du haben willst.

    29:16 Laban hatte zwei Töchter; die ältere hieß Lea, die jüngere Rahel.

    29:17 Die Augen Leas waren matt, Rahel aber war schön von Gestalt und
    hatte ein schönes Gesicht.

    29:18 Jakob hatte Rahel lieb, und so sagte er: Ich will dir um die jüngere
    Tochter Rahel sieben Jahre dienen.

    29:19 Laban entgegnete: Es ist besser, ich gebe sie dir als einem anderen.
    Bleib bei mir!

    29:20 Jakob diente also um Rahel sieben Jahre. Weil er sie liebte, kamen
    sie ihm wie wenige Tage vor.
    Hos 12,13

    29:21 Dann aber sagte er zu Laban: Gib mir jetzt meine Frau; denn meine
    Zeit ist um, und ich will nun zu ihr gehen.

    29:22 Da ließ Laban alle Männer des Ortes zusammenkommen und veranstaltete
    ein Festmahl.

    29:23 Am Abend nahm er aber seine Tochter Lea, führte sie zu ihm, und
    Jakob wohnte ihr bei.

    29:24 Laban gab seine Magd Silpa seiner Tochter Lea zur Magd.

    29:25 Am Morgen stellte sich heraus: Es war Lea. Da sagte Jakob zu Laban:
    Was hast du mir angetan? Habe ich dir denn nicht um Rahel gedient?
    Warum hast du mich hintergangen?

    29:26 Laban erwiderte: Es ist hierzulande nicht üblich, die Jüngere vor
    der Älteren zur Ehe zu geben.

    29:27 Verbring mit dieser noch die Brautwoche, dann soll dir auch die
    andere gehören um weitere sieben Jahre Dienst.

    29:28 Jakob ging darauf ein. Er verbrachte mit Lea die Brautwoche, dann
    gab ihm Laban seine Tochter Rahel zur Frau.

    29:29 Laban gab seine Magd Bilha seiner Tochter Rahel zur Magd.

    29:30 Jakob wohnte Rahel ebenfalls bei, und er liebte Rahel mehr als Lea.
    Er blieb noch weitere sieben Jahre bei Laban im Dienst.

    29:31 Als der Herr sah, daß Lea zurückgesetzt wurde, öffnete er ihren
    Mutterschoß, Rahel aber blieb unfruchtbar.

    29:32 Lea wurde schwanger und gebar einen Sohn. Sie nannte ihn Ruben
    (Seht, ein Sohn!); denn sie sagte: Der Herr hat mein Elend gesehen.
    Jetzt wird mein Mann mich lieben.

    29:33 Sie wurde abermals schwanger und gebar einen Sohn. Da sagte sie: Der
    Herr hat gehört, daß ich zurückgesetzt bin, und hat mir auch noch
    diesen geschenkt. Sie nannte ihn Simeon (Hörer).

    29:34 Sie wurde noch einmal schwanger und gebar einen Sohn. Da sagte sie:
    Jetzt endlich wird mein Mann an mir hängen, denn ich habe ihm drei
    Söhne geboren. Darum nannte sie ihn Levi (Anhang).

    29:35 Abermals wurde sie schwanger und gebar einen Sohn. Da sagte sie:
    Diesmal will ich dem Herrn danken. Darum nannte sie ihn Juda (Dank).
    Dann bekam sie keine Kinder mehr.

    30:1 Als Rahel sah, daß sie Jakob keine Kinder gebar, wurde sie
    eifersüchtig auf ihre Schwester. Sie sagte zu Jakob: Verschaff mir
    Söhne! Wenn nicht, sterbe ich.

    30:2 Da wurde Jakob zornig auf Rahel und sagte: Nehme ich etwa die Stelle
    Gottes ein, der dir die Leibesfrucht versagt?

    30:3 Sie antwortete: Da ist meine Magd Bilha. Geh zu ihr! Sie soll auf
    meine Knie gebären, dann komme auch ich durch sie zu Kindern.
    Die Adoptivmutter nimmt das Kind der Magd unmittelbar nach der
    Geburt auf ihre Knie zum Zeichen dafür, daß sie es als ihr eigenes
    annimmt (vgl. 50,23).

    30:4 Sie gab ihm also ihre Magd Bilha zur Frau, und Jakob ging zu ihr.

    30:5 Bilha wurde schwanger und gebar Jakob einen Sohn.

    30:6 Rahel sagte: Gott hat mir Recht verschafft; er hat auch meine Stimme
    gehört und mir einen Sohn geschenkt. Deshalb nannte sie ihn Dan
    (Richter).

    30:7 Bilha, Rahels Magd, wurde abermals schwanger und gebar Jakob einen
    zweiten Sohn.

    30:8 Da sagte Rahel: Gotteskämpfe habe ich ausgestanden mit meiner
    Schwester, und ich habe mich durchgesetzt. So nannte sie ihn Naftali
    (Kämpfer).

    30:9 Als Lea sah, daß sie keine Kinder mehr bekam, nahm sie ihre Magd
    Silpa und gab sie Jakob zur Frau.

    30:10 Leas Magd Silpa gebar Jakob einen Sohn.

    30:11 Da sprach Lea: Glück auf! So nannte sie ihn Gad (Glück).

    30:12 Als Leas Magd Silpa Jakob einen zweiten Sohn gebar,

    30:13 sagte Lea: Mir zum Glück! Denn die Frauen werden mich
    beglückwünschen. So nannte sie ihn Ascher (Glückskind).

    30:14 Einst ging Ruben zur Zeit der Weizenernte weg und fand auf dem Feld
    Alraunen. Er brachte sie seiner Mutter Lea mit. Da sagte Rahel zu
    Lea: Gib mir doch ein paar von den Alraunen deines Sohnes!

    30:15 Sie aber erwiderte ihr: Ist es dir nicht genug, mir meinen Mann
    wegzunehmen? Nun willst du mir auch noch die Alraunen meines Sohnes
    nehmen? Da entgegnete Rahel: Gut, dann soll Jakob für die Alraunen
    deines Sohnes heute nacht bei dir schlafen.

    30:16 Als Jakob am Abend vom Feld kam, ging ihm Lea entgegen und sagte: Zu
    mir mußt du kommen! Ich habe dich nämlich erworben um den Preis der
    Alraunen meines Sohnes. So schlief er in jener Nacht bei ihr.

    30:17 Gott erhörte Lea. Sie wurde schwanger und gebar Jakob einen fünften
    Sohn.

    30:18 Da sagte Lea: Gott hat mich dafür belohnt, daß ich meine Magd meinem
    Mann gegeben habe. Sie nannte ihn Issachar (Lohn).

    30:19 Noch einmal wurde Lea schwanger und gebar Jakob einen sechsten Sohn.

    30:20 Da sagte Lea: Gott hat mich mit einem schönen Geschenk bedacht.
    Jetzt endlich wird mein Mann bei mir bleiben, da ich ihm doch sechs
    Söhne geboren habe. Sie nannte ihn also Sebulon (Bleibe).

    30:21 Schließlich gebar sie eine Tochter und nannte sie Dina.

    30:22 Nun erinnerte sich Gott an Rahel. Gott erhörte sie und öffnete ihren
    Mutterschoß.

    30:23 Sie wurde schwanger und gebar einen Sohn. Da sagte sie: Gott hat die
    Schande von mir genommen.

    30:24 Sie nannte ihn Josef (Zufüger) und sagte: Der Herr gebe mir noch
    einen anderen Sohn hinzu.

    Jakobs List gegen Laban: 30,25-43

    30:25 Nachdem Rahel Josef geboren hatte, sagte Jakob zu Laban: Entlaß
    mich! Ich will in meine Heimat ziehen.

    30:26 Gib mir meine Frauen und Kinder, um die ich dir gedient habe, damit
    ich gehen kann. Du weißt ja um meinen Dienst, den ich dir geleistet
    habe.

    30:27 Laban antwortete ihm: Wenn ich nur dein Wohlwollen finde! Ich stand
    unter günstigen Vorzeichen, und der Herr hat mich deinetwegen
    gesegnet.

    30:28 Weiter sagte er: Bestimm selbst deinen Lohn, und ich werde ihn dir
    aushändigen.

    30:29 Da sagte Jakob zu ihm: Du weißt um meinen Dienst und um dein Vieh,
    das mir anvertraut war.

    30:30 Das wenige, das du hattest, bevor ich kam, hat sich gewaltig
    vermehrt, und der Herr hat dich gesegnet für jeden meiner Schritte.
    Und jetzt - wann werde auch ich etwas für mein eigenes Haus tun
    können?

    30:31 Da sagte Laban: Was soll ich dir geben? Du brauchst mir weiter
    nichts zu geben, antwortete Jakob, wenn du mit folgendem Vorschlag
    einverstanden bist: Ich will dein Vieh weiterhin weiden und hüten.

    30:32 Ich will heute unter deinem Vieh umhergehen. Und du sondere dort
    alle schwarzgesprenkelten oder schwarzscheckigen und alle dunklen
    Schafe aus, ebenso die weißscheckigen und weißgesprenkelten Ziegen.
    Das soll mein Lohn sein.
    Der Sinn des Verses ist in H nicht klar.

    30:33 Morgen soll meine Redlichkeit offenbar werden, wenn du kommst,
    meinen Lohn zu besehen: Alles, was nicht weißgesprenkelt und
    weißscheckig unter den Ziegen und dunkel unter den Lämmern ist, das
    soll als von mir gestohlen gelten.

    30:34 Gut, sagte Laban, wie du gesagt hast, soll es geschehen.

    30:35 Am selben Tag noch sonderte er die hellgestreiften und
    weißscheckigen Ziegenböcke aus und alle weißgesprenkelten und
    weißscheckigen Ziegen, alles, an dem etwas Weißes war, und alles
    Dunkle unter den Lämmern, und übergab es seinen Söhnen.

    30:36 Dann entfernte er sich drei Tagesmärsche von Jakob, der das übrige
    Vieh Labans weidete.

    30:37 Nun holte sich Jakob frische Ruten von Silberpappeln, Mandelbäumen
    und Platanen, schälte weiße Streifen heraus und legte so das Weiße
    an den Ruten bloß.

    30:38 Die geschälten Ruten legte er in die Tröge, in die Wasserrinnen, zu
    denen die Tiere zur Tränke kamen, gerade vor die Tiere hin. Die
    Tiere begatteten sich, wenn sie zur Tränke kamen.

    30:39 Hatten sich die Tiere vor den Ruten begattet, so warfen sie
    gestreifte, gesprenkelte und scheckige Junge.

    30:40 Die Lämmer teilte Jakob auf. Er richtete den Blick der Tiere auf das
    Gestreifte und alles Dunkle in der Herde Labans. So legte er sich
    selbst Herden zu und tat sie nicht zum Vieh Labans.
    Der zweite Satz des Verses ist in H unklar.

    30:41 Jedesmal nun, wenn sich die kräftigen Tiere begatteten, legte Jakob
    die Ruten in die Tröge, so daß die Tiere sie vor Augen hatten, wenn
    sie sich begatteten.

    30:42 Bei den schwächlichen Tieren aber legte er sie nicht hin. So wurden
    die schwächlichen Labans, die kräftigen dagegen Jakobs Eigentum,

    30:43 und der Mann wurde überaus reich; er besaß eine Menge Schafe und
    Ziegen, Mägde und Knechte, Kamele und Esel.

    Jakobs Trennung von Laban: 31,1 - 32,1

    31:1 Jakob hatte erfahren, daß die Söhne Labans sagten: Jakob hat alles,
    was unserem Vater gehört, weggenommen; auf Kosten unseres Vaters hat
    er sich so bereichert.

    31:2 Jakob sah Laban ins Gesicht: Laban war ihm nicht mehr zugetan wie
    früher.

    31:3 Da sagte der Herr zu Jakob: Kehr zurück in das Land deiner Väter und
    zu deiner Verwandtschaft! Ich bin mit dir.

    31:4 Jakob ließ Rahel und Lea auf das Feld zu seiner Herde rufen

    31:5 und sagte zu ihnen: Ich sehe am Gesicht eures Vaters, daß er mir
    nicht mehr so gesinnt ist wie früher. Aber der Gott meines Vaters
    war mit mir.

    31:6 Ihr wißt, daß ich mit allen Kräften eurem Vater gedient habe.

    31:7 Aber euer Vater hat mich hintergangen und meinen Lohn zehnmal
    geändert; Gott freilich hat ihn daran gehindert, mich zu schädigen.

    31:8 Sagte er, die Gesprenkelten sollen dein Lohn sein, dann warfen alle
    Tiere gesprenkelte Junge; sagte er, die Gestreiften sollen dein Lohn
    sein, dann warfen alle Tiere gestreifte Junge.

    31:9 Gott hat eurem Vater den Viehbestand entzogen und ihn mir gegeben.

    31:10 Zur Zeit, da die Tiere brünstig waren, hatte ich einen Traum; ich
    sah: Gestreifte, gesprenkelte und fleckige Böcke besprangen die
    Tiere.

    31:11 Der Engel Gottes sprach im Traum zu mir: Jakob! Ich antwortete: Hier
    bin ich.

    31:12 Dann sprach er: Schau hin: Alle Böcke, welche die Tiere bespringen,
    sind gestreift, gesprenkelt oder gefleckt. Ich habe nämlich alles
    gesehen, was dir Laban antut.

    31:13 Ich bin der Gott von Bet-El, wo du das Steinmal gesalbt und mir ein
    Gelübde gemacht hast. Jetzt auf, zieh fort aus diesem Land, und kehr
    in deine Heimat zurück!
    28,18.20

    31:14 Rahel und Lea antworteten ihm: Haben wir noch Anteil oder Erbe im
    Haus unseres Vaters?

    31:15 Gelten wir ihm nicht wie Fremde? Er hat uns ja verkauft und sogar
    unser Geld aufgezehrt.

    31:16 Ja, der ganze Reichtum, den Gott unserem Vater weggenommen hat, uns
    gehört er und unseren Söhnen. Nun also, tu jetzt alles, was Gott dir
    gesagt hat.

    31:17 Da machte sich Jakob auf, hob seine Söhne und Frauen auf die Kamele

    31:18 und führte sein ganzes Vieh fort, seinen ganzen Besitz an Vieh, den
    er in Paddan-Aram erworben hatte, um zu seinem Vater Isaak nach
    Kanaan zurückzukehren.

    31:19 Laban war weggegangen, um seine Schafe zu scheren; da stahl Rahel
    die Götterbilder ihres Vaters,
    Die Schafschur war mit einem Fest verbunden. Laban war daher
    abgelenkt, und für Jakob war das eine günstige Gelegenheit zur
    Flucht. Nach dem in der Heimat Labans geltenden Erbrecht gehen die
    Bilder der Familiengötter in den Besitz des Erben über. Durch die
    Mitnahme der Familiengötter beansprucht Rahel also das Erbrecht.

    31:20 und Jakob überlistete den Aramäer Laban: Er verriet ihm nicht, daß
    er sich davonmachen wollte.

    31:21 Mit allem, was ihm gehörte, machte er sich auf und davon. Er
    überquerte den Strom (den Eufrat) und schlug die Richtung zum
    Gebirge von Gilead ein.

    31:22 Am dritten Tag meldete man Laban, Jakob sei auf und davon.

    31:23 Da nahm Laban seine Brüder mit und jagte ihm sieben Tage lang nach.
    Im Gebirge von Gilead war er ihm schon ganz nahe.

    31:24 Gott aber kam in einem nächtlichen Traum zum Aramäer Laban und
    sprach zu ihm: Hüte dich, Jakob auch nur das Geringste vorzuwerfen.

    31:25 Laban holte Jakob ein, als dieser gerade im Gebirge die Zelte
    aufgeschlagen hatte. Da schlug auch Laban mit seinen Brüdern im
    Gebirge von Gilead die Zelte auf.

    31:26 Laban sagte nun zu Jakob: Was hast du getan? Du hast mich überlistet
    und meine Töchter wie Kriegsgefangene weggeführt.

    31:27 Warum hast du mir verheimlicht, daß du dich davonmachen wolltest,
    und warum hast du mich überlistet und mir nichts gesagt? Ich hätte
    dir gern das Geleit gegeben mit Gesang, Pauken und Harfen.

    31:28 Du hast mir aber nicht einmal gestattet, meine Söhne und Töchter zu
    küssen. Da hast du töricht gehandelt.
    Söhne: hier im Sinn von ®Enkel¯.

    31:29 Es stünde in meiner Macht, euch Schlimmes anzutun; aber der Gott
    eures Vaters hat mir gestern nacht gesagt: Hüte dich, Jakob auch nur
    das Geringste vorzuwerfen.

    31:30 Nun bist du also fortgezogen, weil du Heimweh hattest nach deinem
    Vaterhaus. Aber warum hast du meine Götter gestohlen?

    31:31 Jakob erwiderte Laban: Ich fürchtete mich und meinte, du könntest
    mir deine Töchter wegnehmen.

    31:32 Bei wem du aber deine Götter findest, der soll nicht am Leben
    bleiben. In Gegenwart unserer Brüder durchsuche, was ich habe, und
    nimm, was dein ist. Jakob wußte nicht, daß Rahel die Götter
    gestohlen hatte.

    31:33 Laban betrat das Zelt Jakobs, das Zelt der Lea und das der beiden
    Mägde, fand aber nichts. Vom Zelt der Lea ging er in das Zelt
    Rahels.
    33-35: Aus der Erzählung klingt eine Verspottung der heidnischen
    Götter heraus.

    31:34 Rahel hatte die Götterbilder genommen, sie in die Satteltasche des
    Kamels gelegt und sich daraufgesetzt. Laban durchstöberte das ganze
    Zelt, fand aber nichts.

    31:35 Rahel aber sagte zu ihrem Vater: Sei nicht böse, mein Herr! Ich kann
    vor dir nicht aufstehen, es geht mir gerade, wie es eben Frauen
    ergeht. Er suchte weiter, die Götterbilder aber fand er nicht.

    31:36 Da wurde Jakob zornig und begann mit Laban zu streiten. Jakob
    ergriff das Wort und sagte zu Laban: Was habe ich verbrochen, was
    habe ich Unrechtes getan, daß du mir nachhetzt?

    31:37 Alle meine Sachen hast du durchstöbert. Was hast du gefunden an
    Sachen, die zu deinem Haus gehören? Leg sie her vor meine und deine
    Brüder, und sie sollen zwischen uns beiden entscheiden.
    Brüder: hier im Sinn von ®Verwandte¯.

    31:38 Schon zwanzig Jahre bin ich bei dir. Deine Schafe und Ziegen hatten
    keinen Fehlwurf. Die Böcke deiner Herde habe ich nicht aufgezehrt.

    31:39 Gerissenes Vieh habe ich dir nicht gebracht; ich habe es selbst
    ersetzt. Du hättest ja doch Ersatz gefordert, ob es mir nun bei Tag
    oder bei Nacht abhanden kam.

    31:40 So ging es mir: Bei Tag fraß mich die Hitze, der Frost bei Nacht,
    und der Schlaf floh meine Augen.

    31:41 Schon zwanzig Jahre diene ich in deinem Haus, vierzehn Jahre um
    deine beiden Töchter und sechs Jahre um dein Vieh. Du aber hast
    meinen Lohn zehnmal geändert.

    31:42 Wäre nicht der Gott meines Vaters, der Gott Abrahams und der
    Schrecken Isaaks, für mich eingetreten, dann hättest du mich jetzt
    mit leeren Händen weggeschickt. Doch Gott hat mein Elend und die
    Mühe meiner Hände gesehen, und gestern nacht hat er entschieden.
    ®Schrecken Isaaks¯ ist ein altertümlicher Gottesname.

    31:43 Darauf ergriff Laban das Wort und sagte zu Jakob: Die Töchter sind
    meine Töchter, und die Söhne sind meine Söhne, und das Vieh ist mein
    Vieh, und alles, was du siehst, gehört mir. Was kann ich heute für
    meine Töchter tun oder für die Söhne, die sie geboren haben?

    31:44 Jetzt aber komm, wir wollen einen Vertrag schließen, ich und du. Der
    Vertrag soll Zeuge sein zwischen mir und dir.

    31:45 Da nahm Jakob einen Stein und richtete ihn als Steinmal auf.

    31:46 Jakob sagte zu seinen Brüdern: Tragt Steine zusammen! Da holten sie
    Steine und legten einen Steinhügel an. Dort auf dem Steinhügel aßen
    sie.

    31:47 Laban nannte ihn Jegar-Sahaduta, und Jakob nannte ihn Gal-Ed.

    31:48 Dieser Steinhügel, sagte Laban, soll heute Zeuge sein zwischen mir
    und dir. Darum gab er ihm den Namen Gal-Ed (Zeugenhügel)

    31:49 und Mizpa (Spähturm), weil er sagte: Der Herr sei Späher zwischen
    mir und dir, wenn wir voneinander nichts mehr wissen.
    Gott soll wie ein Späher darüber wachen, daß beide den Vertrag
    einhalten.

    31:50 Solltest du meine Töchter schlecht behandeln oder dir außer meinen
    Töchtern noch andere Frauen nehmen - auch wenn kein Mensch bei uns
    ist: Sieh, Gott ist Zeuge zwischen mir und dir.

    31:51 Weiter sagte Laban zu Jakob: Hier, dieser Steinhügel, hier, dieses
    Steinmal, das ich zwischen mir und dir errichtet habe -

    31:52 Zeuge sei dieser Steinhügel. Zeuge sei dieses Steinmal: Nie will ich
    diesen Steinhügel in böser Absicht gegen dich überschreiten, und nie
    sollst du diesen Steinhügel oder dieses Steinmal in böser Absicht
    gegen mich überschreiten.

    31:53 Der Gott Abrahams und der Gott Nahors seien Richter zwischen uns. Da
    leistete Jakob einen Eid beim Schrecken seines Vaters Isaak.
    zwischen uns: H fügt hinzu ®der Gott ihrer Väter¯, was G mit Recht
    wegläßt. - Zu ®Schrecken seines Vaters¯ vgl. V. 42 und die dortige
    Anmerkung.

    31:54 Dann schlachtete Jakob auf dem Berg ein Opfertier und lud seine
    Brüder zum Mahl ein. Sie aßen und verbrachten die Nacht auf dem
    Berg.

    32:1 Früh am Morgen stand Laban auf, küßte seine Söhne und Töchter und
    segnete sie. Dann machte er sich auf den Weg und kehrte nach Hause
    zurück.

    Die Boten und Geschenke für Esau: 32,2-22

    32:2 Auch Jakob zog seines Weges. Da begegneten ihm Engel Gottes.

    32:3 Als Jakob sie erblickte, sagte er: Das ist das Heerlager Gottes. Dem
    Ort gab er darum den Namen Mahanajim (Doppellager).

    32:4 Jakob sandte Boten vor sich her zu seinem Bruder Esau nach Se‹r, in
    das Gebiet von Edom.

    32:5 Er trug ihnen auf: Ihr sollt Esau, meinem Herrn, sagen: So sagt dein
    Knecht Jakob: Bei Laban habe ich mich aufgehalten und bin bis jetzt
    ausgeblieben.

    32:6 Ich habe Ochsen und Esel, Schafe und Ziegen, Knechte und Mägde. Ich
    gebe nun meinem Herrn durch Boten Nachricht, um dein Wohlwollen zu
    finden.

    32:7 Die Boten kehrten zu Jakob zurück und berichteten: Als wir zu deinem
    Bruder Esau kamen, war auch er schon unterwegs zu dir. Vierhundert
    Mann hat er bei sich.

    32:8 Jakob wurde angst und bange. Er teilte seine Leute, die Schafe und
    Ziegen, die Rinder und Kamele auf zwei Lager auf

    32:9 und sagte: Wenn Esau zu dem einen Lager kommt und es niedermacht,
    dann kann das andere Lager entkommen.

    32:10 Und Jakob sagte: Du Gott meines Vaters Abraham und Gott meines
    Vaters Isaak, Herr, du hast mir gesagt: Kehr in deine Heimat und zu
    deiner Verwandtschaft zurück; ich werde es dir gut gehen lassen.
    31,3

    32:11 Ich bin nicht wert all der Hulderweise und all der Treue, die du
    deinem Knecht erwiesen hast. Denn nur mit einem Stab habe ich den
    Jordan dort überschritten, und jetzt sind aus mir zwei Lager
    geworden.

    32:12 Entreiß mich doch der Hand meines Bruders, der Hand Esaus! Ich
    fürchte nämlich, er könnte kommen und mich erschlagen, Mutter und
    Kinder.

    32:13 Du hast doch gesagt: Ich will es dir gut gehen lassen und will deine
    Nachkommen zahlreich machen wie den Sand am Meer, den niemand zählen
    kann vor Menge.
    32,10; 22,17; 28,14

    32:14 Er brachte dort jene Nacht zu. Dann stellte er von allem, was er
    gerade zur Hand hatte, ein Geschenk für seinen Bruder Esau zusammen:

    32:15 zweihundert Ziegen und zwanzig Böcke, zweihundert Mutterschafe und
    zwanzig Widder,

    32:16 dreißig säugende Kamele mit ihren Jungen, vierzig Kühe und zehn
    Stiere, zwanzig Eselinnen und zehn Esel.

    32:17 Er übergab sie, nach Herden gesondert, seinen Knechten und sagte zu
    ihnen: Zieht mir voraus, und haltet zwischen den einzelnen Herden
    Abstand.

    32:18 Dem ersten trug er auf: Wenn du auf meinen Bruder Esau triffst und
    er dich ausfragt: Zu wem gehörst du, wohin gehst du, und wem gehört
    das da vor dir?,

    32:19 dann sag: Deinem Knecht Jakob. Ein Geschenk ist es, gesandt an
    meinen Herrn, an Esau. Schau, dort hinter uns kommt er auch schon
    selbst.

    32:20 Auch dem zweiten und dritten, allen, die hinter den einzelnen Herden
    schritten, trug er auf: Im gleichen Sinn redet mit Esau, wenn ihr
    ihn trefft.

    32:21 Sagt: Schau, dort kommt dein Knecht Jakob auch schon hinter uns.
    Denn Jakob sagte sich: Ich will ihn mit der geschenkten Herde, die
    vor mir herzieht, beschwichtigen, und ihm dann erst unter die Augen
    treten. Vielleicht nimmt er mich freundlich auf.

    32:22 Die Herde, die er schenken wollte, zog ihm also voraus, er aber
    brachte jene Nacht im Lager zu.

    Jakobs Kampf mit Gott: 32,23-33

    32:23 In derselben Nacht stand er auf, nahm seine beiden Frauen, seine
    beiden Mägde sowie seine elf Söhne und durchschritt die Furt des
    Jabbok.

    32:24 Er nahm sie und ließ sie den Fluß überqueren. Dann schaffte er alles
    hinüber, was ihm sonst noch gehörte.

    32:25 Als nur noch er allein zurückgeblieben war, rang mit ihm ein Mann,
    bis die Morgenröte aufstieg.
    25-33: In dieser Erzählung sind drei alte Traditionen miteinander
    verwoben: 1. eine von der Umbenennung des Namens Jakob in Israel
    (vgl. 35,9f); 2. eine, die die Herkunft des Ortsnamens Penu‰l erklär
    (Gottesgesicht); 3. eine, die den sonderbaren Brauch begründet, den
    Muskelstrang über dem Hüftgelenk der Tiere nicht zu essen. Der
    unbekannte ®Mann¯ war vielleicht in der vorisraelitischen Form der
    Erzählung ein dämonisches Wesen; die israelitische Tradition erkennt
    in ihm Gott selbst oder zumindest ein himmlisches Wesen, einen Engel

    32:26 Als der Mann sah, daß er ihm nicht beikommen konnte, schlug er ihn
    aufs Hüftgelenk. Jakobs Hüftgelenk renkte sich aus, als er mit ihm
    rang.

    32:27 Der Mann sagte: Laß mich los; denn die Morgenröte ist aufgestiegen.
    Jakob aber entgegnete: Ich lasse dich nicht los, wenn du mich nicht
    segnest.

    32:28 Jener fragte: Wie heißt du? Jakob, antwortete er.

    32:29 Da sprach der Mann: Nicht mehr Jakob wird man dich nennen, sondern
    Israel (Gottesstreiter); denn mit Gott und Menschen hast du
    gestritten und hast gewonnen.

    32:30 Nun fragte Jakob: Nenne mir doch deinen Namen! Jener entgegnete: Was
    fragst du mich nach meinem Namen? Dann segnete er ihn dort.

    32:31 Jakob gab dem Ort den Namen Penu‰l (Gottesgesicht) und sagte: Ich
    habe Gott von Angesicht zu Angesicht gesehen und bin doch mit dem
    Leben davongekommen.

    32:32 Die Sonne schien bereits auf ihn, als er durch Penu‰l zog; er hinkte
    an seiner Hüfte.

    32:33 Darum essen die Israeliten den Muskelstrang über dem Hüftgelenk
    nicht bis auf den heutigen Tag; denn er hat Jakob aufs Hüftgelenk,
    auf den Hüftmuskel geschlagen.

    Jakobs Versöhnung mit Esau: 33,1-20

    33:1 Jakob blickte auf und sah: Esau kam und mit ihm vierhundert Mann. Da
    verteilte er die Kinder auf Lea und Rahel und auf die beiden Mägde.

    33:2 Die Mägde und deren Kinder stellte er vorn hin, dahinter Lea und
    ihre Kinder und zuletzt Rahel und Josef.

    33:3 Er trat vor und warf sich siebenmal zur Erde nieder, bis er vor
    seinem Bruder stand.

    33:4 Esau lief ihm entgegen, umarmte ihn und fiel ihm um den Hals; er
    küßte ihn, und sie weinten.

    33:5 Dann blickte Esau auf und sah die Frauen mit den Kindern. Er fragte:
    Wer sind die dort bei dir? Die Kinder, erwiderte er, die Gott deinem
    Knecht aus Wohlwollen geschenkt hat.

    33:6 Die Mägde und ihre Kinder kamen näher und warfen sich nieder.

    33:7 Dann kamen auch Lea und ihre Kinder und warfen sich nieder, und
    zuletzt kamen Josef und Rahel und warfen sich nieder.

    33:8 Da fragte Esau: Was willst du mit dem ganzen Auftrieb dort, auf den
    ich gestoßen bin? Jakob erwiderte: Ich wollte das Wohlwollen meines
    Herrn finden.

    33:9 Darauf sagte Esau: Ich habe selber genug, Bruder. Behalte, was dir
    gehört.

    33:10 Nicht doch, entgegnete Jakob, wenn ich dein Wohlwollen gefunden
    habe, dann nimm das Geschenk aus meiner Hand an! Denn dafür habe ich
    dein Angesicht gesehen, wie man das Angesicht Gottes sieht, und du
    bist mir wohlwollend begegnet.

    33:11 Nimm doch mein Begrüßungsgeschenk an, das man dir überbracht hat.
    Denn Gott hat mir Wohlwollen erwiesen, und ich habe alles, was ich
    brauche. Er drängte ihn, bis er annahm.

    33:12 Darauf machte Esau den Vorschlag: Brechen wir auf, und ziehen wir
    weiter. Ich will an deiner Seite ziehen.

    33:13 Jakob entgegnete ihm: Mein Herr weiß, daß die Kinder noch Schonung
    brauchen; auch habe ich für säugende Schafe und Rinder zu sorgen.
    Überanstrengt man sie nur einen einzigen Tag, so geht das ganze Vieh
    ein.

    33:14 Mein Herr ziehe doch seinem Knecht voraus. Ich aber will mich dem
    gemächlichen Gang der Viehherden vor mir und dem Schritt der Kinder
    anpassen, bis ich zu meinem Herrn nach Se‹r komme.

    33:15 Darauf sagte Esau: Ich will dir einige von meinen Leuten zuweisen.
    Wozu? erwiderte Jakob, ich finde ja das Wohlwollen meines Herrn.

    33:16 Esau kehrte an jenem Tag um und zog nach Se‹r zurück.

    33:17 Jakob brach nach Sukkot auf. Er baute sich ein Haus, und für sein
    Vieh errichtete er Hütten. Darum gab er dem Ort den Namen Sukkot
    (Hütten).

    33:18 Jakob gelangte, als er aus Paddan-Aram kam, wohlbehalten bis Sichem
    in Kanaan und schlug vor der Stadt sein Lager auf.

    33:19 Das Grundstück, auf dem er sein Zelt aufspannte, erwarb er von den
    Söhnen Hamors, des Vaters von Sichem, für hundert Kesita.

    33:20 Dort errichtete er einen Altar und nannte ihn: Gott, der Gott
    Israels.

    Die Rache der Jakobssöhne an den Sichemiten: 34,1-31

    34:1 Dina, die Tochter, die Lea Jakob geboren hatte, ging aus, um sich
    die Töchter des Landes anzusehen.
    1-31: Vergewaltigung einer Frau gilt noch heute bei den Beduinen
    als ein dem Mord gleichwertiges Verbrechen und löst Blutrache aus.
    Das Verwerfliche der Tat der Jakobsöhne an den Sichemiten ist nicht
    die Blutrache an sich, sondern der Vollzug der Blutrache, obwohl
    bereits Ausgleichsverhandlungen zum erfolgreichen Abschluß gekommen
    sind, die einem Verzicht auf Blutrache gleichkommen. Zur Blutrache
    nach Vergewaltigung einer Frau vgl. auch 2 Sam 13.

    34:2 Sichem, der Sohn des Hiwiters Hamor, des Landesfürsten, erblickte
    sie; er ergriff sie, legte sich zu ihr und vergewaltigte sie.

    34:3 Er faßte Zuneigung zu Dina, der Tochter Jakobs, er liebte das
    Mädchen und redete ihm gut zu.

    34:4 Zu seinem Vater Hamor sagte Sichem: Nimm mir dieses Mädchen zur
    Frau!

    34:5 Jakob hörte, daß man seine Tochter Dina entehrt hatte. Seine Söhne
    waren gerade auf dem Feld bei seiner Herde, und so behielt Jakob die
    Sache für sich bis zu ihrer Rückkehr.

    34:6 Inzwischen kam Hamor, der Vater Sichems, zu Jakob heraus, um mit ihm
    darüber zu reden.

    34:7 Als Jakobs Söhne vom Feld kamen und davon erfuhren, empfanden sie
    das als Beleidigung und wurden sehr zornig; eine Schandtat hatte
    Sichem an Israel begangen, weil er der Tochter Jakobs beiwohnte; so
    etwas darf man nicht tun.

    34:8 Hamor redete mit ihnen und sagte: Mein Sohn Sichem hat zu eurer
    Tochter Zuneigung gefaßt. Gebt sie ihm doch zur Frau!

    34:9 Verschwägern wir uns; gebt uns eure Töchter, und nehmt die unseren!

    34:10 Ihr könnt euch bei uns ansiedeln, und das Land steht euch offen.
    Bleibt da, geht hier euren Geschäften nach, und macht euch im Land
    ansässig!

    34:11 Sichem sagte zu Dinas Vater und zu ihren Brüdern: Finde ich euer
    Wohlwollen, dann will ich geben, was ihr auch von mir verlangt.

    34:12 Legt mir ruhig ein sehr hohes Heiratsgeld und eine hohe Brautgabe
    auf! Ich will geben, was ihr von mir verlangt. Nur gebt mir das
    Mädchen zur Frau!

    34:13 Die Söhne Jakobs gaben Sichem und seinem Vater Hamor, als sie die
    Verhandlungen aufnahmen, eine hinterhältige Antwort, weil er ihre
    Schwester entehrt hatte.

    34:14 Sie sagten zu ihnen: Wir können uns nicht darauf einlassen, unsere
    Schwester einem Unbeschnittenen zu geben; denn das gilt bei uns als
    Schande.

    34:15 Nur unter der Bedingung gehen wir auf euren Vorschlag ein, daß ihr
    euch uns anpaßt und alle männlichen Personen beschneiden laßt.

    34:16 Dann würden wir euch unsere Töchter geben, und wir könnten eure
    Töchter nehmen; wir könnten mit euch zusammen wohnen und ein
    einziges Volk werden.

    34:17 Wollt ihr aber von der Beschneidung nichts wissen, so nehmen wir
    unsere Tochter zurück und ziehen fort.

    34:18 Hamor und sein Sohn Sichem waren mit ihrem Vorschlag einverstanden.

    34:19 Der junge Mann verlor keine Zeit, die Angelegenheit zu regeln; denn
    er hatte die Tochter Jakobs lieb, und er war der einflußreichste von
    allen im Hause seines Vaters.

    34:20 Hamor und sein Sohn Sichem gingen an das Tor ihrer Stadt und
    sprachen zu ihren Mitbürgern:

    34:21 Jene Leute sind uns friedlich gesinnt. Sie könnten sich im Land
    ansiedeln und ihren Geschäften nachgehen. Das Land hat ja nach allen
    Seiten Platz genug für sie. Wir könnten ihre Töchter zu Frauen
    nehmen und unsere Töchter ihnen geben.

    34:22 Allerdings wollen die Männer bloß unter der Bedingung auf unseren
    Vorschlag eingehen, mit uns zusammen zu wohnen und ein einziges Volk
    zu werden, daß sich bei uns alle Männer beschneiden lassen, so wie
    sie beschnitten sind.

    34:23 Ihre Herden, ihr Besitz, ihr Vieh, könnte das nicht alles uns
    gehören? Gehen wir also auf ihren Vorschlag ein, dann werden sie bei
    uns bleiben.

    34:24 Alle, die durch das Tor der Stadt ausziehen, hörten auf Hamor und
    seinen Sohn Sichem; und alle Männer, alle, die durch das Tor seiner
    Stadt ausziehen, ließen sich beschneiden.
    die durch das Tor der Stadt ausziehen: die wehrfähigen Männer.

    34:25 Am dritten Tag aber, als sie an Wundfieber litten, griffen zwei
    Söhne Jakobs, Simeon und Levi, die Brüder Dinas, zum Schwert,
    überfielen ungefährdet die Stadt und brachten alles Männliche um.

    34:26 Hamor und seinen Sohn Sichem machten sie mit dem Schwert nieder,
    holten Dina aus dem Hause Sichems und gingen davon.

    34:27 Dann machten sich die Söhne Jakobs über die Erschlagenen her und
    plünderten die Stadt, weil man ihre Schwester entehrt hatte.

    34:28 Ihre Schafe und Rinder, ihre Esel und was es sonst in der Stadt oder
    auf dem Feld gab, nahmen sie mit.

    34:29 Ihre ganze Habe, all ihre Kinder und Frauen führten sie fort und
    raubten alles, was sich in den Häusern fand.

    34:30 Jakob sagte darauf zu Simeon und Levi: Ihr stürzt mich ins Unglück.
    Ihr habt mich in Verruf gebracht bei den Bewohnern des Landes, den
    Kanaanitern und Perisitern. Meine Männer kann man an den Fingern
    abzählen. Jene werden sich gegen mich zusammentun und mich
    niedermachen. Dann ist es vorbei mit mir und meinem Haus.
    49,5-7

    34:31 Die Söhne aber sagten: Durfte er unsere Schwester wie eine Dirne
    behandeln?

    Jakob wieder in Bet-El: 35,1-15

    35:1 Gott sprach zu Jakob: Zieh nach Bet-El hinauf, und laß dich dort
    nieder! Errichte dort einen Altar dem Gott, der dir auf der Flucht
    vor deinem Bruder Esau erschienen ist.

    35:2 Dann sagte Jakob zu seinem Haus und zu allen, die zu ihm gehörten:
    Entfernt die fremden Götter aus eurer Mitte, reinigt euch, und
    wechselt eure Kleider!

    35:3 Wir wollen uns aufmachen und nach Bet-El hinaufziehen. Dort will ich
    einen Altar für den Gott errichten, der mich am Tag meiner
    Bedrängnis erhört hat und der auf meinem Weg mit mir war. l

    35:4 Sie übergaben Jakob alle fremden Götter, die sie hatten, und die
    Ringe an ihren Ohren. Jakob vergrub sie unter der Eiche bei Sichem.

    35:5 Dann brachen sie auf. Da überkam ein Gottesschrecken die Städte
    ringsum, und so verfolgten sie die Söhne Jakobs nicht.

    35:6 Jakob kam nach Lus in Kanaan, das jetzt Bet-El heißt, er und alles
    Volk, das bei ihm war.

    35:7 Er baute dort einen Altar und nannte die Stätte ®Gott von Bet-El¯;
    denn auf der Flucht vor seinem Bruder hatte Gott sich ihm dort
    offenbart.
    28,12-22

    35:8 Debora, die Amme Rebekkas, starb. Man begrub sie unterhalb von
    Bet-El unter der Eiche. Er gab ihr den Namen Träneneiche.

    35:9 Gott erschien Jakob noch einmal nach seiner Rückkehr aus Paddan-Aram
    und segnete ihn.

    35:10 Gott sprach zu ihm: Dein Name ist Jakob. Dein Name soll jedoch nicht
    mehr Jakob lauten, sondern Israel soll dein Name sein. Er gab ihm
    also den Namen Israel.
    32,29

    35:11 Und Gott sprach zu ihm: Ich bin Gott, der Allmächtige. Sei
    fruchtbar, und vermehre dich! Ein Volk, eine Schar von Völkern soll
    aus dir hervorgehen, Könige sollen deinen Lenden entstammen.

    35:12 Das Land, das ich Abraham und Isaak gegeben habe, will ich dir
    geben, und auch deinen Nachkommen will ich es geben.
    13,14f; 15,17-21; 26,3f

    35:13 Dann fuhr Gott von dem Ort, an dem er mit ihm geredet hatte, zum
    Himmel auf.

    35:14 Jakob richtete an dem Ort, wo Gott mit ihm geredet hatte, ein
    Steinmal, einen Gedenkstein, auf. Darüber schüttete er ein
    Trankopfer und goß Öl darauf.

    35:15 Jakob gab dem Ort, an dem Gott mit ihm geredet hatte, den Namen
    Bet-El.

    Benjamins Geburt und Rahels Tod: 35,16-20

    35:16 Sie brachen von Bet-El auf. Nur ein kleines Stück Weg war es noch
    bis Efrata, als Rahel gebar. Sie hatte eine schwere Geburt.

    35:17 Als sie bei der Geburt schwer litt, redete ihr die Amme zu: Fürchte
    dich nicht, auch diesmal hast du einen Sohn.

    35:18 Während ihr das Leben entfloh - sie mußte nämlich sterben -, gab sie
    ihm den Namen Ben-Oni (Unheilskind); sein Vater aber nannte ihn
    Benjamin (Erfolgskind).

    35:19 Als Rahel gestorben war, begrub man sie an der Straße nach Efrata,
    das jetzt Betlehem heißt.

    35:20 Jakob errichtete ein Steinmal über ihrem Grab. Das ist das Grabmal
    Rahels bis auf den heutigen Tag.

    Die Söhne Jakobs und der Tod Isaaks: 35,21-29

    35:21 Israel brach auf und schlug sein Zelt jenseits von Migdal-Eder auf.

    35:22 Während Israel in jenem Land wohnte, ging Ruben hin und schlief mit
    Bilha, der Nebenfrau seines Vaters. Israel hörte davon. Jakob hatte
    zwölf Söhne.
    49,3f

    35:23 Die Söhne Leas waren: Ruben, der Erstgeborene Jakobs, ferner Simeon,
    Levi, Juda, Issachar und Sebulon.

    35:24 Die Söhne Rahels waren: Josef und Benjamin.

    35:25 Die Söhne Bilhas, der Magd Rahels, waren: Dan und Naftali.

    35:26 Die Söhne Silpas, der Magd Leas, waren: Gad und Ascher. Das waren
    die Söhne Jakobs, die ihm in Paddan-Aram geboren wurden.

    35:27 Jakob kam zu seinem Vater Isaak nach Mamre, nach Kirjat-Arba, das
    jetzt Hebron heißt, wo sich Abraham und Isaak als Fremde aufgehalten
    hatten.

    35:28 Isaak wurde hundertachtzig Jahre alt,

    35:29 dann verschied er. Er starb und wurde mit seinen Vorfahren vereint,
    betagt und satt an Jahren. Seine Söhne Esau und Jakob begruben ihn.

    Die Nachkommen Esaus: 36,1-43

    36:1 Das ist die Geschlechterfolge nach Esau, der auch Edom hieß:

    36:2 Esau nahm sich seine Frauen aus den Töchtern Kanaans: Ada, die
    Tochter des Hetiters Elon, Oholibama, die Tochter des Ana, eines
    Sohnes des Hiwiters Zibon,

    36:3 und Basemat, die Tochter Ismaels, eine Schwester Nebajots.

    36:4 Ada gebar dem Esau Elifas, Basemat gebar Regu‰l,

    36:5 und Oholibama gebar J‰usch, Jalam und Korach. Das waren die Söhne
    Esaus, die ihm in Kanaan geboren wurden.

    36:6 Esau nahm seine Frauen, Söhne und Töchter, alle Personen seines
    Hauses und seinen Besitz, all sein Vieh und seine ganze Habe, die er
    in Kanaan erworben hatte, und zog in ein anderes Land, fort von
    seinem Bruder Jakob.

    36:7 Ihr Besitz war nämlich zu groß, als daß sie zusammen hätten wohnen
    können. Das Land, in dem sie lebten, konnte wegen ihres
    Viehbestandes nicht beide ernähren.
    13,6

    36:8 So ließ sich Esau im Bergland Se‹r nieder. Esau ist Edom.

    36:9 Das ist die Geschlechterfolge nach Esau, dem Stammvater von Edom im
    Bergland Se‹r.

    36:10 Die Namen der Söhne Esaus sind: Elifas, der Sohn der Ada, der Frau
    Esaus, und Regu‰l, der Sohn Basemats, der Frau Esaus.

    36:11 Die Söhne des Elifas sind: Teman, Omar, Zefo, Gatam und Kenas.

    36:12 Timna war die Nebenfrau des Elifas, des Sohnes Esaus. Sie gebar dem
    Elifas Amalek. Das waren die Söhne Adas, der Frau Esaus.

    36:13 Die Söhne Regu‰ls sind: Nahat, Serach, Schamma und Misa. Das waren
    die Söhne Basemats, der Frau Esaus.

    36:14 Die Söhne, die Oholibama, die Frau Esaus und Tochter Anas, eines
    Sohnes Zibons, Esau gebar, sind: J‰usch, Jalam und Korach.

    36:15 Das sind die Häuptlinge der Söhne Esaus: die Söhne des Elifas, des
    Erstgeborenen Esaus: Häuptling Teman, Häuptling Omar, Häuptling
    Zefo, Häuptling Kenas,

    36:16 Häuptling Korach, Häuptling Gatam, Häuptling Amalek. Das waren die
    Häuptlinge des Elifas in Edom, lauter Söhne der Ada.

    36:17 Das sind die Söhne Regu‰ls, des Sohnes Esaus: Häuptling Nahat,
    Häuptling Serach, Häuptling Schamma, Häuptling Misa. Das waren die
    Häuptlinge Regu‰ls in Edom; sie waren die Söhne Basemats, der Frau
    Esaus.

    36:18 Das sind die Söhne Oholibamas, der Frau Esaus: Häuptling J‰usch,
    Häuptling Jalam, Häuptling Korach. Das waren die Häuptlinge, die von
    Oholibama, der Frau Esaus und Tochter Anas, abstammten.

    36:19 Das waren also die Söhne Esaus und deren Häuptlinge. Das ist Edom.

    36:20 Das sind die Söhne des Horiters Se‹r, die Einwohner des Landes:
    Lotan, Schobal, Zibon, Ana,

    36:21 Dischon, Ezer und Dischan. Das waren die Häuptlinge der Horiter, der
    Söhne Se‹rs, in Edom.

    36:22 Die Söhne Lotans sind: Hori und Hemam. Die Schwester Lotans ist
    Timna.

    36:23 Das sind die Söhne Schobals: Alwan, Manahat, Ebal, Schefi und Onam.

    36:24 Die Söhne Zibons sind: Aja und Ana. Das ist jener Ana, der das
    Wasser in der Wüste fand, als er die Esel seines Vaters Zibon
    weidete.

    36:25 Die Kinder Anas sind: Dischon und Oholibama, die Tochter Anas.

    36:26 Die Söhne Dischons sind: Hemdan, Eschban, Jitran und Keran.

    36:27 Die Söhne Ezers sind: Bilhan, Saawan und Akan.

    36:28 Die Söhne Dischans sind: Uz und Aran.

    36:29 Die Häuptlinge der Horiter sind: Häuptling Lotan, Häuptling Schobal,
    Häuptling Zibon, Häuptling Ana,

    36:30 Häuptling Dischon, Häuptling Ezer, Häuptling Dischan. Das waren die
    Häuptlinge der Horiter nach ihren Stämmen in Se‹r.

    36:31 Die Könige, die in Edom regierten, bevor bei den Israeliten ein
    König regierte, waren folgende:

    36:32 In Edom regierte Bela, der Sohn Beors; seine Stadt hieß Dinhaba.

    36:33 Als Bela starb, wurde König an seiner Stelle Jobab, der Sohn Serachs
    aus Bozra.

    36:34 Als Jobab starb, wurde König an seiner Stelle Huscham aus dem Land
    der Temaniter.

    36:35 Als Huscham starb, wurde König an seiner Stelle Hadad, der Sohn
    Bedads, der Midian im Grünland von Moab schlug; seine Stadt hieß
    Awit.

    36:36 Als Hadad starb, wurde König an seiner Stelle Samla aus Masreka.

    36:37 Als Samla starb, wurde König an seiner Stelle Schaul aus Rehobot am
    Strom (Eufrat).

    36:38 Als Schaul starb, wurde König an seiner Stelle Baal-Hanan, der Sohn
    Achbors.

    36:39 Als Baal-Hanan, der Sohn Achbors, starb, wurde König an seiner
    Stelle Hadar; seine Stadt hieß Pagu. Seine Frau hieß Mehetabel; sie
    war die Tochter Matreds und Enkelin Me-Sahabs.

    36:40 Das sind die Namen der Häuptlinge Esaus nach ihren Sippenverbänden,
    Orten und Namen: Häuptling Timna, Häuptling Alwa, Häuptling Jetet,

    36:41 Häuptling Oholibama, Häuptling Ela, Häuptling Pinon,

    36:42 Häuptling Kenas, Häuptling Teman, Häuptling Mibzar,

    36:43 Häuptling Magdi‰l, Häuptling Iram. Das waren die Häuptlinge Edoms
    nach ihren Siedlungsgebieten in dem Land, das sie besaßen. Soviel
    über Esau, den Stammvater von Edom.

    Die Söhne Jakobs: 37,1 - 50,26
    Josef und seine Brüder: 37,1-36

    37:1 Jakob ließ sich in dem Land nieder, in dem sich sein Vater als
    Fremder aufgehalten hatte, in Kanaan.

    37:2 Das ist die Geschlechterfolge nach Jakob: Als Josef siebzehn Jahre
    zählte, also noch jung war, weidete er mit seinen Brüdern, den
    Söhnen Bilhas und Silpas, der Frauen seines Vaters, die Schafe und
    Ziegen. Josef hinterbrachte ihrem Vater, was die Brüder Böses taten.

    37:3 Israel liebte Josef unter allen seinen Söhnen am meisten, weil er
    ihm noch in hohem Alter geboren worden war. Er ließ ihm einen
    Ärmelrock machen.
    Ein ®Ärmelrock¯ ist ein Festtagsgewand.

    37:4 Als seine Brüder sahen, daß ihr Vater ihn mehr liebte als alle seine
    Brüder, haßten sie ihn und konnten mit ihm kein gutes Wort mehr
    reden.

    37:5 Einst hatte Josef einen Traum. Als er ihn seinen Brüdern erzählte,
    haßten sie ihn noch mehr.

    37:6 Er sagte zu ihnen: Hört, was ich geträumt habe.

    37:7 Wir banden Garben mitten auf dem Feld. Meine Garbe richtete sich auf
    und blieb auch stehen. Eure Garben umringten sie und neigten sich
    tief vor meiner Garbe.

    37:8 Da sagten seine Brüder zu ihm: Willst du etwa König über uns werden
    oder dich als Herr über uns aufspielen? Und sie haßten ihn noch mehr
    wegen seiner Träume und seiner Worte.

    37:9 Er hatte noch einen anderen Traum. Er erzählte ihn seinen Brüdern
    und sagte: Ich träumte noch einmal: Die Sonne, der Mond und elf
    Sterne verneigten sich tief vor mir.

    37:10 Als er davon seinem Vater und seinen Brüdern erzählte, schalt ihn
    sein Vater und sagte zu ihm: Was soll das, was du da geträumt hast?
    Sollen wir vielleicht, ich, deine Mutter und deine Brüder, kommen
    und uns vor dir zur Erde niederwerfen?

    37:11 Seine Brüder waren eifersüchtig auf ihn, sein Vater aber vergaß die
    Sache nicht.

    37:12 Als seine Brüder fortgezogen waren, um das Vieh ihres Vaters bei
    Sichem zu weiden,

    37:13 sagte Israel zu Josef: Deine Brüder weiden bei Sichem das Vieh. Geh,
    ich will dich zu ihnen schicken. Er antwortete: Ich bin bereit.

    37:14 Da sagte der Vater zu ihm: Geh doch hin und sieh, wie es deinen
    Brüdern und dem Vieh geht, und berichte mir! So schickte er ihn aus
    dem Tal von Hebron fort, und Josef kam nach Sichem.

    37:15 Ein Mann traf ihn, wie er auf dem Feld umherirrte; er fragte ihn:
    Was suchst du?

    37:16 Josef antwortete: Meine Brüder suche ich. Sag mir doch, wo sie das
    Vieh weiden.

    37:17 Der Mann antwortete: Sie sind von hier weitergezogen. Ich habe
    nämlich gehört, wie sie sagten: Gehen wir nach Dotan. Da ging Josef
    seinen Brüdern nach und fand sie in Dotan.

    37:18 Sie sahen ihn von weitem. Bevor er jedoch nahe an sie herangekommen
    war, faßten sie den Plan, ihn umzubringen.

    37:19 Sie sagten zueinander: Dort kommt ja dieser Träumer.

    37:20 Jetzt aber auf, erschlagen wir ihn, und werfen wir ihn in eine der
    Zisternen. Sagen wir, ein wildes Tier habe ihn gefressen. Dann
    werden wir ja sehen, was aus seinen Träumen wird.

    37:21 Ruben hörte das und wollte ihn aus ihrer Hand retten. Er sagte:
    Begehen wir doch keinen Mord.

    37:22 Und Ruben sagte zu ihnen: Vergießt kein Blut! Werft ihn in die
    Zisterne da in der Steppe, aber legt nicht Hand an ihn! Er wollte
    ihn nämlich aus ihrer Hand retten und zu seinem Vater zurückbringen.

    37:23 Als Josef bei seinen Brüdern angekommen war, zogen sie ihm sein
    Gewand aus, den Ärmelrock, den er anhatte,

    37:24 packten ihn und warfen ihn in die Zisterne. Die Zisterne war leer;
    es war kein Wasser darin.

    37:25 Als sie dann beim Essen saßen und aufblickten, sahen sie, daß gerade
    eine Karawane von Ismaelitern aus Gilead kam. Ihre Kamele waren mit
    Tragakant, Mastix und Ladanum beladen. Sie waren unterwegs nach
    Ägypten.
    Tragakant, Mastix und Ladanum sind wohlriechende Harze, die als
    Räucherwerk und als Grundstoffe für die Salbenherstellung dienten.

    37:26 Da schlug Juda seinen Brüdern vor: Was haben wir davon, wenn wir
    unseren Bruder erschlagen und sein Blut zudecken?

    37:27 Kommt, verkaufen wir ihn den Ismaelitern. Wir wollen aber nicht Hand
    an ihn legen, denn er ist doch unser Bruder und unser Verwandter.
    Seine Brüder waren einverstanden.

    37:28 Midianitische Kaufleute kamen vorbei. Da zogen sie Josef aus der
    Zisterne heraus und verkauften ihn für zwanzig Silberstücke an die
    Ismaeliter. Diese brachten Josef nach Ägypten.

    37:29 Als Ruben zur Zisterne zurückkam, war Josef nicht mehr dort. Er
    zerriß seine Kleider,

    37:30 wandte sich an seine Brüder und sagte: Der Kleine ist ja nicht mehr
    da. Und ich, was soll ich jetzt anfangen?

    37:31 Da nahmen sie Josefs Gewand, schlachteten einen Ziegenbock und
    tauchten das Gewand in das Blut.

    37:32 Dann schickten sie den Ärmelrock zu ihrem Vater und ließen ihm
    sagen: Das haben wir gefunden. Sieh doch, ob das der Rock deines
    Sohnes ist oder nicht.

    37:33 Als er ihn angesehen hatte, sagte er: Der Rock meines Sohnes! Ein
    wildes Tier hat ihn gefressen. Zerrissen, zerrissen ist Josef.

    37:34 Jakob zerriß seine Kleider, legte Trauerkleider an und trauerte um
    seinen Sohn viele Tage.

    37:35 Alle seine Söhne und Töchter machten sich auf, um ihn zu trösten. Er
    aber ließ sich nicht trösten und sagte: Ich will dauernd zu meinem
    Sohn in die Unterwelt hinabsteigen. So beweinte ihn sein Vater.

    37:36 Die Midianiter aber verkauften Josef nach Ägypten an Potifar, einen
    Hofbeamten des Pharao, den Obersten der Leibwache.

    Die Familiengeschichte Judas: 38,1-30

    38:1 Um jene Zeit verließ Juda seine Brüder und begab sich hinunter zu
    einem Mann aus Adullam, der Hira hieß.

    38:2 Juda sah dort die Tochter eines Kanaaniters namens Schua. Er nahm
    sie zur Frau und wohnte ihr bei.

    38:3 Sie wurde schwanger, gebar einen Sohn und gab ihm den Namen Er.

    38:4 Sie wurde abermals schwanger, gebar einen Sohn und gab ihm den Namen
    Onan.

    38:5 Und noch einmal gebar sie einen Sohn und gab ihm den Namen Schela.
    Juda war in Kesib, als sie ihn gebar.

    38:6 Juda nahm für seinen Erstgeborenen Er eine Frau namens Tamar.

    38:7 Aber Er, der Erstgeborene Judas, mißfiel dem Herrn, und so ließ ihn
    der Herr sterben.

    38:8 Da sagte Juda zu Onan: Geh mit der Frau deines Bruders die
    Schwagerehe ein, und verschaff deinem Bruder Nachkommen!

    38:9 Onan wußte also, daß die Nachkommen nicht ihm gehören würden. Sooft
    er zur Frau seines Bruders ging, ließ er den Samen zur Erde fallen
    und verderben, um seinem Bruder Nachkommen vorzuenthalten.

    38:10 Was er tat, mißfiel dem Herrn, und so ließ er auch ihn sterben.

    38:11 Nun sagte Juda zu seiner Schwiegertochter Tamar: Bleib als Witwe im
    Haus deines Vaters, bis mein Sohn Schela groß ist. Denn er dachte:
    Er soll mir nicht auch noch sterben wie seine Brüder. Tamar ging und
    blieb im Haus ihres Vaters.

    38:12 Viele Jahre vergingen. Die Tochter Schuas, die Frau Judas, war
    gestorben. Als die Trauer vorbei war, ging Juda mit seinem Freund
    Hira aus Adullam hinauf nach Timna zur Schafschur.
    12-26: Tamars Handlungsweise erklärt sich als eine Art
    Notwehrmaßnahme, mit der sie ihr Recht auf Schwagerehe erzwingen
    will. Wenn ein Mann kinderlos starb, war der nächste Verwandte
    verpflichtet, die Witwe zu heiraten (Leviratsehe). Der erste Sohn au
    dieser Ehe galt als Sohn des Verstorbenen (Dtn 25,5-10; vgl. Rut
    2,20; 3,9.12-15; 4,1-14). Die Schuld Judas besteht darin, daß er sic
    dieser Verpflichtung entzog.

    38:13 Man berichtete Tamar: Dein Schwiegervater geht gerade nach Timna
    hinauf zur Schafschur.

    38:14 Da zog sie ihre Witwenkleider aus, legte einen Schleier über und
    verhüllte sich. Dann setzte sie sich an den Ortseingang von Enajim,
    der an der Straße nach Timna liegt. Sie hatte nämlich gemerkt, daß
    Schela groß geworden war, daß man sie ihm aber nicht zur Frau geben
    wollte.

    38:15 Juda sah sie und hielt sie für eine Dirne; sie hatte nämlich ihr
    Gesicht verhüllt.

    38:16 Da bog er vom Weg ab, ging zu ihr hin und sagte: Laß mich zu dir
    kommen! Er wußte ja nicht, daß es seine Schwiegertochter war. Sie
    antwortete: Was gibst du mir, wenn du zu mir kommen darfst?

    38:17 Er sagte: Ich werde dir ein Ziegenböckchen von der Herde schicken.
    Sie entgegnete: Du mußt mir aber ein Pfand dalassen, bis du es
    schickst.

    38:18 Da fragte er: Was für ein Pfand soll ich dir dalassen? Deinen
    Siegelring mit der Schnur und den Stab in deiner Hand, antwortete
    sie. Er gab es ihr. Dann ging er zu ihr, und sie wurde von ihm
    schwanger.

    38:19 Sie stand auf, ging weg, legte ihren Schleier ab und zog wieder ihre
    Witwenkleider an.

    38:20 Juda schickte seinen Freund aus Adullam mit dem Ziegenböckchen, um
    das Pfand aus der Hand der Frau zurückzuerhalten, er fand sie aber
    nicht.

    38:21 Er fragte die Leute aus dem Ort: Wo ist die Dirne, die in Enajim an
    der Straße saß? Sie antworteten ihm: Hier gibt es keine Dirne.

    38:22 Darauf kehrte er zu Juda zurück und sagte: Ich habe sie nicht
    gefunden, und außerdem behaupten die Leute aus dem Ort, es gebe da
    keine Dirne.

    38:23 Juda antwortete: Soll sie es behalten! Wenn man uns nur nicht
    auslacht! Ich habe ja dieses Böckchen geschickt, aber du hast sie
    nicht gefunden.

    38:24 Nach etwa drei Monaten meldete man Juda: Deine Schwiegertochter
    Tamar hat Unzucht getrieben und ist davon schwanger. Da sagte Juda:
    Führt sie hinaus! Sie soll verbrannt werden.

    38:25 Als man sie hinausführte, schickte sie zu ihrem Schwiegervater und
    ließ ihm sagen: Von dem Mann, dem das gehört, bin ich schwanger.
    Auch ließ sie sagen: Sieh genau hin: Wem gehören der Siegelring mit
    der Schnur und dieser Stab?

    38:26 Juda schaute es sich genau an und gab zu: Sie ist mir gegenüber im
    Recht, weil ich sie meinem Sohn Schela nicht zur Frau gegeben habe.
    Später verkehrte er mit ihr nicht mehr.

    38:27 Als sie niederkam, waren Zwillinge in ihrem Leib.

    38:28 Bei der Geburt streckte einer die Hand heraus. Die Hebamme griff zu,
    band einen roten Faden um die Hand und sagte: Er ist zuerst
    herausgekommen.

    38:29 Er zog aber seine Hand wieder zurück, und heraus kam sein Bruder. Da
    sagte sie: Warum hast du dir den Durchbruch erzwungen? So nannte man
    ihn Perez (Durchbruch).

    38:30 Dann erst kam sein Bruder zum Vorschein, an dessen Hand der rote
    Faden war. Ihn nannte man Serach (Rotglanz).

    Josef als Sklave in Ägypten: 39,1-21

    39:1 Josef hatte man nach Ägypten gebracht. Ein Hofbeamter des Pharao,
    ein Ägypter namens Potifar, der Oberste der Leibwache, hatte ihn den
    Ismaelitern abgekauft, die ihn dorthin gebracht hatten.

    39:2 Der Herr war mit Josef, und so glückte ihm alles. Er blieb im Haus
    seines ägyptischen Herrn.

    39:3 Dieser sah, daß der Herr mit Josef war und daß der Herr alles, was
    er unternahm, unter seinen Händen gelingen ließ.

    39:4 So fand Josef sein Wohlwollen, und er durfte ihn bedienen. Er
    bestellte ihn zum Verwalter seines Hauses und vertraute ihm alles
    an, was er besaß.

    39:5 Seit er ihm sein Haus und alles, was ihm gehörte, anvertraut hatte,
    segnete der Herr das Haus des Ägypters um Josefs willen. Der Segen
    des Herrn ruhte auf allem, was ihm gehörte im Haus und auf dem Feld.

    39:6 Er ließ seinen ganzen Besitz in Josefs Hand und kümmerte sich, wenn
    Josef da war, um nichts als nur um sein Essen. Josef war schön von
    Gestalt und Aussehen.

    39:7 Nach einiger Zeit warf die Frau seines Herrn ihren Blick auf Josef
    und sagte: Schlaf mit mir!

    39:8 Er weigerte sich und entgegnete der Frau seines Herrn: Du siehst
    doch, mein Herr kümmert sich, wenn ich da bin, um nichts im Haus;
    alles, was ihm gehört, hat er mir anvertraut.

    39:9 Er ist in diesem Haus nicht größer als ich, und er hat mir nichts
    vorenthalten als nur dich, denn du bist seine Frau. Wie könnte ich
    da ein so großes Unrecht begehen und gegen Gott sündigen?

    39:10 Obwohl sie Tag für Tag auf Josef einredete, bei ihr zu schlafen und
    ihr zu Willen zu sein, hörte er nicht auf sie.

    39:11 An einem solchen Tag kam er ins Haus, um seiner Arbeit nachzugehen.
    Niemand vom Hausgesinde war anwesend.

    39:12 Da packte sie ihn an seinem Gewande und sagte: Schlaf mit mir! Er
    ließ sein Gewand in ihrer Hand und lief hinaus.

    39:13 Als sie sah, daß er sein Gewand in ihrer Hand zurückgelassen hatte
    und hinausgelaufen war,

    39:14 rief sie nach ihrem Hausgesinde und sagte zu den Leuten: Seht nur!
    Er hat uns einen Hebräer ins Haus gebracht, der seinen Mutwillen mit
    uns treibt. Er ist zu mir gekommen und wollte mit mir schlafen; da
    habe ich laut geschrien.

    39:15 Als er hörte, daß ich laut aufschrie und rief, ließ er sein Gewand
    bei mir liegen und floh ins Freie.

    39:16 Sein Kleid ließ sie bei sich liegen, bis sein Herr nach Hause kam.

    39:17 Ihm erzählte sie die gleiche Geschichte: Der hebräische Sklave, den
    du uns gebracht hast, ist zu mir gekommen, um mit mir seinen
    Mutwillen zu treiben.

    39:18 Als ich laut aufschrie und rief, ließ er sein Gewand bei mir liegen
    und lief hinaus.

    39:19 Als sein Herr hörte, wie ihm seine Frau erzählte: So hat es dein
    Sklave mit mir getrieben!, packte ihn der Zorn.

    39:20 Er ließ Josef ergreifen und in den Kerker bringen, wo die Gefangenen
    des Königs in Haft gehalten wurden. Dort blieb er im Gefängnis.

    39:21 Aber der Herr war mit Josef. Er wandte ihm das Wohlwollen und die
    Gunst des Gefängnisleiters zu.

    Josef im Gefängnis: 39,22 - 40,23

    39:22 Der Gefängnisleiter vertraute der Hand Josefs alle Gefangenen im
    Kerker an. Alles, was dort zu besorgen war, mußte er tun.

    39:23 Der Gefängnisleiter brauchte sich um nichts zu sorgen, was Josef in
    seine Hand nahm, denn der Herr war mit ihm. Was er auch unternahm,
    der Herr ließ es ihm gelingen.

    40:1 Einige Zeit später vergingen sich der königliche Mundschenk und der
    Hofbäcker gegen ihren Herrn, den König von Ägypten.

    40:2 Der Pharao war aufgebracht über seine beiden Hofbeamten, den
    Obermundschenk und den Oberbäcker.

    40:3 Er gab sie in Haft in das Haus des Obersten der Leibwache, in den
    Kerker, wo Josef gefangengehalten wurde.

    40:4 Der Oberste der Leibwache betraute Josef mit ihrer Bedienung. Als
    sie einige Zeit in Haft waren

    40:5 hatte jeder von ihnen einen Traum. Der Mundschenk und der Bäcker des
    Königs von Ägypten, die im Kerker gefangengehalten wurden, hatten in
    derselben Nacht einen Traum, der für jeden von ihnen eine besondere
    Bedeutung haben sollte.

    40:6 Am Morgen kam Josef zu ihnen und sah ihnen an, daß sie mißmutig
    waren.

    40:7 Da fragte er die Hofbeamten des Pharao, die mit ihm im Hause seines
    Herrn in Gewahrsam gehalten wurden: Warum seht ihr heute so böse
    drein?

    40:8 Sie antworteten ihm: Wir hatten einen Traum, aber es ist keiner da,
    der ihn auslegen kann. Josef sagte zu ihnen: Ist nicht das
    Träumedeuten Sache Gottes? Erzählt mir doch!

    40:9 Darauf erzählte der Obermundschenk Josef seinen Traum. Er sagte zu
    ihm: Im Traum sah ich vor mir einen Weinstock.

    40:10 Am Weinstock waren drei Ranken, und es war mir, als triebe er
    Knospen. Seine Blüten wuchsen, und schon reiften die Beeren an
    seinen Trauben.

    40:11 Ich hatte den Becher des Pharao in meiner Hand. Ich nahm die Beeren,
    drückte sie in den Becher des Pharao aus und gab dem Pharao den
    Becher in die Hand.

    40:12 Da sprach Josef zu ihm: Das ist die Deutung: Die drei Ranken sind
    drei Tage.

    40:13 Noch drei Tage, dann wird der Pharao dich vorladen und dich wieder
    in dein Amt einsetzen. Du wirst dem Pharao den Becher reichen, wie
    es früher deine Aufgabe war, als du noch sein Mundschenk warst.

    40:14 Doch denk an mich, wenn es dir gut geht. Tu mir dann einen Gefallen:
    Erzähl dem Pharao von mir, und hol mich aus diesem Haus heraus!

    40:15 Denn entführt hat man mich aus dem Land der Hebräer, und auch hier
    habe ich nichts getan, daß man mich hätte ins Gefängnis werfen
    müssen.

    40:16 Als der Oberbäcker merkte, daß Josef eine günstige Deutung gegeben
    hatte, sagte er zu ihm: Auch ich hatte einen Traum. Ich hatte drei
    Körbe Feingebäck auf meinem Kopf.

    40:17 Im obersten Korb war allerlei Backwerk für die Tafel des Pharao.
    Aber die Vögel fraßen es aus dem Korb auf meinem Kopf.

    40:18 Josef antwortete: Das ist die Deutung: Die drei Körbe sind drei
    Tage.

    40:19 Noch drei Tage, dann wird der Pharao dich vorladen und dich an einem
    Baum aufhängen; die Vögel werden von dir das Fleisch abfressen.

    40:20 Drei Tage darauf hatte der Pharao Geburtstag. Er veranstaltete für
    alle seine Hofleute ein Gastmahl. Da lud er vor versammeltem Hof den
    Obermundschenk und den Oberbäcker vor.

    40:21 Den Obermundschenk setzte er wieder in sein Amt ein; er durfte dem
    Pharao den Becher reichen.

    40:22 Den Oberbäcker ließ er aufhängen. Alles geschah, wie es Josef ihnen
    gedeutet hatte.

    40:23 Der Obermundschenk aber dachte nicht mehr an Josef und vergaß ihn.

    Der Traum des Pharao und seine Deutung: 41,1-36

    41:1 Zwei Jahre später hatte der Pharao einen Traum: Er stand am Nil.

    41:2 Aus dem Nil stiegen sieben gut aussehende, wohlgenährte Kühe und
    weideten im Riedgras.

    41:3 Nach ihnen stiegen sieben andere Kühe aus dem Nil; sie sahen häßlich
    aus und waren mager. Sie stellten sich neben die schon am Nilufer
    stehenden Kühe,

    41:4 und die häßlichen, mageren Kühe fraßen die sieben gut aussehenden
    und wohlgenährten Kühe auf. Dann erwachte der Pharao.

    41:5 Er schlief aber wieder ein und träumte ein zweites Mal: An einem
    einzigen Halm wuchsen sieben Ähren, prall und schön.

    41:6 Nach ihnen wuchsen sieben kümmerliche, vom Ostwind ausgedörrte
    Ähren.

    41:7 Die kümmerlichen Ähren verschlangen die sieben prallen, vollen
    Ähren. Der Pharao wachte auf: Es war ein Traum.

    41:8 Am Morgen fühlte er sich beunruhigt; er schickte hin und ließ alle
    Wahrsager und Weisen Ägyptens rufen. Der Pharao erzählte ihnen seine
    Träume, doch keiner war da, der sie ihm hätte deuten können.

    41:9 Da sagte der Obermundschenk zum Pharao: Heute muß ich an meine
    Verfehlung erinnern:

    41:10 Als der Pharao über seine Diener aufgebracht war, gab er mich ins
    Haus des Obersten der Leibwache in Haft, mich und den Oberbäcker.

    41:11 Da hatten wir, ich und er, in derselben Nacht einen Traum, der für
    jeden eine besondere Bedeutung haben sollte.
    40,5

    41:12 Dort war mit uns zusammen ein junger Hebräer, ein Sklave des
    Obersten der Leibwache. Wir erzählten ihm unsere Träume, und er
    legte sie uns aus. Jedem gab er die zutreffende Deutung.

    41:13 Wie er es uns gedeutet hatte, so geschah es: Mich setzte man wieder
    in mein Amt ein, den andern hängte man auf.

    41:14 Da schickte der Pharao hin und ließ Josef rufen. Man holte ihn
    schnell aus dem Gefängnis, schor ihm die Haare, er zog andere
    Kleider an und kam zum Pharao.

    41:15 Der Pharao sagte zu Josef: Ich hatte einen Traum, doch keiner kann
    ihn deuten. Von dir habe ich aber gehört, du brauchst einen Traum
    nur zu hören, dann kannst du ihn deuten.

    41:16 Josef antwortete dem Pharao: Nicht ich, sondern Gott wird zum Wohl
    des Pharao eine Antwort geben.

    41:17 Da sagte der Pharao zu Josef: In meinem Traum stand ich am Nilufer.

    41:18 Aus dem Nil stiegen sieben wohlgenährte, stattliche Kühe und
    weideten im Riedgras.

    41:19 Nach ihnen stiegen sieben andere Kühe herauf, elend, sehr häßlich
    und mager. Nie habe ich in ganz Ägypten so häßliche Kühe gesehen.

    41:20 Die mageren und häßlichen Kühe fraßen die sieben ersten, fetten auf.

    41:21 Sie verschwanden in ihrem Bauch, aber man merkte nicht, daß sie
    darin waren; sie sahen genauso elend aus wie vorher. Dann wachte ich
    auf.

    41:22 Weiter sah ich in meinem Traum: Auf einem einzigen Halm gingen
    sieben volle, schöne Ähren auf.

    41:23 Nach ihnen wuchsen sieben taube, kümmerliche, vom Ostwind
    ausgedörrte Ähren.

    41:24 Die kümmerlichen Ähren verschlangen die sieben schönen Ähren. Ich
    habe das den Wahrsagern erzählt, aber keiner konnte mir die Deutung
    sagen.

    41:25 Darauf sagte Josef zum Pharao: Der Traum des Pharao ist ein und
    derselbe. Gott sagt dem Pharao an, was er vorhat:

    41:26 Die sieben schönen Kühe sind sieben Jahre, und die sieben schönen
    Ähren sind sieben Jahre. Es ist ein und derselbe Traum.

    41:27 Die sieben mageren und häßlichen Kühe, die nachher heraufkamen, sind
    sieben Jahre, und die sieben leeren, vom Ostwind ausgedörrten Ähren
    sind sieben Jahre Hungersnot.

    41:28 Das ist es, was ich meinte, als ich zum Pharao sagte: Gott ließ den
    Pharao sehen, was er vorhat:

    41:29 Sieben Jahre kommen, da wird großer Überfluß in ganz Ägypten sein.

    41:30 Nach ihnen aber werden sieben Jahre Hungersnot heraufziehen: Da wird
    der ganze Überfluß in Ägypten vergessen sein, und Hunger wird das
    Land auszehren.

    41:31 Dann wird man nichts mehr vom Überfluß im Land merken wegen des
    Hungers, der danach kommt; denn er wird sehr drückend sein.

    41:32 Daß aber der Pharao gleich zweimal träumte, bedeutet: Die Sache
    steht bei Gott fest, und Gott wird sie bald ausführen.

    41:33 Nun sehe sich der Pharao nach einem klugen, weisen Mann um und setze
    ihn über Ägypten.

    41:34 Der Pharao möge handeln: Er bestelle Bevollmächtigte über das Land
    und besteuere Ägypten mit einem Fünftel in den sieben Jahren des
    Überflusses.

    41:35 Die Bevollmächtigten sollen alles Brotgetreide der kommenden guten
    Jahre sammeln und auf Weisung des Pharao Korn aufspeichern; das
    Brotgetreide sollen sie in den Städten sicherstellen.

    41:36 Das Brotgetreide soll dem Land als Rücklage dienen für die sieben
    Jahre der Hungersnot, die über Ägypten kommen werden. Dann wird das
    Land nicht an Hunger zugrunde gehen.

    Josefs Macht über Ägypten: 41,37-57

    41:37 Die Rede gefiel dem Pharao und allen seinen Hofleuten.

    41:38 Der Pharao sagte zu ihnen: Finden wir einen Mann wie diesen hier,
    einen, in dem der Geist Gottes wohnt?

    41:39 Dann sagte der Pharao zu Josef: Nachdem dich Gott all das hat wissen
    lassen, gibt es niemand, der so klug und weise wäre wie du.

    41:40 Du sollst über meinem Hause stehen, und deinem Wort soll sich mein
    ganzes Volk beugen. Nur um den Thron will ich höher sein als du.

    41:41 Der Pharao sagte weiter zu Josef: Hiermit stelle ich dich über ganz
    Ägypten.

    41:42 Der Pharao nahm den Siegelring von seiner Hand und steckte ihn Josef
    an die Hand. Er bekleidete ihn mit Byssusgewändern und legte ihm die
    goldene Kette um den Hals.
    Byssus ist eine feine Leinwand.

    41:43 Dann ließ er ihn seinen zweiten Wagen besteigen. Man rief vor ihm
    aus: Achtung! So stellte er ihn über ganz Ägypten.

    41:44 Der Pharao sagte zu Josef: Ich bin der Pharao, aber ohne dich soll
    niemand seine Hand oder seinen Fuß regen in ganz Ägypten.

    41:45 Der Pharao verlieh Josef den Namen Zafenat-Paneach und gab ihm
    Asenat, die Tochter Potiferas, des Priesters von On, zur Frau. So
    wurde Josef Herr über Ägypten.

    41:46 Josef war dreißig Jahre alt, als er vor dem Pharao, dem König von
    Ägypten, stand. Josef ging vom Pharao weg und durchzog ganz Ägypten.

    41:47 Das Land brachte in den sieben Jahren des Überflusses überreichen
    Ertrag.

    41:48 Josef ließ während der sieben Jahre, in denen es Überfluß gab, alles
    Brotgetreide in Ägypten sammeln und in die Städte schaffen. Das
    Getreide der Felder rings um jede Stadt ließ er dort hineinbringen.

    41:49 So speicherte Josef Getreide in sehr großer Menge auf, wie Sand am
    Meer, bis man aufhören mußte, es zu messen, weil man es nicht mehr
    messen konnte.

    41:50 Ein Jahr, bevor die Hungersnot kam, wurden Josef zwei Söhne geboren.
    Asenat, die Tochter Potiferas, des Priesters von On, gebar sie ihm.

    41:51 Josef nannte den Erstgeborenen Manasse (Vergeßling), denn er sagte:
    Gott hat mich all meine Sorge und mein ganzes Vaterhaus vergessen
    lassen.

    41:52 Den zweiten Sohn nannte er Efraim (Fruchtbringer), denn er sagte:
    Gott hat mich fruchtbar werden lassen im Lande meines Elends.

    41:53 Die sieben Jahre des Überflusses in Ägypten gingen zu Ende,

    41:54 und es begannen die sieben Jahre der Hungersnot, wie es Josef
    vorausgesagt hatte. Eine Hungersnot brach über alle Länder herein,
    in ganz Ägypten aber gab es Brot.

    41:55 Da ganz Ägypten Hunger hatte, schrie das Volk zum Pharao nach Brot.
    Der Pharao aber sagte zu den Ägyptern: Geht zu Josef! Tut, was er
    euch sagt.

    41:56 Als die Hungersnot über das ganze Land gekommen war, öffnete Josef
    alle Speicher und verkaufte Getreide an die Ägypter. Aber der Hunger
    wurde immer drückender in Ägypten.

    41:57 Auch alle Welt kam nach Ägypten, um bei Josef Getreide zu kaufen;
    denn der Hunger wurde immer drückender auf der ganzen Erde.

    Die erste Reise der Brüder Josefs nach Ägypten: 42,1-38

    42:1 Als Jakob erfuhr, daß es in Ägypten Getreide zu kaufen gab, sagte er
    zu seinen Söhnen: Warum schaut ihr einander so an?

    42:2 Und er sagte: Ich habe gehört, daß es in Ägypten Getreide zu kaufen
    gibt. Zieht hin, und kauft dort für uns Getreide, damit wir am Leben
    bleiben und nicht sterben müssen.

    42:3 Zehn Brüder Josefs zogen also hinunter, um in Ägypten Getreide zu
    kaufen.

    42:4 Benjamin, den Bruder Josefs, ließ Jakob nicht mit seinen Brüdern
    ziehen, denn er dachte, es könnte ihm ein Unglück zustoßen.

    42:5 Die Söhne Israels kamen also mitten unter anderen, die auch gekommen
    waren, um Getreide zu kaufen; denn Hungersnot herrschte in Kanaan.

    42:6 Josef verwaltete das Land. Er war es, der allen Leuten im Lande
    Getreide verkaufte. So kamen Josefs Brüder und warfen sich vor ihm
    mit dem Gesicht zur Erde nieder.

    42:7 Als Josef seine Brüder sah, erkannte er sie. Aber er gab sich ihnen
    nicht zu erkennen, sondern fuhr sie barsch an. Er fragte sie: Wo
    kommt ihr her? Aus Kanaan, um Brotgetreide zu kaufen, sagten sie.

    42:8 Josef hatte seine Brüder erkannt, sie aber hatten ihn nicht erkannt.

    42:9 Josef erinnerte sich an das, was er von ihnen geträumt hatte, und
    sagte: Spione seid ihr. Um nachzusehen, wo das Land eine schwache
    Stelle hat, seid ihr gekommen.
    37,5-11

    42:10 Sie antworteten ihm: Nein, Herr. Um Brotgetreide zu kaufen, sind
    deine Knechte gekommen.

    42:11 Wir alle sind Söhne ein und desselben Vaters. Ehrliche Leute sind
    wir, deine Knechte sind keine Spione.

    42:12 Er aber entgegenete ihnen: Nichts da, ihr seid nur gekommen, um
    nachzusehen, wo das Land eine schwache Stelle hat.

    42:13 Da sagten sie: Wir, deine Knechte, waren zwölf Brüder, Söhne ein und
    desselben Mannes in Kanaan. Der Jüngste ist bei unserem Vater
    geblieben, und einer ist nicht mehr.

    42:14 Josef aber sagte zu ihnen: Es bleibt dabei, wie ich euch gesagt
    habe: Spione seid ihr.

    42:15 So wird man euch auf die Probe stellen: Beim Leben des Pharao! Ihr
    sollt von hier nicht eher loskommen, bis auch euer jüngster Bruder
    da ist.

    42:16 Schickt einen von euch hin! Er soll euren Bruder holen; ihr anderen
    aber werdet in Haft genommen. So wird man euer Gerede überprüfen und
    feststellen können, ob ihr die Wahrheit gesagt habt oder nicht. Beim
    Leben des Pharao, ja, Spione seid ihr.

    42:17 Dann ließ er sie für drei Tage in Haft nehmen.

    42:18 Am dritten Tag sagte Josef zu ihnen: Tut folgendes, und ihr werdet
    am Leben bleiben, denn ich fürchte Gott:

    42:19 Wenn ihr ehrliche Leute seid, soll einer von euch Brüdern in dem
    Gefängnis zurückgehalten werden, in dem ihr in Haft gewesen seid.
    Ihr anderen aber geht und bringt das gekaufte Getreide heim, um den
    Hunger eurer Familien zu stillen.

    42:20 Euren jüngsten Bruder aber schafft mir herbei, damit sich eure Worte
    als wahr erweisen und ihr nicht sterben müßt. So machten sie es.

    42:21 Sie sagten zueinander: Ach ja, wir sind an unserem Bruder schuldig
    geworden. Wir haben zugesehen, wie er sich um sein Leben ängstigte.
    Als er uns um Erbarmen anflehte, haben wir nicht auf ihn gehört.
    Darum ist nun diese Bedrängnis über uns gekommen.

    42:22 Ruben entgegnete ihnen: Habe ich euch nicht gesagt: Versündigt euch
    nicht an dem Kind! Ihr aber habt nicht gehört. Nun wird für sein
    Blut von uns Rechenschaft gefordert.

    42:23 Sie aber ahnten nicht, daß Josef zuhörte, denn er bediente sich im
    Gespräch mit ihnen eines Dolmetschers.

    42:24 Er wandte sich von ihnen ab und weinte. Als er sich ihnen wieder
    zuwandte und abermals mit ihnen redete, ließ er aus ihrer Mitte
    Simeon festnehmen und vor ihren Augen fesseln.

    42:25 Josef befahl dann, ihre Behälter mit Getreide zu füllen, einem jeden
    von ihnen das Geld wieder in den Sack zurückzulegen und ihnen für
    die Reise Verpflegung mitzugeben. So geschah es.

    42:26 Sie luden das Getreide auf ihre Esel und zogen fort.

    42:27 Als einer seinen Sack öffnete, um in der Herberge seinen Esel zu
    füttern, sah er sein Geld. Es lag in seinem Getreidesack ganz oben.

    42:28 Er sagte zu seinen Brüdern: Man hat mir mein Geld zurückgegeben.
    Seht, hier ist es in meinem Getreidesack. Da verließ sie der Mut und
    sie sagten zitternd zueinander: Was hat uns Gott da angetan?

    42:29 Sie kamen zu ihrem Vater Jakob nach Kanaan und berichteten ihm
    alles, was ihnen zugestoßen war:

    42:30 Jener Mann, der Herr des Landes, hat uns barsch angefahren und uns
    für Leute gehalten, die das Land ausspionieren.

    42:31 Wir sagten ihm: Ehrliche Leute sind wir und keine Spione.

    42:32 Wir waren zwölf Brüder, Söhne ein und desselben Vaters. Einer ist
    nicht mehr, und der Jüngste ist bei unserem Vater in Kanaan
    geblieben.

    42:33 Jener Mann aber, der Herr des Landes, sagte zu uns: Daran will ich
    erkennen, ob ihr ehrliche Leute seid: Laßt einen von euch Brüdern
    bei mir zurück, nehmt das Getreide, das den Hunger eurer Familien
    stillen soll, geht

    42:34 und schafft mir euren jüngsten Bruder herbei! So werde ich
    erfahren, daß ihr keine Spione, sondern ehrliche Leute seid. Ich
    gebe euch dann euren Bruder heraus, und ihr dürft euch frei im Land
    bewegen.

    42:35 Während sie nun ihre Säcke leerten, stellten sie fest: Jeder hatte
    seinen Geldbeutel im Sack. Als sie und ihr Vater ihre Geldbeutel
    sahen, bekamen sie Angst.

    42:36 Ihr Vater Jakob sagte zu ihnen: Ihr bringt mich um meine Kinder.
    Josef ist nicht mehr, Simeon ist nicht mehr, und Benjamin wollt ihr
    mir auch noch nehmen. Nichts bleibt mir erspart.

    42:37 Da sagte Ruben zu seinem Vater: Meine beiden Söhne magst du
    umbringen, wenn ich ihn dir nicht zurückbringe. Vertrau ihn meiner
    Hand an; ich bringe ihn dir wieder zurück.

    42:38 Nein, sagte er, mein Sohn wird nicht mit euch hinunterziehen. Denn
    sein Bruder ist schon tot, nur er allein ist noch da. Stößt ihm auf
    dem Weg, den ihr geht, ein Unglück zu, dann bringt ihr mein graues
    Haar vor Kummer in die Unterwelt.

    Die zweite Reise der Brüder Josefs nach Ägypten: 43,1 - 45,28

    43:1 Der Hunger lastete schwer auf dem Land.

    43:2 Das Getreide, das sie aus Ägypten gebracht hatten, war aufgezehrt.
    Da sagte ihr Vater zu ihnen: Geht noch einmal hin, kauft uns etwas
    Brotgetreide!

    43:3 Juda antwortete ihm: Der Mann hat uns nachdrücklich eingeschärft:
    Kommt mir ja nicht mehr unter die Augen, wenn ihr nicht euren Bruder
    mitbringt.
    42,15f.20

    43:4 Wenn du bereit bist, unseren Bruder mitzuschicken, ziehen wir
    hinunter und kaufen dir Brotgetreide.

    43:5 Willst du ihn aber nicht mitschicken, gehen wir nicht. Denn der Mann
    hat uns gesagt: Kommt mir ja nicht mehr unter die Augen, wenn ihr
    nicht euren Bruder mitbringt.

    43:6 Da sagte Israel: Warum habt ihr mir so etwas Schlimmes angetan,
    jenem Mann zu sagen, daß ihr noch einen Bruder habt?

    43:7 Der Mann, entgegneten sie, hat sich bei uns eingehend nach unserer
    Verwandtschaft erkundigt und gefragt: Lebt euer Vater noch, habt ihr
    noch einen Bruder? Wir haben ihm Auskunft gegeben, wie es wirklich
    ist. Konnten wir denn wissen, daß er sagen würde: Bringt euren
    Bruder her!
    42,10-13

    43:8 Juda schlug seinem Vater Israel vor: Laß den Knaben mit mir ziehen!
    Dann können wir aufbrechen und uns auf die Reise machen. So werden
    wir am Leben bleiben und nicht sterben, wir und du und unsere
    Kinder.

    43:9 Ich verbürge mich für ihn; aus meiner Hand magst du ihn
    zurückfordern. Wenn ich ihn dir nicht zurückbringe und vor dich
    hinstelle, will ich alle Tage bei dir in Schuld stehen.

    43:10 Hätten wir nicht so lange gezögert, könnten wir schon zum zweitenmal
    zurück sein.

    43:11 Da sagte ihr Vater Israel zu ihnen: Wenn es schon sein muß, dann
    macht es so: Nehmt von den besten Erzeugnissen des Landes in eurem
    Gepäck mit, und überbringt es dem Mann als Geschenk: etwas Mastix,
    etwas Honig, Tragakant und Ladanum, Pistazien und Mandeln.
    Zu Mastix, Tragakant und Ladanum vgl. die Anmerkung zu 37,25.

    43:12 Nehmt den doppelten Geldbetrag mit! Das Geld, das sich wieder oben
    in euren Getreidesäcken fand, gebt mit eigenen Händen zurück!
    Vielleicht war es ein Versehen.

    43:13 So nehmt denn euren Bruder mit, brecht auf, und geht wieder zu dem
    Mann zurück!

    43:14 Gott, der Allmächtige, lasse euch Erbarmen bei dem Mann finden, so
    daß er euch den anderen Bruder und Benjamin freigibt. Ich aber, ich
    verliere noch alle Kinder.

    43:15 Die Männer nahmen das Geschenk und den doppelten Geldbetrag mit und
    dazu auch Benjamin. Sie machten sich auf, zogen nach Ägypten hinab
    und traten vor Josef hin.

    43:16 Als Josef bei ihnen Benjamin sah, sagte er zu seinem Hausverwalter:
    Führe die Männer ins Haus, schlachte ein Tier, und richte es her!
    Die Männer werden nämlich mit mir zu Mittag essen.

    43:17 Der Mann tat, wie Josef angeordnet hatte: Er führte die Männer in
    das Haus Josefs.

    43:18 Die Männer fürchteten sich, weil man sie in Josefs Haus führte, und
    dachten: Wegen des Geldes, das sich beim erstenmal wieder in unseren
    Getreidesäcken fand, werden wir da hineingeführt. Man wird sich auf
    uns werfen, man wird uns überfallen und uns als Sklaven zurückhalten
    samt unseren Eseln.

    43:19 Sie traten näher an den Hausverwalter Josefs heran und begannen mit
    ihm an der Haustür ein Gespräch.

    43:20 Sie sagten: Bitte, Herr, schon früher sind wir einmal hierher
    gekommen, um Brotgetreide zu kaufen.

    43:21 Als wir aber in die Herberge kamen und unsere Getreidesäcke
    öffneten, lag das Geld eines jeden von uns oben im Sack, unser Geld
    im vollen Betrag. Wir bringen es mit eigenen Händen wieder zurück.

    43:22 Darüber hinaus haben wir noch mehr Geld mitgebracht, um Brotgetreide
    einzukaufen. Wir wissen nicht, wer das Geld in unsere Säcke gelegt
    hat.

    43:23 Ihr könnt beruhigt sein, antwortete er, fürchtet euch nicht! Euer
    Gott, der Gott eures Vaters, hat euch heimlich ein Geschenk in eure
    Säcke gelegt. Bei mir ist euer Geld eingegangen. Dann brachte er
    Simeon zu ihnen heraus.

    43:24 Als er die Männer ins Haus Josefs geführt hatte, gab er ihnen Wasser
    zum Füßewaschen und ließ ihre Esel füttern.

    43:25 Sie legten, bis Josef zu Mittag kam, das Geschenk zurecht; denn sie
    hatten gehört, daß sie dort essen sollten.

    43:26 Als Josef ins Haus kam, überreichten sie ihm das Geschenk, das sie
    mit hineingenommen hatten, und warfen sich vor ihm auf die Erde
    nieder.

    43:27 Er erkundigte sich, wie es ihnen gehe, und fragte: Geht es eurem
    alten Vater gut, von dem ihr erzählt habt? Ist er noch am Leben?

    43:28 Sie erwiderten: Deinem Knecht, unserem Vater, geht es gut; er lebt
    noch. Dann verneigten sie sich und und warfen sich nieder.

    43:29 Als er hinsah und seinen Bruder Benjamin, den Sohn seiner Mutter,
    erblickte, fragte er: Ist das euer jüngster Bruder, von dem ihr mir
    erzählt habt? Und weiter sagte er: Gottes Gnade sei mit dir, mein
    Sohn.

    43:30 Dann ging Josef schnell weg, denn er konnte sich vor Rührung über
    seinen Bruder nicht mehr halten; er war dem Weinen nahe. Er zog sich
    in die Kammer zurück, um sich dort auszuweinen.

    43:31 Dann wusch er sein Gesicht, kam zurück, nahm sich zusammen und
    ordnete an: Tragt das Essen auf!

    43:32 Man trug das Essen auf, getrennt für ihn, für sie und für die mit
    ihm speisenden Ägypter. Die Ägypter können nämlich nicht gemeinsam
    mit den Hebräern essen, weil das bei den Ägyptern als unschicklich
    gilt.

    43:33 Die Brüder kamen vor ihm so zu sitzen, daß der Erstgeborene den
    ersten und der Jüngste den letzten Platz einnahm. Da blickten die
    Männer einander verwundert an.

    43:34 Er ließ ihnen Gerichte vorsetzen, die vor ihm standen, was man aber
    Benjamin vorsetzte, übertraf das aller anderen um das Fünffache. Sie
    tranken mit ihm und waren guter Dinge.

    44:1 Dann befahl Josef seinem Hausverwalter: Fülle die Getreidesäcke der
    Männer mit so viel Brotgetreide, wie sie tragen können, und leg das
    Geld eines jeden oben in den Sack!

    44:2 Meinen Becher, den Silberbecher, leg oben in den Sack des Jüngsten
    mit dem Geld, für das er Getreide gekauft hat. Er tat, wie Josef es
    angeordnet hatte.

    44:3 Als es am Morgen hell wurde, ließ man die Männer mit ihren Eseln
    abreisen.

    44:4 Sie hatten sich noch nicht weit von der Stadt entfernt, da sagte
    Josef zu seinem Hausverwalter: Auf, jag hinter den Männern her! Wenn
    du sie eingeholt hast, sag ihnen: Warum habt ihr Gutes mit Bösem
    vergolten und mir den Silberbecher gestohlen?

    44:5 Das ist doch der, aus dem mein Herr trinkt und aus dem er wahrsagt.
    Da habt ihr etwas Schlimmes getan.

    44:6 Der Hausverwalter holte sie ein und sagte zu ihnen, was ihm
    aufgetragen war.

    44:7 Sie antworteten ihm: Wie kann mein Herr so etwas sagen? Niemals
    werden deine Knechte so etwas tun.

    44:8 Sieh her, das Geld, das wir oben in unseren Getreidesäcken fanden,
    haben wir dir aus Kanaan zurückgebracht. Wie könnten wir da aus dem
    Haus deines Herrn Silber oder Gold stehlen?

    44:9 Der von den Knechten, bei dem sich der Becher findet, soll sterben,
    und auch wir sollen dann unserem Herrn als Sklaven gehören.

    44:10 Also gut, sagte er, es soll geschehen, wie ihr sagt: Bei wem er sich
    findet, der sei mein Sklave, doch ihr anderen sollt straffrei
    bleiben.

    44:11 Jeder stellte eiligst seinen Sack auf die Erde und öffnete ihn:

    44:12 Er durchsuchte alles, beim Ältesten begann er, und beim Jüngsten
    hörte er auf. Der Becher fand sich im Sack Benjamins.

    44:13 Da zerrissen sie ihre Kleider. Jeder belud seinen Esel, und sie
    kehrten in die Stadt zurück.

    44:14 So kamen Juda und seine Brüder wieder in das Haus Josefs, der noch
    dort war. Sie fielen vor ihm zur Erde nieder.

    44:15 Josef sagte zu ihnen: Was habt ihr getan? Wußtet ihr denn nicht, daß
    ein Mann wie ich wahrsagen kann?

    44:16 Juda erwiderte: Was sollen wir unserem Herr sagen, was sollen wir
    vorbringen, womit uns rechtfertigen? Gott hat die Schuld deiner
    Knechte ans Licht gebracht. So sind wir also Sklaven unseres Herrn,
    wir und der, bei dem sich der Becher gefunden hat.

    44:17 Doch Josef gab zur Antwort: Das kann ich auf keinen Fall tun.
    Derjenige, bei dem sich der Becher gefunden hat, der soll mein
    Sklave sein. Ihr anderen aber zieht in Frieden hinauf zu eurem
    Vater!

    44:18 Da trat Juda an ihn heran und sagte: Bitte, mein Herr, dein Knecht
    darf vielleicht meinem Herrn offen etwas sagen, ohne daß sein Zorn
    über deinen Knecht entbrennt; denn du bist wie der Pharao.

    44:19 Mein Herr hat seine Knechte gefragt: Habt ihr einen Vater oder
    Bruder?

    44:20 Wir erwiderten meinem Herrn: Wir haben einen alten Vater und einen
    kleinen Bruder, der ihm noch in hohem Alter geboren wurde. Dessen
    Bruder ist gestorben; er ist allein von seiner Mutter noch da, und
    sein Vater liebt ihn besonders.

    44:21 Du aber hast von deinen Knechten verlangt: Bringt ihn her zu mir,
    ich will ihn mit eigenen Augen sehen.

    44:22 Da sagten wir zu unserem Herrn: Der Knabe kann seinen Vater nicht
    verlassen. Verließe er ihn, so würde der Vater sterben.

    44:23 Du aber sagtest zu deinen Knechten: Wenn euer jüngster Bruder nicht
    mit euch kommt, dürft ihr mir nicht mehr unter die Augen treten.

    44:24 Als wir zu deinem Knecht, deinem Vater, hinaufgekommen waren,
    erzählten wir ihm, was mein Herr gesagt hatte.

    44:25 Als dann unser Vater sagte: Kauft uns noch einmal etwas
    Brotgetreide!,

    44:26 entgegneten wir: Wir können nicht hinunterziehen; nur wenn unser
    jüngster Bruder dabei ist, ziehen wir hinunter. Wir können nämlich
    dem Mann nicht mehr unter die Augen treten, wenn nicht unser
    jüngster Bruder dabei ist.

    44:27 Darauf antwortete uns dein Knecht, mein Vater: Ihr wißt, daß mir
    meine Frau zwei Söhne geboren hat.

    44:28 Einer ist von mir gegangen, und ich sagte: Er ist gewiß zerrissen
    worden. Ich habe ihn bis heute nicht mehr gesehen.

    44:29 Nun nehmt ihr mir auch den noch weg. Stößt ihm ein Unglück zu, dann
    bringt ihr mein graues Haar vor Leid in die Unterwelt.

    44:30 Wenn ich jetzt zu deinem Knecht, meinem Vater, käme, und der Knabe
    wäre nicht bei uns, da doch sein Herz so an ihm hängt,

    44:31 wenn er also sähe, daß der Knabe nicht dabei ist, würde er sterben.
    Dann brächten deine Sklaven deinen Knecht, unseren greisen Vater,
    vor Gram in die Unterwelt.

    44:32 Dein Knecht hat sich für den Knaben beim Vater mit den Worten
    verbürgt: Wenn ich ihn nicht zu dir zurückbringe, will ich alle Tage
    bei meinem Vater in Schuld stehen.

    44:33 Darum soll jetzt dein Knecht an Stelle des Knaben dableiben als
    Sklave für meinen Herrn; der Knabe aber soll mit seinen Brüdern
    ziehen dürfen.

    44:34 Denn wie könnte ich zu meinem Vater hinaufziehen, ohne daß der Knabe
    bei mir wäre? Ich könnte das Unglück nicht mit ansehen, das dann
    meinen Vater träfe.

    45:1 Josef vermochte sich vor all den Leuten, die um ihn standen, nicht
    mehr zu halten und rief: Schafft mir alle Leute hinaus! So stand
    niemand bei Josef, als er sich seinen Brüdern zu erkennen gab.

    45:2 Er begann so laut zu weinen, daß es die Ägypter hörten; auch am Hof
    des Pharao hörte man davon.

    45:3 Josef sagte zu seinen Brüdern: Ich bin Josef. Ist mein Vater noch am
    Leben? Seine Brüder waren zu keiner Antwort fähig, weil sie
    fassungslos vor ihm standen.

    45:4 Josef sagte zu seinen Brüdern: Kommt doch näher zu mir her! Als sie
    näher herangetreten waren, sagte er: Ich bin Josef, euer Bruder, den
    ihr nach Ägypten verkauft habt.

    45:5 Jetzt aber laßt es euch nicht mehr leid sein, und grämt euch nicht,
    weil ihr mich hierher verkauft habt. Denn um Leben zu erhalten, hat
    mich Gott vor euch hergeschickt.

    45:6 Ja, zwei Jahre sind es jetzt schon, daß der Hunger im Land wütet.
    Und noch fünf Jahre stehen bevor, in denen man weder pflügen noch
    ernten wird.

    45:7 Gott aber hat mich vor euch hergeschickt, um von euch im Land einen
    Rest zu erhalten und viele von euch eine große Rettungstat erleben
    zu lassen.
    Hinweis auf die Rettung der Nachkommen Jakobs aus der ägyptischen
    Knechtschaft, von der Ex 1 - 15 berichtet.

    45:8 Also nicht ihr habt mich hierher geschickt, sondern Gott. Er hat
    mich zum Vater für den Pharao gemacht, zum Herrn für sein ganzes
    Haus und zum Gebieter über ganz Ägypten.

    45:9 Zieht eiligst zu meinem Vater hinauf, und meldet ihm: So hat dein
    Sohn Josef gesagt: Gott hat mich zum Herrn für ganz Ägypten gemacht.
    Komm herunter zu mir, laß dich nicht aufhalten!

    45:10 Du kannst dich im Gebiet von Goschen niederlassen und wirst in
    meiner Nähe sein, du mit deinen Söhnen und deinen Kindeskindern, mit
    deinen Schafen und Ziegen, mit deinen Rindern und mit allem, was dir
    gehört.

    45:11 Dort werde ich für dich sorgen; denn noch fünf Jahre dauert die
    Hungersnot. Du mit deinem Haus und allem, was dir gehört, du
    brauchst dann nicht zu darben.

    45:12 Ihr und mein Bruder Benjamin, ihr seht es ja mit eigenen Augen, daß
    ich wirklich mit euch rede.

    45:13 Erzählt meinem Vater von meinem hohen Rang in Ägypten und von allem,
    was ihr gesehen habt. Beeilt euch, und bringt meinen Vater her!

    45:14 Er fiel seinem Bruder Benjamin um den Hals und weinte; auch Benjamin
    weinte an seinem Hals.

    45:15 Josef küßte dann weinend alle seine Brüder. Darauf unterhielten sich
    seine Brüder mit ihm.

    45:16 Am Hof des Pharao verbreitete sich die Nachricht: Die Brüder Josefs
    sind gekommen. Dem Pharao und seinen Dienern war das recht.

    45:17 Der Pharao sagte zu Josef: Sag zu deinen Brüdern: So sollt ihr es
    machen: Beladet eure Tragtiere, und reist nach Kanaan zurück!

    45:18 Holt euren Vater und eure Familien, und kommt zu mir! Ich will euch
    das Beste geben, was Ägypten bietet; von den besten Erzeugnissen des
    Landes dürft ihr essen.

    45:19 Du gib den Auftrag weiter: Tut folgendes: Nehmt euch aus Ägypten
    Wagen mit für eure Kinder und Frauen, laßt euren Vater aufsteigen,
    und kommt!

    45:20 Es soll euch nicht leid sein um euren Hausrat. Denn das Beste, was
    ganz Ägypten bietet, soll euch gehören.

    45:21 Die Söhne Israels machten es so. Josef stellte nach der Weisung des
    Pharao Wagen zur Verfügung und gab ihnen Verpflegung mit auf die
    Reise.

    45:22 Allen schenkte er Festgewänder, Benjamin aber schenkte er
    dreihundert Silberstücke und fünf Festgewänder.

    45:23 Seinem Vater schickte er ungefähr zehn Esel mit, beladen mit dem
    Besten, was Ägypten bietet, und zehn Eselinnen, beladen mit Getreide
    und Brot, sowie Reiseverpflegung für seinen Vater.

    45:24 Dann entließ er seine Brüder. Als sie sich auf den Weg machten,
    sagte er noch zu ihnen: Streitet nicht unterwegs!

    45:25 Sie zogen also von Ägypten hinauf und kamen nach Kanaan zu ihrem
    Vater Jakob.

    45:26 Sie berichteten ihm: Josef ist noch am Leben. Er ist sogar Herr über
    ganz Ägypten. Jakobs Herz aber blieb unbewegt; denn er glaubte ihnen
    nicht.

    45:27 Als sie ihm aber alles erzählten, was Josef zu ihnen gesagt hatte,
    und als er die Wagen sah, die Josef geschickt hatte, um ihn zu
    holen, lebte der Geist Jakobs, ihres Vaters, wieder auf,

    45:28 und Israel sagte: Genug! Mein Sohn Josef lebt noch. Ich will
    hingehen und ihn sehen, bevor ich sterbe.

    Jakobs Familie in Ägypten: 46,1 - 47,12

    46:1 Israel brach auf mit allem, was ihm gehörte. Er kam nach Beerscheba
    und brachte dem Gott seines Vaters Isaak Schlachtopfer dar.

    46:2 Da sprach Gott in einer nächtlichen Vision zu Israel: Jakob! Jakob!
    Hier bin ich!, antwortete er.

    46:3 Gott sprach: Ich bin Gott, der Gott deines Vaters. Fürchte dich
    nicht, nach Ägypten hinabzuziehen; denn zu einem großen Volk mache
    ich dich dort.

    46:4 Ich selbst ziehe mit dir hinunter nach Ägypten, und ich führe dich
    auch selbst wieder herauf. Josef wird dir die Augen zudrücken.

    46:5 Jakob brach von Beerscheba auf. Die Söhne Israels hoben ihren Vater
    Jakob, ihre Kinder und ihre Frauen auf die Wagen, die der Pharao
    geschickt hatte, um ihn zu holen.

    46:6 Sie nahmen ihr Vieh und ihre Habe, die sie in Kanaan erworben
    hatten, und gelangten nach Ägypten, Jakob und mit ihm alle seine
    Nachkommen.

    46:7 Seine Söhne und Enkel, seine Töchter und Enkelinnen, alle seine
    Nachkommen brachte er mit nach Ägypten.

    46:8 Das sind die Namen der Söhne Israels, die nach Ägypten kamen, Jakob
    und seine Söhne: der Erstgeborene Jakobs, Ruben;

    46:9 die Söhne Rubens: Henoch, Pallu, Hezron und Karmi;

    46:10 die Söhne Simeons: Jemu‰l, Jamin, Ohad, Jachin, Zohar und Schaul,
    der Sohn der Kanaaniterin;

    46:11 die Söhne Levis: Gerschon, Kehat und Merari;

    46:12 die Söhne Judas: Er, Onan, Schela, Perez und Serach; Er und Onan
    waren aber in Kanaan gestorben; die Söhne des Perez waren Hezron und
    Hamul;

    46:13 die Söhne Issachars: Tola, Puwa, Jaschub und Schimron;

    46:14 die Söhne Sebulons: Sered, Elon und Jachleel.

    46:15 Das waren die Söhne Leas, die sie Jakob in Paddan-Aram geboren
    hatte, dazu seine Tochter Dina, an Söhnen und Töchtern insgesamt
    dreiunddreißig Personen.

    46:16 Die Söhne Gads: Zifjon, Haggi, Schuni, Ezbon, Eri, Arod und Areli;

    46:17 die Söhne Aschers: Jimna, Jischwa, Jischwi und Beria, dazu ihre
    Schwester Serach; die Söhne Berias: Heber und Malki‰l.

    46:18 Das waren die Söhne Silpas, die Laban seiner Tochter Lea mitgegeben
    hatte; sie alle hatte sie Jakob geboren, sechzehn Personen.

    46:19 Die Söhne Rahels, der Frau Jakobs: Josef und Benjamin.

    46:20 Josef hatte in Ägypten Kinder erhalten, die ihm Asenat, die Tochter
    Potiferas, des Priesters von On, geboren hatte: Manasse und Efraim.

    46:21 Die Söhne Benjamins: Bela, Becher, Aschbel, Gera, Naaman, Ehi,
    Rosch, Muppim, Huppim und Ard.

    46:22 Das waren die Söhne Rahels, die Jakob geboren worden waren,
    insgesamt vierzehn Personen.

    46:23 Die Söhne Dans: Schuham.
    Schuham: nach Num 26,42; H irrtümlich: Huschim.

    46:24 Die Söhne Naftalis: Jachzeel, Guni, Jezer und Schillem.

    46:25 Das waren die Söhne Bilhas, die Laban seiner Tochter Rahel
    mitgegeben hatte. Sie alle hatte Bilha Jakob geboren, insgesamt
    sieben Personen.

    46:26 Die Gesamtzahl der Personen, die mit Jakob nach Ägypten gekommen
    waren und von ihm abstammten, betrug ohne die Frauen der Söhne
    Jakobs insgesamt sechsundsechzig Personen.

    46:27 Dazu kommen die Söhne Josefs, die ihm in Ägypten geboren worden
    waren, zwei Personen. Insgesamt waren vom Haus Jakob siebzig
    Personen nach Ägypten gekommen.

    46:28 Jakob schickte Juda voraus zu Josef, um ihn zu sich nach Goschen zu
    bestellen. So kamen sie ins Gebiet von Goschen.
    Der erste Satz ist in H unklar.

    46:29 Josef ließ seinen Wagen anschirren und zog seinem Vater Israel nach
    Goschen entgegen. Als er ihn sah, fiel er ihm um den Hals und weinte
    lange.

    46:30 Israel sagte zu Josef: Jetzt will ich gern sterben, nachdem ich dein
    Angesicht wieder sehen durfte und weiß, daß du noch am Leben bist.

    46:31 Josef sagte dann zu seinen Brüdern und zum ganzen Haus seines
    Vaters: Ich will hingehen, will den Pharao benachrichtigen und ihm
    sagen: Meine Brüder und alle vom Haus meines Vaters, die in Kanaan
    lebten, sind zu mir gekommen.

    46:32 Die Männer sind Viehhirten, ja, Viehzüchter sind sie. Ihre Schafe,
    Ziegen und Rinder und alles, was ihnen gehört, haben sie
    mitgebracht.

    46:33 Der Pharao wird euch rufen lassen und euch fragen, womit ihr euch
    beschäftigt.

    46:34 Dann sagt: Deine Knechte sind von Jugend an bis jetzt Viehzüchter
    gewesen, wir waren es, und unsere Väter waren es auch schon. Dann
    werdet ihr euch in Goschen niederlassen dürfen; denn die Ägypter
    haben gegen alle Viehhirten eine große Abneigung.

    47:1 Josef ging also hin, berichtete dem Pharao und sagte: Mein Vater und
    meine Brüder sind mit ihren Schafen, Ziegen und Rindern und mit
    allem, was ihnen gehört, aus Kanaan gekommen. Sie sind bereits in
    Goschen.

    47:2 Aus dem Kreis seiner Brüder hatte er fünf Männer mitgebracht und
    stellte sie dem Pharao vor.

    47:3 Der Pharao fragte Josefs Brüder: Womit beschäftigt ihr euch? Sie
    antworteten dem Pharao: Hirten von Schafen und Ziegen sind deine
    Knechte; wir sind es, und unsere Väter waren es auch schon.

    47:4 Weiter sagten sie zum Pharao: Wir sind gekommen, um uns als Fremde
    im Land aufzuhalten. Es gibt ja keine Weide für das Vieh deiner
    Knechte, denn schwer lastet die Hungersnot auf Kanaan. Nun möchten
    sich deine Knechte in Goschen niederlassen.

    47:5 Darauf sagte der Pharao zu Josef: Dein Vater und deine Brüder sind
    also zu dir gekommen.

    47:6 Ägypten steht dir offen. Im besten Teil des Landes laß deinen Vater
    und deine Brüder wohnen! Sie sollen sich in Goschen niederlassen.
    Wenn du aber unter ihnen tüchtige Leute kennst, dann setze sie als
    Aufseher über meine Herden ein!

    47:7 Darauf führte Josef seinen Vater Jakob hinein und stellte ihn dem
    Pharao vor. Jakob grüßte den Pharao mit einem Segenswunsch.

    47:8 Der Pharao redete Jakob an: Wie viele Lebensjahre zählst du?

    47:9 Jakob gab dem Pharao zur Antwort: Die Zahl der Jahre meiner
    Pilgerschaft beträgt hundertdreißig. Gering an Zahl und unglücklich
    waren meine Lebensjahre, und sie reichen nicht heran an die
    Lebensjahre meiner Väter in den Tagen ihrer Pilgerschaft.

    47:10 Jakob verabschiedete sich vom Pharao mit einem Segenswunsch.

    47:11 Josef siedelte seinen Vater und seine Brüder an und wies ihnen den
    Grundbesitz in Ägypten zu, im besten Teil des Landes, im Gebiet von
    Ramses, wie der Pharao verfügt hatte.

    47:12 Josef versorgte seinen Vater und seine Brüder und das ganze Haus
    seines Vaters mit so viel Brot, daß die Kinder genug zu essen
    hatten.

    Josefs Verwaltung in Ägypten: 47,13-26

    47:13 Im ganzen Land gab es kein Brot, und der Hunger war sehr drückend.
    Ägypten und Kanaan waren vor Hunger erschöpft.

    47:14 Josef hatte das Geld, das in Ägypten und in Kanaan im Umlauf war,
    für das Getreide, das sie kaufen mußten, eingezogen und in den
    Palast des Pharao gebracht.

    47:15 So war das Geld in Ägypten und Kanaan ausgegangen. Alle Ägypter
    kamen zu Josef und sagten: Gib uns Brot! Warum sollen wir vor deinen
    Augen umkommen? Das Geld ist nämlich zu Ende.

    47:16 Liefert euer Vieh ab, sagte Josef, dann gebe ich euch dafür Brot,
    wenn das Geld zu Ende ist.

    47:17 So brachten sie ihr Vieh zu Josef, und Josef verkaufte ihnen Brot um
    den Preis der Pferde, ihrer Bestände an Schafen und Ziegen, an
    Rindern und Eseln. Er versorgte die Leute also in jenem Jahr gegen
    ihren ganzen Viehbestand mit Brot.

    47:18 Das Jahr ging indes zu Ende, und im nächsten Jahr kamen sie und
    sagten zu ihm: Wir können unserem Herrn nicht verhehlen, daß das
    Geld zu Ende und unser Viehbestand in den Besitz unseres Herrn
    übergegangen ist. Wie unser Herr sieht, haben wir nichts mehr als
    unsere Leiber und unser Ackerland.

    47:19 Warum sollen wir vor deinen Augen umkommen, wir selbst und auch
    unser Ackerland? Kauf uns und unsere Äcker um Brot! Wir und unser
    Ackerland wollen dem Pharao dienstbar sein. Stell Saatgut zur
    Verfügung, so werden wir am Leben bleiben, wir müssen dann nicht
    sterben, und das Ackerland braucht nicht zu verkommen.

    47:20 Josef kaufte also das ganze Ackerland der Ägypter für den Pharao
    auf; denn die Ägypter verkauften alle ihr Feld, weil sie der Hunger
    dazu zwang. So wurde das Land Eigentum des Pharao.

    47:21 Das Volk aber machte er ihm leibeigen von einem Ende Ägyptens bis
    zum andern.

    47:22 Nur das Ackerland der Priester kaufte er nicht auf, denn den
    Priestern steht ein festes Einkommen vom Pharao zu; sie leben von
    dem festen Einkommen, das ihnen der Pharao gewährt. Darum brauchten
    sie ihr Ackerland nicht zu verkaufen.

    47:23 Nun sprach Josef zum Volk: Seht, heute habe ich euch und euer
    Ackerland für den Pharao gekauft. Hier habt ihr Saatgut; bestellt
    nun die Äcker!

    47:24 Vom Ertrag liefert ihr dann ein Fünftel dem Pharao ab, vier Teile
    aber gehören euch als Saatgut für das Feld sowie als Nahrung für
    euch, für die Leute in euren Häusern und für eure Kinder.

    47:25 Da antworteten sie: Du hast uns am Leben erhalten. Wenn wir das
    Wohlwollen unseres Herrn finden, wollen wir gern dem Pharao als
    Knechte dienen.

    47:26 So verfügte Josef als gültiges Recht bis auf den heutigen Tag, daß
    das Ackerland Ägyptens zugunsten des Pharao mit einem Fünftel zu
    besteuern ist. Nur die Äcker der Priester wurden nicht Eigentum des
    Pharao.

    Jakobs letzter Wille: 47,27 - 48,22

    47:27 Israel ließ sich in Ägypten nieder, in der Landschaft Goschen. Sie
    wurden dort ansässig, waren fruchtbar und vermehrten sich sehr.

    47:28 Jakob lebte noch siebzehn Jahre in Ägypten, und die Tage Jakobs,
    seine Lebensjahre, betrugen hundertsiebenundvierzig Jahre.

    47:29 Als die Zeit kam, da Israel sterben sollte, rief er seinen Sohn
    Josef und sagte zu ihm: Wenn ich dein Wohlwollen gefunden habe, leg
    deine Hand unter meine Hüfte, daß du nach Treu und Glauben an mir
    handeln wirst: Begrab mich nicht in Ägypten!
    Zu der Schwurgebärde vgl. die Anmerkung zu 24,2.

    47:30 Bin ich zu meinen Vätern entschlafen, dann bring mich fort aus
    Ägypten, und begrab mich in der Grabstätte meiner Väter! Er
    antwortete: Ich will tun, wie du gesagt hast.

    47:31 Da sagte Jakob: Leiste mir einen Eid! Er leistete ihm den Eid.
    Darauf neigte sich Israel über das Kopfende seines Bettes.

    48:1 Einige Zeit danach ließ Jakob Josef sagen: Dein Vater ist krank. Da
    nahm Josef seine beiden Söhne mit, Manasse und Efraim,

    48:2 und ließ Jakob melden: Dein Sohn Josef ist zu dir gekommen. Israel
    nahm sich zusammen und setzte sich im Bett auf.

    48:3 Dann sagte Jakob zu Josef: Gott, der Allmächtige, ist mir zu Lus in
    Kanaan erschienen und hat mich gesegnet.
    28,13f; 35,11f

    48:4 Er hat zu mir gesagt: Ich mache dich fruchtbar und vermehre dich,
    ich mache dich zu einer Schar von Völkern und gebe dieses Land
    deinen Nachkommen zu ewigem Besitz.

    48:5 Jetzt sollen deine beiden Söhne, die dir in Ägypten geboren wurden,
    bevor ich zu dir nach Ägypten kam, mir gehören. Efraim und Manasse
    sollen mir soviel gelten wie Ruben und Simeon.

    48:6 Die Nachkommen aber, die du erst nach ihnen gezeugt hast, sollen dir
    gehören; nach dem Namen ihrer Brüder soll man sie in ihrem Erbteil
    benennen.

    48:7 Als ich aus Paddan-Aram kam, starb mir unterwegs Rahel in Kanaan;
    nur noch ein kleines Stück war es bis Efrata. Ich begrub sie dort
    auf dem Weg nach Efrata, das jetzt Betlehem heißt.
    35,16-20

    48:8 Als Israel die Söhne Josefs sah, fragte er: Wer sind diese?

    48:9 Josef sagte zu seinem Vater: Meine Söhne sind es, die mir Gott hier
    geschenkt hat. Da sagte Israel: Bring sie her zu mir, ich will sie
    segnen.

    48:10 Israels Augen waren vor Alter schwer geworden, er konnte nicht mehr
    recht sehen. Er zog die Söhne Josefs an sich heran, küßte und
    umarmte sie.

    48:11 Dann sagte Israel zu Josef: Ich hatte nicht mehr geglaubt, dich
    jemals wiederzusehen. Nun aber hat mich Gott sogar noch deine
    Nachkommen sehen lassen.

    48:12 Josef holte sie von seinen Knien weg, und sie warfen sich mit ihrem
    Gesicht zur Erde nieder.

    48:13 Dann nahm Josef beide, Efraim an seine Rechte, zur Linken Israels,
    und Manasse an seine Linke, zur rechten Israels, und führte sie zu
    ihm hin.

    48:14 Israel streckte seine Rechte aus und legte sie Efraim auf den Kopf,
    obwohl er der jüngere war, seine Linke aber legte er Manasse auf den
    Kopf, wobei er seine Hände überkreuzte, obwohl Manasse der
    Erstgeborene war.

    48:15 Er segnete Josef und sprach: Gott, vor dem meine Väter Abraham und
    Isaak ihren Weg gegangen sind, Gott, der mein Hirt war mein Lebtag
    bis heute,

    48:16 der Engel, der mich erlöst hat von jeglichem Unheil, er segne die
    Knaben. Weiterleben soll mein Name durch sie, auch der Name meiner
    Väter Abraham und Isaak. Im Land sollen sie sich tummeln, zahlreich
    wie die Fische im Wasser.

    48:17 Als Josef sah, daß sein Vater seine Rechte Efraim auf den Kopf
    legte, gefiel ihm das nicht. Josef ergriff die Hand seines Vaters,
    um sie von Efraims Kopf auf den Kopf Manasses hinüberzuziehen,

    48:18 und er sagte zu seinem Vater: Nicht so, Vater, sondern der ist der
    Erstgeborene; leg deine Rechte ihm auf den Kopf!

    48:19 Aber sein Vater wollte nicht. Ich weiß, mein Sohn, ich weiß, sagte
    er, auch er wird zu einem Volk, auch er wird groß sein; aber sein
    jüngerer Bruder wird größer als er, und seine Nachkommen werden zu
    einer Fülle von Völkern.

    48:20 Er segnete sie an jenem Tag mit den Worten: Mit deinem Namen wird
    Israel segnen und sagen: Gott mache dich wie Efraim und Manasse.

    48:21 So setzte Israel Efraim vor Manasse, und er sagte zu Josef: Sieh,
    ich muß sterben. Gott wird mit euch sein und euch in das Land eurer
    Väter zurückbringen.

    48:22 Ich gebe dir einen Bergrücken schulterhoch über deinen Brüdern, den
    ich der Hand der Amoriter mit Schwert und Bogen entrissen habe.
    Wortspiel mit dem Ortsnamen Sichem, der ®Schulter¯ bedeutet und
    auch das Bergland bezeichnet, in dem die Stämme Efraim und Manasse
    ihr Siedlungsgebiet haben.

    Der Segen Jakobs: 49,1-27

    49:1 Darauf rief Jakob seine Söhne und sprach: Versammelt euch, dann sage
    ich euch an, was euch begegnet in künftigen Tagen.
    1-27: Man nennt diesen Text ®Jakob-Segen¯; er enthält aber nicht
    nur Segenssprüche, sondern auch Flüche und Feststellungen über
    einzelne Stämme. Der Wortlaut der Sprüche setzt bereits das Schicksa
    der Stämme voraus. Die Sprache dieses Textes in H ist sehr knapp und
    verwendet viele schwer verständliche Anspielungen.

    49:2 Kommt zusammen, ihr Söhne Jakobs, und hört, auf Israel hört, auf
    euren Vater!

    49:3 Ruben, mein Erster, du meine Stärke, meiner Zeugungskraft Erstling,
    übermütig an Stolz, übermütig an Kraft,
    (3-27) Dtn 33,6-25

    49:4 brodelnd wie Wasser. Der erste sollst du nicht bleiben. Du bestiegst
    ja das Bett deines Vaters; geschändet hast du damals mein Lager.
    35,22
    Der erste sollst du nicht bleiben: Er verliert das
    Erstgeburtsrecht. Andere Übersetzungsmöglichkeit: Den Übermut dämpfe
    (vgl. V. 3).

    49:5 Simeon und Levi, die Brüder, Werkzeuge der Gewalt sind ihre Messer.
    Die Messer sind vielleicht die Beschneidungsmesser, die die
    Sichemiten wehrlos gemacht haben, oder die Schwerter, mit denen die
    Jakob-Söhne die Sichemiten niedergemetzelt haben (vgl. 34,13-26).

    49:6 Zu ihrem Kreis mag ich nicht gehören, mit ihrer Rotte vereinige sich
    nicht mein Herz. Denn in ihrem Zorn brachten sie Männer um,
    mutwillig lähmten sie Stiere.

    49:7 Verflucht ihr Zorn, da er so heftig, verflucht ihr Grimm, da er so
    roh. Ich teile sie unter Jakob auf, ich zerstreue sie unter Israel.
    Die Stämme Simeon und Levi sind später in anderen Stämmen
    aufgegangen.

    49:8 Juda, dir jubeln die Brüder zu, deine Hand hast du am Genick deiner
    Feinde. Deines Vaters Söhne fallen vor dir nieder.

    49:9 Ein junger Löwe ist Juda. Vom Raub, mein Sohn, wurdest du groß. Er
    kauert, liegt da wie ein Löwe, wie eine Löwin. Wer wagt, sie zu
    scheuchen?

    49:10 Nie weicht von Juda das Zepter, der Herrscherstab von seinen Füßen,
    bis der kommt, dem er gehört, dem der Gehorsam der Völker gebührt.
    Gemeint ist vielleicht David, der den Herrscherstab übernimmt. Die
    Übersetzung ist unsicher.

    49:11 Er bindet am Weinstock sein Reittier fest, seinen Esel am Rebstock.
    Er wäscht in Wein sein Kleid, in Traubenblut sein Gewand.

    49:12 Feurig von Wein funkeln die Augen, seine Zähne sind weißer als
    Milch.

    49:13 Sebulon wohnt nahe dem Strand, am Gestade der Schiffe, mit seinem
    Rücken nach Sidon hin.

    49:14 Issachar ist ein knochiger Esel, lagernd in seinem Pferch.

    49:15 Er sieht, wie die Ruhe so schön ist und wie so freundlich das Land;
    da neigt er die Schulter als Träger und wird zum fronenden Knecht.

    49:16 Dan schafft Recht seinem Volk wie nur einer von Israels Stämmen.
    Wortspiel mit dem Namen Dan, der auch ®der, der Recht spricht¯
    bedeutet (vgl. 30,6).

    49:17 Zur Schlange am Weg wird Dan, zur zischelnden Natter am Pfad. Sie
    beißt das Pferd in die Fesseln, sein Reiter stürzt rücklings herab.

    49:18 Auf deine Hilfe harre ich, Herr.

    49:19 Gad, ins Gedränge drängen sie ihn, doch er bedrängt ihre Ferse.
    Wortspiel mit dem Namen Gad und dem Zeitwort ®drängen¯ (gad d);
    anders 30,11.

    49:20 Ascher, fett ist sein Brot. Königskost liefert er.

    49:21 Naftali, die flüchtige Hirschkuh, versteht sich auf gefällige Rede.

    49:22 Ein junger Fruchtbaum ist Josef, ein junger Fruchtbaum am Quell, ein
    junger Zweig an der Mauer.

    49:23 Man erbittert und reizt ihn, die Schützen stellen ihm nach.

    49:24 Sein Bogen sitzt sicher; gelenkig sind Arme und Hände. Das kommt vom
    Starken Jakobs, von dort kommt der Hirt, Israels Fels,
    Der Sinn des letzten Versteils ist in H unklar.

    49:25 vom Gott deines Vaters, er wird dir helfen. Gott, der Allmächtige,
    er wird dich segnen mit Segen des Himmels von droben, mit Segen tief
    lagernder Urflut, mit Segen von Brust und Schoß.

    49:26 Deines Vaters Segen übertrifft den Segen der uralten Berge, den man
    von den ewigen Hügeln ersehnt. Er komme auf Josefs Haupt, auf das
    Haupt des Geweihten der Brüder.

    49:27 Benjamin ist ein reißender Wolf: Am Morgen frißt er die Beute, am
    Abend teilt er den Fang.

    Jakobs Tod und Begräbnis: 49,28 - 50,13

    49:28 Sie alle sind die zwölf Stämme Israels, und das war es, was ihr
    Vater zu ihnen sagte, als er sie segnete. Einen jeden bedachte er
    mit dem Segen, der ihm zukam.

    49:29 Er trug ihnen ferner auf und sagte zu ihnen: Ich werde mit meinen
    Vorfahren vereint. Begrabt mich bei meinen Vätern in der Höhle auf
    dem Grundstück des Hetiters Efron,

    49:30 in der Höhle auf dem Grundstück von Machpela bei Mamre in Kanaan.
    Das Grundstück hatte Abraham vom Hetiter Efron als eigene Grabstätte
    gekauft.

    49:31 Dort hat man Abraham und seine Frau Sara begraben; dort hat man
    Isaak und seine Frau Rebekka begraben; dort habe ich Lea begraben,

    49:32 auf dem Grundstück, das samt der Höhle darauf von den Hetitern in
    unseren Besitz übergegangen ist.
    23,16-18

    49:33 Jakob beendete den Auftrag an seine Söhne und zog seine Füße auf das
    Bett zurück. Dann verschied er und wurde mit seinen Vorfahren
    vereint.

    50:1 Josef warf sich über seinen Vater, weinte um ihn und küßte ihn.

    50:2 Darauf befahl er den Ärzten, die ihm zu Dienste standen, seinen
    Vater einzubalsamieren. Die Ärzte balsamierten also Israel ein.

    50:3 Darüber vergingen vierzig volle Tage, denn so lange dauerte die
    Einbalsamierung. Die Ägypter beweinten ihn siebzig Tage lang.

    50:4 Als die Tage der Trauer vorüber waren, sagte Josef zu den Hofleuten
    des Pharao: Wenn ich euer Wohlwollen genieße, tragt dem Pharao
    dieses mein Anliegen vor:

    50:5 Mein Vater hat mich schwören lassen und gesagt: Ich muß sterben; in
    dem Grab, das ich mir in Kanaan angelegt habe, dort begrabt mich!
    Nun also möchte ich hinaufziehen und meinen Vater begraben; dann
    komme ich wieder zurück.

    50:6 Da sagte der Pharao: Zieh hinauf, begrabe deinen Vater, wie du
    geschworen hast.

    50:7 Josef zog hinauf, um seinen Vater zu begraben. Mit ihm zogen alle
    Hofleute des Pharao, die Ältesten seines Hofes und alle Ältesten
    Ägypten,

    50:8 das ganze Haus Josef, seine Brüder und das Haus seines Vaters. Nur
    ihre Kinder, ihre Schafe, Ziegen und Rinder ließen sie in Goschen
    zurück.

    50:9 Auch die Wagen und die dazugehörige Mannschaft zogen mit ihm, so daß
    es ein sehr großer Zug wurde.

    50:10 Als sie nach Goren-Atad jenseits des Jordan gekommen waren, hielten
    sie dort eine sehr große, würdige Totenklage; sieben Tage hielt er
    um seinen Vater Trauer.

    50:11 Die Einheimischen, die Kanaaniter, beobachteten die Trauerfeier in
    Goren-Atad und sagten: Eine würdige Trauerfeier veranstalten da die
    Ägypter. Darum heißt der Ort Abel-Mizrajim (Ägyptertrauer); er liegt
    jenseits des Jordan.

    50:12 Jakobs Söhne taten an Jakob so, wie er ihnen aufgetragen hatte.

    50:13 Sie brachten ihn nach Kanaan und begruben ihn in der Höhle des
    Grundstücks von Machpela. Abraham hatte das Grundstück bei Mamre als
    eigene Grabstätte von dem Hetiter Efron gekauft.

    Josefs letzte Lebensjahre und sein Tod: 50,14-26

    50:14 Nachdem Josef seinen Vater begraben hatte, kehrte er nach Ägypten
    zurück, zusammen mit seinen Brüdern und allen, die mitgezogen waren,
    um seinen Vater zu begraben.

    50:15 Als Josefs Brüder sahen, daß ihr Vater tot war, sagten sie: Wenn
    sich Josef nur nicht feindselig gegen uns stellt und uns alles Böse
    vergilt, das wir ihm getan haben.

    50:16 Deshalb ließen sie Josef wissen: Dein Vater hat uns, bevor er starb,
    aufgetragen:

    50:17 So sagt zu Josef: Vergib doch deinen Brüdern ihre Untat und Sünde,
    denn Schlimmes haben sie dir angetan. Nun also vergib doch die Untat
    der Knechte des Gottes deines Vaters! Als man ihm diese Worte
    überbrachte, mußte Josef weinen.

    50:18 Seine Brüder gingen dann auch selbst hin, fielen vor ihm nieder und
    sagten: Hier sind wir als deine Sklaven.

    50:19 Josef aber antwortete ihnen: Fürchtet euch nicht! Stehe ich denn an
    Gottes Stelle?

    50:20 Ihr habt Böses gegen mich im Sinne gehabt, Gott aber hatte dabei
    Gutes im Sinn, um zu erreichen, was heute geschieht: viel Volk am
    Leben zu erhalten.

    50:21 Nun also fürchtet euch nicht! Ich will für euch und eure Kinder
    sorgen. So tröstete er sie und redete ihnen freundlich zu.

    50:22 Josef blieb in Ägypten, er und das Haus seines Vaters. Josef wurde
    hundertzehn Jahre alt.

    50:23 Er sah noch Efraims Söhne und Enkel. Auch die Söhne Machirs, des
    Sohnes Manasses, kamen auf Josefs Knien zur Welt.
    Josef nimmt die Kinder Manasses zum Zeichen der Adoption
    unmittelbar nach ihrer Geburt auf seine Knie (vgl. 30,3).

    50:24 Dann sprach Josef zu seinen Brüdern: Ich muß sterben. Gott wird sich
    euer annehmen, er wird euch aus diesem Land heraus und in jenes Land
    hinaufführen, das er Abraham, Isaak und Jakob mit einem Eid
    zugesichert hat.

    50:25 Josef ließ die Söhne Israels schwören: Wenn Gott sich euer annimmt,
    dann nehmt meine Gebeine von hier mit hinauf!

    50:26 Josef starb im Alter von hundertzehn Jahren. Man balsamierte ihn ein
    und legte ihn in Ägypten in einen Sarg.
    Das Buch Exodus

    E-1 Das Buch Exodus ist vom Buch Genesis deutlich abgehoben. Es
    schildert die weiteren Schicksale der Nachkommen Jakobs, die in
    Ägypten zu einem großen Volk werden. Das Buch trägt in der
    griechischen und lateinischen Bibel den Namen Exodus, das heißt
    ¯Auszug®, weil die Schilderung des Auszugs der Israeliten aus Ägypte
    unter Führung des Mose wesentlicher Bestandteil dieses Buches ist.
    Bei den Juden heißt das Buch nach den Anfangsworten Elle Schem¢t
    (Namen). Die Darstellung reicht von der Volkwerdung Israels in
    Ägypten bis zu den Ereignissen am Sinai. Da aber die erzählenden
    Teile durch Gesetzestexte und Anordnungen über die Errichtung des
    Heiligtums sowie Berichte über die Ausführung dieser Anordnungen
    unterbrochen werden, ist die Gliederung nicht so durchsichtig wie im
    Buch Genesis.

    E-2 Man kann den Inhalt folgendermaßen gliedern: Volkwerdung und
    Fronknechtschaft in Ägypten (Kap. 1); Jugend und Flucht des Mose
    (Kap. 2); Berufung des Mose und seine Rückkehr nach Ägypten (Kap. 3
    und 4); Verhandlungen mit dem Pharao, die ägyptischen Plagen (Kap.
    5 - 11); die Feier des Pascha und die Vorbereitungen für den Auszug
    (12,1 - 13,16); Auszug und Rettung am Schilfmeer (13,17 - 15,21);
    Wanderung zum Sinai (15,22 - 19,2); Bundesschluß am Sinai (19,3 -
    24,18; hier sind eingearbeitet die Zehn Gebote 20,1-17 und das
    sogenannte Bundesbuch Kap. 21 - 23); Anordnungen über Bundeslade,
    Zeltheiligtum und Priesterschaft (Kap. 25 - 31); der Bundesbruch und
    seine Folgen (Kap. 32 - 34); die Ausführung der Anordnungen über
    Bundeslade und Heiligtum (Kap. 35 - 40).

    E-3 In der Geschichtsdarstellung lassen sich die gleichen
    literarischen Schichten feststellen wie in Genesis (vgl. die
    Einleitung zu Genesis). Dazu kommen umfangreiche Gesetze, von denen
    die Zehn Gebote, das sogenannte Bundesbuch und die Vorschriften in
    34,11-26 einst selbständige kleine Gesetzbücher waren. Sie alle
    können in ihrem Kern auf die Zeit des Mose (13. Jahrhundert v. Chr.)
    zurückgehen. Auch ist ein längeres Lied aufgenommen, das die
    Rettungstat Gottes am Schilfmeer verherrlicht (15,1-18).

    E-4 Der Auszug aus Ägypten wird heute allgemein in die zweite Hälfte
    des 13. Jahrhunderts v. Chr. datiert. Da wir über diese Ereignisse
    keine außerbiblischen Quellen besitzen und außerdem die Texte erst
    nach langer mündlicher Überlieferung Jahrhunderte nach den
    Ereignissen ihre heutige Gestalt erhalten haben, können wir den
    genauen geschichtlichen Hergang nur schwer feststellen. Der
    wesentliche Verlauf, wie die Knechtschaft in Ägypten, der Auszug
    unter der Führung des Mose, die Rettung am Schilfmeer, der
    Bundesschluß am Sinai durch Mose als Mittler zwischen Volk und Gott
    und die Anfänge einer israelitischen Gesetzgebung dürften aber
    zuverlässig wiedergegeben sein.

    E-5 Das Buch ist von großer theologischer Bedeutung wegen der
    Aussagen über die Erlösung aus Knechtschaft durch das rettende
    Eingreifen Gottes, über den Bund zwischen Gott und dem Volk Israel,
    über Mose als den Führer des Volkes, den Mittler des Bundes und auch
    den großen Fürbitter, der Gottes Zorn nach dem Bundesbruch Israels
    durch sein Eintreten für das Volk besänftigt. An den großen
    Jahresfesten Pascha, Pfingsten und Laubhüttenfest wurden die in
    Exodus geschilderten Ereignisse im Gottesdienst Israels
    vergegenwärtigt. Sie werden im Christentum als Vorwegnahme und Bilde
    für die Erlösung durch Jesus Christus verstanden. Die Zehn Gebote
    haben die Ethik der Kulturvölker maßgeblich geprägt.

    Israel in Ägypten: 1,1 - 11,10
    Jakobs Nachkommen in Ägypten: 1,1-22

    1:1 Das sind die Namen der Söhne Israels, die nach Ägypten gekommen
    waren - mit Jakob waren sie gekommen, jeder mit seiner Familie:

    1:2 Ruben, Simeon, Levi, Juda,

    1:3 Issachar, Sebulon, Benjamin,

    1:4 Dan, Naftali, Gad und Ascher.

    1:5 Zusammen waren es siebzig Personen; sie alle stammten von Jakob ab.
    Josef aber war bereits in Ägypten.

    1:6 Josef, alle seine Brüder und seine Zeitgenossen waren gestorben.

    1:7 Aber die Söhne Israels waren fruchtbar, so daß das Land von ihnen
    wimmelte. Sie vermehrten sich und wurden überaus stark; sie
    bevölkerten das Land.

    1:8 In Ägypten kam ein neuer König an die Macht, der Josef nicht gekannt
    hatte.

    1:9 Er sagte zu seinem Volk: Seht nur, das Volk der Israeliten ist
    größer und stärker als wir.

    1:10 Gebt acht! Wir müssen überlegen, was wir gegen sie tun können, damit
    sie sich nicht weiter vermehren. Wenn ein Krieg ausbricht, können
    sie sich unseren Feinden anschließen, gegen uns kämpfen und sich des
    Landes bemächtigen.
    und sich des Landes bemächtigen, andere Übersetzungsmöglichkeit:
    und aus dem Land fortziehen.

    1:11 Da setzte man Fronvögte über sie ein, um sie durch schwere Arbeit
    unter Druck zu setzen. Sie mußten für den Pharao die Städte Pitom
    und Ramses als Vorratslager bauen.
    Die beiden Städte wurden vom Pharao Ramses II. (1304-1237 v. Chr.)
    im östlichen Nildelta als Garnisons- und Vorratsstädte zur
    Vorbereitung seines Feldzugs gegen die Hetiter angelegt.

    1:12 Je mehr man sie aber unter Druck hielt, um so stärker vermehrten sie
    sich und breiteten sie sich aus, so daß die Ägypter vor ihnen das
    Grauen packte.

    1:13 Daher gingen sie hart gegen die Israeliten vor und machten sie zu
    Sklaven.

    1:14 Sie machten ihnen das Leben schwer durch harte Arbeit mit Lehm und
    Ziegeln und durch alle möglichen Arbeiten auf den Feldern. So wurden
    die Israeliten zu harter Sklavenarbeit gezwungen.

    1:15 Zu den hebräischen Hebammen - die eine hieß Schifra, die andere
    Pua - sagte der König von Ägypten:

    1:16 Wenn ihr den Hebräerinnen Geburtshilfe leistet, dann achtet auf das
    Geschlecht! Ist es ein Knabe, so laßt ihn sterben! Ist es ein
    Mädchen, dann kann es am Leben bleiben.

    1:17 Die Hebammen aber fürchteten Gott und taten nicht, was ihnen der
    König von Ägypten gesagt hatte, sondern ließen die Kinder am Leben.

    1:18 Da rief der König von Ägypten die Hebammen zu sich und sagte zu
    ihnen: Warum tut ihr das und laßt die Kinder am Leben?

    1:19 Die Hebammen antworteten dem Pharao: Bei den hebräischen Frauen ist
    es nicht wie bei den Ägypterinnen, sondern wie bei den Tieren: Wenn
    die Hebamme zu ihnen kommt, haben sie schon geboren.

    1:20 Gott verhalf den Hebammen zu Glück; das Volk aber vermehrte sich
    weiter und wurde sehr stark.

    1:21 Weil die Hebammen Gott fürchteten, schenkte er ihnen Kindersegen.

    1:22 Daher gab der Pharao seinem ganzen Volk den Befehl: Alle Knaben, die
    den Hebräern geboren werden, werft in den Nil! Die Mädchen dürft ihr
    alle am Leben lassen.

    Die Jugend des Mose: 2,1-14

    2:1 Ein Mann aus einer levitischen Familie ging hin und nahm eine Frau
    aus dem gleichen Stamm.

    2:2 Sie wurde schwanger und gebar einen Sohn. Weil sie sah, daß es ein
    schönes Kind war, verbarg sie es drei Monate lang.

    2:3 Als sie es nicht mehr verborgen halten konnte, nahm sie ein
    Binsenkästchen, dichtete es mit Pech und Teer ab, legte den Knaben
    hinein und setzte ihn am Nilufer im Schilf aus.

    2:4 Seine Schwester blieb in der Nähe stehen, um zu sehen, was mit ihm
    geschehen würde.

    2:5 Die Tochter des Pharao kam herab, um im Nil zu baden. Ihre
    Dienerinnen gingen unterdessen am Nilufer auf und ab. Auf einmal sah
    sie im Schilf das Kästchen und ließ es durch ihre Magd holen.

    2:6 Als sie es öffnete und hineinsah, lag ein weinendes Kind darin. Sie
    bekam Mitleid mit ihm, und sie sagte: Das ist ein Hebräerkind.

    2:7 Da sagte seine Schwester zur Tochter des Pharao: Soll ich zu den
    Hebräerinnen gehen und dir eine Amme rufen, damit sie dir das Kind
    stillt?

    2:8 Die Tochter des Pharao antwortete ihr: Ja, geh! Das Mädchen ging und
    rief die Mutter des Knaben herbei.

    2:9 Die Tochter des Pharao sagte zu ihr: Nimm das Kind mit, und still es
    mir! Ich werde dich dafür entlohnen. Die Frau nahm das Kind zu sich
    und stillte es.

    2:10 Als der Knabe größer geworden war, brachte sie ihn der Tochter des
    Pharao. Diese nahm ihn als Sohn an, nannte ihn Mose und sagte: Ich
    habe ihn aus dem Wasser gezogen.
    Der Name Mose ist ägyptisch und bedeutet ®Kind¯; der israelitische
    Erzähler hört das hebräische Zeitwort ®ziehen¯ (masch h) heraus.

    2:11 Die Jahre vergingen, und Mose wuchs heran. Eines Tages ging er zu
    seinen Brüdern hinaus und schaute ihnen bei der Fronarbeit zu. Da
    sah er, wie ein Ägypter einen Hebräer schlug, einen seiner
    Stammesbrüder.

    2:12 Mose sah sich nach allen Seiten um, und als er sah, daß sonst
    niemand da war, erschlug er den Ägypter und verscharrte ihn im Sand.

    2:13 Als er am nächsten Tag wieder hinausging, sah er zwei Hebräer
    miteinander streiten. Er sagte zu dem, der im Unrecht war: Warum
    schlägst du deinen Stammesgenossen?

    2:14 Der Mann erwiderte: Wer hat dich zum Aufseher und Schiedsrichter
    über uns bestellt? Meinst du, du könntest mich umbringen, wie du den
    Ägypter umgebracht hast? Da bekam Mose Angst und sagte: Die Sache
    ist also bekannt geworden.

    Mose in Midian: 2,15-22

    2:15 Der Pharao hörte von diesem Vorfall und wollte Mose töten; Mose aber
    entkam ihm. Er wollte in Midian bleiben und setzte sich an einen
    Brunnen.

    2:16 Der Priester von Midian hatte sieben Töchter. Sie kamen zum
    Wasserschöpfen und wollten die Tröge füllen, um die Schafe und
    Ziegen ihres Vaters zu tränken.

    2:17 Doch die Hirten kamen und wollten sie verdrängen. Da stand Mose auf,
    kam ihnen zu Hilfe und tränkte ihre Schafe und Ziegen.

    2:18 Als sie zu ihrem Vater Regu‰l zurückkehrten, fragte er: Warum seid
    ihr heute so schnell wieder da?
    Regu‰l: So auch Num 10,29. In Ex 3,1; 4,18; 18,1 heißt er Jitro,
    in Ri 4,11 aber Hobab. In den verschiedenen Traditionsschichten
    lautet der Name anders, ähnlich wie der Berg des Bundesschlusses bal
    Sinai, bald Horeb heißt.

    2:19 Sie erzählten: Ein Ägypter hat uns gegen die Hirten verteidigt; er
    hat uns sogar Wasser geschöpft und das Vieh getränkt.

    2:20 Da fragte Regu‰l seine Töchter: Wo ist er? Warum habt ihr ihn dort
    gelassen? Holt ihn, und ladet ihn zum Essen ein!

    2:21 Mose entschloß sich, bei dem Mann zu bleiben, und dieser gab seine
    Tochter Zippora Mose zur Frau.

    2:22 Als sie einen Sohn gebar, nannte er ihn Gerschom (Ödgast) und sagte:
    Gast bin ich in fremdem Land.
    18,3
    Wortspiel mit dem Namen Gerschom, der aus ger (= Gast) und schom
    (= Öde) zusammengesetzt ist; in der Deutung des Namens wird aber das
    ungewöhnliche schom durch das geläufigere nokr¡ (= fremd)
    verdeutlicht.

    Die Berufung des Mose: 2,23 - 4,17

    2:23 Nach vielen Jahren starb der König von Ägypten. Die Israeliten
    stöhnten noch unter der Sklavenarbeit; sie klagten, und ihr Hilferuf
    stieg aus ihrem Sklavendasein zu Gott empor.

    2:24 Gott hörte ihr Stöhnen, und Gott gedachte seines Bundes mit Abraham,
    Isaak und Jakob.

    2:25 Gott blickte auf die Söhne Israels und gab sich ihnen zu erkennen.
    und gab sich ihnen zu erkennen: so nach G.

    3:1 Mose weidete die Schafe und Ziegen seines Schwiegervaters Jitro, des
    Priesters von Midian. Eines Tages trieb er das Vieh über die Steppe
    hinaus und kam zum Gottesberg Horeb.

    3:2 Dort erschien ihm der Engel des Herrn in einer Flamme, die aus einem
    Dornbusch emporschlug. Er schaute hin: Da brannte der Dornbusch und
    verbrannte doch nicht.

    3:3 Mose sagte: Ich will dorthin gehen und mir die außergewöhnliche
    Erscheinung ansehen. Warum verbrennt denn der Dornbusch nicht?

    3:4 Als der Herr sah, daß Mose näher kam, um sich das anzusehen, rief
    Gott ihm aus dem Dornbusch zu: Mose, Mose! Er antwortete: Hier bin
    ich.

    3:5 Der Herr sagte: Komm nicht näher heran! Leg deine Schuhe ab; denn
    der Ort, wo du stehst, ist heiliger Boden.

    3:6 Dann fuhr er fort: Ich bin der Gott deines Vaters, der Gott
    Abrahams, der Gott Isaaks und der Gott Jakobs. Da verhüllte Mose
    sein Gesicht; denn er fürchtete sich, Gott anzuschauen.

    3:7 Der Herr sprach: Ich habe das Elend meines Volkes in Ägypten
    gesehen, und ihre laute Klage über ihre Antreiber habe ich gehört.
    Ich kenne ihr Leid.

    3:8 Ich bin herabgestiegen, um sie der Hand der Ägypter zu entreißen und
    aus jenem Land hinaufzuführen in ein schönes, weites Land, in ein
    Land, in dem Milch und Honig fließen, in das Gebiet der Kanaaniter,
    Hetiter, Amoriter, Perisiter, Hiwiter und Jebusiter.

    3:9 Jetzt ist die laute Klage der Israeliten zu mir gedrungen, und ich
    habe auch gesehen, wie die Ägypter sie unterdrücken.

    3:10 Und jetzt geh! Ich sende dich zum Pharao. Führe mein Volk, die
    Israeliten, aus Ägypten heraus!

    3:11 Mose antwortete Gott: Wer bin ich, daß ich zum Pharao gehen und die
    Israeliten aus Ägypten herausführen könnte?

    3:12 Gott aber sagte: Ich bin mit dir; ich habe dich gesandt, und als
    Zeichen dafür soll dir dienen: Wenn du das Volk aus Ägypten
    herausgeführt hast, werdet ihr Gott an diesem Berg verehren.

    3:13 Da sagte Mose zu Gott: Gut, ich werde also zu den Israeliten kommen
    und ihnen sagen: Der Gott eurer Väter hat mich zu euch gesandt. Da
    werden sie mich fragen: Wie heißt er? Was soll ich ihnen darauf
    sagen?

    3:14 Da antwortete Gott dem Mose: Ich bin der "Ich-bin-da". Und er fuhr
    fort: So sollst du zu den Israeliten sagen: Der "Ich-bin-da" hat
    mich zu euch gesandt.
    14f: Im Hebräischen ist ®Jahwe¯ eine Zeitwortform in der 3. Person
    Einzahl, etwa ®er ist da¯; da hier Gott von sich selbst in der 1.
    Person redet, gebraucht er das Zeitwort in der Ich-Form: Ich bin da.
    Für ®Jahwe¯ werden allerdings auch andere Erklärungen versucht, von
    denen noch am ehesten zutreffen könnte: Er setzt ins Dasein. Zur
    Umschreibung des Gottesnamens Jahwe mit ®der Herr¯ vgl. die Anmerkun
    zu Gen 4,26.

    3:15 Weiter sprach Gott zu Mose: So sag zu den Israeliten: Jahwe, der
    Gott eurer Väter, der Gott Abrahams, der Gott Isaaks und der Gott
    Jakobs, hat mich zu euch gesandt. Das ist mein Name für immer, und
    so wird man mich nennen in allen Generationen.

    3:16 Geh, versammle die Ältesten Israels, und sag ihnen: Jahwe, der Gott
    eurer Väter, der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs, ist mir
    erschienen und hat mir gesagt: Ich habe sorgsam auf euch geachtet
    und habe gesehen, was man euch in Ägypten antut.

    3:17 Darum habe ich beschlossen, euch aus dem Elend Ägyptens
    hinaufzuführen in das Land der Kanaaniter, Hetiter, Amoriter,
    Perisiter, Hiwiter und Jebusiter, in ein Land, in dem Milch und
    Honig fließen.

    3:18 Wenn sie auf dich hören, so geh mit den Ältesten Israels zum König
    von Ägypten; sagt ihm: Jahwe, der Gott der Hebräer, ist uns
    begegnet. Und jetzt wollen wir drei Tagesmärsche weit in die Wüste
    ziehen und Jahwe, unserem Gott, Schlachtopfer darbringen.
    Hier und an ähnlichen Stellen, wo der Name Jahwe im Gespräch mit
    fremden Völkern gebraucht wird, ist die Umschreibung mit ®der Herr¯
    nicht angebracht, weil die nicht-israelitischen Völker den Gott
    Israels nicht als Herrn anerkennen und weil sie für ihre Götter
    Eigennamen haben.

    3:19 Ich weiß, daß euch der König von Ägypten nicht ziehen läßt, es sei
    denn, er würde von starker Hand dazu gezwungen.

    3:20 Erst wenn ich meine Hand ausstrecke und Ägypten niederschlage mit
    allen meinen Wundern, die ich in seiner Mitte vollbringe, wird er
    euch ziehen lassen.

    3:21 Dann werde ich die Ägypter zugunsten dieses Volkes umstimmen, und
    wenn ihr wegzieht, werdet ihr nicht mit leeren Händen gehen.

    3:22 Jede Frau kann von ihrer Nachbarin oder Hausgenossin silberne und
    goldene Geräte und Kleider verlangen. Übergebt sie euren Söhnen und
    Töchtern, und plündert so die Ägypter aus!

    4:1 Mose antwortete: Was aber, wenn sie mir nicht glauben und nicht auf
    mich hören, sondern sagen: Jahwe ist dir nicht erschienen?

    4:2 Der Herr entgegnete ihm: Was hast du da in der Hand? Er antwortete:
    Einen Stab.

    4:3 Da sagte der Herr: Wirf ihn auf die Erde! Mose warf ihn auf die
    Erde. Da wurde der Stab zu einer Schlange, und Mose wich vor ihr
    zurück.

    4:4 Der Herr aber sprach zu Mose: Streck deine Hand aus, und fasse sie
    am Schwanz! Er streckte seine Hand aus und packte sie. Da wurde sie
    in seiner Hand wieder zu einem Stab.

    4:5 So sollen sie dir glauben, daß dir Jahwe erschienen ist, der Gott
    ihrer Väter, der Gott Abrahams, der Gott Isaaks und der Gott Jakobs.

    4:6 Weiter sprach der Herr zu ihm: Leg deine Hand in deinen
    Gewandbausch! Er legte seine Hand hinein. Als er sie herauszog, war
    seine Hand von Aussatz weiß wie Schnee.

    4:7 Darauf sagte der Herr: Leg deine Hand noch einmal in deinen
    Gewandbausch! Er legte seine Hand noch einmal hinein. Als er sie
    wieder herauszog, sah sie wieder aus wie der übrige Leib.

    4:8 Wenn sie dir nicht glauben und sich durch das erste Zeichen nicht
    überzeugen lassen, werden sie auf das zweite Zeichen hin glauben.

    4:9 Glauben sie aber selbst nach diesen beiden Zeichen nicht und lassen
    sie sich nicht überzeugen, dann nimm etwas Nilwasser, und schütt es
    auf trockenen Boden! Das Wasser, das du aus dem Nil geholt hast,
    wird auf dem Boden zu Blut werden.

    4:10 Doch Mose sagte zum Herrn: Aber bitte, Herr, ich bin keiner, der gut
    reden kann, weder gestern noch vorgestern, noch seitdem du mit
    deinem Knecht sprichst. Mein Mund und meine Zunge sind nämlich
    schwerfällig.

    4:11 Der Herr entgegnete ihm: Wer hat dem Menschen den Mund gegeben, und
    wer macht taub oder stumm, sehend oder blind? Doch wohl ich, der
    Herr!

    4:12 Geh also! Ich bin mit deinem Mund und weise dich an, was du reden
    sollst.

    4:13 Doch Mose antwortete: Aber bitte, Herr, schick doch einen andern!
    Wörtlich: Schicke, wen du schickst!

    4:14 Da entbrannte der Zorn des Herrn über Mose, und er sprach: Hast du
    nicht noch einen Bruder, den Leviten Aaron? Ich weiß, er kann reden;
    außerdem bricht er gerade auf und wird dir begegnen. Wenn er dich
    sieht, wird er sich von Herzen freuen.

    4:15 Sprich mit ihm, und leg ihm die Worte in den Mund! Ich aber werde
    mit deinem und seinem Mund sein, ich werde euch anweisen, was ihr
    tun sollt,

    4:16 und er wird für dich zum Volk reden. Er wird für dich der Mund sein,
    und du wirst für ihn Gott sein.

    4:17 Diesen Stab nimm in deine Hand! Mit ihm wirst du die Zeichen
    vollbringen.

    Die Rückkehr des Mose nach Ägypten: 4,18-31

    4:18 Darauf kehrte Mose zu seinem Schwiegervater Jitro zurück. Er sagte
    zu ihm: Ich will zu meinen Brüdern nach Ägypten zurückkehren. Ich
    will sehen, ob sie noch am Leben sind. Jitro antwortete Mose: Geh in
    Frieden!
    Zu Jitro vgl. die Anmerkung zu 2,18.

    4:19 Der Herr sprach zu Mose in Midian: Mach dich auf, und kehr nach
    Ägypten zurück; denn alle, die dir nach dem Leben getrachtet haben,
    sind tot.

    4:20 Da holte Mose seine Frau und seine Söhne, setzte sie auf einen Esel
    und trat den Rückweg nach Ägypten an. Den Gottesstab hielt er in der
    Hand.
    18,3f

    4:21 Der Herr sprach zu Mose: Wenn du gehst und nach Ägypten
    zurückkehrst, halte dir alle Wunder vor Augen, die ich in deine Hand
    gelegt habe, und vollbring sie vor dem Pharao! Ich will sein Herz
    verhärten, so daß er das Volk nicht ziehen läßt.

    4:22 Dann sag zum Pharao: So spricht Jahwe: Israel ist mein erstgeborener
    Sohn.

    4:23 Ich sage dir: Laß meinen Sohn ziehen, damit er mich verehren kann.
    Wenn du dich weigerst, ihn ziehen zu lassen, bringe ich deinen
    erstgeborenen Sohn um.

    4:24 Unterwegs am Rastplatz trat der Herr dem Mose entgegen und wollte
    ihn töten.
    24-26: Eine ähnlich geheimnisvolle Szene wie Gen 32,23-33.
    Wahrscheinlich betont diese Erzählung die religiöse Bedeutung der
    Beschneidung. Der schwerkranke Mose konnte nicht beschnitten werden,
    weil bei den damaligen hygienischen Verhältnissen die Beschneidung
    fast immer Wundfieber zur Folge hatte (vgl. Gen 34,25 und Jos 5,8f);
    daher nimmt seine Frau einen Ersatzritus an ihrem Sohn vor.

    4:25 Zippora ergriff einen Feuerstein und schnitt ihrem Sohn die Vorhaut
    ab. Damit berührte sie die Beine des Mose und sagte: Ein
    Blutbräutigam bist du mir.

    4:26 Da ließ der Herr von ihm ab. ®Blutbräutigam¯ sagte sie damals wegen
    der Beschneidung.

    4:27 Der Herr sprach zu Aaron: Geh hinaus in die Wüste, Mose entgegen! Da
    ging er. Am Gottesberg traf er ihn und küßte ihn.

    4:28 Mose erzählte Aaron von dem Auftrag, mit dem der Herr ihn gesandt
    hatte, und von allen Zeichen, zu denen er ihn ermächtigt hatte.

    4:29 Mose und Aaron gingen und versammelten alle Ältesten der Israeliten.

    4:30 Aaron wiederholte vor ihnen alle Worte, die der Herr zu Mose
    gesprochen hatte, und Mose vollbrachte die Zeichen vor den Augen des
    Volkes.

    4:31 Da glaubte das Volk, und als sie hörten, daß der Herr sich der
    Israeliten angenommen und ihr Elend gesehen habe, verneigten sie
    sich und warfen sich vor ihm nieder.

    Die erfolglosen Verhandlungen mit dem Pharao: 5,1-19

    5:1 Danach gingen Mose und Aaron zum Pharao und sagten: So spricht
    Jahwe, der Gott Israels: Laß mein Volk ziehen, damit sie mir in der
    Wüste ein Fest feiern können.

    5:2 Der Pharao erwiderte: Wer ist Jahwe, daß ich auf ihn hören und
    Israel ziehen lassen sollte? Ich kenne Jahwe nicht und denke auch
    nicht daran, Israel ziehen zu lassen.

    5:3 Da sagten sie: Der Gott der Hebräer ist uns begegnet, und jetzt
    wollen wir drei Tagesmärsche weit in die Wüste ziehen und Jahwe,
    unserem Gott, Schlachtopfer darbringen, damit er uns nicht mit Pest
    oder Schwert straft.

    5:4 Der König von Ägypten entgegnete ihnen: Warum, Mose und Aaron, wollt
    ihr die Leute zum Nichtstun verleiten? Fort mit euch, tut euren
    Frondienst!

    5:5 Der Pharao fuhr fort: So viele Leute sind jetzt im Land, und ihr
    wollt sie vom Frondienst abhalten?

    5:6 Am selben Tag noch gab der Pharao den Antreibern der Leute und den
    Listenführern die Anweisung:

    5:7 Gebt den Leuten nicht mehr, wie bisher, Stroh zum Ziegelmachen! Sie
    sollen selber gehen und sich Stroh besorgen.
    Stroh, zu Häcksel geschnitten, dient bei der Ziegelherstellung als
    Bindemittel für den Lehm.

    5:8 Legt ihnen aber das gleiche Soll an Ziegeln auf, das sie bisher
    erfüllen mußten. Laßt ihnen davon nichts nach! Denn sie sind faul,
    und deshalb schreien sie: Wir wollen gehen und unserem Gott
    Schlachtopfer darbringen.

    5:9 Erschwert man den Leuten die Arbeit, dann sind sie beschäftigt und
    kümmern sich nicht um leeres Geschwätz.

    5:10 Da gingen die Antreiber der Leute und die Listenführer zu den Leuten
    und sagten: So spricht der Pharao: Ich gebe euch kein Stroh mehr.

    5:11 Geht selbst, und besorgt euch Stroh, wo ihr es findet. Von eurem
    Arbeitssoll aber wird euch nichts erlassen.

    5:12 Die Leute verteilten sich also über ganz Ägypten, um sich Stroh zu
    besorgen.

    5:13 Die Antreiber drängten und sagten: Ihr müßt euer tägliches Soll
    erfüllen wie bisher, als euch noch Stroh geliefert wurde.

    5:14 Die Antreiber des Pharao schlugen die israelitischen Listenführer,
    die sie eingesetzt hatten, und sagten: Warum habt ihr heute nicht
    wie neulich noch das festgesetzte Soll an Ziegeln erfüllt?

    5:15 Da gingen die israelitischen Listenführer zum Pharao und erhoben vor
    ihm Klage: Warum tust du deinen Sklaven das an?

    5:16 Man gibt deinen Sklaven kein Stroh, aber man sagt uns: Macht Ziegel!
    Schau, man hat deine Sklaven geschlagen; die Schuld aber liegt bei
    deinen Leuten.

    5:17 Er entgegnete: Faul seid ihr, faul. Nur deshalb sagt ihr: Wir wollen
    gehen und Jahwe Schlachtopfer darbringen.

    5:18 Jetzt aber fort mit euch, und tut eure Arbeit! Stroh bekommt ihr
    nicht, aber euer Soll an Ziegeln müßt ihr erfüllen.

    5:19 Da sahen sich die israelitischen Listenführer in einer üblen Lage,
    weil man ihnen sagte: Nichts von eurem täglichen Soll an Ziegeln
    wird euch erlassen.

    Die Klage des Mose und die Verheißung Gottes: 5,20 - 6,13

    5:20 Als sie vom Pharao kamen, stießen sie auf Mose und Aaron, die ihnen
    entgegenkamen.

    5:21 Die Listenführer sagten zu ihnen: Der Herr soll euch erscheinen und
    euch richten; denn ihr habt uns beim Pharao und seinen Dienern in
    Verruf gebracht und ihnen ein Schwert in die Hand gegeben, mit dem
    sie uns umbringen können.

    5:22 Da wandte sich Mose an den Herrn und sagte: Mein Herr, warum
    behandelst du dieses Volk so schlecht? Wozu hast du mich denn
    gesandt?

    5:23 Seit ich zum Pharao gegangen bin, um in deinem Namen zu reden,
    behandelt er dieses Volk noch schlechter, aber du hast dein Volk
    nicht gerettet.

    6:1 Der Herr antwortete Mose: Jetzt wirst du sehen, was ich dem Pharao
    antue. Denn von starker Hand gezwungen, wird er sie ziehen lassen,
    ja, von starker Hand gezwungen, wird er sie sogar aus seinem Land
    ausweisen.

    6:2 Gott redete mit Mose und sprach zu ihm: Ich bin Jahwe.

    6:3 Ich bin Abraham, Isaak und Jakob als El-Schaddai (Gott, der
    Allmächtige) erschienen, aber unter meinem Namen Jahwe habe ich mich
    ihnen nicht zu erkennen gegeben.

    6:4 Auch habe ich einen Bund mit ihnen geschlossen und habe versprochen,
    ihnen das Land Kanaan zu geben, das Land, in dem sie als Fremde
    lebten.

    6:5 Ferner habe ich gehört, wie die Israeliten darüber stöhnen, daß die
    Ägypter sie wie Sklaven behandeln. Da habe ich meines Bundes
    gedacht,

    6:6 und deshalb sag zu den Israeliten: Ich bin Jahwe. Ich führe euch aus
    dem Frondienst für die Ägypter heraus und rette euch aus der
    Sklaverei. Ich erlöse euch mit hoch erhobenem Arm und durch ein
    gewaltiges Strafgericht über sie.

    6:7 Ich nehme euch als mein Volk an und werde euer Gott sein. Und ihr
    sollt wissen, daß ich Jahwe bin, euer Gott, der euch aus dem
    Frondienst in Ägypten herausführt.

    6:8 Ich führe euch in das Land, das ich Abraham, Isaak und Jakob unter
    Eid versprochen habe. Ich übergebe es euch als Eigentum, ich, der
    Herr.

    6:9 So redete Mose zu den Israeliten. Sie aber hörten nicht auf Mose,
    weil sie vor harter Arbeit verzagten.

    6:10 Da sprach der Herr zu Mose:

    6:11 Geh, sag dem Pharao, dem König von Ägypten, er solle die Israeliten
    aus seinem Land fortziehen lassen.

    6:12 Mose erwiderte dem Herrn: Wenn schon die Israeliten nicht auf mich
    hörten, wie sollte mich dann der Pharao anhören, zumal ich
    ungeschickt im Reden bin?

    6:13 So redete der Herr mit Mose und mit Aaron. Er gab ihnen den Auftrag,
    zu den Israeliten und zum Pharao, dem König von Ägypten, zu gehen
    und die Israeliten aus Ägypten herauszuführen.

    Die Nachkommen Rubens, Simeons und Levis: 6,14-30

    6:14 Das sind die Oberhäupter ihrer Großfamilien: Die Söhne Rubens, des
    Erstgeborenen Israels: Henoch, Pallu, Hezron und Karmi; das waren
    die Sippenverbände Rubens.
    14f: Wahrscheinlich Rest eines verlorengegangenen Verzeichnisses
    der Zwölf Stämme Israels.

    6:15 Die Söhne Simeons: Jemu‰l, Jamin, Ohad, Jachin, Zohar und Schaul,
    der Sohn der Kanaaniterin; das waren die Sippenverbände Simeons.

    6:16 Das sind die Namen der Söhne Levis nach ihrer Geschlechterfolge:
    Gerschon, Kehat und Merari. Die Lebenszeit Levis betrug
    hundertsiebenunddreißig Jahre.

    6:17 Die Söhne Gerschons: Libni und Schimi, nach ihren Sippenverbänden.

    6:18 Die Söhne Kehats: Amram, Jizhar, Hebron und Usi‰l. Die Lebenszeit
    Kehats betrug hundertdreiunddreißig Jahre.

    6:19 Die Söhne Meraris: Machli und Muschi; das waren die Sippenverbände
    der Leviten nach ihrer Geschlechterfolge.

    6:20 Amram nahm seine Tante Jochebed zur Frau. Sie gebar ihm Aaron und
    Mose. Die Lebenszeit Amrams betrug hundertsiebenunddreißig Jahre.

    6:21 Die Söhne Jizhars: Korach, Nefeg und Sichri.

    6:22 Die Söhne Usi‰ls: Mischa‰l, Elizafan und Sitri.

    6:23 Aaron nahm Elischeba, die Tochter Amminadabs, die Schwester
    Nachschons, zur Frau. Sie gebar ihm Nadab, Abihu, Eleasar und
    Itamar.

    6:24 Die Söhne Korachs: Assir, Elkana und Abiasaf. Das waren die
    Sippenverbände der Korachiter.

    6:25 Eleasar, der Sohn Aarons, nahm eine Tochter Puti‰ls zur Frau. Sie
    gebar ihm Pinhas. Das waren die Oberhäupter der levitischen
    Großfamilien nach ihren Sippenverbänden.

    6:26 Das waren also Aaron und Mose, zu denen der Herr gesagt hatte: Führt
    die Israeliten aus Ägypten, und übernehmt dabei die Leitung der
    Scharen!

    6:27 Die beiden waren es, die mit dem Pharao, dem König von Ägypten,
    reden und die Israeliten aus Ägypten herausführen sollten, Mose und
    Aaron.

    6:28 Damals, als der Herr mit Mose in Ägypten redete,

    6:29 sagte er zu Mose: Ich bin Jahwe. Sag dem Pharao, dem König von
    Ägypten, alles, was ich dir auftrage.

    6:30 Mose aber antwortete dem Herrn: Ich bin doch ungeschickt im Reden;
    wie soll der Pharao auf mich hören?
    4,10; 6,12

    Die ägyptischen Plagen: 7,1 - 11,10

    7:1 Der Herr sprach zu Mose: Hiermit mache ich dich für den Pharao zum
    Gott; dein Bruder Aaron soll dein Prophet sein.
    4,15f
    Wie Gott durch einen Propheten zu Menschen redet, so soll Mose
    durch seinen Bruder Aaron zum Pharao reden.

    7:2 Du sollst alles sagen, was ich dir auftrage; dein Bruder Aaron soll
    es dem Pharao sagen, und der Pharao muß die Israeliten aus seinem
    Land fortziehen lassen.

    7:3 Ich aber will das Herz des Pharao verhärten, und dann werde ich
    meine Zeichen und Wunder in Ägypten häufen.

    7:4 Der Pharao wird nicht auf euch hören. Deshalb werde ich meine Hand
    auf Ägypten legen und unter gewaltigem Strafgericht meine Scharen,
    mein Volk, die Israeliten, aus Ägypten führen.

    7:5 Erst wenn ich meine Hand gegen die Ägypter ausstrecke, werden sie
    erkennen, daß ich der Herr bin, und dann werde ich die Israeliten
    aus ihrer Mitte herausführen.

    7:6 Mose und Aaron taten, was ihnen der Herr aufgetragen hatte. So
    machten sie es.

    7:7 Mose war achtzig Jahre und Aaron dreiundachtzig Jahre alt, als sie
    mit dem Pharao verhandelten.

    7:8 Der Herr sprach zu Mose und Aaron:

    7:9 Wenn der Pharao zu euch sagt: Tut doch ein Wunder zu eurer
    Beglaubigung!, dann sag zu Aaron: Nimm deinen Stab, und wirf ihn vor
    den Pharao hin! Er wird zu einer Schlange werden.
    4,1-5

    7:10 Als Mose und Aaron zum Pharao kamen, taten sie, was ihnen der Herr
    aufgetragen hatte: Aaron warf seinen Stab vor den Pharao und seine
    Diener hin, und er wurde zu einer Schlange.

    7:11 Da rief auch der Pharao Weise und Beschwörungspriester, und sie, die
    Wahrsager der Ägypter, taten mit Hilfe ihrer Zauberkunst das
    gleiche:

    7:12 Jeder warf seinen Stab hin, und die Stäbe wurden zu Schlangen. Doch
    Aarons Stab verschlang die Stäbe der Wahrsager.

    7:13 Das Herz des Pharao aber blieb hart, und er hörte nicht auf sie. So
    hatte es der Herr vorausgesagt.

    7:14 Der Herr sprach zu Mose: Das Herz des Pharao ist ungerührt, und er
    ist nicht bereit, das Volk ziehen zu lassen.

    7:15 Geh morgen früh zum Pharao, wenn er an den Fluß hinuntergeht, und
    tritt am Nilufer vor ihn hin! Den Stab, der sich in eine Schlange
    verwandelt hat, nimm mit!

    7:16 Sag zum Pharao: Jahwe, der Gott der Hebräer, hat mich zu dir gesandt
    und läßt dir sagen: Laß mein Volk ziehen, damit sie mich in der
    Wüste verehren können. Bis jetzt hast du nicht hören wollen.

    7:17 So spricht Jahwe: Daran sollst du erkennen, daß ich Jahwe bin: Mit
    dem Stab in meiner Hand schlage ich auf das Wasser im Nil, und es
    wird sich in Blut verwandeln.

    7:18 Die Fische im Nil werden sterben, und der Nil wird stinken, so daß
    sich die Ägypter davor ekeln, Nilwasser zu trinken.

    7:19 Dann sprach der Herr zu Mose: Sag Aaron: Nimm deinen Stab, und
    streck deine Hand über die Gewässer Ägyptens aus, über ihre Flüsse
    und Nilarme, über ihre Sümpfe und alle Wasserstellen; sie sollen zu
    Blut werden. Blut soll es geben in ganz Ägypten, in den Gefäßen aus
    Holz und Stein.

    7:20 Mose und Aaron taten, was ihnen der Herr aufgetragen hatte. Er erhob
    den Stab und schlug vor den Augen des Pharao und seiner Höflinge auf
    das Wasser im Nil. Da verwandelte sich alles Nilwasser in Blut.

    7:21 Die Fische im Nil starben, und der Nil stank, so daß die Ägypter
    kein Nilwasser mehr trinken konnten. Das Blut gab es in ganz
    Ägypten.

    7:22 Doch die Wahrsager der Ägypter taten mit Hilfe ihrer Zauberkunst das
    gleiche. Das Herz des Pharao blieb hart, und er hörte nicht auf sie.
    So hatte es der Herr vorausgesagt.

    7:23 Der Pharao kehrte nach Hause zurück und nahm die Sache nicht ernst.

    7:24 Alle Ägypter gruben in der Umgebung des Nil nach Trinkwasser, denn
    das Nilwasser konnten sie nicht trinken.

    7:25 So vergingen sieben Tage, nachdem der Herr den Nil geschlagen hatte.

    7:26 Dann sprach der Herr zu Mose: Geh zum Pharao, und sag ihm: So
    spricht Jahwe: Laß mein Volk ziehen, damit sie mich verehren können.

    7:27 Weigerst du dich, sie ziehen zu lassen, so bringe ich eine
    Froschplage über dein ganzes Land.

    7:28 Der Nil wird von Fröschen wimmeln; sie werden heraufkommen und in
    dein Haus eindringen, in dein Schlafgemach, auf dein Bett werden sie
    kommen, in die Häuser deiner Diener und deines Volkes, in deine
    Backöfen und Backschüsseln.

    7:29 Über dich, dein Volk und alle deine Diener werden die Frösche
    kommen.

    8:1 Der Herr sprach zu Mose: Sag zu Aaron: Streck deine Hand mit dem
    Stab aus über die Flüsse, über die Nilarme und die Sümpfe, und laß
    die Frösche über Ägypten kommen!

    8:2 Aaron streckte seine Hand über die Gewässer Ägyptens aus. Da stiegen
    die Frösche herauf und bedeckten ganz Ägypten.

    8:3 Doch die Wahrsager taten mit Hilfe ihrer Zauberkunst das gleiche und
    ließen die Frösche über Ägypten kommen.

    8:4 Der Pharao rief Mose und Aaron zu sich und sagte: Betet zu Jahwe, er
    möge mich und mein Volk von den Fröschen befreien. Dann will ich das
    Volk ziehen lassen, und sie können Jahwe Schlachtopfer darbringen.

    8:5 Da sagte Mose zum Pharao: Verfüg über mich! Wann soll ich für dich,
    deine Diener und dein Volk um Beseitigung der Frösche von dir und
    aus deinen Häusern beten? Nur im Nil sollen sie erhalten bleiben.

    8:6 Er sagte: Morgen. Mose antwortete: Wie du willst; du sollst
    erkennen, daß keiner Jahwe, unserem Gott, gleichkommt.

    8:7 Die Frösche werden von dir und deinen Häusern, von deinen Dienern
    und deinem Volk weichen; nur im Nil werden sie bleiben.

    8:8 Als Mose und Aaron vom Pharao weggegangen waren, schrie Mose zum
    Herrn um Befreiung von der Froschplage, die er über den Pharao
    gebracht hatte.

    8:9 Der Herr erfüllte Mose die Bitte, und die Frösche in den Häusern, in
    den Höfen und auf den Feldern starben.

    8:10 Man sammelte sie zu riesigen Haufen, und das ganze Land stank davon.

    8:11 Als der Pharao sah, daß die Not vorbei war, verschloß er sein Herz
    wieder und hörte nicht auf sie. So hatte es der Herr vorausgesagt.

    8:12 Darauf sprach der Herr zu Mose: Sag zu Aaron: Streck deinen Stab
    aus, und schlag damit auf die Erde in den Staub! In ganz Ägypten
    sollen daraus Stechmücken werden.

    8:13 Sie taten es. Aaron streckte die Hand aus und schlug mit seinem Stab
    auf die Erde in den Staub. Da wurden Stechmücken daraus, die sich
    auf Mensch und Vieh setzten. In ganz Ägypten wurden aus dem Staub
    auf der Erde Stechmücken.

    8:14 Die Wahrsager versuchten mit Hilfe ihrer Zauberkunst ebenfalls
    Stechmücken hervorzubringen, konnten es aber nicht. Die Stechmücken
    saßen auf Mensch und Vieh.

    8:15 Da sagten die Wahrsager zum Pharao: Das ist der Finger Gottes. Doch
    das Herz des Pharao blieb hart, und er hörte nicht auf sie. So hatte
    es der Herr vorausgesagt.

    8:16 Darauf sprach der Herr zu Mose: Steh früh auf, tritt vor den Pharao,
    wenn er an den Fluß hinuntergeht, und sag zu ihm: So spricht Jahwe:
    Laß mein Volk ziehen, damit sie mich verehren können.

    8:17 Denn wenn du mein Volk nicht ziehen läßt, lasse ich Ungeziefer auf
    dich los, auf deine Diener, dein Volk und deine Häuser. Die Häuser
    in Ägypten werden voll Ungeziefer sein; es wird sogar den Boden, auf
    dem sie stehen, bedecken.

    8:18 Das Land Goschen aber, in dem mein Volk lebt, will ich an jenem Tag
    auszeichnen: Dort wird es kein Ungeziefer geben. Daran wirst du
    erkennen, daß ich, Jahwe, Herr mitten im Land bin.

    8:19 Ich mache einen Unterschied zwischen meinem und deinem Volk. Morgen
    wird das Zeichen geschehen.

    8:20 Und so tat es der Herr. Ungeziefer kam in Massen über das Haus des
    Pharao, über das Haus seiner Diener und über ganz Ägypten. Das Land
    erlitt durch das Ungeziefer schweren Schaden.

    8:21 Da ließ der Pharao Mose und Aaron rufen und sagte: Geht, bringt
    eurem Gott hier im Land Schlachtopfer dar!

    8:22 Doch Mose erwiderte: Das können wir nicht. Denn wir müssen dem
    Herrn, unserem Gott, Schlachtopfer darbringen, die bei den Ägyptern
    Anstoß erregen. Wenn wir vor ihren Augen Schlachtopfer darbringen,
    die bei ihnen Anstoß erregen, werden sie uns dann nicht steinigen?

    8:23 Wir wollen drei Tagesmärsche weit in die Wüste ziehen und dem Herrn,
    unserem Gott, Schlachtopfer darbringen, wie er es uns gesagt hat.

    8:24 Der Pharao antwortete: Ich lasse euch ziehen. Bringt also Jahwe,
    eurem Gott, in der Wüste Schlachtopfer dar! Aber zu weit dürft ihr
    euch nicht entfernen. Betet auch für mich!

    8:25 Darauf sagte Mose: Gut, ich gehe von dir fort und bete zu Jahwe.
    Dann wird morgen das Ungeziefer vom Pharao, von seinen Dienern und
    seinem Volk ablassen. Nur darf der Pharao nicht wieder wortbrüchig
    werden und das Volk daran hindern, wegzuziehen und Jahwe zu opfern.

    8:26 Mose verließ den Pharao und betete zum Herrn.

    8:27 Der Herr erfüllte Mose die Bitte und befreite den Pharao, seine
    Diener und sein Volk von dem Ungeziefer; nichts blieb übrig.

    8:28 Der Pharao aber verschloß sein Herz auch diesmal und ließ das Volk
    nicht ziehen.

    9:1 Wieder sprach der Herr zu Mose: Geh zum Pharao, und sag zu ihm: So
    spricht Jahwe, der Gott der Hebräer: Laß mein Volk ziehen, damit sie
    mich verehren können.

    9:2 Wenn du dich weigerst, sie ziehen zu lassen, und sie immer noch
    festhältst,

    9:3 wird die Hand Jahwes dein Vieh auf dem Feld, die Pferde und Esel,
    die Kamele und Rinder, die Schafe und Ziegen, überfallen und über
    sie eine sehr schwere Seuche bringen.

    9:4 Aber Jahwe wird einen Unterschied zwischen dem Vieh Israels und dem
    Vieh der Ägypter machen; nichts von dem, was den Israeliten gehört,
    wird eingehen.

    9:5 Auch den Zeitpunkt hat Jahwe schon festgesetzt: Morgen wird Jahwe
    das im Lande tun.

    9:6 Am folgenden Tag tat es der Herr. Alles Vieh der Ägypter ging ein,
    vom Vieh der Israeliten aber ging kein einziges Stück ein.

    9:7 Der Pharao erkundigte sich, und wirklich: Vom Vieh Israels war kein
    einziges Stück eingegangen. Doch der Pharao verschloß sein Herz und
    ließ das Volk nicht ziehen.

    9:8 Da sprach der Herr zu Mose und Aaron: Holt euch eine Handvoll
    Ofenruß, und Mose soll ihn vor den Augen des Pharao in die Höhe
    werfen.

    9:9 Er wird als Staub auf ganz Ägypten niedergehen und an Mensch und
    Vieh Geschwüre mit aufplatzenden Blasen hervorrufen, in ganz
    Ägypten.

    9:10 Sie holten den Ofenruß, traten vor den Pharao, und Mose warf ihn in
    die Höhe. Da bildeten sich an Mensch und Vieh Geschwüre mit
    aufplatzenden Blasen.

    9:11 Die Wahrsager konnten wegen der Geschwüre Mose nicht
    gegenübertreten, sie waren wie alle Ägypter von Geschwüren befallen.

    9:12 Aber der Herr verhärtete das Herz des Pharao, so daß er nicht auf
    sie hörte. So hatte es der Herr dem Mose vorausgesagt.

    9:13 Darauf sprach der Herr zu Mose: Steh früh am Morgen auf, tritt vor
    den Pharao hin, und sag zu ihm: So spricht Jahwe, der Gott der
    Hebräer: Laß mein Volk ziehen, damit sie mich verehren können.

    9:14 Denn diesmal will ich alle meine Plagen loslassen auf dich, deine
    Diener und dein Volk. Daran wirst du erkennen, daß mir keiner im
    ganzen Land gleichkommt.

    9:15 Denn schon jetzt hätte ich meine Hand ausstrecken und dich und dein
    Volk mit der Pest schlagen können, und du wärst vom Erdboden
    verschwunden.

    9:16 Ich habe dich aber am Leben gelassen, um meine Macht zu zeigen und
    meinen Namen auf der ganzen Erde bekannt zu machen.

    9:17 Wenn du dich weiterhin als den großen Herrn über mein Volk
    aufspielst und sie nicht ziehen läßt,

    9:18 dann lasse ich morgen um diese Zeit ein sehr schweres Hagelwetter
    niedergehen, wie es in Ägypten seit seiner Gründung bis auf den
    heutigen Tag noch keines gegeben hat.

    9:19 Und nun schick Leute aus, bring dein Vieh in Sicherheit und alles,
    was dir auf dem Feld gehört. Auf alle Menschen und auf das Vieh, das
    auf dem Feld bleibt und nicht unter Dach gebracht wird, geht der
    Hagel nieder und erschlägt sie.

    9:20 Wer sich von den Dienern des Pharao vor der Drohung des Herrn
    fürchtete, ließ seine Knechte und sein Vieh unter Dach bringen.

    9:21 Wer aber das Wort des Herrn nicht ernst nahm, ließ seine Knechte und
    sein Vieh auf dem Feld.

    9:22 Und der Herr sprach zu Mose: Streck deine Hand zum Himmel empor!
    Dann wird Hagel auf ganz Ägypten niedergehen, auf Mensch und Vieh
    und auf alle Feldpflanzen in Ägypten.

    9:23 Mose streckte seinen Stab zum Himmel empor, und der Herr ließ es
    donnern und hageln. Blitze fuhren auf die Erde herab, und der Herr
    ließ Hagel über Ägypten niedergehen.

    9:24 Schwerer Hagel prasselte herab, und in den sehr schweren Hagel
    hinein zuckten Blitze. Ähnliches hatte es im ganzen Land der Ägypter
    noch nicht gegeben, seit sie ein Volk geworden waren.

    9:25 Der Hagel erschlug in ganz Ägypten alles, was auf dem Feld war.
    Menschen, Vieh und alle Feldpflanzen erschlug der Hagel, und alle
    Feldbäume zerbrach er.

    9:26 Nur in Goschen, wo sich die Israeliten aufhielten, hagelte es nicht.

    9:27 Da ließ der Pharao Mose und Aaron rufen und sagte zu ihnen: Diesmal
    bekenne ich mich schuldig. Jahwe ist im Recht; ich aber und mein
    Volk, wir sind im Unrecht.

    9:28 Betet zu Jahwe! Die Donnerstimme Gottes und der Hagel, das ist
    zuviel. Ich will euch jetzt ziehen lassen; ihr müßt nicht länger
    bleiben.

    9:29 Mose antwortete ihm: Sobald ich außerhalb der Stadt bin, werde ich
    meine Hände vor Jahwe ausbreiten; der Donner wird aufhören, und es
    wird kein Hagel mehr fallen. So wirst du erkennen, daß das Land
    Jahwe gehört.

    9:30 Du und Deine Diener aber, das weiß ich, ihr fürchtet euch noch immer
    nicht vor dem Gott Jahwe.

    9:31 Der Flachs und die Gerste waren zerschlagen; denn die Gerste hatte
    gerade Ähren angesetzt, und der Flachs stand in Blüte.

    9:32 Der Weizen und der Spelt wurden nicht zerschlagen, denn sie kommen
    später heraus.

    9:33 Mose verließ den Pharao, ging vor die Stadt hinaus und breitete
    seine Hände vor dem Herrn aus. Da hörte der Donner auf, und kein
    Hagel und kein Regen fiel mehr auf die Erde.

    9:34 Doch als der Pharao sah, daß Regen, Hagel und Donner aufgehört
    hatten, blieb er bei seiner Sünde; er und seine Diener verschlossen
    wieder ihr Herz.

    9:35 Das Herz des Pharao blieb hart, und er ließ die Israeliten nicht
    ziehen. So hatte es der Herr durch Mose vorausgesagt.

    10:1 Der Herr sprach zu Mose: Geh zum Pharao! Ich habe sein Herz und das
    Herz seiner Diener verschlossen, damit ich diese Zeichen unter ihnen
    vollbringen konnte

    10:2 und damit du deinem Sohn und deinem Enkel erzählen kannst, was ich
    den Ägyptern angetan und welche Zeichen ich unter ihnen vollbracht
    habe. Dann werdet ihr erkennen, daß ich der Herr bin.

    10:3 Mose und Aaron gingen zum Pharao und sagten: So spricht Jahwe, der
    Gott der Hebräer: Wie lange willst du dich noch weigern, dich mir zu
    unterwerfen? Laß mein Volk ziehen, damit sie mich verehren können.

    10:4 Wenn du dich weigerst, mein Volk ziehen zu lassen, so schicke ich
    morgen Heuschrecken über dein Land.

    10:5 Sie werden die Oberfläche der Erde bedecken, so daß man den Erdboden
    nicht mehr sehen kann. Sie werden auch noch das verzehren, was der
    Hagel verschont hat, und alle Bäume kahlfressen, die auf euren
    Feldern wachsen.

    10:6 Deine Häuser, die Häuser aller deiner Diener und die aller Ägypter
    werden voll davon sein. So etwas haben deine Väter und Vorväter bis
    heute nicht gesehen, seitdem sie in diesem Land leben. Dann wandte
    sich Mose um und verließ den Pharao.

    10:7 Die Diener sagten zum Pharao: Wie lange soll uns dieser Mann noch
    Unglück bringen? Laß die Leute ziehen, damit sie Jahwe, ihren Gott,
    verehren können. Merkst du denn noch immer nicht, daß Ägypten
    zugrunde geht?

    10:8 Da holte man Mose und Aaron zum Pharao zurück, und er sagte zu
    ihnen: Geht, verehrt Jahwe, euren Gott! Wer von euch will denn
    mitgehen?

    10:9 Mose antwortete: Wir gehen mit jung und alt, mit unseren Söhnen und
    Töchtern; auch die Schafe, Ziegen und Rinder nehmen wir mit. Denn
    wir feiern ein Jahwefest.

    10:10 Da sagte er zu ihnen: Dann sei Jahwe ebensowenig mit euch, wie ich
    euch und eure Kinder ziehen lasse. Seht, ihr habt Böses im Sinn.

    10:11 Nein, nur ihr Männer dürft gehen und Jahwe verehren; denn das habt
    ihr verlangt. Und man jagte sie vom Pharao weg.

    10:12 Darauf sprach der Herr zu Mose: Streck deine Hand über Ägypten aus!
    Dann werden Heuschrecken kommen und über Ägypten herfallen. Sie
    werden den ganzen Pflanzenwuchs des Landes auffressen, alles, was
    der Hagel verschont hat.

    10:13 Da streckte Mose seinen Stab über Ägypten aus, und der Herr schickte
    den Ostwind in das Land, einen ganzen Tag und eine ganze Nacht lang.
    Als es Morgen wurde, hatte der Ostwind die Heuschrecken ins Land
    gebracht.

    10:14 Sie fielen über ganz Ägypten her und ließen sich in Schwärmen auf
    dem Gebiet von Ägypten nieder. Niemals vorher gab es so viele
    Heuschrecken wie damals, auch wird es nie wieder so viele geben.

    10:15 Sie bedeckten die Oberfläche des ganzen Landes, und das Land war
    schwarz von ihnen. Sie fraßen allen Pflanzenwuchs des Landes und
    alle Baumfrüchte auf, die der Hagel verschont hatte, und an den
    Bäumen und Feldpflanzen in ganz Ägypten blieb nichts Grünes.

    10:16 Da ließ der Pharao Mose und Aaron eiligst rufen und sagte zu ihnen:
    Ich habe gegen Jahwe, euren Gott, gesündigt und auch gegen euch.

    10:17 Nur noch diesmal nehmt meine Sünde von mir, und betet zu Jahwe,
    eurem Gott, er möge mich wenigstens noch von dieser tödlichen Gefahr
    befreien.

    10:18 Mose verließ den Pharao wieder und betete zum Herrn.

    10:19 Der Herr ließ den Wind in einen sehr starken Westwind umschlagen,
    der die Heuschrecken forttrug und ins Schilfmeer warf. Im ganzen
    Gebiet von Ägypten blieb keine einzige Heuschrecke mehr übrig.

    10:20 Der Herr aber verhärtete das Herz des Pharao, so daß er die
    Israeliten nicht ziehen ließ.

    10:21 Da sprach der Herr zu Mose: Streck deine Hand zum Himmel aus; dann
    wird eine Finsternis über Ägypten kommen, und es wird stockdunkel
    werden.

    10:22 Mose streckte seine Hand zum Himmel aus, und schon breitete sich
    tiefe Finsternis über ganz Ägypten aus, drei Tage lang.

    10:23 Man konnte einander nicht sehen und sich nicht von der Stelle
    rühren, drei Tage lang. Wo aber die Israeliten wohnten, blieb es
    hell.

    10:24 Da ließ der Pharao Mose rufen und sagte: Geht und verehrt Jahwe! Nur
    eure Schafe, Ziegen und Rinder sollen bleiben. Eure Kinder dürfen
    mitziehen.

    10:25 Mose erwiderte: Selbst wenn du uns Schlacht- und Brandopfer
    mitgäbest, damit wir sie Jahwe, unserem Gott, darbringen,

    10:26 müßten unsere Herden doch mitgehen, keine Klaue darf zurückbleiben.
    Denn aus unseren Herden nehmen wir das Opfer, mit dem wir Jahwe,
    unseren Gott, verehren; aber mit welchem Opfertier wir Jahwe
    verehren sollen, wissen wir nicht, ehe wir dort angekommen sind.

    10:27 Der Herr verhärtete das Herz des Pharao, so daß er sie nicht ziehen
    lassen wollte.

    10:28 Der Pharao sagte zu Mose: Weg von mir! Hüte dich, mir jemals wieder
    unter die Augen zu treten. Denn an dem Tag, an dem du mir unter die
    Augen trittst, mußt du sterben.

    10:29 Da sagte Mose: Gut, dein Wort soll gelten. Ich werde dir nie mehr
    unter die Augen treten.

    11:1 Da sprach der Herr zu Mose: Noch eine Plage schicke ich dem Pharao
    und seinem Land. Danach wird er euch von hier wegziehen lassen. Und
    wenn er euch endlich ziehen läßt, wird er euch sogar fortjagen.

    11:2 Laß unter dem Volk ausrufen, jeder Mann und jede Frau soll sich von
    dem Nachbarn Geräte aus Silber und Gold erbitten.
    3,22; 12,35f

    11:3 Der Herr ließ das Volk bei den Ägyptern Gunst finden. Auch Mose
    genoß in Ägypten bei den Dienern des Pharao und beim Volk hohes
    Ansehen.

    11:4 Mose sagte: So spricht Jahwe: Um Mitternacht will ich mitten durch
    Ägypten gehen.

    11:5 Dann wird jeder Erstgeborene in Ägypten sterben, vom Erstgeborenen
    des Pharao, der auf dem Thron sitzt, bis zum Erstgeborenen der Magd
    an der Handmühle und bis zu den Erstlingen unter dem Vieh.
    4,23

    11:6 Geschrei wird sich in ganz Ägypten erheben, so groß, wie es keines
    je gegeben hat oder geben wird.

    11:7 Doch gegen keinen der Israeliten wird auch nur ein Hund die Zähne
    fletschen, weder gegen Mensch noch Vieh; denn ihr sollt wissen, daß
    Jahwe zwischen Ägypten und Israel einen Unterschied macht.

    11:8 Dann werden alle deine Diener hier zu mir herabsteigen, sich vor mir
    niederwerfen und sagen: Zieht doch fort, du und das ganze Volk, das
    du anführst. Danach werde ich fortziehen. Er verließ den Pharao, rot
    vor Zorn.

    11:9 Der Herr sprach zu Mose: Der Pharao hört nicht auf euch; denn ich
    will viele Wunder in Ägypten vollbringen.

    11:10 Mose und Aaron vollbrachten alle diese Wunder vor den Augen des
    Pharao, aber der Herr verhärtete das Herz des Pharao, so daß er die
    Israeliten nicht aus seinem Land fortziehen ließ.

    Der Auszug aus Ägypten: 12,1 - 18,27
    Das Pascha: 12,1 - 13,16

    12:1 Der Herr sprach zu Mose und Aaron in Ägypten:
    1-13,16: Pascha und das Fest der Ungesäuerten Brote waren wohl
    ursprünglich verschiedene Feste: Pascha ein Hirtenfest und
    Ungesäuerte Brote ein Bauernfest. In Kanaan sind sie
    zusammengefallen. Das Pascha wurde in den einzelnen Familien
    gefeiert. Ein Zusatz zu Dtn 16,1-4 in den VV. 5-8 ordnet eine
    gemeinsame Feier im Zentralheiligtum an. Später schlachten die
    Priester im Tempel zu Jerusalem die Paschalämmer, die dann von den
    einzelnen Wallfahrergruppen beim Paschamahl gegessen werden. So
    feiert auch Jesus das Paschamahl mit seinen Jüngern in Jerusalem.

    12:2 Dieser Monat soll die Reihe eurer Monate eröffnen, er soll euch als
    der erste unter den Monaten des Jahres gelten.

    12:3 Sagt der ganzen Gemeinde Israel: Am Zehnten dieses Monats soll jeder
    ein Lamm für seine Familie holen, ein Lamm für jedes Haus.

    12:4 Ist die Hausgemeinschaft für ein Lamm zu klein, so nehme er es
    zusammen mit dem Nachbarn, der seinem Haus am nächsten wohnt, nach
    der Anzahl der Personen. Bei der Aufteilung des Lammes müßt ihr
    berücksichtigen, wieviel der einzelne essen kann.

    12:5 Nur ein fehlerfreies, männliches, einjähriges Lamm darf es sein, das
    Junge eines Schafes oder einer Ziege müßt ihr nehmen.

    12:6 Ihr sollt es bis zum vierzehnten Tag dieses Monats aufbewahren.
    Gegen Abend soll die ganze versammelte Gemeinde Israel die Lämmer
    schlachten.

    12:7 Man nehme etwas von dem Blut und bestreiche damit die beiden
    Türpfosten und den Türsturz an den Häusern, in denen man das Lamm
    essen will.

    12:8 Noch in der gleichen Nacht soll man das Fleisch essen. Über dem
    Feuer gebraten und zusammen mit ungesäuertem Brot und Bitterkräutern
    soll man es essen.

    12:9 Nichts davon dürft ihr roh oder in Wasser gekocht essen, sondern es
    muß über dem Feuer gebraten sein. Kopf und Beine dürfen noch nicht
    vom Rumpf getrennt sein.

    12:10 Ihr dürft nichts bis zum Morgen übriglassen. Wenn aber am Morgen
    noch etwas übrig ist, dann verbrennt es im Feuer!

    12:11 So aber sollt ihr es essen: eure Hüften gegürtet, Schuhe an den
    Füßen, den Stab in der Hand. Eßt es hastig! Es ist die Paschafeier
    für den Herrn.

    12:12 In dieser Nacht gehe ich durch Ägypten und erschlage in Ägypten
    jeden Erstgeborenen bei Mensch und Vieh. Über alle Götter Ägyptens
    halte ich Gericht, ich, der Herr.

    12:13 Das Blut an den Häusern, in denen ihr wohnt, soll ein Zeichen zu
    eurem Schutz sein. Wenn ich das Blut sehe, werde ich an euch
    vorübergehen, und das vernichtende Unheil wird euch nicht treffen,
    wenn ich in Ägypten dreinschlage.

    12:14 Diesen Tag sollt ihr als Gedenktag begehen. Feiert ihn als Fest zur
    Ehre des Herrn! Für die kommenden Generationen macht euch diese
    Feier zur festen Regel!

    12:15 Sieben Tage lang sollt ihr ungesäuertes Brot essen. Gleich am ersten
    Tag schafft den Sauerteig aus euren Häusern! Denn jeder, der
    zwischen dem ersten und dem siebten Tag Gesäuertes ißt, soll aus
    Israel ausgemerzt werden.

    12:16 Am ersten Tag sollt ihr eine heilige Versammlung einberufen und
    ebenso eine heilige Versammlung am siebten Tag. An diesen beiden
    Tagen darf man keinerlei Arbeit tun. Nur das, was jeder zum Essen
    braucht, dürft ihr zubereiten.

    12:17 Begeht das Fest der ungesäuerten Brote! Denn gerade an diesem Tag
    habe ich eure Scharen aus Ägypten herausgeführt. Begeht diesen Tag
    in allen kommenden Generationen; das sei für euch eine feste Regel.

    12:18 Im ersten Monat, vom Abend des vierzehnten Tags bis zum Abend des
    einundzwanzigsten Tags, eßt ungesäuerte Brote!

    12:19 Sieben Tage lang darf sich in euren Häusern kein Sauerteig befinden;
    denn jeder, der Gesäuertes ißt, sei er fremd oder einheimisch, soll
    aus der Gemeinde Israel ausgemerzt werden.

    12:20 Eßt also nichts Gesäuertes! Überall, wo ihr wohnt, sollt ihr
    ungesäuerte Brote essen.

    12:21 Da rief Mose alle Ältesten Israels zusammen und sagte zu ihnen: Holt
    Schafe oder Ziegen für eure Sippenverbände herbei, und schlachtet
    das Paschalamm!

    12:22 Dann nehmt einen Ysopzweig, taucht ihn in die Schüssel mit Blut, und
    streicht etwas von dem Blut in der Schüssel auf den Türsturz und auf
    die beiden Türpfosten! Bis zum Morgen darf niemand von euch das Haus
    verlassen.

    12:23 Der Herr geht umher, um die Ägypter mit Unheil zu schlagen. Wenn er
    das Blut am Türsturz und an den beiden Türpfosten sieht, wird er an
    der Tür vorübergehen und dem Vernichter nicht erlauben, in eure
    Häuser einzudringen und euch zu schlagen.

    12:24 Haltet euch an diese Anordnung! Sie gelte dir und deinen Nachkommen
    als feste Regel.

    12:25 Wenn ihr in das Land kommt, das euch der Herr gibt, wie er gesagt
    hat, so begeht diese Feier!

    12:26 Und wenn euch eure Söhne fragen: Was bedeutet diese Feier?,

    12:27 dann sagt: Es ist das Pascha-Opfer zur Ehre des Herrn, der in
    Ägypten an den Häusern der Israeliten vorüberging, als er die
    Ägypter mit Unheil schlug, unsere Häuser aber verschonte. Das Volk
    verneigte sich und warf sich nieder.

    12:28 Dann gingen die Israeliten und taten, was der Herr Mose und Aaron
    befohlen hatte. So machten sie es.

    12:29 Es war Mitternacht, als der Herr alle Erstgeborenen in Ägypten
    erschlug, vom Erstgeborenen des Pharao, der auf dem Thron saß, bis
    zum Erstgeborenen des Gefangenen im Kerker, und jede Erstgeburt beim
    Vieh.

    12:30 Da standen der Pharao, alle seine Diener und alle Ägypter noch in
    der Nacht auf, und großes Wehgeschrei erhob sich bei den Ägyptern;
    denn es gab kein Haus, in dem nicht ein Toter war.

    12:31 Der Pharao ließ Mose und Aaron noch in der Nacht rufen und sagte:
    Auf, verlaßt mein Volk, ihr beide und die Israeliten! Geht und
    verehrt Jahwe, wie ihr gesagt habt.

    12:32 Auch eure Schafe, Ziegen und Rinder nehmt mit, wie ihr gesagt habt.
    Geht und betet auch für mich!

    12:33 Die Ägypter drängten das Volk, eiligst das Land zu verlassen, denn
    sie sagten: Sonst kommen wir noch alle um.

    12:34 Das Volk nahm den Brotteig ungesäuert mit; sie wickelten ihre
    Backschüsseln in Kleider ein und luden sie sich auf die Schultern.

    12:35 Die Israeliten taten, was Mose gesagt hatte. Sie erbaten von den
    Ägyptern Geräte aus Silber und Gold und auch Gewänder.
    (35f) 3,22; 11,2f; Ps 105,37

    12:36 Der Herr ließ das Volk bei den Ägyptern Gunst finden, so daß sie auf
    ihre Bitte eingingen. Auf diese Weise plünderten sie die Ägypter
    aus.

    12:37 Die Israeliten brachen von Ramses nach Sukkot auf. Es waren an die
    sechshunderttausend Mann zu Fuß, nicht gerechnet die Kinder.
    Die Zahl von 600000 Männern würde etwa 3 Millionen Personen
    voraussetzen. Wahrscheinlich handelt es sich um eine symbolische
    Zahl, deren Bedeutung uns nicht mehr bekannt ist.

    12:38 Auch ein großer Haufen anderer Leute zog mit, dazu Schafe, Ziegen
    und Rinder, eine sehr große Menge Vieh.

    12:39 Aus dem Teig, den sie aus Ägypten mitgebracht hatten, backten sie
    ungesäuerte Brotfladen; denn der Teig war nicht durchsäuert, weil
    sie aus Ägypten verjagt worden waren und nicht einmal Zeit hatten,
    für Reiseverpflegung zu sorgen.

    12:40 Der Aufenthalt der Israeliten in Ägypten dauerte vierhundertdreißig
    Jahre.

    12:41 Nach Ablauf der vierhundertdreißig Jahre, genau an jenem Tag, zogen
    alle Scharen des Herrn aus Ägypten fort.

    12:42 Eine Nacht des Wachens war es für den Herrn, als er sie aus Ägypten
    herausführte. Als eine Nacht des Wachens zur Ehre des Herrn gilt sie
    den Israeliten in allen Generationen.

    12:43 Der Herr sprach zu Mose und Aaron: Folgende Regel gilt für das
    Pascha: Kein Fremder darf davon essen;

    12:44 aber jeder Sklave, den du für Geld gekauft hast, darf davon essen,
    sobald du ihn beschnitten hast.

    12:45 Halbbürger und Lohnarbeiter dürfen nicht davon essen.

    12:46 In einem Haus muß man es essen. Trag nichts vom Fleisch aus dem
    Haus! Und ihr sollt keinen Knochen des Paschalammes zerbrechen.

    12:47 Die ganze Gemeinde Israel soll es so halten.

    12:48 Lebt bei dir jemand als Fremder, der das Pascha zur Ehre des Herrn
    feiern will, so muß er alle männlichen Angehörigen beschneiden
    lassen; dann darf er sich am Pascha beteiligen. Er gilt dann wie ein
    Einheimischer. Doch kein Unbeschnittener darf davon essen.

    12:49 Für Einheimische und für Fremde, die dauernd bei euch leben, gilt
    das gleiche Gesetz.

    12:50 Alle Israeliten taten, was der Herr Mose und Aaron aufgetragen
    hatte. So machten sie es.

    12:51 Genau an jenem Tag führte der Herr die Israeliten aus Ägypten
    heraus, an der Spitze ihrer Scharen.

    13:1 Der Herr sprach zu Mose:

    13:2 Erkläre alle Erstgeburt als mir geheiligt! Alles, was bei den
    Israeliten den Mutterschoß durchbricht, bei Mensch und Vieh, gehört
    mir.

    13:3 Mose sagte zum Volk: Denkt an diesen Tag, an dem ihr aus Ägypten,
    dem Sklavenhaus, fortgezogen seid; denn mit starker Hand hat euch
    der Herr von dort herausgeführt. Nichts Gesäuertes soll man essen.

    13:4 Heute im Monat Abib seid ihr weggezogen.

    13:5 Wenn dich der Herr in das Land der Kanaaniter, Hetiter, Amoriter,
    Hiwiter und Jebusiter geführt hat - er hat deinen Vätern mit einem
    Eid zugesichert, dir das Land zu geben, wo Milch und Honig fließen -
    begeh die Feier in diesem Monat!

    13:6 Sieben Tage sollst du ungesäuerte Brote essen, am siebten Tag ist
    ein Fest zur Ehre des Herrn.

    13:7 Ungesäuerte Brote soll man sieben Tage lang essen. Nichts Gesäuertes
    soll man bei dir sehen, und kein Sauerteig soll in deinem ganzen
    Gebiet zu finden sein.

    13:8 An diesem Tag erzähl deinem Sohn: Das geschieht für das, was der
    Herr an mir getan hat, als ich aus Ägypten auszog.

    13:9 Es sei dir ein Zeichen an der Hand und ein Erinnerungsmal an der
    Stirn, damit das Gesetz des Herrn in deinem Mund sei. Denn mit
    starker Hand hat dich der Herr aus Ägypten herausgeführt.

    13:10 Halte dich an diese Regel, Jahr für Jahr, zur festgesetzten Zeit!

    13:11 Der Herr wird dich in das Land der Kanaaniter bringen und wird es
    dir geben, wie er dir und deinen Vätern mit einem Eid zugesichert
    hat.

    13:12 Dann mußt du alles, was den Mutterschoß durchbricht, vor den Herrn
    bringen; alle männlichen Erstlinge, die dein Vieh wirft, gehören dem
    Herrn.

    13:13 Jeden Erstling vom Esel aber löse durch ein Schaf aus! Willst du ihn
    nicht auslösen, dann brich ihm das Genick! Jeden Erstgeborenen
    deiner Söhne mußt du auslösen.

    13:14 Wenn dich morgen dein Sohn fragt: Was bedeutet das?, dann sag ihm:
    Mit starker Hand hat uns der Herr aus Ägypten, aus dem Sklavenhaus,
    herausgeführt.

    13:15 Als der Pharao hart blieb und uns nicht ziehen ließ, erschlug der
    Herr alle Erstgeborenen in Ägypten, bei Mensch und Vieh. Darum
    opfere ich dem Herrn alle männlichen Tiere, die den Mutterschoß
    durchbrechen; alle Erstgeborenen meiner Söhne aber löse ich aus.

    13:16 Das sei dir ein Zeichen an deiner Hand und ein Schmuck auf deiner
    Stirn; denn mit starker Hand hat uns der Herr aus Ägypten
    herausgeführt.

    Die Rettung am Schilfmeer: 13,17 - 14,31

    13:17 Als der Pharao das Volk ziehen ließ, führte sie Gott nicht den Weg
    ins Philisterland, obwohl er der kürzere war. Denn Gott sagte: Die
    Leute könnten es sonst, wenn sie Krieg erleben, bereuen und nach
    Ägypten zurückkehren wollen.

    13:18 So ließ sie Gott einen Umweg machen, der durch die Wüste zum
    Schilfmeer führte. Geordnet zogen die Israeliten aus Ägypten hinauf.

    13:19 Mose nahm die Gebeine Josefs mit; denn dieser hatte die Söhne
    Israels beschworen: Wenn Gott sich euer annimmt, dann nehmt meine
    Gebeine von hier mit hinauf!
    Gen 50,25

    13:20 Sie brachen von Sukkot auf und schlugen ihr Lager in Etam am Rand
    der Wüste auf.

    13:21 Der Herr zog vor ihnen her, bei Tag in einer Wolkensäule, um ihnen
    den Weg zu zeigen, bei Nacht in einer Feuersäule, um ihnen zu
    leuchten. So konnten sie Tag und Nacht unterwegs sein.

    13:22 Die Wolkensäule wich bei Tag nicht von der Spitze des Volkes, und
    die Feuersäule nicht bei Nacht.

    14:1 Der Herr sprach zu Mose:

    14:2 Sag den Israeliten, sie sollen umkehren und vor Pi-Hahirot zwischen
    Migdol und dem Meer ihr Lager aufschlagen. Gegenüber von Baal-Zefon
    sollt ihr am Meer das Lager aufschlagen.

    14:3 Dann denkt der Pharao: Die Israeliten haben sich im Land verlaufen,
    die Wüste hat sie eingeschlossen.

    14:4 Ich will das Herz des Pharao verhärten, so daß er ihnen nachjagt;
    dann will ich am Pharao und an seiner ganzen Streitmacht meine
    Herrlichkeit erweisen, und die Ägypter sollen erkennen, daß ich der
    Herr bin. Und so taten sie es.

    14:5 Als man dem König von Ägypten meldete, das Volk sei geflohen,
    änderten der Pharao und seine Diener ihre Meinung über das Volk und
    sagten: Wie konnten wir nur Israel aus unserem Dienst entlassen!

    14:6 Er ließ seinen Streitwagen anspannen und nahm seine Leute mit.

    14:7 Sechshundert auserlesene Streitwagen nahm er mit und alle anderen
    Streitwagen der Ägypter und drei Mann auf jedem Wagen.

    14:8 Der Herr verhärtete das Herz des Pharao, des Königs von Ägypten, so
    daß er den Israeliten nachjagte, während sie voll Zuversicht
    weiterzogen.

    14:9 Die Ägypter jagten mit allen Pferden und Streitwagen des Pharao, mit
    seiner Reiterei und seiner Streitmacht hinter ihnen her und holten
    sie ein, als sie gerade am Meer lagerten. Es war bei Pi-Hahirot vor
    Baal-Zefon.

    14:10 Als der Pharao sich näherte, blickten die Israeliten auf und sahen
    plötzlich die Ägypter von hinten anrücken. Da erschraken die
    Israeliten sehr und schrien zum Herrn.

    14:11 Zu Mose sagten sie: Gab es denn keine Gräber in Ägypten, daß du uns
    zum Sterben in die Wüste holst? Was hast du uns da angetan? Warum
    hast du uns aus Ägypten herausgeführt?

    14:12 Haben wir dir in Ägypten nicht gleich gesagt: Laß uns in Ruhe! Wir
    wollen Sklaven der Ägypter bleiben; denn es ist für uns immer noch
    besser, Sklaven der Ägypter zu sein, als in der Wüste zu sterben.

    14:13 Mose aber sagte zum Volk: Fürchtet euch nicht! Bleibt stehen, und
    schaut zu, wie der Herr euch heute rettet. Wie ihr die Ägypter heute
    seht, so seht ihr sie niemals wieder.

    14:14 Der Herr kämpft für euch, ihr aber könnt ruhig abwarten.

    14:15 Der Herr sprach zu Mose: Was schreist du zu mir? Sag den Israeliten,
    sie sollen aufbrechen.

    14:16 Und du heb deinen Stab hoch, streck deine Hand über das Meer, und
    spalte es, damit die Israeliten auf trockenem Boden in das Meer
    hineinziehen können.

    14:17 Ich aber will das Herz der Ägypter verhärten, damit sie hinter ihnen
    hineinziehen. So will ich am Pharao und an seiner ganzen
    Streitmacht, an seinen Streitwagen und Reitern meine Herrlichkeit
    erweisen.

    14:18 Die Ägypter sollen erkennen, daß ich der Herr bin, wenn ich am
    Pharao, an seinen Streitwagen und Reitern meine Herrlichkeit
    erweise.

    14:19 Der Engel Gottes, der den Zug der Israeliten anführte, erhob sich
    und ging an das Ende des Zuges, und die Wolkensäule vor ihnen erhob
    sich und trat an das Ende.

    14:20 Sie kam zwischen das Lager der Ägypter und das Lager der Israeliten.
    Die Wolke war da und Finsternis, und Blitze erhellten die Nacht. So
    kamen sie die ganze Nacht einander nicht näher.
    H unklar, darum Übersetzung unsicher.

    14:21 Mose streckte seine Hand über das Meer aus, und der Herr trieb die
    ganze Nacht das Meer durch einen starken Ostwind fort. Er ließ das
    Meer austrocknen, und das Wasser spaltete sich.

    14:22 Die Israeliten zogen auf trockenem Boden ins Meer hinein, während
    rechts und links von ihnen das Wasser wie eine Mauer stand.

    14:23 Die Ägypter setzten ihnen nach; alle Pferde des Pharao, seine
    Streitwagen und Reiter zogen hinter ihnen ins Meer hinein.

    14:24 Um die Zeit der Morgenwache blickte der Herr aus der Feuer- und
    Wolkensäule auf das Lager der Ägypter und brachte es in Verwirrung.

    14:25 Er hemmte die Räder an ihren Wagen und ließ sie nur schwer
    vorankommen. Da sagte der Ägypter: Ich muß vor Israel fliehen; denn
    Jahwe kämpft auf ihrer Seite gegen Ägypten.

    14:26 Darauf sprach der Herr zu Mose: Streck deine Hand über das Meer,
    damit das Wasser zurückflutet und den Ägypter, seine Wagen und
    Reiter zudeckt.

    14:27 Mose streckte seine Hand über das Meer, und gegen Morgen flutete das
    Meer an seinen alten Platz zurück, während die Ägypter auf der
    Flucht ihm entgegenliefen. So trieb der Herr die Ägypter mitten ins
    Meer.

    14:28 Das Wasser kehrte zurück und bedeckte Wagen und Reiter, die ganze
    Streitmacht des Pharao, die den Israeliten ins Meer nachgezogen war.
    Nicht ein einziger von ihnen blieb übrig.

    14:29 Die Israeliten aber waren auf trockenem Boden mitten durch das Meer
    gezogen, während rechts und links von ihnen das Wasser wie eine
    Mauer stand.

    14:30 So rettete der Herr an jenem Tag Israel aus der Hand der Ägypter.
    Israel sah die Ägypter tot am Strand liegen.

    14:31 Als Israel sah, daß der Herr mit mächtiger Hand an den Ägyptern
    gehandelt hatte, fürchtete das Volk den Herrn. Sie glaubten an den
    Herrn und an Mose, seinen Knecht.

    Das Lied des Mose: 15,1-21

    15:1 Damals sang Mose mit den Israeliten dem Herrn dieses Lied; sie
    sagten: Ich singe dem Herrn ein Lied, denn er ist hoch und erhaben.
    Rosse und Wagen warf er ins Meer.

    15:2 Meine Stärke und mein Lied ist der Herr, er ist für mich zum Retter
    geworden. Er ist mein Gott, ihn will ich preisen; den Gott meines
    Vaters will ich rühmen.
    Ps 118,14; Jes 12,2

    15:3 Der Herr ist ein Krieger, Jahwe ist sein Name.

    15:4 Pharaos Wagen und seine Streitmacht warf er ins Meer. Seine besten
    Kämpfer versanken im Schilfmeer.

    15:5 Fluten deckten sie zu, sie sanken in die Tiefe wie Steine.

    15:6 Deine Rechte, Herr, ist herrlich an Stärke; deine Rechte, Herr,
    zerschmettert den Feind.

    15:7 In deiner erhabenen Größe wirfst du die Gegner zu Boden. Du sendest
    deinen Zorn; er frißt sie wie Stoppeln.

    15:8 Du schnaubtest vor Zorn, da türmte sich Wasser, da standen Wogen als
    Wall, Fluten erstarrten im Herzen des Meeres.

    15:9 Da sagte der Feind: Ich jage nach, hole ein. Ich teile die Beute,
    ich stille die Gier. Ich zücke mein Schwert, meine Hand jagt sie
    davon.

    15:10 Da schnaubtest du Sturm. Das Meer deckte sie zu. Sie sanken wie Blei
    ins tosende Wasser.

    15:11 Wer ist wie du unter den Göttern, o Herr? Wer ist wie du gewaltig
    und heilig, gepriesen als furchtbar, Wunder vollbringend?

    15:12 Du strecktest deine Rechte aus, da verschlang sie die Erde.

    15:13 Du lenktest in deiner Güte das Volk, das du erlöst hast, du führtest
    sie machtvoll zu deiner heiligen Wohnung.

    15:14 Als die Völker das hörten, erzitterten sie, die Philister packte das
    Schütteln.

    15:15 Damals erschraken die Häuptlinge Edoms, die Mächtigen von Moab
    packte das Zittern, Kanaans Bewohner, sie alle verzagten.

    15:16 Schrecken und Furcht überfiel sie, sie erstarrten zu Stein vor der
    Macht deines Arms, bis hindurchzog, o Herr, dein Volk, bis
    hindurchzog das Volk, das du erschufst.

    15:17 Du brachtest sie hin und pflanztest sie ein auf dem Berg deines
    Erbes. Einen Ort, wo du thronst, Herr, hast du gemacht; ein
    Heiligtum, Herr, haben deine Hände gegründet.
    Der ®Berg deines Erbes¯ ist wahrscheinlich der Zion in Jerusalem.
    Demnach dürfte das Lied erst im Tempelgottesdienst von Jerusalem
    seine heutige Gestalt erhalten haben.

    15:18 Der Herr ist König für immer und ewig.

    15:19 Denn als die Rosse des Pharao mit Wagen und Reitern ins Meer zogen,
    ließ der Herr das Wasser des Meeres auf sie zurückfluten, nachdem
    die Israeliten auf trockenem Boden mitten durchs Meer gezogen waren.

    15:20 Die Prophetin Mirjam, die Schwester Aarons, nahm die Pauke in die
    Hand, und alle Frauen zogen mit Paukenschlag und Tanz hinter ihr
    her.

    15:21 Mirjam sang ihnen vor: Singt dem Herrn ein Lied, denn er ist hoch
    und erhaben! Rosse und Wagen warf er ins Meer.

    Auf dem Weg zum Sinai: 15,22 - 17,16

    15:22 Mose ließ Israel vom Schilfmeer aufbrechen, und sie zogen zur Wüste
    Schur weiter. Drei Tage waren sie in der Wüste unterwegs und fanden
    kein Wasser.

    15:23 Als sie nach Mara kamen, konnten sie das Wasser von Mara nicht
    trinken, weil es bitter war. Deshalb nannte man es Mara
    (Bitterbrunn).

    15:24 Da murrte das Volk gegen Mose und sagte: Was sollen wir trinken?

    15:25 Er schrie zum Herrn, und der Herr zeigte ihm ein Stück Holz. Als er
    es ins Wasser warf, wurde das Wasser süß. Dort gab Gott dem Volk
    Gesetz und Rechtsentscheidungen, und dort stellte er es auf die
    Probe.

    15:26 Er sagte: Wenn du auf die Stimme des Herrn, deines Gottes, hörst und
    tust, was in seinen Augen gut ist, wenn du seinen Geboten gehorchst
    und auf alle seine Gesetze achtest, werde ich dir keine der
    Krankheiten schicken, die ich den Ägyptern geschickt habe. Denn ich
    bin der Herr, dein Arzt.

    15:27 Dann kamen sie nach Elim. Dort gab es zwölf Quellen und siebzig
    Palmen; dort am Wasser schlugen sie ihr Lager auf.

    16:1 Die ganze Gemeinde der Israeliten brach von Elim auf und kam in die
    Wüste Sin, die zwischen Elim und dem Sinai liegt. Es war der
    fünfzehnte Tag des zweiten Monats nach ihrem Auszug aus Ägypten.

    16:2 Die ganze Gemeinde der Israeliten murrte in der Wüste gegen Mose und
    Aaron.

    16:3 Die Israeliten sagten zu ihnen: Wären wir doch in Ägypten durch die
    Hand des Herrn gestorben, als wir an den Fleischtöpfen saßen und
    Brot genug zu essen hatten. Ihr habt uns nur deshalb in diese Wüste
    geführt, um alle, die hier versammelt sind, an Hunger sterben zu
    lassen.

    16:4 Da sprach der Herr zu Mose: Ich will euch Brot vom Himmel regnen
    lassen. Das Volk soll hinausgehen, um seinen täglichen Bedarf zu
    sammeln. Ich will es prüfen, ob es nach meiner Weisung lebt oder
    nicht.

    16:5 Wenn sie am sechsten Tag feststellen, was sie zusammengebracht
    haben, wird es doppelt soviel sein, wie sie sonst täglich gesammelt
    haben.

    16:6 Da sagten Mose und Aaron zu allen Israeliten: Heute abend sollt ihr
    erfahren, daß der Herr euch aus Ägypten geführt hat,

    16:7 und morgen werdet ihr die Herrlichkeit des Herrn schauen; denn er
    hat euer Murren gegen ihn gehört. Aber wer sind schon wir, daß ihr
    gegen uns murrt?

    16:8 Weiter sagte Mose: Wenn der Herr euch heute abend Fleisch zu essen
    gibt und euch am Morgen mit Brot sättigt, wenn er also euer Murren
    hört, mit dem ihr ihn bedrängt, was sind wir dann? Nicht uns galt
    euer Murren, sondern dem Herrn.
    Num 11,31-33; Ps 78,26-29; Weish 19,11f

    16:9 Dann sagte Mose zu Aaron: Sag der ganzen Gemeinde der Israeliten:
    Tretet hin vor den Herrn; denn er hat euer Murren gehört.

    16:10 Während Aaron zur ganzen Gemeinde der Israeliten sprach, wandten sie
    sich zur Wüste hin. Da erschien plötzlich in der Wolke die
    Herrlichkeit des Herrn.

    16:11 Der Herr sprach zu Mose:

    16:12 Ich habe das Murren der Israeliten gehört. Sag ihnen: Am Abend
    werdet ihr Fleisch zu essen haben, am Morgen werdet ihr satt sein
    von Brot, und ihr werdet erkennen, daß ich der Herr, euer Gott, bin.

    16:13 Am Abend kamen die Wachteln und bedeckten das Lager. Am Morgen lag
    eine Schicht von Tau rings um das Lager.

    16:14 Als sich die Tauschicht gehoben hatte, lag auf dem Wüstenboden etwas
    Feines, Knuspriges, fein wie Reif, auf der Erde.

    16:15 Als das die Israeliten sahen, sagten sie zueinander: Was ist das?
    Denn sie wußten nicht, was es war. Da sagte Mose zu ihnen: Das ist
    das Brot, das der Herr euch zu essen gibt.
    16,4; Num 11,7-9; Dtn 8,3.16; Ps 78,24; Weish 16,20-28

    16:16 Das ordnet der Herr an: Sammelt davon so viel, wie jeder zum Essen
    braucht, ein Gomer je Kopf. Jeder darf so viel Gomer holen, wie
    Personen im Zelt sind.

    16:17 Die Israeliten taten es und sammelten ein, der eine viel, der andere
    wenig.

    16:18 Als sie die Gomer zählten, hatte keiner, der viel gesammelt hatte,
    zuviel, und keiner, der wenig gesammelt hatte, zu wenig. Jeder hatte
    so viel gesammelt, wie er zum Essen brauchte.

    16:19 Mose sagte zu ihnen: Davon darf bis zum Morgen niemand etwas
    übriglassen.

    16:20 Doch sie hörten nicht auf Mose, sondern einige ließen etwas bis zum
    Morgen übrig. Aber es wurde wurmig und stank. Da geriet Mose in Zorn
    über sie.

    16:21 Sie sammelten es Morgen für Morgen, jeder so viel, wie er zum Essen
    brauchte. Sobald die Sonnenhitze einsetzte, zerging es.

    16:22 Am sechsten Tag sammelten sie die doppelte Menge Brot, zwei Gomer
    für jeden. Da kamen alle Sippenhäupter der Gemeinde und berichteten
    es Mose.

    16:23 Er sagte zu ihnen: Es ist so, wie der Herr gesagt hat: Morgen ist
    Feiertag, heiliger Sabbat zur Ehre des Herrn. Backt, was ihr backen
    wollt, und kocht, was ihr kochen wollt, den Rest bewahrt bis morgen
    früh auf!

    16:24 Sie bewahrten es also bis zum Morgen auf, wie es Mose angeordnet
    hatte, und es faulte nicht, noch wurde es madig.

    16:25 Da sagte Mose: Eßt es heute, denn heute ist Sabbat zur Ehre des
    Herrn. Heute findet ihr draußen nichts.

    16:26 Sechs Tage dürft ihr es sammeln, am siebten Tag ist Sabbat; da
    findet ihr nichts.

    16:27 Am siebten Tag gingen trotzdem einige vom Volk hinaus, um zu
    sammeln, fanden aber nichts.

    16:28 Da sprach der Herr zu Mose: Wie lange wollt ihr euch noch weigern,
    meine Gebote und Weisungen zu befolgen?

    16:29 Ihr seht, der Herr hat euch den Sabbat gegeben; daher gibt er auch
    am sechsten Tag Brot für zwei Tage. Jeder bleibe, wo er ist. Am
    siebten Tag verlasse niemand seinen Platz.

    16:30 Das Volk ruhte also am siebten Tag.

    16:31 Das Haus Israel nannte das Brot Manna. Es war weiß wie
    Koriandersamen und schmeckte wie Honigkuchen.
    Manna bedeutet ®Was ist das?¯ (vgl. V. 15). Man vergleicht das
    biblische Manna oft mit dem genießbaren süßlichen Harz der auf der
    Sinaihalbinsel noch heute vorkommenden Manna-Tamariske; doch kommt
    dieses ®Manna¯ in so geringen Mengen vor, daß es nicht für eine
    größere wandernde Gruppe die Nahrung ersetzen kann. Die Bibel
    versteht die Mannagabe als Wunder.

    16:32 Mose sagte: Der Herr ordnet folgendes an. Ein volles Gomer Manna ist
    für die Generationen nach euch aufzubewahren, damit sie das Brot
    sehen, das ich euch in der Wüste zu essen gab, als ich euch aus
    Ägypten herausführte.

    16:33 Zu Aaron sagte Mose: Nimm ein Gefäß, schütte ein volles Gomer Manna
    hinein, und stell es vor den Herrn! Es soll für die nachkommenden
    Generationen aufbewahrt werden.

    16:34 Wie der Herr dem Mose befohlen hatte, stellte Aaron das Manna vor
    die Bundesurkunde, damit es dort aufbewahrt würde.

    16:35 Die Israeliten aßen vierzig Jahre lang Manna, bis sie in bewohntes
    Land kamen. Sie aßen Manna, bis sie die Grenze von Kanaan
    erreichten.
    Jos 5,12

    16:36 Ein Gomer ist der zehnte Teil eines Efa.

    17:1 Die ganze Gemeinde der Israeliten zog von der Wüste Sin weiter, von
    einem Rastplatz zum andern, wie es der Herr jeweils bestimmte. In
    Refidim schlugen sie ihr Lager auf. Weil das Volk kein Wasser zu
    trinken hatte,

    17:2 geriet es mit Mose in Streit und sagte: Gebt uns Wasser zu trinken!
    Mose aber antwortete: Was streitet ihr mit mir? Warum stellt ihr den
    Herrn auf die Probe?

    17:3 Das Volk dürstete dort nach Wasser und murrte gegen Mose. Sie
    sagten: Warum hast du uns überhaupt aus Ägypten hierher geführt? Um
    uns, unsere Söhne und unser Vieh verdursten zu lassen?

    17:4 Mose schrie zum Herrn: Was soll ich mit diesem Volk anfangen? Es
    fehlt nur wenig, und sie steinigen mich.

    17:5 Der Herr antwortete Mose: Geh am Volk vorbei, und nimm einige von
    den Ältesten Israels mit; nimm auch den Stab in die Hand, mit dem du
    auf den Nil geschlagen hast, und geh!

    17:6 Dort drüben auf dem Felsen am Horeb werde ich vor dir stehen. Dann
    schlag an den Felsen! Es wird Wasser herauskommen, und das Volk kann
    trinken. Das tat Mose vor den Augen der Ältesten Israels.

    17:7 Den Ort nannte er Massa und Meriba (Probe und Streit), weil die
    Israeliten Streit begonnen und den Herrn auf die Probe gestellt
    hatten, indem sie sagten: Ist der Herr in unserer Mitte oder nicht?
    Num 20,7-13; Dtn 32,51; 33,8; Ps 95,8f; 106,32f

    17:8 Als Amalek kam und in Refidim den Kampf mit Israel suchte,

    17:9 sagte Mose zu Josua: Wähl uns Männer aus, und zieh in den Kampf
    gegen Amalek! Ich selbst werde mich morgen auf den Gipfel des Hügels
    stellen und den Gottesstab mitnehmen.

    17:10 Josua tat, was ihm Mose aufgetragen hatte, und kämpfte gegen Amalek,
    während Mose, Aaron und Hur auf den Gipfel des Hügels stiegen.

    17:11 Solange Mose seine Hand erhoben hielt, war Israel stärker; sooft er
    aber die Hand sinken ließ, war Amalek stärker.

    17:12 Als dem Mose die Hände schwer wurden, holten sie einen Steinbrocken,
    schoben ihn unter Mose, und er setzte sich darauf. Aaron und Hur
    stützten seine Arme, der eine rechts, der andere links, so daß seine
    Hände erhoben blieben, bis die Sonne unterging.

    17:13 So besiegte Josua mit scharfem Schwert Amalek und sein Heer.

    17:14 Danach sprach der Herr zu Mose: Halte das zur Erinnerung in einer
    Urkunde fest, und präg es Josua ein! Denn ich will die Erinnerung an
    Amalek unter dem Himmel austilgen.

    17:15 Mose baute einen Altar und gab ihm den Namen ®Jahwe mein
    Feldzeichen¯.

    17:16 Er sagte: Die Hand an Jahwes Feldzeichen! Krieg ist zwischen Jahwe
    und Amalek von Generation zu Generation.

    Jitros Rat: Die Berufung von Richtern:

    18:1 Jitro, der Priester von Midian, der Schwiegervater des Mose, hörte,
    was Gott alles an Mose und seinem Volk Israel getan und wie der Herr
    Israel aus Ägypten herausgeführt hatte.

    18:2 Da nahm Jitro, der Schwiegervater des Mose, Zippora mit sich, die
    Frau des Mose - Mose hatte sie wieder zurückgeschickt -,

    18:3 und ihre beiden Söhne. Der eine hieß Gerschom (Ödgast), weil Mose
    gesagt hatte: Gast bin ich in fremdem Land.
    2,22

    18:4 Der andere hieß Eli‰ser (Gotthelf), weil Mose gesagt hatte: Der Gott
    meines Vaters hat mir geholfen und hat mich vor dem Schwert des
    Pharao gerettet.

    18:5 Jitro, der Schwiegervater des Mose, kam mit dessen Söhnen und dessen
    Frau in die Wüste am Gottesberg, wo Mose gerade lagerte.

    18:6 Er ließ Mose sagen: Ich, dein Schwiegervater Jitro, komme zu dir
    zusammen mit deiner Frau und ihren beiden Söhnen.

    18:7 Da ging Mose seinem Schwiegervater entgegen, fiel vor ihm nieder und
    küßte ihn. Dann fragten sie einander nach ihrem Wohlergehen und
    gingen ins Zelt.

    18:8 Mose erzählte seinem Schwiegervater alles, was der Herr dem Pharao
    und den Ägyptern um Israels willen angetan hatte, auch von allen
    Schwierigkeiten, denen sie unterwegs begegnet waren, und wie der
    Herr sie gerettet hatte.

    18:9 Jitro freute sich über alles, was der Herr an Israel Gutes getan
    hatte, als er es aus der Hand der Ägypter rettete.

    18:10 Jitro sagte: Gepriesen sei der Herr, der euch aus der Hand der
    Ägypter und des Pharao gerettet hat.

    18:11 Jetzt weiß ich: Jahwe ist größer als alle Götter. Denn die Ägypter
    haben Israel hochmütig behandelt, doch der Herr hat das Volk aus
    ihrer Hand gerettet.
    Der Satz ®doch der Herr hat sein Volk aus ihrer Hand gerettet¯
    steht in H schon in V. 10.

    18:12 Dann holte Jitro, der Schwiegervater des Mose, Tiere für Brandopfer
    und Schlachtopfer zur Ehre Gottes. Aaron und alle Ältesten Israels
    kamen, um mit dem Schwiegervater des Mose vor dem Angesicht Gottes
    ein Mahl zu halten.

    18:13 Am folgenden Morgen setzte sich Mose, um für das Volk Recht zu
    sprechen. Die Leute mußten vor Mose vom Morgen bis zum Abend
    anstehen.

    18:14 Als der Schwiegervater des Mose sah, was er alles für das Volk zu
    tun hatte, sagte er: Was soll das, was du da für das Volk tust?
    Warum sitzt du hier allein, und die vielen Leute müssen vom Morgen
    bis zum Abend vor dir anstehen?

    18:15 Mose antwortete seinem Schwiegervater: Die Leute kommen zu mir, um
    Gott zu befragen.

    18:16 Wenn sie einen Streitfall haben, kommen sie zu mir. Ich entscheide
    dann ihren Fall und teile ihnen die Gesetze und Weisungen Gottes
    mit.

    18:17 Da sagte der Schwiegervater zu Mose: Es ist nicht richtig, wie du
    das machst.

    18:18 So richtest du dich selbst zugrunde und auch das Volk, das bei dir
    ist. Das ist zu schwer für dich; allein kannst du es nicht
    bewältigen.

    18:19 Nun hör zu, ich will dir einen Rat geben, und Gott wird mit dir
    sein. Vertritt du das Volk vor Gott! Bring ihre Rechtsfälle vor ihn,

    18:20 unterrichte sie in den Gesetzen und Weisungen, und lehre sie, wie
    sie leben und was sie tun sollen.

    18:21 Du aber sieh dich im ganzen Volk nach tüchtigen, gottesfürchtigen
    und zuverlässigen Männern um, die Bestechung ablehnen. Gib dem Volk
    Vorsteher für je tausend, hundert, fünfzig und zehn!

    18:22 Sie sollen dem Volk jederzeit als Richter zur Verfügung stehen. Alle
    wichtigen Fälle sollen sie vor dich bringen, die leichteren sollen
    sie selber entscheiden. Entlaste dich, und laß auch andere
    Verantwortung tragen!

    18:23 Wenn du das tust, sofern Gott zustimmt, bleibst du der Aufgabe
    gewachsen, und die Leute hier können alle zufrieden heimgehen.

    18:24 Mose hörte auf seinen Schwiegervater und tat alles, was er
    vorschlug.

    18:25 Mose wählte sich tüchtige Männer in ganz Israel aus und setzte sie
    als Hauptleute über das Volk ein, als Vorsteher für je tausend,
    hundert, fünfzig und zehn.

    18:26 Sie standen dem Volk jederzeit als Richter zur Verfügung. Die
    schwierigen Fälle brachten sie vor Mose, alle leichteren entschieden
    sie selber.

    18:27 Mose verabschiedete seinen Schwiegervater, und dieser kehrte in sein
    Land zurück.

    Am Sinai: 19,1 - 40,38
    Das Bundesangebot Gottes: 19,1-25

    19:1 Im dritten Monat nach dem Auszug der Israeliten aus Ägypten - am
    heutigen Tag - kamen sie in der Wüste Sinai an.
    am heutigen Tag: Hinweis auf die liturgische Verwendung des Textes
    an einem bestimmten Tag; die Juden lesen ihn am Wochenfest, unserem
    Pfingstfest.

    19:2 Sie waren von Refidim aufgebrochen und kamen in die Wüste Sinai. Sie
    schlugen in der Wüste das Lager auf. Dort lagerte Israel gegenüber
    dem Berg.

    19:3 Mose stieg zu Gott hinauf. Da rief ihm der Herr vom Berg her zu: Das
    sollst du dem Haus Jakob sagen und den Israeliten verkünden:

    19:4 Ihr habt gesehen, was ich den Ägyptern angetan habe, wie ich euch
    auf Adlerflügeln getragen und hierher zu mir gebracht habe.

    19:5 Jetzt aber, wenn ihr auf meine Stimme hört und meinen Bund haltet,
    werdet ihr unter allen Völkern mein besonderes Eigentum sein. Mir
    gehört die ganze Erde,

    19:6 ihr aber sollt mir als ein Reich von Priestern und als ein heiliges
    Volk gehören. Das sind die Worte, die du den Israeliten mitteilen
    sollst.
    (5f) 1 Petr 2,9

    19:7 Mose ging und rief die Ältesten des Volkes zusammen. Er legte ihnen
    alles vor, was der Herr ihm aufgetragen hatte.

    19:8 Das ganze Volk antwortete einstimmig und erklärte: Alles, was der
    Herr gesagt hat, wollen wir tun. Mose überbrachte dem Herrn die
    Antwort des Volkes.

    19:9 Der Herr sprach zu Mose: Ich werde zu dir in einer dichten Wolke
    kommen; das Volk soll es hören, wenn ich mit dir rede, damit sie
    auch an dich immer glauben. Da berichtete Mose dem Herrn, was das
    Volk gesagt hatte.

    19:10 Der Herr sprach zu Mose: Geh zum Volk! Ordne an, daß sie sich heute
    und morgen heilig halten und ihre Kleider waschen.

    19:11 Sie sollen sich für den dritten Tag bereithalten. Am dritten Tag
    nämlich wird der Herr vor den Augen des ganzen Volkes auf den Berg
    Sinai herabsteigen.

    19:12 Zieh um das Volk eine Grenze, und sag: Hütet euch, auf den Berg zu
    steigen oder auch nur seinen Fuß zu berühren. Jeder, der den Berg
    berührt, wird mit dem Tod bestraft.

    19:13 Keine Hand soll den Berg berühren. Wer es aber tut, soll gesteinigt
    oder mit Pfeilen erschossen werden; ob Tier oder Mensch, niemand
    darf am Leben bleiben. Erst wenn das Horn ertönt, dürfen sie auf den
    Berg steigen.

    19:14 Mose stieg vom Berg zum Volk hinunter und ordnete an, das Volk solle
    sich heilig halten und seine Kleider waschen.

    19:15 Er sagte zum Volk: Haltet euch für den dritten Tag bereit! Berührt
    keine Frau!

    19:16 Am dritten Tag, im Morgengrauen, begann es zu donnern und zu
    blitzen. Schwere Wolken lagen über dem Berg, und gewaltiger
    Hörnerschall erklang. Das ganze Volk im Lager begann zu zittern.

    19:17 Mose führte es aus dem Lager hinaus Gott entgegen. Unten am Berg
    blieben sie stehen.

    19:18 Der ganze Sinai war in Rauch gehüllt, denn der Herr war im Feuer auf
    ihn herabgestiegen. Der Rauch stieg vom Berg auf wie Rauch aus einem
    Schmelzofen. Der ganze Berg bebte gewaltig,

    19:19 und der Hörnerschall wurde immer lauter. Mose redete, und Gott
    antwortete im Donner.

    19:20 Der Herr war auf den Sinai, auf den Gipfel des Berges,
    herabgestiegen. Er hatte Mose zu sich auf den Gipfel des Berges
    gerufen, und Mose war hinaufgestiegen.

    19:21 Da sprach der Herr zu Mose: Geh hinunter, und schärf dem Volk ein,
    sie sollen nicht neugierig sein und nicht versuchen, zum Herrn
    vorzudringen; sonst müßten viele von ihnen umkommen.

    19:22 Auch die Priester, die sich dem Herrn nähern, müssen sich geheiligt
    haben, damit der Herr in ihre Reihen keine Bresche reißt.

    19:23 Mose entgegnete dem Herrn: Das Volk kann nicht auf den Sinai
    steigen. Denn du selbst hast uns eingeschärft: Zieh eine Grenze um
    den Berg, und erklär ihn für heilig!

    19:24 Doch der Herr sprach zu ihm: Geh hinunter, und komm zusammen mit
    Aaron wieder herauf! Die Priester aber und das Volk sollen nicht
    versuchen, hinaufzusteigen und zum Herrn vorzudringen, sonst reißt
    er in ihre Reihen eine Bresche.

    19:25 Da ging Mose zum Volk hinunter und sagte es ihnen.

    Die Zehn Gebote: 20,1-21

    20:1 Dann sprach Gott alle diese Worte:

    20:2 Ich bin Jahwe, dein Gott, der dich aus Ägypten geführt hat, aus dem
    Sklavenhaus.
    (2-18) Dtn 5,6-22

    20:3 Du sollst neben mir keine anderen Götter haben.

    20:4 Du sollst dir kein Gottesbild machen und keine Darstellung von
    irgend etwas am Himmel droben, auf der Erde unten oder im Wasser
    unter der Erde.

    20:5 Du sollst dich nicht vor anderen Göttern niederwerfen und dich nicht
    verpflichten, ihnen zu dienen. Denn ich, der Herr, dein Gott, bin
    ein eifersüchtiger Gott: Bei denen, die mir feind sind, verfolge ich
    die Schuld der Väter an den Söhnen, an der dritten und vierten
    Generation;
    23,24; Dtn 5,9; 13,3

    20:6 bei denen, die mich lieben und auf meine Gebote achten, erweise ich
    Tausenden meine Huld.

    20:7 Du sollst den Namen des Herrn, deines Gottes, nicht mißbrauchen;
    denn der Herr läßt den nicht ungestraft, der seinen Namen
    mißbraucht.

    20:8 Gedenke des Sabbats: Halte ihn heilig!

    20:9 Sechs Tage darfst du schaffen und jede Arbeit tun.

    20:10 Der siebte Tag ist ein Ruhetag, dem Herrn, deinem Gott, geweiht. An
    ihm darfst du keine Arbeit tun: du, dein Sohn und deine Tochter,
    dein Sklave und deine Sklavin, dein Vieh und der Fremde, der in
    deinen Stadtbereichen Wohnrecht hat.

    20:11 Denn in sechs Tagen hat der Herr Himmel, Erde und Meer gemacht und
    alles, was dazugehört; am siebten Tag ruhte er. Darum hat der Herr
    den Sabbattag gesegnet und ihn für heilig erklärt.

    20:12 Ehre deinen Vater und deine Mutter, damit du lange lebst in dem
    Land, das der Herr, dein Gott, dir gibt.

    20:13 Du sollst nicht morden.

    20:14 Du sollst nicht die Ehe brechen.

    20:15 Du sollst nicht stehlen.

    20:16 Du sollst nicht falsch gegen deinen Nächsten aussagen.

    20:17 Du sollst nicht nach dem Haus deines Nächsten verlangen. Du sollst
    nicht nach der Frau deines Nächsten verlangen, nach seinem Sklaven
    oder seiner Sklavin, seinem Rind oder seinem Esel oder nach irgend
    etwas, das deinem Nächsten gehört.

    20:18 Das ganze Volk erlebte, wie es donnerte und blitzte, wie Hörner
    erklangen und der Berg rauchte. Da bekam das Volk Angst, es zitterte
    und hielt sich in der Ferne.

    20:19 Sie sagten zu Mose: Rede du mit uns, dann wollen wir hören. Gott
    soll nicht mit uns reden, sonst sterben wir.

    20:20 Da sagte Mose zum Volk: Fürchtet euch nicht! Gott ist gekommen, um
    euch auf die Probe zu stellen. Die Furcht vor ihm soll über euch
    kommen, damit ihr nicht sündigt.

    20:21 Das Volk hielt sich in der Ferne, und Mose näherte sich der dunklen
    Wolke, in der Gott war.

    Das Altargesetz: 20,22-26

    20:22 Der Herr sprach zu Mose: Sag den Israeliten: Ihr habt gesehen, daß
    ich vom Himmel her mit euch geredet habe.

    20:23 Ihr sollt euch neben mir keine Götter aus Silber machen, auch Götter
    aus Gold sollt ihr euch nicht machen.

    20:24 Du sollst mir einen Altar aus Erde errichten und darauf deine
    Schafe, Ziegen und Rinder als Brandopfer und Heilsopfer schlachten.
    An jedem Ort, an dem ich meinem Namen ein Gedächtnis stifte, will
    ich zu dir kommen und dich segnen.

    20:25 Wenn du mir einen Altar aus Steinen errichtest, so sollst du ihn
    nicht aus behauenen Quadern bauen. Du entweihst ihn, wenn du mit
    einem Meißel daran arbeitest.
    Dtn 27,5f

    20:26 Du sollst nicht auf Stufen zu meinem Altar hinaufsteigen, damit
    deine Blöße dabei nicht zum Vorschein komme.

    Das Bundesbuch: 21,1 - 23,33
    Einleitung: 21,1

    21:1 Das sind die Rechtsvorschriften, die du ihnen vorlegen sollst:
    1-23,33: Diese Gesetzessammlung bezeichnet man heute als
    Bundesbuch (vgl. 24,7).

    Hebräische Sklaven: 21,2-11

    21:2 Wenn du einen hebräischen Sklaven kaufst, soll er sechs Jahre Sklave
    bleiben, im siebten Jahr soll er ohne Entgelt als freier Mann
    entlassen werden.

    21:3 Ist er allein gekommen, soll er allein gehen. War er verheiratet,
    soll seine Frau mitgehen.

    21:4 Hat ihm sein Herr eine Frau gegeben und hat sie ihm Söhne oder
    Töchter geboren, dann gehören Frau und Kinder ihrem Herrn, und er
    muß allein gehen.

    21:5 Erklärt aber der Sklave: Ich liebe meinen Herrn, meine Frau und
    meine Kinder und will nicht als freier Mann fortgehen,

    21:6 dann soll ihn sein Herr vor Gott bringen, er soll ihn an die Tür
    oder an den Torpfosten bringen und ihm das Ohr mit einem Pfriem
    durchbohren; dann bleibt er für immer sein Sklave.

    21:7 Wenn einer seine Tochter als Sklavin verkauft hat, soll sie nicht
    wie andere Sklaven entlassen werden.

    21:8 Hat ihr Herr sie für sich selbst bestimmt, mag er sie aber nicht
    mehr, dann soll er sie zurückkaufen lassen. Er hat nicht das Recht,
    sie an Fremde zu verkaufen, da er seine Zusage nicht eingehalten
    hat.

    21:9 Hat er sie für seinen Sohn bestimmt, verfahre er mit ihr nach dem
    Recht, das für Töchter gilt.

    21:10 Nimmt er sich noch eine andere Frau, darf er sie in Nahrung,
    Kleidung und Beischlaf nicht benachteiligen.

    21:11 Wenn er ihr diese drei Dinge nicht gewährt, darf sie unentgeltlich,
    ohne Bezahlung, gehen.

    Totschlag und Mord: 21,12-14

    21:12 Wer einen Menschen so schlägt, daß er stirbt, wird mit dem Tod
    bestraft.

    21:13 Wenn er ihm aber nicht aufgelauert hat, sondern Gott es durch seine
    Hand geschehen ließ, werde ich dir einen Ort festsetzen, an den er
    fliehen kann.

    21:14 Hat einer vorsätzlich gehandelt und seinen Mitbürger aus dem
    Hinterhalt umgebracht, sollst du ihn von meinem Altar wegholen,
    damit er stirbt.

    Mißhandlung der Eltern: 21,15

    21:15 Wer seinen Vater oder seine Mutter schlägt, wird mit dem Tod
    bestraft.
    Lev 20,9; Dtn 27,16

    Menschenraub: 21,16

    21:16 Wer einen Menschen raubt, gleichgültig, ob er ihn verkauft hat oder
    ob man ihn noch in seiner Gewalt vorfindet, wird mit dem Tod
    bestraft.

    Entehrung der Eltern: 21,17

    21:17 Wer seinen Vater oder seine Mutter verflucht, wird mit dem Tod
    bestraft.

    Körperverletzung durch Menschen: 21,18-27

    21:18 Wenn Männer in Streit geraten und einer den andern mit einem Stein
    oder einer Hacke verletzt, so daß er zwar nicht stirbt, aber
    bettlägerig wird,

    21:19 später wieder aufstehen und mit Krücken draußen umhergehen kann, so
    ist der freizusprechen, der geschlagen hat; nur für die
    Arbeitsunfähigkeit des Geschädigten muß er Ersatz leisten, und er
    muß für die Heilung aufkommen.

    21:20 Wenn einer seinen Sklaven oder seine Sklavin mit dem Stock so
    schlägt, daß er unter seiner Hand stirbt, dann muß der Sklave
    gerächt werden.

    21:21 Wenn er noch einen oder zwei Tage am Leben bleibt, dann soll den
    Täter keine Rache treffen; es geht ja um sein eigenes Geld.

    21:22 Wenn Männer miteinander raufen und dabei eine schwangere Frau
    treffen, so daß sie eine Fehlgeburt hat, ohne daß ein weiterer
    Schaden entsteht, dann soll der Täter eine Buße zahlen, die ihm der
    Ehemann der Frau auferlegt; er kann die Zahlung nach dem Urteil von
    Schiedsrichtern leisten.

    21:23 Ist weiterer Schaden entstanden, dann mußt du geben: Leben für
    Leben,

    21:24 Auge für Auge, Zahn für Zahn, Hand für Hand, Fuß für Fuß,
    Lev 24,19f; Dtn 19,21; Mt 5,38

    21:25 Brandmal für Brandmal, Wunde für Wunde, Strieme für Strieme.

    21:26 Wenn einer seinem Sklaven oder seiner Sklavin ein Auge ausschlägt,
    soll er ihn für das ausgeschlagene Auge freilassen.

    21:27 Wenn er seinem Sklaven oder seiner Sklavin einen Zahn ausschlägt,
    soll er ihn für den ausgeschlagenen Zahn freilassen.

    Körperverletzung durch Haustiere: 21,28-32

    21:28 Wenn ein Rind einen Mann oder eine Frau so stößt, daß der
    Betreffende stirbt, dann muß man das Rind steinigen, und sein
    Fleisch darf man nicht essen; der Eigentümer des Rinds aber bleibt
    straffrei.

    21:29 Hat das Rind aber schon früher gestoßen und hat der Eigentümer,
    obwohl man ihn darauf aufmerksam gemacht hat, auf das Tier nicht
    aufgepaßt, so daß es einen Mann oder eine Frau getötet hat, dann
    soll man das Rind steinigen, und auch sein Eigentümer soll getötet
    werden.

    21:30 Will man ihm aber eine Sühne auferlegen, soll er als Lösegeld für
    sein Leben so viel geben, wie man von ihm fordert.

    21:31 Stößt das Rind einen Sohn oder eine Tochter, verfahre man nach dem
    gleichen Grundsatz.

    21:32 Stößt das Rind einen Sklaven oder eine Sklavin, soll der Eigentümer
    dem Herrn dreißig Silberschekel zahlen; das Rind aber soll
    gesteinigt werden.

    Ersatz bei Schädigung fremden Viehs: 21,33-36

    21:33 Wenn jemand einen Brunnen offen läßt oder einen Brunnen gräbt, ohne
    ihn abzudecken, und es fällt ein Rind oder ein Esel hinein,

    21:34 dann soll der Eigentümer des Brunnens Ersatz leisten; er soll dem
    Eigentümer des Tieres Geld zahlen, das verendete Tier aber gehört
    ihm.

    21:35 Wenn jemandes Rind das Rind eines anderen stößt, so daß es eingeht,
    soll man das lebende Rind verkaufen und den Erlös aufteilen; auch
    das verendete Rind soll man aufteilen.

    21:36 Wenn jedoch der Eigentümer wußte, daß das Rind schon früher stößig
    war, aber trotzdem nicht darauf aufgepaßt hat, soll er das Rind
    ersetzen, Rind für Rind, das verendete Rind aber gehört ihm.

    Ersatz bei Diebstahl: 21,37-22,3

    21:37 Wenn einer ein Rind oder ein Schaf stiehlt und es schlachtet oder
    verkauft, soll er fünf Stück Großvieh für das Rind oder vier Stück
    Kleinvieh für das Schaf als Ersatz geben.

    22:1 Wird ein Dieb beim Einbruch ertappt und so geschlagen, daß er
    stirbt, so entsteht dadurch keine Blutschuld.

    22:2 Doch ist darüber bereits die Sonne aufgegangen, dann entsteht
    Blutschuld. Ein Dieb muß Ersatz leisten. Besitzt er nichts, soll man
    ihn für den Wert des Gestohlenen verkaufen.

    22:3 Findet man das Gestohlene, sei es Rind, Esel oder Schaf, noch lebend
    in seinem Besitz, dann soll er doppelten Ersatz leisten.

    Ersatz bei fahrlässigem Feldbrand: 22,4-5

    22:4 Wenn jemand ein Feld oder einen Weinberg abbrennt und das Feuer sich
    ausbreiten läßt, so daß es das Feld eines andern in Brand steckt,
    dann soll er den besten Ertrag seines Feldes oder Weinbergs als
    Ersatz dafür geben.

    22:5 Breitet sich das Feuer aus, erfaßt es eine Dornenhecke und
    vernichtet einen Getreidehaufen, auf dem Halm stehendes Getreide
    oder ein Feld, dann soll der für den Brand Verantwortliche den
    Schaden ersetzen.

    Haftung für fremdes Eigentum: 22,6-14

    22:6 Übergibt jemand einem andern Geld oder Gerät zur Aufbewahrung und es
    wird aus dessen Haus gestohlen, dann soll der Dieb, wenn man ihn
    findet, doppelten Ersatz leisten.

    22:7 Findet man den Dieb nicht, soll der Hausherr vor Gott erklären, daß
    er sich nicht selbst am Eigentum des andern vergriffen hat.

    22:8 Wenn jemandem etwas veruntreut wurde, ein Rind, ein Esel, ein Schaf,
    ein Kleid oder sonst etwas, und er behauptet: Ja, das ist es, dann
    soll der Streitfall der beiden vor Gott kommen. Wen Gott als
    schuldig bezeichnet, soll dem andern doppelten Ersatz leisten.

    22:9 Wenn jemand einem andern einen Esel, ein Rind, ein Schaf oder sonst
    ein Haustier zur Verwahrung übergibt und das Tier eingeht, sich
    etwas bricht oder fortgetrieben wird, ohne daß es jemand sieht,

    22:10 dann soll ein Eid beim Namen des Herrn Klarheit darüber schaffen,
    daß der eine sich nicht am Eigentum des andern vergriffen hat. Der
    Eigentümer soll an sich nehmen, was noch da ist, ohne daß der andere
    Ersatz zu leisten hätte.

    22:11 Ist es ihm aber gestohlen worden, muß er dem Eigentümer Ersatz
    leisten.

    22:12 Ist das Tier gerissen worden, bringe er es zum Beweis herbei; dann
    braucht er für das Gerissene keinen Ersatz zu leisten.

    22:13 Leiht jemand von einem andern ein Tier und bricht es sich etwas oder
    geht ein, und zwar in Abwesenheit des Eigentümers, so muß er Ersatz
    leisten.

    22:14 War der Eigentümer aber anwesend, so braucht der andere keinen
    Ersatz zu leisten. Ist er Taglöhner, so geht es von seinem Lohn ab.

    Verführung einer Jungfrau: 22,15-16

    22:15 Wenn jemand ein noch nicht verlobtes Mädchen verführt und bei ihm
    schläft, dann soll er das Brautgeld zahlen und sie zur Frau nehmen.

    22:16 Weigert sich aber ihr Vater, sie ihm zu geben, dann hat er ihm so
    viel zu zahlen, wie der Brautpreis für eine Jungfrau beträgt.

    Todeswürdige Verbrechen: Zauberei, Bestialität, Götzendienst:

    22:17 Eine Hexe sollst du nicht am Leben lassen.
    Lev 20,27; Dtn 18,10-12

    22:18 Jeder, der mit einem Tier verkehrt, soll mit dem Tod bestraft
    werden.
    27,21

    22:19 Wer einer Gottheit außer Jahwe Schlachtopfer darbringt, an dem soll
    die Vernichtungsweihe vollstreckt werden.
    Dtn 13,3f; 13-16; 18,13

    Schutz vor Unterdrückung und Ausbeutung: 22,20-26

    22:20 Einen Fremden sollst du nicht ausnützen oder ausbeuten, denn ihr
    selbst seid in Ägypten Fremde gewesen.

    22:21 Ihr sollt keine Witwe oder Waise ausnützen.

    22:22 Wenn du sie ausnützt und sie zu mir schreit, werde ich auf ihren
    Klageschrei hören.

    22:23 Mein Zorn wird entbrennen, und ich werde euch mit dem Schwert
    umbringen, so daß eure Frauen zu Witwen und eure Söhne zu Waisen
    werden.

    22:24 Leihst du einem aus meinem Volk, einem Armen, der neben dir wohnt,
    Geld, dann sollst du dich gegen ihn nicht wie ein Wucherer benehmen.
    Ihr sollt von ihm keinen Wucherzins fordern.
    Lev 25,36f; Dtn 23,20f

    22:25 Nimmst du von einem Mitbürger den Mantel zum Pfand, dann sollst du
    ihn bis Sonnenuntergang zurückgeben;

    22:26 denn es ist seine einzige Decke, der Mantel, mit dem er seinen
    bloßen Leib bedeckt. Worin soll er sonst schlafen? Wenn er zu mir
    schreit, höre ich es, denn ich habe Mitleid.

    Gotteslästerung und Majestätsbeleidigung: 22,27

    22:27 Du sollst Gott nicht verächtlich machen und den Fürsten deines
    Volkes nicht verfluchen.

    Erstlingsopfer: 22,28-29

    22:28 Deinen Reichtum und Überfluß sollst du nicht für dich behalten. Den
    Erstgeborenen unter deinen Söhnen sollst du mir geben.
    34,19f; Dtn 15,19-23

    22:29 Ebenso sollst du es mit deinen Rindern, Schafen und Ziegen halten.
    Sieben Tage sollen sie bei ihrer Mutter bleiben, am achten Tag
    sollst du sie mir übergeben.

    Verbot, gerissene Tiere zu essen: 22,30

    22:30 Als heilige Männer sollt ihr mir gehören. Fleisch von einem Tier,
    das auf dem Feld gerissen wurde, sollt ihr nicht essen; ihr sollt es
    den Hunden vorwerfen.
    Lev 17,15

    Verhalten im Rechtsverfahren: 23,1-3

    23:1 Du sollst kein leeres Gerücht verbreiten. Biete deine Hand nicht
    dem, der Unrecht hat, indem du als falscher Zeuge auftrittst.

    23:2 Du sollst dich nicht der Mehrheit anschließen, wenn sie im Unrecht
    ist, und sollst in einem Rechtsverfahren nicht so aussagen, daß du
    dich der Mehrheit fügst und das Recht beugst.

    23:3 Du sollst auch den Geringen in seinem Rechtsstreit nicht
    begünstigen.
    Lev 19,15

    Verhalten gegen den Feind: 23,4-5

    23:4 Wenn du dem verirrten Rind oder dem Esel deines Feindes begegnest,
    sollst du ihm das Tier zurückbringen.

    23:5 Wenn du siehst, wie der Esel deines Gegners unter der Last
    zusammenbricht, dann laß ihn nicht im Stich, sondern leiste ihm
    Hilfe!

    Verbot von Rechtsbeugung: 23,6-8

    23:6 Du sollst das Recht des Armen in seinem Rechtsstreit nicht beugen.

    23:7 Von einem unlauteren Verfahren sollst du dich fernhalten. Wer
    unschuldig und im Recht ist, den bring nicht um sein Leben; denn ich
    spreche den Schuldigen nicht frei.

    23:8 Du sollst dich nicht bestechen lassen; denn Bestechung macht Sehende
    blind und verkehrt die Sache derer, die im Recht sind.

    Rechtsschutz des Fremden: 23,9

    23:9 Einen Fremden sollst du nicht ausbeuten. Ihr wißt doch, wie es einem
    Fremden zumute ist; denn ihr selbst seid in Ägypten Fremde gewesen.

    Sabbatjahr und Sabbatfeier: 23,10-12

    23:10 Sechs Jahre kannst du in deinem Land säen und die Ernte einbringen;
    Lev 25,2-4

    23:11 im siebten sollst du es brach liegen lassen und nicht bestellen. Die
    Armen in deinem Volk sollen davon essen, den Rest mögen die Tiere
    des Feldes fressen. Das gleiche sollst du mit deinem Weinberg und
    deinen Ölbäumen tun.

    23:12 Sechs Tage kannst du deine Arbeit verrichten, am siebten Tag aber
    sollst du ruhen, damit dein Rind und dein Esel ausruhen und der Sohn
    deiner Sklavin und der Fremde zu Atem kommen.
    20,9f; Dtn 5,12-14

    Mahnung: Treue zum Bundesgott:

    23:13 Auf alles, was ich euch gesagt habe, sollt ihr achten. Den Namen
    eines anderen Gottes sollt ihr nicht aussprechen, er soll dir nicht
    über die Lippen kommen.

    Die drei Hauptfeste: 23,14-17

    23:14 Dreimal im Jahr sollst du mir ein Fest feiern.
    (14-17) 13,6f; 34,18-23

    23:15 Du sollst das Fest der Ungesäuerten Brote halten. Im Monat Abib
    sollst du zur festgesetzten Zeit sieben Tage lang ungesäuertes Brot
    essen, wie ich es dir geboten habe. Denn in diesem Monat bist du aus
    Ägypten ausgezogen. Man soll nicht mit leeren Händen vor mir
    erscheinen.

    23:16 Du sollst auch das Fest der Ernte, des ersten Ertrags deiner Aussaat
    auf dem Feld, halten, ebenso das Fest der Lese am Ende des Jahres,
    wenn du den Ertrag deines Feldes eingebracht hast.

    23:17 Dreimal im Jahr sollen alle deine Männer vor dem Herrn erscheinen.

    Opfervorschriften: 23,18-19

    23:18 Beim Schlachten sollst du das Blut meines Opfers nicht über
    gesäuertes Brot fließen lassen. Das Fett meines Festopfers darf
    nicht bis zum Morgen liegenbleiben.
    34,25f

    23:19 Von den Erstlingsfrüchten deines Ackers sollst du die besten in das
    Haus des Herrn, deines Gottes, bringen. Das Junge einer Ziege sollst
    du nicht in der Milch seiner Mutter kochen.

    Schlußmahnung: Verheißung und Warnung:

    23:20 Ich werde einen Engel schicken, der dir vorausgeht. Er soll dich auf
    dem Weg schützen und dich an den Ort bringen, den ich bestimmt habe.

    23:21 Achte auf ihn, und hör auf seine Stimme! Widersetz dich ihm nicht!
    Er würde es nicht ertragen, wenn ihr euch auflehnt; denn in ihm ist
    mein Name gegenwärtig.

    23:22 Wenn du auf seine Stimme hörst und alles tust, was ich sage, dann
    werde ich der Feind deiner Feinde sein und alle in die Enge treiben,
    die dich bedrängen.

    23:23 Wenn mein Engel dir vorausgeht und dich in das Land der Amoriter,
    Hetiter, Perisiter, Kanaaniter, Hiwiter und Jebusiter führt und wenn
    ich sie verschwinden lasse,

    23:24 dann sollst du dich vor ihren Göttern nicht niederwerfen und dich
    nicht verpflichten, ihnen zu dienen. Du sollst keine Kultgegenstände
    herstellen wie sie, sondern sie zerstören und ihre Steinmale
    zerschlagen.
    20,5; Dtn 5,9; 13,3

    23:25 Wenn ihr dem Herrn, eurem Gott, dient, wird er dein Brot und dein
    Wasser segnen. Ich werde Krankheiten von dir fernhalten.

    23:26 In deinem Land wird es keine Frau geben, die eine Fehlgeburt hat
    oder kinderlos bleibt. Ich lasse dich die volle Zahl deiner
    Lebenstage erreichen.

    23:27 Ich sende meinen Schrecken vor dir her, ich verwirre jedes Volk, zu
    dem du kommst, und alle deine Feinde lasse ich vor dir die Flucht
    ergreifen.

    23:28 Ich lasse vor dir Panik ausbrechen; sie wird die Hiwiter, Kanaaniter
    und Hetiter vor dir hertreiben.
    Dtn 7,20; Jos 24,12

    23:29 Ich vertreibe sie aber nicht gleich im ersten Jahr; sonst verödet
    das Land, und die wilden Tiere könnten zu deinem Schaden überhand
    nehmen.

    23:30 Nur allmählich will ich sie vor dir zurückdrängen, bis du so
    zahlreich geworden bist, daß du das Land in Besitz nehmen kannst.

    23:31 Ich setze deine Landesgrenzen fest vom Schilfmeer bis zum
    Philistermeer, von der Wüste bis zum Strom. Wenn ich die Einwohner
    des Landes in deine Hand gebe und du sie vertreibst,
    Der ®Strom¯ ist der Eufrat. Bis an den Eufrat reichten die Grenzen
    Israels nur zur Zeit Davids und Salomos.

    23:32 dann sollst du keinen Bund mit ihnen und ihren Göttern schließen.

    23:33 Sie sollen nicht in deinem Land bleiben. Sonst könnten sie dich zur
    Sünde gegen mich verführen, so daß du ihre Götter verehrst; denn
    dann würde dir das zu einer Falle.

    Der Bundesschluß: 24,1-18

    24:1 Zu Mose sprach er: Steig zum Herrn hinauf zusammen mit Aaron, Nadab,
    Abihu und mit siebzig von den Ältesten Israels; werft euch in
    einiger Entfernung nieder!

    24:2 Mose allein soll sich dem Herrn nähern, die anderen dürfen nicht
    näherkommen, und das Volk darf den Berg nicht mit ihm zusammen
    besteigen.

    24:3 Mose kam und übermittelte dem Volk alle Worte und Rechtsvorschriften
    des Herrn. Das ganze Volk antwortete einstimmig und sagte: Alles,
    was der Herr gesagt hat, wollen wir tun.

    24:4 Mose schrieb alle Worte des Herrn auf. Am nächsten Morgen stand er
    zeitig auf und errichtete am Fuß des Berges einen Altar und zwölf
    Steinmale für die zwölf Stämme Israels.

    24:5 Er schickte die jungen Männer Israels aus. Sie brachten Brandopfer
    dar und schlachteten junge Stiere als Heilsopfer für den Herrn.

    24:6 Mose nahm die Hälfte des Blutes und goß es in eine Schüssel, mit der
    anderen Hälfte besprengte er den Altar.

    24:7 Darauf nahm er die Urkunde des Bundes und verlas sie vor dem Volk.
    Sie antworteten: Alles, was der Herr gesagt hat, wollen wir tun; wir
    wollen gehorchen.

    24:8 Da nahm Mose das Blut, besprengte damit das Volk und sagte: Das ist
    das Blut des Bundes, den der Herr aufgrund all dieser Worte mit euch
    geschlossen hat.

    24:9 Danach stiegen Mose, Aaron, Nadab, Abihu und die siebzig von den
    Ältesten Israels hinauf,

    24:10 und sie sahen den Gott Israels. Die Fläche unter seinen Füßen war
    wie mit Saphir ausgelegt und glänzte hell wie der Himmel selbst.

    24:11 Gott streckte nicht seine Hand gegen die Edlen der Israeliten aus;
    sie durften Gott sehen, und sie aßen und tranken.

    24:12 Der Herr sprach zu Mose: Komm herauf zu mir auf den Berg, und bleib
    hier! Ich will dir die Steintafeln übergeben, die Weisung und die
    Gebote, die ich aufgeschrieben habe. Du sollst das Volk darin
    unterweisen.

    24:13 Da erhob sich Mose mit seinem Diener Josua und stieg den Gottesberg
    hinauf.

    24:14 Zu den Ältesten sagte er: Bleibt hier, bis wir zu euch zurückkehren;
    Aaron und Hur sind ja bei euch. Wer ein Anliegen hat, wende sich an
    sie.

    24:15 Dann stieg Mose auf den Berg, und die Wolke bedeckte den Berg.

    24:16 Die Herrlichkeit des Herrn ließ sich auf den Sinai herab, und die
    Wolke bedeckte den Berg sechs Tage lang. Am siebten Tag rief der
    Herr mitten aus der Wolke Mose herbei.

    24:17 Die Erscheinung der Herrlichkeit des Herrn auf dem Gipfel des Berges
    zeigte sich vor den Augen der Israeliten wie verzehrendes Feuer.

    24:18 Mose ging mitten in die Wolke hinein und stieg auf den Berg hinauf.
    Vierzig Tage und vierzig Nächte blieb Mose auf dem Berg.

    Die Anordnungen für Heiligtum und Kult: 25,1 - 31,17
    Das Heiligtum und seine Geräte:

    25:1 Der Herr sprach zu Mose:
    (1-9) 35,4-10

    25:2 Sag zu den Israeliten, sie sollen für mich eine Abgabe erheben. Von
    jedem, den sein Sinn dazu bewegt, sollt ihr die Abgabe erheben.

    25:3 Das ist die Abgabe, die ihr von ihnen erheben sollt: Gold, Silber,
    Kupfer,

    25:4 violetten und roten Purpur, Karmesin, Byssus, Ziegenhaare,

    25:5 rötliche Widderfelle, Tahaschhäute und Akazienholz;
    Was Tahaschhäute sind, wissen wir nicht; man vermutet, daß es Haut
    von Meerestieren (Delphinen?) war.

    25:6 Öl für den Leuchter, Balsame für das Salböl und für duftendes
    Räucherwerk;

    25:7 Karneolsteine und Ziersteine für Efod und Lostasche.
    Das Efod ist hier ein Kleidungsstück des Priesters. Seine Form hat
    sich im Lauf der Zeit geändert. In Ri 8,24-27 und 18,14-20 scheint e
    eher ein Kultobjekt, ein Gottesbild, gewesen zu sein.

    25:8 Macht mir ein Heiligtum! Dann werde ich in ihrer Mitte wohnen.

    25:9 Genau nach dem Muster der Wohnstätte und aller ihrer Gegenstände,
    das ich dir zeige, sollt ihr es herstellen.
    ®Wohnstätte¯ ist in der P-Schicht Ausdruck für das Zeltheiligtum,
    das als Wohnstätte Gottes unter dem wandernden Volk galt.

    25:10 Macht eine Lade aus Akazienholz, zweieinhalb Ellen lang, anderthalb
    Ellen breit und anderthalb Ellen hoch!
    (10-22) 37,1-9

    25:11 Überzieh sie innen und außen mit purem Gold, und bring daran
    ringsherum eine Goldleiste an!

    25:12 Gieß für sie vier Goldringe, und befestige sie an ihren vier Füßen,
    zwei Ringe an der einen Seite und zwei Ringe an der anderen Seite!

    25:13 Fertige Stangen aus Akazienholz an, und überzieh sie mit Gold!

    25:14 Steck die Stangen durch die Ringe an den Seiten der Lade, so daß man
    die Lade damit tragen kann.

    25:15 Die Stangen sollen in den Ringen der Lade bleiben; man soll sie
    nicht herausziehen.

    25:16 In die Lade sollst du die Bundesurkunde legen, die ich dir gebe.

    25:17 Verfertige auch eine Deckplatte aus purem Gold, zweieinhalb Ellen
    lang und anderthalb Ellen breit!

    25:18 Mach zwei Kerubim aus getriebenem Gold, und arbeite sie an den
    beiden Enden der Deckplatte heraus!

    25:19 Mach je einen Kerub an dem einen und dem andern Ende; auf der
    Deckplatte macht die Kerubim an den beiden Enden!

    25:20 Die Kerubim sollen die Flügel nach oben ausbreiten, mit ihren
    Flügeln die Deckplatte beschirmen, und sie sollen ihre Gesichter
    einander zuwenden; der Deckplatte sollen die Gesichter der Kerubim
    zugewandt sein.

    25:21 Setz die Deckplatte oben auf die Lade, und in die Lade leg die
    Bundesurkunde, die ich dir gebe.

    25:22 Dort werde ich mich dir zu erkennen geben und dir über der
    Deckplatte zwischen den beiden Kerubim, die auf der Lade der
    Bundesurkunde sind, alles sagen, was ich dir für die Israeliten
    auftragen werde.

    25:23 Fertige auch einen Tisch aus Akazienholz an, zwei Ellen lang, eine
    Elle breit und anderthalb Ellen hoch!
    (23-30) 37,10-16

    25:24 Überzieh ihn mit purem Gold, und bring daran ringsherum eine
    Goldleiste an!

    25:25 Mach ihm ringsherum eine handbreite Einfassung, und verfertige um
    diese Einfassung eine goldene Leiste!

    25:26 Mach ihm vier Goldringe, und befestige die Ringe an den vier Ecken,
    die von seinen vier Füßen gebildet werden.

    25:27 Die Ringe sollen dicht unter der Einfassung die Stangen aufnehmen,
    mit denen man den Tisch trägt.

    25:28 Mach die Stangen aus Akazienholz, und überzieh sie mit Gold! Mit
    ihnen soll man den Tisch tragen.

    25:29 Dazu mach Schüsseln, Schalen, Kannen und Krüge für die Trankopfer!
    Aus purem Gold sollst du sie anfertigen.

    25:30 Auf dem Tisch sollst du ständig Schaubrote vor mir auflegen.

    25:31 Verfertige auch einen Leuchter aus purem Gold! Der Leuchter, sein
    Gestell, sein Schaft, seine Kelche, Knospen und Blüten sollen aus
    einem Stück getrieben sein.
    (31-40) 37,17-24

    25:32 Von seinen Seiten sollen sechs Arme ausgehen, drei Leuchterarme auf
    der einen Seite und drei auf der anderen Seite.

    25:33 Der erste Arm soll drei mandelblütenförmige Kelche mit je einer
    Knospe und einer Blüte aufweisen, und der zweite Arm soll drei
    mandelblütenförmige Kelche mit je einer Knospe und einer Blüte
    aufweisen; so alle sechs Arme, die von dem Leuchter ausgehen.

    25:34 Auf dem Schaft des Leuchters sollen vier mandelblütenförmige Kelche,
    Knospen und Blüten sein,

    25:35 je eine Knospe unten zwischen zwei Armen, entsprechend den sechs
    Armen, die vom Leuchter ausgehen.

    25:36 Seine Knospen und die Arme sollen ein Ganzes mit dem Schaft bilden;
    das Ganze soll ein Stück aus getriebenem purem Gold sein.

    25:37 Dann mach für den Leuchter sieben Lampen, und setze seine Lampen so
    auf, daß sie das Licht nach vorn fallen lassen;

    25:38 dazu Dochtscheren und Pfannen aus purem Gold.

    25:39 Aus einem Talent puren Goldes soll man den Leuchter und alle diese
    Geräte machen.

    25:40 Sieh zu, daß du ihn nach dem Muster ausführst, das du auf dem Berg
    gesehen hast.

    26:1 Die Wohnstätte sollst du aus zehn Zelttüchern herstellen; aus
    gezwirntem Byssus, violettem und rotem Purpur und Karmesin mit
    Kerubim sollst du sie machen, wie es ein Kunstweber macht.
    (1-6) 36,8-13
    Zu Byssus vgl. die Anmerkung zu Gen 41,42.

    26:2 Ein Zelttuch soll achtundzwanzig Ellen lang und vier Ellen breit
    sein; alle Zelttücher sollen dasselbe Maß haben.

    26:3 Fünf Zelttücher sollen jeweils aneinandergefügt sein.

    26:4 Mach Schleifen aus violettem Purpur am Rand des einen Zelttuchs, am
    Ende des zusammengefügten Stückes; ebenso sollst du es am Rand des
    letzten Zelttuchs des außen zusammengefügten Stückes machen.

    26:5 Fünfzig Schleifen sollst du an dem einen Zelttuch anbringen und
    fünfzig Schleifen am Zelttuchende des zweiten zusammengefügten
    Stückes; die Schleifen sollen einander entsprechen.

    26:6 Du sollst auch fünfzig Goldhaken machen und die Zelttücher mit den
    Haken verbinden, eines mit dem andern; so soll die Wohnstätte ein
    Ganzes bilden.

    26:7 Mach Decken aus Ziegenhaar für das Zelt über der Wohnstätte; elf
    Stück sollst du herstellen.
    (7-14) 36,14-19

    26:8 Eine Decke soll dreißig Ellen lang und vier Ellen breit sein; die
    elf Decken sollen dasselbe Maß haben.

    26:9 Verbinde fünf Decken zu einem Stück und sechs Decken zu einem Stück;
    die sechste Decke sollst du an der Vorderseite des Zeltes doppelt
    zusammenlegen.

    26:10 Fünfzig Schleifen mach am Saum der Decke, die das Ende eines
    zusammengesetzten Stückes bildet, und ebenso fünfzig Schleifen am
    Saum der Decke, die das Ende des andern zusammengesetzten Stückes
    bildet.

    26:11 Fertige fünfzig Kupferhaken an, häng die Haken in die Schleifen, und
    setz das Zelt so zusammen, daß es ein Ganzes bildet.

    26:12 Den herabhängenden überschüssigen Teil der Zeltdecke laß zur Hälfte
    an der Rückseite der Wohnstätte herabhängen!

    26:13 Die überschüssige Elle auf beiden Längsseiten der Zeltdecken soll
    auf die beiden Seiten der Wohnstätte herabhängen, so daß sie sie
    bedeckt.

    26:14 Schließlich mach für das Zelt eine Decke aus rötlichen Widderfellen
    und darüber eine Decke aus Tahaschhäuten!
    Zu den Tahaschhäuten vgl. die Anmerkung zu 25,5.

    26:15 Mach für die Wohnstätte Bretter aus Akazienholz zum Aufstellen!
    (15-25) 36,20-30

    26:16 Jedes Brett soll zehn Ellen lang und anderthalb Ellen breit sein;

    26:17 jedes Brett soll durch zwei Zapfen mit dem nächsten verbunden
    werden. So mach es mit allen Brettern für die Wohnstätte!

    26:18 An Brettern für die Wohnstätte verfertige zwanzig für die Südseite!

    26:19 Stell vierzig Sockel aus Silber her als Unterlage für die zwanzig
    Bretter, je zwei Sockel als Unterlage eines Brettes für seine beiden
    Zapfen!

    26:20 Für die zweite Seite der Wohnstätte, die Nordseite, ebenfalls
    zwanzig Bretter

    26:21 und vierzig Sockel aus Silber, je zwei Sockel als Unterlage eines
    Brettes.

    26:22 Für die Rückseite der Wohnstätte, die Westseite, verfertige sechs
    Bretter,

    26:23 und zwei Bretter stell für die Eckstücke an der Rückseite der
    Wohnstätte her!

    26:24 Sie sollen einander entsprechen und von unten bis oben zum ersten
    Ring reichen. So soll es mit den beiden Brettern geschehen, die die
    Eckstücke bilden.

    26:25 Acht Bretter und sechzehn Sockel aus Silber sollen vorhanden sein,
    je zwei Sockel als Unterlage für jedes Brett.

    26:26 Verfertige Querlatten aus Akazienholz, fünf für die Bretter auf der
    einen Seite der Wohnstätte,
    (26-30) 36,31-34

    26:27 fünf für die Bretter der zweiten Seite der Wohnstätte und fünf für
    die Bretter der Rückseite der Wohnstätte, der Westseite!

    26:28 Die mittlere Querlatte soll in der Mitte der Bretter angebracht
    werden und von einem Ende zum andern reichen.

    26:29 Überzieh die Bretter mit Gold, und mach Ringe aus Gold, welche die
    Querlatten aufnehmen; auch die Querlatten überzieh mit Gold!

    26:30 So errichte die Wohnstätte nach dem Muster, das dir auf dem Berg
    gezeigt worden ist.

    26:31 Mach einen Vorhang aus violettem und rotem Purpur, Karmesin und
    gezwirntem Byssus; wie Kunstweberarbeit soll er gemacht werden, mit
    Kerubim.
    (31-37) 36,35-38

    26:32 Häng ihn an die vier mit Gold überzogenen Akaziensäulen, die auf
    vier Sockeln aus Silber stehen sollen. Auch die Nägel der Säulen
    sollen aus Gold sein.

    26:33 Häng den Vorhang an die Haken, und bring dorthin, hinter den
    Vorhang, die Lade der Bundesurkunde! Der Vorhang trenne euch das
    Heiligtum vom Allerheiligsten.

    26:34 Setz die Deckplatte auf die Lade der Bundesurkunde im
    Allerheiligsten!

    26:35 Stell den Tisch außen vor den Vorhang, den Leuchter gegenüber dem
    Tisch an die Südseite der Wohnstätte; den Tisch stell an die
    Nordseite!

    26:36 Für den Eingang des Zeltes mach einen Vorhang aus violettem und
    rotem Purpur, Karmesin und gezwirntem Byssus; Arbeit eines
    Buntwirkers soll er sein.

    26:37 Für den Vorhang mach fünf Akaziensäulen, überzieh sie mit Gold, und
    gieß für sie fünf kupferne Sockel! Auch die Nägel der Säulen sollen
    aus Gold sein.

    27:1 Dann mach aus Akazienholz den Altar, fünf Ellen lang und fünf Ellen
    breit - der Altar soll also quadratisch sein - und drei Ellen hoch.
    (1-8) 38,1-7

    27:2 Mach ihm Hörner an seinen vier Ecken - seine Hörner sollen mit ihm
    ein Ganzes bilden -, und überzieh ihn mit Kupfer!

    27:3 Stell auch die Gefäße her für seine Fett-Asche, seine Schaufeln und
    Schalen, seine Gabeln und Feuerpfannen! Alle seine Geräte sollst du
    aus Kupfer herstellen.

    27:4 Mach für den Altar ein Gitterwerk, ein Netzgitter aus Kupfer, und
    befestige am Netzgitter vier Kupferringe, und zwar an seinen vier
    Enden!

    27:5 Bring das Gitterwerk unterhalb der Altareinfassung unten an! Das
    Netzgitter soll bis zur Mitte des Altars reichen.

    27:6 Verfertige für den Altar Stangen - Stangen aus Akazienholz -, und
    überzieh sie mit Kupfer!

    27:7 Man soll die Stangen in die Ringe stecken, und zwar sollen die
    Stangen an beiden Seiten des Altars angebracht sein, wenn man ihn
    trägt.

    27:8 Mach ihn hohl, aus Brettern! Wie man es dir auf dem Berg gezeigt
    hat, so soll man es ausführen.

    27:9 Dann mach den Vorhof der Wohnstätte: für die Südseite die Behänge
    des Vorhofs aus gezwirntem Byssus, hundert Ellen lang für eine
    Seite,
    (9-19) 38,9-20

    27:10 seine zwanzig Säulen und deren zwanzig Sockel aus Kupfer, die Nägel
    der Säulen und deren Querstangen aus Silber;

    27:11 ebenso für die nördliche Längsseite Behänge, hundert Ellen lang,
    ihre zwanzig Säulen und deren zwanzig Sockel aus Kupfer, die Nägel
    der Säulen und deren Querstangen aus Silber;

    27:12 für die Breitseite des Vorhofs im Westen Behänge von fünfzig Ellen,
    ihre zehn Säulen und deren Sockel.

    27:13 Der Vorhof an der Ostseite soll fünfzig Ellen breit sein,

    27:14 und zwar fünfzehn Ellen Behänge für die eine Seitenwand mit ihren
    drei Säulen und deren drei Sockel;

    27:15 für die andere Seitenwand ebenso fünfzehn Ellen Behänge mit ihren
    drei Säulen und deren drei Sockel;

    27:16 für das Tor des Vorhofs als Buntwirkerarbeit einen Vorhang von
    zwanzig Ellen aus violettem und rotem Purpur, Karmesin und
    gezwirntem Byssus, mit ihren vier Säulen und deren vier Sockeln;

    27:17 alle Säulen des Vorhofs ringsum mit Querstangen aus Silber sowie
    ihre Nägel aus Silber und ihre Sockel aus Kupfer.

    27:18 Der Vorhof soll hundert Ellen lang, fünfzig Ellen breit und fünf
    Ellen hoch sein, die Behänge aus gezwirntem Byssus, ihre Sockel aus
    Kupfer.

    27:19 Alle Geräte der Wohnstätte, die darin zu irgendeinem Dienst
    verwendet werden, alle ihre Zeltpflöcke und alle Zeltpflöcke des
    Vorhofs sollen aus Kupfer sein.

    27:20 Du aber befiehl den Israeliten, daß sie dir reines Öl aus gestoßenen
    Oliven für den Leuchter liefern, damit immer Licht brennt.
    (20-21) Lev 24,2f

    27:21 Im Offenbarungszelt außerhalb des Vorhangs vor der Bundesurkunde
    sollen es Aaron und seine Söhne zurichten; es soll vom Abend bis zum
    Morgen vor dem Herrn brennen, als eine ständig eingehaltene
    Verpflichtung bei den Israeliten von Generation zu Generation.

    Die Priestergewänder: 28,1-43

    28:1 Laß aus der Mitte der Israeliten deinen Bruder Aaron und mit ihm
    auch seine Söhne zu dir kommen, damit sie mir als Priester dienen,
    Aaron mit Nadab, Abihu, Eleasar und Itamar, den Söhnen Aarons.
    (1-43) 39,1-31

    28:2 Laß für deinen Bruder Aaron heilige Gewänder anfertigen, die ihm zur
    Ehre und zum Schmuck gereichen.

    28:3 Rede mit allen Sachverständigen, die ich mit dem Geist der Weisheit
    erfüllt habe; sie sollen Aarons Gewänder anfertigen, damit er
    geheiligt sei und mir als Priester dient.

    28:4 Das sind die Gewänder, die sie anfertigen sollen: Lostasche, Efod,
    Obergewand, Leibrock aus gewirktem Stoff, Turban und Gürtel. Sie
    sollen also für deinen Bruder Aaron und für seine Söhne heilige
    Gewänder anfertigen, damit er mir als Priester dient.

    28:5 Sie sollen dazu Gold, violetten und roten Purpur, Karmesin und
    Byssus verwenden.

    28:6 Das Efod sollen sie als Kunstweberarbeit herstellen, aus Gold,
    violettem und rotem Purpur, Karmesin und gezwirntem Byssus.
    Zum Efod vgl. die Anmerkung zu 25,7.

    28:7 Es soll zwei miteinander verbundene Schulterstücke haben, und zwar
    an seinen beiden Enden sollen sie miteinander verbunden sein.

    28:8 Die Schärpe am Efod soll von derselben Machart sein und mit ihm ein
    einziges Stück bilden, aus Gold, violettem und rotem Purpur,
    Karmesin und gezwirntem Byssus.

    28:9 Nimm die beiden Karneolsteine, und schneide die Namen der Söhne
    Israels ein:

    28:10 sechs von den Namen in den einen Stein und die übrigen sechs Namen
    in den andern Stein, in der Reihenfolge, wie sie geboren wurden.

    28:11 In Steinschneidearbeit wie Siegelgravierung sollst du in die beiden
    Steine die Namen der Söhne Israels schneiden, in Goldfassungen
    eingesetzt sollst du sie herstellen.

    28:12 Befestige die beiden Steine an den Schulterstücken des Efod als
    Steine, die den Herrn an die Israeliten erinnern. Aaron soll ihre
    Namen auf beiden Schulterstücken vor dem Herrn zur Erinnerung
    tragen.

    28:13 Du sollst also die Fassung aus Gold

    28:14 und zwei Kettchen aus purem Gold machen; dreh sie wie eine Schnur,
    und befestige die schnurartigen Kettchen an den Fassungen!

    28:15 Mach eine Lostasche für den Schiedsspruch; als Kunstweberarbeit wie
    das Efod sollst du sie herstellen; aus Gold, violettem und rotem
    Purpur, Karmesin und gezwirntem Byssus sollst du sie herstellen.

    28:16 Sie soll quadratisch sein, zusammengefaltet, eine Spanne lang und
    eine Spanne breit.

    28:17 Besetze sie mit gefaßten Edelsteinen in vier Reihen: die erste Reihe
    mit Rubin, Topas und Smaragd;

    28:18 die zweite Reihe mit Karfunkel, Saphir und Jaspis;

    28:19 die dritte Reihe mit Achat, Hyazinth und Amethyst;

    28:20 die vierte Reihe mit Chrysolith, Karneol und Onyx; sie sollen in
    Gold gefaßt und eingesetzt sein.

    28:21 Die Steine sollen auf die Namen der Söhne Israels lauten, zwölf
    Steine auf ihre Namen - in Siegelgravierung. Jeder laute auf einen
    Namen der zwölf Stämme.

    28:22 Befestige an der Lostasche schnurartige, gedrehte Kettchen aus purem
    Gold!

    28:23 An der Lostasche bring zwei goldene Ringe an, und befestige die
    Ringe an den Enden der Lostasche!

    28:24 Sodann verbinde die beiden Goldschnüre mit den beiden Ringen an den
    Enden der Lostasche;

    28:25 die zwei andern Enden der Schnüre befestige an den beiden
    Einfassungen, und häng sie an die Vorderseite der Schulterstücke des
    Efod!

    28:26 Mach noch zwei Goldringe, und befestige sie an den beiden Enden der
    Lostasche, und zwar am inneren Rand, der dem Efod zugekehrt ist.

    28:27 Mach zwei weitere Goldringe, und befestige sie unten an den beiden
    Schulterstücken des Efod, und zwar an der Vorderseite, nahe ihrer
    Naht, aber oberhalb der Efodschärpe.

    28:28 Man soll die Lostasche mit ihren Ringen an die Ringe des Efod mit
    einer violetten Purpurschnur binden, damit sie über der Efodschärpe
    bleibt und sich die Lostasche nicht vom Efod verschiebt.

    28:29 Aaron soll die Namen der Söhne Israels in der Lostasche für den
    Schiedsspruch über seinem Herzen tragen, wenn er zum Heiligtum
    kommt, zur immerwährenden Erinnerung vor dem Herrn.

    28:30 In die Lostasche für den Schiedsspruch steck die Lose Urim und
    Tummim; sie sollen sich über dem Herzen Aarons befinden, wenn er vor
    den Herrn kommt; Aaron trage den Schiedsspruch für die Israeliten
    über seinem Herzen ständig vor dem Herrn.

    28:31 Verfertige den Efodmantel ganz aus violettem Purpur;

    28:32 in seiner Mitte soll sich eine Öffnung für den Kopf befinden; an
    seiner Öffnung ringsum soll wie bei der Öffnung eines Panzerhemds
    ein gewebter, unzerreißbarer Rand angebracht sein.

    28:33 An seinem unteren Saum mach Granatäpfel aus violettem und rotem
    Purpur und aus Karmesin, an seinem Saum ringsum, und dazwischen
    goldene Glöckchen ringsum:

    28:34 ein Goldglöckchen und ein Granatapfel abwechselnd ringsum am Saum
    des Mantels.

    28:35 Aaron soll ihn beim Dienst tragen; sein Ton soll zu hören sein, wenn
    er in das Heiligtum vor den Herrn hintritt und wenn er wieder
    herauskommt; sonst muß er sterben.

    28:36 Mach eine Rosette aus purem Gold, und bring darauf nach Art der
    Siegelgravierung die Inschrift an: Heilig dem Herrn.

    28:37 Befestige die Rosette an einer Schnur aus violettem Purpur, und
    bring sie am Turban an; sie soll an der Vorderseite des Turbans
    angebracht werden.

    28:38 Sie soll auf Aarons Stirn sein, denn Aaron ist verantwortlich für
    die Verfehlungen an den Weihegaben, die die Israeliten weihen, für
    alle heiligen Abgaben; sie soll ständig auf Aarons Stirn sein, damit
    sie dem Herrn genehm sind.

    28:39 Web den Leibrock aus Byssus; mach einen Turban aus Byssus und einen
    Gürtel in Buntwirkerarbeit!

    28:40 Für die Söhne Aarons verfertige Leibröcke, und mach ihnen Gürtel!
    Mach für sie auch Kopfbünde, die ihnen zur Ehre und zum Schmuck
    gereichen.

    28:41 Dann bekleide damit deinen Bruder Aaron und zusammen mit ihm auch
    seine Söhne, und salbe sie, setze sie ins Priesteramt ein, und weihe
    sie, damit sie mir als Priester dienen.

    28:42 Mach ihnen Beinkleider aus Leinen, damit sie ihre Scham bedecken;
    von den Hüften bis zu den Schenkeln sollen sie reichen.

    28:43 Aaron und seine Söhne sollen sie tragen, wenn sie zum
    Offenbarungszelt kommen oder sich dem Altar nähern, um den Dienst am
    Heiligtum zu verrichten; so werden sie keine Schuld auf sich laden
    und nicht sterben. Als ständig einzuhaltende Verpflichtung gelte
    dies für ihn und seine Nachkommen.

    Die Weihe der Priester: 29,1-37

    29:1 Das ist es, was du mit ihnen tun sollst, wenn du sie zum
    Priesterdienst für mich weihst: Nimm einen Jungstier und zwei
    fehlerlose Widder,
    (1-37) Lev 8,1-36

    29:2 ungesäuerte Brote, mit Öl vermengte ungesäuerte Kuchen und mit Öl
    bestrichene ungesäuerte Brotfladen; aus Feinmehl sollst du sie
    zubereiten.

    29:3 Leg sie in einen Korb, und bring sie im Korb herbei, dazu den
    Jungstier und die beiden Widder!

    29:4 Laß Aaron und seine Söhne zum Eingang des Offenbarungszeltes treten,
    und wasche sie mit Wasser!

    29:5 Nimm die Gewänder, und bekleide Aaron mit Leibrock, Efodmantel, Efod
    und Lostasche, und bind ihm die Efodschärpe um!

    29:6 Setz ihm den Turban auf den Kopf, und befestige das heilige Diadem
    am Turban!

    29:7 Nimm Salböl, gieß es auf sein Haupt, und salb ihn!

    29:8 Laß seine Söhne herantreten, und bekleide sie mit Leibröcken!

    29:9 Gürte Aaron und seine Söhne mit einem Gürtel, und bind ihnen die
    Kopfbünde um! Das Priestertum gehört dann ihnen als dauerndes
    Anrecht. Setz also Aaron und seine Söhne ins Priesteramt ein!

    29:10 Laß den Jungstier vor das Offenbarungszelt bringen, und Aaron und
    seine Söhne sollen ihre Hände auf den Kopf des Jungstiers legen.

    29:11 Dann schlachte den Jungstier vor dem Herrn am Eingang des
    Offenbarungszeltes!

    29:12 Nimm vom Blut des Jungstiers, und gib etwas davon mit deinem Finger
    auf die Hörner des Altars! Das ganze übrige Blut aber gieß am Sockel
    des Altars aus!

    29:13 Nimm das ganze Fett, das die Eingeweide bedeckt, die Fettmasse über
    der Leber, die beiden Nieren und ihr Fett, und laß es auf dem Altar
    in Rauch aufgehen!

    29:14 Das Fleisch des Jungstiers, sein Fell und seinen Mageninhalt
    verbrenn im Feuer außerhalb des Lagers, denn es ist ein Sündopfer.

    29:15 Dann hol den einen Widder, und Aaron und seine Söhne sollen ihre
    Hände auf den Kopf des Widders legen.

    29:16 Schlachte den Widder, nimm sein Blut, und gieß es ringsum an den
    Altar!

    29:17 Zerleg den Widder in seine Teile, wasche seine Eingeweide und seine
    Beine, und leg sie auf seine übrigen Teile und auf seinen Kopf!

    29:18 Dann laß den ganzen Widder auf dem Altar in Rauch aufgehen! Ein
    Brandopfer ist es für den Herrn zum beruhigenden Duft, ein
    Feueropfer für den Herrn ist es.

    29:19 Dann hol den zweiten Widder, und Aaron und seine Söhne sollen ihre
    Hände auf den Kopf des Widders legen.

    29:20 Schlachte den Widder, nimm von seinem Blut, und streich es auf das
    rechte Ohrläppchen Aarons und seiner Söhne, auf den Daumen ihrer
    rechten Hand und auf die große Zehe ihres rechten Fußes! Das übrige
    Blut gieß ringsum an den Altar!

    29:21 Nimm vom Blut auf dem Altar und vom Salböl, und bespreng damit Aaron
    und dessen Gewänder sowie seine Söhne und deren Gewänder! Er und
    seine Gewänder werden so geweiht sein und mit ihm auch seine Söhne
    und deren Gewänder.

    29:22 Dann nimm vom Widder das Fett, den Fettschwanz, das Fett, das die
    Eingeweide bedeckt, die Fettmasse über der Leber, die beiden Nieren
    und ihr Fett sowie die rechte Schenkelkeule; denn es ist der Widder
    der Priestereinsetzung.

    29:23 Nimm dazu ein rundes Brot, einen mit Öl zubereiteten Brotkuchen und
    einen Brotfladen aus dem Korb der ungesäuerten Brote, der sich vor
    dem Herrn befindet.

    29:24 Das alles leg Aaron und seinen Söhnen in die Hände, und laß sie es
    vor dem Herrn hin- und herschwingen und so darbringen!

    29:25 Dann nimm die Stücke wieder aus ihren Händen, und laß sie auf dem
    Altar mit dem Brandopfer in Rauch aufgehen, zum beruhigenden Duft
    vor dem Herrn; ein Feueropfer für den Herrn ist es.

    29:26 Dann nimm die Brust des Widders der Priestereinsetzung Aarons, und
    schwing sie vor dem Herrn zur Darbringung hin und her! Die Brust
    gehört dir als Anteil.

    29:27 Erkläre die Brust des Darbringungsritus und die Keule des
    Erhebungsritus als heilig; denn sie wurden vom Widder des
    Einsetzungsopfers genommen, dem Widder Aarons und dem seiner Söhne.

    29:28 Sie gehören Aaron und seinen Söhnen als dauerndes Anrecht gegenüber
    den Israeliten, denn es ist ein Erhebungsopfer, und zwar ein
    Erhebungsopfer von den Israeliten, von ihren Heilsopfern, ihren
    Erhebungsopfern zur Ehre des Herrn.

    29:29 Die heiligen Gewänder Aarons gehören nach ihm seinen Söhnen, damit
    man sie darin salbt und ins Priesteramt einsetzt.

    29:30 Sieben Tage lang soll sie derjenige von seinen Söhnen tragen, der an
    seiner Stelle Priester wird und ins Offenbarungszelt eintritt, um im
    Heiligtum den Dienst zu verrichten.

    29:31 Nimm den Einsetzungswidder, und koch sein Fleisch an heiliger
    Stätte!

    29:32 Aaron und seine Söhne sollen das Widderfleisch und das Brot aus dem
    Korb am Eingang des Offenbarungszeltes essen.

    29:33 Sie sollen das essen, womit sie bei ihrer Priestereinsetzung und
    Weihe entsühnt wurden; kein Laie darf davon essen, denn es ist
    heilig.

    29:34 Wenn vom Fleisch des Einsetzungsopfers und vom Brot etwas bis zum
    Morgen übrigbleibt, dann sollst du das Übriggebliebene im Feuer
    verbrennen; man darf es nicht essen, denn es ist heilig.

    29:35 Tu mit Aaron und seinen Söhnen genau so wie ich es dir befohlen
    habe. Sieben Tage verwende für ihre Priestereinsetzung!

    29:36 Bereite täglich einen Sündopferstier für die Entsühnung zu, und
    entsündige den Altar, indem du ihn entsühnst. Salb ihn, um ihn zu
    weihen.

    29:37 Sieben Tage sollst du den Altar entsühnen und so weihen. Der Altar
    ist dann hochheilig; jeder, der den Altar berührt, wird heilig.

    Vorschriften für den Kult: 29,38 - 30,38

    29:38 Folgendes sollst du auf dem Altar darbringen: Tagtäglich und ständig
    zwei männliche einjährige Lämmer.
    Num 28,1-10

    29:39 Das eine Lamm sollst du am Morgen, das andere zur Zeit der
    Abenddämmerung darbringen,

    29:40 dazu ein Zehntel Feinmehl, das mit einem Viertel Hin Öl aus
    gestoßenen Oliven vermengt ist, und als Trankopfer ein Viertel Hin
    Wein für ein Lamm.

    29:41 Das zweite Lamm bring zur Zeit der Abenddämmerung dar, mit einer
    Opfergabe und einem Trankopfer wie am Morgen, zum beruhigenden Duft
    als Feueropfer für den Herrn.

    29:42 Es soll von Generation zu Generation ein immerwährendes Brandopfer
    am Eingang des Offenbarungszeltes vor dem Herrn sein, wo ich mich
    euch offenbare, um mit dir dort zu reden.

    29:43 Ich werde mich dort den Israeliten offenbaren und mich in meiner
    Herrlichkeit als heilig erweisen.

    29:44 Ich werde das Offenbarungszelt, den Altar, Aaron und seine Söhne
    heiligen und für meinen Priesterdienst weihen.

    29:45 Ich werde mitten unter den Israeliten wohnen und ihnen Gott sein.

    29:46 Sie sollen erkennen, daß ich der Herr, ihr Gott bin, der sie aus
    Ägypten herausgeführt hat, um in ihrer Mitte zu wohnen, ich, der
    Herr, ihr Gott.

    30:1 Mach auch einen Altar zum Verbrennen von Räucherwerk; aus
    Akazienholz sollst du ihn machen.
    (1-5) 37,25-28

    30:2 Er soll eine Elle lang, eine Elle breit, also quadratisch, und zwei
    Ellen hoch sein; seine Hörner sollen mit ihm eine Einheit bilden.

    30:3 Mit purem Gold überzieh ihn, seine Platte, seine Wände ringsum und
    seine Hörner, und bring an ihm ringsum eine Goldleiste an!

    30:4 Mach für ihn zwei Paar Goldringe, befestige sie unterhalb seiner
    Leiste an seinen beiden Seiten, seinen Seitenwänden, zum Aufnehmen
    der Stangen, so daß man ihn damit tragen kann.

    30:5 Mach die Stangen aus Akazienholz, und überzieh sie mit Gold!

    30:6 Stell ihn vor den Vorhang vor der Lade der Bundesurkunde, vor der
    Deckplatte über der Bundesurkunde! Dort will ich mich dir
    offenbaren.

    30:7 Aaron soll auf ihm Morgen für Morgen duftendes Räucherwerk
    verbrennen; wenn er die Lampen herrichtet, soll er es verbrennen.

    30:8 Wenn Aaron zur Zeit der Abenddämmerung die Lampen wieder aufsetzt,
    soll er das Räucherwerk verbrennen; es soll ein immerwährendes
    Rauchopfer vor dem Herrn sein von Generation zu Generation.

    30:9 Ihr dürft auf ihm weder ein unerlaubtes Rauchopfer, noch ein
    Brandopfer, noch ein Speiseopfer darbringen; auch dürft ihr auf ihm
    kein Trankopfer ausgießen.

    30:10 An seinen Hörnern soll Aaron einmal im Jahr die Sühne für die Sünden
    vollziehen; mit dem Blut des Sühneopfers soll man einmal im Jahr auf
    ihm die Sühne vollziehen von Generation zu Generation. Etwas
    Hochheiliges ist es für den Herrn.
    Lev 16,18f

    30:11 Der Herr sprach zu Mose:

    30:12 Wenn du die Zählung der Israeliten für ihre Veranlagung durchführst,
    soll jeder von ihnen ein Lösegeld für seine Person anläßlich der
    Veranlagung an den Herrn zahlen, damit sie kein Unheil wegen der
    Veranlagung trifft.
    38,21

    30:13 Jeder von ihnen, der zur Veranlagung kommt, soll einen halben
    Schekel, entsprechend dem Schekelgewicht des Heiligtums, entrichten:
    zwanzig Gera auf einen Schekel; einen halben Schekel soll die Abgabe
    für den Herrn betragen.

    30:14 Jeder von zwanzig Jahren und darüber, der zur Veranlagung kommt,
    soll eine Abgabe für den Herrn entrichten.

    30:15 Der Reiche soll nicht mehr, der Arme nicht weniger als einen halben
    Schekel geben, wenn ihr die Abgabe für den Herrn als Lösegeld für
    eure Person entrichtet.

    30:16 Nimm das Silber des Lösegeldes von den Israeliten, und verwende es
    für den Dienst im Offenbarungszelt; es diene den Israeliten zur
    Erinnerung vor dem Herrn, als Lösegeld für eure Person.

    30:17 Der Herr sprach zu Mose:

    30:18 Verfertige ein Becken aus Kupfer und ein Gestell aus Kupfer für die
    Waschungen, und stell es zwischen das Offenbarungszelt und den
    Altar; dann füll Wasser ein!

    30:19 Aaron und seine Söhne sollen darin ihre Hände und Füße waschen.

    30:20 Wenn sie zum Offenbarungszelt kommen, sollen sie sich mit Wasser
    waschen, damit sie nicht sterben. Ebenso sollen sie es halten, wenn
    sie zum Altar treten, um den Dienst zu verrichten und um Feueropfer
    für den Herrn in Rauch aufgehen zu lassen.

    30:21 Sie sollen sich ihre Hände und Füße waschen, damit sie nicht
    sterben. Dies soll für sie eine immerwährende Verpflichtung sein,
    für Aaron und seine Nachkommen von Generation zu Generation.

    30:22 Der Herr sprach zu Mose:
    (22-33) 37,29

    30:23 Nimm dir Balsam von bester Sorte: fünfhundert Schekel erstarrte
    Tropfenmyrrhe, halb soviel, also zweihundertfünfzig Schekel,
    wohlriechenden Zimt, zweihundertfünfzig Schekel Gewürzrohr

    30:24 und fünfhundert Schekel Zimtnelken, nach dem Schekelgewicht des
    Heiligtums, dazu ein Hin Olivenöl,

    30:25 und mach daraus ein heiliges Salböl, eine würzige Salbe, wie sie der
    Salbenmischer bereitet. Ein heiliges Salböl soll es sein.

    30:26 Damit salbe das Offenbarungszelt und die Lade der Bundesurkunde,

    30:27 den Tisch und den Leuchter mit ihren Geräten und den
    Rauchopferaltar,

    30:28 ferner den Brandopferaltar samt allen seinen Geräten und das Becken
    mit seinem Gestell.

    30:29 So sollst du sie weihen, damit sie hochheilig seien; ein jeder, der
    sie berührt, wird heilig.

    30:30 Auch Aaron und seine Söhne sollst du salben und sie weihen, damit
    sie mir als Priester dienen.

    30:31 Zu den Israeliten aber sag: Das soll euch als ein mir heiliges
    Salböl gelten von Generation zu Generation.

    30:32 Auf keinen menschlichen Körper darf es gegossen werden, und ihr
    dürft auch keines in der gleichen Mischung herstellen; denn heilig
    ist es, heilig soll es euch sein.

    30:33 Wer eine solche Mischung herstellt oder damit einen Laien salbt,
    soll aus seinen Stammesgenossen ausgemerzt werden.

    30:34 Der Herr sprach zu Mose: Nimm dir Duftstoffe, Staktetropfen,
    Räucherklaue, Galbanum, Gewürzkräuter und reinen Weihrauch, von
    jedem gleich viel,

    30:35 und mach Räucherwerk daraus, ein Würzgemisch, wie es der
    Salbenmischer herstellt, gesalzen, rein und heilig.

    30:36 Zerstoß einen Teil davon ganz fein, und bring davon wieder einen
    Teil vor die Bundesurkunde im Offenbarungszelt, wo ich dir begegnen
    werde; hochheilig soll es euch sein.

    30:37 Das Räucherwerk, das du bereiten sollst - in derselben Mischung
    dürft ihr euch kein anderes herstellen -, soll dir als dem Herrn
    heilig gelten.

    30:38 Wer solches um des Duftes willen herstellt, soll aus seinen
    Stammesgenossen ausgemerzt werden.

    Die Beauftragung von Künstlern und Handwerkern: 31,1-11

    31:1 Der Herr sprach zu Mose:

    31:2 Siehe, ich habe Bezalel, den Sohn Uris, den Enkel Hurs, vom Stamm
    Juda, beim Namen gerufen

    31:3 und ihn mit dem Geist Gottes erfüllt, mit Weisheit, mit Verstand und
    mit Kenntnis für jegliche Arbeit:

    31:4 Pläne zu entwerfen und sie in Gold, Silber und Kupfer auszuführen

    31:5 und durch Schneiden und Fassen von Steinen und durch Schnitzen von
    Holz allerlei Werke herzustellen.

    31:6 Ich habe ihm Oholiab, den Sohn Ahisamachs, vom Stamm Dan, beigegeben
    und allen Kunstverständigen Weisheit verliehen, damit sie alles
    ausführen, was ich dir aufgetragen habe:

    31:7 das Offenbarungszelt, die Lade für die Bundesurkunde, die Deckplatte
    darauf und alle Geräte des Zeltes,

    31:8 den Tisch mit seinen Geräten, den Leuchter aus reinem Gold mit allen
    seinen Geräten und den Rauchopferaltar,

    31:9 den Brandopferaltar mit allen seinen Geräten und das Becken mit
    seinem Gestell,

    31:10 die gewirkten Gewänder und die heiligen Gewänder des Priesters Aaron
    sowie die Gewänder seiner Söhne für den Priesterdienst,

    31:11 das Salböl und das duftende Räucherwerk für das Heiligtum. Sie
    sollen alles so ausführen, wie ich es dir befohlen habe.

    Die Feier des Sabbat: 31,12-17

    31:12 Der Herr sprach zu Mose:

    31:13 Sag den Israeliten: Ihr sollt meine Sabbate halten; denn das ist ein
    Zeichen zwischen mir und euch von Generation zu Generation, damit
    man erkennt, daß ich, der Herr, es bin, der euch heiligt.

    31:14 Darum haltet den Sabbat; denn er soll euch heilig sein. Wer ihn
    entweiht, soll mit dem Tod bestraft werden. Denn jeder, der an ihm
    eine Arbeit verrichtet, soll aus seinen Stammesgenossen ausgemerzt
    werden.

    31:15 Sechs Tage soll man arbeiten; der siebte Tag ist Sabbat, Ruhetag,
    heilig für den Herrn. Jeder, der am Sabbat arbeitet, soll mit dem
    Tod bestraft werden.
    20,9f; Dtn 5,12-14

    31:16 Die Israeliten sollen also den Sabbat halten, indem sie ihn von
    Generation zu Generation als einen ewigen Bund halten.

    31:17 Für alle Zeiten wird er ein Zeichen zwischen mir und den Israeliten
    sein. Denn in sechs Tagen hat der Herr Himmel und Erde gemacht; am
    siebten Tag ruhte er und atmete auf.
    Gen 2,2f

    Der Bruch des Bundes: das goldene Kalb:

    31:18 Nachdem der Herr zu Mose auf dem Berg Sinai alles gesagt hatte,
    übergab er ihm die beiden Tafeln der Bundesurkunde, steinerne
    Tafeln, auf die der Finger Gottes geschrieben hatte.

    32:1 Als das Volk sah, daß Mose noch immer nicht vom Berg herabkam,
    versammelte es sich um Aaron und sagte zu ihm: Komm, mach uns
    Götter, die vor uns herziehen. Denn dieser Mose, der Mann, der uns
    aus Ägypten heraufgebracht hat - wir wissen nicht, was mit ihm
    geschehen ist.
    1-35: Der Stier (im AT oft abwertend: Kalb) ist Sinnbild der Kraft
    und der Fruchtbarkeit. Darum werden in der Umwelt Israels die Götter
    oft in Stiergestalt oder mit Hörnern dargestellt. Als später Jerobea
    I. die Nordstämme von der Dynastie Davids und vom Kult in Jerusalem
    losreißt, läßt er in seinen Staatsheiligtümern Bet-El und Dan mit
    Gold überzogene Stierbilder aufstellen, die zunächst als Symbole für
    den Gott Israels gedacht waren, aber vom Volk bald als Bilder des
    Fruchtbarkeitsgottes Baal verehrt wurden (vgl. 1 Kön 12,26-33).

    32:2 Aaron antwortete: Nehmt euren Frauen, Söhnen und Töchtern die
    goldenen Ringe ab, die sie an den Ohren tragen, und bringt sie her!

    32:3 Da nahm das ganze Volk die goldenen Ohrringe ab und brachte sie zu
    Aaron.

    32:4 Er nahm sie von ihnen entgegen, zeichnete mit einem Griffel eine
    Skizze und goß danach ein Kalb. Da sagten sie: Das sind deine
    Götter, Israel, die dich aus Ägypten heraufgeführt haben.
    Er zeichnete eine Skizze: Die Bedeutung von H ist umstritten;
    andere Übersetzungsmöglichkeit: Er formte das Gold in einer Gußform
    und goß daraus . . .

    32:5 Als Aaron das sah, baute er vor dem Kalb einen Altar und rief aus:
    Morgen ist ein Fest zur Ehre des Herrn.

    32:6 Am folgenden Morgen standen sie zeitig auf, brachten Brandopfer dar
    und führten Tiere für das Heilsopfer herbei. Das Volk setzte sich
    zum Essen und Trinken und stand auf, um sich zu vergnügen.

    32:7 Da sprach der Herr zu Mose: Geh, steig hinunter, denn dein Volk, das
    du aus Ägypten heraufgeführt hast, läuft ins Verderben.

    32:8 Schnell sind sie von dem Weg abgewichen, den ich ihnen
    vorgeschrieben habe. Sie haben sich ein Kalb aus Metall gegossen und
    werfen sich vor ihm zu Boden. Sie bringen ihm Schlachtopfer dar und
    sagen: Das sind deine Götter, Israel, die dich aus Ägypten
    heraufgeführt haben.

    32:9 Weiter sprach der Herr zu Mose: Ich habe dieses Volk durchschaut:
    Ein störrisches Volk ist es.

    32:10 Jetzt laß mich, damit mein Zorn gegen sie entbrennt und sie
    verzehrt. Dich aber will ich zu einem großen Volk machen.

    32:11 Da versuchte Mose, den Herrn, seinen Gott, zu besänftigen, und
    sagte: Warum, Herr, ist dein Zorn gegen dein Volk entbrannt? Du hast
    es doch mit großer Macht und starker Hand aus Ägypten herausgeführt.

    32:12 Sollen etwa die Ägypter sagen können: In böser Absicht hat er sie
    herausgeführt, um sie im Gebirge umzubringen und sie vom Erdboden
    verschwinden zu lassen? Laß ab von deinem glühenden Zorn, und laß
    dich das Böse reuen, das du deinem Volk antun wolltest.

    32:13 Denk an deine Knechte, an Abraham, Isaak und Israel, denen du mit
    einem Eid bei deinem eigenen Namen zugesichert und gesagt hast: Ich
    will eure Nachkommen zahlreich machen wie die Sterne am Himmel, und:
    Dieses ganze Land, von dem ich gesprochen habe, will ich euren
    Nachkommen geben, und sie sollen es für immer besitzen.
    Gen 22,17; 26,4; 17,8

    32:14 Da ließ sich der Herr das Böse reuen, das er seinem Volk angedroht
    hatte.

    32:15 Mose kehrte um und stieg den Berg hinab, die zwei Tafeln der
    Bundesurkunde in der Hand, die Tafeln, die auf beiden Seiten
    beschrieben waren. Auf der einen wie auf der andern Seite waren sie
    beschrieben.

    32:16 Die Tafeln hatte Gott selbst gemacht, und die Schrift, die auf den
    Tafeln eingegraben war, war Gottes Schrift.

    32:17 Josua hörte das Lärmen und Schreien des Volkes und sagte zu Mose:
    Horch, Krieg ist im Lager.

    32:18 Mose antwortete: Nicht Siegesgeschrei, auch nicht Geschrei nach
    Niederlage ist das Geschrei, das ich höre.

    32:19 Als Mose dem Lager näher kam und das Kalb und den Tanz sah,
    entbrannte sein Zorn. Er schleuderte die Tafeln fort und
    zerschmetterte sie am Fuß des Berges.

    32:20 Dann packte er das Kalb, das sie gemacht hatten, verbrannte es im
    Feuer und zerstampfte es zu Staub. Den Staub streute er in Wasser
    und gab es den Israeliten zu trinken.

    32:21 Zu Aaron sagte Mose: Was hat dir dieses Volk getan, daß du ihm eine
    so große Schuld aufgeladen hast?

    32:22 Aaron erwiderte: Mein Herr möge sich doch nicht vom Zorn hinreißen
    lassen. Du weißt doch, wie böse das Volk ist.

    32:23 Sie haben zu mir gesagt: Mach uns Götter, die uns vorangehen. Denn
    dieser Mose, der Mann, der uns aus Ägypten heraufgeführt hat - wir
    wissen nicht, was mit ihm geschehen ist.

    32:24 Da habe ich zu ihnen gesagt: Wer Goldschmuck trägt, soll ihn
    ablegen. Sie haben mir das Gold übergeben, ich habe es ins Feuer
    geworfen, und herausgekommen ist dieses Kalb.

    32:25 Mose sah, wie verwildert das Volk war. Denn Aaron hatte es
    verwildern lassen, zur Schadenfreude ihrer Widersacher.

    32:26 Mose trat an das Lagertor und sagte: Wer für den Herrn ist, her zu
    mir! Da sammelten sich alle Leviten um ihn.

    32:27 Er sagte zu ihnen: So spricht der Herr, der Gott Israels: Jeder lege
    sein Schwert an. Zieht durch das Lager von Tor zu Tor! Jeder
    erschlage seinen Bruder, seinen Freund, seinen Nächsten.

    32:28 Die Leviten taten, was Mose gesagt hatte. Vom Volk fielen an jenem
    Tag gegen dreitausend Mann.

    32:29 Dann sagte Mose: Füllt heute eure Hände mit Gaben für den Herrn!
    Denn jeder von euch ist heute gegen seinen Sohn und seinen Bruder
    vorgegangen, und der Herr hat Segen auf euch gelegt.
    Die Hände mit Gaben füllen war ein Ritus der Priestereinsetzung.
    Die Priester mußten dabei Opfergaben in die Hände nehmen, die sie
    Gott darbrachten.

    32:30 Am folgenden Morgen sprach Mose zum Volk: Ihr habt eine große Sünde
    begangen. Jetzt will ich zum Herrn hinaufsteigen; vielleicht kann
    ich für eure Sünde Sühne erwirken.

    32:31 Mose kehrte zum Herrn zurück und sagte: Ach, dieses Volk hat eine
    große Sünde begangen. Götter aus Gold haben sie sich gemacht.

    32:32 Doch jetzt nimm ihre Sünde von ihnen! Wenn nicht, dann streich mich
    aus dem Buch, das du angelegt hast.

    32:33 Der Herr antwortete Mose: Nur den, der gegen mich gesündigt hat,
    streiche ich aus meinem Buch.

    32:34 Aber jetzt geh, führe das Volk, wohin ich dir gesagt habe. Mein
    Engel wird vor dir hergehen. Am Tag aber, an dem ich Rechenschaft
    verlange, werde ich über ihre Sünde mit ihnen abrechnen.

    32:35 Der Herr schlug das Volk mit Unheil, weil sie das Kalb gemacht
    hatten, das Aaron anfertigen ließ.
    gemacht, andere Übersetzungsmöglichkeit (nach den alten
    Übersetzungen): verehrt.

    33:1 Der Herr sprach zu Mose: Geh, zieh mit dem Volk, das du aus Ägypten
    heraufgeführt hast, fort von hier, in das Land hinauf, von dem ich
    Abraham, Isaak und Jakob mit einem Eid versichert habe: Deinen
    Nachkommen gebe ich es.

    33:2 Ich sende einen Engel, der dir vorangeht, und ich vertreibe die
    Kanaaniter, Amoriter, Hetiter, Perisiter, Hiwiter und Jebusiter.

    33:3 In ein Land, in dem Milch und Honig fließen, wirst du kommen. Ich
    selbst ziehe nicht in deiner Mitte hinauf, denn du bist ein
    störrisches Volk. Es könnte sonst geschehen, daß ich dich unterwegs
    vertilge.

    33:4 Als das Volk diese Drohung hörte, trauerten sie, und keiner legte
    seinen Schmuck an.

    33:5 Da sprach der Herr zu Mose: Sag zu den Israeliten: Ihr seid ein
    störrisches Volk. Wenn ich auch nur einen einzigen Augenblick mit
    dir zöge, müßte ich dir ein Ende machen. Jetzt aber leg deinen
    Schmuck ab! Dann will ich sehen, was ich mit dir tun kann.

    33:6 Da trugen die Israeliten keinen Schmuck mehr, vom Berg Horeb an.

    Die Erneuerung des Bundes: 33,7 - 34,35

    33:7 Mose nahm das Zelt und schlug es für sich außerhalb des Lagers auf,
    in einiger Entfernung vom Lager. Er nannte es Offenbarungszelt. Wenn
    einer den Herrn aufsuchen wollte, ging er zum Offenbarungszelt vor
    das Lager hinaus.

    33:8 Wenn Mose zum Zelt hinausging, erhob sich das ganze Volk. Jeder trat
    vor sein Zelt, und sie schauten Mose nach, bis er in das Zelt
    eintrat.

    33:9 Sobald Mose das Zelt betrat, ließ sich die Wolkensäule herab und
    blieb am Zelteingang stehen. Dann redete der Herr mit Mose.

    33:10 Wenn das ganze Volk die Wolkensäule am Zelteingang stehen sah,
    erhoben sich alle und warfen sich vor ihren Zelten zu Boden.

    33:11 Der Herr und Mose redeten miteinander Auge in Auge, wie Menschen
    miteinander reden. Wenn Mose aber dann ins Lager zurückging, wich
    sein Diener Josua, der Sohn Nuns, ein junger Mann, nicht vom Zelt.

    33:12 Mose sagte zum Herrn: Du sagst zwar zu mir: Führ dieses Volk hinauf!
    Du hast mich aber nicht wissen lassen, wen du mitschickst. Du hast
    doch gesagt: Ich kenne deinen Namen und habe dir meine Gnade
    geschenkt.

    33:13 Wenn ich aber wirklich deine Gnade gefunden habe, so laß mich doch
    deinen Weg wissen! Dann werde ich dich erkennen, und es wird sich
    bestätigen, daß ich deine Gnade gefunden habe. Sieh diese Leute an:
    Es ist doch dein Volk!

    33:14 Der Herr antwortete: Mein Angesicht wird mitgehen, bis ich dir Ruhe
    verschafft habe.

    33:15 Mose entgegnete dem Herrn: Wenn dein Angesicht nicht mitgeht, dann
    führ uns lieber nicht von hier hinauf!

    33:16 Woran soll man erkennen, daß ich zusammen mit deinem Volk deine
    Gnade gefunden habe? Doch wohl daran, daß du mit uns ziehst. Und
    dann werden wir, ich und dein Volk, vor allen Völkern auf der Erde
    ausgezeichnet werden.

    33:17 Der Herr erwiderte Mose: Auch das, was du jetzt verlangt hast, will
    ich tun; denn du hast nun einmal meine Gnade gefunden, und ich kenne
    dich mit Namen.

    33:18 Dann sagte Mose: Laß mich doch deine Herrlichkeit sehen!

    33:19 Der Herr gab zur Antwort: Ich will meine ganze Schönheit vor dir
    vorüberziehen lassen und den Namen des Herrn vor dir ausrufen. Ich
    gewähre Gnade, wem ich will, und ich schenke Erbarmen, wem ich will.

    33:20 Weiter sprach er: Du kannst mein Angesicht nicht sehen; denn kein
    Mensch kann mich sehen und am Leben bleiben.

    33:21 Dann sprach der Herr: Hier, diese Stelle da! Stell dich an diesen
    Felsen!

    33:22 Wenn meine Herrlichkeit vorüberzieht, stelle ich dich in den
    Felsspalt und halte meine Hand über dich, bis ich vorüber bin.

    33:23 Dann ziehe ich meine Hand zurück, und du wirst meinen Rücken sehen.
    Mein Angesicht aber kann niemand sehen.

    34:1 Weiter sprach der Herr zu Mose: Hau dir zwei steinerne Tafeln
    zurecht wie die ersten! Ich werde darauf die Worte schreiben, die
    auf den ersten Tafeln standen, die du zerschmettert hast.

    34:2 Halte dich für morgen früh bereit! Steig am Morgen auf den Sinai,
    und dort auf dem Gipfel des Berges stell dich vor mich hin!

    34:3 Niemand soll mit dir hinaufsteigen; auch soll sich kein Mensch auf
    dem ganzen Berg sehen lassen, und kein Schaf oder Rind soll am
    Abhang des Berges weiden.

    34:4 Da hieb Mose zwei Tafeln aus Stein zurecht wie die ersten. Am Morgen
    stand Mose zeitig auf und ging auf den Sinai hinauf, wie es ihm der
    Herr aufgetragen hatte. Die beiden steinernen Tafeln nahm er mit.

    34:5 Der Herr aber stieg in der Wolke herab und stellte sich dort neben
    ihn hin. Er rief den Namen Jahwe aus.

    34:6 Der Herr ging an ihm vorüber und rief: Jahwe ist ein barmherziger
    und gnädiger Gott, langmütig, reich an Huld und Treue:
    (6f) 20,5f; Num 14,18; Dtn 5,9f

    34:7 Er bewahrt Tausenden Huld, nimmt Schuld, Frevel und Sünde weg, läßt
    aber (den Sünder) nicht ungestraft; er verfolgt die Schuld der Väter
    an den Söhnen und Enkeln, an der dritten und vierten Generation.

    34:8 Sofort verneigte sich Mose bis zur Erde und warf sich zu Boden.

    34:9 Er sagte: Wenn ich deine Gnade gefunden habe, mein Herr, dann ziehe
    doch mein Herr mit uns. Es ist zwar ein störrisches Volk, doch
    vergib uns unsere Schuld und Sünde, und laß uns dein Eigentum sein!

    34:10 Da sprach der Herr: Hiermit schließe ich einen Bund: Vor deinem
    ganzen Volk werde ich Wunder wirken, wie sie auf der ganzen Erde und
    unter allen Völkern nie geschehen sind. Das ganze Volk, in dessen
    Mitte du bist, wird die Taten des Herrn sehen; denn was ich mit dir
    vorhabe, wird Furcht erregen.

    34:11 Halte dich an das, was ich dir heute auftrage. Ich werde die
    Amoriter, Kanaaniter, Hetiter, Perisiter, Hiwiter und Jebusiter vor
    dir vertreiben.

    34:12 Du hüte dich aber, mit den Bewohnern des Landes, in das du kommst,
    einen Bund zu schließen; sie könnten dir sonst, wenn sie in deiner
    Mitte leben, zu einer Falle werden.

    34:13 Ihre Altäre sollt ihr vielmehr niederreißen, ihre Steinmale
    zerschlagen, ihre Kultpfähle umhauen.

    34:14 Du darfst dich nicht vor einem andern Gott niederwerfen. Denn Jahwe
    trägt den Namen ®der Eifersüchtige¯; ein eifersüchtiger Gott ist er.

    34:15 Hüte dich, einen Bund mit den Bewohnern des Landes zu schließen.
    Sonst werden sie dich einladen, wenn sie mit ihren Göttern Unzucht
    treiben und ihren Göttern Schlachtopfer darbringen, und du wirst von
    ihren Schlachtopfern essen.

    34:16 Du wirst von ihren Töchtern für deine Söhne Frauen nehmen; sie
    werden mit ihren Göttern Unzucht treiben und auch deine Söhne zur
    Unzucht mit ihren Göttern verführen.

    34:17 Du sollst dir keine Götter aus Metall gießen.

    34:18 Du sollst das Fest der Ungesäuerten Brote halten. Im Monat Abib
    sollst du zur festgesetzten Zeit sieben Tage lang ungesäuertes Brot
    essen, wie ich es dir geboten habe. Denn im Monat Abib bist du aus
    Ägypten ausgezogen.
    23,15

    34:19 Das erste, was den Mutterschoß durchbricht, jeder männliche Erstling
    beim Vieh, bei deinen Rindern und Schafen, gehört mir.
    13,12f; 22,28f

    34:20 Den Erstling vom Esel aber sollst du durch ein Schaf auslösen.
    Willst du ihn nicht auslösen, dann brich ihm das Genick! Jeden
    Erstgeborenen deiner Söhne mußt du auslösen. Man soll vor mir nicht
    mit leeren Händen erscheinen.

    34:21 Sechs Tage sollst du arbeiten, am siebten Tag sollst du ruhen;
    selbst zur Zeit des Pflügens und des Erntens sollst du ruhen.
    20,9f; 23,12

    34:22 Du sollst das Wochenfest feiern, das Fest der Erstlingsfrüchte von
    der Weizenernte, und das Fest der Lese an der Jahreswende.

    34:23 Dreimal im Jahr sollen alle deine Männer vor dem Herrn, dem Gott
    Israels, erscheinen.

    34:24 Wenn ich die Völker vor dir vertrieben und deine Grenzen weiter
    vorgeschoben habe, wird niemand in dein Land einfallen, während du
    dreimal im Jahr hinaufziehst, um vor dem Herrn, deinem Gott, zu
    erscheinen.

    34:25 Beim Schlachten sollst du das Blut meines Opfers nicht über
    gesäuertes Brot fließen lassen, und vom Schlachttier des
    Paschafestes darf nichts bis zum Morgen liegenbleiben.
    23,18f

    34:26 Von den Erstlingsfrüchten deines Ackers sollst du die besten in das
    Haus des Herrn, deines Gottes, bringen. Das Junge einer Ziege sollst
    du nicht in der Milch seiner Mutter kochen.

    34:27 Dann sprach der Herr zu Mose: Schreib diese Worte auf! Denn aufgrund
    dieser Worte schließe ich mit dir und mit Israel einen Bund.

    34:28 Mose blieb dort beim Herrn vierzig Tage und vierzig Nächte. Er aß
    kein Brot und trank kein Wasser. Er schrieb die Worte des Bundes,
    die zehn Worte, auf Tafeln.

    34:29 Als Mose vom Sinai herunterstieg, hatte er die beiden Tafeln der
    Bundesurkunde in der Hand. Während Mose vom Berg herunterstieg,
    wußte er nicht, daß die Haut seines Gesichtes Licht ausstrahlte,
    weil er mit dem Herrn geredet hatte.

    34:30 Als Aaron und alle Israeliten Mose sahen, strahlte die Haut seines
    Gesichtes Licht aus, und sie fürchteten sich, in seine Nähe zu
    kommen.

    34:31 Erst als Mose sie rief, kamen Aaron und alle Sippenhäupter der
    Gemeinde zu ihm zurück, und Mose redete mit ihnen.

    34:32 Dann kamen alle Israeliten herbei, und er übergab ihnen alle Gebote,
    die der Herr ihm auf dem Sinai mitgeteilt hatte.

    34:33 Als Mose aufhörte, mit ihnen zu reden, legte er über sein Gesicht
    einen Schleier.

    34:34 Wenn Mose zum Herrn hineinging, um mit ihm zu reden, nahm er den
    Schleier ab, bis er wieder herauskam. Wenn er herauskam, trug er den
    Israeliten alles vor, was ihm aufgetragen worden war.

    34:35 Wenn die Israeliten das Gesicht des Mose sahen und merkten, daß die
    Haut seines Gesichtes Licht ausstrahlte, legte er den Schleier über
    sein Gesicht, bis er wieder hineinging, um mit dem Herrn zu reden.

    Ausführung der kultischen Anordnungen 35,1 - 40,38
    Das Gesetz über den Sabbat: 35,1-3

    35:1 Mose versammelte die ganze Gemeinde der Israeliten und sagte zu
    ihnen: Das ist es, was der Herr euch zu tun befohlen hat:

    35:2 Sechs Tage soll man arbeiten; der siebte Tag ist heilig, Sabbat,
    Ruhetag zur Ehre des Herrn. Jeder, der an ihm arbeitet, soll mit dem
    Tod bestraft werden.
    20,9f; 31,15; Dtn 5,12-14

    35:3 Am Sabbat sollt ihr in keiner eurer Wohnstätten Feuer anzünden.

    Die Spenden für das Heiligtum: 35,4-29

    35:4 Mose sagte zur ganzen Gemeinde der Israeliten: Der Herr hat
    folgendes befohlen:
    (4-29) 25,1-9

    35:5 Erhebt von euch eine Abgabe für den Herrn! Jeder, den sein Herz dazu
    bewegt, soll eine Abgabe für den Herrn bringen: Gold, Silber,
    Kupfer,

    35:6 violetten und roten Purpur, Karmesin, Byssus, Ziegenhaare,

    35:7 rötliche Widderfelle, Tahaschhäute und Akazienholz,

    35:8 Öl für den Leuchter, Balsam für das Salböl und für das duftende
    Räucherwerk,

    35:9 Karneolsteine und Ziersteine für Efod und Lostasche.

    35:10 Alle Sachverständigen unter euch sollen kommen und alles anfertigen,
    was der Herr angeordnet hat:

    35:11 die Wohnstätte, ihr Zelt und seine Decke, seine Haken, Bretter,
    Querlatten, Säulen und Sockel,

    35:12 die Lade und ihre Stangen, die Deckplatte und den Vorhang,

    35:13 den Tisch, seine Stangen, alle seine Geräte und die Schaubrote,

    35:14 den Leuchter mit seinen Geräten und Lampen sowie das Öl für den
    Leuchter,

    35:15 den Räucheraltar mit seinen Stangen, das Salböl, das duftende
    Räucherwerk und den Türvorhang für den Eingang der Wohnstätte,

    35:16 den Brandopferaltar, sein Gitter aus Kupfer, seine Stangen, all sein
    Gerät, das Becken und sein Gestell,

    35:17 die Behänge des Vorhofs, seine Säulen und Sockel sowie den Vorhang
    für das Tor des Vorhofs,

    35:18 die Zeltpflöcke der Wohnstätte und des Vorhofs mit ihren Stricken,

    35:19 die gewirkten Gewänder für den Dienst im Heiligtum, die heiligen
    Gewänder für den Priester Aaron und die Gewänder für seine Söhne zum
    Priesterdienst.

    35:20 Da ging die ganze Gemeinde der Israeliten weg von Mose;

    35:21 als sie wiederkamen, brachte jeder, den sein Herz bewog, und jeder,
    den sein Geist dazu antrieb, die Abgabe für den Herrn zur
    Herstellung des Offenbarungszeltes und für seinen gesamten Dienst
    und die heiligen Gewänder.

    35:22 Männer und Frauen kamen; alle brachten auf eigenen Antrieb hin
    Spangen, Nasenreife und Fingerringe, Halsketten, allerlei
    Goldgegenstände, jeder, der Gold für den Herrn als Weihegabe bringen
    wollte.

    35:23 Alle, die etwas an violettem und rotem Purpur, Karmesin, Byssus,
    Ziegenhaaren, rötlichen Widderfellen oder Tahaschhäuten bei sich
    fanden, brachten es.

    35:24 Alle, die eine Abgabe an Silber oder Kupfer leisten wollten,
    brachten die Abgabe für den Herrn; alle, die Akazienholz beschaffen
    konnten, geeignet für jede Bearbeitung, brachten es herbei.

    35:25 Alle Frauen, die sich auf Handarbeit verstanden, spannen und
    brachten das Gesponnene: violetten und roten Purpur, Karmesin und
    Byssus.

    35:26 Alle kunstfertigen Frauen, die sich angespornt fühlten, spannen
    Ziegenhaare.

    35:27 Die Sippenhäupter brachten Karneolsteine und Ziersteine für Efod und
    Lostasche,

    35:28 Balsam und Öl für den Leuchter, für das Salböl und für das duftende
    Räucherwerk.

    35:29 Alle Männer und Frauen, die ihr Herz dazu trieb, etwas zu
    irgendeiner Arbeit beizutragen, die der Herr durch Mose anzufertigen
    befohlen hatte, alle diese Israeliten brachten eine Spende für den
    Herrn.

    Die Beauftragung von Künstlern und Handwerkern: 35,30 - 36,7

    35:30 Dann sagte Mose zu den Israeliten: Seht, der Herr hat Bezalel, den
    Sohn Uris, des Sohnes Hurs, vom Stamm Juda, beim Namen gerufen
    (30-35) 31,1-11

    35:31 und ihn mit dem Geist Gottes erfüllt, mit Weisheit, Klugheit und
    Kenntnis für jegliche Arbeit,

    35:32 Pläne zu entwerfen und sie in Gold, Silber und Kupfer auszuführen

    35:33 und durch Schneiden und Fassen von Steinen und durch Schnitzen von
    Holz allerlei Kunstwerke herzustellen.

    35:34 Auch hat er ihm und Oholiab, dem Sohn Ahisamachs, vom Stamm Dan, die
    Gabe verliehen, andere zu lehren.

    35:35 Er hat sie erfüllt mit Kunstsinn zum Ausführen jeder Arbeit eines
    Steinschneiders, eines Kunstwebers und eines Buntwirkers in
    violettem und rotem Purpur, Karmesin und Byssus sowie eines Webers.
    Sie können alle Arbeiten ausführen und die Pläne dazu entwerfen.

    36:1 Bezalel und Oholiab und alle kunstverständigen Männer, denen der
    Herr Weisheit und Klugheit zum Entwerfen und Ausführen der ganzen
    Arbeiten für den Dienst am Heiligtum gegeben hat, sollen alles tun,
    was der Herr angeordnet hat.

    36:2 Mose berief also Bezalel, Oholiab und alle kunstverständigen Männer,
    denen der Herr Weisheit in ihr Herz gegeben hatte, jeden, den sein
    Herz antrieb, sich ans Werk zu machen und es durchzuführen.

    36:3 Sie nahmen von Mose alle Abgaben entgegen, die die Israeliten
    gebracht hatten, damit die Arbeiten für den Dienst am Heiligtum
    ausgeführt werden könnten. Man brachte ihm auch weiterhin Morgen für
    Morgen Spenden.

    36:4 Alle Kunstverständigen, die alle Arbeiten für das Heiligtum
    ausführten, kamen aber - jeder von seiner Arbeit, die er gerade
    verrichtete -

    36:5 und sagten zu Mose: Das Volk bringt mehr, als man für die Arbeit
    benötigt, die der Herr auszuführen befahl.

    36:6 Da erließ Mose einen Befehl und ließ im Lager ausrufen: Weder Mann
    noch Frau soll sich weiterhin um eine Abgabe für das Heiligtum
    bemühen. So bewog man das Volk, nichts mehr zu bringen.

    36:7 Es war Material mehr als genug vorhanden, um alle Arbeiten
    durchzuführen.

    Die Ausstattung des Heiligtums: 36,8 - 38,31

    36:8 Die Kunstverständigen unter den Arbeitern verfertigten die
    Wohnstätte aus zehn Zelttüchern: aus gezwirntem Byssus, violettem
    und rotem Purpur und Karmesin, mit Kerubimfiguren; als
    Kunstweberarbeit machten sie es.
    (8-13) 26,1-6

    36:9 Ein Zelttuch war achtundzwanzig Ellen lang und vier Ellen breit;
    alle Zelttücher hatten dasselbe Maß.

    36:10 Er fügte jeweils fünf Zelttücher aneinander.

    36:11 Dann machte er Schleifen aus violettem Purpur am Rand des einen
    Zelttuchs, das das Ende des zusammengefügten Stückes bildete; ebenso
    machte er es am Rande des letzten Zelttuchs des anderen
    zusammengefügten Stückes.

    36:12 Fünfzig Schleifen brachte er an dem einen Zelttuch an und fünfzig
    Schleifen am Zelttuchende des zweiten zusammengefügten Stückes; die
    Schleifen entsprachen einander.

    36:13 Dann machte er fünfzig Goldhaken und verband die Zelttücher mit den
    Haken, eines mit dem andern; so wurde die Wohnstätte ein Ganzes.

    36:14 Er machte Decken aus Ziegenhaar für das Zelt über der Wohnstätte;
    elf Decken stellte er her.
    (14-19) 26,7-14

    36:15 Eine Decke war dreißig Ellen lang und vier Ellen breit; die elf
    Decken hatten dasselbe Maß.

    36:16 Er verband fünf Decken zu einem Stück und sechs Decken zu einem
    Stück.

    36:17 Er machte fünfzig Schleifen am Saum der Decke, die das Ende des
    einen zusammengesetzten Stückes bildete, und ebenso fünfzig
    Schleifen am Saum der Decke, welche das Ende des anderen
    zusammengesetzten Stückes bildete.

    36:18 Er fertigte fünfzig Kupferhaken an, um das Zelt zusammenzusetzen,
    damit es ein Ganzes ergäbe.

    36:19 Schließlich machte er für das Zelt eine Decke aus rötlichen
    Widderfellen und darüber eine Decke aus Tahaschhäuten.

    36:20 Er machte für die Wohnstätte Bretter aus Akazienholz zum Aufstellen.
    (20-30) 26,15-25

    36:21 Jedes Brett war zehn Ellen lang und anderthalb Ellen breit;

    36:22 jedes Brett wurde durch zwei Zapfen mit dem nächsten verbunden. So
    machte er es mit allen Brettern der Wohnstätte.

    36:23 An Brettern für die Wohnstätte verfertigte er zwanzig für die
    Südseite.

    36:24 Er stellte vierzig Sockel aus Silber als Unterlage für die zwanzig
    Bretter her: je zwei Sockel als Unterlage eines Brettes für seine
    beiden Zapfen.

    36:25 Für die zweite Seite der Wohnstätte, die Nordseite, machte er
    ebenfalls zwanzig Bretter

    36:26 und vierzig Sockel aus Silber, je zwei Sockel als Unterlage eines
    Brettes.

    36:27 Für die Rückseite der Wohnstätte, die Westseite, verfertigte er
    sechs Bretter,

    36:28 und zwei Bretter stellte er für die Eckstücke an der Rückseite der
    Wohnstätte her.

    36:29 Sie entsprachen einander und reichten von unten bis oben, zum ersten
    Ring. So machte er es mit den beiden Brettern, die die beiden
    Eckstücke bildeten.

    36:30 Es waren also acht Bretter und sechzehn Sockel aus Silber vorhanden:
    je zwei Sockel als Unterlage für ein Brett.

    36:31 Er verfertigte Querlatten aus Akazienholz, fünf für die Bretter auf
    der einen Seite der Wohnstätte,
    (31-34) 26,26-30

    36:32 fünf für die Bretter auf der zweiten Seite der Wohnstätte und fünf
    für die Bretter der Rückseite der Wohnstätte, der Westseite.

    36:33 Er brachte die mittlere Querlatte in der Mitte der Bretter an; sie
    reichte von einem Ende zum andern.

    36:34 Er überzog die Bretter mit Gold und machte Ringe aus Gold, die die
    Querlatten aufnahmen; auch die Querlatten überzog er mit Gold.

    36:35 Er machte einen Vorhang aus violettem und rotem Purpur, Karmesin und
    gezwirntem Byssus; er machte ihn in Kunstweberarbeit, mit
    Kerubimfiguren.
    (35-38) 26,31-37

    36:36 Er machte für ihn vier Akaziensäulen, überzog sie mit Gold - auch
    die Nägel waren aus Gold - und goß für sie vier Sockel aus Silber.

    36:37 Für den Eingang des Zeltes machte er einen Vorhang aus violettem und
    rotem Purpur, Karmesin und gezwirntem Byssus in Buntwirkerarbeit

    36:38 sowie seine fünf Säulen mit ihren Nägeln und überzog ihre Kapitelle
    und ihre Querstangen mit Gold; ihre fünf Sockel waren aus Kupfer.

    37:1 Dann machte Bezalel die Lade aus Akazienholz, zweieinhalb Ellen
    lang, anderthalb Ellen breit und anderthalb Ellen hoch.
    (1-9) 25,10-22

    37:2 Er überzog sie innen und außen mit purem Gold und brachte daran
    ringsherum eine Goldleiste an.

    37:3 Er goß für sie vier Goldringe und befestigte sie an ihren vier
    Füßen, zwei Ringe an der einen Seite und zwei Ringe an der anderen
    Seite.

    37:4 Er fertigte Stangen aus Akazienholz an und überzog sie mit Gold.

    37:5 Er steckte die Stangen durch die Ringe an den Seiten der Lade, so
    daß man damit die Lade tragen konnte.

    37:6 Er verfertigte auch eine Deckplatte aus purem Gold, zweieinhalb
    Ellen lang und anderthalb Ellen breit.

    37:7 Er machte zwei Kerubim aus getriebenem Gold und arbeitete sie aus
    den beiden Enden der Deckplatte heraus,

    37:8 und zwar einen Kerub an dem einen Ende und einen Kerub an dem andern
    Ende der Deckplatte; er arbeitete die Kerubim an ihren beiden Enden
    heraus.

    37:9 Die Kerubim breiteten ihre Flügel nach oben aus; mit ihren Flügeln
    beschirmten sie die Deckplatte, und sie wandten ihre Gesichter
    einander zu; die Gesichter waren der Deckplatte zugewandt.

    37:10 Er fertigte auch den Tisch aus Akazienholz an, zwei Ellen lang, eine
    Elle breit und anderthalb Ellen hoch.
    (10-16) 25,23-30

    37:11 Er überzog ihn mit purem Gold und brachte daran ringsherum eine
    Goldleiste an.

    37:12 Er machte ihm ringsherum eine handbreite Einfassung und verfertigte
    um diese Einfassung eine goldene Leiste.

    37:13 Er goß für ihn vier Goldringe und befestigte die Ringe an den vier
    Ecken, die von seinen vier Füßen gebildet wurden.

    37:14 Die Ringe waren dicht unter der Einfassung, so daß sie die Stangen
    aufnahmen und man den Tisch tragen konnte.

    37:15 Er machte die Stangen aus Akazienholz und überzog sie mit Gold, so
    daß man den Tisch tragen konnte.

    37:16 Dazu machte er die Geräte, die auf dem Tisch stehen sollten: seine
    Schüsseln, Schalen, Kannen und Krüge für die Trankopfer - alles aus
    purem Gold.

    37:17 Er machte den Leuchter aus purem Gold. Der Leuchter, sein Gestell
    und sein Schaft, seine Kelche, Knospen und Blüten waren aus einem
    Stück getrieben.
    (17-24) 25,31-39

    37:18 Von seinen Seiten gingen sechs Arme aus, drei Leuchterarme auf der
    einen Seite und drei Leuchterarme auf der anderen Seite.

    37:19 Der erste Arm wies drei mandelblütenförmige Kelche auf mit je einer
    Knospe und einer Blüte, und der zweite Arm wies drei
    mandelblütenförmige Kelche auf mit je einer Knospe und einer Blüte;
    so alle sechs Arme, die von dem Leuchter ausgingen.

    37:20 An dem Leuchter waren vier mandelblütenförmige Kelche, Knospen und
    Blüten:

    37:21 je eine Knospe unten zwischen zwei Armen, entsprechend den sechs
    Armen, die vom Leuchter ausgingen.

    37:22 Die Knospen und Arme bildeten mit dem Schaft ein Ganzes; das Ganze
    war ein Stück aus getriebenem purem Gold.

    37:23 Dann machte er auch für den Leuchter die sieben Lampen, seine
    Dochtscheren und Pfannen aus purem Gold.

    37:24 Aus einem Talent puren Goldes machte er den Leuchter und alle
    dazugehörenden Geräte.

    37:25 Auch machte er den Räucheraltar aus Akazienholz, eine Elle lang,
    eine Elle breit - also quadratisch - und zwei Ellen hoch; seine
    Hörner bildeten mit ihm eine Einheit.
    (25-28) 30,1-10

    37:26 Er überzog ihn mit purem Gold, seine Platte, seine Wände ringsum und
    seine Hörner, und brachte an ihm ringsum eine Goldleiste an.

    37:27 Er machte für ihn zwei Paar Goldringe und befestigte sie unterhalb
    der Leiste an seinen beiden Seiten, seinen Seitenwänden, zum
    Aufnehmen der Stangen, so daß man ihn damit tragen konnte.

    37:28 Er machte die Stangen aus Akazienholz und überzog sie mit Gold.

    37:29 Er bereitete auch das heilige Salböl und das reine duftende
    Räucherwerk, wie Salbenmischer sie zubereiten.
    30,22-33

    38:1 Dann machte er den Brandopferaltar aus Akazienholz, fünf Ellen lang,
    fünf Ellen breit - also quadratisch - und drei Ellen hoch.
    (1-7) 27,1-8

    38:2 Er machte ihm Hörner an seinen vier Ecken - seine Hörner bildeten
    mit ihm ein Ganzes - und überzog ihn mit Kupfer.

    38:3 Er stellte auch alle Altargeräte her: die Gefäße, die Schaufeln, die
    Schalen, die Gabeln und die Feuerpfannen. Alle seine Geräte stellte
    er aus Kupfer her.

    38:4 Er machte auch für den Altar ein Gitterwerk, ein Netzgitter aus
    Kupfer, unterhalb der Einfassung bis zu seiner halben Höhe.

    38:5 Dann goß er vier Ringe an die vier Enden des kupfernen Gitterwerkes
    zum Aufnehmen der Stangen.

    38:6 Er verfertigte die Stangen aus Akazienholz und überzog sie mit
    Kupfer.

    38:7 Er steckte die Stangen in die Ringe an den Seiten des Altars, so daß
    man ihn damit tragen konnte; er machte ihn hohl, aus Brettern.

    38:8 Er machte das Becken und sein Gestell aus Kupfer, und zwar aus den
    Spiegeln der Frauen, die am Eingang des Offenbarungszeltes Dienst
    taten.

    38:9 Dann machte er den Vorhof: für die südliche Längsseite Vorhofbehänge
    aus gezwirntem Byssus, hundert Ellen.
    (9-20) 27,9-19

    38:10 Ihre zwanzig Säulen und deren zwanzig Sockel waren aus Kupfer, die
    Nägel der Säulen und ihre Querstangen waren aus Silber.

    38:11 Für die nördliche Längsseite hundert Ellen Behänge; ihre zwanzig
    Säulen und deren zwanzig Sockel waren aus Kupfer; die Nägel der
    Säulen und ihre Querstangen waren aus Silber.

    38:12 Für die Westseite fünfzig Ellen Behänge, ihre zehn Säulen und deren
    zehn Sockel; die Nägel der Säulen und ihre Querstangen waren aus
    Silber.

    38:13 Für die Vorderseite, gegen Osten hin, fünfzig Ellen Behänge,

    38:14 und zwar fünfzehn Ellen Behänge für die eine Seitenwand mit den drei
    Säulen und den drei Sockeln,

    38:15 ebenso für die andere Seitenwand. So waren beiderseits des
    Vorhoftores fünfzehn Ellen Behänge mit den drei Säulen und den drei
    Sockeln.

    38:16 Alle Behänge des Vorhofs ringsum bestanden aus gezwirntem Byssus.

    38:17 Die Sockel der Säulen waren aus Kupfer, die Nägel der Säulen und
    ihre Querstangen aus Silber, der Überzug ihrer Kapitelle aus Silber.
    Alle Säulen des Vorhofs hatten Querstangen aus Silber.
    Der letzte Satz des Verses ist in H unklar.

    38:18 Für das Tor des Vorhofs machte er einen Vorhang: Er war
    Buntwirkerarbeit aus violettem und rotem Purpur, Karmesin und
    gezwirntem Byssus, zwanzig Ellen breit und fünf Ellen hoch,
    entsprechend den übrigen Behängen des Vorhofs.

    38:19 Ihre vier Säulen und deren vier Sockel waren aus Kupfer, ihre Nägel
    aus Silber und auch der Überzug ihrer Kapitelle und ihre Querstangen
    aus Silber.

    38:20 Alle Zeltpflöcke für die Wohnstätte und den Vorhof ringsum waren aus
    Kupfer.

    38:21 Das ist die Veranlagung zugunsten der Wohnstätte, der Stätte der
    Bundesurkunde; diese Veranlagung hatte Mose den Leviten unter dem
    Priester Itamar, dem Sohn Aarons, übertragen.
    (21-26) 30,11-16

    38:22 Bezalel, der Sohn Uris, des Sohnes Hurs, vom Stamm Juda, führte
    alles aus, was der Herr dem Mose befohlen hatte.

    38:23 Mit Oholiab, dem Sohn Ahisamachs, vom Stamm Dan, als Steinschneider,
    Kunstweber und Buntwirker des violetten und roten Purpurs, des
    Karmesins und des Byssus führte er alles aus.

    38:24 Das gesamte Gold, das man für alle Arbeiten zur Errichtung des
    Heiligtums verwendete - es war das Gold der Weihegaben -, wog 29
    Talente und 730 Schekel, und zwar nach dem Schekelgewicht des
    Heiligtums.

    38:25 Das Silber betrug aufgrund der Veranlagung der Gemeinde 100 Talente
    und 1775 Schekel, und zwar nach dem Schekelgewicht des Heiligtums,

    38:26 einen Halbschekel für jede Person, also die Hälfte eines Schekels,
    und zwar nach dem Schekelgewicht des Heiligtums, für jeden von
    zwanzig Jahren und darüber, der zur Veranlagung vortreten mußte,
    also für 603550 Mann.

    38:27 Verwendet wurden 100 Talente Silber zum Guß der Sockel des
    Heiligtums und der Sockel der Behänge, 100 Talente für 100 Sockel,
    also ein Talent für einen Sockel.

    38:28 Aus 1775 Schekel machte er die Nägel für die Säulen, überzog die
    Kapitelle und verband sie miteinander.

    38:29 Das Kupfer der Weihegaben betrug 70 Talente und 2400 Schekel.

    38:30 Daraus machte er die Sockel für den Eingang des Offenbarungszeltes,
    den kupfernen Altar samt seinem kupfernen Gitterwerk und alle
    Altargeräte

    38:31 sowie die Sockel für den Vorhof ringsum, die Torsockel des Vorhofs,
    alle Zeltpflöcke der Wohnstätte und alle Zeltpflöcke des Vorhofs
    ringsum.

    Die Anfertigung der Priestergewänder: 39,1-31

    39:1 Aus violettem und rotem Purpur und aus Karmesin verfertigten sie die
    gewirkten Gewänder für den Dienst im Heiligtum und verfertigten die
    heiligen Gewänder für Aaron, wie es der Herr dem Mose befohlen
    hatte.
    (1-31) 28,1-43

    39:2 Sie stellten das Efod her aus Gold, violettem und rotem Purpur,
    Karmesin und gezwirntem Byssus.

    39:3 Sie schlugen goldene Plättchen breit, schnitten sie in Fäden, um sie
    zwischen violettem und rotem Purpur, Karmesin und Byssus als
    Kunstweberarbeit einzuwirken.

    39:4 Für das Efod machten sie miteinander verbundene Schulterstücke und
    befestigten sie an ihren beiden Enden.

    39:5 Eine Efodschärpe daran bildete mit ihm ein einziges Stück und war
    von derselben Machart, aus Gold, violettem und rotem Purpur,
    Karmesin und gezwirntem Byssus, wie es der Herr dem Mose befohlen
    hatte.

    39:6 Sie bearbeiteten die in Goldfassungen eingesetzten Karneolsteine und
    schnitten nach Siegelart die Namen der Söhne Israels ein.

    39:7 Man setzte sie dann auf die Schulterstücke des Efod als Steine, die
    den Herrn an die Israeliten erinnern, wie es der Herr dem Mose
    befohlen hatte.

    39:8 Die Lostasche verfertigte man als Kunstweberarbeit wie das Efod, aus
    Gold, violettem und rotem Purpur, Karmesin und gezwirntem Byssus.

    39:9 Sie machten die Lostasche quadratisch, zusammengefaltet, eine Spanne
    lang und eine Spanne breit.

    39:10 Sie besetzten sie mit Edelsteinen in vier Reihen: die erste Reihe
    mit Rubin, Topas und Smaragd,

    39:11 die zweite Reihe mit Karfunkel, Saphir und Jaspis,

    39:12 die dritte Reihe mit Achat, Hyazinth und Amethyst,

    39:13 die vierte Reihe mit Chrysolith, Karneol und Onyx; sie waren in Gold
    gefaßt.

    39:14 Die Steine lauteten auf die Namen der Söhne Israels, zwölf auf ihre
    Namen - in Siegelgravierung. Jeder lautete auf den Namen eines der
    zwölf Stämme.

    39:15 Sie befestigten an der Lostasche schnurartige, gedrehte Kettchen aus
    purem Gold.

    39:16 Sie machten zwei goldene Einfassungen und zwei Goldringe und
    befestigten die beiden Ringe an den beiden Enden der Lostasche.

    39:17 Die beiden goldenen Schnüre verbanden sie mit den beiden Ringen an
    den Enden der Lostasche;

    39:18 die zwei anderen Enden der Schnüre befestigten sie an den beiden
    Einfassungen und hängten sie an die Vorderseite der Schulterstücke
    des Efod.

    39:19 Sie machten noch zwei Goldringe und befestigten sie an den beiden
    Enden der Lostasche, und zwar am inneren Rand, der dem Efod
    zugekehrt ist.

    39:20 Sie machten zwei weitere Goldringe und befestigten sie unten an den
    beiden Schulterstücken des Efod, und zwar an der Vorderseite, nahe
    ihrer Naht, aber oberhalb der Efodschärpe.

    39:21 Sie banden die Lostasche mit ihren Ringen an die Ringe des Efod mit
    einer violetten Purpurschnur, so daß sie über der Efodschärpe blieb
    und sich die Lostasche nicht vom Efod verschob, wie es der Herr dem
    Mose befohlen hatte.

    39:22 Er machte den Efodmantel als Weberarbeit gänzlich aus violettem
    Purpur.

    39:23 In seiner Mitte war die Mantelöffnung, wie die Öffnung eines
    Panzerhemds; die Öffnung hatte ringsum einen gewebten unzerreißbaren
    Rand.

    39:24 An seinem unteren Saum machten sie Granatäpfel aus violettem und
    rotem Purpur und aus gezwirntem Karmesin.

    39:25 Sie machten Glöckchen aus reinem Gold und befestigten die Glöckchen
    zwischen den Granatäpfeln am Saum des Mantels, ringsum zwischen den
    Granatäpfeln:

    39:26 ein Glöckchen und ein Granatapfel abwechselnd ringsum am Saum des
    Mantels für den Dienst, wie es der Herr dem Mose befohlen hatte.

    39:27 Danach machten sie die Leibröcke aus Byssus als Weberarbeit für
    Aaron und seine Söhne,

    39:28 den Turban aus Byssus, den Schmuck der Kopfbünde aus Byssus, die
    leinenen Beinkleider aus gezwirntem Byssus

    39:29 und den Gürtel aus gezwirntem Byssus, violettem und rotem Purpur und
    Karmesin, als Buntwirkerarbeit, wie es der Herr dem Mose befohlen
    hatte.

    39:30 Sie machten eine Rosette aus purem Gold, das heilige Diadem, und
    brachten darauf die Inschrift nach Art der Siegelgravierung an:
    Heilig dem Herrn.

    39:31 Sie befestigten sie an einer Schnur aus violettem Purpur, um sie
    oben am Turban anzubringen, wie es der Herr dem Mose befohlen hatte.

    Der Abschluß der Arbeiten: 39,32-43

    39:32 So wurde das ganze Werk für die Wohnstätte des Offenbarungszeltes
    vollendet; die Israeliten taten genau so, wie es der Herr dem Mose
    befohlen hatte. So machten sie es.

    39:33 Sie brachten die Wohnstätte zu Mose: das Zelt mit allen seinen
    Geräten, seinen Haken, Brettern, Querlatten, Säulen und Sockeln,

    39:34 die Decke aus rötlichen Widderfellen, die Decke aus Tahaschhäuten
    und die Vorhangdecke,

    39:35 die Lade der Bundesurkunde mit ihren Stangen und der Deckplatte,

    39:36 den Tisch und alle dazugehörigen Geräte sowie die Schaubrote,

    39:37 den Leuchter aus purem Gold, seine Lampen - die Lampen der Reihe
    nach aufgestellt - und alle seine Geräte sowie das Öl für den
    Leuchter,

    39:38 den goldenen Altar, das Salböl, das duftende Räucherwerk und den
    Vorhang für den Eingang des Zeltes,

    39:39 den kupfernen Altar und das zugehörige kupferne Gitterwerk mit
    seinen Stangen und allen seinen Geräten, das Becken und sein
    Gestell,

    39:40 die Behänge des Vorhofs, seine Säulen und Sockel sowie den Vorhang
    für das Tor des Vorhofs, seine Schnüre und Zeltpflöcke und alle
    Geräte für den Dienst an der Wohnstätte, am Offenbarungszelt,

    39:41 die gewirkten Gewänder für den Dienst im Heiligtum, die heiligen
    Gewänder für den Priester Aaron und die Gewänder seiner Söhne für
    den Priesterdienst.

    39:42 Genau so, wie es der Herr dem Mose befohlen hatte, führten die
    Israeliten die gesamte Arbeit aus.

    39:43 Mose besichtigte das ganze Werk: Sie hatten es gemacht, wie der Herr
    es befohlen hatte. So hatten sie es gemacht, und Mose segnete sie.

    Die Weihe des Heiligtums: 40,1-38

    40:1 Der Herr sprach zu Mose:

    40:2 Am ersten Tag des ersten Monats sollst du die Wohnstätte des
    Offenbarungszeltes aufstellen.

    40:3 Stell die Lade der Bundesurkunde hinein, und verdeck die Lade durch
    den Vorhang!

    40:4 Bring den Tisch hinein, und leg seine Ausrüstung zurecht; stell den
    Leuchter auf, und setz seine Lampen auf!

    40:5 Stell den goldenen Räucheraltar vor die Lade der Bundesurkunde, und
    häng den Vorhang vor den Eingang der Wohnstätte!

    40:6 Errichte den Brandopferaltar vor dem Eingang der Wohnstätte, des
    Offenbarungszeltes!

    40:7 Das Becken stell zwischen das Offenbarungszelt und den Altar, und
    gieß Wasser hinein!

    40:8 Errichte den Vorhof ringsum, und häng den Vorhang an das Tor des
    Vorhofs!

    40:9 Nimm das Salböl, und salbe die Wohnstätte und alles, was in ihr ist.
    Weihe sie mit allen ihren Geräten! So wird sie heilig sein.

    40:10 Salbe auch den Brandopferaltar mit all seinen Geräten, und weihe den
    Altar! So wird der Altar hochheilig sein.

    40:11 Salbe das Becken mit seinem Gestell, und weihe es!

    40:12 Dann laß Aaron und seine Söhne zum Eingang des Offenbarungszeltes
    herantreten, und wasche sie mit Wasser!

    40:13 Bekleide Aaron mit den heiligen Gewändern, salbe und weihe ihn,
    damit er mir als Priester dient.

    40:14 Dann laß seine Söhne herantreten und bekleide sie mit Leibröcken;

    40:15 salbe sie, wie du ihren Vater gesalbt hast, damit sie mir als
    Priester dienen. Ihre Salbung soll ihnen ein immerwährendes
    Priestertum sichern von Generation zu Generation.

    40:16 Mose tat es. Er machte alles, wie es der Herr ihm befohlen hatte.

    40:17 Im zweiten Jahr, am ersten Tag des ersten Monats, stellte man die
    Wohnstätte auf.

    40:18 Mose stellte die Wohnstätte auf, legte ihre Sockel hin, setzte ihre
    Bretter darauf, brachte ihre Querlatten an und stellte ihre Säulen
    auf.

    40:19 Dann spannte er das Zelt über die Wohnstätte und legte die Decke des
    Zeltes darüber, wie es der Herr dem Mose befohlen hatte.

    40:20 Dann nahm er die Bundesurkunde, legte sie in die Lade, brachte die
    Stangen an der Lade an und setzte die Deckplatte oben auf die Lade.

    40:21 Er brachte die Lade in die Wohnstätte, spannte die Vorhangdecke auf
    und verdeckte so die Lade der Bundesurkunde, wie es der Herr dem
    Mose befohlen hatte.

    40:22 Er stellte den Tisch in das Offenbarungszelt, an die Nordseite der
    Wohnstätte, vor den Vorhang.

    40:23 Darauf schichtete er die Brote vor dem Herrn auf, wie es der Herr
    dem Mose befohlen hatte.

    40:24 Er stellte den Leuchter in das Offenbarungszelt, dem Tisch
    gegenüber, an die Südseite der Wohnstätte.

    40:25 Er setzte die Lampen vor dem Herrn auf, wie es der Herr dem Mose
    befohlen hatte.

    40:26 Dann stellte er den goldenen Altar in das Offenbarungszelt vor den
    Vorhang.

    40:27 Er ließ auf ihm duftendes Räucherwerk verbrennen, wie es der Herr
    dem Mose befohlen hatte.

    40:28 Dann hängte er den Vorhang an den Eingang der Wohnstätte.

    40:29 Den Brandopferaltar stellte er an den Eingang der Wohnstätte, des
    Offenbarungszeltes, und brachte auf ihm das Brand- und Speiseopfer
    dar, wie es der Herr dem Mose befohlen hatte.

    40:30 Er stellte das Becken zwischen das Offenbarungszelt und den Altar
    und goß Wasser zum Waschen hinein.

    40:31 Darin wuschen Mose, Aaron und seine Söhne ihre Hände und Füße.

    40:32 Wenn sie in das Offenbarungszelt eintraten oder sich dem Altar
    näherten, wuschen sie sich, wie es der Herr dem Mose befohlen hatte.

    40:33 Er errichtete den Vorhof um die Wohnstätte und den Altar und ließ
    den Vorhang am Tor des Vorhofs aufhängen. So vollendete Mose das
    Werk.

    40:34 Dann verhüllte die Wolke das Offenbarungszelt, und die Herrlichkeit
    des Herrn erfüllte die Wohnstätte.

    40:35 Mose konnte das Offenbarungszelt nicht betreten, denn die Wolke lag
    darauf, und die Herrlichkeit des Herrn erfüllte die Wohnstätte.

    40:36 Immer, wenn die Wolke sich von der Wohnstätte erhob, brachen die
    Israeliten auf, solange ihre Wanderung dauerte.

    40:37 Wenn sich aber die Wolke nicht erhob, brachen sie nicht auf, bis zu
    dem Tag, an dem sie sich erhob.

    40:38 Bei Tag schwebte über der Wohnstätte die Wolke des Herrn, bei Nacht
    aber war an ihr Feuer vor den Augen des ganzen Hauses Israel,
    solange ihre Wanderung dauerte.
    Das Buch Levitikus

    E-1 Das Buch trägt in der griechischen und lateinischen Bibel den
    Namen Levitikus, weil es fast ganz aus Vorschriften für den Kult und
    für die Priester aus dem Stamm Levi besteht. Die Juden nennen es nac
    den Anfangsworten Wajjiqr  (Und er rief). Das ganze Buch gehört der
    priesterlichen Überlieferungsschicht (P) an. Es enthält nur zwei
    kurze erzählende Abschnitte: über den Tod der Aaron-Söhne Nadab und
    Abihu (10,1-5) und über die Steinigung eines Gotteslästerers (24,10-
    15). Die Vorschriften dieses Buches werden so in die
    Geschichtsdarstellung des Pentateuch eingefügt, daß sie als
    Anordnungen Gottes während des Sinai-Aufenthalts erscheinen.

    E-2 Die Gliederung des Stoffes ist nicht leicht überschaubar. Lev 8 -
    10 greift auf Ex 40 (Einsetzung der Priester aus dem Stamm Levi)
    zurück. In Kap. 1 - 7 stehen Anweisungen für verschiedene Opfer; in
    Kap. 11 - 15 folgen Vorschriften über die kultische Reinheit; Kap. 1
    ist das Ritual für den Versöhnungstag. In Kap. 17 - 26 folgt das
    sogenannte Heiligkeitsgesetz, eine Gesetzessammlung, die in ihrem
    Grundbestand alte Vorschriften ethischer und kultischer Art enthält
    und wie altorientalische Gesetzbücher mit Segenszusagen und
    Fluchandrohungen schließt. Ein Nachtrag (Kap. 27) regelt die Ablösun
    von Gelübden und Zehnten durch Geld.

    E-3 Dieser ganze Stoff wurde erst nach dem Babylonischen Exil in
    seine jetzige Gestalt gebracht; das Buch enthält aber vieles, was
    bereits lange in der Praxis der Priester und in der zur Unterweisung
    der Priester dienenden Tradition vorlag. Das alles wird unter die
    Autorität des Mose und des Bundesgesetzes vom Sinai gestellt und
    daher Mose in den Mund gelegt.

    E-4 Die für uns teilweise befremdlichen Riten und Vorschriften, die
    die sogenannte kultische Reinheit regeln und die Heiligkeit Israels
    garantieren sollen, erklären sich daraus, daß die altorientalischen
    Völker keine scharfe Trennung zwischen Alltagsleben und Religion
    kannten. Dem heiligen, von aller Befleckung freien Gott dürfen nur
    Menschen dienen, die sich von ethischen Vergehen freihalten, aber
    auch die Regeln des Anstands und der Hygiene beachten. Sie müssen
    sich außerdem von allem fernhalten, was an heidnische Bräuche
    erinnert; dazu gehören der Genuß von bei heidnischen Opfern
    geschlachteten Tieren und die meisten Trauerriten. Darum machen
    bestimmte Tiere und Speisen und alles, was mit dem Bereich des Todes
    zu tun hat, z. B. Leichen und Aas, ¯unrein®. Wer sich gegen solche
    Reinheitsbestimmungen vergangen hat, und sei es nur unbeabsichtigt,
    muß sich bestimmten Reinigungsriten unterziehen und Schuld- oder
    Sündopfer darbringen, wenn er wieder am Gottesdienst teilnehmen will

    E-5 Wenn auch diese Vorschriften durch das Neue Testament überholt
    sind, behält das Buch Levitikus seine Bedeutung für die Kenntnis des
    Judentums und für das Verständnis des Neuen Testaments. Durch die
    strenge Befolgung der levitischen Gesetze hat das Judentum bis heute
    seine Identität bewahrt und ist nicht im Völkergemisch des
    Mittelmeerraums aufgegangen.

    Die Opfervorschriften für das Volk: 1,1 - 5,26
    Das Brandopfer: 1,1-17

    1:1 Der Herr rief Mose, redete ihn vom Offenbarungszelt aus an und
    sprach:
    1-17: Brandopfer sind Tieropfer, bei denen das ganze Tier auf dem
    Altar verbrannt wird, im Unterschied zu anderen Opfern, bei denen nu
    ein Teil verbrannt, der andere Teil aber den Priestern übergeben ode
    von der Gemeinschaft, die das Opfer stiftet, beim Opfermahl verzehrt
    wird.

    1:2 Rede zu den Israeliten, und sag zu ihnen: Wenn einer von euch dem
    Herrn von den Haustieren eine Opfergabe darbringt, könnt ihr das mit
    Rind und Kleinvieh tun.

    1:3 Ist seine Opfergabe ein Brandopfer vom Rind, so bringe er ein
    männliches Tier ohne Fehler dar; er soll es an den Eingang des
    Offenbarungszeltes bringen, damit es vor dem Herrn Annahme findet.

    1:4 Er lege seine Hand auf den Kopf des Opfertiers, damit es für ihn
    angenommen werde, um ihn zu entsühnen.

    1:5 Er soll dann den Stier vor dem Herrn schlachten, und die Söhne
    Aarons, die Priester, sollen das Blut darbringen. Sie sollen es
    ringsum an den Altar sprengen, der am Eingang des Offenbarungszeltes
    steht.

    1:6 Dann soll er das Opfer abhäuten und es in Stücke zerlegen.

    1:7 Die Söhne Aarons, die Priester, sollen Feuer auf den Altar bringen
    und Holz darauf schichten.

    1:8 Hierauf sollen die Söhne Aarons, die Priester, die Stücke sowie den
    Kopf und das Fett auf das Holz über dem Altarfeuer legen.

    1:9 Der Priester soll dann die Eingeweide und die Beine mit Wasser
    waschen und das Ganze auf dem Altar in Rauch aufgehen lassen. Ein
    Brandopfer ist es, ein Feueropfer zum beruhigenden Duft für den
    Herrn.
    Feueropfer sind alle Opfer, bei denen die Opfergabe ganz oder
    teilweise verbrannt wird. - Zum ®beruhigenden Duft¯ vgl. die
    Anmerkung zu Gen 8,21.

    1:10 Ist seine Opfergabe ein Brandopfer vom Kleinvieh, von den Schafen
    oder Ziegen, dann soll er ein fehlerloses männliches Tier bringen.

    1:11 Er soll es an der Nordseite des Altars vor dem Herrn schlachten, und
    die Söhne Aarons, die Priester, sollen sein Blut ringsum an den
    Altar sprengen.

    1:12 Dann soll der Priester es in Stücke zerlegen und diese sowie den
    Kopf und das Fett auf das Holz über dem Altarfeuer legen.

    1:13 Er soll dann die Eingeweide und die Beine mit Wasser waschen, und
    der Priester soll das Ganze darbringen und auf dem Altar in Rauch
    aufgehen lassen. Ein Brandopfer ist es, ein Feueropfer zum
    beruhigenden Duft für den Herrn.

    1:14 Ist seine Opfergabe für den Herrn ein Brandopfer vom Geflügel, dann
    soll er eine Turteltaube oder eine junge Taube bringen.

    1:15 Der Priester soll sie zum Altar bringen, ihren Kopf abtrennen und
    ihn auf dem Altar in Rauch aufgehen lassen; ihr Blut soll gegen die
    Altarwand ausgepreßt werden.

    1:16 Dann soll er ihren Kropf mit den Federn entfernen und ihn an der
    Ostseite des Altars auf den Platz der Fett-Asche werfen.

    1:17 Darauf soll der Priester den Vogel an den Flügeln einreißen, ohne
    ihn dabei zu teilen, und ihn auf dem Altar, auf dem Holz über dem
    Feuer, in Rauch aufgehen lassen. Ein Brandopfer ist es, ein
    Feueropfer zum beruhigenden Duft für den Herrn.

    Das Speiseopfer: 2,1-16

    2:1 Wenn jemand dem Herrn ein Speiseopfer darbringt, muß seine Opfergabe
    aus Feinmehl bestehen, auf das er Öl gießen und Weihrauch legen
    soll.

    2:2 Er bringe es zu den Söhnen Aarons, den Priestern. Er nehme davon
    eine Handvoll, vom Feinmehl und vom Öl mit dem ganzen Weihrauch, und
    der Priester lasse sie auf dem Altar als Gedächtnisanteil in Rauch
    aufgehen, als ein Feueropfer zum beruhigenden Duft für den Herrn.
    Gedächtnisanteil: der Teil des Opfers, der Gott dazu bewegen soll,
    an den Opfernden zu denken.

    2:3 Der Rest des Speiseopfers gehört Aaron und seinen Söhnen als etwas
    Hochheiliges von den Feueropfern des Herrn.

    2:4 Wenn du ein im Ofen gebackenes Speiseopfer darbringst, so soll es
    aus Feinmehl sein, ein mit Öl vermengter ungesäuerter Kuchen und ein
    mit Öl bestrichener ungesäuerter Brotfladen.

    2:5 Ist deine Opfergabe eine auf einer Ofenplatte zubereitete Speise, so
    soll sie aus ungesäuertem Feinmehl sein, das mit Öl vermengt ist.

    2:6 Du sollst sie zerbröckeln und Öl darübergießen. Ein Speiseopfer ist
    es.

    2:7 Ist deine Opfergabe eine im Kochtopf zubereitete Speise, so soll sie
    aus Feinmehl mit Öl angemacht sein.

    2:8 Du sollst die daraus zubereitete Speise zum Herrn bringen. Man soll
    sie dem Priester reichen, der sie an den Altar bringt.

    2:9 Der Priester soll davon den Gedächtnisanteil abheben und auf dem
    Altar in Rauch aufgehen lassen als ein Feueropfer zum beruhigenden
    Duft für den Herrn.

    2:10 Der Rest des Speiseopfers gehört Aaron und seinen Söhnen als etwas
    Hochheiliges von den Feueropfern des Herrn.

    2:11 Kein Speiseopfer, das ihr dem Herrn darbringt, darf mit Sauerteig
    angemacht sein; denn ihr dürft dem Herrn weder Sauerteig noch Honig
    als Feueropfer darbringen.

    2:12 Ihr sollt sie dem Herrn als Erstlingsopfer darbringen, aber auf dem
    Altar sollen sie nicht zum beruhigenden Duft aufsteigen.

    2:13 Jedes Speiseopfer sollst du salzen, und deinem Speiseopfer sollst du
    das Salz des Bundes deines Gottes nicht fehlen lassen; jede deiner
    Opfergaben sollst du mit Salz darbringen.
    Salz des Bundes: Salz gehört zum Mahl und darum auch zum Opfer,
    das den Bund zwischen Gott und Volk bewußt macht (vgl. Num 18,19 und
    2 Chr 13,5).

    2:14 Wenn du dem Herrn ein Speiseopfer von den Erstlingsfrüchten
    darbringst, sollst du geröstete reife Körner und Grütze aus frischen
    Körnern als Speiseopfer deiner Erstlingsfrüchte darbringen.

    2:15 Du sollst Öl darauf gießen und Weihrauch darauf geben. Ein
    Speiseopfer ist es.

    2:16 Der Priester soll den Gedächtnisanteil mit einem Teil der Grütze und
    des Öls mit dem ganzen Weihrauch als ein Feueropfer für den Herrn in
    Rauch aufgehen lassen.

    Das Heilsopfer: 3,1-17

    3:1 Ist seine Opfergabe ein Heilsopfer und vom Rind, dann soll er ein
    männliches oder ein weibliches fehlerloses Tier vor den Herrn
    bringen.
    1-17: Bei Heilsopfern oder, wie manche übersetzen, bei Fried- oder
    Bundesopfern, werden nur die besten Teile des geschlachteten Tiers
    auf dem Altar verbrannt, während der Rest beim Opfermahl von den
    Teilnehmern der Feier verzehrt wird (vgl. die Anmerkung zu 1,1-17).

    3:2 Er soll seine Hand auf den Kopf des Opfers legen und es am Eingang
    des Offenbarungszeltes schlachten. Dann sollen die Söhne Aarons, die
    Priester, das Blut ringsum an den Altar sprengen.

    3:3 Er soll einen Teil dieses Opfers als Feueropfer für den Herrn
    darbringen, und zwar das Fett, das die Eingeweide bedeckt, das
    gesamte Fett über den Eingeweiden,

    3:4 die beiden Nieren, das Fett über ihnen und das an den Lenden sowie
    die Fettmasse, die er von der Leber und den Nieren loslöst.

    3:5 Die Söhne Aarons sollen diesen Teil mit dem Brandopfer, das auf dem
    Holz über dem Feuer liegt, auf dem Altar in Rauch aufgehen lassen.
    Es ist ein Feueropfer zum beruhigenden Duft für den Herrn.

    3:6 Ist seine Opfergabe ein Heilsopfer für den Herrn vom Kleinvieh, dann
    soll er ein männliches oder weibliches fehlerloses Tier darbringen.

    3:7 Wenn er ein Schaf darbringt, soll er es vor den Herrn bringen.

    3:8 Er soll seine Hand auf den Kopf des Opfers legen und es vor dem
    Offenbarungszelt schlachten; dann sollen die Söhne Aarons das Blut
    ringsum an den Altar sprengen.

    3:9 Von diesem Heilsopfer soll er das Fett als Feueropfer für den Herrn
    darbringen: den ganzen Fettschwanz, den er nahe an den
    Schwanzwirbelknochen ablösen soll, das Fett, das die Eingeweide
    bedeckt, das gesamte Fett über den Eingeweiden,

    3:10 die beiden Nieren, das Fett über ihnen und das an den Lenden sowie
    die Fettmasse, die er von der Leber und den Nieren loslöst.

    3:11 Der Priester lasse diese Teile auf dem Altar in Rauch aufgehen. Das
    soll eine Feueropferspeise für den Herrn sein.

    3:12 Wenn er eine Ziege darbringt, soll er sie vor den Herrn bringen.

    3:13 Er soll seine Hand auf ihren Kopf legen und sie vor dem
    Offenbarungszelt schlachten; dann sollen die Söhne Aarons ihr Blut
    ringsum an den Altar sprengen.

    3:14 Von ihr soll er als Feueropfer für den Herrn darbringen: das Fett,
    das die Eingeweide bedeckt, das gesamte Fett über den Eingeweiden,

    3:15 die beiden Nieren, das Fett über ihnen und das an den Lenden sowie
    die Fettmasse, die er von der Leber und den Nieren loslöst.

    3:16 Der Priester lasse diese Teile auf dem Altar in Rauch aufgehen. Sie
    sind eine Feueropferspeise zum beruhigenden Duft für den Herrn. Das
    ganze Fett gehört dem Herrn.

    3:17 Als feste Regel gelte bei euch von Generation zu Generation an allen
    euren Wohnstätten: Ihr dürft weder Fett noch Blut genießen.

    Das Sündopfer eines Priesters: 4,1-12

    4:1 Der Herr sprach zu Mose:
    1-5,26: Der Unterschied zwischen Sündopfern und Schuldopfern ist
    nur schwer festzustellen. Bei beiden Opferarten geht es um Sühne für
    absichtliche und unabsichtliche Übertretungen von zumeist kultischen
    Vorschriften. Dabei spielt das Blut eine wichtige Rolle. Es wird an
    den Altar und andere Teile des Heiligtums gesprengt oder gestrichen.
    Zur Bedeutung des Blutes beim Opfer vgl. 17,11.

    4:2 Sag zu den Israeliten: Wenn einer ohne Vorsatz gegen eines der
    Gebote des Herrn sündigt und etwas Verbotenes tut,

    4:3 dann soll er, wenn es ein gesalbter Priester ist, der sündigt und
    dadurch Schuld auf das Volk lädt, dem Herrn für die von ihm
    begangene Sünde einen fehlerlosen Jungstier als Sündopfer
    darbringen.

    4:4 Er soll diesen Jungstier zum Eingang des Offenbarungszeltes vor den
    Herrn bringen, ihm die Hand auf den Kopf legen und ihn vor dem Herrn
    schlachten.

    4:5 Dann soll der gesalbte Priester etwas vom Blut dieses Stiers nehmen,
    es in das Offenbarungszelt bringen,

    4:6 seinen Finger in das Blut tauchen und es vor dem Herrn siebenmal
    gegen den Vorhang des Heiligtums spritzen.

    4:7 Darauf soll der Priester etwas vom Blut auf die Hörner des
    Rauchopferaltars tun, der vor dem Herrn im Offenbarungszelt steht,
    und dann soll er das ganze Blut des Stiers am Sockel des
    Brandopferaltars ausgießen, der sich am Eingang des
    Offenbarungszeltes befindet.
    Die Hörner des Altars sind hornförmige Aufbauten an den vier
    Ecken, die wahrscheinlich die Macht Gottes versinnbilden (vgl. die
    Anmerkung zu Ex 32,1-35).

    4:8 Dann soll er das ganze Fett des Sündopferstieres abheben, und zwar
    das Fett, das die Eingeweide bedeckt, das gesamte Fett über den
    Eingeweiden,

    4:9 die beiden Nieren, das Fett über ihnen und das an den Lenden sowie
    die Fettmasse, die er von der Leber und den Nieren loslöst -

    4:10 genau so, wie es beim Stier des Heilsopfers geschieht -, und der
    Priester lasse diese Teile auf dem Brandopferaltar in Rauch
    aufgehen.

    4:11 Das Fell des Stiers aber, sein ganzes Fleisch mit dem Kopf, den
    Beinen, den Eingeweiden und dem Mageninhalt,

    4:12 also den ganzen Stier, soll er aus dem Lager hinaus an einen reinen
    Ort, nämlich den Abfallplatz der Fett-Asche, schaffen und ihn auf
    einem Holzfeuer verbrennen; auf dem Abfallplatz der Fett-Asche soll
    es verbrannt werden.

    Das Sündopfer der Gemeinde: 4,13-21

    4:13 Wenn die ganze Gemeinde Israels ohne Vorsatz gesündigt und etwas vom
    Herrn Verbotenes getan hat, ohne es bemerkt zu haben, und dadurch
    schuldig wurde,

    4:14 dann soll die Gemeinde für die Verfehlung, sobald sie bekannt wird,
    einen Jungstier als Sündopfer darbringen und ihn vor das
    Offenbarungszelt bringen.

    4:15 Die Ältesten der Gemeinde sollen ihre Hände vor dem Herrn auf den
    Kopf des Stiers legen, und man soll ihn vor dem Herrn schlachten.

    4:16 Dann soll der gesalbte Priester etwas vom Blut des Stiers in das
    Offenbarungszelt tragen,

    4:17 seinen Finger in das Blut tauchen und es siebenmal gegen den Vorhang
    vor dem Herrn spritzen.

    4:18 Darauf soll er ein wenig von dem Blut auf die Hörner des Altars tun,
    der vor dem Herrn im Offenbarungszelt steht, und dann soll er das
    ganze Blut am Sockel des Brandopferaltars ausgießen, der sich am
    Eingang des Offenbarungszeltes befindet.

    4:19 Dann soll er das ganze Fett des Tieres abheben und es auf dem Altar
    in Rauch aufgehen lassen.

    4:20 Er soll mit dem Stier tun, was auch mit dem Sündopferstier gemacht
    wird; so soll er es mit ihm machen. Dann soll er die Gemeinde
    entsühnen, und es wird ihnen vergeben werden.

    4:21 Er soll den Stier aus dem Lager hinausbringen und ihn verbrennen,
    wie er den ersten Stier verbrannt hat. Das ist das Sündopfer für die
    Gemeinde.

    Das Sündopfer eines Sippenhauptes: 4,22-26

    4:22 Angenommen, ein Sippenhaupt sündigt, tut ohne Vorsatz etwas, was der
    Herr, sein Gott, verboten hat, und wird dadurch schuldig,

    4:23 oder man teilt ihm eine Verfehlung mit, die er begangen hat, so soll
    er als seine Opfergabe einen fehlerlosen Ziegenbock bringen.

    4:24 Er soll die Hand auf den Kopf des Bockes legen und ihn dort
    schlachten, wo man das Brandopfer vor dem Herrn schlachtet. Ein
    Sündopfer ist es.

    4:25 Der Priester soll mit seinem Finger etwas vom Blut des Sündopfers
    auf die Hörner des Brandopferaltars tun, dann das Blut am Sockel des
    Brandopferaltars ausgießen

    4:26 und das ganze Fett, wie das Fett des Heilsopfers, auf dem Altar in
    Rauch aufgehen lassen. So entsühnt der Priester den Betreffenden und
    löst ihn von seiner Sünde; dann wird ihm vergeben werden.

    Das Sündopfer eines gewöhnlichen Israeliten: 4,27-35

    4:27 Wenn jemand aus dem Volk ohne Vorsatz sündigt und schuldig wird,
    weil er etwas vom Herrn Verbotenes getan hat,

    4:28 oder man teilt ihm eine Verfehlung mit, die er begangen hat, so
    bringe er als seine Opfergabe für seine Sünde, die er begangen hat,
    eine fehlerlose Ziege.

    4:29 Er soll die Hand auf den Kopf des Sündopfers legen und es dort
    schlachten, wo man das Brandopfer schlachtet.

    4:30 Der Priester soll mit seinem Finger etwas vom Blut auf die Hörner
    des Brandopferaltars tun und dann das ganze Blut am Sockel des
    Altars ausgießen.

    4:31 Er soll das ganze Fett ablösen, wie man das Fett eines Heilsopfers
    ablöst, und der Priester soll es auf dem Altar in Rauch aufgehen
    lassen als beruhigenden Duft für den Herrn und so diesen Mann
    entsühnen; dann wird ihm vergeben werden.

    4:32 Will er aber zum Sündopfer ein Schaf als Opfergabe bringen, soll er
    ein fehlerloses weibliches Tier bringen.

    4:33 Er soll die Hand auf den Kopf des Sündopfers legen und es dort
    schlachten, wo man das Brandopfer schlachtet.

    4:34 Der Priester soll mit seinem Finger etwas vom Blut dieses Opfers
    nehmen, auf die Hörner des Brandopferaltars tun und das ganze Blut
    am Sockel des Altars ausgießen.

    4:35 Das ganze Fett soll er ablösen, wie man das Fett des Schafes eines
    Heilsopfers ablöst. Der Priester soll die Fetteile mit dem
    Feueropfer des Herrn auf dem Altar in Rauch aufgehen lassen und ihn
    so entsühnen, um ihn von seiner Sünde zu lösen, die er begangen hat;
    dann wird ihm vergeben werden.

    Die Schuld- und Sündopfer für einzelne Vergehen: 5,1-13

    5:1 Angenommen, jemand sündigt in einem der folgenden Fälle: er hat eine
    laute Verfluchung gehört, ist Zeuge, da er es gesehen oder darum
    gewußt hat, aber er zeigt es nicht an und lädt damit Schuld auf
    sich;
    Wie noch heute bei den Beduinen, so hat man in Israel dem Fluch
    die Kraft zugeschrieben, das angedeutete Unheil auch wirklich
    herbeizuführen. Ein Fluch ist üblich und erlaubt, wenn jemand etwas
    verloren hat und den Finder vor Fundunterschlagung oder den Hehler
    vor Annahme oder Kauf des Gegenstands warnen will. Der unredliche
    Finder oder der Hehler würde Unheil auf sich bringen.

    5:2 oder jemand berührt eine unreine Sache, das Aas eines unreinen
    wilden Tieres oder eines unreinen Haustiers oder eines unreinen
    Kriechtiers, und es blieb ihm verborgen, aber er merkt es dann und
    wird unrein und schuldig;
    aber er merkt es dann: sinngemäß ergänzt (vgl. V. 3).

    5:3 oder er berührt etwas Unreines von einem Menschen, dessen Berührung
    unrein macht, und bemerkt es nicht, aber er erfährt es später und
    wird schuldig;

    5:4 oder jemand schwört unbesonnen, ob zum Schaden oder zum Nutzen, wie
    eben der Mensch bisweilen unbesonnen schwört, aber er merkt es gar
    nicht, doch dann erfährt er es und wird schuldig durch so etwas -

    5:5 wenn also jemand in einem dieser Fälle schuldig wird, so soll er
    gestehen, wodurch er sich verfehlt hat.

    5:6 Als Schuldopfer für seine begangene Verfehlung soll er dann ein
    weibliches Stück Kleinvieh, ein Schaf oder eine Ziege, vor den Herrn
    als Sündopfer bringen, und der Priester soll ihn entsühnen und so
    von seiner Verfehlung lösen.

    5:7 Wenn seine Mittel für ein Schaf nicht ausreichen, soll er als
    Schuldopfer für seine Verfehlung zwei Turteltauben oder zwei junge
    Tauben vor den Herrn bringen, die eine als Sünd- und die andere als
    Brandopfer.

    5:8 Er soll sie zum Priester bringen, und dieser soll zuerst die eine
    für das Sündopfer darbringen. Er soll ihren Kopf vom Genick trennen,
    aber nicht ganz abreißen;

    5:9 er soll etwas vom Blut des Sündopfers gegen die Altarwand spritzen
    und das übrige Blut am Sockel des Altars auspressen. Ein Sündopfer
    ist das.

    5:10 Die zweite Taube soll er, wie vorgeschrieben, als Brandopfer
    darbringen. Der Priester soll ihn entsühnen und von der Sünde, die
    er begangen hat, lösen; dann wird ihm vergeben werden.

    5:11 Falls seine Mittel für zwei Turteltauben oder zwei junge Tauben
    nicht ausreichen, soll er als Opfergabe für seine Verfehlung ein
    Zehntel Efa Feinmehl darbringen, aber weder Öl noch Weihrauch
    darauftun, denn es ist ein Sündopfer.

    5:12 Er bringe es dem Priester, der davon eine Handvoll nimmt und als
    Gedächtnisanteil auf dem Altar mit den Feueropfern des Herrn in
    Rauch aufgehen läßt. Ein Sündopfer ist das.

    5:13 Der Priester soll ihn so für die von ihm in einem dieser Fälle
    begangene Verfehlung entsühnen, und es wird ihm vergeben werden. Dem
    Priester gehört das gleiche wie beim Speiseopfer.

    Das Schuldopfer für sakrale Vergehen: 5,14-19

    5:14 Der Herr sprach zu Mose:

    5:15 Wenn jemand sich verfehlt und sich ohne Vorsatz an Dingen vergeht,
    die dem Herrn heilig sind, soll er als Schuldopfer für den Herrn von
    seiner Herde einen fehlerlosen Widder bringen, der in Silberschekel
    nach dem Schekelgewicht des Heiligtums zu schätzen ist.

    5:16 Wenn er sich am Heiligen verfehlt hat, soll er Ersatz leisten und
    noch ein Fünftel des Wertes hinzufügen. Er soll es dem Priester
    geben, und dieser soll ihn mit dem Schuldopferwidder entsühnen; dann
    wird ihm vergeben werden.

    5:17 Wenn jemand sich verfehlt und etwas tut, was der Herr verboten hat,
    es nicht bemerkt, aber dann schuldig wird, soll er die Folgen seiner
    Schuld tragen.

    5:18 Er soll als Schuldopfer einen fehlerlosen Widder von seiner Herde
    nach dem üblichen Schätzwert zum Priester bringen, und dieser soll
    ihn für seine unabsichtliche Verfehlung, die er ohne Vorsatz
    begangen hat, entsühnen; dann wird ihm vergeben werden.

    5:19 Ein Schuldopfer ist das; der Betreffende hat sich tatsächlich vor
    dem Herrn schuldig gemacht.

    Das Schuldopfer für unsoziales Verhalten: 5,20-26

    5:20 Der Herr sprach zu Mose:

    5:21 Wenn jemand sündigt und eine Veruntreuung gegen den Herrn begeht,
    indem er einen aus seinem Volk über anvertrautes oder hinterlegtes
    oder geraubtes Gut täuscht oder ihn übervorteilt
    (21-26) Ex 22,6-14

    5:22 oder verlorenes Gut findet und es leugnet oder einen Meineid leistet
    hinsichtlich irgendeiner Sünde, die ein Mensch begehen kann,

    5:23 wenn er also auf solche Weise sündigt und schuldig wird, muß er das,
    was er geraubt oder durch Übervorteilung gewonnen hat oder was ihm
    anvertraut wurde, oder das Verlorene, das er gefunden hat,
    zurückgeben,

    5:24 oder er muß den Schaden, den er durch den Meineid angerichtet hat,
    wiedergutmachen; am Tag seines Schuldopfers erstatte er dem
    Geschädigten den um ein Fünftel vermehrten Wert.

    5:25 Er soll einen fehlerlosen Widder von seiner Herde nach dem üblichen
    Schätzwert als sein Schuldopfer vor den Herrn zum Priester bringen,

    5:26 und dieser soll ihn vor dem Herrn entsühnen; dann wird ihm jede Tat
    vergeben werden, durch die er sich schuldig gemacht hat.

    Die Opfervorschriften für die Priester: 6,1 - 7,38
    Das Brandopfer: 6,1-6

    6:1 Der Herr sprach zu Mose:

    6:2 Trag Aaron und seinen Söhnen auf: Für das Brandopfer gilt folgendes
    Gesetz: Das Brandopfer soll die ganze Nacht bis zum Morgen auf der
    Feuerstelle des Altars bleiben, und das Altarfeuer soll darauf
    brennen.

    6:3 Der Priester soll sein Leinengewand anlegen und seinen Körper mit
    einem leinenen Beinkleid bedecken. Dann soll er die Fett-Asche
    nehmen, zu der das Brandopfer auf dem Altar vom Feuer verzehrt
    wurde, und sie neben den Altar schütten.
    Ex 28,42f

    6:4 Dann soll er seine Kleider ablegen, andere anziehen und die
    Fett-Asche aus dem Lager hinaus an einen reinen Platz schaffen.

    6:5 Das Feuer soll auf dem Altar brennen bleiben, es darf nicht
    erlöschen, und der Priester soll jeden Morgen Holz nachlegen. Er
    lege darauf das Brandopfer und lasse auf ihm die Fetteile des
    Heilsopfers in Rauch aufgehen.

    6:6 Ein ständiges Feuer soll auf dem Altar brennen; es darf nicht
    verlöschen.

    Das Speiseopfer: 6,7-11

    6:7 Für das Speiseopfer gilt folgendes Gesetz: Einer der Söhne Aarons
    bringt es vor den Herrn zur Vorderseite des Altars,
    (7-11) 2,1-13

    6:8 hebt von ihm eine Handvoll Feinmehl, zusammen mit dem Öl und dem
    ganzen darauf befindlichen Weihrauch ab und läßt es als
    Gedächtnisanteil für den Herrn auf dem Altar zum beruhigenden Duft
    in Rauch aufgehen.

    6:9 Das übrige sollen Aaron und seine Söhne als ungesäuertes Brot an
    einem heiligen Ort, im Vorhof des Offenbarungszeltes, essen.

    6:10 Man soll den Anteil an meinen Feueropfern, den ich ihnen gebe, nicht
    gesäuert backen. Es ist etwas Hochheiliges wie das Sünd- und das
    Schuldopfer.

    6:11 Jede männliche Person unter den Söhnen Aarons darf von diesem Anteil
    an den Feueropfern des Herrn essen. Das gelte bei euch als feste
    Regel von Generation zu Generation. Alles, was damit in Berührung
    kommt, wird heilig.

    Das Opfer bei der Priesterweihe: 6,12-16

    6:12 Der Herr sprach zu Mose:

    6:13 Das ist die Opfergabe, die Aaron und seine Söhne am Tag ihrer
    Salbung dem Herrn darbringen sollen: ein Zehntel Efa Feinmehl als
    dauerndes Speiseopfer, die Hälfte am Morgen und die Hälfte am Abend.

    6:14 Dieses Speiseopfer soll, mit Öl eingerührt, auf einer Ofenplatte
    zubereitet werden; du sollst es in mehrere Stücke zerbröckeln und
    als beruhigenden Duft für den Herrn darbringen.

    6:15 Der Priester, der an Aarons Stelle aus dem Kreis seiner Söhne
    gesalbt ist, soll es zubereiten. Als feste Regel gelte: Das
    Speiseopfer soll für den Herrn ganz in Rauch aufgehen;

    6:16 jedes Speiseopfer eines Priesters soll ein Ganzopfer sein; man darf
    es nicht essen.

    Das Sündopfer: 6,17-23

    6:17 Der Herr sprach zu Mose:
    (17-23) 4,1-35

    6:18 Sag zu Aaron und seinen Söhnen: Für das Sündopfer gilt folgendes
    Gesetz: Dort, wo man das Brandopfer schlachtet, soll das Sündopfer
    vor dem Herrn geschlachtet werden. Es ist etwas Hochheiliges.

    6:19 Der Priester, der dieses Opfer darbringt, soll es essen; an einem
    heiligen Ort, im Vorhof des Offenbarungszeltes, muß es gegessen
    werden.

    6:20 Alles, was mit dem Fleisch in Berührung kommt, wird heilig, und wenn
    vom Blut etwas auf die Gewänder spritzt, soll die Stelle an einem
    heiligen Ort gewaschen werden.

    6:21 Das Tongefäß, in dem das Fleisch gekocht wird, soll zerbrochen
    werden, und wenn es in einem Bronzegefäß gekocht wird, muß dieses
    gescheuert und mit Wasser abgespült werden.

    6:22 Jede männliche Person unter den Priestern darf davon essen; es ist
    etwas Hochheiliges.

    6:23 Aber man darf kein Sündopfer essen, dessen Blut man in das
    Offenbarungszelt gebracht hat, um im Heiligtum die Sühne zu
    vollziehen; es muß im Feuer verbrannt werden.

    Das Schuldopfer: 7,1-10

    7:1 Für das Schuldopfer gilt folgendes Gesetz: Es ist etwas
    Hochheiliges.
    (1-10) 5,1-26

    7:2 Dort, wo man das Brandopfer schlachtet, soll man das Schuldopfer
    schlachten, und der Priester soll das Blut ringsum an den Altar
    sprengen.

    7:3 Dann soll er das ganze Fett davon darbringen: den Fettschwanz, das
    Fett, das die Eingeweide bedeckt,

    7:4 die beiden Nieren, das Fett über ihnen und das an den Lenden sowie
    die Fettmasse, die er von der Leber und den Nieren loslöst.

    7:5 Der Priester lasse das alles auf dem Altar als Feueropfer für den
    Herrn in Rauch aufgehen; es ist ein Schuldopfer.

    7:6 Jede männliche Person unter den Priestern darf davon essen; man soll
    es an einem heiligen Ort essen. Es ist etwas Hochheiliges.

    7:7 Für das Schuldopfer gilt dasselbe Gesetz wie für das Sündopfer. Es
    gehört dem Priester, der damit die Sühne vollzieht.

    7:8 Das Fell des Opfertieres, das einer als ein Brandopfer zum Priester
    bringt, gehört dem Priester, der es darbringt.

    7:9 Jedes Speiseopfer, das im Ofen gebacken oder in einem Kochtopf oder
    auf einer Ofenplatte zubereitet wurde, gehört dem Priester, der es
    darbringt.

    7:10 Jedes mit Öl vermengte und jedes trockene Speiseopfer gehört allen
    Söhnen Aarons ohne Unterschied.

    Das Heilsopfer: 7,11-21

    7:11 Für das Heilsopfer, das man für den Herrn darbringt, gilt folgendes
    Gesetz:
    (11-21) 3,1-17

    7:12 Wenn man es als Dankopfer darbringt, soll man zu diesem
    Dankschlachtopfer ungesäuerten, mit Öl vermengten Kuchen hinzutun
    und ungesäuerte, mit Öl bestrichene Brotfladen sowie Kuchen aus
    Feinmehl, das mit Öl vermengt und eingerührt ist.

    7:13 Dazu soll man auch Gebäck aus gesäuertem Brot geben und das alles
    zusammen mit dem Heilsopfer als Dankopfer darbringen.

    7:14 Einen Teil von jeder Opfergabe soll man mit dem Erhebungsritus dem
    Herrn darbringen; es gehört dem Priester, der das Blut des
    Heilsopfers sprengt.
    Der Erhebungsritus ist ein ritueller Akt, bei dem der Priester die
    Opfergabe mit beiden Händen hochhebt zum Zeichen dafür, daß er sie
    Gott anbietet.

    7:15 Das Opferfleisch des Schlachtdankopfers soll am Tag der Darbringung
    gegessen werden; nichts davon darf bis zum nächsten Morgen
    liegenbleiben.

    7:16 Wenn es sich um ein Gelübde oder um ein freiwilliges Opfer handelt,
    darf das Fleisch am Tag der Darbringung und am folgenden Tag
    gegessen werden; was übrigbleibt, darf gegessen werden;

    7:17 was aber vom Fleisch des Schlachtopfers dann noch übrigbleibt, soll
    am dritten Tag verbrannt werden.

    7:18 Wenn man vom Fleisch des Heilsopfers am dritten Tag ißt, findet der
    Darbringende keine Annahme. Es wird ihm nicht angerechnet und ist
    untauglich, und die Person, die davon ißt, muß die Folgen ihrer
    Schuld tragen.

    7:19 Fleisch, das mit irgend etwas Unreinem in Berührung kommt, darf man
    nicht essen; man soll es im Feuer verbrennen. Jeder Reine darf
    Opferfleisch essen;

    7:20 wenn aber jemand im Zustand der Unreinheit vom Fleisch des
    Heilsopfers ißt, das dem Herrn gehört, soll er aus seinen
    Stammesgenossen ausgemerzt werden.

    7:21 Wenn jemand mit irgend etwas Unreinem in Berührung kommt, sei es mit
    etwas Unreinem von einem Menschen oder einem unreinen Tier oder
    irgendeiner unreinen, abscheulichen Sache, und dann vom Fleisch
    eines Heilsopfers ißt, das für den Herrn geopfert wird, soll er aus
    seinen Stammesgenossen ausgemerzt werden.

    Das Verbot von Fett- und Blutgenuß: 7,22-27

    7:22 Der Herr sprach zu Mose:

    7:23 Sag zu den Israeliten: Von Rind, Schaf oder Ziege dürft ihr
    keinerlei Fett essen.

    7:24 Das Fett eines verendeten oder zerrissenen Tieres kann zu jedem
    Zweck verwendet werden, doch essen dürft ihr es auf keinen Fall.
    Ex 22,30

    7:25 Jeder, der dennoch das Fett eines Tieres ißt, das man als Feueropfer
    für den Herrn darbringt, soll aus seinen Stammesgenossen ausgemerzt
    werden.

    7:26 Wo immer ihr wohnt, dürft ihr kein Blut genießen, weder von Vögeln,
    noch vom Vieh.
    Gen 9,4

    7:27 Wer Blut genießt, soll aus seinen Stammesgenossen ausgemerzt werden.

    Die Feueropfer: 7,28-38

    7:28 Der Herr sprach zu Mose:

    7:29 Sag zu den Israeliten: Wer ein Tier als Heilsopfer für den Herrn
    darbringen will, soll davon als Opfergabe für den Herrn folgendes
    herbeibringen:

    7:30 Mit seinen Händen bringe er als Feueropfer für den Herrn das Fett
    des Bruststückes; er soll dieses Fett und die Brust bringen, die er
    vor dem Herrn hin- und herschwingen und so darbringen soll.

    7:31 Der Priester lasse das Fett auf dem Altar in Rauch aufgehen, die
    Brust aber gehört Aaron und seinen Söhnen.

    7:32 Für den Erhebungsritus gebt von euren Heilsopfern die rechte
    Schenkelkeule dem Priester!

    7:33 Diese rechte Schenkelkeule soll jenem der Söhne Aarons als Anteil
    gehören, der das Blut und das Fett des Heilsopfers darbringt.

    7:34 Ich nehme nämlich von den Heilsopfern der Israeliten die Brust für
    den Darbringungsritus und die Schenkelkeule für den Erhebungsritus
    und gebe sie dem Priester Aaron und seinen Söhnen als ein dauerndes
    Anrecht, das die Israeliten ihnen gewähren müssen.

    7:35 Das also ist der Anteil Aarons und seiner Söhne an den Feueropfern
    des Herrn an dem Tag, an dem er sie dem Herrn als Priester
    darbringt.

    7:36 Das hat der Herr ihnen zu geben befohlen an dem Tag, an dem er sie
    unter den Israeliten salbte. Das gelte für sie als feste Regel von
    Generation zu Generation.

    7:37 Das ist das Gesetz für Brandopfer, Speiseopfer, Sündopfer,
    Schuldopfer, Priestereinsetzungsopfer und Heilsopfer.

    7:38 So hat es der Herr dem Mose auf dem Sinai an dem Tag aufgetragen, an
    dem er die Israeliten verpflichtete, ihre Gaben dem Herrn in der
    Wüste Sinai darzubringen.

    Die Priestergesetze: 8,1 - 10,20
    Die Priesterweihe: 8,1-36

    8:1 Der Herr sprach zu Mose:
    (1-36) Ex 29,1-37
    1-10,20: Daß nur Angehörige des Stammes Levi opfern, hat sich
    erst in der Königszeit durchgesetzt. Aus Ri 17f erfahren wir zwar,
    daß Leviten als Priester bevorzugt wurden; aus den Samuelerzählungen
    und aus den Nachrichten über die Überführung der Bundeslade (2 Sam
    6,17f) und über die Tempelweihe (1 Kön 8,62f) ersehen wir aber, daß
    der Nichtlevit Samuel und die Könige David und Salomo Opfer
    dargebracht haben. Nach 2 Sam 8,18 und 20,26 hat David seine Söhne
    und andere Nichtleviten als Priester eingesetzt. Die herausragende
    Stellung und die Weihe des Hohenpriesters oder einer
    hohepriesterlichen Dynastie ist für die Königszeit noch nicht
    nachweisbar, sondern erst in der nachexilischen Zeit zu belegen.

    8:2 Nimm Aaron und seine Söhne, die Gewänder, das Salböl, den Stier für
    das Sündopfer, die beiden Widder und den Korb mit den ungesäuerten
    Broten!

    8:3 Dann ruf die ganze Gemeinde am Eingang des Offenbarungszeltes
    zusammen!

    8:4 Mose tat, was ihm der Herr befohlen hatte, und die Gemeinde
    versammelte sich am Eingang des Offenbarungszeltes.

    8:5 Mose sagte zur Gemeinde: Der Herr hat angeordnet, das Folgende zu
    tun.

    8:6 Mose ließ Aaron und seine Söhne nähertreten und wusch sie mit
    Wasser.

    8:7 Er legte ihm das Gewand an, gürtete ihn mit dem Gürtel, bekleidete
    ihn mit dem Obergewand und legte ihm das Efod an. Dann band er ihm
    die Schärpe um, an der er das Efod befestigte.
    Ex 28,4-43

    8:8 Er übergab ihm die Lostasche, in die er die Lose Urim und Tummim
    steckte.

    8:9 Dann setzte er ihm den Turban auf und befestigte an der Vorderseite
    des Turbans die goldene Rosette, das heilige Diadem, wie der Herr
    dem Mose vorgeschrieben hatte.

    8:10 Darauf nahm Mose das Salböl und salbte die Wohnstätte und alles, was
    darin war, um sie zu weihen.
    Zur Wohnstätte vgl. die Anmerkung zu Ex 25,9.

    8:11 Mit dem Öl spritzte er siebenmal gegen den Altar, salbte ihn und
    alle seine Geräte, das Becken und sein Gestell, um sie zu weihen.

    8:12 Vom Salböl goß er etwas auf das Haupt Aarons und salbte ihn, um ihn
    zu weihen.

    8:13 Dann ließ Mose die Söhne Aarons nähertreten, bekleidete sie mit
    Gewändern und legte ihnen den Gürtel an; er setzte ihnen den
    Kopfbund auf, wie es der Herr dem Mose befohlen hatte.

    8:14 Dann ließ er den Sündopferstier heranbringen. Auf seinen Kopf legten
    Aaron und seine Söhne ihre Hände,

    8:15 und Mose schlachtete ihn. Dann nahm Mose das Blut und tat etwas
    davon mit seinem Finger ringsum auf die Hörner des Altars, um ihn zu
    entsündigen. Nachher goß er das Blut am Sockel des Altars aus und
    weihte ihn; so entsühnte er ihn.

    8:16 Danach nahm er das ganze Fett, das die Eingeweide bedeckt, die
    Fettmasse über der Leber, die beiden Nieren und ihr Fett und ließ
    diese Stücke auf dem Altar in Rauch aufgehen.

    8:17 Was vom Stier noch übrig war, sein Fell und Fleisch sowie seinen
    Mageninhalt verbrannte er außerhalb des Lagers, wie es der Herr dem
    Mose befohlen hatte.

    8:18 Dann ließ er den Widder für das Brandopfer herbeibringen. Aaron und
    seine Söhne legten ihre Hände auf den Kopf des Widders,

    8:19 und Mose schlachtete ihn. Er sprengte das Blut ringsum gegen den
    Altar.

    8:20 Dann zerteilte er den Widder und ließ den Kopf, die Teile und das
    Fett in Rauch aufgehen.

    8:21 Er wusch die Eingeweide und die Beine mit Wasser und ließ den ganzen
    Widder auf dem Altar in Rauch aufgehen. Es war ein Brandopfer zum
    beruhigenden Duft, ein Feueropfer für den Herrn, wie es der Herr dem
    Mose befohlen hatte.

    8:22 Dann ließ er den zweiten Widder, den Widder für das Opfer der
    Priestereinsetzung, herbeibringen. Aaron und seine Söhne legten ihre
    Hände auf den Kopf des Widders,

    8:23 und Mose schlachtete ihn. Er nahm etwas Blut und tat es auf das
    rechte Ohrläppchen Aarons, auf den Daumen seiner rechten Hand und
    auf die große Zehe seines rechten Fußes.

    8:24 Dann ließ er die Söhne Aarons nähertreten und tat etwas Blut auf ihr
    rechtes Ohrläppchen, auf den Daumen ihrer rechten Hand und auf die
    große Zehe ihres rechten Fußes. Danach goß Mose das Blut ringsum an
    den Altar.

    8:25 Er nahm auch das Fett, den Fettschwanz, das ganze Fett, das sich
    über den Eingeweiden befindet, die Fettmasse über der Leber, die
    beiden Nieren und ihr Fett und die rechte Schenkelkeule.

    8:26 Aus dem Korb mit den ungesäuerten Broten, der vor dem Herrn stand,
    nahm er einen ungesäuerten Kuchen, einen Ölbrotkuchen und einen
    Brotfladen, die er auf die Fettstücke und die rechte Schenkelkeule
    legte.

    8:27 Das alles gab er in die Hände Aarons und seiner Söhne und ließ sie
    es vor dem Herrn hin- und herschwingen und so darbringen.

    8:28 Dann nahm es Mose wieder aus ihren Händen und ließ es auf dem Altar
    mit dem Brandopfer in Rauch aufgehen. Das war das Opfer der
    Priestereinsetzung zum beruhigenden Duft, ein Feueropfer für den
    Herrn.

    8:29 Mose nahm auch das Bruststück und vollzog mit ihm vor dem Herrn den
    Darbringungsritus. Dieser Teil des Einsetzungswidders gehörte Mose
    als Anteil, wie es der Herr dem Mose befohlen hatte.

    8:30 Danach nahm Mose etwas Salböl und etwas Blut, das auf dem Altar war,
    und spritzte es auf Aaron und dessen Gewänder sowie auf seine Söhne
    und deren Gewänder. So weihte er Aaron und dessen Gewänder sowie
    seine Söhne und deren Gewänder.

    8:31 Mose sagte zu Aaron und seinen Söhnen: Kocht das Fleisch am Eingang
    des Offenbarungszeltes! Ihr sollt es dort essen, ebenso wie das Brot
    aus dem Einsetzungskorb, wie ich es angeordnet habe mit den Worten:
    Aaron und seine Söhne sollen es essen.
    Ex 29,31-34

    8:32 Was vom Fleisch und vom Brot übrigbleibt, sollt ihr verbrennen.

    8:33 Sieben Tage lang sollt ihr den Eingang des Offenbarungszeltes nicht
    verlassen, bis die Zeit eurer Einsetzung um ist; denn sieben Tage
    dauert eure Einsetzung.

    8:34 Wie man es am heutigen Tag getan hat, so hat der Herr angeordnet,
    soll man es auch weiter tun, um euch zu entsühnen.

    8:35 Sieben Tage lang, Tag und Nacht, sollt ihr am Eingang des
    Offenbarungszeltes bleiben und auf die Anordnungen des Herrn achten;
    dann werdet ihr nicht sterben. Denn so ist es mir befohlen worden.

    8:36 Aaron und seine Söhne taten alles, was der Herr durch Mose
    angeordnet hatte.

    Das Weiheopfer des Hohenpriesters: 9,1-24

    9:1 Am achten Tag rief Mose Aaron, seine Söhne und die Ältesten Israels
    zusammen

    9:2 und sagte zu Aaron: Nimm ein Kalb, ein junges Rind, für ein
    Sündopfer und einen Widder für ein Brandopfer, fehlerlose Tiere, und
    bring sie her vor den Herrn!

    9:3 Dann sollst du zu den Israeliten sagen: Nehmt einen Ziegenbock für
    ein Sündopfer, ferner ein Kalb und ein Schaf, einjährige und
    fehlerlose Tiere, für ein Brandopfer,

    9:4 ein Rind und einen Widder für ein Heilsopfer, um sie vor dem Herrn
    zu schlachten, und ein Speiseopfer, das mit Öl vermengt ist. Denn
    heute wird euch der Herr erscheinen.

    9:5 Sie brachten, was Mose befohlen hatte, zum Offenbarungszelt, und die
    ganze Gemeinde kam herbei und stellte sich vor dem Herrn auf.

    9:6 Mose sagte: Das ist es, was der Herr euch zu tun geboten hat, damit
    euch die Herrlichkeit des Herrn erscheint.

    9:7 Dann sagte Mose zu Aaron: Tritt zum Altar hin, bring dein Sünd- und
    dein Brandopfer dar, und vollzieh so für dich und das Volk die
    Sühne! Dann bring das Opfer des Volkes dar, und entsühne es, wie der
    Herr befohlen hat.
    für dich und das Volk, vielleicht nach G zu korrigieren: für dich
    und dein Haus.

    9:8 Aaron trat an den Altar und schlachtete das Kalb für seine eigene
    Sünde.
    8,14-21

    9:9 Dann brachten ihm die Söhne Aarons das Blut; er tauchte seinen
    Finger in das Blut, tat es auf die Hörner des Altars und goß das
    übrige Blut am Sockel des Altars aus.

    9:10 Das Fett des Sündopfers, die Nieren und die Fettmasse über der Leber
    des Sündopfers ließ er auf dem Altar in Rauch aufgehen, wie es der
    Herr dem Mose befohlen hatte.

    9:11 Das Fleisch und das Fell verbrannte er außerhalb des Lagers.

    9:12 Danach schlachtete er das Brandopfer; die Söhne Aarons reichten ihm
    das Blut, und er sprengte es ringsum an den Altar.

    9:13 Sie reichten ihm die einzelnen Stücke und den Kopf des Brandopfers,
    und er ließ sie auf dem Altar in Rauch aufgehen.

    9:14 Er wusch die Eingeweide und Beine und ließ auch sie mit dem
    Brandopfer auf dem Altar in Rauch aufgehen.

    9:15 Dann ließ er das Opfer des Volkes heranbringen. Er nahm den Bock für
    das Sündopfer des Volkes, schlachtete ihn und brachte ihn wie den
    ersten als Sündopfer dar.

    9:16 Darauf ließ er das Brandopfer bringen und verfuhr nach der
    Vorschrift.
    1,10-13

    9:17 Er ließ das Speiseopfer bringen, nahm eine Handvoll davon und ließ
    es auf dem Altar in Rauch aufgehen, dazu noch das Morgenbrandopfer.
    2,1-16

    9:18 Dann schlachtete er das Rind und den Widder als Heilsopfer für das
    Volk. Die Söhne Aarons reichten ihm das Blut, und er sprengte es
    ringsum an den Altar.
    3,1-17

    9:19 Die Fettstücke des Rinds und des Widders, und zwar den Fettschwanz,
    das Eingeweidenetz, die Nieren und die Fettmasse über der Leber,

    9:20 legte er auf die Bruststücke und ließ sie auf dem Altar in Rauch
    aufgehen.

    9:21 Die Bruststücke und die rechte Schenkelkeule schwang Aaron vor dem
    Herrn hin und her und brachte sie so dar, wie es Mose befohlen
    hatte.

    9:22 Dann erhob Aaron seine Hände über das Volk und segnete es. Nachdem
    er so das Sünd- und das Brandopfer sowie das Heilsopfer vollzogen
    hatte, stieg er herunter,

    9:23 und Mose ging mit Aaron in das Offenbarungszelt. Dann kamen beide
    heraus und segneten das Volk. Da erschien die Herrlichkeit des Herrn
    dem ganzen Volk.

    9:24 Feuer ging vom Herrn aus und verzehrte das Brandopfer und die
    Fettstücke auf dem Altar. Als das ganze Volk das sah, stieß es
    Jubelschreie aus, und alle fielen auf ihr Gesicht nieder.

    Die Strafe für unrechtmäßiges Opfern: 10,1-5

    10:1 Die Söhne Aarons, Nadab und Abihu, nahmen jeder seine Räucherpfanne.
    Sie legten Feuer auf, taten Räucherwerk darauf und brachten vor dem
    Herrn ein unerlaubtes Feuer dar, eines, das er ihnen nicht befohlen
    hatte.
    Worin die Unrechtmäßigkeit des Opfers bestand, wird für uns nicht
    klar.

    10:2 Da ging vom Herrn ein Feuer aus, das sie verzehrte, und sie kamen
    vor dem Herrn um.

    10:3 Da sagte Mose zu Aaron: Das ist es, was der Herr meinte, als er
    sprach: An denen, die mir nahe sind, erweise ich mich heilig, und
    vor dem ganzen Volk zeige ich mich herrlich. Aaron schwieg.

    10:4 Mose rief Mischa‰l und Elizafan, die Söhne von Aarons Onkel Usi‰l,
    und sagte zu ihnen: Kommt her, und tragt eure Brüder vom Heiligtum
    weg, vor das Lager hinaus!

    10:5 Sie traten heran und trugen sie in ihren Gewändern vor das Lager
    hinaus, wie es Mose gesagt hatte.

    Der Dienst im Heiligtum: 10,6-20

    10:6 Zu Aaron und seinen Söhnen Eleasar und Itamar sagte Mose: Laßt euer
    Haar nicht lose herunterhängen, und zerreißt nicht eure Kleider,
    sonst müßt ihr sterben, und der Herr zürnt über die ganze Gemeinde.
    Eure Brüder, das ganze Haus Israel, sollen über den Brand weinen,
    den der Herr entfacht hat.

    10:7 Verlaßt nicht den Eingang des Offenbarungszeltes, sonst müßt ihr
    sterben; denn das Salböl des Herrn ist auf euch. Sie taten, was Mose
    gesagt hatte.

    10:8 Der Herr sagte zu Aaron:

    10:9 Wenn ihr zum Offenbarungszelt kommt, dürft ihr, du und deine Söhne,
    weder Wein noch Bier trinken, sonst müßt ihr sterben. Das gelte bei
    euch als feste Regel von Generation zu Generation.

    10:10 Ihr sollt zwischen heilig und profan, zwischen unrein und rein
    unterscheiden,

    10:11 und die Israeliten sollt ihr über alle Vorschriften belehren, die
    der Herr euch durch Mose verkündet hat.

    10:12 Mose sagte zu Aaron und seinen überlebenden Söhnen Eleasar und
    Itamar: Nehmt das Speiseopfer, das von den Feueropfern des Herrn
    übrigbleibt, eßt davon die ungesäuerten Brote neben dem Altar, denn
    es ist etwas Hochheiliges.

    10:13 An einem heiligen Ort sollt ihr es essen, denn es ist das, was dir
    und deinen Söhnen von den Feueropfern des Herrn zusteht; so ist es
    mir nämlich befohlen worden.

    10:14 Die Brust vom Darbringungsritus und die Schenkelkeule vom
    Erhebungsritus sollt ihr, du, deine Söhne und deine Töchter, an
    einem reinen Ort essen, denn sie sind der für dich und deine Söhne
    bestimmte Anteil an den Heilsopfern der Israeliten, den man dir
    gibt.

    10:15 Die Schenkelkeule vom Erhebungsritus und die Brust vom
    Darbringungsritus, die bei den Fettstücken der Feueropfer sind,
    sollen sie zur Darbringung vor den Herrn bringen; sie sollen dir und
    deinen Söhnen als dauerndes Anrecht gehören, wie es der Herr
    befohlen hat.

    10:16 Mose erkundigte sich nach dem Sündopferbock, und siehe da, man hatte
    ihn verbrannt. Er geriet über Eleasar und Itamar, die überlebenden
    Söhne Aarons, in Zorn und sagte:

    10:17 Warum habt ihr das Sündopfer nicht an einem heiligen Ort gegessen?
    Es ist etwas Hochheiliges, und es wurde euch gegeben, damit ihr die
    Schuld von der Gemeinde wegnehmt, indem ihr sie vor dem Herrn
    entsühnt.

    10:18 Sein Blut wurde ja nicht in das Innere des Heiligtums gebracht; das
    Fleisch hättet ihr im Heiligtum essen sollen, wie ich es angeordnet
    habe.

    10:19 Aaron antwortete Mose: Heute haben sie ihr Sünd- und ihr Brandopfer
    vor dem Herrn dargebracht, und doch hat mich so etwas getroffen.
    Wenn ich heute das Sündopfer gegessen hätte, hätte das dem Herrn
    gefallen?
    Die Entschuldigung Aarons ist unklar.

    10:20 Als Mose das hörte, schien es ihm richtig.

    Die Reinheitsgesetze: 11,1 - 15,33
    Reine und unreine Tiere: 11,1-47

    11:1 Der Herr sprach zu Mose und Aaron:
    (1-47) Dtn 14,3-21a
    1-47: Die meisten der für unrein gehaltenen Tiere sind für den
    Menschen ekelerregend, gelten als besonders unsauber oder spielen im
    Kult anderer Völker eine Rolle. Die genaue Bedeutung der hebräischen
    Tiernamen ist nicht immer gesichert.

    11:2 Sagt den Israeliten: Das sind die Tiere, die ihr von allem Vieh auf
    der Erde essen dürft:

    11:3 Alle Tiere, die gespaltene Klauen haben, Paarzeher sind und
    wiederkäuen, dürft ihr essen.
    Die Einordnung in die Gattung der Wiederkäuer geschieht nach dem
    Augenschein. Danach gelten z. B. Tiere wie der Hase, die ständig das
    Maul bewegen, als Wiederkäuer.

    11:4 Jedoch dürft ihr von den Tieren, die wiederkäuen oder gespaltene
    Klauen haben, folgende nicht essen: Ihr sollt für unrein halten das
    Kamel, weil es zwar wiederkäut, aber keine gespaltenen Klauen hat;

    11:5 ihr sollt für unrein halten den Klippdachs, weil er zwar wiederkäut,
    aber keine gespaltenen Klauen hat;

    11:6 ihr sollt für unrein halten den Hasen, weil er zwar wiederkäut, aber
    keine gespaltenen Klauen hat;

    11:7 ihr sollt für unrein halten das Wildschwein, weil es zwar gespaltene
    Klauen hat und Paarzeher ist, aber nicht wiederkäut.

    11:8 Ihr dürft von ihrem Fleisch nicht essen und ihr Aas nicht berühren;
    ihr sollt sie für unrein halten.

    11:9 Von allen Tieren, die im Wasser leben, dürft ihr essen; alle Tiere
    mit Flossen und Schuppen, die im Wasser, in Meeren und Flüssen
    leben, dürft ihr essen.

    11:10 Aber alles, was in Meeren oder Flüssen lebt, alles Kleingetier des
    Wassers und alle Lebewesen, die im Wasser leben und keine Flossen
    oder Schuppen haben, seien euch abscheulich.

    11:11 Ihr sollt sie als abscheulich ansehen; von ihrem Fleisch dürft ihr
    nicht essen, und ihr Aas sollt ihr verabscheuen.

    11:12 Alles, was ohne Flossen oder Schuppen im Wasser lebt, haltet für
    abscheulich!

    11:13 Unter den Vögeln sollt ihr folgende verabscheuen - man darf sie
    nicht essen, sie sind abscheulich: Aasgeier, Schwarzgeier,
    Bartgeier,

    11:14 Milan, die verschiedenen Bussardarten,

    11:15 alle Arten des Raben,

    11:16 Adlereule, Kurzohreule, Langohreule und die verschiedenen
    Falkenarten,

    11:17 Kauz, Fischeule, Bienenfresser,

    11:18 Weißeule, Kleineule, Fischadler,

    11:19 den Storch, die verschiedenen Reiherarten, Wiedehopf und Fledermaus.

    11:20 Alle Kleintiere mit Flügeln und vier Füßen seien euch abscheulich.

    11:21 Von diesen Kleintieren mit Flügeln und vier Füßen dürft ihr aber
    jene essen, die Springbeine haben, um damit auf dem Boden zu hüpfen.

    11:22 Von ihnen dürft ihr die verschiedenen Arten der Wanderheuschrecke,
    der Solam-, der Hargol- und der Hagab-Heuschrecke essen.

    11:23 Alle übrigen Kleintiere mit Flügeln und vier Füßen aber seien euch
    abscheulich.

    11:24 An diesen Tieren verunreinigt ihr euch; jeder, der ihr Aas berührt,
    wird unrein bis zum Abend.

    11:25 Jeder, der ihr Aas trägt, muß seine Kleider waschen und ist unrein
    bis zum Abend.

    11:26 Alle Tiere mit gespaltenen Klauen, die aber nicht Paarzeher sind und
    nicht wiederkäuen, sollt ihr für unrein halten; jeder, der sie
    berührt, wird unrein.

    11:27 Alle Vierfüßler, die auf Pfoten gehen, sollt ihr für unrein halten;
    jeder, der ihr Aas berührt, wird unrein bis zum Abend,

    11:28 und wer ihr Aas trägt, muß seine Kleider waschen und ist unrein bis
    zum Abend. Ihr sollt sie für unrein halten.

    11:29 Unter dem Kleingetier, das auf dem Boden kriecht, sollt ihr für
    unrein halten den Maulwurf, die Maus und die verschiedenen Arten der
    Eidechsen,

    11:30 nämlich den Gecko, die Koach- und die Letaa-Eidechse, den Salamander
    und das Chamäleon.

    11:31 Unter allem Kleingetier sollt ihr diese für unrein halten. Jeder,
    der sie berührt, wenn sie tot sind, ist unrein bis zum Abend.

    11:32 Jeder Gegenstand, auf den eines dieser Tiere fällt, wenn sie tot
    sind, wird unrein, jedes Holzgerät, Kleid, Fell, grobes Zeug und
    jeder Gebrauchsgegenstand. Man muß einen solchen Gegenstand in
    Wasser tauchen; er ist unrein bis zum Abend und erst dann wieder
    rein.

    11:33 Jedes Tongefäß, in das ein solches Tier fällt, müßt ihr zerbrechen,
    und sein Inhalt ist unrein.

    11:34 Jede Speise, die man essen will, wird unrein, wenn Wasser aus einem
    solchen Gefäß darauf kommt; jedes Getränk, das man trinken will,
    wird durch ein solches Gefäß unrein.

    11:35 Alles, worauf ein Aas von ihnen fällt, wird unrein; ein Backofen und
    ein kleiner Herd müssen niedergerissen werden, denn sie sind unrein,
    und als unrein sollen sie euch gelten.

    11:36 Nur eine Quelle und eine Zisterne mit angesammeltem Wasser bleiben
    rein. Jeder, der ein Aas von jenen Tieren berührt, wird unrein.

    11:37 Wenn ein Aas von ihnen auf irgendeinen Samen fällt, der gesät werden
    soll, so bleibt er rein.

    11:38 Wenn aber das Korn mit Wasser befeuchtet war und ein solches Aas
    darauf fällt, sollt ihr es für unrein halten.

    11:39 Wenn eines der Tiere, das euch zur Nahrung dient, verendet, so wird
    der, der sein Aas berührt, unrein bis zum Abend.
    Ex 22,30

    11:40 Wer von solchem Fleisch ißt, muß seine Kleider waschen und ist
    unrein bis zum Abend; wer solches Aas trägt, muß seine Kleider
    waschen und ist unrein bis zum Abend.

    11:41 Jedes Kleintier, das sich auf dem Boden bewegt, ist abscheulich und
    darf nicht gegessen werden.

    11:42 Alles, was sich auf dem Bauch oder auf vier und mehr Füßen
    fortbewegt, kurz alles Kleingetier, das sich auf dem Boden bewegt,
    dürft ihr nicht essen, denn es ist abscheulich.

    11:43 Macht euch nicht selbst abscheulich mit all diesem Gewimmel von
    Kleintieren, und macht euch durch sie nicht unrein, indem ihr euch
    durch sie verunreinigen laßt.

    11:44 Denn ich bin der Herr, euer Gott. Erweist euch als heilig, und seid
    heilig, weil ich heilig bin. Verunreinigt euch daher nicht selbst
    durch alle diese Kleintiere, die auf dem Boden kriechen.

    11:45 Denn ich bin der Herr, der euch aus Ägypten heraufgeführt hat, um
    euer Gott zu sein. Ihr sollt daher heilig sein, weil ich heilig bin.

    11:46 Das ist das Gesetz über das Vieh, die Vögel, alle Lebewesen, die
    sich im Wasser bewegen, und alle Lebewesen, die auf dem Boden
    kriechen.

    11:47 So soll man das Unreine und das Reine unterscheiden, die Tiere, die
    man essen darf, und jene, die man nicht essen darf.

    Die Reinigung der Wöchnerin: 12,1-8

    12:1 Der Herr sprach zu Mose:
    1-8: Zur Unreinheit der Wöchnerin vgl. die Einleitung.

    12:2 Sag zu den Israeliten: Wenn eine Frau niederkommt und einen Knaben
    gebiert, ist sie sieben Tage unrein, wie sie in der Zeit ihrer Regel
    unrein ist.

    12:3 Am achten Tag soll man die Vorhaut des Kindes beschneiden,
    Gen 17,12

    12:4 und dreiunddreißig Tage soll die Frau wegen ihrer Reinigungsblutung
    zu Hause bleiben. Sie darf nichts Geweihtes berühren und nicht zum
    Heiligtum kommen, bis die Zeit ihrer Reinigung vorüber ist.

    12:5 Wenn sie ein Mädchen gebiert, ist sie zwei Wochen unrein wie während
    ihrer Regel. Sechsundsechzig Tage soll sie wegen ihrer
    Reinigungsblutung zu Hause bleiben.

    12:6 Wenn die Zeit ihrer Reinigung vorüber ist, soll sie, für einen Sohn
    ebenso wie für eine Tochter, ein einjähriges Schaf als Brandopfer
    und eine junge Taube oder eine Turteltaube als Sündopfer zum
    Priester an den Eingang des Offenbarungszeltes bringen.

    12:7 Er soll es vor dem Herrn darbringen und sie entsühnen; so wird sie
    von ihrem Blutfluß gereinigt. Das ist das Gesetz für eine Frau, die
    einen Knaben oder ein Mädchen gebiert.

    12:8 Wenn sie die Mittel für ein Schaf nicht aufbringen kann, soll sie
    zwei Turteltauben oder zwei junge Tauben nehmen, eine als Brandopfer
    und die andere als Sündopfer; der Priester soll sie entsühnen, und
    so wird sie gereinigt.
    Lk 2,24

    Der Aussatz an Menschen: 13,1-46

    13:1 Der Herr sprach zu Mose und Aaron:
    1-46: Das mit ®Aussatz¯ wiedergegebene hebräische Wort meint nicht
    immer die Lepra in unserem Sinn, sondern dürfte auch andere
    ekelerregende Hautkrankheiten bezeichnen, die man mit Lepra
    verwechselte.

    13:2 Wenn sich auf der Haut eines Menschen eine Schwellung, ein Ausschlag
    oder ein heller Fleck bildet, liegt Verdacht auf Hautaussatz vor.
    Man soll ihn zum Priester Aaron oder zu einem seiner Söhne, den
    Priestern, führen.

    13:3 Der Priester soll das Übel auf der Haut untersuchen. Wenn das Haar
    an der kranken Stelle weiß wurde und die Stelle tiefer als die
    übrige Haut liegt, ist es Aussatz. Nachdem der Priester das Übel
    untersucht hat, soll er den Erkrankten für unrein erklären.

    13:4 Wenn aber auf der Haut ein weißer Fleck besteht, der nicht merklich
    tiefer als die übrige Haut liegt, und das Haar nicht weiß geworden
    ist, soll der Priester den Befallenen für sieben Tage absondern.

    13:5 Am siebten Tag untersuche er ihn wieder. Wenn er mit seinen eigenen
    Augen feststellt, daß das Übel gleich geblieben ist und sich auf der
    Haut nicht ausgebreitet hat, soll er ihn noch einmal für sieben Tage
    absondern

    13:6 und ihn am siebten Tag abermals untersuchen. Wenn er dann
    feststellt, daß das Übel nachgelassen und sich auf der Haut nicht
    ausgebreitet hat, soll ihn der Priester für rein erklären. Es
    handelt sich um einen Ausschlag. Der Kranke soll seine Kleider
    waschen, dann ist er rein.

    13:7 Breitet sich jedoch der Ausschlag auf der Haut aus, nachdem der
    Kranke vom Priester untersucht und für rein erklärt wurde, soll er
    sich ihm noch einmal zeigen.

    13:8 Stellt der Priester fest, daß der Ausschlag sich auf der Haut
    ausgebreitet hat, soll der Priester ihn für unrein erklären: Es
    handelt sich um Aussatz.

    13:9 Wenn sich also an jemandem ein Übel von der Art des Aussatzes zeigt,
    soll man ihn zum Priester bringen.

    13:10 Stellt der Priester fest, daß sich auf der Haut eine weiße
    Schwellung zeigt, daß die Haare heller geworden sind und daß sich an
    der Schwellung wildes Fleisch gebildet hat,

    13:11 dann ist es ein veralteter Aussatz auf der Haut. Der Priester soll
    ihn für unrein erklären, ohne ihn erst abzusondern, denn er ist
    unrein.

    13:12 Wenn aber der Aussatz auf der Haut ausbricht, sie völlig ergreift
    und sich vom Kopf bis zu den Füßen erstreckt, überall, wohin der
    Priester schaut,

    13:13 so soll er den Kranken untersuchen und, falls er feststellt, daß der
    Aussatz den ganzen Körper bedeckt, den Kranken für rein erklären. Da
    er völlig weiß geworden ist, ist er rein.

    13:14 An dem Tag jedoch, an dem an ihm wildes Fleisch sichtbar wird, ist
    er unrein.

    13:15 Hat der Priester das wilde Fleisch untersucht, soll er ihn für
    unrein erklären. Das wilde Fleisch ist etwas Unreines; es ist
    Aussatz.

    13:16 Wenn aber das wilde Fleisch verschwindet und die befallene Stelle
    weiß wird, soll der Mann den Priester aufsuchen.

    13:17 Dieser soll ihn untersuchen, und wenn er feststellt, daß die
    betroffene Stelle tatsächlich weiß geworden ist, soll er den Kranken
    für rein erklären: Er ist rein.

    13:18 Wenn sich auf der Haut eines Menschen ein Furunkel bildet und wieder
    abheilt,

    13:19 sich aber dann an der Stelle des Furunkels eine weiße Schwellung
    oder ein hellroter Fleck bildet, soll er sich dem Priester zeigen;

    13:20 dieser soll ihn untersuchen. Wenn er eine merkliche Vertiefung der
    Haut und heller gewordenes Haar feststellt, soll der Priester ihn
    für unrein erklären; es ist ein Fall von Aussatz, der im Furunkel
    ausgebrochen ist.

    13:21 Wenn der Priester bei der Untersuchung weder weiße Haare noch eine
    Vertiefung der Haut, vielmehr ein Abklingen des Übels feststellt,
    soll er den Kranken sieben Tage lang absondern.

    13:22 Wenn sich das Übel dann doch auf der Haut ausbreitet, soll er ihn
    für unrein erklären: Es ist ein Fall von Aussatz.

    13:23 Wenn aber der helle Fleck unverändert bleibt, ohne sich
    auszubreiten, so ist es eine Narbe vom Furunkel; der Priester soll
    diesen Menschen für rein erklären.

    13:24 Wenn jemand auf der Haut eine Brandwunde hat und sich eine Wucherung
    als hellroter oder weißer Fleck bildet,

    13:25 soll ihn der Priester untersuchen. Wenn er heller gewordenes Haar
    oder eine merkliche Vertiefung des Fleckes in der Haut feststellt,
    ist es Aussatz, der in der Brandwunde ausgebrochen ist. Der Priester
    soll den Menschen für unrein erklären; es ist ein Fall von Aussatz.

    13:26 Untersucht ihn der Priester und stellt kein weißes Haar auf dem
    Fleck, keine Vertiefung der Haut, sondern ein Abklingen fest, so
    soll er ihn sieben Tage lang absondern.

    13:27 Am siebten Tag soll er ihn wieder untersuchen. Hat sich das Übel auf
    der Haut ausgebreitet, soll er ihn für unrein erklären; es ist ein
    Fall von Aussatz.

    13:28 Wenn der helle Fleck unverändert geblieben ist, ohne sich auf der
    Haut auszubreiten, vielmehr abgeblaßt ist, so ist es nur eine
    angeschwollene Brandnarbe. Der Priester soll den Kranken für rein
    erklären, denn es ist nur eine Brandnarbe.

    13:29 Zeigt sich bei einem Mann oder bei einer Frau an Kopf oder Kinn eine
    kranke Stelle,

    13:30 soll der Priester sie untersuchen. Stellt er dort eine merkliche
    Hautvertiefung mit rötlich-gelb glänzendem, schütter gewordenem Haar
    fest, soll er den Kranken für unrein erklären. Es ist eine Flechte,
    ein Aussatz des Kopfes oder des Kinns.

    13:31 Stellt der Priester bei der Untersuchung dieses Falls von Flechte
    weder eine merkliche Hautvertiefung noch schwarzes Haar fest, soll
    er den mit Flechte Behafteten sieben Tage lang absondern.

    13:32 Am siebten Tag soll er das Übel untersuchen. Stellt er fest, daß
    sich die Flechte nicht ausgebreitet hat, an ihr kein rötlich-gelb
    glänzendes Haar aufgetreten ist und auch keine merkliche
    Hautvertiefung besteht,

    13:33 soll sich der Kranke rasieren, dabei aber die befallene Stelle
    aussparen, und der Priester soll ihn noch einmal sieben Tage lang
    absondern.

    13:34 Am siebten Tag soll er das Übel wieder untersuchen. Stellt er fest,
    daß es sich auf der Haut nicht ausgebreitet hat und daß keine
    merkliche Hautvertiefung besteht, soll er den Kranken für rein
    erklären. Dieser soll seine Kleider waschen, dann ist er rein.

    13:35 Hat sich aber die Flechte nach der Reinerklärung doch auf der Haut
    ausgebreitet,

    13:36 soll ihn der Priester wieder untersuchen. Stellt er fest, daß sich
    die Flechte auf der Haut ausbreitet, braucht der Priester nicht erst
    festzustellen, ob das Haar rötlich-gelb glänzend ist; er ist unrein.

    13:37 Scheint aber dem Priester die Flechte gleichzubleiben und wächst an
    ihr schwarzes Haar, so heilt sie ab; er ist rein, und der Priester
    soll ihn für rein erklären.

    13:38 Zeigen sich bei einem Mann oder bei einer Frau Flecken, weiße
    Flecken auf der Haut,

    13:39 so soll der Priester sie untersuchen. Stellt er fest, daß diese
    Flecken auf der Haut verblassen, so handelt es sich um einen
    Ausschlag, der auf der Haut ausgebrochen ist; der Kranke ist rein.

    13:40 Verliert ein Mann auf seinem Kopf die Haare, so ist es eine
    Hinterkopfglatze; er ist rein.

    13:41 Geschieht es an der Schädelvorderseite, so ist es eine Stirnglatze;
    er ist rein.

    13:42 Entsteht aber auf der Glatze des Hinterkopfes oder über der Stirn
    ein hellroter Fleck, so ist es Aussatz, der auf dem Kopf oder auf
    der Stirn dieses Menschen ausbricht.

    13:43 Der Priester soll ihn untersuchen. Stellt er auf der Hinterkopf-
    oder auf der Stirnglatze eine hellrote Aussatzschwellung fest, die
    wie Hautaussatz aussieht,

    13:44 so ist der Mensch aussätzig; er ist unrein. Der Priester muß ihn für
    unrein erklären; er ist an seinem Kopf von Aussatz befallen.

    13:45 Der Aussätzige, der von diesem Übel betroffen ist, soll eingerissene
    Kleider tragen und das Kopfhaar ungepflegt lassen; er soll den
    Schnurrbart verhüllen und ausrufen: Unrein! Unrein!

    13:46 Solange das Übel besteht, bleibt er unrein; er ist unrein. Er soll
    abgesondert wohnen, außerhalb des Lagers soll er sich aufhalten.

    Der Aussatz an Kleidern: 13,47-59

    13:47 Zeigt sich Aussatz auf einem Kleidungsstück, sei es ein Woll- oder
    Leinenkleid,
    47-59: Da man nur vom äußeren Anschein ausging, galten auch
    Veränderungen an Kleidern durch Fäulnis oder Verrottung, die
    entsprechenden Krankheitserscheinungen auf der menschlichen Haut
    ähnelten, als lepraverdächtig und ansteckend.

    13:48 ein Gewebe oder Gewirke aus Leinen oder Wolle, oder auf Leder oder
    auf irgendeinem Ledergegenstand,

    13:49 so ist das ein Fall von Aussatz, der dem Priester dann zu zeigen
    ist, wenn der Fleck auf dem Kleid, dem Leder, dem Gewebe, dem
    Gewirke oder irgendeinem Ledergerät grüngelblich oder rötlich
    erscheint.

    13:50 Der Priester soll das Übel untersuchen und den befallenen Gegenstand
    sieben Tage lang absondern.

    13:51 Wenn er am siebten Tage beobachtet, daß sich das Übel auf dem Kleid,
    dem Gewebe, dem Gewirke, dem Leder oder Ledergegenstand, was immer
    es auch sein mag, ausgebreitet hat, so ist es ein Fall von
    bösartigem Aussatz: Der befallene Gegenstand ist unrein.

    13:52 Man soll dieses Kleid, dieses Gewebe, dieses Gewirke aus Wolle oder
    Leinen oder das Ledergerät, was es auch sein mag, auf dem sich das
    Übel zeigt, verbrennen; denn es ist bösartiger Aussatz, der im Feuer
    verbrannt werden muß.

    13:53 Wenn aber der Priester bei der Untersuchung feststellt, daß das Übel
    sich auf diesem Kleid, Gewebe, Gewirke oder Ledergerät nicht
    ausgebreitet hat,

    13:54 soll er den befallenen Gegenstand waschen lassen und ihn noch einmal
    sieben Tage lang absondern.

    13:55 Nach dem Abwaschen soll er das Übel untersuchen, und wenn er
    feststellt, daß sich sein Aussehen nicht verändert hat, so ist der
    Gegenstand unrein, auch wenn sich das Übel nicht ausbreitet; du
    sollst ihn im Feuer verbrennen. Es liegt eine ausgefressene
    Vertiefung an seiner Vorder- oder Rückseite vor.

    13:56 Stellt aber der Priester bei der Untersuchung fest, daß das Übel
    nach dem Abwaschen abgeblaßt ist, so soll er die befallene Stelle
    von dem Kleid, dem Leder, dem Gewebe oder dem Gewirke abreißen.

    13:57 Sollte aber das Übel auf diesem Kleid, Gewebe, Gewirke oder
    Ledergerät wieder erscheinen, so greift das Übel weiter um sich, und
    du sollst den befallenen Gegenstand im Feuer verbrennen.

    13:58 Aber das Kleid, das Gewebe, das Gewirke oder das Ledergerät, auf dem
    das Übel nach dem Abwaschen verschwunden ist, soll noch einmal
    gewaschen werden und ist dann rein.

    13:59 Das ist das Gesetz für den Fall von Aussatz auf einem Woll- oder
    Leinenkleid, einem Gewebe, Gewirke oder Ledergerät, wenn es gilt,
    sie für rein oder unrein zu erklären.

    Die Reinigungsriten für vom Aussatz Geheilte: 14,1-32

    14:1 Der Herr sprach zu Mose:

    14:2 Das ist das Gesetz für den Aussätzigen, wenn er für rein erklärt
    wird: Man soll ihn zum Priester führen,

    14:3 und der Priester soll vor das Lager herauskommen. Stellt er nach der
    Untersuchung fest, daß der Aussätzige von seinem Aussatz geheilt
    ist,

    14:4 soll er anordnen, daß man für den, der sich der Reinigung
    unterzieht, zwei lebende reine Vögel, Zedernholz, Karmesin und Ysop
    nimmt.

    14:5 Dann soll er anordnen, den einen Vogel über einem Tongefäß mit
    Quellwasser zu schlachten.

    14:6 Den lebenden Vogel, das Zedernholz, das Karmesin und den Ysop soll
    er nehmen und alles, auch den lebenden Vogel, in das Blut des über
    dem Quellwasser geschlachteten Vogels tauchen.

    14:7 Nun soll er den, der sich der Reinigung vom Aussatz unterzieht,
    siebenmal besprengen und, nachdem er ihn für rein erklärt hat, den
    lebenden Vogel ins freie Feld fliegen lassen.

    14:8 Der sich der Reinigung unterzieht, der soll seine Kleider waschen,
    sein ganzes Haar scheren, sich in Wasser baden und dann rein sein.
    Nachher darf er ins Lager kommen, muß aber noch sieben Tage
    außerhalb seines Zeltes bleiben.

    14:9 Am siebten Tag soll er sein ganzes Haar scheren, die Kopfhaare, den
    Bart und die Augenbrauen; alle Haare muß er scheren. Nachdem er
    seine Kleider gewaschen und seinen Körper in Wasser gebadet hat, ist
    er rein.

    14:10 Am achten Tag soll er zwei fehlerlose Widder, ein einjähriges
    fehlerloses Schaf, drei Zehntel Efa Speiseopfermehl, das mit Öl
    vermengt ist, und ein Log Öl nehmen.

    14:11 Der Priester, der die Reinigung vornimmt, soll den, der sich der
    Reinigung unterzieht, mit seinen Opfergaben am Eingang des
    Offenbarungszeltes vor dem Herrn aufstellen.

    14:12 Dann soll er den einen Widder nehmen, ihn zusammen mit dem Log Öl
    als Schuldopfer darbringen und mit beiden den Darbringungsritus vor
    dem Herrn vollziehen.

    14:13 Er soll den Widder an der Stelle schlachten, wo man das Sünd- und
    das Brandopfer schlachtet, an dem heiligen Ort. Dieses Schuldopfer
    nämlich gehört wie ein Sündopfer dem Priester, es ist etwas
    Hochheiliges.

    14:14 Der Priester soll etwas Blut vom Schlachtopfer nehmen und es auf das
    rechte Ohrläppchen dessen tun, der sich der Reinigung unterzieht,
    und auf den Daumen seiner rechten Hand und auf die große Zehe seines
    rechten Fußes.
    8,23; Ex 29,20

    14:15 Dann soll er etwas von dem Log Öl nehmen und auf seinen eigenen
    linken Handteller gießen.

    14:16 Er soll einen Finger seiner rechten Hand in das Öl, das auf seinem
    linken Handteller ist, tauchen und mit diesem Finger siebenmal Öl
    vor dem Herrn verspritzen.

    14:17 Dann soll er etwas von dem auf seinem Handteller übriggebliebenen Öl
    auf das rechte Ohrläppchen dessen tun, der sich der Reinigung
    unterzieht, auf den Daumen seiner rechten Hand und auf die große
    Zehe seines rechten Fußes, auf das Blut des Schuldopfers.

    14:18 Den Rest des Öls, das er auf seinem Handteller hat, soll er auf den
    Kopf dessen tun, der sich der Reinigung unterzieht. So soll er ihn
    vor dem Herrn entsühnen.

    14:19 Nun soll der Priester das Sündopfer durchführen und den, der sich
    der Reinigung unterzieht, von seiner Unreinheit entsühnen. Danach
    soll er das Brandopfer schlachten

    14:20 und dieses und das Speiseopfer auf dem Altar als Ganzopfer
    darbringen. Hat der Priester den betreffenden Menschen entsühnt, so
    ist er rein.

    14:21 Wenn er arm ist und seine Mittel nicht ausreichen, soll der Priester
    einen einzigen Schuldopferwidder für den Darbringungsritus nehmen,
    um ihn zu entsühnen. Er soll nur ein Zehntel Efa Feinmehl, das mit
    Öl vermengt ist, und ein Log Öl als Speiseopfer nehmen,

    14:22 und je nachdem es seine Mittel gestatten, soll er zwei Turteltauben
    oder zwei junge Tauben bringen, von denen die eine als Sündopfer und
    die andere als Brandopfer dienen soll.

    14:23 Er soll sie am achten Tag zu seiner Reinigung dem Priester zum
    Eingang des Offenbarungszeltes vor den Herrn bringen.

    14:24 Der Priester soll den Schuldopferwidder und das Log Öl nehmen und
    damit den Darbringungsritus vor dem Herrn vollziehen.

    14:25 Hat er diesen Schuldopferwidder geschlachtet, dann nehme er etwas
    Blut vom Schuldopfer und tue es auf das rechte Ohrläppchen dessen,
    der sich der Reinigung unterzieht, auf den Daumen seiner rechten
    Hand und auf die große Zehe seines rechten Fußes.

    14:26 Er soll etwas Öl auf seinen linken Handteller gießen

    14:27 und etwas von diesem Öl, das auf seinem linken Handteller ist, mit
    seinem rechten Zeigefinger siebenmal vor dem Herrn verspritzen.

    14:28 Dann soll er etwas von dem Öl, das auf seinem Handteller ist, auf
    das rechte Ohrläppchen dessen, der sich der Reinigung unterzieht,
    auf den Daumen seiner rechten Hand und auf die große Zehe seines
    rechten Fußes tun, und zwar auf die Stelle des Schuldopferblutes.

    14:29 Den Rest des Öls auf seinem Handteller soll der Priester auf den
    Kopf dessen tun, der sich der Reinigung unterzieht. So soll er ihn
    vor dem Herrn entsühnen.

    14:30 Seinen Mitteln entsprechend soll er die eine der beiden Turteltauben
    oder jungen Tauben

    14:31 als ein Sündopfer und die andere als ein Brandopfer mit einem
    Speiseopfer verwenden. Der Priester soll damit den, der sich der
    Reinigung unterzieht, vor dem Herrn entsühnen.

    14:32 Das ist das Gesetz für einen, der vom Aussatz befallen ist und
    dessen Mittel für seine Reinigung nicht ausreichen.

    Der Aussatz an Häusern: 14,33-57

    14:33 Der Herr sprach zu Mose und Aaron:
    33-57: Ähnliches wie zum Aussatz an Kleidern ist zum Aussatz an
    Häusern zu sagen (vgl. die Anmerkung zu 13,47-59).

    14:34 Wenn ihr in das Land Kanaan kommt, das ich euch zum Besitz gebe, und
    ich lasse an einem Haus des Landes, das ihr besitzen werdet, Aussatz
    auftreten,

    14:35 so soll der Hausherr kommen, es dem Priester anzeigen und sagen: Ich
    habe an meinem Haus so etwas wie Aussatz gesehen.

    14:36 Der Priester soll anordnen, daß man das Haus räumt, bevor er kommt,
    um das Übel zu untersuchen; auf diese Weise wird das, was sich im
    Haus befindet, nicht unrein. Danach erst soll der Priester kommen,
    um das Haus zu besichtigen.

    14:37 Stellt er dabei fest, daß sich an den Mauern des Hauses
    grünlich-gelbe oder rötliche Vertiefungen zeigen, die Mulden in der
    Mauer bilden,

    14:38 so soll der Priester aus dem Haus hinausgehen und den Eingang für
    sieben Tage abschließen.

    14:39 Am siebten Tag soll er wiederkommen. Stellt er bei der Besichtigung
    fest, daß sich das Übel an den Hausmauern ausgebreitet hat,

    14:40 so ordne er an, die Steine, die vom Übel befallen sind,
    herauszureißen und sie vor die Stadt hinaus an einen unreinen Ort zu
    werfen.

    14:41 Dann soll er die Innenwände des Hauses abkratzen lassen, und man
    soll den so entfernten Mörtel aus der Stadt hinausschaffen und an
    einen unreinen Ort schütten.

    14:42 Man soll andere Steine nehmen, um die herausgerissenen zu ersetzen,
    und das Haus mit frischem Mörtel bestreichen.

    14:43 Hat man die Steine entfernt, das Haus abgekratzt und neu verputzt
    und das Übel bricht wieder aus,

    14:44 soll der Priester kommen, um es zu besichtigen. Stellt er fest, daß
    sich das Übel an dem Haus ausgebreitet hat, so ist bösartiger
    Aussatz an dem Haus; es ist unrein.

    14:45 Man soll es niederreißen und seine Steine, seine Balken und seinen
    ganzen Mörtelverputz vor die Stadt hinausbringen an einen unreinen
    Ort.

    14:46 Jeder, der das Haus während der Tage, an denen es durch den Priester
    verschlossen war, betreten hat, ist unrein bis zum Abend.

    14:47 Wer im Haus geschlafen hat, muß seine Kleider waschen; wer im Haus
    gegessen hat, muß seine Kleider waschen.

    14:48 Kommt aber der Priester, um das Übel zu besichtigen, und stellt
    fest, daß sich das Übel, nachdem das Haus neu verputzt wurde, nicht
    ausgebreitet hat, soll er das Haus für rein erklären, denn das Übel
    ist abgeheilt.

    14:49 Um das Haus zu entsündigen, soll er zwei Vögel, Zedernholz, Karmesin
    und Ysop nehmen.

    14:50 Er soll einen der Vögel über einem Tongefäß mit Quellwasser
    schlachten.

    14:51 Dann soll er das Zedernholz, den Ysop, das Karmesin und den lebenden
    Vogel nehmen, um sie in das Blut des geschlachteten Vogels und in
    das Quellwasser zu tauchen. Er soll das Haus siebenmal besprengen
    und,

    14:52 nachdem er das Haus mit dem Blut des Vogels, dem Quellwasser, dem
    lebenden Vogel, dem Zedernholz, dem Ysop und dem Karmesin entsündigt
    hat,

    14:53 den lebenden Vogel aus der Stadt hinaus ins freie Feld fliegen
    lassen. So entsühnt er das Haus, und es ist wieder rein.

    14:54 Das ist das Gesetz für alle Fälle von Aussatz und Flechte,

    14:55 von Aussatz an Kleidern und Häusern,

    14:56 von Geschwülsten, Ausschlag und hellen Flecken,

    14:57 zur Unterweisung, wann etwas unrein oder rein ist. Das ist das
    Gesetz über den Aussatz.

    Die Unreinheit bei Männern: 15,1-18

    15:1 Der Herr sprach zu Mose und Aaron:

    15:2 Redet zu den Israeliten, und sagt zu ihnen: Wenn ein Mann einen
    Ausfluß aus seinem Körper hat, so ist dieser Ausfluß unrein.
    ®Ausfluß aus dem Körper¯ sind alle krankhaften Ausflüsse aus den
    natürlichen Körperöffnungen und aus ständig nässenden Fisteln. Dazu
    und zu 15,19-33 vgl. die Einleitung.

    15:3 Hat er diesen Ausfluß, so besteht seine Unreinheit, ob sein Körper
    den Ausfluß fließen läßt oder ihn zurückhält; bei ihm liegt
    Unreinheit vor.

    15:4 Jedes Lager, auf das sich dieser Mann legt, und jeder Gegenstand,
    auf den er sich setzt, ist unrein.

    15:5 Wer sein Lager berührt, muß seine Kleider waschen, sich in Wasser
    baden und ist unrein bis zum Abend.

    15:6 Wer sich auf einen Gegenstand setzt, auf dem der Leidende saß, muß
    seine Kleider waschen, sich in Wasser baden und ist unrein bis zum
    Abend.

    15:7 Wer den Körper des Leidenden berührt, muß seine Kleider waschen,
    sich in Wasser baden und ist unrein bis zum Abend.

    15:8 Wenn der Kranke eine reine Person anspuckt, muß sie ihre Kleider
    waschen, sich in Wasser baden und ist unrein bis zum Abend.

    15:9 Jeder Sattel, den der Kranke benutzt, ist unrein.

    15:10 Jeder, der irgendeinen Gegenstand berührt, der unter dem Kranken
    war, ist unrein bis zum Abend. Wer einen solchen Gegenstand trägt,
    muß seine Kleider waschen, sich in Wasser baden und ist unrein bis
    zum Abend.

    15:11 Jeder, den der Kranke berührt, ohne zuvor seine Hände mit Wasser
    abzuspülen, muß seine Kleider waschen, sich in Wasser baden und ist
    unrein bis zum Abend.

    15:12 Ein Tongefäß, das der Kranke berührt, muß zerbrochen, und jedes
    Holzgerät mit Wasser abgespült werden.

    15:13 Wird dieser Mann von seinem Ausfluß rein, soll er sieben Tage bis zu
    seiner Reinigung zählen. Danach muß er seine Kleider waschen, seinen
    Körper in Quellwasser baden und ist dann rein.

    15:14 Am achten Tag soll er zwei Turteltauben oder zwei junge Tauben
    nehmen, vor den Herrn zum Eingang des Offenbarungszeltes kommen und
    sie dem Priester geben.

    15:15 Mit der einen soll der Priester ein Sündopfer und mit der andern ein
    Brandopfer darbringen. Der Priester soll ihn so vor dem Herrn wegen
    seines Ausflusses entsühnen.

    15:16 Hat ein Mann Samenerguß, soll er seinen ganzen Körper in Wasser
    baden und ist unrein bis zum Abend.

    15:17 Jedes Kleid und jedes Lederstück, auf das Samen gekommen ist, muß
    mit Wasser gesäubert werden und ist unrein bis zum Abend.

    15:18 Schläft ein Mann, der Samenerguß hat, mit einer Frau, müssen sie
    sich beide in Wasser baden und sind unrein bis zum Abend.

    Die Unreinheit bei Frauen: 15,19-33

    15:19 Hat eine Frau Blutfluß und ist solches Blut an ihrem Körper, soll
    sie sieben Tage lang in der Unreinheit ihrer Regel verbleiben. Wer
    sie berührt, ist unrein bis zum Abend.

    15:20 Alles, worauf sie sich in diesem Zustand legt, ist unrein; alles,
    worauf sie sich setzt, ist unrein.

    15:21 Wer ihr Lager berührt, muß seine Kleider waschen, sich in Wasser
    baden und ist unrein bis zum Abend.

    15:22 Wer irgendeinen Gegenstand berührt, auf dem sie saß, muß seine
    Kleider waschen, sich in Wasser baden und ist unrein bis zum Abend.

    15:23 Befindet sich etwas auf dem Bett oder auf dem Gegenstand, auf dem
    sie saß, wird derjenige, der es berührt, unrein bis zum Abend.

    15:24 Schläft ein Mann mit ihr, so kommt die Unreinheit ihrer Regel auf
    ihn. Er wird für sieben Tage unrein. Jedes Lager, auf das er sich
    legt, wird unrein.

    15:25 Hat eine Frau mehrere Tage außerhalb der Zeit ihrer Regel einen
    Blutfluß oder hält ihre Regel länger an, ist sie für die ganze Dauer
    dieses Ausflusses im gleichen Zustand der Unreinheit wie während der
    Zeit ihrer Regel.

    15:26 Jedes Lager, auf das sie sich während der ganzen Dauer ihres
    Ausflusses legt, ist so wie ihr Lager, auf dem sie während ihrer
    Regel liegt. Jeder Gegenstand, auf den sie sich setzt, wird unrein
    wie bei der Unreinheit ihrer Regel.

    15:27 Jeder, der diese Gegenstände berührt, wird unrein; er muß seine
    Kleider waschen, sich in Wasser baden und ist unrein bis zum Abend.

    15:28 Ist sie von ihrem Ausfluß rein, soll sie sieben Tage zählen und dann
    rein sein.

    15:29 Am achten Tag soll sie zwei Turteltauben oder zwei junge Tauben
    nehmen und sie dem Priester zum Eingang des Offenbarungszeltes
    bringen.

    15:30 Der Priester soll die eine als Sündopfer und die andere als
    Brandopfer verwenden. Er soll sie so vor dem Herrn wegen ihres
    verunreinigenden Ausflusses entsühnen.

    15:31 Ihr sollt die Israeliten vor ihrer Unreinheit warnen, damit sie
    nicht in ihr sterben müssen, weil sie meine Wohnstätte in ihrer
    Mitte verunreinigen.

    15:32 Das ist das Gesetz für einen Mann, der einen Ausfluß hat, für einen,
    den ein Samenerguß unrein gemacht hat,

    15:33 und für die Frau in der Unreinheit ihrer Regel, also für den Mann
    oder die Frau mit Ausfluß und den Mann, der mit einer unreinen Frau
    schläft.

    Das Ritual für den Versöhnungstag: 16,1-34

    16:1 Nach dem Tod der beiden Söhne Aarons, die umgekommen waren, als sie
    vor den Herrn hintraten, redete der Herr mit Mose.
    10,1-5
    1-34: Der Versöhnungstag wird am 10. Tag des Monats Tischri
    (September/Oktober), fünf Tage vor dem Laubhüttenfest, gefeiert. Er
    ist ein Fasttag und der Tag, an dem der Hohepriester sich, die
    Priester und das Volk für alle Vergehen entsühnt. Nur an diesem Tag
    darf er das Allerheiligste des Tempels betreten (vgl. auch Num
    29,7-11).

    16:2 Der Herr sprach zu Mose: Sag deinem Bruder Aaron, er soll nicht zu
    jeder beliebigen Zeit das Heiligtum hinter dem Vorhang vor der
    Deckplatte der Lade betreten. Dann wird er nicht sterben, wenn ich
    über der Deckplatte in einer Wolke erscheine.
    Ex 25,17-21

    16:3 Aaron darf nur so in das Heiligtum kommen: mit einem Jungstier für
    ein Sündopfer und einem Widder für ein Brandopfer.

    16:4 Ein geweihtes Leinengewand soll er anhaben, leinene Beinkleider
    tragen, sich mit einem Leinengürtel gürten und um den Kopf einen
    Leinenturban binden. Das sind heilige Gewänder; deshalb soll er
    seinen ganzen Körper in Wasser baden und sie erst dann anlegen.

    16:5 Von der Gemeinde der Israeliten soll er zwei Ziegenböcke für ein
    Sündopfer und einen Widder für ein Brandopfer erhalten.

    16:6 Hat er den Jungstier für seine eigene Sünde dargebracht und sich und
    sein Haus entsühnt,

    16:7 dann soll Aaron die beiden Ziegenböcke nehmen und sie vor dem Herrn
    am Eingang des Offenbarungszeltes aufstellen.

    16:8 Für die beiden Böcke soll er Lose kennzeichnen, ein Los ®für den
    Herrn¯ und ein Los ®für Asasel¯.
    8.20-22: Der Ritus mit dem Sündenbock für Asasel geht wohl auf
    einen alten Brauch zurück, der durch den Jahwekult nicht ganz
    verdrängt werden konnte und darum als symbolische Handlung in das
    Ritual des Versöhnungstags eingebaut wurde. Asasel ist ein
    Wüstendämon. Alle Sünden Israels sollen durch die Handauflegung
    gleichsam auf den Ziegenbock geladen und mit ihm in die Wüste, zu de
    Wüstendämonen, getrieben, d. h. aus der Mitte Israels verbannt
    werden.

    16:9 Aaron soll den Bock, für den das Los ®für den Herrn¯ herauskommt,
    herbeiführen und ihn als Sündopfer darbringen.

    16:10 Der Bock, für den das Los ®für Asasel¯ herauskommt, soll lebend vor
    den Herrn gestellt werden, um für die Sühne zu dienen und zu Asasel
    in die Wüste geschickt zu werden.

    16:11 Aaron soll den Jungstier für sein eigenes Sündopfer herbeibringen
    lassen, um sich und sein Haus zu entsühnen, und diesen Jungstier als
    Sündopfer für sich schlachten.

    16:12 Dann soll er eine Räucherpfanne voll glühender Kohlen vom Altar, der
    vor dem Herrn steht, und zwei Handvoll zerstoßenen duftenden
    Räucherwerks nehmen. Er soll alles hinter den Vorhang bringen

    16:13 und das Räucherwerk auf das Feuer vor dem Herrn tun; die Wolke des
    Räucherwerks soll die Deckplatte über der Lade einhüllen, damit er
    nicht sterben muß.

    16:14 Dann soll er vom Blut des Jungstiers nehmen und es mit seinem Finger
    gegen die Vorderseite der Deckplatte spritzen; auch vor die
    Deckplatte soll er mit seinem Finger siebenmal etwas Blut spritzen.

    16:15 Nachher soll er den Bock schlachten, der als Sündopfer für das Volk
    bestimmt ist, und sein Blut hinter den Vorhang tragen. Er soll es
    mit diesem Blut ebenso machen wie mit dem Blut des Jungstiers und es
    auf die Deckplatte und vor die Deckplatte spritzen.

    16:16 So soll er das Heiligtum von den Unreinheiten der Israeliten, von
    all ihren Freveltaten und Sünden entsühnen, und so soll er mit dem
    Offenbarungszelt verfahren, das bei ihnen inmitten ihrer
    Unreinheiten seinen Sitz hat.

    16:17 Kein Mensch darf im Offenbarungszelt sein, wenn er in das Heiligtum
    eintritt, um die Sühne zu vollziehen, bis er es wieder verläßt. Hat
    er sich, sein Haus und die ganze Gemeinde Israels entsühnt,

    16:18 so soll er zum Altar vor dem Herrn hinausgehen und ihn entsühnen. Er
    soll etwas Blut des Jungstiers und des Bockes nehmen und es auf die
    Hörner rings um den Altar tun.

    16:19 Etwas von diesem Blut soll er mit seinem Finger siebenmal auf den
    Altar spritzen. So soll er ihn von den Unreinheiten der Israeliten
    reinigen und ihn heiligen.

    16:20 Hat er so die Entsühnung des Heiligtums, des Offenbarungszeltes und
    des Altars beendet, soll er den lebenden Bock herbringen lassen.

    16:21 Aaron soll seine beiden Hände auf den Kopf des lebenden Bockes legen
    und über ihm alle Sünden der Israeliten, alle ihre Frevel und alle
    ihre Fehler bekennen. Nachdem er sie so auf den Kopf des Bockes
    geladen hat, soll er ihn durch einen bereitstehenden Mann in die
    Wüste treiben lassen,

    16:22 und der Bock soll alle ihre Sünden mit sich in die Einöde tragen.
    Hat er den Bock in die Wüste geschickt,

    16:23 dann soll Aaron wieder in das Offenbarungszelt gehen, die
    Leinengewänder, die er beim Betreten des Heiligtums angelegt hat,
    ablegen und sie dort verwahren.

    16:24 Er soll seinen Körper in Wasser an einem heiligen Ort baden, wieder
    seine Kleider anlegen und hinausgehen, um sein Brandopfer und das
    des Volkes darzubringen. Er soll sich und das Volk entsühnen

    16:25 und das Fett des Sündopfers auf dem Altar in Rauch aufgehen lassen.

    16:26 Der Mann, der den Bock für Asasel hinausgeführt hat, muß seine
    Kleider waschen, seinen Körper in Wasser baden und darf danach
    wieder in das Lager kommen.

    16:27 Den Jungstier und den Bock, die man als Sündopfer dargebracht und
    deren Blut man in das Heiligtum zur Entsühnung gebracht hat, soll
    man aus dem Lager hinausschaffen und ihr Fell, ihr Fleisch und ihren
    Mageninhalt im Feuer verbrennen.

    16:28 Wer sie verbrannt hat, muß seine Kleider waschen, den Körper in
    Wasser baden und darf danach wieder ins Lager kommen.

    16:29 Folgendes soll euch als feste Regel gelten: Im siebten Monat, am
    zehnten Tag des Monats, sollt ihr euch Enthaltung auferlegen und
    keinerlei Arbeit tun, der Einheimische und ebenso der Fremde, der in
    eurer Mitte lebt.

    16:30 Denn an diesem Tag entsühnt man euch, um euch zu reinigen. Vor dem
    Herrn werdet ihr von allen euren Sünden wieder rein.

    16:31 Dieser Tag ist für euch ein vollständiger Ruhetag, und ihr sollt
    euch Enthaltung auferlegen. Das gelte als feste Regel.

    16:32 Der Priester, den man gesalbt und an Stelle seines Vaters als
    Priester eingesetzt hat, soll die Sühne vollziehen. Er soll die
    Leinengewänder, die heiligen Gewänder, anlegen.

    16:33 Er soll das geweihte Heiligtum, das Offenbarungszelt und den Altar
    entsühnen; dann soll er die Priester und das ganze Volk der Gemeinde
    entsühnen.

    16:34 Das soll für euch als feste Regel gelten: Einmal im Jahr sollen die
    Israeliten von allen ihren Sünden entsühnt werden. Und man tat, wie
    es der Herr dem Mose befohlen hatte.

    Das Heiligkeitsgesetz: 17,1 - 26,46
    Schlachtungen und Blutgenuß: 17,1-16

    17:1 Der Herr sprach zu Mose:
    1-16: Dieser Text scheint zu fordern, daß die Schlachtung eines
    Tiers nur am Heiligtum geschehen darf, und zwar in Verbindung mit
    einem Opfer, wobei zumindest das Fett und das Blut Gott gehören. Ein
    solches Gesetz wäre nur denkbar zur Zeit der Wüstenwanderung, wie si
    sich die Priestertradition vorstellt. In Palästina nach der
    Seßhaftwerdung wäre es nicht durchführbar gewesen. Vielleicht meint
    aber 17,1-9 nur, daß man nirgends als nur am Heiligtum Schlachtopfer
    darbringen darf. So ist jedenfalls Dtn 12 gemeint, wo ausdrücklich
    festgestellt wird, daß man überall einfache Schlachtungen vornehmen
    darf, wenn man nur das Blut nicht genießt, sondern zur Erde rinnen
    läßt und mit Erde bedeckt. Auch in Lev 17 wird der Blutgenuß
    ausdrücklich verboten. Das Verbot wird in V. 11 damit begründet, daß
    das Blut Sitz des Lebens und von Gott dazu vorgesehen ist, beim
    Sühnopfer als Ersatz für das durch die Sünde verwirkte Blut des
    Sünders zu dienen.

    17:2 Rede zu Aaron, seinen Söhnen und allen Israeliten, und sag zu ihnen:
    Das ist es, worauf der Herr euch verpflichtet hat:

    17:3 Jeder Mann aus dem Haus Israel, der innerhalb oder außerhalb des
    Lagers ein Rind, ein Schaf oder eine Ziege schlachtet

    17:4 und das Tier nicht zum Eingang des Offenbarungszeltes bringt, um es
    dem Herrn vor seiner Wohnstätte zu opfern, dem soll es als
    Blutschuld angerechnet werden; er hat Blut vergossen und soll aus
    der Mitte seines Volkes ausgemerzt werden.

    17:5 Daher sollen die Israeliten die Opfer, die sie (jetzt noch) auf dem
    freien Feld schlachten, dem Priester für den Herrn zum Eingang des
    Offenbarungszeltes bringen und sie als Heilsopfer für den Herrn
    schlachten.
    3,1-17

    17:6 Der Priester soll das Blut auf den Altar des Herrn am Eingang des
    Offenbarungszeltes gießen und das Fett zum beruhigenden Duft für den
    Herrn in Rauch aufgehen lassen.

    17:7 Sie sollen nicht mehr ihre Schlachtopfer für Bocksdämonen
    schlachten, mit denen sie Unzucht treiben. Das gelte ihnen und ihren
    kommenden Generationen als feste Regel.

    17:8 Du sollst ihnen weiter sagen: Jeder Mann aus dem Haus Israel oder
    jeder Fremde in eurer Mitte, der ein Brand- oder Schlachtopfer
    darbringt,

    17:9 ohne es zum Eingang des Offenbarungszeltes zu bringen, um es für den
    Herrn zu vollziehen, soll aus seinen Stammesgenossen ausgemerzt
    werden.

    17:10 Jeder Mann aus dem Haus Israel oder jeder Fremde in eurer Mitte, der
    irgendwie Blut genießt, gegen einen solchen werde ich mein Angesicht
    wenden und ihn aus der Mitte seines Volkes ausmerzen.

    17:11 Die Lebenskraft des Fleisches sitzt nämlich im Blut. Dieses Blut
    habe ich euch gegeben, damit ihr auf dem Altar für euer Leben die
    Sühne vollzieht; denn das Blut ist es, das für ein Leben sühnt.
    Gen 9,4; Dtn 12,23

    17:12 Deshalb habe ich zu den Israeliten gesagt: Niemand unter euch darf
    Blut genießen, auch der Fremde, der in eurer Mitte lebt, darf kein
    Blut genießen.

    17:13 Jeder unter den Israeliten oder der Fremde in eurer Mitte, der Wild
    oder für den Genuß erlaubte Vögel erlegt, muß das Blut ausfließen
    lassen und es mit Erde bedecken.

    17:14 Denn das Leben aller Wesen aus Fleisch ist das Blut, das darin ist.
    Ich habe zu den Israeliten gesagt: Das Blut irgendeines Wesens aus
    Fleisch dürft ihr nicht genießen; denn das Leben aller Wesen aus
    Fleisch ist ihr Blut. Jeder, der es genießt, soll ausgemerzt werden.

    17:15 Jeder, sei er einheimisch oder fremd, der ein verendetes oder
    zerrissenes Tier ißt, muß seine Kleider waschen, sich in Wasser
    baden und ist unrein bis zum Abend; dann ist er rein.
    11,40; Ex 22,30

    17:16 Wer seine Kleider nicht wäscht und seinen Körper nicht in Wasser
    badet, muß die Folgen seiner Schuld tragen.

    Sexuelle Vorschriften: 18,1-30
    Einleitung: 18,1-5

    18:1 Der Herr sprach zu Mose:

    18:2 Rede zu den Israeliten, und sag zu ihnen: Ich bin der Herr, euer
    Gott.

    18:3 Ihr sollt nicht tun, was man in Ägypten tut, wo ihr gewohnt habt;
    ihr sollt nicht tun, was man in Kanaan tut, wohin ich euch führe.
    Ihre Bräuche sollt ihr nicht befolgen.

    18:4 Meine Vorschriften sollt ihr einhalten, und meine Satzungen sollt
    ihr beachten und befolgen. Ich bin der Herr, euer Gott.

    18:5 Ihr sollt auf meine Satzungen und meine Vorschriften achten. Wer sie
    einhält, wird durch sie leben. Ich bin der Herr.

    Unzucht unter Verwandten: 18,6-18

    18:6 Niemand von euch darf sich einer Blutsverwandten nähern, um ihre
    Scham zu entblößen. Ich bin der Herr.

    18:7 Die Scham deines Vaters, nämlich die Scham deiner Mutter, darfst du
    nicht entblößen. Sie ist deine Mutter, du darfst ihre Scham nicht
    entblößen.

    18:8 Die Scham der Frau deines Vaters darfst du nicht entblößen; sie ist
    die Scham deines Vaters.

    18:9 Die Scham deiner Schwester, einer Tochter deines Vaters oder einer
    Tochter deiner Mutter, darfst du nicht entblößen, sei sie im Haus
    oder außerhalb geboren.

    18:10 Die Scham einer Tochter deines Sohnes oder einer Tochter deiner
    Tochter darfst du nicht entblößen; denn ihre Scham ist deine eigene
    Scham.

    18:11 Die Scham der Tochter einer Frau deines Vaters darfst du nicht
    entblößen. Sie ist deinem Vater geboren, also deine Schwester; du
    darfst ihre Scham nicht entblößen.

    18:12 Die Scham einer Schwester deines Vaters darfst du nicht entblößen;
    denn sie ist mit deinem Vater leiblich verwandt.

    18:13 Die Scham der Schwester deiner Mutter darfst du nicht entblößen;
    denn sie ist mit deiner Mutter leiblich verwandt.

    18:14 Die Scham des Bruders deines Vaters darfst du nicht entblößen; du
    darfst dich seiner Frau nicht nähern; denn sie ist deine Tante.

    18:15 Die Scham deiner Schwiegertochter darfst du nicht entblößen. Sie ist
    die Frau deines Sohnes; du darfst ihre Scham nicht entblößen.

    18:16 Die Scham der Frau deines Bruders darfst du nicht entblößen; denn
    sie ist die Scham deines Bruders.

    18:17 Die Scham einer Frau und gleichzeitig die ihrer Tochter darfst du
    nicht entblößen; weder die Tochter ihres Sohnes noch die Tochter
    ihrer Tochter darfst du nehmen, um ihre Scham zu entblößen. Sie sind
    leiblich verwandt, es wäre Blutschande.

    18:18 Du darfst neben einer Frau nicht auch noch deren Schwester heiraten;
    du würdest sie zur Nebenbuhlerin machen, wenn du zu Lebzeiten der
    Frau die Scham ihrer Schwester entblößt.

    Andere Unzuchtvergehen: 18,19-23

    18:19 Einer Frau, die wegen ihrer Regel unrein ist, darfst du dich nicht
    nähern, um ihre Scham zu entblößen.

    18:20 Der Frau deines Stammesgenossen darfst du nicht beiwohnen; du
    würdest dadurch unrein.

    18:21 Von deinen Nachkommen darfst du keinen für Moloch darbringen. Du
    darfst den Namen deines Gottes nicht entweihen. Ich bin der Herr.
    20,2-5
    Kinderopfer waren in außerordentlichen Notsituationen bei den
    Kanaanitern üblich (vgl. die Anmerkung zu Gen 22,1-19). Moloch
    bedeutet eigentlich ®König¯ und ist ein entstellter Beiname für Baal
    Nach 2 Kön 23,10; Jer 32,35; Ez 16,20-22 ist das Kinderopfer für
    Moloch zur Königszeit auch in Israel und Juda geübt worden, wobei ma
    Kinder ®durchs Feuer gehen lie߯, d. h. verbrannte.

    18:22 Du darfst nicht mit einem Mann schlafen, wie man mit einer Frau
    schläft; das wäre ein Greuel.

    18:23 Keinem Vieh darfst du beiwohnen; du würdest dadurch unrein. Keine
    Frau darf vor ein Vieh hintreten, um sich mit ihm zu begatten; das
    wäre eine schandbare Tat.

    Schlußmahnung: 18,24-30

    18:24 Ihr sollt euch nicht durch all das verunreinigen; denn durch all das
    haben sich die Völker verunreinigt, die ich vor euch vertrieben
    habe.

    18:25 Das Land wurde unrein, ich habe an ihm seine Schuld geahndet, und
    das Land hat seine Bewohner ausgespien.

    18:26 Ihr aber sollt auf meine Satzungen und Vorschriften achten und keine
    dieser Greueltaten begehen, weder der Einheimische noch der Fremde,
    der in eurer Mitte lebt.

    18:27 Denn all diese Greueltaten haben die Leute begangen, die vor euch im
    Land waren, und so wurde das Land unrein.

    18:28 Wird es etwa euch, wenn ihr es verunreinigt, nicht ebenso ausspeien,
    wie es das Volk vor euch ausgespien hat?

    18:29 Alle nämlich, die irgendeine dieser Greueltaten begehen, werden aus
    der Mitte ihres Volkes ausgemerzt.

    18:30 Achtet auf meine Anordnungen, befolgt keinen von den greulichen
    Bräuchen, die man vor euch befolgt hat, und verunreinigt euch nicht
    durch sie. Ich bin der Herr, euer Gott.

    Kultische und soziale Gebote: 19,1-37
    Einleitung: 19,1-2

    19:1 Der Herr sprach zu Mose:

    19:2 Rede zur ganzen Gemeinde der Israeliten, und sag zu ihnen: Seid
    heilig, denn ich, der Herr, euer Gott, bin heilig.

    Die Ehrfurcht gegenüber den Eltern: 19,3-4

    19:3 Jeder von euch soll Mutter und Vater fürchten und auf meine Sabbate
    achten; ich bin der Herr, euer Gott.
    (3-4) Ex 20,1-12; 23,12; 34,14-17.21; Dtn 5,6-16

    19:4 Ihr sollt euch nicht anderen Göttern zuwenden und euch nicht
    Götterbilder aus Metall gießen; ich bin der Herr, euer Gott.

    Die rechte Einstellung zum Heilsopfer: 19,5-8

    19:5 Wenn ihr für den Herrn ein Heilsopfer schlachtet, opfert es so, daß
    ihr Annahme findet.
    (5-8) 7,14-18

    19:6 An dem Tag, an dem ihr es schlachtet, oder am folgenden Tag soll es
    gegessen werden; was davon am dritten Tag noch übrig ist, soll im
    Feuer verbrannt werden.

    19:7 Ißt man davon am dritten Tag, so ist das Opfer untauglich und findet
    keine Annahme mehr.

    19:8 Wer davon ißt, muß die Folgen seiner Schuld tragen; denn er hat die
    Heiligkeit des Herrn entweiht. Ein solcher Mensch soll aus seinen
    Stammesgenossen ausgemerzt werden.

    Das Verbot der Nachlese: 19,9-10

    19:9 Wenn ihr die Ernte eures Landes einbringt, sollt ihr das Feld nicht
    bis zum äußersten Rand abernten. Du sollst keine Nachlese von deiner
    Ernte halten.

    19:10 In deinem Weinberg sollst du keine Nachlese halten und die
    abgefallenen Beeren nicht einsammeln. Du sollst sie dem Armen und
    dem Fremden überlassen. Ich bin der Herr, euer Gott.

    Soziales Verhalten und Nächstenliebe: 19,11-18

    19:11 Ihr sollt nicht stehlen, nicht täuschen und einander nicht betrügen.
    (11-12) Ex 20,7.15f; 23,7; Dtn 5,11.19f

    19:12 Ihr sollt nicht falsch bei meinem Namen schwören; du würdest sonst
    den Namen deines Gottes entweihen. Ich bin der Herr.

    19:13 Du sollst deinen Nächsten nicht ausbeuten und ihn nicht um das Seine
    bringen. Der Lohn des Tagelöhners soll nicht über Nacht bis zum
    Morgen bei dir bleiben.

    19:14 Du sollst einen Tauben nicht verfluchen und einem Blinden kein
    Hindernis in den Weg stellen; vielmehr sollst du deinen Gott
    fürchten. Ich bin der Herr.

    19:15 Ihr sollt in der Rechtsprechung kein Unrecht tun. Du sollst weder
    für einen Geringen noch für einen Großen Partei nehmen; gerecht
    sollst du deinen Stammesgenossen richten.
    (15-16) Ex 23,3-7

    19:16 Du sollst deinen Stammesgenossen nicht verleumden und dich nicht
    hinstellen und das Leben deines Nächsten fordern. Ich bin der Herr.

    19:17 Du sollst in deinem Herzen keinen Haß gegen deinen Bruder tragen.
    Weise deinen Stammesgenossen zurecht, so wirst du seinetwegen keine
    Schuld auf dich laden.

    19:18 An den Kindern deines Volkes sollst du dich nicht rächen und ihnen
    nichts nachtragen. Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.
    Ich bin der Herr.
    Unter dem ®Nächsten¯ verstand Israel vor allem den Volks- und
    Glaubensgenossen; doch sind nach V. 34 auch alle Fremden, die
    Gastrecht genießen, in das Gebot der Nächstenliebe mit
    eingeschlossen. Jesus hat es nach Mt 5,43 und Lk 10,27-37 auf alle
    Menschen ausgedehnt.

    Das Verbot von Mischungen: 19,19

    19:19 Ihr sollt auf meine Satzungen achten: Unter deinem Vieh sollst du
    nicht zwei Tiere verschiedener Art sich begatten lassen. Dein Feld
    sollst du nicht mit zweierlei Arten besäen. Du sollst kein aus
    zweierlei Fäden gewebtes Kleid anlegen.

    Unzucht mit der Nebenfrau eines anderen: 19,20-22

    19:20 Wohnt ein Mann einer Frau bei, die einem andern Mann als Sklavin zur
    Nebenfrau bestimmt ist und die weder losgekauft noch freigelassen
    ist, dann soll der Fall untersucht werden; sterben sollen sie nicht,
    da sie nicht freigelassen war.
    Ex 21,7-9

    19:21 Er soll als sein Schuldopfer für den Herrn einen Widder zum Eingang
    des Offenbarungszeltes bringen.

    19:22 Mit diesem Widder soll der Priester ihn vor dem Herrn von der
    begangenen Sünde entsühnen; so wird ihm die Sünde, die er begangen
    hat, vergeben.

    Die Erstlingsfrüchte: 19,23-25

    19:23 Wenn ihr in das Land kommt und einen Fruchtbaum pflanzt, sollt ihr
    seine Früchte behandeln, als ob sie seine Vorhaut wären. Drei Jahre
    lang sollen sie für euch etwas Unbeschnittenes sein, das man nicht
    essen darf.

    19:24 Im vierten Jahr sollen alle Früchte als Festgabe für den Herrn
    geheiligt sein.

    19:25 Erst im fünften Jahr dürft ihr die Früchte essen und den Ertrag für
    euch ernten. Ich bin der Herr, euer Gott.

    Das Verbot fremder Kultbräuche: 19,26-31

    19:26 Ihr sollt nichts mit Blut essen. Wahrsagerei und Zauberei sollt ihr
    nicht treiben.
    17,10-12

    19:27 Ihr sollt euer Kopfhaar nicht rundum abschneiden. Du sollst deinen
    Bart nicht stutzen.

    19:28 Für einen Toten dürft ihr keine Einschnitte auf eurem Körper
    anbringen, und ihr dürft euch keine Zeichen einritzen lassen. Ich
    bin der Herr.

    19:29 Entweih nicht deine Tochter, indem du sie der Unzucht preisgibst,
    damit das Land nicht der Unzucht verfällt und voller Schandtat wird.

    19:30 Ihr sollt auf meine Sabbate achten und mein Heiligtum fürchten. Ich
    bin der Herr.
    Ex 20,8; Dtn 5,12

    19:31 Wendet euch nicht an die Totenbeschwörer, und sucht nicht die
    Wahrsager auf; sie verunreinigen euch. Ich bin der Herr, euer Gott.

    Die Ehrfurcht vor dem Alter: 19,32

    19:32 Du sollst vor grauem Haar aufstehen, das Ansehen eines Greises ehren
    und deinen Gott fürchten. Ich bin der Herr.

    Verhalten gegen Fremde: 19,33-34

    19:33 Wenn bei dir ein Fremder in eurem Land lebt, sollt ihr ihn nicht
    unterdrücken.

    19:34 Der Fremde, der sich bei euch aufhält, soll euch wie ein
    Einheimischer gelten, und du sollst ihn lieben wie dich selbst; denn
    ihr seid selbst Fremde in Ägypten gewesen. Ich bin der Herr, euer
    Gott.

    Übervorteilung: 19,35-36

    19:35 Ihr sollt kein Unrecht begehen bei Gericht, mit Längenmaß, Gewicht
    und Hohlmaß.

    19:36 Ihr sollt richtige Waagen, richtige Gewichtsteine, richtiges Efa und
    richtiges Hin haben. Ich bin der Herr, euer Gott, der euch aus
    Ägypten geführt hat.

    Schlußmahnung: 19,37

    19:37 Ihr sollt auf alle meine Satzungen und alle meine Vorschriften
    achten und sie befolgen. Ich bin der Herr.

    Todeswürdige Verbrechen: 20,1-27
    Das Kinderopfer: 20,1-5

    20:1 Der Herr sprach zu Mose:

    20:2 Sag zu den Israeliten: Jeder Mann unter den Israeliten oder unter
    den Fremden in Israel, der eines seiner Kinder dem Moloch gibt, wird
    mit dem Tod bestraft. Die Bürger des Landes sollen ihn steinigen.
    Zu den Kinderopfern für Moloch vgl. die Anmerkung zu 18,21.

    20:3 Ich richte mein Angesicht gegen einen solchen und merze ihn aus
    seinem Volk aus, weil er eines seiner Kinder dem Moloch gegeben,
    dadurch mein Heiligtum verunreinigt und meinen heiligen Namen
    entweiht hat.

    20:4 Falls die Bürger des Landes ihre Augen diesem Mann gegenüber
    verschließen, wenn er eines seiner Kinder dem Moloch gibt, und ihn
    nicht töten,

    20:5 so richte ich mein Angesicht gegen ihn und seine Sippe und merze sie
    aus der Mitte ihres Volkes aus, ihn und alle, die sich mit ihm dem
    Molochdienst hingeben.

    Die Totenbeschwörung und Wahrsagerei: 20,6-8

    20:6 Gegen einen, der sich an Totenbeschwörer und Wahrsager wendet und
    sich mit ihnen abgibt, richte ich mein Angesicht und merze ihn aus
    seinem Volk aus.
    19,31

    20:7 Ihr sollt euch heiligen, um heilig zu sein; denn ich bin der Herr,
    euer Gott.

    20:8 Ihr sollt auf meine Satzungen achten und sie befolgen. Ich bin der
    Herr, der euch heiligt.

    Die Verfluchung der Eltern: 20,9

    20:9 Jeder, der seinen Vater oder seine Mutter verflucht, wird mit dem
    Tod bestraft. Da er seinen Vater oder seine Mutter verflucht hat,
    soll sein Blut auf ihn kommen.
    Ex 21,17

    Der Ehebruch: 20,10

    20:10 Ein Mann, der mit der Frau seines Nächsten die Ehe bricht, wird mit
    dem Tod bestraft, der Ehebrecher samt der Ehebrecherin.
    Ex 20,14; Dtn 5,18

    Unzuchtverbrechen: 20,11-17

    20:11 Ein Mann, der mit der Frau seines Vaters schläft, hat die Scham
    seines Vaters entblößt. Beide werden mit dem Tod bestraft; ihr Blut
    soll auf sie kommen.
    (11-17) 18,6-23

    20:12 Schläft einer mit seiner Schwiegertochter, so werden beide mit dem
    Tod bestraft. Sie haben eine schändliche Tat begangen, ihr Blut soll
    auf sie kommen.

    20:13 Schläft einer mit einem Mann, wie man mit einer Frau schläft, dann
    haben sie eine Greueltat begangen; beide werden mit dem Tod
    bestraft; ihr Blut soll auf sie kommen.

    20:14 Heiratet einer eine Frau und ihre Mutter, so ist das Blutschande.
    Ihn und die beiden Frauen soll man verbrennen, damit es keine
    Blutschande unter euch gibt.

    20:15 Ein Mann, der einem Tier beiwohnt, wird mit dem Tod bestraft; auch
    das Tier sollt ihr töten.

    20:16 Nähert sich eine Frau einem Tier, um sich mit ihm zu begatten, dann
    sollst du die Frau und das Tier töten. Sie werden mit dem Tod
    bestraft; ihr Blut soll auf sie kommen.

    20:17 Nimmt einer seine Schwester, eine Tochter seines Vaters oder eine
    Tochter seiner Mutter und sieht ihre Scham, und sie sieht die seine,
    so ist es eine Schandtat. Sie sollen vor den Augen der Söhne ihres
    Volkes ausgemerzt werden. Er hat die Scham seiner Schwester
    entblößt; er muß die Folgen seiner Schuld tragen.

    Der Verkehr mit einer Menstruierenden: 20,18

    20:18 Ein Mann, der mit einer Frau während ihrer Regel schläft und ihre
    Scham entblößt, hat ihre Blutquelle aufgedeckt, und sie hat ihre
    Blutquelle entblößt; daher sollen beide aus ihrem Volk ausgemerzt
    werden.

    Die Unzucht mit Verwandten: 20,19-21

    20:19 Die Scham der Schwester deiner Mutter oder der Schwester deines
    Vaters sollst du nicht entblößen; denn wer seine eigene Verwandte
    entblößt, muß die Folgen seiner Schuld tragen.

    20:20 Ein Mann, der mit seiner Tante schläft, hat die Scham seines Onkels
    entblößt. Sie müssen die Folgen ihrer Sünde tragen; sie sollen
    kinderlos sterben.

    20:21 Nimmt einer die Frau seines Bruders, so ist das Befleckung. Er hat
    die Scham seines Bruders entblößt; sie sollen kinderlos bleiben.

    Schlußmahnung: 20,22-26

    20:22 Ihr sollt auf alle meine Satzungen und Vorschriften achten und sie
    befolgen; dann wird euch das Land nicht ausspeien, in das ich euch
    führe, und ihr werdet dort wohnen können.
    (22-26) 18,24-30

    20:23 Ihr sollt euch nicht nach den Bräuchen des Volkes richten, das ich
    vor euren Augen vertreibe; denn all diese Dinge haben sie getan, so
    daß es mich vor ihnen ekelte.

    20:24 Daher habe ich euch gesagt: Ihr seid es, die ihren Boden in Besitz
    nehmen sollen. Ich bin es, der ihn euch zum Besitz geben wird, ein
    Land, in dem Milch und Honig fließen. Ich bin der Herr, euer Gott,
    der euch von diesen Völkern ausgesondert hat.

    20:25 So unterscheidet zwischen reinem und unreinem Vieh, zwischen
    unreinen und reinen Vögeln! Macht euch nicht selbst abscheulich mit
    diesen Tieren, diesen Vögeln, mit allem, was auf dem Boden kriecht.
    Ich habe es für euch als unrein unterschieden.

    20:26 Seid mir geheiligt; denn ich, der Herr, bin heilig, und ich habe
    euch von all diesen Völkern ausgesondert, damit ihr mir gehört.

    Nachtrag: Die Totenbeschwörung: 20,27

    20:27 Männer oder Frauen, in denen ein Toten- oder ein Wahrsagegeist ist,
    sollen mit dem Tod bestraft werden. Man soll sie steinigen, ihr Blut
    soll auf sie kommen.
    19,31

    Vorschriften für Priester: 21,1-24
    Das Verhalten beim Begräbnis von Verwandten: 21,1-6

    21:1 Der Herr sprach zu Mose: Rede zu den Priestern, den Söhnen Aarons,
    und sag zu ihnen: Keiner von ihnen darf sich an der Leiche eines
    seiner Stammesgenossen verunreinigen,

    21:2 außer an seinen nächsten Verwandten: seiner Mutter, seinem Vater,
    seinem Sohn, seiner Tochter oder seinem Bruder.

    21:3 An seiner unverheirateten Schwester, die seine nahe Verwandte blieb,
    da sie keinem Mann angehörte, darf er unrein werden.

    21:4 Nicht aber darf er an seiner Schwester, die mit einem
    Stammesgenossen verheiratet ist, unrein werden; er würde sich
    entweihen.

    21:5 Die Priester sollen sich auf ihrem Kopf keine Glatze scheren, ihren
    Bart nicht stutzen und an ihrem Körper keine Einschnitte machen.

    21:6 Sie sollen ihrem Gott geheiligt sein und den Namen ihres Gottes
    nicht entweihen. Denn sie sind es, die die Feueropfer des Herrn, die
    Speise ihres Gottes, darbringen; darum sollen sie heilig sein.

    Ehehindernisse für Priester: 21,7-8

    21:7 Sie dürfen weder eine Dirne, noch eine Entehrte, noch eine Frau
    heiraten, die ihr Mann verstoßen hat; denn der Priester ist seinem
    Gott geweiht.

    21:8 Du sollst ihn heilig halten, denn er bringt die Speise deines Gottes
    dar. Heilig soll er dir sein, denn ich bin heilig, der Herr, der
    euch heiligt.

    Die Strafe für unzüchtige Priestertöchter: 21,9

    21:9 Wenn sich die Tochter eines Priesters als Dirne entweiht, so
    entweiht sie ihren Vater; sie soll im Feuer verbrannt werden.

    Das Verhalten des Hohenpriesters bei Todesfällen: 21,10-12

    21:10 Der Priester, der unter seinen Brüdern den höchsten Rang einnimmt,
    auf dessen Haupt das Salböl ausgegossen wurde und der durch das
    Anlegen der heiligen Gewänder eingesetzt ist, soll sein Haar nicht
    lose herunterhängen lassen, seine Kleider nicht zerreißen, w

    21:11 sich an keinem Leichnam verunreinigen, auch nicht, wenn es sich um
    Vater oder Mutter handelt.

    21:12 Er soll sich nicht vom Heiligtum entfernen, um nicht das Heiligtum
    seines Gottes zu entweihen; denn die Weihe des Salböls seines Gottes
    ist auf ihm. Ich bin der Herr.

    Ehehindernisse für den Hohenpriester: 21,13-15

    21:13 Er soll nur eine Jungfrau heiraten.

    21:14 Eine Witwe, eine Verstoßene oder eine Entehrte, eine Dirne, darf er
    nicht heiraten; nur eine Jungfrau aus seinem Stamm darf er zur Frau
    nehmen;

    21:15 sonst würde er seine Nachkommenschaft unter seinen Stammesgenossen
    entweihen; denn ich, der Herr, bin es, der ihn heiligt.

    Die körperliche Tauglichkeit für das Priesteramt: 21,16-23

    21:16 Der Herr sprach zu Mose:

    21:17 Sag zu Aaron: Keiner deiner Nachkommen, auch in den kommenden
    Generationen, der ein Gebrechen hat, darf herantreten, um die Speise
    seines Gottes darzubringen.

    21:18 Denn keiner mit einem Gebrechen darf herantreten: kein Blinder oder
    Lahmer, kein im Gesicht oder am Körper Entstellter,

    21:19 kein Mann, der einen gebrochenen Fuß oder eine gebrochene Hand hat,

    21:20 keiner mit Buckel, Muskelschwund, Augenstar, Krätze, Flechte oder
    Hodenquetschung.

    21:21 Keiner der Nachkommen Aarons, des Priesters, darf herantreten, um
    die Feueropfer des Herrn darzubringen, wenn er ein Gebrechen hat. Er
    hat ein Gebrechen, er darf nicht herantreten, um die Speise seines
    Gottes darzubringen.

    21:22 Doch darf er von der Speise seines Gottes, von den hochheiligen und
    heiligen Dingen, essen,
    ®Speise Gottes¯ ist das Opfer; im AT wird aber nirgends
    angenommen, daß Gott die Opferspeise genießt oder ihrer bedarf (vgl.
    Ps 50,8-13).

    21:23 aber nicht zum Vorhang kommen und sich nicht dem Altar nähern; denn
    er hat ein Gebrechen und darf meine heiligen Gegenstände nicht
    entweihen; denn ich bin der Herr, der sie geheiligt hat.

    Schlußbemerkung: 21,24

    21:24 Das sagte Mose zu Aaron, zu dessen Söhnen und zu allen Israeliten.

    Weitere Vorschriften für den Genuß und die Darbringung von Opfern:
    22,1-33
    Der Ausschluß von Priestern vom Genuß der Opfergaben: 22,1-9

    22:1 Der Herr sprach zu Mose:

    22:2 Sag zu Aaron und seinen Söhnen, sie sollen sich mit den heiligen
    Opfergaben der Israeliten in acht nehmen, um meinen heiligen Namen
    nicht zu entweihen; sie müssen für mich heilig gehalten werden. Ich
    bin der Herr.

    22:3 Sag zu ihnen: Jeder aus euren Nachkommen, auch in den kommenden
    Generationen, der sich im Zustand der Unreinheit den heiligen
    Opfergaben nähert, die die Israeliten dem Herrn weihen, soll
    ausgemerzt und aus meiner Gegenwart weggeschafft werden. Ich bin der
    Herr.

    22:4 Keiner aus den Nachkommen Aarons, der aussätzig ist oder einen
    Ausfluß hat, darf von den heiligen Gaben essen, ehe er rein ist. Wer
    irgend etwas berührt hat, das durch eine Leiche unrein wurde, wer
    einen Samenerguß hatte,

    22:5 wer Kleintiere berührt hat und sich damit verunreinigte oder einen
    Menschen, der ihn durch eine eigene Unreinheit befleckte,

    22:6 jeder, der solche Berührungen hatte, soll bis zum Abend unrein sein
    und darf von den heiligen Gaben erst essen, nachdem er seinen Körper
    in Wasser gebadet hat.

    22:7 Mit Sonnenuntergang soll er wieder rein sein und darf danach von den
    heiligen Gaben essen; denn sie sind sein Lebensunterhalt.

    22:8 Er darf kein verendetes oder zerrissenes Tier essen; er würde sich
    dadurch verunreinigen. Ich bin der Herr.

    22:9 Sie sollen auf meine Anordnungen achten und keine Sünde auf sich
    laden; sie sollen sterben, falls sie sie entweihen. Ich, der Herr,
    bin es, der sie heiligt.
    falls sie sie entweihen: H unklar.

    Der Ausschluß der Laien vom Genuß der Opfergaben: 22,10-16

    22:10 Kein Laie darf Heiliges essen; weder der Hausgenosse eines Priesters
    noch sein Lohnarbeiter darf etwas Heiliges essen.

    22:11 Aber wenn ein Priester eine Person mit seinem Geld als Eigentum
    erwirbt, darf sie davon essen wie einer, der in seinem Haus geboren
    ist; sie dürfen von seiner Nahrung essen.

    22:12 Wenn eine Priestertochter einen Laien heiratet, darf sie vom Anteil
    des Erhebungsritus, von den heiligen Gaben nicht essen;

    22:13 aber wenn sie verwitwet oder verstoßen ist und keine Kinder hat und
    deshalb in das Haus ihres Vaters zurückkehrt, darf sie wie in ihrer
    Jugend vom Lebensunterhalt ihres Vaters essen; kein Laie aber darf
    davon essen.

    22:14 Wenn einer ohne Vorsatz etwas Heiliges ißt, soll er es dem Priester
    ersetzen und ein Fünftel des Wertes hinzufügen.

    22:15 Die Priester dürfen die heiligen Gaben der Israeliten, die sie dem
    Herrn darbieten, nicht entweihen.

    22:16 Sie würden den Israeliten Schuld aufladen, die zu einem Schuldopfer
    verpflichtet, wenn sie ihre heiligen Gaben äßen; denn ich bin der
    Herr, der diese Gaben geheiligt hat.
    H ist nicht völlig klar.

    Die Tauglichkeit der Opfertiere: 22,17-25

    22:17 Der Herr sprach zu Mose:

    22:18 Rede zu Aaron, seinen Söhnen und allen Israeliten, und sag zu ihnen:
    Jeder aus dem Haus Israel oder von den Fremden in Israel, der seine
    Opfergabe wegen eines Gelübdes oder freiwillig bringt und sie für
    den Herrn als Brandopfer darbringt,

    22:19 muß, damit ihr Annahme findet, ein fehlerloses, männliches Tier von
    den Rindern, Schafen oder Ziegen darbringen.

    22:20 Ihr dürft kein Tier mit einem Gebrechen darbringen, denn ihr würdet
    damit keine Annahme finden.

    22:21 Wenn jemand ein Heilsopfer für den Herrn darbringt, sei es, um ein
    Gelübde zu erfüllen, oder sei es als freiwillige Gabe, so soll es
    ein fehlerloses Rind oder Schaf oder eine fehlerlose Ziege sein, um
    Annahme zu finden; es darf kein Gebrechen haben.

    22:22 Ihr dürft dem Herrn kein Tier opfern, das blind, verstümmelt,
    krätzig, aussätzig, eitrig ist oder zerbrochene Gliedmaßen hat. Kein
    Stück von solchen Tieren dürft ihr auf den Altar als ein Feueropfer
    für den Herrn legen.

    22:23 Ein entstelltes oder verstümmeltes Rind oder Schaf kannst du als
    freiwillige Opfergabe verwenden, aber als Einlösung eines Gelübdes
    ist es mißfällig.

    22:24 Ihr dürft dem Herrn kein Tier darbringen, das zerdrückte,
    zerschlagene, ausgerissene oder abgeschnittene Hoden hat. Ihr dürft
    das in eurem Land nicht tun,

    22:25 und ihr dürft kein solches Tier aus der Hand eines Fremden erwerben,
    um es als Speise eures Gottes darzubringen. Ein derartiger Eingriff
    an ihnen bewirkt ein Gebrechen; sie würden euch keine Annahme
    bringen.

    Einzelbestimmungen über Opfertiere: 22,26-30

    22:26 Der Herr sprach zu Mose:

    22:27 Wenn ein Rind, ein Schaf oder eine Ziege geboren wird, soll das
    Junge sieben Tage bei seiner Mutter bleiben. Vom achten Tag an ist
    es als Feueropfer für den Herrn annehmbar.
    Ex 22,29

    22:28 Ein Rind oder Schaf sollt ihr nicht an einem Tag zugleich mit seinem
    Jungen schlachten.

    22:29 Wenn ihr dem Herrn ein Dankopfer darbringt, opfert es so, daß es
    angenommen werden kann.

    22:30 Man soll es noch am selben Tag essen, ohne etwas davon bis zum
    Morgen übrigzulassen. Ich bin der Herr.

    Schlußmahnung: 22,31-33

    22:31 Ihr sollt auf meine Gebote achten und sie befolgen; ich bin der
    Herr.

    22:32 Ihr sollt meinen heiligen Namen nicht entweihen, damit ich inmitten
    der Israeliten geheiligt werde; ich, der Herr, bin es, der euch
    heiligt.

    22:33 Ich, der euch aus Ägypten herausgeführt hat, um euer Gott zu sein,
    ich bin der Herr.

    Festordnungen und Feiervorschriften: 23,1 - 24,23
    Einleitung: 23,1-2

    23:1 Der Herr sprach zu Mose:

    23:2 Rede zu den Israeliten, und sag zu ihnen: Die Feste des Herrn, die
    ihr als Tage heiliger Versammlung ausrufen sollt, sind folgende:

    Der Sabbat: 23,3

    23:3 Sechs Tage soll man arbeiten, aber am siebten Tag ist vollständiger
    Ruhetag, ein Tag heiliger Versammlung, an dem ihr keinerlei Arbeit
    verrichten dürft. Es ist ein Feiertag zur Ehre des Herrn überall, wo
    ihr wohnt.
    Ex 20,8-11; 31,12-17; 35,2; Dtn 5,12-15

    Das Pascha und das Fest der Ungesäuerten Brote: 23,4-8

    23:4 Das sind die Feste des Herrn, Tage heiliger Versammlungen, die ihr
    zur festgesetzten Zeit ausrufen sollt:
    4-8: Zum Pascha und Fest der Ungesäuerten Brote vgl. die Anmerkung
    zu Ex 12,1 - 13,16.

    23:5 Im ersten Monat, am vierzehnten Tag des Monats, zur Abenddämmerung,
    ist Pascha zur Ehre des Herrn.
    Ex 12,2-11

    23:6 Am fünfzehnten Tag dieses Monats ist das Fest der Ungesäuerten Brote
    zur Ehre des Herrn. Sieben Tage sollt ihr ungesäuertes Brot essen.
    23,15; Ex 34,18

    23:7 Am ersten Tag habt ihr heilige Versammlung; ihr dürft keine schwere
    Arbeit verrichten.

    23:8 Sieben Tage hindurch sollt ihr ein Feueropfer für den Herrn
    darbringen. Am siebten Tag ist heilige Versammlung; da dürft ihr
    keine schwere Arbeit verrichten.

    Die Erstlingsfrüchte: 23,9-14

    23:9 Der Herr sprach zu Mose:

    23:10 Rede zu den Israeliten, und sag zu ihnen: Wenn ihr in das Land
    kommt, das ich euch gebe, und wenn ihr dort die Ernte einbringt,
    sollt ihr dem Priester die erste Garbe eurer Ernte bringen.

    23:11 Er soll sie vor dem Herrn hin- und herschwingen und sie so
    darbringen, damit ihr Annahme findet. Am Tag nach dem Sabbat soll
    der Priester den Ritus ausführen.

    23:12 Am Tag, an dem ihr die Garbe darbringt, sollt ihr dem Herrn auch ein
    fehlerloses einjähriges Schaf als Brandopfer herrichten,

    23:13 dazu als Speiseopfer zwei Zehntel Feinmehl, das mit Öl vermengt ist.
    Das Ganze soll ein Feueropfer für den Herrn zum beruhigenden Duft
    sein; dazu kommt ein Viertel Hin Wein als Trankopfer.

    23:14 Vor diesem Tag, bevor ihr eurem Gott die Opfergabe gebracht habt,
    dürft ihr kein Brot und kein geröstetes oder frisches Korn essen.
    Das gelte als feste Regel bei euch von Generation zu Generation
    überall, wo ihr wohnt.

    Das Wochenfest (Pfingstfest): 23,15-22

    23:15 Vom Tag nach dem Sabbat, an dem ihr die Garbe für die Darbringung
    gebracht habt, sollt ihr sieben volle Wochen zählen.
    Ex 23,16; 34,22

    23:16 Zählt fünfzig Tage bis zum Tag nach dem siebten Sabbat, und dann
    bringt dem Herrn ein neues Speiseopfer dar!

    23:17 Bringt als Erstlingsgaben für den Herrn aus euren Wohnsitzen zwei
    Brote dar, gebacken aus zwei Zehntel Efa Feinmehl mit Sauerteig.

    23:18 Zum Brot bringt sieben fehlerlose einjährige Lämmer, einen Jungstier
    und zwei Widder als Brandopfer für den Herrn dar, dazu das
    Speiseopfer sowie das Trankopfer als ein Feueropfer zum beruhigenden
    Duft für den Herrn.

    23:19 Bereitet auch einen Ziegenbock als Sündopfer und zwei einjährige
    Lämmer als Heilsopfer zu!

    23:20 Der Priester soll sie, zusammen mit dem Brot der Erstlingsgaben, vor
    dem Herrn hin- und herschwingen und sie so darbringen; sie sind mit
    den beiden Lämmern heilige Gaben für den Herrn, die dem Priester
    gehören.

    23:21 Am selben Tag ruft eine heilige Versammlung aus, und haltet sie ab!
    Da dürft ihr keine schwere Arbeit verrichten. Das gelte bei euch als
    feste Regel von Generation zu Generation überall, wo ihr wohnt.

    23:22 Wenn ihr die Ernte eures Landes einbringt, sollst du dein Feld nicht
    bis zum äußersten Rand abernten und keine Nachlese deiner Ernte
    halten. Du sollst das dem Armen und dem Fremden überlassen. Ich bin
    der Herr, euer Gott.
    19,9f

    Der Neujahrstag: 23,23-25

    23:23 Der Herr sprach zu Mose:

    23:24 Sag zu den Israeliten: Im siebten Monat, am ersten Tag des Monats,
    ist für euch Ruhetag, in Erinnerung gerufen durch Lärmblasen, eine
    heilige Versammlung.

    23:25 Da dürft ihr keine schwere Arbeit verrichten, und ihr sollt dem
    Herrn ein Feueropfer darbringen.

    Das Versöhnungsfest: 23,26-32

    23:26 Der Herr sprach zu Mose:
    (26-32) 16,2-34

    23:27 Am zehnten Tag dieses siebten Monats ist der Versöhnungstag. Da
    sollt ihr heilige Versammlung halten. Ihr sollt euch Enthaltung
    auferlegen und dem Herrn ein Feueropfer darbringen.

    23:28 An ebendiesem Tag dürft ihr keinerlei Arbeit verrichten, denn es ist
    der Versöhnungstag, an dem man euch vor dem Herrn, eurem Gott,
    entsühnt.

    23:29 Denn jede Person, die sich an diesem Tag nicht Enthaltung auferlegt,
    soll aus ihren Stammesgenossen ausgemerzt werden.

    23:30 Wer an diesem Tag irgendeine Arbeit verrichtet, den werde ich aus
    der Mitte seines Volkes austilgen.

    23:31 Ihr dürft keinerlei Arbeit tun. Das gelte bei euch als feste Regel
    von Generation zu Generation überall, wo ihr wohnt.

    23:32 Dieser Tag ist für euch ein vollständiger Ruhetag. Ihr sollt euch
    Enthaltung auferlegen. Vom Abend des neunten Tags in diesem Monat
    bis zum folgenden Abend sollt ihr Ruhetag halten.

    Das Laubhüttenfest: 23,33-36

    23:33 Der Herr sprach zu Mose:

    23:34 Sag zu den Israeliten: Am fünfzehnten Tag dieses siebten Monats ist
    sieben Tage hindurch das Laubhüttenfest zur Ehre des Herrn.
    Ex 23,16; 34,22

    23:35 Am ersten Tag, einem Tag heiliger Versammlung, dürft ihr keine
    schwere Arbeit verrichten.

    23:36 Sieben Tage hindurch sollt ihr ein Feueropfer für den Herrn
    darbringen. Am achten Tag habt ihr heilige Versammlung, und ihr
    sollt ein Feueropfer für den Herrn darbringen. Es ist der Tag der
    Festversammlung; da dürft ihr keine schwere Arbeit verrichten.

    Schlußbemerkung: 23,37-38

    23:37 Das sind die Festzeiten des Herrn, die ihr als Tage heiliger
    Versammlung ausrufen sollt, dazu bestimmt, für den Herrn Feueropfer,
    Brandopfer, Speiseopfer, Schlachtopfer und Trankopfer darzubringen,
    dem jeweiligen Tag entsprechend,

    23:38 abgesehen von den Sabbaten des Herrn und abgesehen von euren
    Geschenken, den gelobten und freiwilligen Gaben, die ihr dem Herrn
    gebt.

    Einzelbestimmung für das Laubhüttenfest: 23,39-44

    23:39 Am fünfzehnten Tag des siebten Monats, wenn ihr den Ertrag des
    Landes erntet, feiert sieben Tage lang das Fest des Herrn! Am ersten
    und am achten Tag ist Ruhetag.

    23:40 Am ersten Tag nehmt schöne Baumfrüchte, Palmwedel, Zweige von dicht
    belaubten Bäumen und von Bachweiden, und seid sieben Tage lang vor
    dem Herrn, eurem Gott, fröhlich!

    23:41 Feiert dieses Fest zur Ehre des Herrn jährlich sieben Tage lang! Das
    gelte bei euch als feste Regel von Generation zu Generation. Ihr
    sollt dieses Fest im siebten Monat feiern.

    23:42 Sieben Tage sollt ihr in Hütten wohnen. Alle Einheimischen in Israel
    sollen in Hütten wohnen,

    23:43 damit eure kommenden Generationen wissen, daß ich die Israeliten in
    Hütten wohnen ließ, als ich sie aus Ägypten herausführte. Ich bin
    der Herr, euer Gott.

    23:44 Da teilte Mose den Israeliten die Festzeiten des Herrn mit.

    Einzelbestimmungen über den Leuchter und den Tisch für die
    Schaubrote: 24,1-9

    24:1 Der Herr sprach zu Mose:

    24:2 Befiehl den Israeliten, daß sie dir für den Leuchter reines Öl aus
    zerstoßenen Oliven bringen, damit man ständig eine Lampe brennen
    lassen kann.
    (2-4) Ex 25,31-40

    24:3 Im Offenbarungszelt, vor dem Vorhang der Lade, soll Aaron diese
    Lampe aufstellen. Sie soll hier vor dem Herrn ständig vom Abend bis
    zum Morgen brennen. Das gelte bei euch als feste Regel von
    Generation zu Generation.

    24:4 Aaron soll die Lampen auf dem Leuchter aus reinem Gold vor dem Herrn
    ständig in Ordnung halten.

    24:5 Du sollst Feinmehl nehmen und daraus zwölf Kuchen backen; aus zwei
    Zehntel Efa Feinmehl soll jeder einzelne Kuchen zubereitet sein.
    Die zwölf Kuchen werden in Ex 25,30 und 1 Sam 21,7 ®Schaubrote¯
    (wörtlich: Brote des Angesichts) genannt, wahrscheinlich in dem Sinn
    daß Gott sie anschaut und als Zeichen des Dankes Israels gnädig
    annimmt.

    24:6 Dann sollst du sie in zwei Schichten, sechs in jeder Schicht, auf
    den Tisch aus reinem Gold vor den Herrn legen.

    24:7 Auf jede Schicht sollst du reinen Weihrauch tun; er soll der
    Gedächtnisanteil des Brotes sein, ein Feueropfer für den Herrn.

    24:8 Sabbat für Sabbat soll man die Brote vor dem Herrn zurichten als
    dauernde Bundesleistung von seiten der Israeliten.

    24:9 Sie gehören Aaron und seinen Söhnen, die sie an einem heiligen Ort
    essen sollen; denn sie sind für ihn etwas Hochheiliges, ein
    dauerndes Anrecht von den Feueropfern des Herrn.

    Einschub: Die Lästerung des Gottesnamens: 24,10-23

    24:10 Der Sohn einer Israelitin und eines Ägypters ging unter die
    Israeliten. Im Lager geriet er in Streit mit einem Mann, der
    Israelit war.

    24:11 Der Sohn der Israelitin schmähte den Gottesnamen und fluchte. Da
    brachten sie ihn zu Mose. Der Name der Mutter war Schelomit; sie war
    die Tochter Dibris aus dem Stamm Dan.

    24:12 Man nahm ihn in Gewahrsam, um auf einen Spruch des Herrn hin zu
    entscheiden.

    24:13 Der Herr sprach zu Mose:

    24:14 Laß den, der den Fluch ausgesprochen hat, aus dem Lager
    hinausführen! Alle, die es gehört haben, sollen ihm ihre Hände auf
    den Kopf legen; dann soll ihn die ganze Gemeinde steinigen.

    24:15 Sag den Israeliten: Jeder, der seinem Gott flucht, muß die Folgen
    seiner Sünde tragen.
    Ex 20,7; 22,27

    24:16 Wer den Namen des Herrn schmäht, wird mit dem Tod bestraft; die
    ganze Gemeinde soll ihn steinigen. Der Fremde muß ebenso wie der
    Einheimische getötet werden, wenn er den Gottesnamen schmäht.

    24:17 Wer einen Menschen erschlägt, wird mit dem Tod bestraft.
    Ex 20,13; 21,12-20

    24:18 Wer ein Stück Vieh erschlägt, muß es ersetzen: Leben für Leben.

    24:19 Wenn jemand einen Stammesgenossen verletzt, soll man ihm antun, was
    er getan hat:

    24:20 Bruch um Bruch, Auge um Auge, Zahn um Zahn. Der Schaden, den er
    einem Menschen zugefügt hat, soll ihm zugefügt werden.
    Ex 21,23-25; Dtn 19,21

    24:21 Wer ein Stück Vieh erschlägt, muß es ersetzen; wer aber einen
    Menschen erschlägt, wird mit dem Tod bestraft.

    24:22 Gleiches Recht soll bei euch für den Fremden wie für den
    Einheimischen gelten; denn ich bin der Herr, euer Gott.

    24:23 Nachdem Mose so zu den Israeliten gesprochen hatte, führten sie den,
    der den Fluch ausgesprochen hatte, aus dem Lager hinaus und
    steinigten ihn. So erfüllten sie, was der Herr dem Mose aufgetragen
    hatte.

    Sabbatjahr und Jubeljahr: 25,1-55
    Einleitung: 25,1

    25:1 Der Herr sprach zu Mose auf dem Berg Sinai:

    Das Brachjahr: 25,2-7

    25:2 Rede zu den Israeliten, und sag zu ihnen: Wenn ihr in das Land
    kommt, das ich euch gebe, soll das Land Sabbatruhe zur Ehre des
    Herrn halten.
    (2-7) Ex 23,10f

    25:3 Sechs Jahre sollst du dein Feld besäen, sechs Jahre sollst du deinen
    Weinberg beschneiden und seinen Ertrag ernten.

    25:4 Aber im siebten Jahr soll das Land eine vollständige Sabbatruhe zur
    Ehre des Herrn halten: Dein Feld sollst du nicht besäen und deinen
    Weinberg nicht beschneiden.

    25:5 Den Nachwuchs deiner Ernte sollst du nicht ernten, und die Trauben
    deines nicht beschnittenen Weinstockes sollst du nicht lesen. Für
    das Land soll es ein Jahr der Sabbatruhe sein.

    25:6 Der Sabbat des Landes selbst soll euch ernähren: dich, deinen
    Knecht, deine Magd, deinen Lohnarbeiter, deinen Halbbürger, alle,
    die bei dir leben.

    25:7 Auch deinem Vieh und den Tieren in deinem Land wird sein ganzer
    Ertrag zur Nahrung dienen.

    Das Jubeljahr: 25,8-31

    25:8 Du sollst sieben Jahreswochen, siebenmal sieben Jahre, zählen; die
    Zeit von sieben Jahreswochen ergibt für dich neunundvierzig Jahre.
    8-12: Das deutsche Wort ®Jubel¯ kommt vom hebräischen job‚l
    (= Widderhorn). Mit dem Widderhorn blies man Alarm, kündigte man abe
    auch freudige Ereignisse, Feste und Festzeiten an.

    25:9 Im siebten Monat, am zehnten Tag des Monats, sollst du das
    Signalhorn ertönen lassen; am Versöhnungstag sollt ihr das Horn im
    ganzen Land ertönen lassen.

    25:10 Erklärt dieses fünfzigste Jahr für heilig, und ruft Freiheit für
    alle Bewohner des Landes aus! Es gelte euch als Jubeljahr. Jeder von
    euch soll zu seinem Grundbesitz zurückkehren, jeder soll zu seiner
    Sippe heimkehren.

    25:11 Dieses fünfzigste Jahr gelte euch als Jubeljahr. Ihr sollt nicht
    säen, den Nachwuchs nicht abernten, die unbeschnittenen Weinstöcke
    nicht lesen.

    25:12 Denn es ist ein Jubeljahr, es soll euch als heilig gelten. Vom Feld
    weg sollt ihr den Ertrag essen.

    25:13 In diesem Jubeljahr soll jeder von euch zu seinem Besitz
    zurückkehren.

    25:14 Wenn du deinem Stammesgenossen etwas verkaufst oder von ihm etwas
    kaufst, sollt ihr einander nicht übervorteilen.

    25:15 Kaufst du von deinem Stammesgenossen, so berücksichtige die Zahl der
    Jahre nach dem Jubeljahr; verkauft er dir, dann soll er die noch
    ausstehenden Ertragsjahre berücksichtigen.

    25:16 Je höher die Anzahl der Jahre, desto höher berechne den Kaufpreis;
    je geringer die Anzahl der Jahre, desto weniger verlang von ihm;
    denn es ist die Zahl von Ernteerträgen, die er dir verkauft.

    25:17 Ihr sollt einander nicht übervorteilen. Fürchte deinen Gott; denn
    ich bin der Herr, euer Gott.

    25:18 Ihr sollt meine Satzungen befolgen und auf meine Vorschriften achten
    und sie ausführen; dann werdet ihr im Land in Sicherheit wohnen.

    25:19 Das Land wird seine Frucht geben, ihr werdet euch satt essen und in
    Sicherheit darin wohnen.

    25:20 Wenn ihr aber fragt: Was sollen wir im siebten Jahr essen, wenn wir
    nicht säen und unseren Ertrag nicht ernten dürfen? -

    25:21 Seht, ich werde für euch im sechsten Jahr meinen Segen aufbieten,
    und er wird den Ertrag für drei Jahre geben.

    25:22 Wenn ihr im achten Jahr sät, werdet ihr noch bis zum neunten Jahr
    vom alten Ertrag essen können; bis der Ertrag dieses Jahres kommt,
    werdet ihr vom alten essen können.

    25:23 Das Land darf nicht endgültig verkauft werden; denn das Land gehört
    mir, und ihr seid nur Fremde und Halbbürger bei mir.

    25:24 Für jeden Grundbesitz sollt ihr ein Rückkaufrecht auf das Land
    gewähren.

    25:25 Wenn dein Bruder verarmt und etwas von seinem Grundbesitz verkauft,
    soll sein Verwandter als Löser für ihn eintreten und den verkauften
    Boden seines Bruders auslösen.
    ®Löser¯ ist der nächste haftpflichtige Blutsverwandte, der für die
    Vollstreckung der Blutrache, für die Leviratsehe (vgl. die Anmerkung
    zu Gen 38,12-26) und den Loskauf verschuldeter und darum in
    Schuldknechtschaft geratener Personen bzw. des verpfändeten
    Familienbesitzes zu sorgen hatte (vgl. Dtn 25,5f und Rut 2,20; 3,8 -
    4,10).

    25:26 Hat einer keinen Löser, hat er aber die nötigen Mittel für den
    Rückkauf selbst aufgebracht,

    25:27 dann soll er die Jahre seit dem Verkauf anrechnen und den Restbetrag
    dem Käufer zurückzahlen; sein Grundbesitz fällt an ihn zurück.

    25:28 Bringt er die nötigen Mittel für diese Ersatzleistung nicht auf,
    dann soll der verkaufte Grund bis zum Jubeljahr im Besitz des
    Käufers bleiben. Im Jubeljahr wird das Grundstück frei, und es kommt
    wieder zu seinem Besitz.

    25:29 Verkauft jemand ein Wohnhaus in einer ummauerten Stadt, so besteht
    das Rückkaufrecht bis zum Ablauf des Jahres, das dem Verkauf folgt;
    sein Rückkaufrecht ist zeitlich beschränkt.

    25:30 Erfolgt der Rückkauf bis zum Ablauf des Jahres nicht, dann soll das
    Haus innerhalb der ummauerten Stadt dem Käufer und seinen Nachkommen
    endgültig verbleiben; er braucht es im Jubeljahr nicht zu verlassen.

    25:31 Aber die Häuser in Dörfern, die nicht von Mauern umgeben sind,
    werden als Bestandteil des freien Feldes betrachtet; für sie besteht
    ein Rückkaufrecht, und der Käufer muß es im Jubeljahr verlassen.

    Sonderbestimmungen für die Leviten: 25,32-34

    25:32 Für die Städte der Leviten, die Häuser der Städte, die ihr Erbbesitz
    sind, gilt: Die Leviten haben ein zeitlich unbegrenztes
    Rückkaufrecht.

    25:33 Wenn einer von den Leviten auf Einlösung verzichtet, fällt im
    Jubeljahr das Haus in der Stadt als Erbbesitz zurück; denn die
    Häuser in den Städten der Leviten sind deren Eigentum mitten unter
    den Israeliten.
    Wenn einer von den Leviten auf Einlösung verzichtet: so nach Vg.

    25:34 Das Weideland, das zu diesen Städten gehört, kann nicht verkauft
    werden; denn es ist zeitlich unbegrenzt ihr Eigentum.

    Soziales Verhalten: 25,35-38

    25:35 Wenn dein Bruder verarmt und sich neben dir nicht halten kann,
    sollst du ihn, auch einen Fremden oder Halbbürger, unterstützen,
    damit er neben dir leben kann.

    25:36 Nimm von ihm keinen Zins und Wucher! Fürchte deinen Gott, und dein
    Bruder soll neben dir leben können.
    Ex 22,24; Dtn 23,20f

    25:37 Du sollst ihm weder dein Geld noch deine Nahrung gegen Zins und
    Wucher geben.

    25:38 Ich bin der Herr, euer Gott, der euch aus Ägypten herausgeführt hat,
    um euch Kanaan zu geben und euer Gott zu sein.

    Die Freilassung israelitischer Sklaven: 25,39-43

    25:39 Wenn ein Bruder bei dir verarmt und sich dir verkauft, darfst du ihm
    keine Sklavenarbeit auferlegen;
    (39-43) Ex 21,2-11

    25:40 er soll dir wie ein Lohnarbeiter oder ein Halbbürger gelten und bei
    dir bis zum Jubeljahr arbeiten.

    25:41 Dann soll er von dir frei weggehen, er und seine Kinder, und soll zu
    seiner Sippe, zum Eigentum seiner Väter zurückkehren.

    25:42 Denn sie sind meine Knechte; ich habe sie aus Ägypten herausgeführt;
    sie sollen nicht verkauft werden, wie ein Sklave verkauft wird.

    25:43 Du sollst nicht mit Gewalt über ihn herrschen. Fürchte deinen Gott!

    Die Sklaven aus fremden Völkern: 25,44-46

    25:44 Die Sklaven und Sklavinnen, die euch gehören sollen, kauft von den
    Völkern, die rings um euch wohnen; von ihnen könnt ihr Sklaven und
    Sklavinnen erwerben.

    25:45 Auch von den Kindern der Halbbürger, die bei euch leben, aus ihren
    Sippen, die mit euch leben, von den Kindern, die sie in eurem Land
    gezeugt haben, könnt ihr Sklaven erwerben. Sie sollen euer Eigentum
    sein,

    25:46 und ihr dürft sie euren Söhnen vererben, damit diese sie als
    dauerndes Eigentum besitzen; ihr sollt sie als Sklaven haben. Aber
    was eure Brüder, die Israeliten, angeht, so soll keiner über den
    andern mit Gewalt herrschen.

    Das Loskaufrecht israelitischer Sklaven bei Fremden: 25,47-54

    25:47 Wenn ein Fremder oder ein Halbbürger bei dir zu Vermögen kommt, aber
    dein Bruder von ihm wirtschaftlich abhängig wird und sich ihm oder
    einem Nachkommen aus der Familie eines Fremden verkauft,

    25:48 dann soll es, wenn er sich verkauft hat, für ihn ein Loskaufrecht
    geben: Einer seiner Brüder soll ihn auslösen.

    25:49 Auslösen sollen ihn sein Onkel, der Sohn seines Onkels oder sonst
    ein Verwandter aus seiner Sippe. Falls seine eigenen Mittel
    ausreichen, kann er sich selbst loskaufen.

    25:50 Er soll mit dem, der ihn gekauft hat, die Jahre zwischen dem
    Verkaufs- und dem Jubeljahr berechnen; die Summe des Verkaufspreises
    soll auf die Zahl der Jahre verteilt werden, wobei die verbrachte
    Zeit wie die eines Lohnarbeiters gilt.

    25:51 Wenn noch viele Jahre abzudienen sind, soll er ihrer Zahl
    entsprechend den Lösepreis von seiner Kaufsumme absetzen.

    25:52 Wenn nur noch wenige Jahre bis zum Jubeljahr übrig sind, soll er es
    ihm berechnen; den Jahren entsprechend soll er den Lösepreis
    bezahlen.

    25:53 Er gelte wie ein Lohnarbeiter Jahr um Jahr bei seinem Herrn; dieser
    soll nicht vor deinen Augen mit Gewalt über ihn herrschen.

    25:54 Wenn er in der Zwischenzeit nicht losgekauft wird, soll er im
    Jubeljahr freigelassen werden, er und seine Kinder.

    Abschließende Begründung: 25,55

    25:55 Denn mir gehören die Israeliten als Knechte, meine Knechte sind sie;
    ich habe sie aus Ägypten herausgeführt, ich, der Herr, euer Gott.

    Segen und Fluch: 26,1-46

    Die Grundforderungen Gottes: 26,1-2

    26:1 Ihr sollt euch keine Götzen machen, euch weder ein Gottesbild noch
    ein Steinmal aufstellen und in eurem Land keine Steine mit
    Bildwerken aufrichten, um euch vor ihnen niederzuwerfen; denn ich
    bin der Herr, euer Gott.
    19,4; Ex 20,4; Dtn 5,8

    26:2 Ihr sollt auf meine Sabbate achten und mein Heiligtum fürchten; ich
    bin der Herr.

    Die Segenszusage für Gehorsam: 26,3-13

    26:3 Wenn ihr nach meinen Satzungen handelt, auf meine Gebote achtet und
    sie befolgt,
    (3-13) Dtn 28,1-14
    3-38: Im Alten Orient war es Brauch, Gesetzbücher und Verträge mit
    Flüchen und Segenssprüchen abzuschließen, um vor Mißachtung der
    Gesetze oder vor Vertragsbruch abzuschrecken und zur Befolgung der
    Gesetze oder zur Vertragstreue anzuspornen. So schließt auch das
    ®Heiligkeitsgesetz¯ hier und das ursprüngliche Deuteronomium in Dtn
    28 mit Segen und Fluch.

    26:4 so gebe ich euch Regen zur rechten Zeit; die Erde liefert ihren
    Ertrag, und der Baum des Feldes gibt seine Früchte;

    26:5 die Dreschzeit reicht bei euch bis zur Weinlese und die Weinlese bis
    zur Aussaat. Ihr eßt euch satt an eurem Brot und wohnt in eurem Land
    in Sicherheit.

    26:6 Ich schaffe Frieden im Land: Ihr legt euch nieder, und niemand
    schreckt euch auf. Ich lasse die Raubtiere aus dem Land
    verschwinden. Kein Schwert kommt über euer Land.

    26:7 Verfolgt ihr eure Feinde, so werden sie vor euren Augen dem Schwert
    verfallen.

    26:8 Fünf von euch werden hundert verfolgen, hundert von euch werden
    zehntausend verfolgen, und eure Feinde werden vor euren Augen dem
    Schwert verfallen.

    26:9 Euch wende ich mich zu, mache euch fruchtbar und zahlreich und halte
    meinen Bund mit euch aufrecht.

    26:10 Ihr werdet noch von der alten Ernte zu essen haben und das Alte
    hinausschaffen müssen, um Platz für das Neue zu haben.

    26:11 Ich schlage meine Wohnstätte in eurer Mitte auf und habe gegen euch
    keine Abneigung.

    26:12 Ich gehe in eurer Mitte; ich bin euer Gott, und ihr seid mein Volk.

    26:13 Ich bin der Herr, euer Gott, der euch aus dem Land der Ägypter
    herausgeführt hat, so daß ihr nicht mehr ihre Sklaven zu sein
    braucht. Ich habe eure Jochstangen zerbrochen und euch wieder
    aufrecht gehen lassen.

    Strafandrohung und Fluch für Ungehorsam: 26,14-38

    26:14 Aber wenn ihr auf mich nicht hört und alle diese Gebote nicht
    befolgt,
    (14-38) Dtn 28,15-68

    26:15 wenn ihr meine Satzungen mißachtet, meine Vorschriften verabscheut
    und meinen Bund brecht, indem ihr keines meiner Gebote befolgt,

    26:16 so tue auch ich euch folgendes an: Ich biete gegen euch Bestürzung
    auf, Schwindsucht und Fieber, die das Augenlicht zum Verlöschen
    bringen und den Atem ersticken. Ihr sät euer Saatgut vergeblich;
    eure Feinde werden es verzehren.

    26:17 Ich wende mein Angesicht gegen euch, und ihr werdet von euren
    Feinden geschlagen. Eure Gegner treten euch nieder; ihr flieht,
    selbst wenn euch niemand verfolgt.

    26:18 Wenn ihr dann immer noch nicht auf mich hört, fahre ich fort, euch
    zu züchtigen; siebenfach züchtige ich euch für eure Sünden.

    26:19 Ich breche eure stolze Macht und mache euren Himmel wie Eisen und
    euer Land wie Bronze.

    26:20 Eure Kraft verbraucht sich vergeblich, euer Land liefert keinen
    Ertrag mehr, und die Bäume im Land tragen keine Früchte mehr.

    26:21 Wenn ihr mir feindlich begegnet und nicht auf mich hören wollt,
    werde ich noch weitere Schläge über euch kommen lassen, siebenfach,
    wie es euren Sünden entspricht.

    26:22 Ich lasse auf euch die wilden Tiere los, die euer Land entvölkern,
    euer Vieh vernichten und euch an Zahl so verringern, daß eure Wege
    veröden.

    26:23 Wenn ihr euch dadurch noch nicht warnen laßt und mir weiterhin
    feindlich begegnet,

    26:24 begegne auch ich euch feindlich und schlage auch ich euch siebenfach
    für eure Sünden.

    26:25 Ich lasse über euch das Schwert kommen, das Rache für den Bund
    nehmen wird. Zieht ihr euch in eure Städte zurück, so sende ich die
    Pest in eure Mitte, und ihr geratet in Feindeshand.

    26:26 Ich entziehe euch dann euren Vorrat an Brot, so daß zehn Frauen euer
    Brot in einem einzigen Backofen backen, daß man euch das Brot
    abgewogen zuteilt und ihr euch nicht satt essen könnt.
    Ich entziehe ihnen ihren Vorrat an Brot, wörtlich: Ich zerbreche
    ihnen den Brotstab; gemeint ist der Holzpflock an der Wand, auf dem
    die ringförmigen Brote hängen.

    26:27 Und wenn ihr daraufhin noch immer nicht auf mich hört und mir immer
    noch feindlich begegnet,

    26:28 begegne auch ich euch im Zorn und züchtige euch siebenfach für eure
    Sünden.

    26:29 Ihr eßt das Fleisch eurer Söhne und Töchter.

    26:30 Ich vernichte eure Kulthöhen, zerstöre eure Räucheraltäre, häufe
    eure Leichen über die Leichen eurer Götzen und verabscheue euch.

    26:31 Ich mache eure Städte zu Ruinen, verwüste eure Heiligtümer und will
    den beruhigenden Duft eurer Opfer nicht mehr riechen.

    26:32 Ich selbst verwüste das Land; eure Feinde, die sich darin
    niederlassen, werden darüber entsetzt sein.

    26:33 Euch aber zerstreue ich unter die Völker und zücke hinter euch das
    Schwert. Euer Land wird zur Wüste und eure Städte werden zu Ruinen.

    26:34 Dann erhält das Land seine Sabbate ersetzt, in der ganzen Zeit der
    Verwüstung, während ihr im Land eurer Feinde seid. Dann hat das Land
    Ruhe und erhält Ersatz für seine Sabbate.
    Der Vers bezieht sich auf das Sabbatjahr, in dem das Ackerland
    brachliegen, also Ruhe haben sollte (vgl. 25,2-7).

    26:35 Während der ganzen Zeit der Verwüstung hat es Sabbatruhe, die es an
    euren Sabbaten nicht hatte, als ihr noch darin wohntet.

    26:36 In das Herz derer, die von euch überleben, bringe ich Angst in den
    Ländern ihrer Feinde; das bloße Rascheln verwelkter Blätter jagt sie
    auf, und sie fliehen, wie man vor dem Schwert flieht; sie fallen,
    ohne daß jemand sie verfolgt.

    26:37 Sie stürzen übereinander wie vor dem Schwert, ohne daß jemand sie
    verfolgt. Ihr könnt vor euren Feinden nicht standhalten,

    26:38 ihr geht unter den Völkern zugrunde, und das Land eurer Feinde frißt
    euch.

    Umkehr und Vergebung: 26,39-45

    26:39 Diejenigen von euch, die dann noch überleben, siechen dahin in den
    Ländern eurer Feinde wegen ihrer Sünden, auch wegen der Sünden ihrer
    Väter, so daß sie, gleich ihnen, dahinsiechen.

    26:40 Dann werden sie die Schuld eingestehen, die sie selbst und ihre
    Väter begangen haben durch ihren Treubruch und auch dadurch, daß sie
    mir feindlich begegnet sind,

    26:41 so daß auch ich ihnen feindlich begegnete und sie in das Land ihrer
    Feinde führte. Ihr unbeschnittenes Herz muß sich dann beugen, und
    ihre Sünden müssen sie sühnen.

    26:42 Dann werde ich meines Bundes mit Jakob gedenken, meines Bundes mit
    Isaak und meines Bundes mit Abraham, und ich werde meines Landes
    gedenken.

    26:43 Das Land aber muß von ihnen verlassen werden und seine Sabbate
    ersetzt bekommen, indem es ohne seine Bewohner verödet daliegt. Sie
    sollen ihre Schuld sühnen, weil sie immer wieder meine Vorschriften
    mißachtet und meine Satzungen verabscheut haben.

    26:44 Aber selbst wenn sie im Land ihrer Feinde sind, werde ich sie nicht
    mißachten und sie nicht verabscheuen, um ihnen etwa ein Ende zu
    machen und meinen Bund mit ihnen zu widerrufen; denn ich bin der
    Herr, ihr Gott.

    26:45 Ich werde zu ihren Gunsten des Bundes mit den früheren Generationen
    gedenken, die ich vor den Augen der Völker aus Ägypten herausgeführt
    habe, um ihr Gott zu sein, ich, der Herr.

    Schluß des Heiligkeitsgesetzes: 26,46

    26:46 Das sind die Satzungen, Vorschriften und Gesetze, die der Herr
    zwischen sich und den Israeliten auf dem Sinai durch die Vermittlung
    des Mose erlassen hat.

    Die Ablösung von Gelübden und Weihegaben: 27,1-34
    Bei Personen: 27,1-8

    27:1 Der Herr sprach zu Mose:
    1-8: Diese Bestimmung geht vielleicht auf einen alten Brauch
    zurück, Personen aus der eigenen Sippe aufgrund eines in Notzeiten
    abgelegten Gelübdes dem Heiligtum zu weihen, d. h. zur Dienstleistun
    zu übergeben (vgl. 1 Sam 1,11.23-28). Konnte man sich später von der
    Person nicht trennen, mußte man sie gegen Geld auslösen.

    27:2 Rede zu den Israeliten, und sag zu ihnen: Will jemand ein Gelübde
    für den Herrn einlösen, das er nach dem üblichen Wert einer Person
    abgelegt hat,

    27:3 so gilt für einen Mann zwischen zwanzig und sechzig Jahren ein
    Schätzwert von fünfzig Silberschekel, nach dem Schekelgewicht des
    Heiligtums,

    27:4 für eine Frau ein Schätzwert von dreißig Schekel,

    27:5 für einen Jugendlichen zwischen fünf und zwanzig Jahren, wenn es ein
    Junge ist, ein Schätzwert von zwanzig Schekel, wenn es ein Mädchen
    ist, ein Schätzwert von zehn Schekel,

    27:6 für einen Knaben zwischen einem Monat und fünf Jahren ein Schätzwert
    von fünf und für ein Mädchen ein Schätzwert von drei Silberschekel,

    27:7 für einen Mann von sechzig und mehr Jahren ein Schätzwert von
    fünfzehn und für eine Frau ein Schätzwert von zehn Schekel.

    27:8 Ist derjenige, der das Gelübde gemacht hat, nicht in der Lage, den
    Schätzwert zu entrichten, dann soll er die Person dem Priester
    vorstellen. Dieser soll den Schätzwert nach Maßgabe dessen, was der
    Gelobende aufbringen kann, feststellen.

    Bei Tieren: 27,9-13

    27:9 Handelt es sich um Tiere, die man für den Herrn als Opfergabe
    darbringen kann, so wird jedes Tier, das man dem Herrn gibt, etwas
    Heiliges.

    27:10 Man darf es weder auswechseln noch vertauschen, nicht ein gutes
    gegen ein schlechtes oder ein schlechtes gegen ein gutes geben. Wenn
    man aber doch ein Tier gegen ein anderes vertauscht, so wird sowohl
    das eine als auch das andere etwas Heiliges.

    27:11 Handelt es sich um ein unreines Tier, von dem man keine Opfergabe
    für den Herrn darbringen darf, soll man das Tier dem Priester
    vorführen,

    27:12 und dieser soll den Durchschnittswert feststellen; an seine
    Schätzung soll man sich halten.

    27:13 Will man es auslösen, so soll man den Schätzwert um ein Fünftel
    erhöhen.
    13.15.27: Der Zuschlag von einem Fünftel zum Schätzwert ist wohl
    als Buße für die Zurücknahme des Gelübdes gedacht.

    Bei Häusern: 27,14-15

    27:14 Will man sein Haus dem Herrn weihen, so soll es der Priester
    schätzen, indem er seinen Durchschnittswert feststellt. Man halte
    sich an die Schätzung des Priesters.

    27:15 Will der Mann, der das Haus gelobt hat, es auslösen, so soll er ein
    Fünftel des Geldes zum Schätzwert hinzufügen, und es soll wieder ihm
    gehören.

    Bei Grundstücken: 27,16-24

    27:16 Weiht ein Mann eines von seinen Erbgrundstücken dem Herrn, so soll
    der Schätzwert seines Saatgutes geschätzt werden. Ein H¢mer
    Saatgerste entspricht fünfzig Silberschekeln.

    27:17 Weiht jemand das Feld vom Jubeljahr an, so halte man sich an diesen
    Schätzwert;

    27:18 weiht er es aber nach dem Jubeljahr, soll ihm der Priester den Preis
    entsprechend der bis zum nächsten Jubeljahr ausstehenden Jahre
    berechnen und vom Schätzwert abziehen.

    27:19 Will derjenige, der das Feld geweiht hat, es wieder auslösen, soll
    er ein Fünftel des Geldes zum Schätzwert hinzufügen, und es soll
    wieder ihm gehören.

    27:20 Löst er es nicht aus, verkauft es aber einem anderen, so kann es
    nicht mehr ausgelöst werden,

    27:21 und das Feld wird, wenn es im Jubeljahr frei wird, etwas Heiliges
    für den Herrn, wie ein Feld, das geweihtes Gut ist. Es wird Eigentum
    des Priesters.

    27:22 Wenn jemand dem Herrn ein Feld weiht, das er erworben hat und das
    nicht zu seinem Erbbesitz gehört,

    27:23 berechne der Priester den Schätzwert mit Rücksicht auf die Zeit bis
    zum Jubeljahr, und der Mann bezahle die Summe am selben Tag als
    etwas Heiliges für den Herrn.

    27:24 Im Jubeljahr soll das Feld an den Verkäufer zurückfallen, dem es als
    ererbter Landbesitz gehört.
    25,23-28

    Das Maß der Schätzung: 27,25

    27:25 Jede Schätzung bei dir soll nach dem Schekelgewicht des Heiligtums
    erfolgen: Zwanzig Gera entsprechen einem Schekel.

    Sonderfälle: 27,26-33

    27:26 Eine Erstgeburt beim Vieh, die als Erstlingsgabe dem Herrn gehört,
    kann man nicht weihen, weder ein Rind noch ein Schaf; denn es gehört
    schon dem Herrn.

    27:27 Aber wenn es die Erstgeburt eines unreinen Tiers ist, kann man es um
    den um ein Fünftel erhöhten Schätzwert auslösen. Wird das Tier nicht
    ausgelöst, soll es nach dem Schätzwert verkauft werden.

    27:28 Aber nichts von dem, was ein Mann von seinem Eigentum an Menschen,
    Vieh und Feldbesitz als Banngut dem Herrn geweiht hat, darf verkauft
    oder ausgelöst werden. Alles Banngut ist etwas Hochheiliges; es
    gehört dem Herrn.

    27:29 Kein menschliches Wesen, das als Banngut geweiht wird, kann
    zurückgekauft werden; man muß es töten.

    27:30 Jeder Zehnt des Landes, der vom Ertrag des Landes oder von den
    Baumfrüchten abzuziehen ist, gehört dem Herrn; es ist etwas Heiliges
    für den Herrn.

    27:31 Will ein Mann einen Teil seines Zehnten auslösen, muß er ein Fünftel
    dazuzahlen.

    27:32 Jeder Zehnt an Rind, Schaf und Ziege ist dem Herrn geweiht, jedes
    zehnte Stück von allem, was unter dem Hirtenstab hindurchgeht.

    27:33 Man soll nicht zwischen dem Guten und dem Schlechten unterscheiden
    und keinen Tausch vornehmen. Wenn man es dennoch tut, werden das
    Tier und das mit ihm vertauschte Tier etwas Heiliges; es darf nicht
    ausgelöst werden.

    Abschluß: 27,34

    27:34 Das sind die Gebote, die der Herr dem Mose für die Israeliten auf
    dem Sinai gegeben hat.
    Das Buch Numeri

    E-1 Das vierte Buch des Pentateuch trügt in der lateinischen Bibel
    den Namen Numeri (Zählungen), weil es mit der Zählung bzw. Musterung
    der wehrfähigen Israeliten beginnt. Die Juden nennen das Buch
    Bemidbar (In der Wüste), nach einem der ersten Worte. Die
    Geschichtsdarstellung behandelt zunächst bis 10,10 noch die Vorgänge
    am Sinai. Der Anfang des Buches ist aber dennoch gut gewählt, weil e
    sich bei der Musterung und den folgenden Anordnungen überwiegend um
    Vorgänge handelt, die den Aufbruch vom Sinai vorbereiten.

    E-2 Die Kapitel 1 - 4 haben neben der Musterung der Wehrfähigen (Kap.
    1) die Ordnung der Stämme im Lager und auf dem Marsch (Kap. 2) und
    die Zählung der Levitengeschlechter (Kap. 3 und 4) zum Inhalt. Es
    folgen verschiedene andere Vorschriften: Ausweisung von Unreinen aus
    dem Lager, Abgaben ans Heiligtum, Eifersuchtsordal (Kap. 5),
    Vorschriften über Nasiräer und Priestersegen (Kap. 6). Die Kapitel
    7 - 9 hängen nur lose mit dem Aufbruchthema zusammen; hier geht es u
    Dinge, die das Heiligtum und seine Versorgung unterwegs betreffen:
    die Weihegaben der Stammesführer (Kap. 7); der Dienst der Leviten au
    dem Marsch und im Lager, die Pascha-Ordnung für besondere Fälle, die
    Wolkensäule über dem Heiligtum im Lager und beim Aufbruch (Kap. 8 un
    9); die Trompetensignale für Aufbruch, Krieg und Fest (10,1-10). Der
    Rest des Buches (10,11 - 36,13) stellt die Geschehnisse auf der
    Wüstenwanderung vom Sinai zum Jordan bis kurz vor dem Einzug in
    Kanaan dar. Doch sind in den Geschichtsablauf immer wieder, wie im
    Buch Exodus, Gesetzestexte und Listen eingeschoben.

    E-3 In der Geschichtsdarstellung sind dieselben drei literarischen
    Schichten nachweisbar wie in den Büchern Genesis und Exodus. An
    Einzelereignissen werden erzählt: das Murren des Volkes gegen Mose,
    die Klage des Mose über die ihm von Gott auferlegte Last, die
    Entlastung des Mose durch die Ausgießung des Geistes auf die Älteste
    und das Wachtelwunder (Kap. 11); die Auflehnung der eigenen
    Geschwister gegen Mose (Kap. 12); der Kundschafterbericht (Kap. 13
    und 14); der Aufruhr Korachs, Datans und Abirams (Kap. 16 und 17);
    das Wasserwunder, der Tod Mirjams und Aarons (Kap. 20); die kupferne
    Schlange, die Kämpfe mit den Völkern östlich des Jordan (Kap. 21);
    der Seher Bileam (Kap. 22 - 24); die Tat des Pinhas (Kap. 25); die
    Berufung Josuas (27,12-23); der Krieg gegen die Midianiter (Kap. 31)
    die Landzuteilung an die ostjordanischen Stämme (Kap. 32). Ein
    Verzeichnis der Lagerstätten schließt den Bericht über den Wüstenzug
    ab (Kap. 33). In den Bericht eingeschaltet und am Schluß des Buches
    angehängt sind Texte, die die Gesetze vom Sinai ergänzen (Kap. 15; 1
    und 19; 27,1-11; 28 - 30; 36), Anweisungen für die Verteilung Kanaan
    an die Stämme und über die Leviten- und Asylstädte (Kap. 33 - 35).
    Die Darstellung des Wüstenzugs hat einmal mit dem Bericht über den
    Tod des Mose geschlossen, doch wurde dieser Bericht an den Schluß de
    Deuteronomiums verschoben, als dieses Buch den anderen Mosebüchern
    angefügt wurde (vgl. die Einleitung zu Dtn).

    E-4 Die Geschichtsdarstellung und die Gesetze im Buch Numeri sollen
    Israel an die verhängnisvollen Folgen des Murrens gegen Gott, des
    Aufbegehrens gegen Mose und gegen die priesterliche Kultordnung, des
    Götzendienstes und des mangelnden Vertrauens gegen den Bundesgott
    erinnern. Sie zeigen, daß Gott von seinem Volk auch in Zeiten der No
    Treue erwartet und bei Versagen des Volkes schwere Strafen verhängt,
    daß er aber auch zur Vergebung bereit ist, wenn sich Fürsprecher wie
    Mose für ihr Volk einsetzen. Wie Gott Israel durch die Wüste geführt
    hat, so wird er es auch weiter durch die Geschichte führen.

    Aus dem Priestergesetz: 1,1 - 10,10
    Die Volks- und Heeresordnung: 1,1-54

    1:1 Am ersten Tag des zweiten Monats im zweiten Jahr nach dem Auszug aus
    Ägypten sprach der Herr in der Wüste Sinai im Offenbarungszelt zu
    Mose:
    (1-54) 26,1-65

    1:2 Ermittelt die Gesamtzahl der Israeliten in der Gemeinde, geordnet
    nach Sippenverbänden und Großfamilien; zählt mit Namen alle Männer,
    Die soziale Schichtung Israels stammt aus der Nomadenzeit der
    israelitischen Stämme. Israel gliedert sich in Stämme, Sippen,
    Großfamilien (wörtlich: Vaterhäuser) und Einzelfamilien. Solange der
    Vater lebt, ist er das Haupt der Großfamilie und hat die
    Verfügungsgewalt über seine Söhne, selbst wenn sie schon eigene
    Kinder haben. Am deutlichsten zeigt das Vorgehen beim Losentscheid i
    Jos 7,16-20, daß die Großfamilie von der Familie des einzelnen
    verheirateten Mannes zu unterscheiden ist.

    1:3 die zwanzig Jahre und älter sind, alle wehrfähigen Israeliten.
    Mustert sie für ihre Heeresverbände, du und Aaron!

    1:4 Aus jedem Stamm soll euch dabei ein Mann helfen, und zwar jeweils
    das Haupt einer Großfamilie.

    1:5 Das sind die Namen der Männer, die euch helfen sollen: aus Ruben
    Elizur, der Sohn Sched‰urs;

    1:6 aus Simeon Schelumi‰l, der Sohn Zurischaddais;

    1:7 aus Juda Nachschon, der Sohn Amminadabs;

    1:8 aus Issachar Netanel, der Sohn Zuars;

    1:9 aus Sebulon Eliab, der Sohn Helons;

    1:10 von den Nachkommen Josefs: aus Efraim Elischama, der Sohn Ammihuds,
    und aus Manasse Gamli‰l, der Sohn Pedazurs;

    1:11 aus Benjamin Abidan, der Sohn Gidonis;

    1:12 aus Dan Ahi‰ser, der Sohn Ammischaddais;

    1:13 aus Ascher Pagi‰l, der Sohn Ochrans;

    1:14 aus Gad Eljasaf, der Sohn Regu‰ls;

    1:15 aus Naftali Ahira, der Sohn Enans.

    1:16 Das sind die von der Gemeinde berufenen Anführer der Stämme ihrer
    Väter, die Befehlshaber der Tausendschaften Israels.

    1:17 Mose und Aaron nahmen diese namentlich genannten Männer

    1:18 und versammelten die ganze Gemeinde am ersten Tag des zweiten
    Monats. Dann ermittelte man die Abstammung aller Männer von zwanzig
    Jahren und darüber; man zählte sie namentlich, geordnet nach Sippen
    und Großfamilien.

    1:19 Wie der Herr es Mose befohlen hatte, so musterte man sie in der
    Wüste Sinai.

    1:20 Zuerst kamen die Nachkommen Rubens, des Erstgeborenen Israels: Man
    ermittelte ihre Geschlechterfolge nach Sippen und Großfamilien und
    zählte mit Namen alle Männer von zwanzig Jahren und darüber, alle
    Wehrfähigen.

    1:21 Die Zahl der aus dem Stamm Ruben Gemusterten betrug 46500 Mann.

    1:22 Sodann die Simeoniter: Man ermittelte ihre Geschlechterfolge nach
    Sippen und Großfamilien und zählte mit Namen alle Männer von zwanzig
    Jahren und darüber, alle Wehrfähigen.

    1:23 Die Zahl der aus dem Stamm Simeon Gemusterten betrug 59300 Mann.

    1:24 Sodann die Gaditer: Man ermittelte ihre Geschlechterfolge nach
    Sippen und Großfamilien und zählte mit Namen alle wehrfähigen Männer
    von zwanzig Jahren und darüber.

    1:25 Die Zahl der aus dem Stamm Gad Gemusterten betrug 45650 Mann.

    1:26 Sodann die Nachkommen Judas: Man ermittelte ihre Geschlechterfolge
    nach Sippen und Großfamilien und zählte mit Namen alle wehrfähigen
    Männer von zwanzig Jahren und darüber.

    1:27 Die Zahl der aus dem Stamm Juda Gemusterten betrug 74600 Mann.

    1:28 Sodann die Issachariter: Man ermittelte ihre Geschlechterfolge nach
    Sippen und Großfamilien und zählte mit Namen alle wehrfähigen Männer
    von zwanzig Jahren und darüber.

    1:29 Die Zahl der aus dem Stamm Issachar Gemusterten betrug 54400 Mann.

    1:30 Sodann die Sebuloniter: Man ermittelte ihre Geschlechterfolge nach
    Sippen und Großfamilien und zählte mit Namen alle wehrfähigen Männer
    von zwanzig Jahren und darüber.

    1:31 Die Zahl der aus dem Stamm Sebulon Gemusterten betrug 57400 Mann.

    1:32 Sodann die Nachkommen Josefs, zuerst die Efraimiter: Man ermittelte
    ihre Geschlechterfolge nach Sippen und Großfamilien und zählte mit
    Namen alle wehrfähigen Männer von zwanzig Jahren und darüber.

    1:33 Die Zahl der aus dem Stamm Efraim Gemusterten betrug 40500 Mann.

    1:34 Sodann die Manassiter: Man ermittelte ihre Geschlechterfolge nach
    Sippen und Großfamilien und zählte mit Namen alle wehrfähigen Männer
    von zwanzig Jahren und darüber.

    1:35 Die Zahl der aus dem Stamm Manasse Gemusterten betrug 32200 Mann.

    1:36 Sodann die Benjaminiter: Man ermittelte ihre Geschlechterfolge nach
    Sippen und Großfamilien und zählte mit Namen alle wehrfähigen Männer
    von zwanzig Jahren und darüber.

    1:37 Die Zahl der aus dem Stamm Benjamin Gemusterten betrug 35400 Mann.

    1:38 Sodann die Daniter: Man ermittelte ihre Geschlechterfolge nach
    Sippen und Großfamilien und zählte mit Namen alle wehrfähigen Männer
    von zwanzig Jahren und darüber.

    1:39 Die Zahl der aus dem Stamm Dan Gemusterten betrug 62700 Mann.

    1:40 Sodann die Ascheriter: Man ermittelte ihre Geschlechterfolge nach
    Sippen und Großfamilien und zählte mit Namen alle wehrfähigen Männer
    von zwanzig Jahren und darüber.

    1:41 Die Zahl der aus dem Stamm Ascher Gemusterten betrug 41500 Mann.

    1:42 Sodann die Naftaliter: Man ermittelte ihre Geschlechterfolge nach
    Sippen und Großfamilien und zählte mit Namen alle wehrfähigen Männer
    von zwanzig Jahren und darüber.

    1:43 Die Zahl der aus dem Stamm Naftali Gemusterten betrug 53400 Mann.

    1:44 Das waren die Gemusterten, die Mose und Aaron zusammen mit den
    Anführern Israels zählten; es waren zwölf Anführer, aus jedem Stamm
    einer, jeweils das Haupt einer Großfamilie.

    1:45 So ergab sich die Gesamtzahl der gemusterten Israeliten, geordnet
    nach Großfamilien, also aller wehrfähigen Männer in Israel von
    zwanzig Jahren und darüber.

    1:46 Als Gesamtzahl der Gemusterten ergab sich 603550 Mann.

    1:47 Die aber, die dem Stamm ihrer Väter nach Leviten waren, wurden nicht
    gemustert.

    1:48 Der Herr sprach zu Mose:

    1:49 Unter den Israeliten sollst du nur den Stamm Levi nicht mustern und
    zählen.

    1:50 Betrau die Leviten mit der Sorge für die Wohnstätte der
    Bundesurkunde, für ihre Geräte und für alles, was dazu gehört. Sie
    sollen die Wohnstätte und alle ihre Geräte tragen und sollen sie
    pflegen; sie sollen ihren Lagerplatz rings um die Wohnstätte haben.
    Zur Wohnstätte vgl. die Anmerkung zu Ex 25,9.

    1:51 Wenn die Wohnstätte weitergetragen werden soll, sollen die Leviten
    sie abbauen, und wenn die Wohnstätte das Lager bezieht, sollen die
    Leviten sie aufstellen. Wer ihr zu nahe kommt, ohne dazu befugt zu
    sein, wird mit dem Tod bestraft.

    1:52 Im Lager soll jeder Israelit sein Zelt an der Stelle aufschlagen, zu
    der er gehört, und bei dem Feldzeichen, zu dem er gehört, also bei
    seiner Abteilung im Heer.

    1:53 Die Leviten aber sollen ihr Lager rings um die Wohnstätte der
    Bundesurkunde aufschlagen, damit nicht der Zorn (Gottes) die
    Gemeinde der Israeliten trifft; die Leviten sollen auf die Anordnung
    über die Wohnstätte der Bundesurkunde achten.

    1:54 Die Israeliten taten alles genau so, wie es der Herr dem Mose
    befohlen hatte. So machten sie es.

    Die Ordnung im Lager und auf dem Marsch: 2,1-34

    2:1 Der Herr sprach zu Mose und Aaron:

    2:2 Alle Israeliten sollen bei ihren Feldzeichen lagern, jede
    Großfamilie mit einer eigenen Fahne. Sie sollen rings um das
    Offenbarungszelt so lagern, daß es jeder vor sich hat.

    2:3 Vorne, nach Osten hin, ist das Lager Judas mit seinem Feldzeichen,
    geordnet nach Abteilungen. Befehlshaber der Nachkommen Judas ist
    Nachschon, der Sohn Amminadabs;

    2:4 sein Heer zählt im ganzen 74600 gemusterte Männer.

    2:5 Daran anschließend ist das Lager des Stammes Issachar; Befehlshaber
    der Issachariter ist Netanel, der Sohn Zuars;

    2:6 sein Heer zählt im ganzen 54400 gemusterte Männer.

    2:7 Dann folgt der Stamm Sebulon; Befehlshaber der Sebuloniter ist
    Eliab, der Sohn Helons;

    2:8 sein Heer zählt im ganzen 57400 gemusterte Männer.

    2:9 Die Gesamtzahl der Gemusterten, die zum Lager Judas gehören, beträgt
    186400 Mann, geordnet nach Abteilungen. Sie brechen als erste auf.

    2:10 Im Süden ist das Lager Rubens mit seinem Feldzeichen, geordnet nach
    Abteilungen. Befehlshaber der Rubeniter ist Elizur, der Sohn
    Sched‰urs;

    2:11 sein Heer zählt im ganzen 46500 gemusterte Männer.

    2:12 Daran anschließend ist das Lager des Stammes Simeon; Befehlshaber
    der Simeoniter ist Schelumi‰l, der Sohn Zurischaddais;

    2:13 sein Heer zählt im ganzen 59300 gemusterte Männer.

    2:14 Dann folgt der Stamm Gad; Befehlshaber der Gaditer ist Eljasaf, der
    Sohn Regu‰ls;

    2:15 sein Heer zählt im ganzen 45650 gemusterte Männer.

    2:16 Die Gesamtzahl der Gemusterten, die zum Lager Rubens gehören,
    beträgt 151450 Mann, geordnet nach Abteilungen. Sie brechen als
    zweite auf.

    2:17 Dann bricht das Offenbarungszelt auf und das Lager der Leviten, das
    in der Mitte der Lager liegt. Wie sie lagern, so brechen sie auf,
    jeder an seiner Stelle, nach Feldzeichen geordnet.

    2:18 Im Westen ist das Lager Efraims mit seinem Feldzeichen, geordnet
    nach Abteilungen. Befehlshaber der Efraimiter ist Elischama, der
    Sohn Ammihuds;

    2:19 sein Heer zählt im ganzen 40500 gemusterte Männer.

    2:20 Daran anschließend kommt der Stamm Manasse; Befehlshaber der
    Manassiter ist Gamli‰l, der Sohn Pedazurs;

    2:21 sein Heer zählt im ganzen 32200 gemusterte Männer.

    2:22 Dann folgt der Stamm Benjamin; Befehlshaber der Benjaminiter ist
    Abidan, der Sohn Gidonis;

    2:23 sein Heer zählt im ganzen 35400 gemusterte Männer.

    2:24 Die Gesamtzahl der Gemusterten, die zum Lager Efraims gehören,
    beträgt 108100 Mann, geordnet nach Abteilungen. Sie brechen als
    dritte auf.

    2:25 Im Norden ist das Lager Dans mit seinem Feldzeichen, geordnet nach
    Abteilungen. Befehlshaber der Daniter ist Ahi‰ser, der Sohn
    Ammischaddais;

    2:26 sein Heer zählt im ganzen 62700 gemusterte Männer.

    2:27 Daran anschließend ist das Lager des Stammes Ascher; Befehlshaber
    der Ascheriter ist Pagi‰l, der Sohn Ochrans;

    2:28 sein Heer zählt im ganzen 41500 gemusterte Männer.

    2:29 Dann folgt der Stamm Naftali; Befehlshaber der Naftaliter ist Ahira,
    der Sohn Enans;

    2:30 sein Heer zählt im ganzen 53400 gemusterte Männer.

    2:31 Die Gesamtzahl der Gemusterten, die zum Lager Dans gehören, beträgt
    157600 Mann. Sie brechen als letzte auf, nach Feldzeichen geordnet.

    2:32 Das sind also die gemusterten Israeliten, geordnet nach
    Großfamilien. Die Gesamtzahl der Gemusterten im Lager, geordnet nach
    Abteilungen, beträgt 603550 Mann.

    2:33 Die Leviten wurden, wie der Herr es Mose befohlen hatte, unter den
    Israeliten nicht gemustert.

    2:34 Die Israeliten führten alles aus, was der Herr dem Mose befohlen
    hatte; sie lagerten geordnet nach ihren Feldzeichen, und so brachen
    sie auch auf, jeder in seiner Sippe und bei seiner Großfamilie.

    Die Musterung der Priester- und Levitengeschlechter: 3,1 - 4,49

    3:1 Das ist die Geschlechterfolge nach Aaron und Mose, zu der Zeit, als
    der Herr mit Mose auf dem Sinai redete.

    3:2 Das waren die Namen der Söhne Aarons: Nadab als Erstgeborener, dann
    Abihu, Eleasar und Itamar.

    3:3 Das waren die Namen der Söhne Aarons, der gesalbten Priester, die
    man ins Priesteramt eingesetzt hatte.

    3:4 Nadab und Abihu waren vor den Augen des Herrn gestorben, als sie in
    der Wüste Sinai dem Herrn ein unrechtmäßiges Feueropfer darbrachten.
    Sie hatten keine Söhne, und so versahen dann Eleasar und Itamar
    unter der Aufsicht ihres Vaters Aaron den Priesterdienst.
    Lev 10,1-5

    3:5 Der Herr sprach zu Mose:

    3:6 Laß den Stamm Levi vor dem Priester Aaron antreten, damit sie ihm
    dienen.

    3:7 Sie sollen auf seine Anordnungen achten und in der ganzen Gemeinde
    vor dem Offenbarungszelt für Ordnung sorgen, wenn sie an der
    Wohnstätte Dienst tun.

    3:8 Sie sollen alle Geräte des Offenbarungszeltes in Ordnung halten und
    bei den Israeliten für Ordnung sorgen, wenn sie an der Wohnstätte
    Dienst tun.

    3:9 Die Leviten sollst du Aaron und seinen Söhnen zuweisen; sie sollen
    unter den Israeliten ausschließlich für den Dienst bei Aaron
    bestimmt sein.

    3:10 Aaron und seine Söhne aber sollst du beauftragen, den Priesterdienst
    zu versehen. Wer unbefugt daran teilnimmt, wird mit dem Tod
    bestraft.

    3:11 Der Herr sprach zu Mose:
    (11-13) 3,41-45; 8,15-19; Ex 13,11-15; 34,20

    3:12 Hiermit nehme ich die Leviten als Ersatz für alle erstgeborenen
    Israeliten, die den Mutterschoß durchbrechen. Die Leviten gehören
    mir;

    3:13 denn alle Erstgeborenen gehören mir. Als ich in Ägypten alle
    Erstgeborenen erschlug, habe ich alle Erstgeborenen in Israel mir
    geheiligt, bei den Menschen und beim Vieh. Mir gehören sie; ich bin
    der Herr.

    3:14 Der Herr sprach in der Wüste Sinai zu Mose:

    3:15 Mustere die Leviten nach ihren Großfamilien und Sippen! Alle
    männlichen Personen von einem Monat und darüber sollst du mustern.

    3:16 Da musterte sie Mose, wie ihm durch den Mund des Herrn befohlen
    worden war.

    3:17 Das waren die Namen der Söhne Levis: Gerschon, Kehat und Merari.

    3:18 Die Namen der Söhne Gerschons und ihrer Sippen waren Libni und
    Schimi,

    3:19 die der Söhne Kehats und ihrer Sippen Amram, Jizhar, Hebron und
    Usi‰l,

    3:20 die der Söhne Meraris und ihrer Sippen Machli und Muschi. Das waren
    die Sippen des Stammes Levi, geordnet nach Großfamilien.

    3:21 Zu Gerschon gehörten die Sippe der Libniter und die Sippe der
    Schimiter; das waren die Sippen der Gerschoniter.

    3:22 Die Zahl ihrer gemusterten männlichen Personen von einem Monat und
    darüber betrug im ganzen 7500.

    3:23 Die Sippen der Gerschoniter lagerten hinter der Wohnstätte gegen
    Westen.

    3:24 Anführer der Großfamilie der Gerschoniter war Eljasaf, der Sohn
    La‰ls.

    3:25 Die Gerschoniter hatten am Offenbarungszelt die Sorge für die
    Wohnstätte und das Zelt, für seine Decke und den Vorhang am Eingang
    des Offenbarungszeltes,

    3:26 für die Behänge des Vorhofs, für den Vorhang am Eingang des Vorhofs,
    der ringsum die Wohnstätte und den Altar umgibt, und für die
    Zeltstricke, je nachdem, wie es der Dienst erforderte.

    3:27 Zu Kehat gehörten die Sippe der Amramiter, die Sippe der Jizhariter,
    die Sippe der Hebroniter und die Sippe der Usi‰liter; das waren die
    Sippen der Kehatiter.

    3:28 Die Zahl der männlichen Personen von einem Monat und darüber betrug
    im ganzen 8600; sie hatten am Heiligtum Dienst zu tun.

    3:29 Die Sippen der Kehatiter lagerten an der Südseite der Wohnstätte.

    3:30 Familienoberhaupt der Sippen der Kehatiter war Elizafan, der Sohn
    Usi‰ls.

    3:31 Sie hatten die Sorge für die Lade, den Tisch, den Leuchter, die
    Altäre, die heiligen Geräte, mit denen sie ihren Dienst versahen,
    für den Vorhang und alles, was zu diesem Dienst gehörte.

    3:32 Der oberste Anführer der Leviten war der Priester Eleasar, der Sohn
    Aarons. Er war mit der Aufsicht derer betraut, die am Heiligtum
    Dienst zu tun hatten.

    3:33 Zu Merari gehörten die Sippe der Machliter und die Sippe der
    Muschiter; das waren die Sippen der Merariter.

    3:34 Die Zahl ihrer gemusterten männlichen Personen von einem Monat und
    darüber betrug im ganzen 6200.

    3:35 Familienoberhaupt der Sippen der Merariter war Zuri‰l, der Sohn
    Abihajils. Sie lagerten an der Nordseite der Wohnstätte.

    3:36 Die Söhne Meraris waren betraut mit der Sorge für die Bretter der
    Wohnstätte, ihre Querlatten, Säulen und Sockel, ihre Geräte und
    alles, was zu diesem Dienst gehörte,

    3:37 ferner für die Säulen des Vorhofs ringsum, ihre Sockel, ihre
    Zeltpflöcke und Stricke.

    3:38 Vor der Wohnstätte, an der Vorderseite, östlich vom
    Offenbarungszelt, lagerten Mose und Aaron mit seinen Söhnen. Sie
    hatten den Dienst am Heiligtum zu tun, wie er den Israeliten
    aufgetragen worden war. Wer unbefugt daran teilnimmt, wird mit dem
    Tod bestraft.

    3:39 Die Gesamtzahl der Leviten, die Mose und Aaron auf Befehl des Herrn
    musterten, aller männlichen Personen von einem Monat und darüber,
    nach Sippen geordnet, betrug 22000.

    3:40 Der Herr sprach zu Mose: Zähle alle männlichen erstgeborenen
    Israeliten, die einen Monat und älter sind, stell ihre Zahl
    namentlich fest!
    (40-45) 3,11-13

    3:41 Dann nimm für mich, für mich, den Herrn, die Leviten als Ersatz für
    alle erstgeborenen Israeliten entgegen, außerdem das Vieh der
    Leviten als Ersatz für alle Erstlinge unter dem Vieh der Israeliten!

    3:42 Mose musterte alle erstgeborenen Israeliten, wie es ihm der Herr
    befohlen hatte.

    3:43 Die Gesamtzahl der männlichen Erstgeborenen, die einen Monat und
    älter waren, betrug bei dieser namentlichen Zählung 22273.

    3:44 Dann sprach der Herr zu Mose:

    3:45 Nimm die Leviten als Ersatz für alle erstgeborenen Israeliten
    entgegen, außerdem das Vieh der Leviten als Ersatz für das Vieh der
    Israeliten! Die Leviten gehören mir, mir, dem Herrn.

    3:46 Es sind aber 273 erstgeborene Israeliten mehr als Leviten; sie
    müssen ausgelöst werden.

    3:47 Erheb für jeden fünf Schekel; erheb sie nach dem Schekelgewicht des
    Heiligtums, den Schekel zu zwanzig Gera.

    3:48 Übergib das Geld Aaron und seinen Söhnen zur Auslösung der
    überzähligen Israeliten!

    3:49 Da erhob Mose das Lösegeld von denen, die die Zahl der Leviten
    überstiegen und deshalb auszulösen waren.

    3:50 1365 Silberschekel erhob Mose von den erstgeborenen Israeliten, nach
    dem Schekelgewicht des Heiligtums,

    3:51 und er übergab Aaron und seinen Söhnen das Lösegeld, wie es ihm der
    Herr befohlen hatte.

    4:1 Der Herr sprach zu Mose und Aaron:

    4:2 Ermittelt die Zahl der Kehatiter unter den Leviten, geordnet nach
    Sippen und Großfamilien,

    4:3 zählt alle Wehrfähigen zwischen dreißig und fünfzig Jahren! Sie
    sollen im Offenbarungszelt tätig sein.

    4:4 Die Kehatiter haben im Offenbarungszelt das Hochheilige zu betreuen.

    4:5 Beim Aufbruch gehen Aaron und seine Söhne hinein, nehmen die
    Vorhangdecke ab und hüllen damit die Lade der Bundesurkunde ein.

    4:6 Darüber legen sie eine Decke aus Tahaschhaut, breiten darüber ein
    Tuch, ganz aus violettem Purpur, und bringen an der Lade die Stangen
    an.

    4:7 Auch über den Tisch der Schaubrote breiten sie ein Tuch aus
    violettem Purpur. Darauf legen sie die Schüsseln, die Schalen, die
    Krüge und die Kannen für das Trankopfer; auch die Schaubrote sollen
    darauf sein.

    4:8 Dann breiten sie darüber ein karmesinrotes Tuch, bedecken es mit
    einer Tahaschhaut und bringen die dazugehörenden Stangen an.

    4:9 Weiter nehmen sie ein Tuch aus violettem Purpur und hüllen damit den
    Leuchter ein, auch seine einzelnen Lampen, die Dochtscheren und
    Pfannen und alle Ölbehälter, die man für den Leuchter braucht.

    4:10 Ihn und alle zu ihm gehörenden Geräte legen sie auf eine Decke aus
    Tahaschhaut, dann legen sie alles auf das Traggestell.

    4:11 Über den goldenen Altar breiten sie ein Tuch aus violettem Purpur,
    hüllen ihn in eine Decke aus Tahaschhaut und bringen seine Stangen
    an.

    4:12 Dann nehmen sie alle zum Dienst im Heiligtum erforderlichen Geräte,
    legen sie auf ein Tuch aus violettem Purpur, hüllen sie in eine
    Decke aus Tahaschhaut und legen sie auf das Traggestell.

    4:13 Sie säubern den Altar von der Fett-Asche und breiten ein Tuch aus
    rotem Purpur über ihn.

    4:14 Auf den Altar legen sie alle Geräte, die man für den Altardienst
    braucht, die Pfannen, Gabeln, Schaufeln und Schalen, alle
    Altargeräte; darüber breiten sie eine Hülle aus Tahaschhaut und
    bringen die Altarstangen an.

    4:15 Erst wenn Aaron und seine Söhne beim Aufbruch des Lagers mit dem
    Verhüllen des Heiligtums und aller heiligen Geräte fertig sind,
    kommen die Kehatiter und übernehmen den Trägerdienst. Sie dürfen
    aber das Heilige nicht berühren, sonst müssen sie sterben. Das ist
    die Aufgabe, die die Kehatiter am Offenbarungszelt als Träger haben.

    4:16 Der Priester Eleasar, der Sohn Aarons, hat die Verantwortung für das
    Öl des Leuchters, das duftende Räucherwerk, das ständige Speiseopfer
    und das Salböl, die Verantwortung für die ganze Wohnstätte und für
    alles, was es darin an Heiligem und an Geräten gibt.

    4:17 Der Herr sprach zu Mose und Aaron:

    4:18 Sorgt dafür, daß die Sippen des Stammes der Kehatiter nicht aus dem
    Kreis der Leviten ausgerottet werden.

    4:19 Damit sie am Leben bleiben und nicht wegen Berührung des
    Hochheiligen sterben, sollt ihr so verfahren: Aaron und seine Söhne
    sollen kommen und jedem von ihnen anweisen, was er zu tun und zu
    tragen hat.

    4:20 Dann ist es nicht möglich, daß sie hineingehen und das Heilige auch
    nur für einen Augenblick sehen, und sie werden nicht sterben.

    4:21 Der Herr sprach zu Mose:

    4:22 Ermittle auch die Zahl der Gerschoniter, geordnet nach Großfamilien
    und Sippen!

    4:23 Du sollst sie mustern für den Dienst am Offenbarungszelt, alle
    wehrfähigen Männer zwischen dreißig und fünfzig Jahren.

    4:24 Die Sippen der Gerschoniter haben folgende Pflichten als Diener und
    Träger:

    4:25 Sie tragen die Zelttücher der Wohnstätte und das Offenbarungszelt,
    seine Decke, die Tahaschdecke, die darüber liegt, und den Vorhang am
    Eingang des Offenbarungszeltes,

    4:26 ferner die Behänge des Vorhofs, den Vorhang am Toreingang des
    Vorhofs, der rings um die Wohnstätte und um den Altar liegt, die
    dazugehörenden Stricke und alle Geräte, die sie zu ihrer Arbeit
    brauchen; sie sollen alle Arbeiten verrichten, die daran auszuführen
    sind.

    4:27 Der ganze Dienst der Gerschoniter soll nach der Anweisung Aarons und
    seiner Söhne geschehen, die ihnen alles sagen, alles, was sie zu
    tragen und zu tun haben. Beauftragt sie mit dem gesamten
    Trägerdienst!

    4:28 Das ist die Aufgabe der Gerschoniter am Offenbarungszelt. Die
    Aufsicht über ihren Dienst hat der Priester Itamar, der Sohn Aarons.

    4:29 Ferner sollst du die Merariter mustern, geordnet nach Sippen und
    Großfamilien.

    4:30 Du sollst sie mustern für den Dienst am Offenbarungszelt, alle
    wehrfähigen Männer zwischen dreißig und fünfzig Jahren.

    4:31 Das sind ihre Pflichten und einzelnen Aufgaben als Träger beim
    Offenbarungszelt: Sie haben die Bretter der Wohnstätte zu tragen,
    ihre Querlatten, Säulen und Sockel,

    4:32 die Säulen des Vorhofs ringsum, ihre Sockel, Zeltpflöcke und Stricke
    sowie alle Geräte, die sie zur Erfüllung ihrer Aufgaben brauchen.
    Ihr sollt jedem die Gegenstände einzeln zuweisen, die sie zu tragen
    haben.

    4:33 Das ist im ganzen die Aufgabe der Sippen der Merariter am
    Offenbarungszelt. Die Aufsicht über sie hat der Priester Itamar, der
    Sohn Aarons.

    4:34 Mose, Aaron und die Anführer der Gemeinde musterten die Kehatiter,
    geordnet nach Sippen und Großfamilien,

    4:35 für den Dienst am Offenbarungszelt, alle wehrfähigen Männer zwischen
    dreißig und fünfzig Jahren.

    4:36 Die Zahl der nach Sippen gemusterten Männer betrug 2750.

    4:37 Das waren die in den Sippen der Kehatiter Gemusterten, alle, die am
    Offenbarungszelt Dienst zu tun hatten. Mose und Aaron hatten sie
    gemustert, wie es der Herr durch Mose befohlen hatte.

    4:38 Bei den Gerschonitern betrug die Zahl der nach Sippen und
    Großfamilien für den Dienst am Offenbarungszelt Gemusterten,

    4:39 die Zahl aller wehrfähigen Männer zwischen dreißig und fünfzig
    Jahren,

    4:40 die, geordnet nach Sippen und Großfamilien, gemustert worden waren,
    2630.

    4:41 Das waren die in den Sippen der Gerschoniter Gemusterten, alle, die
    am Offenbarungszelt Dienst zu tun hatten. Mose und Aaron hatten sie
    auf Befehl des Herrn gemustert.

    4:42 Bei den Sippen der Merariter betrug die Zahl der nach Sippen und
    Großfamilien zum Dienst am Offenbarungszelt Gemusterten,

    4:43 die Zahl aller wehrfähigen Männer zwischen dreißig und fünfzig
    Jahren,

    4:44 die, geordnet nach Sippen, gemustert worden waren, 3200.

    4:45 Das waren die in den Sippen der Merariter Gemusterten. Mose und
    Aaron hatten sie gemustert, wie es der Herr durch Mose befohlen
    hatte.

    4:46 Die Gesamtzahl der Gemusterten, die Mose, Aaron und die Anführer
    Israels bei den Leviten, geordnet nach Sippen und Großfamilien,
    gemustert hatten,

    4:47 die Zahl aller Männer zwischen dreißig und fünfzig Jahren, die zur
    Erfüllung der Aufgaben und Trägerdienste am Offenbarungszelt fähig
    waren,

    4:48 die Gesamtzahl dieser Gemusterten betrug 8580.

    4:49 Wie es der Herr durch Mose befohlen hatte, so betraute man jeden
    einzelnen von ihnen mit seiner Aufgabe und mit seinem Trägerdienst.
    Jedem wurde seine Aufgabe zugewiesen, wie der Herr es Mose befohlen
    hatte.

    Die Ausweisung der Unreinen: 5,1-4

    5:1 Der Herr sprach zu Mose:
    1-4: Zur Unreinheit bei Aussatz vgl. die Anmerkung zu Lev 13,1-46
    und die Einleitung zu Lev. - Alles, was mit dem Tod zusammenhängt,
    also auch Leichen und Gräber, wird für unrein erklärt, um den
    Totenkult, wie er bei den Nachbarvölkern üblich war, abzuwehren.

    5:2 Befiehl den Israeliten, jeden aus dem Lager zu schicken, der an
    Aussatz oder an einem Ausfluß leidet, und jeden, der sich an einer
    Leiche verunreinigt hat.

    5:3 Ob Mann oder Frau, schickt sie weg, weist sie aus dem Lager hinaus!
    Sie sollen nicht das Lager unrein machen, in dem ich mitten unter
    ihnen wohne.

    5:4 Die Israeliten taten, was der Herr gesagt hatte, und schickten sie
    aus dem Lager. Wie der Herr es Mose gesagt hatte, so machten sie es.

    Schadenersatz und Abgaben ans Heiligtum: 5,5-10

    5:5 Der Herr sprach zu Mose:

    5:6 Sag zu den Israeliten: Wenn ein Mann oder eine Frau etwas, was dem
    Herrn gehört, veruntreut hat, also eine von den Sünden begangen hat,
    wie sie bei Menschen vorkommen, dann ist dieser Mensch schuldig
    geworden.

    5:7 Sie sollen die Sünde, die sie begangen haben, bekennen, und der
    Schuldige soll das, was er schuldet, voll ersetzen und dem, an dem
    er schuldig geworden ist, noch ein Fünftel dazugeben.

    5:8 Wenn aber der Anspruchsberechtigte keinen Löser hat, dem der
    Schuldige Ersatz leisten könnte, dann gehört der geschuldete Betrag
    dem Herrn zugunsten des Priesters, ebenso wie der Sühnewidder, mit
    dem der Priester für ihn die Sühne erwirkt.
    Zum Löser vgl. die Anmerkung zu Lev 25,25.

    5:9 Dem Priester gehören auch alle Weihegeschenke, die die Israeliten zu
    ihm bringen.

    5:10 Jeder kann selbst bestimmen, was er als Weihegeschenk geben will;
    was er aber dem Priester gibt, gehört dem Priester.
    Der Sinn von H ist unklar.

    Das Eifersuchtsordal: 5,11-31

    5:11 Der Herr sprach zu Mose:

    5:12 Rede zu den Israeliten und sag ihnen: Angenommen, eine Frau gerät
    auf Abwege, sie wird ihrem Mann untreu,

    5:13 und ein anderer Mann schläft mit ihr, ohne daß es ihr Mann merkt,
    angenommen also, sie ist unrein geworden, ohne daß es entdeckt wird,
    und es gibt keine Zeugen, weil sie nicht ertappt worden ist,

    5:14 der Mann aber schöpft Verdacht und wird eifersüchtig auf seine Frau,
    die wirklich unrein geworden ist; angenommen aber auch, er schöpft
    Verdacht und wird auf seine Frau eifersüchtig, obwohl sie in
    Wirklichkeit nicht unrein geworden ist:

    5:15 In einem solchen Fall soll der Mann seine Frau zum Priester bringen
    und soll zugleich die für sie vorgesehene Opfergabe mitbringen: ein
    zehntel Efa Gerstenmehl. Er darf kein Öl darauf gießen und keinen
    Weihrauch darauf streuen; denn es ist ein Eifersuchtsopfer, ein
    Opfer zur Ermittlung der Schuld.

    5:16 Der Priester führt die Frau hinein und stellt sie vor den Herrn.

    5:17 Er nimmt heiliges Wasser in einem Tongefäß; dann nimmt er etwas
    Staub vom Fußboden der Wohnstätte und streut ihn in das Wasser.

    5:18 Dann stellt der Priester die Frau vor den Herrn, löst ihr Haar und
    legt ihr das Ermittlungsopfer, das heißt das Eifersuchtsopfer, in
    die Hände; der Priester aber hält das bittere, fluchbringende Wasser
    in der Hand.

    5:19 Dann beschwört der Priester die Frau und sagt zu ihr: Wenn kein Mann
    mit dir geschlafen hat, wenn du deinem Mann nicht untreu gewesen,
    also nicht unrein geworden bist, dann wird sich deine Unschuld durch
    dieses bittere, fluchbringende Wasser erweisen.

    5:20 Wenn du aber deinem Mann untreu gewesen, wenn du unrein geworden
    bist und wenn ein anderer als dein eigener Mann mit dir geschlafen
    hat -

    5:21 und nun soll der Priester die Frau mit einem Fluch beschwören und zu
    ihr sprechen -, dann wird der Herr dich zum sprichwörtlichen
    Beispiel für einen Fluch und Schwur in deinem Volk machen. Der Herr
    wird deine Hüften einfallen und deinen Bauch anschwellen lassen.

    5:22 Dieses fluchbringende Wasser wird in deine Eingeweide eindringen, so
    daß dein Bauch anschwillt und deine Hüften einfallen. Darauf soll
    die Frau antworten: Amen, amen.

    5:23 Der Priester aber schreibt diese Flüche auf und wischt die Schrift
    sodann in das bittere Wasser.
    Von Segens- und Fluchformeln erwartet man im Alten Orient, daß von
    ihnen die Macht ausgeht, das darin Gesagte herbeizuführen. Sie
    gewinnen nach dem Glauben jener Zeit noch an Kraft, wenn man sie
    aufschreibt (vgl. die Anmerkung zu Lev 5,1).

    5:24 Dann gibt er der Frau das bittere, fluchbringende Wasser zu trinken,
    damit dieses Fluchwasser in sie eindringt und ihr bittere Schmerzen
    bereitet.

    5:25 Der Priester nimmt aus der Hand der Frau das Eifersuchtsopfer,
    schwingt die Opfergabe vor dem Herrn hin und her und bringt sie so
    dar; dann legt er sie auf den Altar.

    5:26 Der Priester nimmt von der Opfergabe eine Handvoll als
    Gedächtnisanteil weg und läßt ihn auf dem Altar in Rauch aufgehen.
    Dann erst läßt er die Frau das Wasser trinken.

    5:27 Sobald er sie das Wasser hat trinken lassen, wird das fluchbringende
    Wasser in sie eindringen und bittere Schmerzen bewirken, falls sie
    unrein und ihrem Mann untreu geworden ist: Es wird ihren Bauch
    anschwellen und ihre Hüften einfallen lassen, so daß die Frau in
    ihrem Volk zum sprichwörtlichen Beispiel für einen Fluch wird.

    5:28 Wenn sie aber nicht unrein geworden, sondern rein ist, dann wird
    sich zeigen, daß sie unschuldig ist, und sie kann weiterhin Kinder
    bekommen.

    5:29 Das ist das Eifersuchtsgesetz für den Fall, daß eine Frau ihren Mann
    betrügt und unrein geworden ist

    5:30 oder daß ein Mann gegen seine Frau Verdacht schöpft, auf sie
    eifersüchtig wird und sie vor den Herrn treten läßt. Wenn der
    Priester dieses Gesetz auf sie anwendet,

    5:31 dann ist der Mann von Schuld frei, die Frau aber muß die Folgen
    ihrer Schuld tragen.

    Das Nasiräergelübde: 6,1-21

    6:1 Der Herr sprach zu Mose:
    1-21: Berühmte Nasiräer waren Simson (Ri 13,4f.14) und Samuel (1
    Sam 1,11). Beide, anscheinend auch Johannes der Täufer (Lk 1,15; vgl
    Mt 11,18), wurden bereits vor ihrer Geburt Gott als Nasiräer geweiht
    Das Gesetz von Num 6,1-21 sieht Nasiräergelübde von Eltern nicht vor
    Zu den Nasiräern vgl. ferner 1 Makk 3,49 und Am 2,11. Selbst Paulus
    legt nach seiner Bekehrung das Nasiräergelübde auf Zeit ab (Apg
    18,18) und unterstützt andere, damit sie die nach Num 6
    vorgeschriebenen Nasiräeropfer aufbringen können (Apg 21,24-26).

    6:2 Rede zu den Israeliten und sag zu ihnen: Wenn ein Mann oder eine
    Frau etwas Besonderes tun will und das Nasiräergelübde ablegt, so
    daß er ein dem Herrn geweihter Nasiräer ist,

    6:3 dann soll er auf Wein und Bier verzichten; er soll keinen gegorenen
    Wein und kein gegorenes Bier trinken, auch keinen Traubensaft, er
    soll weder frische noch getrocknete Trauben essen.

    6:4 Solange er Nasiräer ist, soll er nichts essen, was von Weinreben
    stammt, von den unreifen Trauben angefangen bis zu den Trebern.

    6:5 Solange das Nasiräergelübde in Kraft ist, soll auch kein Schermesser
    sein Haupt berühren, bis die Zeit abgelaufen ist, für die er sich
    dem Herrn als Nasiräer geweiht hat. Er ist heilig, er muß sein Haar
    ganz frei wachsen lassen.

    6:6 Solange er sich dem Herrn als Nasiräer geweiht hat, soll er auch
    nicht in die Nähe eines Toten kommen.

    6:7 Nicht einmal an Vater oder Mutter, an Bruder oder Schwester soll er
    sich verunreinigen, wenn sie sterben; denn er trägt an seinem Haupt
    das Zeichen dafür, daß er sich seinem Gott als Nasiräer geweiht hat.

    6:8 Solange er Nasiräer ist, ist er dem Herrn heilig.

    6:9 Wenn aber jemand in seiner Nähe ganz plötzlich stirbt und er dabei
    sein geweihtes Haupt unrein macht, dann soll er sein Haar an dem Tag
    abschneiden, an dem er wieder rein wird: Am siebten Tag soll er sein
    Haar abschneiden,

    6:10 am achten Tag aber soll er zwei Turteltauben oder zwei junge Tauben
    zum Priester an den Eingang des Offenbarungszeltes bringen.

    6:11 Der Priester richtet die eine zum Sündopfer, die andere zum
    Brandopfer her und entsühnt den, der an der Leiche eine Sünde auf
    sich geladen hat; am selben Tag erklärt der Priester sein Haupt
    wieder für heilig.

    6:12 Er soll sich dann dem Herrn für die Zeit, für die er sich als
    Nasiräer verpflichtet hatte, von neuem weihen und ein einjähriges
    Lamm als Schuldopfer darbringen. Die schon abgeleistete Zeit aber
    ist verfallen, da das vorige Weihegelübde ungültig geworden ist.

    6:13 Das ist das Nasiräergesetz. Am Tag, an dem die Zeit seiner
    Nasiräerweihe abgelaufen ist, soll man den Mann zum Eingang des
    Offenbarungszeltes führen.

    6:14 Er bringt seine Opfergabe für den Herrn mit: ein fehlerloses
    einjähriges männliches Lamm als Brandopfer, ein fehlerloses
    einjähriges weibliches Lamm als Sühnopfer, einen fehlerlosen Widder
    als Heilsopfer,

    6:15 ferner einen Korb voll ungesäuerter Kuchen aus Feinmehl, das mit Öl
    vermengt ist, sowie voll ungesäuerter Brotfladen, die mit Öl
    bestrichen sind, ferner das dazugehörende Speiseopfer und die
    dazugehörenden Trankopfer.

    6:16 Der Priester bringt alles vor den Herrn und richtet für den
    Betreffenden das Sündopfer und das Brandopfer her.

    6:17 Auch richtet er den Widder für das Heilsopfer zur Ehre des Herrn
    her, zusammen mit dem Korb voll ungesäuertem Gebäck; dann richtet
    der Priester für den Betreffenden das Speiseopfer und das Trankopfer
    her.

    6:18 Der Nasiräer schneidet am Eingang des Offenbarungszeltes sein
    geweihtes Haupthaar ab, nimmt das geweihte Haar und wirft es in das
    Feuer, das unter dem Heilsopfer brennt.

    6:19 Nachdem der Nasiräer sich das Nasiräerhaar abgeschnitten hat, nimmt
    der Priester den gekochten Vorderschenkel des Widders, einen
    ungesäuerten Kuchen aus dem Korb und einen ungesäuerten Brotfladen
    und legt es dem Nasiräer auf die Hände.

    6:20 Dann schwingt sie der Priester vor dem Herrn hin und her und bringt
    sie so dar. Das ist eine heilige Gabe für den Priester, zusätzlich
    zur Widderbrust für den Darbringungsritus und zur Schenkelkeule für
    den Erhebungsritus. Danach darf der Nasiräer wieder Wein trinken.

    6:21 Das ist das Gesetz für den Nasiräer, der aufgrund seines
    Weihegelübdes dem Herrn eine Opfergabe gelobt, abgesehen von dem,
    was er sonst noch leisten kann. Wie es den Worten des Gelübdes
    entspricht, das er abgelegt hat, so muß er handeln, nach dem
    Nasiräergesetz, das für seinen Fall gilt.

    Der Priestersegen: 6,22-27

    6:22 Der Herr sprach zu Mose:

    6:23 Sag zu Aaron und seinen Söhnen: So sollt ihr die Israeliten segnen;
    sprecht zu ihnen:

    6:24 Der Herr segne dich und behüte dich.

    6:25 Der Herr lasse sein Angesicht über dich leuchten und sei dir gnädig.

    6:26 Der Herr wende sein Angesicht dir zu und schenke dir Heil.

    6:27 So sollen sie meinen Namen auf die Israeliten legen, und ich werde
    sie segnen.

    Die Weihegaben der Stammesführer: 7,1-88

    7:1 An dem Tag, an dem Mose die Wohnstätte errichtet hatte, salbte und
    weihte er sie, dazu alle ihre Geräte, ebenso auch den Altar und alle
    seine Geräte. Er salbte sie und weihte alles.

    7:2 Die Anführer Israels, die Oberhäupter ihrer Großfamilien, die
    Stammesführer, die an der Spitze der Gemusterten standen, brachten
    ihre Gaben herbei.

    7:3 Sie brachten dem Herrn als ihre Gabe: sechs Planwagen und zwölf
    Rinder, jeweils für zwei Stammesführer einen Wagen und für jeden
    Stammesführer einen Stier. Das brachten sie vor die Wohnstätte.

    7:4 Der Herr sprach zu Mose:

    7:5 Nimm die Gaben von ihnen an; sie sollen für den Dienst am
    Offenbarungszelt verwendet werden. Übergib sie den Leviten, je nach
    ihrer Aufgabe.

    7:6 Da nahm Mose die Wagen und die Rinder und übergab sie den Leviten.

    7:7 Zwei Wagen und vier Rinder übergab er den Gerschonitern für ihre
    Aufgaben;

    7:8 vier Wagen und acht Rinder übergab er dem Priester Itamar, dem Sohn
    Aarons, für die Merariter und ihre Aufgaben;

    7:9 den Kehatitern übergab er nichts, weil ihnen der Dienst an den
    heiligen Gegenständen anvertraut war, die sie auf ihren Schultern
    tragen mußten.

    7:10 Die Stammesführer brachten an dem Tag, an dem man den Altar salbte,
    auch die Spende für die Altarweihe und legten ihre Gaben vor den
    Altar.

    7:11 Der Herr hatte zu Mose gesagt: Täglich soll jeweils ein
    Stammesführer seine Gabe als Spende für die Altarweihe bringen.

    7:12 So brachte am ersten Tag Nachschon, der Sohn Amminadabs, für den
    Stamm Juda seine Gabe herbei.

    7:13 Sie bestand aus einer silbernen Schüssel, hundertdreißig Schekel
    schwer, einer silbernen Schale zu siebzig Schekel, nach dem
    Schekelgewicht des Heiligtums, beide gefüllt mit Feinmehl, das mit
    Öl vermengt war, für das Speiseopfer,

    7:14 ferner aus einer goldenen Schale von zehn Schekel Gewicht, gefüllt
    mit Räucherwerk,

    7:15 aus einem Jungstier, einem Widder und einem einjährigen Lamm für das
    Brandopfer,

    7:16 einem Ziegenbock für das Sündopfer

    7:17 sowie aus zwei Rindern, fünf Widdern, fünf Böcken und fünf
    einjährigen Lämmern für das Heilsopfer. Das war die Gabe Nachschons,
    des Sohnes Amminadabs.

    7:18 Am zweiten Tag brachte Netanel, der Sohn Zuars, der Stammesführer
    von Issachar, seine Gabe herbei.

    7:19 Er brachte eine silberne Schüssel, hundertdreißig Schekel schwer,
    eine silberne Schale zu siebzig Schekel, nach dem Schekelgewicht des
    Heiligtums, beide gefüllt mit Feinmehl, das mit Öl vermengt war, für
    das Speiseopfer,

    7:20 ferner eine goldene Schale von zehn Schekel Gewicht, gefüllt mit
    Räucherwerk,

    7:21 dazu einen Jungstier, einen Widder und ein einjähriges Lamm für das
    Brandopfer,

    7:22 einen Ziegenbock für das Sündopfer

    7:23 sowie zwei Rinder, fünf Widder, fünf Böcke und fünf einjährige
    Lämmer für das Heilsopfer. Das war die Gabe Netanels, des Sohnes
    Zuars.

    7:24 Am dritten Tag kam der Stammesführer der Sebuloniter, Eliab, der
    Sohn Helons.

    7:25 Seine Gabe bestand aus einer silbernen Schüssel, hundertdreißig
    Schekel schwer, einer silbernen Schale zu siebzig Schekel, nach dem
    Schekelgewicht des Heiligtums, beide gefüllt mit Feinmehl, das mit
    Öl vermengt war, für das Speiseopfer,

    7:26 ferner aus einer goldenen Schale von zehn Schekel Gewicht, gefüllt
    mit Räucherwerk,

    7:27 aus einem Jungstier, einem Widder und einem einjährigen Lamm für das
    Brandopfer,

    7:28 einem Ziegenbock für das Sündopfer

    7:29 sowie aus zwei Rindern, fünf Widdern, fünf Böcken und fünf
    einjährigen Lämmern für das Heilsopfer. Das war die Gabe Eliabs, des
    Sohnes Helons.

    7:30 Am vierten Tag kam der Stammesführer der Rubeniter, Elizur, der Sohn
    Sched‰urs.

    7:31 Seine Gabe bestand aus einer silbernen Schüssel, hundertdreißig
    Schekel schwer, einer silbernen Schale zu siebzig Schekel, nach dem
    Schekelgewicht des Heiligtums, beide gefüllt mit Feinmehl, das mit
    Öl vermengt war, für das Speiseopfer,

    7:32 ferner aus einer goldenen Schale von zehn Schekel Gewicht, gefüllt
    mit Räucherwerk,

    7:33 aus einem Jungstier, einem Widder und einem einjährigen Lamm für das
    Brandopfer,

    7:34 einem Ziegenbock für das Sündopfer

    7:35 sowie aus zwei Rindern, fünf Widdern, fünf Böcken und fünf
    einjährigen Lämmern für das Heilsopfer. Das war die Gabe Elizurs,
    des Sohnes Sched‰urs.

    7:36 Am fünften Tag kam der Stammesführer der Simeoniter, Schelumi‰l, der
    Sohn Zurischaddais.

    7:37 Seine Gabe bestand aus einer silbernen Schüssel, hundertdreißig
    Schekel schwer, einer silbernen Schale zu siebzig Schekel, nach dem
    Schekelgewicht des Heiligtums, beide gefüllt mit Feinmehl, das mit
    Öl vermengt war, für das Speiseopfer,

    7:38 ferner aus einer goldenen Schale von zehn Schekel Gewicht, gefüllt
    mit Räucherwerk,

    7:39 aus einem Jungstier, einem Widder und einem einjährigen Lamm für das
    Brandopfer,

    7:40 einem Ziegenbock für das Sündopfer

    7:41 sowie aus zwei Rindern, fünf Widdern, fünf Böcken und fünf
    einjährigen Lämmern für das Heilsopfer. Das war die Gabe
    Schelumi‰ls, des Sohnes Zurischaddais.

    7:42 Am sechsten Tag kam der Stammesführer der Gaditer, Eljasaf, der Sohn
    Regu‰ls.

    7:43 Seine Gabe bestand aus einer silbernen Schüssel, hundertdreißig
    Schekel schwer, einer silbernen Schale zu siebzig Schekel, nach dem
    Schekelgewicht des Heiligtums, beide gefüllt mit Feinmehl, das mit
    Öl vermengt war, für das Speiseopfer,

    7:44 ferner aus einer goldenen Schale von zehn Schekel Gewicht, gefüllt
    mit Räucherwerk,

    7:45 aus einem Jungstier, einem Widder und einem einjährigen Lamm für das
    Brandopfer,

    7:46 einem Ziegenbock für das Sündopfer

    7:47 sowie aus zwei Rindern, fünf Widdern, fünf Böcken und fünf
    einjährigen Lämmern für das Heilsopfer. Das war die Gabe Eljasafs,
    des Sohnes Regu‰ls.

    7:48 Am siebten Tag kam der Stammesführer der Efraimiter, Elischama, der
    Sohn Ammihuds.

    7:49 Seine Gabe bestand aus einer silbernen Schüssel, hundertdreißig
    Schekel schwer, einer silbernen Schale zu siebzig Schekel, nach dem
    Schekelgewicht des Heiligtums, beide gefüllt mit Feinmehl, das mit
    Öl vermengt war, für das Speiseopfer,

    7:50 ferner aus einer goldenen Schale von zehn Schekel Gewicht, gefüllt
    mit Räucherwerk,

    7:51 aus einem Jungstier, einem Widder und einem einjährigen Lamm für das
    Brandopfer,

    7:52 einem Ziegenbock für das Sündopfer

    7:53 sowie aus zwei Rindern, fünf Widdern, fünf Böcken und fünf
    einjährigen Lämmern für das Heilsopfer. Das war die Gabe Elischamas,
    des Sohnes Ammihuds.

    7:54 Am achten Tag kam der Stammesführer der Manassiter, Gamli‰l, der
    Sohn Pedazurs.

    7:55 Seine Gabe bestand aus einer silbernen Schüssel, hundertdreißig
    Schekel schwer, einer silbernen Schale zu siebzig Schekel, nach dem
    Schekelgewicht des Heiligtums, beide gefüllt mit Feinmehl, das mit
    Öl vermengt war, für das Speiseopfer,

    7:56 ferner aus einer goldenen Schale von zehn Schekel Gewicht, gefüllt
    mit Räucherwerk,

    7:57 aus einem Jungstier, einem Widder und einem einjährigen Lamm für das
    Brandopfer,

    7:58 einem Ziegenbock für das Sündopfer

    7:59 sowie aus zwei Rindern, fünf Widdern, fünf Böcken und fünf
    einjährigen Lämmern für das Heilsopfer. Das war die Gabe Gamli‰ls,
    des Sohnes Pedazurs.

    7:60 Am neunten Tag kam der Stammesführer der Benjaminiter, Abidan, der
    Sohn Gidonis.

    7:61 Seine Gabe bestand aus einer silbernen Schüssel, hundertdreißig
    Schekel schwer, einer silbernen Schale zu siebzig Schekel, nach dem
    Schekelgewicht des Heiligtums, beide gefüllt mit Feinmehl, das mit
    Öl vermengt war, für das Speiseopfer,

    7:62 ferner aus einer goldenen Schale zu zehn Schekel Gewicht, gefüllt
    mit Räucherwerk,

    7:63 aus einem Jungstier, einem Widder und einem einjährigen Lamm für das
    Brandopfer,

    7:64 einem Ziegenbock für das Sündopfer

    7:65 sowie aus zwei Rindern, fünf Widdern, fünf Böcken und fünf
    einjährigen Lämmern für das Heilsopfer. Das war die Gabe Abidans,
    des Sohnes Gidonis.

    7:66 Am zehnten Tag kam der Stammesführer der Daniter, Ahi‰ser, der Sohn
    Ammischaddais.

    7:67 Seine Gabe bestand aus einer silbernen Schüssel, hundertdreißig
    Schekel schwer, einer silbernen Schale zu siebzig Schekel, nach dem
    Schekelgewicht des Heiligtums, beide gefüllt mit Feinmehl, das mit
    Öl vermengt war, für das Speiseopfer,

    7:68 ferner aus einer goldenen Schale von zehn Schekel Gewicht, gefüllt
    mit Räucherwerk,

    7:69 aus einem Jungstier, einem Widder und einem einjährigen Lamm für das
    Brandopfer,

    7:70 einem Ziegenbock für das Sündopfer

    7:71 sowie aus zwei Rindern, fünf Widdern, fünf Böcken und fünf
    einjährigen Lämmern für das Heilsopfer. Das war die Gabe Ahi‰sers,
    des Sohnes Ammischaddais.

    7:72 Am elften Tag kam der Stammesführer der Ascheriter, Pagi‰l, der Sohn
    Ochrans.

    7:73 Seine Gabe bestand aus einer silbernen Schüssel, hundertdreißig
    Schekel schwer, einer silbernen Schale zu siebzig Schekel, nach dem
    Schekelgewicht des Heiligtums, beide gefüllt mit Feinmehl, das mit
    Öl vermengt war, für das Speiseopfer,

    7:74 ferner aus einer goldenen Schale zu zehn Schekel Gewicht, gefüllt
    mit Räucherwerk,

    7:75 aus einem Jungstier, einem Widder und einem einjährigen Lamm für das
    Brandopfer,

    7:76 einem Ziegenbock für das Sündopfer

    7:77 sowie aus zwei Rindern, fünf Widdern, fünf Böcken und fünf
    einjährigen Lämmern für das Heilsopfer. Das war die Gabe Pagi‰ls,
    des Sohnes Ochrans.

    7:78 Am zwölften Tag kam der Stammesführer der Naftaliter, Ahira, der
    Sohn Enans.

    7:79 Seine Gabe bestand aus einer silbernen Schüssel, hundertdreißig
    Schekel schwer, einer silbernen Schale zu siebzig Schekel, nach dem
    Schekelgewicht des Heiligtums, beide gefüllt mit Feinmehl, das mit
    Öl vermengt war, für das Speiseopfer,

    7:80 ferner aus einer goldenen Schale von zehn Schekel Gewicht, gefüllt
    mit Räucherwerk,

    7:81 aus einem Jungstier, einem Widder und einem einjährigen Lamm für das
    Brandopfer,

    7:82 einem Ziegenbock für das Sündopfer

    7:83 sowie aus zwei Rindern, fünf Widdern, fünf Böcken und fünf
    einjährigen Lämmern für das Heilsopfer. Das war die Gabe Ahiras, des
    Sohnes Enans.

    7:84 Das war die Spende der Stammesführer Israels für die Weihe des
    Altars, als man den Altar salbte: zwölf silberne Schüsseln, zwölf
    silberne Schalen, zwölf goldene Schalen,

    7:85 jede silberne Schüssel hundertdreißig Schekel schwer, jede silberne
    Schale siebzig Schekel schwer, das Silber aller Gefäße zusammen also
    zweitausendvierhundert Schekel, nach dem Schekelgewicht des
    Heiligtums,

    7:86 ferner zwölf goldene Schalen, gefüllt mit Räucherwerk, jede Schale
    zehn Schekel schwer, nach dem Schekelgewicht des Heiligtums, das
    Gold aller Schalen zusammen also hundertzwanzig Schekel;

    7:87 dazu insgesamt zwölf Rinder, und zwar Stiere, für das Brandopfer,
    zwölf Widder, zwölf einjährige Lämmer und die dazugehörenden
    Speiseopfer, ferner zwölf Ziegenböcke für das Sündopfer,

    7:88 außerdem im ganzen vierundzwanzig Rinder, und zwar Stiere, sechzig
    Widder, sechzig Böcke und sechzig einjährige Lämmer für das
    Heilsopfer. Das war die Spende für die Weihe des Altars, nachdem man
    ihn gesalbt hatte.

    Die Begegnung des Herrn mit Mose: 7,89

    7:89 Wenn Mose das Offenbarungszelt betrat, um mit dem Herrn zu reden,
    hörte er die Stimme zu ihm reden. Sie sprach zu ihm von der
    Deckplatte her, die auf der Lade der Bundesurkunde lag, aus dem Raum
    zwischen den Kerubim.

    Die Bedienung des Leuchters: 8,1-4

    8:1 Der Herr sprach zu Mose:

    8:2 Rede zu Aaron und sag zu ihm: Wenn du die Lampen auf den Leuchter
    steckst, dann so, daß das Licht der sieben Lampen vom Leuchter aus
    nach vorn fällt.

    8:3 Das tat Aaron; er steckte die Lampen so auf, daß ihr Licht vom
    Leuchter aus nach vorn fiel, wie der Herr es Mose aufgetragen hatte.

    8:4 Der Leuchter war aus Gold getrieben, vom Gestell bis zu den Blüten
    war er aus Gold getrieben. Mose hatte den Leuchter nach dem Muster
    angefertigt, das der Herr ihm gezeigt hatte.
    Ex 25,31-36.40; 37,17-24

    Die Weihe und der Dienst der Leviten: 8,5-26

    8:5 Der Herr sprach zu Mose:

    8:6 Sondere die Leviten von den Israeliten ab, und reinige sie!

    8:7 So sollst du ihre Reinigung vollziehen: Spreng über sie das
    Entsündigungswasser! Sie selbst sollen sich an ihrem ganzen Körper
    mit einem Schermesser die Haare schneiden, ihre Kleider waschen und
    sich reinigen.

    8:8 Dann sollen sie einen Jungstier nehmen und dazu als Speiseopfer
    Feinmehl, das mit Öl vermengt ist. Einen zweiten Jungstier sollst du
    für das Sündopfer nehmen.

    8:9 Dann sollst du die Leviten vor das Offenbarungszelt führen und die
    ganze Gemeinde der Israeliten versammeln.

    8:10 Laß die Leviten vor den Herrn treten! Die Israeliten sollen den
    Leviten die Hände auflegen,

    8:11 und Aaron soll an den Leviten im Namen der Israeliten vor den Augen
    des Herrn die Weihe vornehmen. Auf diese Weise sollen sie den Dienst
    des Herrn antreten.

    8:12 Die Leviten sollen ihre Hände den Stieren auf den Kopf legen. Dann
    richte den einen als Sündopfer und den anderen als Brandopfer für
    den Herrn her, um die Leviten zu entsühnen.

    8:13 Laß die Leviten vor Aaron und seine Söhne treten, und vollzieh an
    ihnen die Weihe für den Herrn!

    8:14 Auf diese Weise sollst du die Leviten aus den Israeliten aussondern;
    dann gehören die Leviten mir.

    8:15 Danach sollen die Leviten mit ihrem Dienst am Offenbarungszelt
    beginnen. Reinige sie, und vollzieh an ihnen die Weihe;

    8:16 denn sie sind mir von den Israeliten übergeben, als Ersatz für alle,
    die den Mutterschoß durchbrechen; als Ersatz für alle erstgeborenen
    Israeliten habe ich sie mir genommen.

    8:17 Denn alle erstgeborenen Israeliten gehören mir, sowohl bei den
    Menschen als auch beim Vieh. An dem Tag, an dem ich in Ägypten alle
    Erstgeborenen erschlug, habe ich sie als mir heilig erklärt
    3,11-13; Ex 13,11-15

    8:18 und habe die Leviten als Ersatz für alle erstgeborenen Israeliten
    genommen.

    8:19 Ich gebe die Leviten dem Aaron und seinen Söhnen; aus dem Kreis der
    Israeliten sind sie ihnen übergeben, damit sie am Offenbarungszelt
    den Gottesdienst der Israeliten vollziehen und die Israeliten
    entsühnen. Dann wird die Israeliten kein Unheil treffen, wenn sie
    dem Heiligtum zu nahe kommen.

    8:20 Mose, Aaron und die ganze Gemeinde der Israeliten taten mit den
    Leviten genau das, was der Herr dem Mose hinsichtlich der Leviten
    befohlen hatte; das taten die Israeliten mit den Leviten.

    8:21 Die Leviten ließen sich entsündigen und wuschen ihre Kleider. Aaron
    vollzog an ihnen vor den Augen des Herrn die Weihe und entsühnte
    sie; so machte er sie rein.

    8:22 Danach traten die Leviten bei Aaron und seinen Söhnen ihren Dienst
    am Offenbarungszelt an. Was der Herr dem Mose hinsichtlich der
    Leviten befohlen hatte, das tat man mit ihnen.

    8:23 Der Herr sprach zu Mose:

    8:24 Folgendes gilt für die Leviten: Mit fünfundzwanzig Jahren und
    darüber ist jeder verpflichtet, am Offenbarungszelt seinen Dienst zu
    tun.

    8:25 Mit fünfzig Jahren endet seine Verpflichtung, und er braucht keinen
    Dienst mehr zu tun;

    8:26 er kann aber am Offenbarungszelt seinen Brüdern bei der Ausübung
    ihrer Pflichten helfen; doch den eigentlichen Dienst soll er nicht
    versehen. So sollst du die Dienstpflichten der Leviten ordnen.

    Ergänzung der Paschaordnung: 9,1-14

    9:1 Im ersten Monat des zweiten Jahres nach ihrem Auszug aus Ägypten
    sprach der Herr in der Wüste Sinai zu Mose:
    (1-14) Ex 12,1-20.43-49

    9:2 Die Israeliten sollen zur festgesetzten Zeit das Paschafest feiern.

    9:3 Am vierzehnten Tag dieses Monats sollt ihr es in der Abenddämmerung
    zur festgesetzten Zeit feiern. Ihr sollt es genau nach den dafür
    geltenden Gesetzen und Vorschriften feiern.

    9:4 Da befahl Mose den Israeliten, das Paschafest zu feiern.

    9:5 So feierten sie am vierzehnten Tag des ersten Monats in der
    Abenddämmerung das Paschafest in der Wüste Sinai. Genau so, wie der
    Herr es Mose befohlen hatte, machten es die Israeliten.

    9:6 Es gab Männer, die unrein waren, weil sie einen Toten berührt
    hatten, und die deshalb an jenem Tag das Paschafest nicht feiern
    konnten. Die Männer kamen noch am selben Tag zu Mose und Aaron

    9:7 und sagten zu ihnen: Wir sind unrein, weil wir einen Toten berührt
    haben. Warum soll es uns verwehrt sein, zur festgesetzten Zeit wie
    die anderen Israeliten dem Herrn unsere Opfergabe darzubringen?

    9:8 Mose antwortete ihnen: Bleibt da; ich will hören, was euch der Herr
    befiehlt.

    9:9 Der Herr sprach zu Mose:

    9:10 Sag den Israeliten: Wenn einige von euch oder von euren Nachkommen
    unrein sind wegen eines Toten oder wenn sie weit weg auf einer Reise
    sind, aber trotzdem das Paschafest für den Herrn feiern wollen,

    9:11 dann sollen sie es im zweiten Monat am vierzehnten Tag in der
    Abenddämmerung feiern; zu ungesäuerten Broten und Bitterkräutern
    sollen sie das Paschalamm essen.

    9:12 Sie sollen davon nichts bis zum nächsten Morgen übriglassen und
    sollen an dem Paschalamm keinen Knochen zerbrechen. Genau so, wie es
    das Paschagesetz vorschreibt, sollen sie handeln.

    9:13 Wer jedoch rein ist und sich nicht auf einer Reise befindet, es aber
    trotzdem unterläßt, das Paschafest zu feiern, der soll aus seinen
    Stammesgenossen ausgemerzt werden, denn er hat dem Herrn seine Gabe
    nicht zur festgesetzten Zeit dargebracht; ein solcher Mensch muß die
    Folgen seiner Sünde tragen.

    9:14 Wenn ein Fremder bei euch lebt und das Paschafest für den Herrn
    feiern will, dann soll er es nach dem Paschagesetz und Pascharecht
    feiern. Für den Fremden und für den Einheimischen soll bei euch
    dasselbe Gesetz gelten.

    Die Wolkensäule über dem heiligen Zelt: 9,15-23

    9:15 An dem Tag, als man die Wohnstätte aufstellte, bedeckte eine Wolke
    die Wohnstätte, das Zelt der Bundesurkunde. Am Abend legte sie sich
    wie ein Feuerschein über die Wohnstätte und blieb dort bis zum
    Morgen.
    (15-18) Ex 40,34-38

    9:16 So war es die ganze Zeit: Bei Tag bedeckte die Wolke die Wohnstätte
    und bei Nacht der Feuerschein.

    9:17 Jedesmal, wenn sich die Wolke über dem Zelt erhob, brachen die
    Israeliten auf, und wo sich die Wolke niederließ, dort schlugen die
    Israeliten ihr Lager auf.

    9:18 Nach dem Gebot des Herrn brachen die Israeliten auf, und nach dem
    Gebot des Herrn schlugen sie ihr Lager auf. Solange die Wolke über
    der Wohnstätte lag, blieben sie im Lager.

    9:19 Auch wenn die Wolke längere Zeit über der Wohnstätte stehenblieb,
    achteten die Israeliten auf die Anordnung des Herrn und brachen
    nicht auf.

    9:20 Und wenn die Wolke nur wenige Tage über der Wohnstätte stehenblieb,
    blieben sie nach dem Gebot des Herrn nur solange in ihrem Lager, bis
    sie nach dem Gebot des Herrn aufzubrechen hatten.

    9:21 Wenn die Wolke nur vom Abend bis zum Morgen blieb und sich am Morgen
    erhob, dann brachen sie am nächsten Morgen auf. Ob es bei Tag oder
    bei Nacht war: wenn die Wolke sich erhob, brachen sie auf.

    9:22 Ob es zwei Tage dauerte oder einen Monat oder noch länger: wenn die
    Wolke über der Wohnstätte anhielt und stehenblieb, dann schlugen die
    Israeliten ihr Lager auf und brachen nicht auf; erst wenn sie sich
    erhob, brachen sie auf.

    9:23 Nach dem Gebot des Herrn schlugen sie das Lager auf, nach dem Gebot
    des Herrn brachen sie auf. Sie achteten auf die Anordnungen des
    Herrn, so wie es ihnen der Herr durch Mose befahl.

    Die Trompetensignale für die Gemeinde: 10,1-10

    10:1 Der Herr sprach zu Mose:

    10:2 Mach dir zwei silberne Trompeten! Aus getriebenem Metall sollst du
    sie machen. Sie sollen dir dazu dienen, die Gemeinde einzuberufen
    und den einzelnen Lagern das Zeichen zum Aufbruch zu geben.

    10:3 Wenn man mit den Trompeten bläst, soll sich die ganze Gemeinde am
    Eingang des Offenbarungszeltes bei dir versammeln.

    10:4 Wenn man nur einmal bläst, sollen sich die Befehlshaber, die
    Hauptleute der Tausendschaften Israels, bei dir versammeln.

    10:5 Wenn ihr aber mit großem Lärm blast, dann sollen die Lager auf der
    Ostseite aufbrechen.

    10:6 Wenn ihr zum zweitenmal mit großem Lärm blast, dann sollen die Lager
    auf der Südseite aufbrechen. Je nachdem, wie sie aufzubrechen haben,
    soll man mit großem Lärm blasen.

    10:7 Wenn die Versammlung einberufen werden soll, dann blast, aber nicht
    mit großem Lärm!

    10:8 Die Söhne Aarons, die Priester, sollen die Trompeten blasen. Das
    soll als feste Regel bei euch gelten, von Generation zu Generation.

    10:9 Wenn ihr in eurem Land in einen Krieg mit einem Gegner verwickelt
    werdet, der euch bedrängt, dann blast mit euren Trompeten Alarm! So
    werdet ihr euch beim Herrn, eurem Gott, in Erinnerung bringen und
    vor euren Feinden gerettet werden.

    10:10 Auch an euren Freudentagen, an den Festen und Monatsanfängen, blast
    zu euren Brand- und Heilsopfern mit den Trompeten! Das wird euch bei
    eurem Gott in Erinnerung bringen. Ich bin der Herr, euer Gott.

    Vom Sinai zum Jordan: 10,11 - 36,13
    Der Aufbruch vom Sinai: 10,11-36

    10:11 Am zwanzigsten Tag des zweiten Monats im zweiten Jahr erhob sich die
    Wolke über der Wohnstätte der Bundesurkunde.

    10:12 Da brachen die Israeliten von der Wüste Sinai auf, wie es die
    Ordnung für den Aufbruch vorsah, und die Wolke ließ sich in der
    Wüste Paran nieder.

    10:13 So brachen sie zum erstenmal auf, wie ihnen der Herr durch Mose
    befohlen hatte.
    (13-28) 2,1-32

    10:14 Als erstes brach das Feldzeichen des Lagers Juda auf, nach
    Abteilungen geordnet. Judas Heer befehligte Nachschon, der Sohn
    Amminadabs.

    10:15 Das Heer des Stammes der Issachariter befehligte Netanel, der Sohn
    Zuars.

    10:16 Das Heer des Stammes der Sebuloniter befehligte Eliab, der Sohn
    Helons.

    10:17 Nach dem Abbau der Wohnstätte brachen die Gerschoniter und die
    Merariter auf, die die Wohnstätte trugen.

    10:18 Dann brach das Feldzeichen des Lagers der Rubeniter auf, nach
    Abteilungen geordnet. Rubens Heer befehligte Elizur, der Sohn
    Sched‰urs.

    10:19 Das Heer des Stammes der Simeoniter befehligte Schelumi‰l, der Sohn
    Zurischaddais.

    10:20 Das Heer des Stammes der Gaditer befehligte Eljasaf, der Sohn
    Regu‰ls.

    10:21 Dann brachen die Kehatiter auf, die das Heiligtum trugen. Die
    Wohnstätte stellte man auf, bevor sie ankamen.

    10:22 Dann brach das Feldzeichen des Lagers der Efraimiter auf, nach
    Abteilungen geordnet. Efraims Heer befehligte Elischama, der Sohn
    Ammihuds.

    10:23 Das Heer des Stammes der Manassiter befehligte Gamli‰l, der Sohn
    Pedazurs.

    10:24 Das Heer des Stammes der Benjaminiter befehligte Abidan, der Sohn
    Gidonis.

    10:25 Dann brach das Feldzeichen des Lagers der Daniter auf; sie bildeten
    die Nachhut aller nach Abteilungen geordneten Lager. Das Heer Dans
    befehligte Ahi‰ser, der Sohn Ammischaddais.

    10:26 Das Heer des Stammes der Ascheriter befehligte Pagi‰l, der Sohn
    Ochrans.

    10:27 Das Heer des Stammes der Naftaliter befehligte Ahira, der Sohn
    Enans.

    10:28 Das war die Ordnung für den Aufbruch der Israeliten, geordnet nach
    Abteilungen. So brachen sie auf.

    10:29 Mose sagte zu Hobab, dem Sohn des Midianiters Regu‰l, seines
    Schwiegervaters: Wir brechen auf zu dem Ort, von dem der Herr gesagt
    hat: Ihn gebe ich euch. Geh mit uns! Wir werden dir Gutes tun; denn
    der Herr hat zugesagt, Israel Gutes zu tun.

    10:30 Hobab erwiderte ihm: Ich gehe nicht mit, sondern ich gehe in mein
    Land und zu meiner Verwandtschaft zurück.

    10:31 Da sagte Mose: Verlaß uns doch nicht! Denn du kennst die Orte in der
    Wüste, an denen wir unser Lager aufschlagen können; du kannst unser
    Auge sein.

    10:32 Wenn du also mitgehst, dann werden wir all das Gute, das der Herr
    uns schenkt, mit dir teilen.

    10:33 Sie brachen vom Berg des Herrn auf und zogen drei Tagesmärsche weit.
    Die Bundeslade des Herrn zog drei Tage lang vor ihnen her, um einen
    Rastplatz für sie zu erkunden.

    10:34 Die Wolke des Herrn war bei Tag über ihnen, wenn sie vom Lager
    aufbrachen.

    10:35 Wenn die Lade aufbrach, sagte Mose: Steh auf, Herr, dann zerstreuen
    sich deine Feinde, dann fliehen deine Gegner vor dir.
    Ps 68,2

    10:36 Und wenn man haltmachte, sagte er: Laß dich nieder, Herr, bei den
    zehntausendmal Tausenden Israels!
    Der Sinn von H ist unklar.

    Mose und die Ältesten: 11,1-35

    11:1 Das Volk lag dem Herrn mit schweren Vorwürfen in den Ohren. Als der
    Herr das hörte, entbrannte sein Zorn; das Feuer des Herrn brach bei
    ihnen aus und griff am Rand des Lagers um sich.

    11:2 Da schrie das Volk zu Mose, und Mose setzte sich beim Herrn für sie
    ein. Darauf ging das Feuer wieder aus.

    11:3 Daher nannte man den Ort Tabera (Feuerbrand), da das Feuer des Herrn
    bei ihnen ausgebrochen war.

    11:4 Die Leute, die sich ihnen angeschlossen hatten, wurden von der Gier
    gepackt, und auch die Israeliten begannen wieder zu weinen und
    sagten: Wenn uns doch jemand Fleisch zu essen gäbe!
    Ex 12,38

    11:5 Wir denken an die Fische, die wir in Ägypten umsonst zu essen
    bekamen, an die Gurken und Melonen, an den Lauch, an die Zwiebeln
    und an den Knoblauch.

    11:6 Doch jetzt vertrocknet uns die Kehle, nichts bekommen wir zu sehen
    als immer nur Manna.

    11:7 Das Manna war wie Koriandersamen, und es sah wie Bdelliumharz aus.
    Ex 16,13-26
    Zu Bdellium vgl. die Anmerkung zu Gen 2,12.

    11:8 Die Leute pflegten umherzugehen und es zu sammeln; sie mahlten es
    mit der Handmühle oder zerstampften es im Mörser, kochten es in
    einem Topf und bereiteten daraus Brotfladen. Es schmeckte wie
    Ölkuchen.

    11:9 Wenn bei Nacht der Tau auf das Lager fiel, fiel auch das Manna.]

    11:10 Mose hörte die Leute weinen, eine Sippe wie die andere; jeder weinte
    am Eingang seines Zeltes. Da entbrannte der Zorn des Herrn; Mose
    aber war verstimmt

    11:11 und sagte zum Herrn: Warum hast du deinen Knecht so schlecht
    behandelt, und warum habe ich nicht deine Gnade gefunden, daß du mir
    die Last mit diesem ganzen Volk auferlegst?
    Ex 5,22

    11:12 Habe denn ich dieses ganze Volk in meinem Schoß getragen, oder habe
    ich es geboren, daß du zu mir sagen kannst: Nimm es an deine Brust,
    wie der Wärter den Säugling, und trag es in das Land, das ich seinen
    Vätern mit einem Eid zugesichert habe?

    11:13 Woher soll ich für dieses ganze Volk Fleisch nehmen? Sie weinen vor
    mir und sagen zu mir: Gib uns Fleisch zu essen!

    11:14 Ich kann dieses ganze Volk nicht allein tragen, es ist mir zu
    schwer.

    11:15 Wenn du mich so behandelst, dann bring mich lieber gleich um, wenn
    ich überhaupt deine Gnade gefunden habe. Ich will mein Elend nicht
    mehr ansehen.

    11:16 Da sprach der Herr zu Mose: Versammle siebzig von den Ältesten
    Israels vor mir, Männer, die du als Älteste des Volkes und
    Listenführer kennst; bring sie zum Offenbarungszelt! Dort sollen sie
    sich mit dir zusammen aufstellen.

    11:17 Dann komme ich herab und rede dort mit dir. Ich nehme etwas von dem
    Geist, der auf dir ruht, und lege ihn auf sie. So können sie mit dir
    zusammen an der Last des Volkes tragen, und du mußt sie nicht mehr
    allein tragen.

    11:18 Zum Volk aber sollst du sagen: Heiligt euch für morgen, dann werdet
    ihr Fleisch zu essen haben. Denn ihr habt dem Herrn die Ohren
    vollgeweint und gesagt: Wenn uns doch jemand Fleisch zu essen gäbe!
    In Ägypten ging es uns gut. Der Herr wird euch Fleisch zu essen
    geben.
    11,4f

    11:19 Nicht nur einen Tag werdet ihr es essen, nicht zwei Tage, nicht fünf
    Tage, nicht zehn Tage und nicht zwanzig Tage,

    11:20 sondern Monate lang, bis es euch zum Hals heraushängt und ihr euch
    davor ekelt. Denn ihr habt den Herrn, der mitten unter euch ist,
    mißachtet und habt vor ihm geweint und gesagt: Warum sind wir aus
    Ägypten weggezogen?

    11:21 Da entgegnete Mose: Sechshunderttausend Mann zu Fuß zählt das Volk,
    bei dem ich lebe, und du sagst: Ich gebe ihnen Fleisch, daß sie
    Monate lang zu essen haben?

    11:22 Selbst wenn man alle Schafe, Ziegen und Rinder für sie schlachtet,
    reicht das für sie? Wenn man alle Fische des Meeres für sie fängt,
    reicht das für sie?

    11:23 Der Herr antwortete Mose: Ist etwa der Arm des Herrn zu kurz? Du
    wirst bald sehen, ob mein Wort an dir in Erfüllung geht oder nicht.

    11:24 Mose ging hinaus und teilte dem Volk die Worte des Herrn mit. Dann
    versammelte er siebzig Älteste des Volkes und stellte sie rings um
    das Zelt auf.

    11:25 Der Herr kam in der Wolke herab und redete mit Mose. Er nahm etwas
    von dem Geist, der auf ihm ruhte, und legte ihn auf die siebzig
    Ältesten. Sobald der Geist auf ihnen ruhte, gerieten sie in
    prophetische Verzückung, die kein Ende nahm.

    11:26 Zwei Männer aber waren im Lager geblieben; der eine hieß Eldad, der
    andere Medad. Auch über sie war der Geist gekommen. Sie standen in
    der Liste, waren aber nicht zum Offenbarungszelt hinausgegangen. Sie
    gerieten im Lager in prophetische Verzückung.

    11:27 Ein junger Mann lief zu Mose und berichtete ihm: Eldad und Medad
    sind im Lager in prophetische Verzückung geraten.

    11:28 Da ergriff Josua, der Sohn Nuns, der von Jugend an der Diener des
    Mose gewesen war, das Wort und sagte: Mose, mein Herr, hindere sie
    daran!

    11:29 Doch Mose sagte zu ihm: Willst du dich für mich ereifern? Wenn nur
    das ganze Volk des Herrn zu Propheten würde, wenn nur der Herr
    seinen Geist auf sie alle legte!
    Jo‰l 3,1f

    11:30 Dann ging Mose mit den Ältesten Israels in das Lager zurück.

    11:31 Darauf brach ein Wind los, den der Herr geschickt hatte, und trieb
    Wachteln vom Meer heran. Er warf sie auf das Lager, einen
    Tagesmarsch weit in der einen Richtung und einen Tagesmarsch weit in
    der anderen Richtung rings um das Lager; zwei Ellen hoch lagen sie
    auf dem Erdboden.
    Ex 16,6-13

    11:32 Da stand das Volk auf und sammelte die Wachteln ein, den ganzen Tag
    und die ganze Nacht und den ganzen folgenden Tag. Jeder sammelte
    mindestens zehn H¢mer. Sie legten sie rings um das Lager zum Dörren
    aus.

    11:33 Sie hatten aber das Fleisch noch zwischen den Zähnen, es war noch
    nicht gegessen, da entbrannte der Zorn des Herrn über das Volk, und
    der Herr schlug das Volk mit einer bösen Plage.

    11:34 Daher nannte man den Ort Kibrot-Taawa (Giergräber), da man dort die
    Leute begrub, die von der Gier gepackt worden waren.

    11:35 Von Kibrot-Taawa brach das Volk nach Hazerot auf.

    Auflehnung Mirjams und Aarons: 12,1-16

    12:1 Als sie in Hazerot waren, redeten Mirjam und Aaron über Mose wegen
    der kuschitischen Frau, die er sich genommen hatte. Er hatte sich
    nämlich eine Kuschiterin zur Frau genommen.

    12:2 Sie sagten: Hat etwa der Herr nur mit Mose gesprochen? Hat er nicht
    auch mit uns gesprochen? Das hörte der Herr.

    12:3 Mose aber war ein sehr demütiger Mann, demütiger als alle Menschen
    auf der Erde.

    12:4 Kurz darauf sprach der Herr zu Mose, Aaron und Mirjam: Geht ihr drei
    hinaus zum Offenbarungszelt! Da gingen die drei hinaus.

    12:5 Der Herr kam in der Wolkensäule herab, blieb am Zelteingang stehen
    und rief Aaron und Mirjam. Beide traten vor,

    12:6 und der Herr sprach: Hört meine Worte! Wenn es bei euch einen
    Propheten gibt, so gebe ich mich ihm in Visionen zu erkennen und
    rede mit ihm im Traum.

    12:7 Anders bei meinem Knecht Mose. Mein ganzes Haus ist ihm anvertraut.

    12:8 Mit ihm rede ich von Mund zu Mund, von Angesicht zu Angesicht, nicht
    in Rätseln. Er darf die Gestalt des Herrn sehen. Warum habt ihr es
    gewagt, über meinen Knecht Mose zu reden?

    12:9 Der Herr wurde zornig auf sie und ging weg.

    12:10 Kaum hatte die Wolke das Zelt verlassen, da war Mirjam weiß wie
    Schnee vor Aussatz. Aaron wandte sich Mirjam zu und sah: Sie war
    aussätzig.

    12:11 Da sagte Aaron zu Mose: Mein Herr, ich bitte dich, laß uns nicht die
    Folgen der Sünde tragen, die wir leichtfertig begangen haben.

    12:12 Mirjam soll nicht wie eine Totgeburt sein, die schon halb verwest
    ist, wenn sie den Schoß der Mutter verläßt.

    12:13 Da schrie Mose zum Herrn: Ach, heile sie doch!

    12:14 Der Herr antwortete Mose: Wenn ihr Vater ihr ins Gesicht gespuckt
    hätte, müßte sie sich dann nicht sieben Tage lang schämen? Sie soll
    sieben Tage lang aus dem Lager ausgesperrt sein; erst dann soll man
    sie wieder hereinlassen.

    12:15 So wurde Mirjam sieben Tage aus dem Lager ausgesperrt. Das Volk
    brach nicht auf, bis man Mirjam wieder hereinließ.

    12:16 Erst nachher brach das Volk von Hazerot auf und schlug dann sein
    Lager in der Wüste Paran auf.

    Der Bericht der Kundschafter: 13,1 - 14,45

    13:1 Der Herr sprach zu Mose:

    13:2 Schick einige Männer aus, die das Land Kanaan erkunden, das ich den
    Israeliten geben will. Aus jedem Väterstamm sollt ihr einen Mann
    aussenden, und zwar jeweils einen der führenden Männer.

    13:3 Da schickte Mose von der Wüste Paran die Männer aus, wie es der Herr
    befohlen hatte. Sie alle waren führende Männer unter den Israeliten,

    13:4 und das sind ihre Namen: aus dem Stamm Ruben Schamua, der Sohn
    Sakkurs;

    13:5 aus dem Stamm Simeon Schafat, der Sohn Horis;

    13:6 aus dem Stamm Juda Kaleb, der Sohn Jefunnes;

    13:7 aus dem Stamm Issachar Jigal, der Sohn Josefs;

    13:8 aus dem Stamm Efraim Hoschea, der Sohn Nuns;

    13:9 aus dem Stamm Benjamin Palti, der Sohn Rafus;

    13:10 aus dem Stamm Sebulon Gadi‰l, der Sohn Sodis;

    13:11 aus dem Josefstamm Manasse Gadi, der Sohn Susis;

    13:12 aus dem Stamm Dan Ammi‰l, der Sohn Gemallis;

    13:13 aus dem Stamm Ascher Setur, der Sohn Michaels;

    13:14 aus dem Stamm Naftali Nachbi, der Sohn Wofsis;

    13:15 aus dem Stamm Gad G‰u‰l, der Sohn Machis.

    13:16 Das waren die Namen der Männer, die Mose zur Erkundigung des Landes
    aussandte. Hoschea aber, den Sohn Nuns, nannte Mose Josua.

    13:17 Als Mose sie ausschickte, um Kanaan erkunden zu lassen, sagte er zu
    ihnen: Zieht von hier durch den Negeb, und steigt hinauf ins
    Gebirge!

    13:18 Seht, wie das Land beschaffen ist und ob das Volk, das darin wohnt,
    stark oder schwach ist, ob es klein oder groß ist;

    13:19 seht, wie das Land beschaffen ist, in dem das Volk wohnt, ob es gut
    ist oder schlecht, und wie die Städte angelegt sind, in denen es
    wohnt, ob sie offen oder befestigt sind

    13:20 und ob das Land fett oder mager ist, ob es dort Bäume gibt oder
    nicht. Habt Mut, und bringt Früchte des Landes mit! Es war gerade
    die Zeit der ersten Trauben.

    13:21 Da zogen die Männer hinauf und erkundeten das Land von der Wüste Zin
    bis Rehob bei Lebo-Hamat.

    13:22 Sie durchzogen zuerst den Negeb und kamen bis Hebron. Dort lebten
    Ahiman, Scheschai und Talmai, Söhne des Anak. Hebron war sieben
    Jahre vor der Stadt Zoan, die in Ägypten liegt, erbaut worden.

    13:23 Von dort kamen sie in das Traubental. Dort schnitten sie eine Rebe
    mit einer Weintraube ab und trugen sie zu zweit auf einer Stange,
    dazu auch einige Granatäpfel und Feigen.

    13:24 Den Ort nannte man später Traubental wegen der Traube, die die
    Israeliten dort abgeschnitten hatten.

    13:25 Vierzig Tage, nachdem man sie zur Erkundung des Landes ausgeschickt
    hatte, machten sie sich auf den Rückweg.

    13:26 Sie kamen zu Mose und Aaron und zu der ganzen Gemeinde der
    Israeliten in die Wüste Paran nach Kadesch. Sie berichteten ihnen
    und der ganzen Gemeinde und zeigten ihnen die Früchte des Landes.

    13:27 Sie erzählten Mose: Wir kamen in das Land, in das du uns geschickt
    hast: Es ist wirklich ein Land, in dem Milch und Honig fließen; das
    hier sind seine Früchte.

    13:28 Aber das Volk, das im Land wohnt, ist stark, und die Städte sind
    befestigt und sehr groß. Auch haben wir die Söhne des Anak dort
    gesehen.

    13:29 Amalek wohnt im Gebiet des Negeb, die Hetiter, die Jebusiter und
    Amoriter wohnen im Gebirge, und die Kanaaniter wohnen am Meer und am
    Ufer des Jordan.

    13:30 Kaleb beruhigte das Volk, das über Mose aufgebracht war, und sagte:
    Wir können trotzdem hinaufziehen und das Land in Besitz nehmen; wir
    werden es gewiß bezwingen.

    13:31 Die Männer aber, die mit Kaleb zusammen nach Kanaan hinaufgezogen
    waren, sagten: Wir können nichts gegen dieses Volk ausrichten; es
    ist stärker als wir.

    13:32 Und sie verbreiteten bei den Israeliten falsche Gerüchte über das
    Land, das sie erkundet hatten, und sagten: Das Land, das wir
    durchwandert und erkundet haben, ist ein Land, das seine Bewohner
    auffrißt; alle Leute, die wir dort gesehen haben, sind
    hochgewachsen.

    13:33 Sogar die Riesen haben wir dort gesehen - die Anakiter gehören
    nämlich zu den Riesen. Wir kamen uns selbst klein wie Heuschrecken
    vor, und auch ihnen erschienen wir so.

    14:1 Da erhob die ganze Gemeinde ein lautes Geschrei, und das Volk weinte
    die ganze Nacht.

    14:2 Alle Israeliten murrten über Mose und Aaron, und die ganze Gemeinde
    sagte zu ihnen: Wären wir doch in Ägypten oder wenigstens hier in
    der Wüste gestorben!

    14:3 Warum nur will uns der Herr in jenes Land bringen? Etwa damit wir
    durch das Schwert umkommen und unsere Frauen und Kinder eine Beute
    der Feinde werden? Wäre es für uns nicht besser, nach Ägypten
    zurückzukehren?

    14:4 Und sie sagten zueinander: Wir wollen einen neuen Anführer wählen
    und nach Ägypten zurückkehren.

    14:5 Da warfen sich Mose und Aaron vor der ganzen Gemeindeversammlung der
    Israeliten auf ihr Gesicht nieder.

    14:6 Josua, der Sohn Nuns, und Kaleb, der Sohn Jefunnes, zwei von denen,
    die das Land erkundet hatten, zerrissen ihre Kleider

    14:7 und sagten zu der ganzen Gemeinde der Israeliten: Das Land, das wir
    durchwandert und erkundet haben, dieses Land ist überaus schön.

    14:8 Wenn der Herr uns wohlgesinnt ist und uns in dieses Land bringt,
    dann schenkt er uns ein Land, in dem Milch und Honig fließen.

    14:9 Lehnt euch nur nicht gegen den Herrn auf! Habt keine Angst vor den
    Leuten in jenem Land; sie werden unsere Beute. Ihr schützender
    Schatten ist von ihnen gewichen, denn der Herr ist mit uns. Habt
    keine Angst vor ihnen!

    14:10 Doch die ganze Gemeinde drohte Mose und Aaron zu steinigen. Da
    erschien die Herrlichkeit des Herrn am Offenbarungszelt allen
    Israeliten,

    14:11 und der Herr sprach zu Mose: Wie lange verachtet mich dieses Volk
    noch, wie lange noch wollen sie nicht an mich glauben trotz all der
    Zeichen, die ich mitten unter ihnen vollbracht habe?

    14:12 Ich will sie mit der Pest schlagen und vertreiben; aber dich will
    ich zu einem Volk machen, das größer und mächtiger ist als dieses.

    14:13 Da antwortete Mose dem Herrn: Die Ägypter werden hören, daß du
    dieses Volk mit deiner Kraft aus ihrer Mitte hierher geführt hast,

    14:14 und sie werden zu den Einwohnern dieses Landes sagen, sie hätten
    gehört, daß du, Herr, mitten in diesem Volk warst, daß du, Herr,
    sichtbar erschienen bist, daß deine Wolke über ihnen stand, daß du
    ihnen bei Tag in einer Wolkensäule und bei Nacht in einer Feuersäule
    vorangegangen bist,

    14:15 daß du dann aber dieses Volk wie einen einzigen Mann umgebracht
    hast. Wenn sie das alles über dich hören, werden die Völker sagen:

    14:16 Weil Jahwe nicht imstande war, dieses Volk in das Land zu bringen,
    das er ihnen mit einem Eid zugesichert hatte, hat er sie in der
    Wüste abgeschlachtet.

    14:17 Gerade jetzt sollte sich die Kraft meines Herrn in ihrer ganzen
    Größe zeigen, wie du gesagt hast:

    14:18 Ich bin Jahwe, langmütig und reich an Huld, der Schuld und Frevel
    wegnimmt, der aber (den Sünder) nicht ungestraft läßt, der die
    Schuld der Väter an den Söhnen verfolgt, an der dritten und vierten
    Generation:
    Ex 34,6f; Ex 20,5; Dtn 5,9

    14:19 Verzeih also diesem Volk seine Sünde nach deiner großen Huld, wie du
    diesem Volk auch schon bisher vergeben hast, von Ägypten bis
    hierher.

    14:20 Da sprach der Herr: Ich verzeihe ihm, da du mich bittest.

    14:21 Doch so wahr ich lebe und die Herrlichkeit des Herrn das ganze Land
    erfüllt:

    14:22 Alle Männer, die meine Herrlichkeit und meine Zeichen gesehen haben,
    die ich in Ägypten und in der Wüste vollbracht habe, und die mich
    jetzt schon zum zehntenmal auf die Probe gestellt und doch nicht auf
    mich gehört haben,

    14:23 sie alle werden das Land nicht zu sehen bekommen, das ich ihren
    Vätern mit einem Eid zugesichert habe. Keiner von denen, die mich
    verachtet haben, wird es zu sehen bekommen.

    14:24 Meinen Knecht Kaleb aber, der anders denkt und treu zu mir hält, ihn
    werde ich in das Land bringen. Er darf es betreten, und seine
    Nachkommen sollen es erben.

    14:25 [Die Amalekiter und die Kanaaniter sitzen in der Ebene.] Brecht also
    morgen auf, und schlagt eine andere Richtung ein, in die Wüste, zum
    Schilfmeer hin!

    14:26 Der Herr sprach zu Mose und Aaron:

    14:27 Wie lange soll das mit dieser bösen Gemeinde so weitergehen, die
    immer über mich murrt? Ich habe mir das Murren der Israeliten jetzt
    lange genug angehört.

    14:28 Sag ihnen: So wahr ich lebe - Spruch des Herrn -, ich will euch das
    antun, womit ihr mir die Ohren vollgeschrien habt:
    14,2

    14:29 Hier in der Wüste sollen eure Leichen liegenbleiben, alle ohne
    Ausnahme; jeder von euch, der gemustert worden ist, wird sterben,
    alle Männer von zwanzig Jahren und darüber, die über mich gemurrt
    haben.

    14:30 Keiner von euch wird in das Land kommen, auch wenn ich meine Hand
    erhoben und geschworen habe, euch darin wohnen zu lassen, außer
    Kaleb, der Sohn Jefunnes, und Josua, der Sohn Nuns.

    14:31 Eure Kinder aber, von denen ihr gesagt habt, sie würden eine Beute
    der Feinde werden, sie werde ich in das Land bringen. Sie werden das
    Land kennenlernen, das ihr verschmäht habt.
    14,3

    14:32 Eure Leichen aber werden in dieser Wüste liegenbleiben.

    14:33 Eure Söhne müssen vierzig Jahre lang ihr Vieh in der Wüste weiden
    lassen; sie haben solange unter eurer Untreue zu leiden, bis ihr
    alle tot in der Wüste liegt.

    14:34 So viele Tage, wie ihr gebraucht habt, um das Land zu erkunden,
    nämlich vierzig Tage, so viele Jahre lang - für jeden Tag ein Jahr -
    müßt ihr die Folgen eurer Schuld tragen, also vierzig Jahre lang;
    dann werdet ihr erkennen, was es heißt, mir Widerstand zu leisten.

    14:35 Ich, der Herr, habe gesprochen. Unwiderruflich werde ich es mit
    dieser ganzen bösen Gemeinde so machen, die sich gegen mich
    zusammengerottet hat: In dieser Wüste finden sie ihr Ende, hier
    müssen sie sterben.

    14:36 Die Männer, die Mose ausgeschickt hatte, um das Land erkunden zu
    lassen, die dann aber nach ihrer Rückkehr die ganze Gemeinde zum
    Murren verführt hatten,
    1 Kor 10,5.10

    14:37 fielen plötzlich tot zu Boden, vor den Augen des Herrn, alle, die
    über das Land falsche Gerüchte verbreitet hatten.

    14:38 Nur Josua, der Sohn Nuns, und Kaleb, der Sohn Jefunnes, blieben am
    Leben, als einzige von allen, die ausgezogen waren, um das Land zu
    erkunden.

    14:39 Mose sagte das alles den Israeliten. Da wurde das Volk sehr traurig.

    14:40 Sie standen am nächsten Morgen auf, um auf die Höhe des Gebirges zu
    steigen; sie sagten: Wir ziehen jetzt zu dem Ort hinauf, den der
    Herr genannt hat. Ja, wir haben gesündigt.

    14:41 Da sagte Mose: Warum übertretet ihr den Befehl des Herrn? Das wird
    euch nicht gelingen.

    14:42 Zieht nicht hinauf, denn der Herr ist nicht bei euch; ihr werdet von
    euren Feinden nur geschlagen werden.

    14:43 Denn ihr habt dort die Amalekiter und die Kanaaniter gegen euch, und
    ihr werdet durch das Schwert umkommen. Weil ihr euch vom Herrn
    abgewendet habt, wird der Herr nicht mit euch sein.

    14:44 Doch in ihrem Starrsinn stiegen sie auf die Höhe des Gebirges
    hinauf. Aber die Bundeslade des Herrn und Mose wichen nicht von
    ihrer Stelle mitten im Lager.

    14:45 Da kamen die Amalekiter und die Kanaaniter, die dort im Gebirge
    wohnten, herunter und schlugen die Israeliten und zersprengten sie
    bis nach Horma.

    Opfer und Sühne: 15,1-41

    15:1 Der Herr sprach zu Mose:
    (1-31) Lev 6,17 - 7,18

    15:2 Rede zu den Israeliten und sag zu ihnen: Wenn ihr in das Land kommt,
    das ich euch zur Besiedlung geben will,

    15:3 und wenn ihr für den Herrn ein Feueropfer vorbereitet, ein
    Brandopfer oder ein Schlachtopfer zur Erfüllung eines Gelübdes oder
    als freiwillige Gabe oder anläßlich eurer Feste, um dem Herrn einen
    beruhigenden Duft von einem Rind oder Schaf darzubringen,

    15:4 dann soll jeder, der dem Herrn seine Opfergabe bringt, als
    Speiseopfer ein Zehntel Feinmehl darbringen, das mit einem viertel
    Hin Öl vermengt ist.

    15:5 Und beim Brand- oder Schlachtopfer sollst du auf je ein Lamm ein
    viertel Hin Wein als Trankopfer herrichten.

    15:6 Auf einen Widder aber sollst du als Speiseopfer zwei Zehntel
    Feinmehl herrichten, das mit einem drittel Hin Öl vermengt ist,

    15:7 und als Trankopfer sollst du ein drittel Hin Wein darbringen, als
    beruhigenden Duft für den Herrn.

    15:8 Richtest du ein Kalb als Brand- oder Schlachtopfer zur Erfüllung
    eines Gelübdes oder als Heilsopfer zur Ehre des Herrn her,

    15:9 dann bring auf jedes Kalb als Speiseopfer drei Zehntel Feinmehl dar,
    das mit einem halben Hin Öl vermengt ist;

    15:10 als Trankopfer sollst du in diesem Fall ein halbes Hin Wein
    darbringen. Das ist ein Feueropfer und ein beruhigender Duft für den
    Herrn.

    15:11 So soll man es bei jedem Rind, bei jedem Widder, bei jedem jungen
    Lamm und jeder jungen Ziege machen.

    15:12 Je nachdem, wie viele Tiere ihr zum Opfer herrichtet, sollt ihr es
    jeweils machen.

    15:13 So soll es jeder Einheimische machen, wenn er ein Feueropfer als
    beruhigenden Duft für den Herrn darbringt.

    15:14 Wenn ein Fremder, der bei euch lebt, oder einer, dessen Familie
    schon seit Generationen unter euch lebt, ein Feueropfer als
    beruhigenden Duft für den Herrn darbringen will, dann soll er es
    ebenso machen wie ihr.

    15:15 Für euch und für die Fremden, die bei euch leben, gilt ein und
    dieselbe Regel; das soll bei euch als feste Regel des Herrn gelten,
    von Generation zu Generation, für euch ebenso wie für den Fremden:

    15:16 Gleiches Gesetz und gleiches Recht gilt für euch und für die
    Fremden, die bei euch leben.

    15:17 Der Herr sprach zu Mose:

    15:18 Rede zu den Israeliten und sag zu ihnen: Wenn ihr in das Land kommt,
    in das ich euch bringe,

    15:19 und wenn ihr vom Brot des Landes eßt, dann sollt ihr eine Abgabe für
    den Herrn entrichten.

    15:20 Als Erstlingsgabe von eurem Brotteig sollt ihr einen Kuchen abgeben.
    Ihr sollt ihn wie die Abgabe von der Tenne abliefern.

    15:21 Von dem ersten Gebäck aus eurem Teig sollt ihr dem Herrn eine Abgabe
    entrichten, von Generation zu Generation.

    15:22 Wenn ihr aus Versehen irgendeines dieser Gebote, die der Herr dem
    Mose mitgeteilt hat, nicht haltet,

    15:23 irgendetwas, was der Herr euch durch Mose befohlen hat seit dem Tag,
    an dem der Herr die Gebote gegeben hat, und weiterhin von Generation
    zu Generation,

    15:24 dann soll, wenn das Versehen vorkam, ohne daß die Gemeinde es
    bemerkte, die ganze Gemeinde einen Jungstier zum Brandopfer als
    beruhigenden Duft für den Herrn herrichten, ferner das dazugehörende
    Speise- und Trankopfer, wie es Vorschrift ist, sowie einen
    Ziegenbock als Sündopfer.

    15:25 Der Priester soll die ganze Gemeinde der Israeliten entsühnen, dann
    wird ihnen vergeben werden; denn es war ein Versehen, und sie haben
    ihre Opfergabe als Feueropfer für den Herrn und ihr Sündopfer für
    ihr Versehen vor den Herrn gebracht.

    15:26 Der ganzen Gemeinde der Israeliten und den Fremden, die bei ihnen
    leben, wird vergeben werden, denn das ganze Volk war von dem
    Versehen betroffen.

    15:27 Wenn ein einzelner versehentlich sündigt, dann soll er eine
    einjährige Ziege als Sündopfer darbringen.

    15:28 Der Priester soll die Person, die versehentlich gesündigt hat, vor
    dem Herrn entsühnen; dann wird ihr vergeben werden.

    15:29 Für die einheimischen Israeliten und für die Fremden, die bei ihnen
    leben, gilt das gleiche Gesetz, wenn jemand etwas aus Versehen tut.

    15:30 Wer aber, sei er einheimisch oder fremd, etwas vorsätzlich tut, der
    begeht eine Gotteslästerung. Ein solcher Mensch soll aus seinem Volk
    ausgemerzt werden;

    15:31 denn er hat das Wort des Herrn verachtet und sein Gesetz gebrochen.
    Ein solcher Mensch muß ausgemerzt werden; er hat schwere Schuld auf
    sich geladen.

    15:32 Als die Israeliten in der Wüste waren, entdeckten sie einmal, daß
    einer am Sabbat Holz sammelte.

    15:33 Die Leute, die ihn beim Holzsammeln angetroffen hatten, brachten ihn
    vor Mose und Aaron und vor die ganze Gemeinde.

    15:34 Man sperrte ihn ein, weil noch nicht entschieden war, was mit ihm
    geschehen sollte.

    15:35 Der Herr sprach zu Mose: Der Mann ist mit dem Tod zu bestrafen. Die
    ganze Gemeinde soll ihn draußen vor dem Lager steinigen.
    Ex 31,15; 35,2

    15:36 Da führte die ganze Gemeinde den Mann vor das Lager hinaus und
    steinigte ihn zu Tod, wie der Herr es Mose befohlen hatte.

    15:37 Der Herr sprach zu Mose:

    15:38 Rede zu den Israeliten und sag zu ihnen, sie sollen sich Quasten an
    ihre Kleiderzipfel nähen, von Generation zu Generation, und sollen
    an den Quasten eine violette Purpurschnur anbringen;
    Mt 23,5

    15:39 sie soll bei euch zur Quaste gehören. Wenn ihr sie seht, werdet ihr
    euch an alle Gebote des Herrn erinnern, ihr werdet sie halten und
    eurem Herzen und euren Augen nicht nachgeben, wenn sie euch zur
    Untreue verleiten wollen.

    15:40 Ihr sollt so an alle meine Gebote denken und sie halten; dann werdet
    ihr eurem Gott heilig sein.

    15:41 Ich bin der Herr, euer Gott, der euch aus Ägypten herausgeführt hat,
    um für euch Gott zu sein, ich, der Herr, euer Gott.

    Der Aufruhr Korachs, Datans und Abirams: 16,1 - 17,28

    16:1 Korach, der Sohn Jizhars, des Sohnes Kehats, des Sohnes Levis,
    ferner Datan und Abiram, die Söhne Eliabs, und On, der Sohn Pallus,
    der Rubeniter,
    1-35: Hier sind zwei einst selbständige Erzählungen, eine von
    Korach und eine von Datan und Abiram, zusammengearbeitet.

    16:2 erhoben sich gegen Mose, zusammen mit zweihundertfünfzig führenden
    Männern aus der Gemeinde, angesehenen Abgeordneten der Versammlung.

    16:3 Sie rotteten sich gegen Mose und Aaron zusammen und sagten zu ihnen:
    Ihr nehmt euch zu viel heraus. Alle sind heilig, die ganze Gemeinde,
    und der Herr ist mitten unter ihnen. Warum erhebt ihr euch über die
    Gemeinde des Herrn?

    16:4 Als Mose das hörte, warf er sich auf sein Gesicht nieder,

    16:5 und er sagte zu Korach und seinem ganzen Anhang: Morgen früh wird
    der Herr zeigen, wer zu ihm gehört, wer der Heilige ist und wer sich
    ihm nähern darf. Wen der Herr erwählt, der darf sich ihm nähern.

    16:6 Du, Korach, und dein ganzer Anhang, macht folgendes: Nehmt euch
    Räucherpfannen,

    16:7 tut Feuer hinein, und legt Weihrauch für den Herrn darauf, und zwar
    morgen! Dann wird sich zeigen, wen der Herr erwählt und wer der
    Heilige ist. Ihr nehmt euch zu viel heraus, ihr Leviten!

    16:8 Dann sagte Mose zu Korach: Hört, ihr Leviten!

    16:9 Ist es euch noch zu wenig, daß euch der Gott Israels aus der
    Gemeinde Israels herausgehoben hat, um euch in seine Nähe zu holen,
    damit ihr an der Wohnstätte des Herrn Dienst tut, vor die Gemeinde
    tretet und für sie euren Dienst verrichtet?

    16:10 Er hat dich und alle deine Brüder, die Leviten, die bei dir sind, in
    seine Nähe geholt, doch nun wollt ihr auch noch das Priesteramt.

    16:11 Deshalb rottet ihr, du und dein ganzer Anhang, euch gegen den Herrn
    zusammen. Über ihn, nicht über Aaron, murrt ihr.

    16:12 Dann ließ Mose Datan und Abiram, die Söhne Eliabs, rufen. Sie aber
    ließen ihm sagen: Wir kommen nicht.

    16:13 Ist es nicht genug, daß du uns aus einem Land, in dem Milch und
    Honig fließen, hergeholt hast, um uns in der Wüste sterben zu
    lassen? Willst du dich auch noch als unser Herrscher aufspielen?

    16:14 Du hast uns nicht in ein Land gebracht, in dem Milch und Honig
    fließen, und hast uns keine Felder und Weinberge zum Besitz gegeben.
    Hältst du diese Männer hier etwa für blind? Wir kommen nicht.

    16:15 Da wurde Mose sehr zornig und sagte zum Herrn: Sieh ihre Opfer nicht
    an! Nicht einen einzigen Esel habe ich ihnen weggenommen, keinem von
    ihnen habe ich etwas zuleide getan.

    16:16 Dann sagte Mose zu Korach: Du und dein ganzer Anhang, erscheint
    morgen vor dem Herrn, du, diese Männer und Aaron!

    16:17 Nehmt eure Räucherpfannen mit, tut Weihrauch hinein, und bringt eure
    Räucherpfannen vor den Herrn, jeder seine eigene Räucherpfanne, im
    ganzen also zweihundertfünfzig Räucherpfannen, auch du und Aaron,
    bringt eure Räucherpfannen mit!

    16:18 Jeder nahm also seine Räucherpfanne, sie taten Feuer hinein, legten
    Weihrauch darauf und traten an den Eingang des Offenbarungszeltes,
    zusammen mit Mose und Aaron.

    16:19 Korach aber versammelte die ganze Gemeinde bei ihnen am Eingang des
    Offenbarungszeltes. Da erschien der ganzen Gemeinde die Herrlichkeit
    des Herrn.

    16:20 Der Herr sprach zu Mose und Aaron:

    16:21 Sondert euch von dieser Gemeinde ab! Ich will ihr auf einen Schlag
    ein Ende bereiten.

    16:22 Da warfen sie sich auf ihr Gesicht nieder und sagten: Gott, du Gott
    der Geister, die alle Menschen beleben, ein einzelner Mensch
    sündigt, und du willst der ganzen Gemeinde zürnen?
    27,16

    16:23 Der Herr antwortete Mose:

    16:24 Sag der Gemeinde: Entfernt euch aus der Nähe der Zelte Korachs,
    Datans und Abirams!

    16:25 Da stand Mose auf und ging zu Datan und Abiram, und die Ältesten
    Israels folgten ihm.

    16:26 Dann sagte er zur Gemeinde: Geht aus der Nähe der Zelte dieser
    niederträchtigen Leute weg, und rührt nichts von dem an, was ihnen
    gehört, sonst werdet auch ihr wegen aller ihrer Sünden hingerafft.

    16:27 Da entfernten sie sich aus der Nähe der Zelte Korachs, Datans und
    Abirams. Datan und Abiram waren herausgekommen und standen am
    Eingang ihrer Zelte, zusammen mit ihren Frauen, Söhnen und kleinen
    Kindern.

    16:28 Dann sagte Mose: Daran sollt ihr erkennen, daß der Herr mich gesandt
    hat, damit ich alle diese Taten vollbringe, und daß ich nicht aus
    eigenem Antrieb gehandelt habe:

    16:29 Wenn diese Leute sterben, wie jeder Mensch stirbt, und wenn sie nur
    so wie jeder andere Mensch Rechenschaft ablegen müssen, dann hat der
    Herr mich nicht gesandt.

    16:30 Wenn aber der Herr etwas ganz Ungewöhnliches tut, wenn die Erde
    ihren Rachen aufreißt und sie verschlingt zusammen mit allem, was
    ihnen gehört, wenn sie also lebend in die Unterwelt hinabstürzen,
    dann werdet ihr erkennen, daß diese Leute den Herrn beleidigt haben.

    16:31 Kaum hatte er das gesagt, da spaltete sich der Boden unter ihnen,

    16:32 die Erde öffnete ihren Rachen und verschlang sie samt ihrem Haus,
    mit allen Menschen, die zu Korach gehörten, und mit ihrem ganzen
    Besitz.

    16:33 Sie und alles, was zu ihnen gehörte, stürzten lebend in die
    Unterwelt hinab. Die Erde deckte sie zu, und sie waren aus der
    Gemeinde verschwunden.

    16:34 Alle Israeliten, die um sie herumstanden, liefen weg, als sie sie
    schreien hörten; sie sagten: Die Erde wird auch uns noch
    verschlingen.

    16:35 Vom Herrn ging ein Feuer aus und fraß die zweihundertfünfzig Männer,
    die den Weihrauch dargebracht hatten.

    17:1 Darauf sprach der Herr zu Mose:

    17:2 Sag zum Priester Eleasar, dem Sohn Aarons, er soll die
    Räucherpfannen aus der Asche herausnehmen, denn sie sind heilig. Die
    Glut aber streut weit auseinander!

    17:3 Die Räucherpfannen der Männer, die wegen ihrer Sünde ums Leben
    gekommen sind, soll man zu Blech hämmern und damit den Altar
    überziehen; denn sie haben die Räucherpfannen vor den Herrn
    gebracht, und damit sind die Pfannen heilig geworden. Sie sollen für
    die Israeliten ein Zeichen sein.

    17:4 Da nahm der Priester Eleasar die kupfernen Räucherpfannen der
    Männer, die im Feuer umgekommen waren, und hämmerte daraus einen
    Überzug für den Altar.

    17:5 Das sollte den Israeliten ein mahnendes Zeichen dafür sein, daß kein
    Unbefugter, keiner, der nicht zu den Nachkommen Aarons gehört, sich
    dem Herrn nähern darf, um für ihn Weihrauch zu verbrennen; sonst
    geht es ihm genauso, wie es der Herr durch Mose dem Korach und
    seinem Anhang angekündigt hatte.

    17:6 Am nächsten Tag murrte die ganze Gemeinde der Israeliten über Mose
    und Aaron; sie sagten: Ihr habt das Volk des Herrn getötet.

    17:7 Als sich die Gemeinde gegen Mose und Aaron zusammenrottete und sich
    dem Offenbarungszelt zuwandte, bedeckte die Wolke das Zelt, und die
    Herrlichkeit des Herrn erschien.

    17:8 Mose und Aaron gingen vor das Offenbarungszelt,

    17:9 und der Herr sprach zu Mose:

    17:10 Verlaßt diese Gemeinde, denn ich will sie in einem einzigen
    Augenblick vernichten. Da warfen sich Mose und Aaron auf ihr Gesicht
    nieder,

    17:11 und Mose sagte zu Aaron: Nimm die Räucherpfanne, tu Feuer vom Altar
    hinein, und leg Weihrauch darauf; dann geh schnell zur Gemeinde, und
    entsühne sie! Denn vom Herrn ist ein Zorngericht ausgegangen, und
    die Plage hat schon begonnen.

    17:12 Da nahm Aaron die Räucherpfanne, wie Mose gesagt hatte, und lief
    mitten unter die Leute, die versammelt waren. Und wirklich, die
    Plage hatte im Volk schon begonnen. Aaron legte Weihrauch in die
    Pfanne und entsühnte das Volk.

    17:13 Er trat zwischen die Toten und die Lebenden, und da hörte die Plage
    auf.

    17:14 Durch die Plage waren aber bereits vierzehntausendsiebenhundert
    Menschen gestorben, nicht gerechnet die Toten, die wegen Korach
    umgekommen waren.

    17:15 Darauf kehrte Aaron zu Mose an den Eingang des Offenbarungszeltes
    zurück; die Plage hatte aufgehört.

    17:16 Dann sprach der Herr zu Mose:

    17:17 Rede zu den Israeliten, und laß dir jeweils von einer Großfamilie
    einen Stab geben, und zwar von der Großfamilie des Stammesführers,
    im ganzen also zwölf Stäbe, und schreib ihre Namen darauf!

    17:18 Auf den Stab Levis schreib den Namen Aaron; denn auf jede
    Großfamilie eines Stammesführers kommt ein Stab.

    17:19 Dann leg die Stäbe in das Offenbarungszelt vor die Bundesurkunde,
    dort, wo ich euch begegne.

    17:20 Dann wird der Stab dessen, den ich erwähle, Blätter bekommen. So
    will ich vor mir das Murren zum Schweigen bringen, mit dem sie euch
    belästigen.

    17:21 Mose berichtete es den Israeliten. Darauf gaben ihm alle
    Stammesführer die Stäbe, jede Großfamilie eines Stammesführers
    einen, im ganzen also zwölf Stäbe. Auch Aarons Stab war darunter.

    17:22 Mose legte die Stäbe im Offenbarungszelt vor dem Herrn nieder.

    17:23 Als Mose am nächsten Tag zum Zelt der Bundesurkunde kam, da war der
    Stab Aarons, der das Haus Levi vertrat, grün geworden; er trieb
    Zweige, blühte und trug Mandeln.

    17:24 Da nahm Mose alle Stäbe von ihrem Platz vor dem Herrn weg und
    brachte sie zu den Israeliten hinaus. Als sie die Stäbe sahen, nahm
    jeder den seinen.

    17:25 Darauf sagte der Herr zu Mose: Trag den Stab Aarons zurück vor die
    Bundesurkunde! Dort soll er aufbewahrt werden als ein Zeichen für
    alle Aufsässigen. Mach mir auf diese Weise ihrem Murren ein Ende,
    dann werden sie nicht sterben.
    Hebr 9,4

    17:26 Mose tat genau so, wie es ihm der Herr befohlen hatte. So machte er
    es.

    17:27 Die Israeliten aber sagten zu Mose: Sieh her, wir kommen um, wir
    gehen zugrunde, alle gehen wir noch zugrunde.

    17:28 Jeder, der zu nahe an die Wohnstätte des Herrn kommt, stirbt. Sollen
    wir denn alle umkommen?

    Der Dienst und die Entlohnung der Priester und Leviten: 18,1-32

    18:1 Der Herr sprach zu Aaron: Du, deine Söhne und deine ganze Familie,
    ihr tragt die Verantwortung für das Heiligtum; du und mit dir deine
    Söhne, ihr tragt die Verantwortung für euer Priesteramt.

    18:2 Aber auch deine Brüder, den Stamm Levi, deinen väterlichen Stamm,
    laß zusammen mit dir herkommen! Sie sollen sich dir anschließen und
    dir dienen, während ihr, du und deine Söhne, vor dem
    Offenbarungszelt seid.

    18:3 Sie sollen sich an deine Anordnungen und an die für das ganze Zelt
    geltende Ordnung halten. Nur den heiligen Geräten und dem Altar
    dürfen sie nicht zu nahe kommen, sonst müssen sie sterben und ihr
    mit ihnen.

    18:4 Sie sollen sich dir anschließen und sich beim ganzen Dienst am Zelt
    an die Ordnung halten, die am Offenbarungszelt gilt. Kein Unbefugter
    darf in eure Nähe kommen.

    18:5 Wenn ihr euch an die Ordnung haltet, die am Heiligtum und am Altar
    gilt, wird der Zorn (Gottes) nicht mehr über die Israeliten kommen.

    18:6 Seht, ich habe eure Brüder, die Leviten, aus den Israeliten euch
    übergeben; sie sind dem Herrn übergeben, um den Dienst am
    Offenbarungszelt zu verrichten.

    18:7 Du aber und mit dir deine Söhne, ihr sollt euer Priesteramt in allem
    ausüben, was den Altar und den Raum hinter dem Vorhang betrifft;
    dort sollt ihr euren Dienst tun. Als einen Dienst, der ein Geschenk
    ist, übergebe ich euch das Priesteramt. Wer sich nähert, ohne dazu
    befugt zu sein, ist mit dem Tod zu bestrafen.

    18:8 Der Herr sagte zu Aaron: Ich selbst übergebe dir jetzt die
    Verwaltung der Abgaben, die mir entrichtet werden. Von allen
    heiligen Gaben der Israeliten gebe ich sie dir als Anteil und deinen
    Söhnen als ein dauerndes Anrecht.

    18:9 Dir soll an den hochheiligen Gaben all das zufallen, was nicht für
    das Feuer bestimmt ist: alle ihre Opfergaben bei allen ihren
    Speise-, Sünd- und Schuldopfern, die sie mir als hochheilige Gaben
    entrichten; dir und deinen Söhnen gehören sie.

    18:10 Eßt sie am hochheiligen Ort! Jede männliche Person darf davon essen;
    sie sollen dir als heilig gelten.

    18:11 Auch das gehört dir: die Abgabe, die die Israeliten bei allem
    entrichten, was sie darbringen. Dir und deinen Söhnen und Töchtern,
    die bei dir sind, habe ich diese Abgabe als dauerndes Anrecht
    gegeben. Jeder, der rein ist in deinem Haus, darf davon essen.

    18:12 Das Beste von allem Öl, das Beste von allem Most und Getreide, die
    Erstlingsgaben, die sie dem Herrn entrichten, sie habe ich für dich
    bestimmt.

    18:13 Von allem, was es in ihrem Land gibt, gehören dir die
    Erstlingsfrüchte, die sie dem Herrn bringen. Jeder, der rein ist in
    deinem Haus, darf davon essen.

    18:14 Alles, was in Israel geweiht wird, gehört dir.

    18:15 Alle lebenden Wesen, die den Mutterschoß durchbrechen und die man
    dem Herrn darbringt, Mensch und Vieh, gehören dir. Du mußt aber den
    Erstgeborenen bei den Menschen auslösen, und ebenso mußt du auch die
    erstgeborenen Tiere bei unreinem Vieh auslösen,

    18:16 und zwar mußt du die, die ausgelöst werden, im Alter von etwa einem
    Monat, je nachdem, wie du sie einschätzt, mit Geld auslösen, mit
    fünf Schekel, gerechnet nach dem Schekelgewicht des Heiligtums, das
    sind zwanzig Gera.

    18:17 Aber die Erstlinge vom Rind, vom Schaf oder von der Ziege darfst du
    nicht auslösen; sie sind heilig. Ihr Blut sollst du auf den Altar
    sprengen und ihre Fetteile als Feueropfer zum beruhigenden Duft für
    den Herrn in Rauch aufgehen lassen.

    18:18 Ihr Fleisch gehört dir, wie auch die Brust vom Darbringungsritus und
    auch die rechte Keule dir gehören.

    18:19 Alle Abgaben von den heiligen Opfern, die die Israeliten dem Herrn
    entrichten, habe ich dir und deinen Söhnen und Töchtern, die bei dir
    sind, als dauerndes Anrecht gegeben. Das soll für dich und auch für
    deine Nachkommen als ein ewiger ®Salzbund¯ vor dem Herrn gelten.
    Salzbund: Der Ausdruck kommt vielleicht daher, daß durch
    gemeinsames Essen von Salz ein Freundschaftsverhältnis besiegelt
    wurde (vgl. Lev 2,13 und 2 Chr 13,5).

    18:20 Der Herr sprach zu Aaron: Du sollst in ihrem Land keinen erblichen
    Besitz haben. Dir gehört unter ihnen kein Besitzanteil; ich bin dein
    Besitz und dein Erbteil mitten unter den Israeliten.

    18:21 Den Leviten gebe ich als Erbteil den ganzen Zehnten, den die
    Israeliten entrichten, als Entgelt für den Dienst, den die Leviten
    verrichten, den Dienst am Offenbarungszelt.

    18:22 Die Israeliten dürfen künftig nicht mehr in die Nähe des
    Offenbarungszeltes kommen; sonst laden sie eine Sünde auf sich und
    sterben.

    18:23 Nur der Levit soll am Offenbarungszelt Dienst tun; die Leviten
    tragen die Verantwortung - das soll bei euch von Generation zu
    Generation als feste Regel gelten. Darum sollen sie unter den
    Israeliten keinen Erbbesitz haben.

    18:24 Denn als Erbteil für die Leviten habe ich die Zehnten bestimmt, die
    die Israeliten dem Herrn als Abgabe entrichten. Darum habe ich zu
    den Leviten gesagt, sie sollen keinen Erbbesitz unter den Israeliten
    bekommen.

    18:25 Der Herr sprach zu Mose:

    18:26 Rede zu den Leviten und sag zu ihnen: Wenn ihr von den Israeliten
    den Zehnten entgegennehmt, den ich euch von ihnen als euren Anteil
    zugewiesen habe, dann entrichtet davon dem Herrn eine Abgabe als
    Zehnten vom Zehnten!

    18:27 Das soll als eure Abgabe angerechnet werden wie bei den anderen die
    Abgabe vom Getreide der Tenne und vom Inhalt der Kelter.

    18:28 So sollt auch ihr dem Herrn eine Abgabe von allen euch zustehenden
    Zehnten entrichten, die ihr von den Israeliten erhaltet; diese
    Abgabe für den Herrn sollt ihr dem Priester Aaron übergeben.

    18:29 Von allem, was man euch gibt, sollt ihr die ganze Abgabe für den
    Herrn leisten, von allem das Beste, als heilige Gabe.

    18:30 Ferner sag zu ihnen: Wenn ihr davon das Beste abliefert, wird es den
    Leviten angerechnet wie den anderen der Ertrag von Tenne und Kelter.

    18:31 Diesen dürft ihr überall essen, ihr und eure Familien, denn es
    gehört euch als Lohn für euren Dienst am Offenbarungszelt.

    18:32 Ihr dürft aber keine Sünde auf euch laden, wenn ihr selbst das Beste
    abzugeben habt, und ihr dürft die heiligen Gaben der Israeliten
    nicht entweihen. Wenn ihr das befolgt, werdet ihr nicht sterben.

    Das Reinigungswasser: 19,1-22

    19:1 Der Herr sprach zu Mose und Aaron:
    1-13: Rot ist die Farbe des Blutes. Das Reinigungswasser ist eine
    Art Weihwasser, das die Reinigung von Sünde und kultischer Unreinhei
    symbolisiert (vgl. Hebr 9,13).

    19:2 Das ist die Verordnung, die der Herr erläßt: Sag den Israeliten, sie
    sollen dir eine fehlerlose, einwandfreie rote Kuh bringen, die noch
    nie ein Joch getragen hat.

    19:3 Übergebt die Kuh dem Priester Eleasar! Dann soll man sie vor das
    Lager hinausführen und sie vor seinen Augen schlachten.

    19:4 Der Priester Eleasar nimmt mit seinem Finger etwas von ihrem Blut
    und spritzt damit siebenmal gegen die Vorderseite des
    Offenbarungszeltes.

    19:5 Darauf verbrennt man die Kuh vor seinen Augen. Ihr Fell, ihr Fleisch
    und ihr Blut, alles soll man verbrennen, samt ihrem Mageninhalt.

    19:6 Der Priester nimmt Zedernholz, Ysop und Karmesin und wirft alles in
    das Feuer, in dem die Kuh verbrannt wird.

    19:7 Dann wäscht der Priester seine Kleider, badet seinen Körper in
    Wasser und kehrt nachher ins Lager zurück; der Priester bleibt aber
    bis zum Abend unrein.

    19:8 Derjenige, der die Kuh verbrannt hat, wäscht seine Kleider und badet
    seinen Körper in Wasser; er bleibt aber bis zum Abend unrein.

    19:9 Ein reiner Mann sammelt die Asche der Kuh und legt sie an einen
    reinen Ort außerhalb des Lagers. Sie wird für die Gemeinde der
    Israeliten zur Zubereitung des Reinigungswassers aufbewahrt. Es ist
    ein Sündopfer.

    19:10 Derjenige, der die Asche der Kuh gesammelt hat, wäscht dann seine
    Kleider, bleibt aber bis zum Abend unrein. Für die Israeliten und
    für die Fremden, die bei ihnen leben, gilt die feste Regel:

    19:11 Wer irgendeinen toten Menschen berührt, ist sieben Tage lang unrein.

    19:12 Am dritten Tag entsündigt er sich mit dem Reinigungswasser, und am
    siebten Tag wird er rein. Wenn er sich am dritten Tag nicht
    entsündigt, dann wird er am siebten Tag nicht rein.

    19:13 Jeder, der einen toten Menschen, einen Verstorbenen, anrührt und
    sich nicht entsündigt, hat die Wohnstätte des Herrn verunreinigt.
    Ein solcher Mensch muß aus Israel ausgemerzt werden, weil er sich
    nicht hat mit dem Reinigungswasser besprengen lassen. Er ist unrein;
    seine Unreinheit haftet ihm immer noch an.

    19:14 Folgendes Gesetz gilt, wenn ein Mensch in einem Zelt stirbt: Jeder,
    der ins Zelt kommt oder der schon im Zelt ist, wird für sieben Tage
    unrein;

    19:15 auch jedes offene Gefäß, das keinen verschnürten Deckel hat, ist
    unrein.

    19:16 Jeder, der auf freiem Feld einen mit dem Schwert Erschlagenen, einen
    Toten, menschliche Gebeine oder ein Grab berührt, ist für sieben
    Tage unrein.

    19:17 Für den Unreinen nimmt man etwas Brandasche vom Sündopfer, schüttet
    sie in ein Gefäß und gießt Quellwasser darüber.

    19:18 Ein reiner Mann nimmt Ysop, taucht ihn in das Wasser und bespritzt
    damit das Zelt sowie die Gefäße und die Menschen, die im Zelt sind,
    oder den, der Gebeine, einen Erschlagenen, einen Toten oder ein Grab
    berührt hat.

    19:19 Der Reine bespritzt den Unreinen am dritten und am siebten Tag und
    entsündigt ihn am siebten Tag. Dann wäscht der Betreffende seine
    Kleider und badet seinen Körper in Wasser; am Abend ist er dann
    rein.

    19:20 Wer aber unrein geworden ist und sich nicht entsündigt, ein solcher
    Mensch ist aus der Versammlung auszumerzen; denn er hat das
    Heiligtum des Herrn verunreinigt. Er hat sich nicht mit dem
    Reinigungswasser besprengen lassen; er ist unrein.

    19:21 Das soll bei den Israeliten als feste Regel gelten. Auch wer das
    Reinigungswasser verspritzt hat, wäscht seine Kleider; wer mit dem
    Reinigungswasser in Berührung kommt, ist bis zum Abend unrein.

    19:22 Alles, was der Unreine berührt, ist unrein. Ebenso ist jeder, der
    ihn berührt, bis zum Abend unrein.

    Das Wasser aus dem Felsen.
    Der Tod Mirjams und Aarons: 20,1-29

    20:1 Im ersten Monat kam die ganze Gemeinde der Israeliten in die Wüste
    Zin, und das Volk ließ sich in Kadesch nieder. Dort starb Mirjam und
    wurde auch dort begraben.

    20:2 Da die Gemeinde kein Wasser hatte, rotteten sie sich gegen Mose und
    Aaron zusammen.

    20:3 Das Volk geriet mit Mose in Streit; sie sagten: Wären wir doch
    umgekommen wie unsere Brüder, die vor den Augen des Herrn gestorben
    sind.
    (3-4) 11,4-6; 14,1-4; 17,6-14

    20:4 Warum habt ihr das Volk des Herrn in diese Wüste geführt? Nur damit
    wir hier zusammen mit unserem Vieh sterben?

    20:5 Wozu habt ihr uns aus Ägypten hierher geführt? Nur um uns an diesen
    elenden Ort zu bringen, eine Gegend ohne Korn und Feigen, ohne Wein
    und Granatäpfel? Nicht einmal Trinkwasser gibt es.

    20:6 Mose und Aaron verließen die Versammlung, gingen zum Eingang des
    Offenbarungszeltes und warfen sich auf ihr Gesicht nieder. Da
    erschien ihnen die Herrlichkeit des Herrn.

    20:7 Der Herr sprach zu Mose:
    (7-13) Ex 17,3-7

    20:8 Nimm deinen Stab; dann versammelt die Gemeinde, du und dein Bruder
    Aaron, und sagt vor ihren Augen zu dem Felsen, er solle sein Wasser
    fließen lassen. Auf diese Weise wirst du für sie Wasser aus dem
    Felsen fließen lassen und ihnen und ihrem Vieh zu trinken geben.

    20:9 Mose holte den Stab von seinem Platz vor dem Herrn, wie der Herr ihm
    befohlen hatte.

    20:10 Mose und Aaron riefen die Versammlung vor dem Felsen zusammen, und
    Mose sagte zu ihnen: Hört, ihr Meuterer, können wir euch wohl aus
    diesem Felsen Wasser fließen lassen?

    20:11 Dann hob er seine Hand hoch und schlug mit seinem Stab zweimal auf
    den Felsen. Da kam Wasser heraus, viel Wasser, und die Gemeinde und
    ihr Vieh konnten trinken.

    20:12 Der Herr aber sprach zu Mose und Aaron: Weil ihr mir nicht geglaubt
    habt und mich vor den Augen der Israeliten nicht als den Heiligen
    bezeugen wolltet, darum werdet ihr dieses Volk nicht in das Land
    hineinführen, das ich ihm geben will.

    20:13 Das ist das Wasser von Meriba (Streitwasser), weil die Israeliten
    mit dem Herrn gestritten haben und er sich als der Heilige erwiesen
    hat.

    20:14 Mose schickte von Kadesch aus Boten zum König von Edom und ließ ihm
    sagen: So sagt dein Bruder Israel: Du kennst alle Mühsal, die uns
    getroffen hat.
    21,21-24

    20:15 Unsere Väter sind nach Ägypten gezogen, und wir haben viele Jahre in
    Ägypten gewohnt. Aber die Ägypter haben uns und unsere Väter
    schlecht behandelt.

    20:16 Da haben wir zum Herrn geschrien, und er hat uns gehört. Er schickte
    einen Boten, und der Bote führte uns aus Ägypten heraus. Jetzt sind
    wir in Kadesch, einer Stadt an der Grenze deines Gebietes.

    20:17 Wir möchten durch dein Land ziehen. Wir werden eure Felder und
    Weinberge nicht betreten und kein Brunnenwasser trinken. Wir werden
    die Königsstraße benutzen und weder rechts noch links davon
    abbiegen, bis wir dein Gebiet durchzogen haben.

    20:18 Edom aber ließ dem Mose sagen: Du wirst bei mir nicht durchziehen,
    sonst ziehe ich dir mit dem Schwert entgegen.

    20:19 Da ließen ihm die Israeliten sagen: Wir wollen auf der Straße
    ziehen. Und wenn wir von deinem Wasser trinken, ich und meine
    Herden, dann zahle ich dafür. Ich will nichts anderes, nur zu Fuß
    durch dein Land ziehen.

    20:20 Aber Edom ließ wieder sagen: Du wirst nicht durchziehen. Und Edom
    zog mit schwer bewaffneten Kriegern Israel entgegen, zur Abwehr
    entschlossen.

    20:21 Da Edom sich also weigerte, Israel durch sein Gebiet ziehen zu
    lassen, mußte Israel einen Umweg machen.

    20:22 Die Israeliten brachen von Kadesch auf, und die ganze Gemeinde kam
    zum Berg Hor.

    20:23 Am Berg Hor, an der Grenze von Edom, sprach der Herr zu Mose und
    Aaron:

    20:24 Aaron wird jetzt mit seinen Vorfahren vereint; er wird nicht in das
    Land kommen, das ich für die Israeliten bestimmt habe; denn ihr habt
    euch am Wasser von Meriba gegen meinen Befehl aufgelehnt.

    20:25 Nimm Aaron und seinen Sohn Eleasar, und führ sie auf den Berg Hor
    hinauf!

    20:26 Dann nimm Aaron seine Gewänder ab, und leg sie seinem Sohn Eleasar
    an! Aaron wird dort mit seinen Vätern vereint werden und sterben.

    20:27 Mose tat, was ihm der Herr befohlen hatte. Sie stiegen vor den Augen
    der ganzen Gemeinde auf den Berg Hor.

    20:28 Mose nahm Aaron die Gewänder ab und legte sie seinem Sohn Eleasar
    an. Dann starb Aaron dort auf dem Gipfel des Berges, Mose aber und
    Eleasar stiegen vom Berg herab.

    20:29 Als die Gemeinde sah, daß Aaron dahingeschieden war, beweinte ihn
    das ganze Haus Israel dreißig Tage lang.

    Die kupferne Schlange. Kämpfe unterwegs: 21,1-35

    21:1 Als der kanaanitische König von Arad, der im Negeb saß, hörte, daß
    Israel auf dem Weg von Atarim heranzog, griff er die Israeliten an
    und machte einige Gefangene.

    21:2 Da gelobte Israel dem Herrn: Wenn du mir dieses Volk in meine Gewalt
    gibst, dann weihe ich ihre Städte dem Untergang.

    21:3 Der Herr hörte auf Israel und gab die Kanaaniter in seine Gewalt.
    Israel weihte sie und ihre Städte dem Untergang. Daher nannte man
    den Ort Horma (Untergangsweihe).

    21:4 Die Israeliten brachen vom Berg Hor auf und schlugen die Richtung
    zum Schilfmeer ein, um Edom zu umgehen. Unterwegs aber verlor das
    Volk den Mut,
    (4-5) 11,4-6; 14,1-4; 17,6-14; 20,2-6

    21:5 es lehnte sich gegen Gott und gegen Mose auf und sagte: Warum habt
    ihr uns aus Ägypten heraufgeführt? Etwa damit wir in der Wüste
    sterben? Es gibt weder Brot noch Wasser. Dieser elenden Nahrung sind
    wir überdrüssig.
    Die ®elende Nahrung¯ ist das Manna.

    21:6 Da schickte der Herr Giftschlangen unter das Volk. Sie bissen die
    Menschen, und viele Israeliten starben.

    21:7 Die Leute kamen zu Mose und sagten: Wir haben gesündigt, denn wir
    haben uns gegen den Herrn und gegen dich aufgelehnt. Bete zum Herrn,
    daß er uns von den Schlangen befreit. Da betete Mose für das Volk.

    21:8 Der Herr antwortete Mose: Mach dir eine Schlange, und häng sie an
    einer Fahnenstange auf! Jeder, der gebissen wird, wird am Leben
    bleiben, wenn er sie ansieht.

    21:9 Mose machte also eine Schlange aus Kupfer und hängte sie an einer
    Fahnenstange auf. Wenn nun jemand von einer Schlange gebissen wurde
    und zu der Kupferschlange aufblickte, blieb er am Leben.
    König Hiskija hat nach 2 Kön 18,4 die kupferne Schlange aus der
    Mosezeit vernichtet, weil sie unterdessen als ein heidnisches
    Fruchtbarkeitssymbol mißverstanden worden war. Nach Joh 3,14 ist die
    kupferne Schlange des Mose ein Urbild für den am Kreuz erhöhten
    Christus.

    21:10 Die Israeliten brachen auf und schlugen ihr Lager in Obot auf.

    21:11 Dann brachen sie von Obot auf und schlugen in Ije-Abarim ihr Lager
    auf, in der Wüste, die östlich von Moab liegt.
    33,44-48

    21:12 Von dort brachen sie auf und schlugen ihr Lager am Bach Sered auf.

    21:13 Von dort brachen sie auf und schlugen das Lager jenseits des Arnon
    auf, in der Wüste, die sich vom Amoritergebiet bis zum Arnon
    ausdehnt. Der Arnon bildet nämlich die Grenze zwischen Moab und den
    Amoritern.

    21:14 Deshalb heißt es im Buch der Kriege des Herrn: Waheb in Sufa und die
    Bäche des Arnon

    21:15 und die Wasserscheide, die sich zum Wohngebiet von Ar hinneigt und
    sich an das Gebiet von Moab anlehnt.

    21:16 Von dort ging es weiter nach Beer (Brunnen); es ist der Brunnen, von
    dem der Herr zu Mose gesagt hat: Versammle das Volk, damit ich ihnen
    Wasser gebe.

    21:17 Damals sang Israel das folgende Lied: Steig auf, Brunnen! Singt über
    ihn ein Lied,

    21:18 über den Brunnen, den Heerführer gruben, den die Edlen des Volkes
    aushoben mit dem Zepter, mit ihren Stäben. Aus der Wüste (zogen sie
    weiter) nach Mattana,

    21:19 von Mattana nach Nahali‰l, von Nahali‰l nach Bamot,

    21:20 von Bamot zum Tal im Grünland von Moab, zum Gipfel des Pisga, der
    auf das Ödland herabschaut.

    21:21 Israel schickte Boten zum Amoriterkönig Sihon und ließ ihm sagen:
    20,14-21
    21-35: Andere Traditionen über Sihon und Og finden sich in Dtn
    2,24 - 3,13 und Ri 11,19-22.

    21:22 Ich möchte durch dein Land ziehen. Wir werden nicht in die Felder
    und Weinberge abbiegen, und wir werden kein Wasser aus euren Brunnen
    trinken. Wir wollen nur die Königsstraße benutzen, bis wir dein
    Gebiet durchzogen haben.

    21:23 Doch Sihon ließ Israel nicht durch sein Gebiet ziehen. Er
    versammelte sein ganzes Volk und zog Israel in die Wüste entgegen.
    Als er nach Jahaz gekommen war, griff er Israel an.

    21:24 Aber Israel schlug ihn mit scharfem Schwert und besetzte sein Land
    vom Arnon bis zum Jabbok, das heißt bis zu dem Gebiet der Ammoniter,
    denn Jaser bildete damals die Grenze zu den Ammonitern.

    21:25 Die Israeliten nahmen alle jene Städte ein und ließen sich in den
    Amoriterstädten nieder, in Heschbon und allen seinen Tochterstädten.

    21:26 Heschbon war nämlich die Hauptstadt Sihons, des Amoriterkönigs.
    Sihon hatte aber zuvor gegen den ersten König von Moab Krieg geführt
    und hatte ihm sein ganzes Land bis zum Arnon abgenommen.

    21:27 Darum sagen die Spruchdichter: Kommt nach Heschbon! Aufgebaut, neu
    gegründet wird Sihons Stadt.

    21:28 Denn von Heschbon ging ein Feuer aus, eine Flamme von Sihons Burg,
    sie hat Ar-Moab gefressen und die Arnonhöhen verschlungen.

    21:29 Weh dir, Moab, mit dir ist es aus, Volk des Kamosch. Seine Söhne hat
    er zu Flüchtlingen gemacht, seine Töchter zu Gefangenen des
    Amoriterkönigs Sihon.

    21:30 Ihre Scholle ist dahin von Heschbon bis Dibon, von Naschim bis
    Nofach bei Medeba.

    21:31 Die Israeliten ließen sich im Land der Amoriter nieder.

    21:32 Mose schickte Boten aus, um Jaser auskundschaften zu lassen. Die
    Israeliten eroberten Jasers Tochterstädte und vertrieben die
    Amoriter, die dort wohnten.

    21:33 Dann änderten sie die Richtung und zogen den Weg zum Baschan hinauf.
    Og, der König des Baschan, zog ihnen mit seinem ganzen Volk nach
    Edre‹ zum Kampf entgegen.

    21:34 Der Herr sagte zu Mose: Hab keine Angst vor ihm; denn ich gebe ihn
    mit seinem ganzen Volk und seinem Land in deine Gewalt. Mach mit
    ihm, was du schon mit dem Amoriterkönig Sihon gemacht hast, der in
    Heschbon saß.

    21:35 Da erschlugen die Israeliten Og und seine Söhne und sein ganzes
    Volk; keiner von ihnen konnte entrinnen. Die Israeliten aber
    besetzten sein Land.

    Der Seher Bileam: 22,1 - 24,25

    22:1 Die Israeliten brachen auf und schlugen ihr Lager in den Steppen von
    Moab auf, jenseits des Jordan bei Jericho.

    22:2 Balak, der Sohn Zippors, hatte gesehen, was Israel den Amoritern
    alles angetan hatte.

    22:3 Moab erschrak sehr vor dem Volk (der Israeliten), weil es so groß
    war, und es packte ihn das Grauen vor den Israeliten.

    22:4 Da sagte Moab zu den Ältesten von Midian: Jetzt wird uns dieser
    Haufen ringsum alles abfressen, wie die Rinder das Gras auf den
    Weiden abgrasen. Damals war Balak, der Sohn Zippors, König von Moab.

    22:5 Er schickte Boten zu Bileam, dem Sohn Beors, nach Petor am Strom,
    ins Land seiner Stammesgenossen, um ihn rufen zu lassen. Er ließ ihm
    sagen: Aus Ägypten ist ein Volk herangezogen, das das ganze Land
    bedeckt und nun mir gegenüber sich niedergelassen hat.
    Der ®Strom¯ ist der Eufrat.

    22:6 Darum komm her, und verfluch mir dieses Volk; denn es ist zu mächtig
    für mich. Vielleicht kann ich es dann schlagen und aus dem Land
    vertreiben. Ich weiß: Wen du segnest, der ist gesegnet; wen du
    verfluchst, der ist verflucht.
    24,9; Gen 12,3; 27,29

    22:7 Die Ältesten von Moab und die Ältesten von Midian machten sich auf
    den Weg, mit Wahrsagerlohn in den Händen. Als sie zu Bileam kamen,
    wiederholten sie ihm die Worte Balaks.

    22:8 Bileam sagte zu ihnen: Bleibt über Nacht hier, dann werde ich euch
    berichten, was der Herr zu mir sagt. Da blieben die Hofleute aus
    Moab bei Bileam.

    22:9 Gott kam zu Bileam und fragte ihn: Wer sind die Männer, die bei dir
    wohnen?

    22:10 Bileam antwortete Gott: Balak, der Sohn Zippors, der König von Moab,
    hat Boten zu mir geschickt und läßt mir sagen:

    22:11 Das Volk, das aus Ägypten herangezogen ist, bedeckt das ganze Land.
    Darum komm, und verwünsch es für mich! Vielleicht kann ich es dann
    im Kampf besiegen und vertreiben.

    22:12 Gott antwortete Bileam: Geh nicht mit! Verfluch das Volk nicht; denn
    es ist gesegnet.

    22:13 Am Morgen stand Bileam auf und sagte zu den Hofleuten Balaks: Kehrt
    in euer Land zurück; denn der Herr erlaubt mir nicht, mit euch zu
    gehen.

    22:14 Da machten sich die Hofleute aus Moab auf den Weg und kehrten zu
    Balak zurück. Sie berichteten: Bileam hat sich geweigert, mit uns zu
    kommen.

    22:15 Balak schickte noch einmal Hofleute aus, mehr und vornehmere als das
    erstemal.

    22:16 Sie kamen zu Bileam und sagten zu ihm: So sagt Balak, der Sohn
    Zippors: Laß dich nicht abhalten, zu mir zu kommen.

    22:17 Ich will dir einen sehr hohen Lohn geben; alles, was du von mir
    verlangst, will ich tun. Nur komm, und verwünsch mir dieses Volk!

    22:18 Bileam antwortete den Dienern Balaks: Auch wenn mir Balak sein Haus
    voll Silber und Gold gäbe, könnte ich dem Befehl des Herrn, meines
    Gottes, nicht zuwiderhandeln, sei es in einer unwichtigen oder einer
    wichtigen Sache.

    22:19 Doch bleibt auch ihr jetzt über Nacht hier, bis ich weiß, was der
    Herr weiter zu mir sagt.

    22:20 In der Nacht kam Gott zu Bileam und sprach zu ihm: Wenn die Männer
    gekommen sind, um dich zu holen, dann mach dich auf den Weg, und geh
    mit! Aber du darfst nur das tun, was ich dir sage.

    22:21 Am Morgen stand Bileam auf, sattelte seinen Esel und ging mit den
    Hofleuten aus Moab.

    22:22 Aber Gott wurde zornig, weil Bileam mitging, und der Engel des Herrn
    trat Bileam in feindlicher Absicht in den Weg, als Bileam, begleitet
    von zwei jungen Männern, auf seinem Esel dahinritt.

    22:23 Der Esel sah den Engel des Herrn auf dem Weg stehen, mit dem
    gezückten Schwert in der Hand, und er verließ den Weg und wich ins
    Feld aus. Da schlug ihn Bileam, um ihn auf den Weg zurückzubringen.
    23-35: Vgl. 2 Petr 2,16. Die Erzählung vom sprechenden Esel will
    zeigen, wie töricht die Wahrsagerei der Heiden ist: Selbst ein Esel
    ist klüger als ein Wahrsager, der meint, die Geheimnisse der Gotthei
    zu kennen.

    22:24 Darauf stellte sich der Engel des Herrn auf den engen Weg zwischen
    den Weinbergen, der zu beiden Seiten Mauern hatte.

    22:25 Als der Esel den Engel des Herrn sah, drückte er sich an der Mauer
    entlang und drückte dabei das Bein Bileams gegen die Mauer. Da
    schlug ihn Bileam wieder.

    22:26 Der Engel des Herrn ging weiter und stellte sich an eine besonders
    enge Stelle, wo es weder rechts noch links eine Möglichkeit gab
    auszuweichen.

    22:27 Als der Esel den Engel des Herrn sah, ging er unter Bileam in die
    Knie. Bileam aber wurde wütend und schlug den Esel mit dem Stock.

    22:28 Da öffnete der Herr dem Esel den Mund, und der Esel sagte zu Bileam:
    Was habe ich dir getan, daß du mich jetzt schon zum drittenmal
    schlägst?

    22:29 Bileam erwiderte dem Esel: Weil du mich zum Narren hältst. Hätte ich
    ein Schwert dabei, dann hätte ich dich schon umgebracht.

    22:30 Der Esel antwortete Bileam: Bin ich nicht dein Esel, auf dem du seit
    eh und je bis heute geritten bist? War es etwa je meine Gewohnheit,
    mich so gegen dich zu benehmen? Da mußte Bileam zugeben: Nein.

    22:31 Nun öffnete der Herr dem Bileam die Augen, und er sah den Engel des
    Herrn auf dem Weg stehen, mit dem gezückten Schwert in der Hand. Da
    verneigte sich Bileam und warf sich auf sein Gesicht nieder.

    22:32 Der Engel des Herrn sagte zu ihm: Warum hast du deinen Esel dreimal
    geschlagen? Ich bin dir feindlich in den Weg getreten, weil mir der
    Weg, den du gehst, zu abschüssig ist.
    zu abschüssig: Der Sinn des hebräischen Wortes ist unklar. Wenn es
    hier richtig übersetzt ist, dann ist es wohl in übertragener
    Bedeutung gemeint.

    22:33 Der Esel hat mich gesehen und ist mir schon dreimal ausgewichen.
    Wäre er mir nicht ausgewichen, dann hätte ich dich vielleicht jetzt
    schon umgebracht, ihn aber am Leben gelassen.

    22:34 Bileam antwortete dem Engel des Herrn: Ich habe gesündigt, aber nur,
    weil ich nicht wußte, daß du mir im Weg standest. Jetzt aber will
    ich umkehren, wenn dir mein Vorhaben nicht recht ist.

    22:35 Der Engel des Herrn antwortete Bileam: Geh mit den Männern, aber
    rede nichts, außer was ich dir sage. Da ging Bileam mit den
    Hofleuten Balaks.

    22:36 Als Balak hörte, daß Bileam kam, ging er ihm entgegen bis zur
    Grenzstadt Moabs am Arnon, unmittelbar an der Grenze.

    22:37 Balak sagte zu Bileam: Ich hatte dich rufen lassen. Warum bist du
    nicht zu mir gekommen? Kann ich dir nicht einen hohen Lohn geben?

    22:38 Bileam antwortete Balak: Jetzt bin ich zwar bei dir. Aber kann ich
    jetzt etwas reden? Ich kann nur sagen, was Gott mir in den Mund
    legt.

    22:39 Bileam ging mit Balak weiter nach Kirjat-Huzot.

    22:40 Balak schlachtete Rinder und Schafe und ließ damit Bileam und die
    Hofleute, die dabeiwaren, bewirten.

    22:41 Am nächsten Morgen nahm Balak Bileam mit sich und führte ihn zu den
    Baalshöhen hinauf. Von dort konnte er bis zum Volk sehen.
    bis zum Volk, wörtlich: bis an den äußersten Rand des Volkes
    (Israel).

    23:1 Bileam sagte zu Balak: Errichte mir hier sieben Altäre, und stell
    mir hier sieben junge Stiere und sieben Widder bereit!

    23:2 Balak tat, was Bileam gesagt hatte, und Balak und Bileam brachten
    auf jedem Altar einen jungen Stier und einen Widder dar.

    23:3 Dann sagte Bileam zu Balak: Bleib bei deinem Brandopfer stehen! Ich
    aber will beiseite gehen; vielleicht begegnet mir der Herr. Was er
    mich sehen läßt, werde ich dir mitteilen. Dann ging er auf die kahle
    Höhe.

    23:4 Gott begegnete Bileam. Bileam sagte zu ihm: Ich habe sieben Altäre
    hergerichtet und auf jedem Altar einen jungen Stier und einen Widder
    dargebracht.

    23:5 Da legte der Herr dem Bileam ein Wort in den Mund und sagte: Geh zu
    Balak zurück, und sag ihm das und das!

    23:6 Bileam kehrte also zurück. Balak stand bei seinem Brandopfer, und
    alle Hofleute Moabs waren bei ihm.

    23:7 Da begann Bileam mit seinem Orakelspruch und sagte: Aus Aram führte
    mich Balak her, der König von Moab vom Ostgebirge: ®Geh, verfluche
    mir Jakob! Geh, drohe Israel!¯

    23:8 Doch wie soll ich verwünschen, wen Gott nicht verwünscht, wie soll
    ich drohen, wem Jahwe nicht droht?

    23:9 Denn vom Gipfel der Felsen sehe ich es, von den Höhen aus erblicke
    ich es: Dort, ein Volk, es wohnt für sich, es zählt sich nicht zu
    den Völkern.

    23:10 Wer zählt Jakobs Menge, zahlreich wie Staub, wer die Zehntausende
    Israels? Oh, könnte ich den Tod der Gerechten sterben, und wäre mein
    Ende dem seinen gleich.
    dem seinen, gemeint ist: dem Ende Israels.

    23:11 Da sagte Balak zu Bileam: Was hast du mir angetan? Ich habe dich
    geholt, damit du meine Feinde verwünschst, und nun hast du sie statt
    dessen gesegnet.

    23:12 Bileam antwortete: Muß ich nicht das sagen, was der Herr mir in den
    Mund legt?

    23:13 Darauf sagte Balak zu ihm: Geh mit mir an einen anderen Ort, von wo
    aus du das Volk sehen kannst. Du wirst freilich nur den äußersten
    Rand sehen; ganz wirst du es nicht sehen. Von dort aus verwünsch es
    mir!

    23:14 Er nahm ihn mit zum Späherfeld am Gipfel des Pisga, errichtete dort
    sieben Altäre und brachte auf jedem Altar einen jungen Stier und
    einen Widder dar.

    23:15 Bileam sagte zu Balak: Bleib hier bei deinem Brandopfer stehen, ich
    aber will dort drüben auf die Begegnung mit dem Herrn warten.

    23:16 Der Herr begegnete Bileam, legte ihm ein Wort in den Mund und sagte:
    Kehr zu Balak zurück, und sag ihm das und das!

    23:17 Als Bileam zu Balak kam, stand er bei seinem Opfer, und die Hofleute
    Moabs waren bei ihm. Balak fragte ihn: Was hat der Herr gesagt?

    23:18 Da begann Bileam mit seinem Orakelspruch und sagte: Auf, Balak,
    höre, lausche mir, Sohn Zippors!

    23:19 Gott ist kein Mensch, der lügt, kein Menschenkind, das etwas bereut.
    Spricht er etwas und tut es dann nicht, sagt er etwas und hält es
    dann nicht?

    23:20 Sieh her, ich habe es übernommen zu segnen; so muß ich segnen, ich
    kann's nicht widerrufen.

    23:21 Man erblickt kein Übel in Jakob, man sieht kein Unheil in Israel.
    Jahwe, sein Gott, ist bei ihm, seinem König jubelt Israel zu.

    23:22 Gott hat sie aus Ägypten geführt. Er hat Hörner wie ein Wildstier.

    23:23 Zauberei wirkt nicht gegen Jakob, Beschwörung hilft nicht gegen
    Israel - [Jetzt sagt man zu Jakob, zu Israel: Was hat Gott getan?]
    Der Einschub gibt hier keinen Sinn.

    23:24 ein Volk wie ein Löwe, der aufsteht, wie ein Raubtier, das sich
    erhebt. Es legt sich nicht hin, bevor es die Beute gefressen und das
    Blut der Erschlagenen getrunken hat.

    23:25 Da sagte Balak zu Bileam: Wenn du es schon nicht verwünschen willst,
    dann segne es doch wenigstens nicht!

    23:26 Bileam antwortete Balak: Habe ich es dir nicht gesagt: Ich muß alles
    tun, was der Herr mir befiehlt.

    23:27 Darauf sagte Balak zu Bileam: Komm mit, ich will dich noch an einen
    anderen Ort mitnehmen. Vielleicht ist es Gott recht, daß du mir das
    Volk von dort aus verfluchst.

    23:28 Balak nahm also Bileam mit auf den Gipfel des Pegor, der auf das
    Ödland herabschaut.

    23:29 Bileam sagte zu Balak: Bau mir hier sieben Altäre, und stell mir
    hier sieben junge Stiere und sieben Widder bereit!

    23:30 Balak tat, was Bileam gesagt hatte, und brachte auf jedem Altar
    einen jungen Stier und einen Widder dar.

    24:1 Bileam aber sah, daß es dem Herrn recht war, wenn er Israel segnete.
    Er suchte nicht geheimnisvolle Zeichen, wie er sonst zu tun pflegte,
    sondern wandte sein Gesicht der Wüste zu.

    24:2 Als Bileam aufblickte, sah er Israel im Lager, nach Stämmen
    geordnet. Da kam der Geist Gottes über ihn,

    24:3 er begann mit seinem Orakelspruch und sagte: Spruch Bileams, des
    Sohnes Beors, Spruch des Mannes mit geschlossenem Auge,
    24,15f

    24:4 Spruch dessen, der Gottesworte hört, der eine Vision des
    Allmächtigen sieht, der daliegt mit entschleierten Augen:

    24:5 Jakob, wie schön sind deine Zelte, wie schön deine Wohnstätten,
    Israel!

    24:6 Wie Bachtäler ziehen sie sich hin, wie Gärten am Strom, wie Eichen,
    vom Herrn gepflanzt, wie Zedern am Wasser.

    24:7 Von seinen Schöpfeimern rinnt das Wasser, reichlich Wasser hat seine
    Saat. Sein König ist Agag überlegen, seine Königsherrschaft
    erstarkt.
    1 Sam 15,8

    24:8 Ja, Gott hat ihn aus Ägypten geführt. Er hat Hörner wie ein
    Wildstier. Er frißt die Völker, die ihm feind sind, er zermalmt ihre
    Knochen und zerbricht ihre Pfeile.

    24:9 Er duckt sich, liegt da wie ein Löwe, wie ein Raubtier. Wer wagt es,
    ihn aufzujagen? Wer dich segnet, ist gesegnet, und wer dich
    verflucht, ist verflucht.
    22,6; Gen 12,3; 27,29

    24:10 Da wurde Balak zornig auf Bileam. Er schlug die Hände zusammen und
    sagte zu Bileam: Ich habe dich gerufen, damit du meine Feinde
    verwünschst, du aber hast sie schon dreimal gesegnet.

    24:11 Geh weg, dorthin, woher du gekommen bist! Ich habe versprochen, dir
    einen hohen Lohn zu geben, aber Jahwe hat dich daran gehindert, ihn
    zu erhalten.

    24:12 Bileam antwortete Balak: Habe ich nicht gleich zu deinen Boten, die
    du zu mir geschickt hast, gesagt:

    24:13 Auch wenn mir Balak sein Haus voll Silber und Gold gibt, kann ich
    dem Befehl des Herrn nicht zuwiderhandeln und nach eigenem Gutdünken
    Gutes oder Böses bewirken. Ich muß sagen, was der Herr sagt.
    22,18

    24:14 Gut, ich gehe jetzt zu meinem Volk zurück. Ich will dir aber noch
    verraten, was dieses Volk deinem Volk in der Zukunft antun wird.

    24:15 Und er begann mit seinem Orakelspruch und sagte: Spruch Bileams, des
    Sohnes Beors, Spruch des Mannes mit geschlossenem Auge,
    (15-16) 24,3f

    24:16 Spruch dessen, der Gottesworte hört, der die Gedanken des Höchsten
    kennt, der eine Vision des Allmächtigen sieht, der daliegt mit
    entschleierten Augen:

    24:17 Ich sehe ihn, aber nicht jetzt, ich erblicke ihn, aber nicht in der
    Nähe: Ein Stern geht in Jakob auf, ein Zepter erhebt sich in Israel.
    Er zerschlägt Moab die Schläfen und allen Söhnen Sets den Schädel.
    Wahrscheinlich ist David und sein Sieg über die Moabiter gemeint.

    24:18 Edom wird sein Eigentum, Se‹r, sein Feind, wird sein Besitz. Israel
    aber wird mächtig und stark.

    24:19 Aus Jakob steigt einer herab und vernichtet alles, was aus der Stadt
    entkam.

    24:20 Dann sah Bileam Amalek; er begann mit seinem Orakelspruch und sagte:
    Amalek war das erste unter den Völkern, doch es endet im Untergang.

    24:21 Dann sah Bileam die Keniter; er begann mit seinem Orakelspruch und
    sagte: Dein Wohnsitz, Kain, ist sicher und fest, dein Nest ist auf
    Felsen gebaut;

    24:22 doch es wird hinweggefegt werden. Nicht mehr lange, dann führt Assur
    dich weg.

    24:23 Er begann nochmals mit seinem Orakelspruch und sagte: Weh, wer wird
    am Leben bleiben, wenn Gott das tut?
    Der Fragesatz ist in H unklar.

    24:24 Schiffe kommen von den Kittäern, sie demütigen Assur, sie demütigen
    Eber. Doch auch er endet im Untergang.
    Wer der ist, der im Untergang endet, ist unklar.

    24:25 Dann brach Bileam auf und kehrte in seine Heimat zurück, und auch
    Balak zog seines Weges.

    Der Priester Pinhas: 25,1-18

    25:1 Als sich Israel in Schittim aufhielt, begann das Volk mit den
    Moabiterinnen Unzucht zu treiben.

    25:2 Sie luden das Volk zu den Opferfesten ihrer Götter ein, das Volk aß
    mit ihnen und fiel vor ihren Göttern nieder.

    25:3 So ließ sich Israel mit Baal-Pegor ein. Da entbrannte der Zorn des
    Herrn gegen Israel,

    25:4 und der Herr sprach zu Mose: Nimm alle Anführer des Volkes, und
    spieße sie für den Herrn im Angesicht der Sonne auf Pfähle, damit
    sich der glühende Zorn des Herrn von Israel abwendet.

    25:5 Da sagte Mose zu den Richtern Israels: Jeder soll die von seinen
    Leuten töten, die sich mit Baal-Pegor eingelassen haben.

    25:6 Unter den Israeliten war einer, der zu seinen Brüdern kam und eine
    Midianiterin mitbrachte, und zwar vor den Augen des Mose und der
    ganzen Gemeinde der Israeliten, während sie am Eingang des
    Offenbarungszeltes weinten.

    25:7 Als das der Priester Pinhas, der Sohn Eleasars, des Sohnes Aarons,
    sah, stand er mitten in der Gemeinde auf, ergriff einen Speer,

    25:8 ging dem Israeliten in den Frauenraum nach und durchbohrte beide,
    den Israeliten und die Frau, auf ihrem Lager. Danach nahm die Plage,
    die die Israeliten getroffen hatte, ein Ende.

    25:9 Im ganzen aber waren vierundzwanzigtausend Menschen an der Plage
    gestorben.

    25:10 Der Herr sprach zu Mose:

    25:11 Der Priester Pinhas, der Sohn Eleasars, des Sohnes Aarons, hat
    meinen Zorn von den Israeliten abgewendet dadurch, daß er sich bei
    ihnen für mich ereiferte. So mußte ich die Israeliten nicht in
    meinem leidenschaftlichen Eifer umbringen.

    25:12 Darum sage ich: Hiermit gewähre ich ihm meinen Friedensbund.

    25:13 Ihm und seinen Nachkommen wird der Bund des ewigen Priestertums
    zuteil, weil er sich für seinen Gott ereifert und die Israeliten
    entsühnt hat.

    25:14 Der Israelit, der zusammen mit der Midianiterin erschlagen worden
    war, hieß Simri; er war ein Sohn Salus und ein führender Mann aus
    einer simeonitischen Großfamilie.

    25:15 Die erschlagene Midianiterin hieß Kosbi; sie war die Tochter Zurs,
    und dieser war das Haupt einer Großfamilie in Midian.

    25:16 Der Herr sprach zu Mose:

    25:17 Greift die Midianiter an, und schlagt sie;

    25:18 denn auch sie haben euch arglistig angegriffen, als sie euch mit
    Pegor und mit ihrer Schwester Kosbi überlisteten, der Tochter eines
    führenden Midianiters, die erschlagen wurde, als die Plage wegen
    Pegor ausgebrochen war.

    Die zweite Volkszählung: 25,19 - 26,65

    25:19 Nach jener Plage

    26:1 sagte der Herr zu Mose und zu dem Priester Eleasar,dem Sohn Aarons:
    (1-65) 1,1-54

    26:2 Ermittelt die Gesamtzahl der Gemeinde aller Israeliten, die zwanzig
    Jahre und älter sind, aller wehrfähigen Israeliten, nach
    Großfamilien geordnet.

    26:3 Da redeten Mose und der Priester Eleasar zu den Israeliten in den
    Steppen von Moab, am Jordan bei Jericho,

    26:4 zu allen Männern von zwanzig Jahren und darüber, wie der Herr es
    Mose befohlen hatte. Das sind die Israeliten, die aus Ägypten
    ausgezogen waren:

    26:5 Ruben war der Erstgeborene Israels. Zu den Rubenitern gehörten von
    Henoch die Sippe der Henochiter, von Pallu die Sippe der Palluiter,

    26:6 von Hezron die Sippe der Hezroniter, von Karmi die Sippe der
    Karmiter.

    26:7 Das waren die Sippen der Rubeniter. Die Zahl der bei ihnen
    Gemusterten betrug 43730 Mann.

    26:8 Der Sohn Pallus war Eliab;

    26:9 die Söhne Eliabs: Nemu‰l, Datan und Abiram. Datan und Abiram waren
    die Abgeordneten der Gemeinde, die mit Mose und Aaron in Streit
    geraten waren, zusammen mit den Anhängern Korachs, als diese mit dem
    Herrn in Streit geraten waren.

    26:10 Die Erde tat ihren Rachen auf und verschlang sie und Korach, als
    seine Anhänger ums Leben kamen; das Feuer fraß die
    zweihundertfünfzig Mann, und sie wurden zu einem warnenden Zeichen.
    16,1-35

    26:11 Die Söhne Korachs waren aber dabei nicht ums Leben gekommen.

    26:12 Zu den Simeonitern gehörten folgende Sippen: von Jemu‰l die Sippe
    der Jemu‰liter, von Jamin die Sippe der Jaminiter, von Jachin die
    Sippe der Jachiniter,

    26:13 von Serach die Sippe der Serachiter, von Schaul die Sippe der
    Schauliter.

    26:14 Das waren die Sippen der Simeoniter, im ganzen 22200 Mann.

    26:15 Zu den Gaditern gehörten folgende Sippen: von Zifjon die Sippe der
    Zifjoniter, von Haggi die Sippe der Haggiter, von Schuni die Sippe
    der Schuniter,

    26:16 von Osni die Sippe der Osniter, von Eri die Sippe der Eriter,

    26:17 von Arod die Sippe der Aroditer, von Areli die Sippe der Areliter.

    26:18 Das waren die Sippen der Gaditer mit ihren Gemusterten, im ganzen
    40500 Mann.

    26:19 Die Söhne Judas waren: Er und Onan; Er und Onan aber waren in Kanaan
    gestorben.
    Gen 38,3-10

    26:20 Zu Juda gehörten folgende Sippen: von Schela die Sippe der
    Schelaniter, von Perez die Sippe der Pereziter, von Serach die Sippe
    der Serachiter.

    26:21 Zu den Perezitern gehörten von Hezron die Sippe der Hezroniter und
    von Hamul die Sippe der Hamuliter.

    26:22 Das waren die Sippen Judas mit ihren Gemusterten, im ganzen76 500
    Mann.

    26:23 Zu den Issacharitern gehörten folgende Sippen: von Tola die Sippe
    der Tolaiter, von Puwa die Sippe der Puwaniter,

    26:24 von Jaschub die Sippe der Jaschubiter, von Schimron die Sippe der
    Schimroniter.

    26:25 Das waren die Sippen Issachars mit ihren Gemusterten, im ganzen
    64300 Mann.

    26:26 Zu den Sebulonitern gehörten folgende Sippen: von Sered die Sippe
    der Serediter, von Elon die Sippe der Eloniter, von Jachleel die
    Sippe der Jachleeliter.

    26:27 Das waren die Sippen der Sebuloniter mit ihren Gemusterten, im
    ganzen 60500 Mann.

    26:28 Bei den Josefstämmen Manasse und Efraim gehörten folgende Sippen

    26:29 zu den Manassitern: von Machir die Sippe der Machiriter; Machir
    zeugte Gilead, und von Gilead stammt die Sippe der Gileaditer.

    26:30 Das sind die Gileaditer: von I‰ser die Sippe der I‰seriter, von
    Helek die Sippe der Helekiter,

    26:31 von Asri‰l die Sippe der Asri‰liter, von Schechem die Sippe der
    Schechemiter,

    26:32 von Schemida die Sippe der Schemidaiter, von Hefer die Sippe der
    Heferiter.

    26:33 Zelofhad, der Sohn Hefers, hatte keine Söhne, sondern nur Töchter;
    die Töchter Zelofhads hießen Machla, Noa, Hogla, Milka und Tirza.
    27,1-11

    26:34 Das waren die Sippen Manasses mit ihren Gemusterten, im ganzen
    52700 Mann.

    26:35 Zu den Efraimitern gehörten folgende Sippen: von Schutelach die
    Sippe der Schutelachiter, von Becher die Sippe der Becheriter, von
    Tahan die Sippe der Tahaniter.

    26:36 Zu den Schutelachitern gehört von Eran die Sippe der Eraniter.

    26:37 Das waren die Sippen der Efraimiter mit ihren Gemusterten, im ganzen
    32500 Mann. Das waren die Josefstämme nach ihren Sippen.

    26:38 Zu den Benjaminitern gehörten folgende Sippen: von Bela die Sippe
    der Belaiter, von Aschbel die Sippe der Aschbeliter, von Ahiram die
    Sippe der Ahiramiter,

    26:39 von Schufam die Sippe der Schufamiter, von Hufam die Sippe der
    Hufamiter.

    26:40 Die Söhne Belas waren Ard und Naaman; von Ard stammt die Sippe der
    Arditer, von Naaman die Sippe der Naamaniter.

    26:41 Das waren die Benjaminiter nach ihren Sippen; die Zahl der bei ihnen
    Gemusterten betrug 45600 Mann.

    26:42 Zu den Danitern gehörten folgende Sippen: von Schuham die Sippe der
    Schuhamiter. Das waren die Sippen Dans.

    26:43 Die Zahl der Gemusterten bei den Sippen der Schuhamiter betrug im
    ganzen 64400 Mann.

    26:44 Zu den Ascheritern gehörten folgende Sippen: von Jimna die Sippe der
    Jimnaiter, von Jischwi die Sippe der Jischwiter, von Beria die Sippe
    der Beriaiter.

    26:45 Zu den Beriaitern gehörten folgende Sippen: von Heber die Sippe der
    Heberiter, von Malki‰l die Sippe der Malki‰liter.

    26:46 Die Tochter Aschers hieß Serach.

    26:47 Das waren die Sippen der Ascheriter mit ihren Gemusterten, im ganzen
    53400 Mann.

    26:48 Zu den Naftalitern gehörten folgende Sippen: von Jachzeel die Sippe
    der Jachzeeliter, von Guni die Sippe der Guniter,

    26:49 von Jezer die Sippe der Jezeriter, von Schillem die Sippe der
    Schillemiter.

    26:50 Das waren die Sippen Naftalis. Die Zahl der bei ihnen Gemusterten
    betrug 45400 Mann.

    26:51 Die Gesamtzahl der gemusterten Israeliten betrug 601730 Mann.

    26:52 Der Herr sprach zu Mose:

    26:53 An diese Männer soll das Land als Erbbesitz verteilt werden,
    entsprechend der Zahl der verzeichneten Namen.

    26:54 Wer mehr Namen zählt, dem sollst du einen größeren Erbbesitz geben;
    wer weniger zählt, dem sollst du einen kleineren Erbbesitz geben.
    Jedem soll sein Erbbesitz entsprechend der Zahl der bei ihm
    Gemusterten gegeben werden.

    26:55 Doch soll das Land durch das Los verteilt werden, und sie sollen
    ihren Erbbesitz nach den Namen der Stämme ihrer Väter erhalten.

    26:56 Der Erbbesitz soll durch das Los zwischen den großen und den kleinen
    Stämmen aufgeteilt werden.

    26:57 Zu den im Stamm Levi Gemusterten gehörten folgende Sippen: von
    Gerschon die Sippe der Gerschoniter, von Kehat die Sippe der
    Kehatiter, von Merari die Sippe der Merariter.

    26:58 Das sind die Sippen Levis: die Sippe der Libniter, die Sippe der
    Hebroniter, die Sippe der Machliter, die Sippe der Muschiter, die
    Sippe der Korachiter. Kehat zeugte Amram.

    26:59 Die Frau Amrams hieß Jochebed; sie war die Tochter Levis, die dem
    Levi noch in Ägypten geboren wurde. Sie gebar dem Amram Aaron und
    Mose sowie deren Schwester Mirjam.

    26:60 Dem Aaron wurden Nadab, Abihu, Eleasar und Itamar geboren.
    3,2.4; Lev 10,1-5

    26:61 Nadab und Abihu aber waren gestorben, als sie dem Herrn ein
    unerlaubtes Feueropfer darbrachten.

    26:62 Bei den Leviten wurden im ganzen 23000 Mann gemustert, alle
    männlichen Personen im Alter von einem Monat und darüber. Sie wurden
    aber nicht zusammen mit den Israeliten gemustert; denn ihnen wurde
    kein Erbbesitz wie den anderen Israeliten gegeben.

    26:63 Das waren die von Mose und dem Priester Eleasar gemusterten
    Israeliten, die sie in den Steppen von Moab am Jordan bei Jericho
    gemustert hatten.

    26:64 Unter ihnen war niemand mehr von denen, die Mose und der Priester
    Aaron in der Wüste Sinai gemustert hatten.
    1; 3

    26:65 Denn über sie hatte der Herr ja gesagt: Sie müssen in der Wüste
    sterben. Daher war keiner von ihnen am Leben geblieben außer Kaleb,
    der Sohn Jefunnes, und Josua, der Sohn Nuns.
    14,21-35

    Die Erbordnung: 27,1-11

    27:1 Die Töchter Zelofhads, des Sohnes Hefers, des Sohnes Gileads, des
    Sohnes Machirs, des Sohnes Manasses, aus den Sippen Manasses, des
    Sohnes Josefs, - diese Töchter hießen Machla, Noa, Hogla, Milka und
    Tirza -,
    26,33

    27:2 kamen zu Mose, zum Priester Eleasar, zu den Anführern und zur ganzen
    Gemeinde an den Eingang des Offenbarungszeltes und sagten:

    27:3 Unser Vater ist in der Wüste gestorben. Er gehörte nicht zu den
    Anhängern Korachs, die sich gegen den Herrn zusammengerottet hatten;
    denn er war bereits wegen seiner eigenen Sünde gestorben. Aber er
    hinterließ keine Söhne.

    27:4 Warum soll nun der Name unseres Vaters aus seiner Sippe
    verschwinden, weil er keinen Sohn hatte? Gib uns also eigenen Grund
    und Boden bei den Brüdern unseres Vaters!

    27:5 Mose trug ihren Fall dem Herrn vor,

    27:6 und der Herr sprach zu Mose:

    27:7 Die Töchter Zelofhads haben recht. Du mußt ihnen eigenen Grund und
    Boden als Erbbesitz bei den Brüdern ihres Vaters geben, also den
    Erbbesitz ihres Vaters auf sie übertragen.

    27:8 Sag zu den Israeliten: Wenn jemand ohne Söhne stirbt, dann übertragt
    seinen Erbbesitz auf seine Tochter!

    27:9 Hat er keine Tochter, dann gebt seinen Erbbesitz seinen Brüdern!

    27:10 Hat er keine Brüder, dann gebt seinen Erbbesitz den Brüdern seines
    Vaters!

    27:11 Hat sein Vater keine Brüder, dann gebt seinen Erbbesitz dem nächsten
    Verwandten aus seiner Sippe; er soll ihn bekommen. Das wurde für die
    Israeliten geltendes Recht, wie der Herr es Mose befohlen hatte.

    Die Berufung Josuas: 27,12-23

    27:12 Der Herr sprach zu Mose: Steig auf das Abarimgebirge dort, und sieh
    dir das Land an, das ich den Israeliten gegeben habe.

    27:13 Wenn du es gesehen hast, wirst du mit deinen Vorfahren vereint
    werden wie dein Bruder Aaron;
    20,22-29

    27:14 denn ihr habt euch in der Wüste Zin meinem Befehl widersetzt, als
    die Gemeinde aufbegehrte und ihr vor ihren Augen hättet bezeugen
    sollen, daß ich der Heilige bin. [Das ist das ®Streitwasser¯ von
    Kadesch in der Wüste Zin.]
    20,2-13; Ex 17,7

    27:15 Da sagte Mose zum Herrn:

    27:16 Der Herr, der Gott der Geister, die alle Menschen beleben, setze
    einen Mann als Anführer der Gemeinde ein,
    16,22

    27:17 der vor ihnen her in den Kampf zieht und vor ihnen her wieder in das
    Lager einzieht, der sie zum Krieg hinausführt und sie zurückführt;
    die Gemeinde des Herrn soll nicht sein wie Schafe, die keinen Hirten
    haben.
    Mt 9,36; Mk 6,34

    27:18 Der Herr antwortete Mose: Nimm Josua, den Sohn Nuns, einen Mann, der
    mit Geist begabt ist, und leg ihm deine Hand auf!

    27:19 Dann laß ihn vor den Priester Eleasar und vor die ganze Gemeinde
    treten, und gib ihm vor ihren Augen deine Anweisungen!

    27:20 Gib ihm einen Teil deiner Würde ab, damit die ganze Gemeinde der
    Israeliten auf ihn hört.

    27:21 Er soll vor den Priester Eleasar treten und ihn vor dem Herrn um die
    Entscheidungen durch das Urim-Orakel bitten. Nach seinem Befehl
    sollen sie in den Kampf ziehen, und nach seinem Befehl sollen sie
    wieder in das Lager einziehen, er und mit ihm alle Israeliten und
    die ganze Gemeinde.

    27:22 Mose tat, was ihm der Herr befohlen hatte. Er nahm Josua und ließ
    ihn vor den Priester Eleasar und vor die ganze Gemeinde treten.

    27:23 Er legte ihm seine Hände auf und gab ihm seine Anweisungen, wie es
    der Herr durch Mose befohlen hatte.

    Opfer und Feste: 28,1 - 30,1

    28:1 Der Herr sprach zu Mose:

    28:2 Gib den Israeliten folgenden Befehl, und sag zu ihnen: Ihr sollt
    darauf bedacht sein, zur festgesetzten Zeit meine Opfergaben, meine
    Speise, durch das Feueropfer als beruhigenden Duft mir darzubringen.
    (2-8) Ex 29,38-46

    28:3 Sag ihnen: Das ist das Feueropfer, das ihr dem Herrn darbringen
    sollt: täglich zwei fehlerlose einjährige Lämmer als regelmäßiges
    Brandopfer.

    28:4 Das eine Lamm sollst du am Morgen, das zweite Lamm zur
    Abenddämmerung herrichten,

    28:5 dazu ein zehntel Efa Feinmehl, das mit einem viertel Hin gestoßenen
    Öls vermengt ist, als Speiseopfer.

    28:6 Das ist das regelmäßige Brandopfer, das am Sinai als beruhigender
    Duft für den Herrn, als Feueropfer hergerichtet wurde.

    28:7 Das dazugehörende Trankopfer soll aus einem viertel Hin je Lamm
    bestehen. Am Heiligtum gieß als Trankopfer für den Herrn
    berauschendes Getränk aus!

    28:8 Das zweite Lamm sollst du zur Abenddämmerung herrichten; ebenso wie
    am Morgen sollst du es zusammen mit einem Speiseopfer und einem
    dazugehörenden Trankopfer als Feueropfer, als beruhigenden Duft für
    den Herrn herrichten.

    28:9 Am Sabbat aber nimm zwei fehlerlose einjährige Lämmer, dazu als
    Speiseopfer zwei Zehntel Feinmehl, das mit Öl vermengt ist, sowie
    das dazugehörende Trankopfer;

    28:10 das sei das Sabbatbrandopfer an jedem Sabbat, zusätzlich zum
    regelmäßigen Brandopfer mit dem entsprechenden Trankopfer.

    28:11 An den Monatsanfängen sollt ihr für den Herrn als Brandopfer zwei
    einjährige Jungstiere, einen Widder und sieben fehlerlose einjährige
    Lämmer darbringen,

    28:12 dazu je Jungstier drei Zehntel Feinmehl, das mit Öl vermengt ist,
    als Speiseopfer, außerdem zwei Zehntel Feinmehl, das mit Öl vermengt
    ist, als zu dem Widder gehörendes Speiseopfer

    28:13 sowie je Lamm ein Zehntel Feinmehl, das mit Öl vermengt ist, als
    Speiseopfer; dies sei das Brandopfer als beruhigender Duft, als
    Feueropfer für den Herrn.

    28:14 Die dazugehörenden Trankopfer bestehen aus einem halben Hin Wein je
    Jungstier, einem drittel Hin für den Widder und einem viertel Hin
    Wein je Lamm. Das ist das monatliche Opfer, das in jedem Monat des
    Jahres am Neumond dargebracht wird.

    28:15 Auch soll man einen Ziegenbock als Sündopfer für den Herrn
    herrichten, zusätzlich zu dem regelmäßigen Brandopfer und dem
    dazugehörenden Trankopfer.

    28:16 Am vierzehnten Tag des ersten Monats ist das Paschafest zur Ehre des
    Herrn.

    28:17 Der fünfzehnte Tag dieses Monats ist ein Festtag. Sieben Tage lang
    ißt man ungesäuerte Brote.

    28:18 Am ersten Tag findet eine heilige Versammlung statt; an ihm dürft
    ihr keine schwere Arbeit verrichten;

    28:19 ihr sollt ein Feueropfer darbringen, ein Brandopfer für den Herrn:
    zwei Jungstiere, einen Widder und sieben fehlerlose einjährige
    Lämmer.

    28:20 Als das dazugehörende Speiseopfer sollt ihr je Jungstier drei
    Zehntel Feinmehl, das mit Öl vermengt ist, und zwei Zehntel für den
    Widder herrichten;

    28:21 außerdem sollst du je Lamm ein Zehntel herrichten,

    28:22 dazu einen Ziegenbock als Sündopfer, um euch zu entsühnen.

    28:23 Das sollt ihr zusätzlich zu dem Morgenopfer herrichten, das zu dem
    regelmäßigen Brandopfer gehört.

    28:24 Ebenso sollt ihr es während der sieben Tage täglich mit den Speisen
    und mit dem Feueropfer als dem beruhigenden Duft für den Herrn
    halten. Das soll zusätzlich zu dem regelmäßigen Brandopfer und dem
    dazugehörenden Trankopfer geschehen.

    28:25 Am siebten Tag sollt ihr eine heilige Versammlung abhalten; an
    diesem Tag dürft ihr keine schwere Arbeit verrichten.

    28:26 Auch am Tag der Erstlingsfrüchte, wenn ihr dem Herrn das Speiseopfer
    vom neuen Getreide darbringt, an eurem Wochenfest, sollt ihr die
    heilige Versammlung abhalten; auch an diesem Tag dürft ihr keine
    schwere Arbeit verrichten;

    28:27 ihr sollt als Brandopfer und als beruhigenden Duft für den Herrn
    zwei Jungstiere, einen Widder und sieben einjährige Lämmer
    darbringen,

    28:28 ferner als dazugehörendes Speiseopfer je Jungstier drei Zehntel
    Feinmehl, das mit Öl vermengt ist, zwei Zehntel für den einen Widder

    28:29 und ein Zehntel für jedes der sieben Lämmer,

    28:30 außerdem einen Ziegenbock, um euch zu entsühnen.

    28:31 Das sollt ihr zusätzlich zu dem regelmäßigen Brandopfer, dem
    dazugehörenden Speiseopfer und den dazugehörenden Trankopfern
    darbringen. Aber ihr dürft dabei nur fehlerlose Tiere verwenden.

    29:1 Am ersten Tag des siebten Monats sollt ihr eine heilige Versammlung
    abhalten; an diesem Tag dürft ihr keine schwere Arbeit verrichten.
    Es soll für euch ein Tag sein, an dem mit großem Lärm die Trompete
    geblasen wird.

    29:2 Richtet als Brandopfer, als beruhigenden Duft für den Herrn einen
    Jungstier, einen Widder und sieben fehlerlose einjährige Lämmer her,

    29:3 ferner als zu dem Stier gehörendes Speiseopfer drei Zehntel
    Feinmehl, das mit Öl vermengt ist, sowie zwei Zehntel für den einen
    Widder

    29:4 und ein Zehntel für jedes der sieben Lämmer,

    29:5 dazu einen Ziegenbock als Sündopfer, um euch zu entsühnen,

    29:6 das alles zusätzlich zum monatlichen Brandopfer und zum
    dazugehörenden Speiseopfer und zusätzlich zum regelmäßigen
    Brandopfer, zum dazugehörenden Speiseopfer und den dazugehörenden
    Trankopfern, wie sie der Vorschrift entsprechen, als beruhigenden
    Duft, als Feueropfer für den Herrn.

    29:7 Am zehnten Tag dieses siebten Monats sollt ihr eine heilige
    Versammlung abhalten. An diesem Tag sollt ihr euch Enthaltung
    auferlegen und dürft keinerlei Arbeit verrichten;

    29:8 ihr sollt dem Herrn ein Brandopfer als beruhigenden Duft darbringen.
    Dafür sollt ihr einen Jungstier, einen Widder und sieben fehlerlose
    einjährige Lämmer verwenden,

    29:9 ferner als zu dem Stier gehörendes Speiseopfer drei Zehntel
    Feinmehl, das mit Öl vermengt ist, sowie zwei Zehntel für den einen
    Widder

    29:10 und ein Zehntel für jedes der sieben Lämmer,

    29:11 außerdem einen Ziegenbock als Sündopfer, und zwar zusätzlich zum
    Sündopfer der Entsühnung, zum regelmäßigen Brandopfer, zum
    dazugehörenden Speiseopfer und den dazugehörenden Trankopfern.

    29:12 Am fünfzehnten Tag des siebten Monats sollt ihr eine heilige
    Versammlung abhalten. An diesem Tag dürft ihr keine schwere Arbeit
    verrichten; ihr sollt sieben Tage lang ein Fest zur Ehre des Herrn
    feiern.

    29:13 Ihr sollt ein Brandopfer darbringen, als Feueropfer, als
    beruhigenden Duft für den Herrn. Dreizehn Jungstiere, zwei Widder
    und vierzehn fehlerlose einjährige Lämmer sollen es sein,

    29:14 ferner als dazugehörendes Speiseopfer drei Zehntel Feinmehl, das mit
    Öl vermengt ist, für jeden der dreizehn Stiere, zwei Zehntel für
    jeden der zwei Widder

    29:15 und ein Zehntel für jedes der vierzehn Lämmer,

    29:16 außerdem ein Ziegenbock als Sündopfer, das alles zusätzlich zum
    regelmäßigen Brandopfer und zum dazugehörenden Speise- und
    Trankopfer.

    29:17 Am zweiten Tag sollen es zwölf Jungstiere, zwei Widder und vierzehn
    fehlerlose einjährige Lämmer sein,

    29:18 dazu die Speise- und Trankopfer, entsprechend der Zahl der Stiere,
    Widder und Lämmer, wie es vorgeschrieben ist,

    29:19 ferner ein Ziegenbock als Sündopfer, das alles zusätzlich zum
    regelmäßigen Brandopfer sowie zum dazugehörenden Speise- und
    Trankopfer.

    29:20 Am dritten Tag sollen es elf Stiere, zwei Widder und vierzehn
    fehlerlose einjährige Lämmer sein,

    29:21 dazu die Speise- und Trankopfer, entsprechend der Zahl der Stiere,
    Widder und Lämmer, wie es vorgeschrieben ist,

    29:22 ferner ein Bock als Sündopfer, das alles zusätzlich zum regelmäßigen
    Brandopfer und zum dazugehörenden Speise- und Trankopfer.

    29:23 Am vierten Tag sollen es zehn Stiere, zwei Widder und vierzehn
    fehlerlose einjährige Lämmer sein,

    29:24 dazu die Speise- und Trankopfer, entsprechend der Zahl der Stiere,
    Widder und Lämmer, wie es vorgeschrieben ist,

    29:25 ferner ein Ziegenbock als Sündopfer, das alles zusätzlich zum
    regelmäßigen Brandopfer und zum dazugehörenden Speise- und
    Trankopfer.

    29:26 Am fünften Tag sollen es neun Stiere, zwei Widder und vierzehn
    fehlerlose einjährige Lämmer sein,

    29:27 dazu die Speise- und Trankopfer, entsprechend der Zahl der Stiere,
    Widder und Lämmer, wie es vorgeschrieben ist,

    29:28 ferner ein Bock als Sündopfer, das alles zusätzlich zum regelmäßigen
    Brandopfer und zum dazugehörenden Speise- und Trankopfer.

    29:29 Am sechsten Tag sollen es acht Stiere, zwei Widder und vierzehn
    fehlerlose einjährige Lämmer sein,

    29:30 dazu die Speise- und Trankopfer, entsprechend der Zahl der Stiere,
    Widder und Lämmer, wie es vorgeschrieben ist,

    29:31 ferner ein Bock als Sündopfer, das alles zusätzlich zum regelmäßigen
    Brandopfer und zum dazugehörenden Speise- und Trankopfer.

    29:32 Am siebten Tag sollen es sieben Stiere, zwei Widder und vierzehn
    fehlerlose einjährige Lämmer sein,

    29:33 dazu die Speise- und Trankopfer, entsprechend der Zahl der Stiere,
    Widder und Lämmer, wie es vorgeschrieben ist,

    29:34 ferner ein Bock als Sündopfer, das alles zusätzlich zum regelmäßigen
    Brandopfer und zum dazugehörenden Speise- und Trankopfer.

    29:35 Am achten Tag sollt ihr eine Festversammlung abhalten. An diesem Tag
    dürft ihr keine schwere Arbeit verrichten;

    29:36 ihr sollt als Brandopfer, als Feueropfer, als beruhigenden Duft für
    den Herrn einen Stier, einen Widder und sieben fehlerlose einjährige
    Lämmer darbringen,

    29:37 dazu die dem Stier, dem Widder und den Lämmern entsprechenden
    Speise- und Trankopfer, wie es vorgeschrieben ist,

    29:38 ferner einen Bock als Sündopfer, das alles zusätzlich zum
    regelmäßigen Brandopfer und zum dazugehörenden Speise- und
    Trankopfer.

    29:39 Das sollt ihr zur Ehre des Herrn an euren Festtagen tun, abgesehen
    von euren Brand-, Speise-, Trank- und Heilsopfern, die ihr gelobt
    habt oder freiwillig darbringt.

    30:1 Mose teilte den Israeliten alles genau so mit, wie es ihm der Herr
    aufgetragen hatte.

    Die Gültigkeit von Gelübden: 30,2-17

    30:2 Mose sagte zu den Stammeshäuptern der Israeliten: Das befiehlt der
    Herr:

    30:3 Wenn ein Mann dem Herrn ein Gelübde ablegt oder sich durch einen Eid
    zu einer Enthaltung verpflichtet, dann darf er sein Wort nicht
    brechen; genau so, wie er es ausgesprochen hat, muß er es ausführen.

    30:4 Wenn aber eine Frau dem Herrn ein Gelübde ablegt oder sich zu einer
    Enthaltung verpflichtet, während sie noch ledig im Haus ihres Vaters
    lebt,

    30:5 dann soll ihr Vater von ihrem Gelübde oder von der Enthaltung, zu
    der sie sich verpflichtet hat, erfahren. Schweigt ihr Vater dazu,
    dann treten die Gelübde oder jede Enthaltung, zu der sie sich
    verpflichtet hat, in Kraft;

    30:6 versagt aber ihr Vater an dem Tag, an dem er davon erfährt, seine
    Zustimmung, dann tritt das Gelübde oder die Enthaltung, zu der sie
    sich verpflichtet hat, nicht in Kraft; der Herr wird es ihr
    erlassen, weil ihr Vater seine Zustimmung versagt hat.

    30:7 Heiratet sie einen Mann, während sie durch ein Gelübde oder durch
    ein voreiliges Wort, mit dem sie sich verpflichtet hat, gebunden
    ist,

    30:8 dann bleiben die Gelübde oder die Enthaltung, zu der sie sich
    verpflichtet hat, in Kraft, falls ihr Mann an dem Tag, an dem er
    davon erfährt, dazu schweigt.

    30:9 Wenn ihr Mann aber an dem Tag, an dem er davon erfährt, seine
    Zustimmung versagt, dann hat er ihr Gelübde, an das sie gebunden
    war, oder das voreilige Wort, durch das sie sich verpflichtet hatte,
    außer Kraft gesetzt, und der Herr wird es ihr erlassen.

    30:10 Aber das Gelübde einer Witwe oder einer verstoßenen Frau - alles,
    wozu sie sich verpflichtet hat - bleibt für sie in Kraft.

    30:11 Wenn sie im Haus ihres Mannes etwas gelobt oder sich mit einem Eid
    zu einer Enthaltung verpflichtet hat,

    30:12 dann bleiben alle Gelübde und jede Enthaltung, zu der sie sich
    verpflichtet hat, in Kraft, wenn ihr Mann zwar davon gehört, aber
    geschwiegen und seine Zustimmung nicht versagt hat.

    30:13 Wenn aber ihr Mann an dem Tag, an dem er davon hörte, ihr Gelübde
    oder die Verpflichtung zur Enthaltung, die sie ausgesprochen hat,
    außer Kraft gesetzt hat, dann ist alles aufgehoben; ihr Mann hat es
    außer Kraft gesetzt, und der Herr wird es ihr erlassen.

    30:14 Ihr Mann kann jedes Gelübde und jeden Eid, der zu einer Enthaltung
    verpflichtet, anerkennen oder außer Kraft setzen.

    30:15 Schweigt ihr Mann dazu von einem Tag bis zum andern, dann erkennt er
    alle Gelübde und Verpflichtungen zur Enthaltung an. Er hat sie
    anerkannt, denn er hat an dem Tag, an dem er davon erfahren hat,
    geschwiegen.

    30:16 Hat er aber davon erfahren und setzte sie erst später außer Kraft,
    dann trägt er dafür die Verantwortung.

    30:17 Das sind die Gesetze, die der Herr dem Mose aufgetragen hat; sie
    gelten für den Mann und seine Frau, für den Vater und seine ledige
    Tochter, solange sie noch im Haus ihres Vaters lebt.

    Der Midianiterkrieg: 31,1-54

    31:1 Der Herr sprach zu Mose:

    31:2 Nimm für die Israeliten Rache an den Midianitern! Danach wirst du
    mit deinen Vorfahren vereint werden.

    31:3 Da redete Mose zum Volk und sagte: Rüstet einen Teil eurer Männer
    für den Heeresdienst! Sie sollen über Midian herfallen, um die Rache
    des Herrn an Midian zu vollstrecken.

    31:4 Aus jedem Stamm Israels sollt ihr tausend Mann zum Heer abstellen.

    31:5 Man hob also aus den Tausendschaften Israels je Stamm tausend Mann
    aus, im ganzen zwölftausend zum Krieg gerüstete Männer.

    31:6 Mose schickte die tausend Mann je Stamm zum Heer, zusammen mit dem
    Priester Pinhas, dem Sohn Eleasars, der die heiligen Geräte und die
    Lärmtrompeten mitnahm.

    31:7 Sie zogen gegen Midian zu Feld, wie der Herr es Mose befohlen hatte,
    und brachten alle männlichen Personen um.

    31:8 Als sie die Männer erschlagen hatten, brachten sie auch noch die
    Könige von Midian um: Ewi, Rekem, Zur, Hur und Reba, die fünf Könige
    von Midian. Auch Bileam, den Sohn Beors, brachten sie mit dem
    Schwert um.

    31:9 Die Frauen von Midian und dessen kleine Kinder nahmen die Israeliten
    als Gefangene mit. Das ganze Vieh und der reiche Besitz der
    Midianiter wurde ihre Beute.

    31:10 Alle Städte im Siedlungsgebiet der Midianiter und ihre Zeltdörfer
    brannten sie nieder.

    31:11 Alle Menschen und das ganze Vieh, das sie erbeutet und geraubt
    hatten, nahmen sie mit.

    31:12 Sie brachten die Gefangenen und die geraubte Beute zu Mose, zum
    Priester Eleasar und zur Gemeinde der Israeliten in das Lager in den
    Steppen von Moab am Jordan bei Jericho.

    31:13 Mose, der Priester Eleasar und alle Anführer der Gemeinde gingen
    ihnen aus dem Lager entgegen.

    31:14 Mose aber geriet in Zorn über die Befehlshaber, die Hauptleute der
    Tausendschaften und die Hauptleute der Hundertschaften, die von dem
    Kriegszug zurückkamen.

    31:15 Er sagte zu ihnen: Warum habt ihr alle Frauen am Leben gelassen?

    31:16 Gerade sie haben auf den Rat Bileams hin die Israeliten dazu
    verführt, vom Herrn abzufallen und dem Pegor zu dienen, so daß die
    Plage über die Gemeinde des Herrn kam.
    Die Nachricht über Bileam steht im Gegensatz zu Kap. 22 - 24. Ihr
    liegt entweder eine andere Tradition zugrunde, oder es handelt sich
    um eine spätere Kombination aus Kap. 22 - 24 und 25,1-18.

    31:17 Nun bringt alle männlichen Kinder um und ebenso alle Frauen, die
    schon einen Mann erkannt und mit einem Mann geschlafen haben.

    31:18 Aber alle weiblichen Kinder und die Frauen, die noch nicht mit einem
    Mann geschlafen haben, laßt für euch am Leben!

    31:19 Schlagt aber für sieben Tage eure Zelte außerhalb des Lagers auf!
    Jeder von euch, der einen Menschen umgebracht hat, und jeder, der
    einen Erschlagenen berührt hat, muß sich am dritten und am siebten
    Tag der Entsündigung unterziehen, ihr selbst wie eure Gefangenen.

    31:20 Auch alle Kleidungsstücke, alle Lederwaren, alle Erzeugnisse aus
    Ziegenhaaren und alle Holzgeräte müßt ihr entsündigen.

    31:21 Der Priester Eleasar sagte zu den Männern, die von dem Kriegszug
    zurückgekehrt waren: Das ist die gesetzliche Verordnung, die der
    Herr dem Mose aufgetragen hat:

    31:22 Nur das Gold, das Silber, das Kupfer, das Eisen, das Zinn und das
    Blei,

    31:23 alles, was Feuer nicht verbrennen kann, sollt ihr durchs Feuer
    ziehen, damit es rein wird. Doch es muß auch noch mit
    Reinigungswasser entsündigt werden. Alles aber, was im Feuer
    verbrennen kann, zieht durchs Wasser!

    31:24 Wascht am siebten Tag eure Kleider, dann seid ihr rein und dürft in
    das Lager zurückkommen.

    31:25 Der Herr sprach zu Mose:

    31:26 Zähl zusammen mit dem Priester Eleasar und den Familienhäuptern der
    Gemeinde die Beute, die gefangenen Menschen und Tiere!

    31:27 Teil die Beute zur Hälfte zwischen denen, die am Krieg teilgenommen
    haben, und der ganzen Gemeinde.
    Zur Teilung der Beute mit denen, die am Feldzug nicht teilgenommen
    haben, vgl. Jos 22,8 und 1 Sam 30,24f.

    31:28 Dann erheb von den Kriegern, die mit dem Heer ausgezogen sind, als
    Steuer für den Herrn je einen von fünfhundert Gefangenen, je ein
    Tier von fünfhundert Rindern, Eseln, Schafen und Ziegen.

    31:29 Nehmt sie von dem Beuteanteil der Krieger; dann gib sie dem Priester
    Eleasar als Abgabe für den Herrn!

    31:30 Von dem Anteil der Beute, der auf die Israeliten entfällt, sollst du
    je einen von fünfzig Gefangenen und je ein Tier von fünfzig Rindern,
    Eseln, Schafen und Ziegen, also vom ganzen Vieh, nehmen und den
    Leviten übergeben, die auf die Anordnungen für die Wohnstätte des
    Herrn zu achten haben.

    31:31 Mose und der Priester Eleasar taten, was der Herr dem Mose befohlen
    hatte.

    31:32 Die überaus reiche Beute, die das Kriegsvolk im Heer gemacht hatte,
    betrug 675000 Schafe und Ziegen,

    31:33 72000 Rinder,

    31:34 61000 Esel

    31:35 und insgesamt 32000 Menschen, Frauen, die noch mit keinem Mann
    geschlafen hatten.

    31:36 Die Hälfte des Anteils derer, die mit dem Heer ausgezogen waren,
    betrug also 337500 Schafe und Ziegen;

    31:37 die Steuer für den Herrn von den Schafen und Ziegen betrug also 675
    Stück.

    31:38 Rinder waren es 36000; davon fielen 72 als Steuer an den Herrn.

    31:39 Esel waren es 30500, davon fielen 61 als Steuer an den Herrn.

    31:40 Menschen waren es 16000, davon fielen 32 als Steuer an den Herrn.

    31:41 Mose übergab die Steuer als Abgabe für den Herrn dem Priester
    Eleasar, wie der Herr es ihm befohlen hatte.

    31:42 Von der für die Israeliten bestimmten Hälfte, die Mose von der
    gesamten Beute der Krieger abgezweigt hatte,

    31:43 von der für die Gemeinde bestimmten Hälfte - im ganzen 337500
    Schafe und Ziegen,

    31:44 36000 Rinder,

    31:45 30500 Esel

    31:46 und 16000 Menschen -

    31:47 von dieser für die Israeliten bestimmten Hälfte also nahm Mose je
    eine von fünfzig gefangenen Frauen und je eines von fünfzig Tieren
    und übergab sie den Leviten, die auf die Anordnungen für die
    Wohnstätte des Herrn zu achten haben, wie der Herr es Mose befohlen
    hatte.
    Die hohen Zahlen der Beute erklären sich wohl aus der Vorliebe der
    Orientalen für Übertreibungen.

    31:48 Die Befehlshaber der Heeresverbände, die Hauptleute der
    Tausendschaften und die Hauptleute der Hundertschaften kamen zu Mose

    31:49 und sagten: Deine Knechte haben die Krieger gezählt, die unter
    unserem Befehl standen; kein einziger Mann wird vermißt.

    31:50 Darum bringen wir eine Gabe für den Herrn, jeder, was er an
    Goldgeräten, an Armbändern, Spangen, Siegelringen, Ohrringen und
    anderen Schmucksachen gefunden hat; damit wollen wir uns vor dem
    Herrn entsühnen.

    31:51 Mose und der Priester Eleasar nahmen das Gold und alle
    Kunstgegenstände von ihnen entgegen.

    31:52 Diese Abgabe an Gold, die sie für den Herrn von den Hauptleuten der
    Tausendschaften und den Hauptleuten der Hundertschaften
    einsammelten, betrug im ganzen 16750 Schekel.

    31:53 Von den Kriegern hatte nämlich jeder auch noch für sich Beute
    gemacht.

    31:54 Mose und der Priester Eleasar nahmen das Gold von den Hauptleuten
    der Tausendschaften und von den Hauptleuten der Hundertschaften
    entgegen und brachten es in das Offenbarungszelt, als Zeichen, das
    den Herrn an die Israeliten erinnern sollte.

    Die Landzuteilung an die ostjordanischen Stämme: 32,1-42

    32:1 Die Rubeniter und die Gaditer hatten sehr große Viehherden. Als sie
    nun das Land Jaser und das Land Gilead sahen, erschien ihnen diese
    Gegend gut geeignet für ihre Viehhaltung.

    32:2 Darum kamen sie zu Mose, zu dem Priester Eleasar und zu den
    Anführern der Gemeinde und sagten:

    32:3 Atarot, Dibon, Jaser, Nimra, Heschbon, Elale, Sibma, Nebo und Beon,

    32:4 das Land, das der Herr für die Gemeinde Israel erobert hat, ist gut
    geeignet für die Viehhaltung, und deine Knechte haben Viehherden.

    32:5 Sie sagten: Wenn wir dein Wohlwollen gefunden haben, dann gebe man
    dieses Land deinen Knechten als Besitz. Nimm uns nicht über den
    Jordan mit!

    32:6 Mose antwortete den Gaditern und den Rubenitern: Sollen eure Brüder
    in den Krieg ziehen, während ihr hier sitzenbleibt?

    32:7 Warum wollt ihr den Israeliten den Mut nehmen, in das Land
    hinüberzuziehen, das der Herr für sie bestimmt hat?

    32:8 Genauso haben es schon eure Väter gemacht, als ich sie von
    Kadesch-Barnea ausgeschickt hatte, damit sie das Land erkundeten.

    32:9 Sie waren bis zum Traubental hinaufgekommen, hatten das Land gesehen
    und haben dann den Israeliten den Mut genommen, so daß sie das Land
    nicht mehr betreten wollten, das der Herr für sie bestimmt hatte.
    14,1-38

    32:10 Damals entbrannte der Zorn des Herrn, und er schwor:
    (10-12) 14,21-24.30f

    32:11 Auf keinen Fall werden die, die aus Ägypten heraufgekommen sind, die
    Männer von zwanzig Jahren und darüber, das Land zu sehen bekommen,
    das ich Abraham, Isaak und Jakob mit einem Eid zugesichert habe;
    denn sie haben nicht treu zu mir gehalten.

    32:12 Nur der Kenasiter Kaleb, der Sohn Jefunnes, und Josua, der Sohn
    Nuns, waren ausgenommen, denn sie hielten treu zum Herrn.

    32:13 Der Zorn des Herrn entbrannte über Israel, und er ließ sie vierzig
    Jahre lang in der Wüste umherirren, bis die ganze Generation
    ausgestorben war, die getan hatte, was dem Herrn mißfiel.

    32:14 Und jetzt kommt ihr anstelle eurer Väter, ihr Brut von Sündern, um
    den glühenden Zorn des Herrn auf Israel noch größer zu machen?

    32:15 Wenn ihr euch von ihm abwendet, wird er dieses ganze Volk noch
    länger in der Wüste lassen, und ihr richtet das ganze Volk zugrunde.

    32:16 Doch sie traten noch näher an Mose heran und sagten: Wir errichten
    hier Pferche für unser Vieh, unsere Schafe und Ziegen, und bauen
    Städte für unsere Kinder.

    32:17 Wir selbst aber rüsten uns und ziehen bewaffnet vor den Israeliten
    her, bis wir sie in ihr Land gebracht haben. Unterdessen werden
    unsere Kinder in den Städten wohnen, die zum Schutz gegen die
    Einwohner des Landes befestigt sind.

    32:18 Wir kehren nicht in unsere Häuser zurück, bevor jeder Israelit
    seinen Erbbesitz erhalten hat.

    32:19 Wir verlangen auf der anderen Seite des Jordan keinen Erbbesitz wie
    sie, wenn wir diesseits, östlich des Jordan, unseren Erbbesitz
    bekommen.

    32:20 Mose antwortete ihnen: Wenn ihr das tut, wenn ihr euch also vor den
    Augen des Herrn zum Kampf rüstet

    32:21 und jeder von euch, der sich gerüstet hat, vor den Augen des Herrn
    den Jordan überschreitet und kämpft, bis er seine Feinde vertrieben
    hat

    32:22 und das Land dem Herrn unterworfen ist, dann dürft ihr nachher
    umkehren, und ihr seid gegenüber dem Herrn und Israel frei von
    weiteren Verpflichtungen. Dann soll dieses Land vor den Augen des
    Herrn euch als Eigentum gehören.

    32:23 Wenn ihr das aber nicht tut, versündigt ihr euch gegen den Herrn.
    Dann habt ihr die Folgen für eure Sünde zu tragen; das müßt ihr
    wissen.

    32:24 Baut euch Städte für eure Kinder, und errichtet Pferche für eure
    Schafe und Ziegen! Aber haltet auch, was ihr versprochen habt.

    32:25 Da sagten die Gaditer und die Rubeniter zu Mose: Deine Knechte
    werden tun, was mein Herr befiehlt.

    32:26 Unsere Kinder, unsere Frauen und unsere Herden, unser ganzes Vieh,
    werden dort in den Städten von Gilead bleiben.

    32:27 Alle deine Knechte aber werden sich rüsten und vor den Augen des
    Herrn über den Jordan in den Krieg ziehen, wie mein Herr befiehlt.

    32:28 Für sie gab Mose dem Priester Eleasar, Josua, dem Sohn Nuns, und den
    Familienhäuptern der israelitischen Stämme folgende Weisung:

    32:29 Er sagte zu ihnen: Wenn die Gaditer und die Rubeniter, zum Kampf
    gerüstet, vor den Augen des Herrn mit euch den Jordan überschreiten
    und wenn ihr das Land unterworfen habt, dann gebt ihnen das Land
    Gilead zum Besitz!

    32:30 Wenn sie sich aber nicht rüsten und mit euch hinübergehen, dann
    sollen sie mitten unter euch in Kanaan eigenen Grund und Boden
    erhalten.

    32:31 Die Gaditer und die Rubeniter antworteten: Was der Herr zu deinen
    Knechten sagt, werden wir tun.

    32:32 Wir rüsten uns und ziehen vor den Augen des Herrn nach Kanaan
    hinüber, dann bleibt uns jenseits des Jordan unser Erbbesitz
    erhalten.

    32:33 Da übergab Mose den Gaditern, den Rubenitern und dem halben Stamm
    des Manasse, des Sohnes Josefs, das Reich des Amoriterkönigs Sihon
    und das Reich Ogs, des Königs des Baschan, das Land mit seinen
    Städten und deren ganzen Umgebung, soweit das Land reichte.

    32:34 Die Gaditer erbauten die befestigten Städte Dibon, Atarot, Aro‰r,

    32:35 Atrot-Schofan, Jaser, Jogboha,

    32:36 Bet-Nimra und Bet-Haran und errichteten Schafpferche.

    32:37 Die Rubeniter erbauten Heschbon, Elale, Kirjatajim,

    32:38 Nebo und Baal-Meon, denen sie andere Namen gaben, sowie Sibma. Sie
    gaben nämlich den Städten, die sie wieder aufbauten, neue Namen.

    32:39 Die Söhne Machirs, des Sohnes des Manasse, zogen nach Gilead und
    eroberten es. Sie vertrieben die Amoriter, die dort lebten.

    32:40 Da übergab Mose Gilead dem Machir, dem Sohn des Manasse, und Machir
    ließ sich dort nieder.

    32:41 Ja‹r, der Sohn des Manasse, zog in den Kampf und eroberte die
    Zeltdörfer der Amoriter; er nannte sie Hawot-Ja‹r (Zeltdörfer
    Ja‹rs).

    32:42 Nobach zog in den Kampf, eroberte Kenat und seine Tochterstädte und
    nannte es nach seinem eigenen Namen Nobach.

    Das Verzeichnis der Lagerstationen: 33,1-49

    33:1 Das sind die Wegstrecken, die die Israeliten bei ihrem Auszug aus
    Ägypten unter der Führung von Mose und Aaron zurücklegten, nach
    Abteilungen geordnet.

    33:2 Mose schrieb die Orte, an denen sie zu den einzelnen Wegstrecken
    aufbrachen, auf Befehl des Herrn auf. Das sind also die Wegstrecken
    in der Reihenfolge, in der die Israeliten aufbrachen:

    33:3 Aus Ramses brachen sie am fünfzehnten Tag des ersten Monats auf. Am
    Tag nach dem Paschafest zogen die Israeliten vor den Augen aller
    Ägypter voll Zuversicht aus,
    Ex 14,8

    33:4 während die Ägypter ihre Erstgeborenen begruben, die der Herr bei
    ihnen alle erschlagen hatte, und während der Herr an ihren Göttern
    sein Strafgericht vollstreckte.

    33:5 Die Israeliten brachen von Ramses auf und schlugen ihr Lager in
    Sukkot auf.

    33:6 Von Sukkot brachen sie auf und schlugen ihr Lager in Etam, am Rand
    der Wüste, auf.

    33:7 Von Etam brachen sie auf, bogen nach Pi-Hahirot gegenüber Baal-Zefon
    ab und schlugen ihr Lager vor Migdol auf.

    33:8 Von Pi-Hahirot brachen sie auf und zogen mitten durch das Meer in
    die Wüste. In der Wüste Etam waren sie drei Tage unterwegs und
    schlugen dann ihr Lager in Mara auf.
    Ex 14

    33:9 Von Mara brachen sie auf und kamen nach Elim. In Elim gab es zwölf
    Quellen und siebzig Palmen; daher schlugen sie dort ihr Lager auf.

    33:10 Von Elim brachen sie auf und schlugen ihr Lager am Schilfmeer auf.

    33:11 Vom Schilfmeer brachen sie auf und schlugen ihr Lager in der Wüste
    Sin auf.

    33:12 Von der Wüste Sin brachen sie auf und schlugen ihr Lager in Dofka
    auf.

    33:13 Von Dofka brachen sie auf und schlugen ihr Lager in Alusch auf.

    33:14 Von Alusch brachen sie auf und schlugen ihr Lager in Refidim auf;
    dort hatte das Volk kein Wasser zu trinken.

    33:15 Von Refidim brachen sie auf und schlugen ihr Lager in der Wüste
    Sinai auf.

    33:16 Aus der Wüste Sinai brachen sie auf und schlugen ihr Lager in
    Kibrot-Taawa auf.

    33:17 Von Kibrot-Taawa brachen sie auf und schlugen ihr Lager in Hazerot
    auf.

    33:18 Von Hazerot brachen sie auf und schlugen ihr Lager in Ritma auf.

    33:19 Von Ritma brachen sie auf und schlugen ihr Lager in Rimmon-Perez
    auf.

    33:20 Von Rimmon-Perez brachen sie auf und schlugen ihr Lager in Libna
    auf.

    33:21 Von Libna brachen sie auf und schlugen ihr Lager in Rissa auf.

    33:22 Von Rissa brachen sie auf und schlugen ihr Lager in Kehelata auf.

    33:23 Von Kehelata brachen sie auf und schlugen ihr Lager am Berg Schefer
    auf.

    33:24 Vom Berg Schefer brachen sie auf und schlugen ihr Lager in Harada
    auf.

    33:25 Von Harada brachen sie auf und schlugen ihr Lager in Makhelot auf.

    33:26 Von Makhelot brachen sie auf und schlugen ihr Lager in Tahat auf.

    33:27 Von Tahat brachen sie auf und schlugen ihr Lager in Terach auf.

    33:28 Von Terach brachen sie auf und schlugen ihr Lager in Mitka auf.

    33:29 Von Mitka brachen sie auf und schlugen ihr Lager in Haschmona auf.

    33:30 Von Haschmona brachen sie auf und schlugen ihr Lager in Moserot auf.

    33:31 Von Moserot brachen sie auf und schlugen ihr Lager in Bene-Jaakan
    auf.

    33:32 Von Bene-Jaakan brachen sie auf und schlugen ihr Lager in Hor-Gidgad
    auf.

    33:33 Von Hor-Gidgad brachen sie auf und schlugen ihr Lager in Jotbata
    auf.

    33:34 Von Jotbata brachen sie auf und schlugen ihr Lager in Abrona auf.

    33:35 Von Abrona brachen sie auf und schlugen ihr Lager in Ezjon-Geber
    auf.

    33:36 Von Ezjon-Geber brachen sie auf und schlugen ihr Lager in der Wüste
    Zin, das heißt Kadesch, auf.

    33:37 Von Kadesch brachen sie auf und schlugen ihr Lager am Berg Hor am
    Rand von Edom auf.

    33:38 Auf Befehl des Herrn stieg der Priester Aaron auf den Berg Hor und
    starb dort im vierzigsten Jahr nach dem Auszug der Israeliten aus
    Ägypten, am ersten Tag des fünften Monats.
    20,22-29

    33:39 Aaron war hundertdreiundzwanzig Jahre alt, als er auf dem Berg Hor
    starb.

    33:40 Der kanaanitische König von Arad, der im Negeb, im Süden Kanaans
    saß, hörte, daß die Israeliten heranrückten.
    21,1

    33:41 Vom Berg Hor brachen sie auf und schlugen ihr Lager in Zalmona auf.

    33:42 Von Zalmona brachen sie auf und schlugen ihr Lager in Punon auf.

    33:43 Von Punon brachen sie auf und schlugen ihr Lager in Obot auf.

    33:44 Von Obot brachen sie auf und schlugen ihr Lager in Ije-Abarim, im
    Gebiet von Moab, auf.

    33:45 Von Ijim brachen sie auf und schlugen ihr Lager in Dibon-Gad auf.

    33:46 Von Dibon-Gad brachen sie auf und schlugen ihr Lager in
    Almon-Diblatajim auf.

    33:47 Von Almon-Diblatajim brachen sie auf und schlugen ihr Lager im
    Abarimgebirge vor Nebo auf.

    33:48 Vom Abarimgebirge brachen sie auf und schlugen ihr Lager in den
    Steppen von Moab am Jordan bei Jericho auf;

    33:49 ihr Lager am Jordan erstreckte sich von Bet-Jeschimot bis
    Abel-Schittim in den Steppen von Moab.

    Die Anweisungen für die Landverteilung: 33,50 - 34,29

    33:50 In den Steppen von Moab, am Jordan bei Jericho, sprach der Herr zu
    Mose:

    33:51 Rede zu den Israeliten und sag zu ihnen: Wenn ihr den Jordan
    überschritten und Kanaan betreten habt,
    Ex 34,12f

    33:52 dann vertreibt vor euch alle Einwohner des Landes, und vernichtet
    alle ihre Götterbilder! Alle ihre aus Metall gegossenen Figuren
    sollt ihr vernichten und alle ihre Kulthöhen zerstören.

    33:53 Dann nehmt das Land in Besitz, und laßt euch darin nieder; denn ich
    habe es euch zum Besitz gegeben.

    33:54 Verteilt das Land durch das Los an eure Sippen! Einem großen Stamm
    gebt großen Erbbesitz, einem kleinen Stamm gebt kleinen Erbbesitz!
    Worauf das Los eines jeden fällt, das soll ihm gehören. Teilt das
    Land so unter die Stämme eurer Väter auf!
    26,52-56

    33:55 Wenn ihr die Einwohner des Landes vor euch nicht vertreibt, dann
    werden die, die von ihnen übrigbleiben, zu Splittern in euren Augen
    und zu Stacheln in eurer Seite. Sie werden euch in dem Land, in dem
    ihr wohnt, in eine große Gefahr bringen.

    33:56 Dann werde ich mit euch machen, was ich mit ihnen machen wollte.

    34:1 Der Herr sprach zu Mose:

    34:2 Befiehl den Israeliten und sag ihnen, wenn ihr nach Kanaan kommt:
    Das ist das Land, das euch als erblicher Besitz zufällt, Kanaan in
    seinen jetzigen Grenzen.

    34:3 Eure Südgrenze soll von der Wüste Zin aus an Edom entlang verlaufen,
    und zwar soll sie vom Ende des Salzmeers im Osten ausgehen.
    3-6: Salzmeer wird das Tote Meer wegen seines hohen Salzgehalts
    genannt; das Große Meer ist das Mittelmeer.

    34:4 Dann soll eure Grenze südlich des Skorpionenpasses sich bis Zin
    erstrecken. Ihre Ausläufer sollen bis südlich von Kadesch-Barnea
    reichen. Von dort soll sie sich bis Hazar-Addar und bis Azmon
    hinziehen.

    34:5 Von Azmon soll die Grenze zum Grenzbach Ägyptens abbiegen, und die
    Ausläufer der Grenze sollen bis zum Meer reichen.

    34:6 Eure Grenze im Westen soll das Große Meer mit seinem Strand sein.
    Das sei eure Westgrenze.

    34:7 Das sei eure Nordgrenze: Vom Großen Meer sollt ihr euch eine Linie
    bis zum Berg Hor abstecken,

    34:8 und vom Berg Hor eine Linie bis Lebo-Hamat. Die Ausläufer dieser
    Grenze sollen bis Zedad reichen.

    34:9 Dann soll die Grenze weitergehen bis Sifron, und ihre Ausläufer
    sollen bis Hazar-Enan reichen. Das sei eure Nordgrenze.

    34:10 Als Ostgrenze sollt ihr eine Linie von Hazar-Enan bis Schefam
    abstecken.

    34:11 Von Schefam soll die Grenze nach Ribla östlich von Ajin
    hinuntersteigen. Dann soll die Grenze zum Rand des Gebirges östlich
    des Sees von Kinneret hinuntergehen.
    Der See von Kinneret ist der See Gennesaret.

    34:12 Dann soll die Grenze zum Jordan hinunterführen, und ihre Ausläufer
    sollen bis zum Salzmeer reichen. Das seien die Grenzen rings um euer
    Land.
    Zum Salzmeer vgl. die Anmerkung zu VV. 3-6.

    34:13 Da befahl Mose den Israeliten: Das ist das Land, das ihr durch das
    Los als Erbbesitz verteilen sollt. Der Herr hat befohlen, es den
    neuneinhalb Stämmen zu geben;

    34:14 denn der Stamm der Rubeniter mit seinen Sippen und der Stamm der
    Gaditer mit seinen Sippen und der halbe Stamm Manasse haben ihren
    Erbbesitz schon erhalten.
    (14f) 32,1-42

    34:15 Diese zweieinhalb Stämme haben ihren Erbbesitz jenseits des Jordan
    erhalten, östlich von Jericho.

    34:16 Der Herr sprach zu Mose:

    34:17 Das sind die Namen der Männer, die das Land unter euch verteilen
    sollen: der Priester Eleasar und Josua, der Sohn Nuns.

    34:18 Außerdem nehmt zur Verteilung des Landes je einen führenden Mann aus
    jedem Stamm hinzu!

    34:19 Das sind die Namen dieser Männer: für den Stamm Juda Kaleb, der Sohn
    Jefunnes;

    34:20 für den Stamm der Simeoniter Schemu‰l, der Sohn Ammihuds;

    34:21 für den Stamm Benjamin Elidad, der Sohn Kislons;

    34:22 für den Stamm der Daniter der Anführer Bukki, der Sohn Joglis;

    34:23 bei den Josefstämmen für den Stamm der Manassiter der Anführer
    Hanni‰l, der Sohn Efods,

    34:24 und für den Stamm der Efraimiter der Anführer Kemu‰l, der Sohn
    Schiftans;

    34:25 für den Stamm der Sebuloniter der Anführer Elizafan, der Sohn
    Parnachs;

    34:26 für den Stamm der Issachariter der Anführer Palti‰l, der Sohn Asans;

    34:27 für den Stamm der Ascheriter der Anführer Ahihud, der Sohn
    Schelomis;

    34:28 für den Stamm der Naftaliter der Anführer Pedahel, der Sohn
    Ammihuds.

    34:29 Das waren die Männer, die der Herr dazu verpflichtete, in Kanaan den
    Israeliten ihren Erbanteil zuzuteilen.

    Die Leviten- und Asylstädte: 35,1-34

    35:1 In der Steppe von Moab, am Jordan bei Jericho, sprach der Herr zu
    Mose:
    (1-34) Ex 21,12-14; Jos 20,1-9; Dtn 19,1-10

    35:2 Befiehl den Israeliten, sie sollen von ihrem Erbbesitz den Leviten
    einige Städte abgeben, in denen sie sich niederlassen können. Auch
    die ringsum zu den Städten gehörende Weidefläche sollt ihr den
    Leviten überlassen.

    35:3 Die Städte sollen ihnen als Wohnsitz gehören, und die dazugehörenden
    Weideflächen sollen ihrem Vieh, ihren Herden und allen ihren Tieren
    zur Verfügung stehen.

    35:4 Die Weideflächen der Städte, die ihr den Leviten gebt, sollen
    ringsum von der Stadtmauer zweitausend Ellen nach außen reichen.
    zweitausend Ellen: so nach G und nach dem Zusammenhang (vgl. V.
    5); H: tausend Ellen.

    35:5 Außerhalb der Stadt sollt ihr in östlicher Richtung zweitausend
    Ellen, in südlicher Richtung zweitausend Ellen, in westlicher
    Richtung zweitausend Ellen und in nördlicher Richtung zweitausend
    Ellen abmessen. Die Stadt soll also in der Mitte liegen. Das soll
    den Leviten als Weidefläche der Städte gehören.

    35:6 Unter den Städten, die ihr ihnen abgebt, sollen sechs Asylstädte
    sein, die ihr als Zufluchtsorte für den bestimmt, der einen Menschen
    erschlagen hat. Außerdem sollt ihr ihnen weitere zweiundvierzig
    Städte geben.

    35:7 Im ganzen sind es achtundvierzig Städte samt ihren Weideflächen, die
    ihr den Leviten abgeben sollt.

    35:8 Die Zahl der Städte, die ihr vom Landbesitz der Israeliten abgebt,
    sollt ihr bei einem großen Stamm höher, bei einem kleinen niedriger
    ansetzen; jeder Stamm soll von seinen Städten den Leviten so viele
    abgeben, wie es der Größe seines eigenen Erbbesitzes entspricht.

    35:9 Der Herr sprach zu Mose:

    35:10 Rede zu den Israeliten und sag zu ihnen: Wenn ihr den Jordan
    überschritten und Kanaan betreten habt,

    35:11 dann sollt ihr einige Städte auswählen, die euch als Asylstädte
    dienen. Dorthin kann einer fliehen, der einen Menschen ohne Vorsatz
    erschlagen hat.

    35:12 Die Städte sollen euch als Asyl vor dem Bluträcher dienen, so daß
    der, der getötet hat, nicht sterben muß, bevor er vor dem Gericht
    der Gemeinde stand.

    35:13 Von den Städten, die ihr abgebt, sollen euch sechs als Asylstädte
    dienen.

    35:14 Drei dieser Städte sollt ihr jenseits des Jordan und drei in Kanaan
    bestimmen; sie sollen Asylstädte sein.

    35:15 Den Israeliten, auch den Fremden und den Halbbürgern bei euch,
    sollen diese sechs Städte als Asyl zur Verfügung stehen; dorthin
    kann jeder fliehen, der ohne Vorsatz einen Menschen erschlagen hat.

    35:16 Wenn er ihn aber mit einem Eisengerät so geschlagen hat, daß er
    stirbt, ist er ein Mörder. Der Mörder ist mit dem Tod zu bestrafen.

    35:17 Wenn er ihn mit einem Stein in der Hand, der groß genug ist,
    jemanden zu töten, so geschlagen hat, daß er stirbt, ist er ein
    Mörder. Der Mörder ist mit dem Tod zu bestrafen.

    35:18 Auch wenn er ihn mit einem hölzernen Gegenstand, der geeignet ist,
    einen Menschen zu töten, so geschlagen hat, daß er stirbt, ist er
    ein Mörder. Der Mörder ist mit dem Tod zu bestrafen.

    35:19 Der Bluträcher darf den Mörder töten; sobald er ihn trifft, darf er
    ihn töten.

    35:20 Wenn einer einen andern aus Haß stößt oder aus dem Hinterhalt nach
    ihm wirft, so daß er stirbt,

    35:21 oder wenn er ihn in feindlicher Absicht mit der Hand so schlägt, daß
    er stirbt, dann soll der, der zugeschlagen hat, mit dem Tod bestraft
    werden; er ist ein Mörder. Der Bluträcher darf den Mörder töten,
    sobald er ihn trifft.

    35:22 Wenn aber einer einen andern aus Unachtsamkeit, ohne feindliche
    Absicht, gestoßen oder ohne Hinterhältigkeit irgendeinen Gegenstand
    auf ihn geworfen hat

    35:23 oder wenn er, ohne ihn zu sehen, einen Stein, der einen Menschen
    töten kann, auf ihn fallen ließ, so daß er starb - vorausgesetzt, er
    war nicht sein Feind und suchte ihn auch nicht zu schädigen -,

    35:24 dann soll die Gemeinde zwischen dem, der getötet hat, und dem
    Bluträcher nach diesen Grundsätzen ein Urteil fällen:

    35:25 Die Gemeinde soll den, der getötet hat, vor der Gewalt des
    Bluträchers retten und ihn in die Asylstadt, in die er geflohen war,
    zurückbringen. Er darf darin wohnen, bis der Hohepriester stirbt,
    den man mit heiligem Öl gesalbt hat.

    35:26 Wenn der, der getötet hat, das Gebiet der Asylstadt verläßt, in die
    er geflohen ist,

    35:27 und der Bluträcher ihn außerhalb seiner Asylstadt trifft, darf
    dieser den, der getötet hat, umbringen; dadurch entsteht ihm keine
    Blutschuld.

    35:28 Denn der, der getötet hat, soll bis zum Tod des Hohenpriesters in
    der Asylstadt bleiben; nach dem Tod des Hohenpriesters kann er zu
    seinem Land und zu seinem Besitz zurückkehren.

    35:29 Das soll bei euch überall, wo ihr wohnt, von Generation zu
    Generation als Recht gelten.

    35:30 Wenn irgend jemand einen Menschen erschlägt, darf man den Mörder nur
    aufgrund von Zeugenaussagen töten; doch aufgrund der Aussage nur
    eines einzigen Zeugen darf man einen Menschen nicht töten.
    Dtn 17,6; 19,15

    35:31 Ihr sollt kein Sühnegeld annehmen für das Leben eines Mörders, der
    schuldig gesprochen und zum Tod verurteilt ist; denn er muß mit dem
    Tod bestraft werden.

    35:32 Auch dürft ihr von einem, der in eine Asylstadt geflohen ist, kein
    Sühnegeld annehmen, so daß er vor dem Tod des Hohenpriesters in die
    Heimat zurückkehren könnte.

    35:33 Ihr dürft das Land, in dem ihr wohnt, nicht entweihen; denn Blut
    entweiht das Land, und man kann das Land von dem darin vergossenen
    Blut nur durch das Blut dessen entsühnen, der es vergossen hat.

    35:34 Verunreinigt nicht das Land, in dem ihr euch niedergelassen habt und
    in dessen Mitte ich selbst wohne; denn ich, der Herr, wohne mitten
    unter den Israeliten.

    Weitere Erbrechtsbestimmungen: 36,1-13

    36:1 Die Familienoberhäupter der Nachkommen Gileads, des Sohnes Machirs,
    des Sohnes Manasses, aus den Sippen der Nachkommen Josefs, kamen zu
    Mose und den führenden Männern, den Familienhäuptern der Israeliten,
    um mit ihnen zu reden.

    36:2 Sie sagten: Der Herr hat meinem Herrn aufgetragen, das Land durch
    das Los als Erbbesitz an die Israeliten zu verteilen. Mein Herr
    erhielt aber vom Herrn auch den Auftrag, den Erbbesitz unseres
    Bruders Zelofhad seinen Töchtern zu geben.
    27,1-11
    Mose wird in ehrfurchtsvoller Anrede ®Herr¯ genannt. Zum ersten
    ®Herr¯ vgl. die Anmerkung zu Gen 4,26.

    36:3 Wenn diese nun einen Mann aus einem anderen israelitischen Stamm
    heiraten, dann geht ihr Besitz dem Erbbesitz unserer Väter verloren
    und wird zum Erbbesitz des Stammes, in den sie einheiraten; er geht
    also unserem Erbanteil verloren.

    36:4 Sobald das Jubeljahr für die Israeliten kommt, wird ihr Erbbesitz
    zum Erbbesitz des Stammes, in den sie einheiraten, aber dem
    Erbbesitz unseres väterlichen Stammes geht ihr Erbbesitz verloren.

    36:5 Da befahl Mose den Israeliten auf Anweisung des Herrn: Die Männer
    vom Stamm der Söhne Josefs haben recht.

    36:6 Das ist es, was der Herr den Töchtern Zelofhads befiehlt: Heiratet,
    wen ihr wollt, nur müßt ihr einen Mann aus einer Sippe eures
    väterlichen Stammes heiraten.

    36:7 Der Erbbesitz darf bei den Israeliten nicht von einem Stamm auf den
    andern übergehen; denn jeder Israelit soll fest mit dem Erbbesitz
    seines väterlichen Stammes verbunden bleiben.

    36:8 Jede Tochter, die Anspruch auf Erbbesitz in einem israelitischen
    Stamm hat, muß einen Mann aus einer Sippe ihres väterlichen Stammes
    heiraten, damit bei den Israeliten jeder im Erbbesitz seiner Väter
    bleibt.

    36:9 Der Erbbesitz darf nicht von einem Stamm auf einen andern übergehen.
    Denn jeder Israelit soll fest mit dem Erbbesitz seines Stammes
    verbunden bleiben.

    36:10 Die Töchter Zelofhads taten, was der Herr dem Mose befohlen hatte.

    36:11 Machla, Tirza, Hogla, Milka und Noa, die Töchter Zelofhads,
    heirateten Söhne ihrer Onkel;

    36:12 sie heirateten Männer aus den Sippen der Nachkommen Manasses, des
    Sohnes Josefs. So blieb ihr Erbbesitz dem Stamm ihrer väterlichen
    Sippe erhalten.

    36:13 Das sind die Gebote und Rechte, die der Herr den Israeliten in den
    Steppen von Moab, am Jordan bei Jericho, durch Mose gegeben hat.
    Das Buch Deuteronomium

    E-1 Das Buch Deuteronomium erzählt von den letzten Lebenstagen des
    Mose und schließt den Pentateuch ab. Vor seinem Tod verkündet Mose
    noch einmal das Gesetz vom Sinai. Daher trägt dieses Buch in der
    griechischen und in der lateinischen Bibel den Namen Deuteronomium
    (Zweites Gesetz; vgl. 17,18). Die Juden nennen dieses Buch Dewarim
    (Worte) nach den Anfangsworten Elle haddebarim (Das sind die Worte).

    E-2 Das Buch Deuteronomium enthält zum Teil sehr alte Texte. Doch in
    seine jetzige Gestalt wuchs es erst in der ausgehenden Königszeit, i
    Exil und nach dem Exil hinein. Indem Israel seine späteren Ordnungen
    und Einsichten bis in die Zeit des Mose zurückverlegt, bekennt es,
    daß es sich dabei um Gottes Weisung und Setzung handelt, an der man
    für immer festhalten soll.

    E-3 Die letzte Wurzel des deuteronomischen Gesetzes ist
    wahrscheinlich ein Bundestext aus der Richterzeit, der noch in Ex
    34,10-26 erhalten ist. Er spiegelt eine Ordnung, in der Jahwe, der
    Gott Israels, selbst als Herrscher des Volkes galt. Nachdem Israel
    einen König erhalten hatte, konnte man zunächst mit solchen
    Vorstellungen nichts anfangen. Die Tradition wurde aber
    weitergepflegt, und in der frühen Königszeit hatte das Bundesgesetz
    die Gestalt angenommen, die in Ex 20,22 - 23,33, dem sog. Bundesbuch
    erhalten ist. Im ausgehenden 8. Jahrhundert scheint man in Juda bei
    religiösen Reformversuchen, erstmalig wohl unter König Hiskija, auf
    diese alten Traditionen zurückgegriffen zu haben. In den neu
    redigierten Text kamen die Gesetze über die Zentralisierung der
    Opfer, Abgaben und Wallfahrtsfeste an einem einzigen Heiligtum
    (Jerusalem; vgl. 2 Kön 18,22); irgendwann wurden Gesetze eingefügt,
    die am alten Text der Zehn Gebote orientiert waren; damals entstand
    auch die feierliche ¯deuteronomische Sprache®, die wohl für den
    öffentlichen Vortrag bei Bundesschluß oder Bundeserneuerung gedacht
    war. Im Jahr 622 v. Chr. verpflichtete König Joschija von Jerusalem
    sein Reich auf ein im Tempel gefundenes Gesetz (2 Kön 22f). Dieses
    dürfte eine Fassung des deuteronomischen Gesetzes gewesen sein, die
    mit Dtn 6,4 einsetzte und große Teile der jetzigen Kapitel 6 - 28
    enthielt. Dieses Gesetz, das im Lauf der Zeit noch viele
    Erweiterungen erfuhr, war von da an bis zum Untergang Jerusalems (58
    v. Chr.), im Exil und auch nach der Heimkehr die Lebensgrundlage des
    jüdischen Volkes, bis es durch das ¯Heiligkeitsgesetz® (Lev 19 - 26)
    ergänzt und dann zusammen mit vielen anderen gesetzlichen Materialie
    in der Gesetzgebung des Pentateuch zusammengefaßt wurde.

    E-4 Noch zu Lebzeiten Joschijas wurde ein Geschichtswerk verfaßt, das
    von Mose bis zu diesem König reichte. An seinen Anfang wurde das
    deuteronomische Gesetz gestellt, gewissermaßen als göttlicher Maßsta
    für die Geschichte des Volkes. Damals wurde es als Moserede
    stilisiert und mit anderen Reden des Mose umgeben, die zum Teil
    Rückblicke auf die Wüstenzeit Israels und Ausblicke auf die
    Geschichte Israels enthalten. Dieses ¯Deuteronomistische
    Geschichtswerk® wurde in und nach dem Babylonischen Exil noch
    mehrfach überarbeitet. Es umfaßt jetzt die Bücher Dtn bis 2 Kön. Bei
    der Herstellung des Pentateuch in nachexilischer Zeit wurde das Buch
    Deuteronomium von diesem Geschichtswerk abgetrennt und durch einige
    weitere Texte, vor allem aus der ¯Priesterschrift®, mit den ersten
    vier Büchern des Pentateuch verklammert (vgl. die Einleitung zu den
    Fünf Büchern des Mose).

    E-5 Das Buch stellt sich jetzt als eine Sammlung von Mosereden dar,
    die durch ein Überschriftensystem in vier Teile gegliedert ist: 1,1
    4,43 ¯Rede® des Mose (Rückblick und Mahnung); 4,44 - 28,68 ¯Weisung®
    des Mose (Verkündigung des Gesetzes); 28,69 - 32,52 die ¯Worte, mit
    denen der Bund geschlossen wurde® (letzte Verfügungen des Mose);
    33,1-29 ¯Segen® des Mose (mit angehängtem Bericht über seinen Tod un
    sein Begräbnis 34,1-12). Das Moselied (32,1-43) und der Mosesegen
    (33,2-29) sind alte Dichtungen.

    E-6 Man kann das Deuteronomium als Zeugnis der ersten großen
    theologischen Synthese in Israel betrachten. Hier werden zum
    erstenmal unter den Leitgedanken der Verpflichtung Israels auf den
    ausschließlichen Dienst für seinen Gott Jahwe und des Verhältnisses
    Gott - Volk nach Art eines Lehnsverhältnisses zwischen einem Herrn
    und denen, die sich ihm durch einen Vertrag anvertraut haben
    (¯Bund®), die verschiedensten Traditionen zu einer Einheit
    zusammengefaßt. Für uns sind viele Institutionen, die sich in den
    Gesetzen spiegeln, Vergangenheit. Doch zeigt dieses alle
    Lebensbereiche in das Gottesverhältnis hineinziehende Buch, daß Gott
    sich ein Volk schaffen will, als Zeichen unter den Völkern und als
    Zeuge seiner Herrschaft.

    Rückblick und Mahnung: 1,1 - 4,43
    Ort und Zeit: 1,1-5

    1:1 Das sind die Worte, die Mose vor ganz Israel gesprochen hat. Er
    sprach sie jenseits des Jordan, in der Wüste, in der Araba, östlich
    von Suf, zwischen Paran und Tofel, Laban, Hazerot und Di-Sahab.
    1-5: Vorbemerkung zur Rede des Mose 1,6 - 4,40. Die Orts- und
    Zeitangaben gelten auch für die weiteren Mosereden, vor allem auch
    für die in 1,5 ausdrücklich genannte ®Weisung¯ 5,1 - 28,68. Die Orts
    und Entfernungsangaben sind spätere ergänzende Zusätze, wie sie sich
    noch mehrfach in Kap. 1 - 4 finden.

    1:2 Elf Tage sind es vom Horeb auf dem Weg zum Gebirge Se‹r bis nach
    Kadesch-Barnea.

    1:3 Es war im vierzigsten Jahr, im elften Monat, am ersten Tag des
    Monats. Mose sagte den Israeliten genau das, was ihm der Herr für
    sie aufgetragen hatte.

    1:4 Nachdem er Sihon, den König der Amoriter, der in Heschbon seinen
    Sitz hatte, und Og, den König des Baschan, der in Aschtarot seinen
    Sitz hatte, bei Edre‹ geschlagen hatte,
    2,24 - 3,11

    1:5 begann Mose jenseits des Jordan im Land Moab, diese Weisung
    aufzuschreiben. Er sagte:

    Der Aufbruch vom Horeb: 1,6-18

    1:6 Der Herr, unser Gott, hat am Horeb zu uns gesagt: Ihr habt euch
    lange genug an diesem Berg aufgehalten.
    (6-8) Ex 33,1
    Horeb ist in Dtn der Name des Sinai.

    1:7 Nun wendet euch dem Bergland der Amoriter zu, brecht auf, und zieht
    hinauf! Zieht aus gegen alle seine Bewohner in der Araba, auf dem
    Gebirge, in der Schefela, im Negeb und an der Meeresküste! Zieht in
    das Land der Kanaaniter und in das Gebiet des Libanon, bis an den
    großen Strom, den Eufrat!
    19,8
    ®Bergland der Amoriter¯ ist in Dtn der Name für das verheißene
    Land westlich des Jordan. Es wird hier näher umschrieben und in eine
    Texterweiterung bis zum Eufrat hin ausgedehnt, ähnlich wie in Dtn
    11,24 und Jos 1,4. Das entspricht dem Umfang des davidischen Reichs.

    1:8 Hiermit liefere ich euch das Land aus. Zieht hinein, und nehmt es in
    Besitz, das Land, von dem ihr wißt: Der Herr hat euren Vätern
    Abraham, Isaak und Jakob geschworen, es ihnen und später ihren
    Nachkommen zu geben.
    von dem ihr wißt: Die Wendung ist hier und an anderen Stellen
    eingefügt, weil man die komplizierte hebräische Satzkonstruktion im
    Deutschen so am besten wiedergeben kann.

    1:9 Damals habe ich zu euch gesagt: Ich kann euch nicht allein tragen.
    (9-18) Ex 18,13-27; Num 11,11-17
    9-18: Wahrscheinlich ein Zusatz.

    1:10 Der Herr, euer Gott, hat euch zahlreich gemacht. Ja, ihr seid heute
    schon so zahlreich wie die Sterne am Himmel.
    Hebr 11,12

    1:11 Und der Herr, der Gott eurer Väter, lasse eure Zahl auf das
    Tausendfache wachsen und segne euch, wie er es euch versprochen hat.

    1:12 Wie soll ich allein euch tragen: eure Bürde, eure Last, eure
    Rechtshändel?

    1:13 Schlagt für jeden eurer Stämme weise, gebildete und bewährte Männer
    vor, damit ich sie als eure Führer einsetze.
    1,15; 5,23; 29,9; 33,5

    1:14 Ihr habt mir geantwortet: Das ist ein guter Vorschlag. Führ ihn aus!

    1:15 Also habe ich die Führer eurer Stämme, weise und bewährte Männer,
    genommen und sie zu euren Führern ernannt: als Anführer für je
    tausend, Anführer für je hundert, Anführer für je fünfzig, Anführer
    für je zehn, und als Listenführer, für jeden eurer Stämme.
    1,13; 16,18

    1:16 Damals habe ich eure Richter verpflichtet: Laßt jeden Streit
    zwischen euren Brüdern vor euch kommen. Entscheidet gerecht, sei es
    der Streit eines Mannes mit einem Bruder oder mit einem Fremden.
    (16-17) 16,18-20; 17,8-13; 2 Chr 19,5-11; Joh 7,51
    Im Dtn werden alle Angehörigen des eigenen Volkes als ®Brüder¯
    betrachtet. ®Fremder¯ meint hier und häufig in Dtn den Gastbürger mi
    eingeschränkten Rechten.

    1:17 Kennt vor Gericht kein Ansehen der Person! Klein wie Groß hört an!
    Fürchtet euch nicht vor angesehenen Leuten; denn das Gericht hat mit
    Gott zu tun. Und ist euch eine Sache zu schwierig, legt sie mir vor;
    dann werde ich sie anhören.
    Jak 2,9
    Andere Übersetzungsmöglichkeit: denn das Gericht kommt von Gott.

    1:18 Damals habe ich euch alle Vorschriften gegeben, nach denen ihr
    handeln sollt.
    Ex 24,3-8

    Israels Unglaube in Kadesch-Barnea: 1,19-46

    1:19 Dann brachen wir auf, verließen den Horeb und wanderten durch diese
    ganze große und furchterregende Wüste - ihr habt sie erlebt - auf
    dem Weg zum Amoriterbergland, wie es uns der Herr, unser Gott,
    befohlen hatte. Wir kamen bis Kadesch-Barnea.
    29,1; (19-46) 9,23; 13-14
    19-45: Der wegen des Unglaubens Israels mißlungene Versuch, das
    verheißene Land von Süden aus zu erobern, ist nach Num 10,11 ins
    zweite Jahr des Wüstenzugs zu setzen.

    1:20 Dort sagte ich zu euch: Nun seid ihr am Bergland der Amoriter
    angekommen, das der Herr, unser Gott, uns gibt.

    1:21 Sieh, der Herr, dein Gott, hat dir das Land ausgeliefert. Zieh
    hinauf, und nimm es in Besitz, wie der Herr, der Gott deiner Väter,
    es dir befohlen hat. Fürchte dich nicht, und hab keine Angst!

    1:22 Da seid ihr zu mir gekommen, ihr alle, und habt gesagt: Wir wollen
    einige Männer vorausschicken. Sie sollen uns das Land
    auskundschaften und uns Bericht erstatten über den Weg, den wir
    hinaufziehen, und über die Städte, auf die wir treffen werden.

    1:23 Der Vorschlag erschien mir gut. Ich wählte unter euch zwölf Männer
    aus, für jeden Stamm einen.

    1:24 Sie wendeten sich dem Bergland zu, zogen hinauf, gelangten bis zum
    Traubental und erkundeten es.
    Das Traubental liegt bei Hebron.

    1:25 Sie pflückten einige von den Früchten des Landes, brachten sie zu
    uns herab und erstatteten uns Bericht. Sie sagten: Das Land, das der
    Herr, unser Gott, uns gibt, ist prächtig.

    1:26 Doch ihr habt euch geweigert hinaufzuziehen. Ihr habt euch dem
    Befehl des Herrn, eures Gottes, widersetzt

    1:27 und habt in euren Zelten gemurrt. Ihr habt gesagt: Weil er uns haßt,
    hat der Herr uns aus Ägypten geführt. Er will uns in die Gewalt der
    Amoriter geben, um uns zu vernichten.

    1:28 Wohin geraten wir, wenn wir hinaufziehen? Unsere Brüder haben uns
    den Mut genommen, als sie berichteten: Ein Volk, größer und
    zahlreicher als wir, Städte, groß, mit himmelhohen Mauern. Sogar
    Anakiter haben wir dort gesehen.
    9,1f
    Andere Lesart: größer und höher gewachsen als wir. Die Anakiter
    sind eine auch aus ägyptischen Texten bekannte Gruppe aus der
    Urbevölkerung des Landes. Sie lebten im Gebiet von Hebron.

    1:29 Da habe ich zu euch gesagt: Ihr dürft nicht vor ihnen zurückweichen
    und dürft euch nicht vor ihnen fürchten.
    (29-31) 20,2-4

    1:30 Der Herr, euer Gott, der euch vorangeht, wird für euch kämpfen,
    genau so, wie er vor euren Augen in Ägypten auf eurer Seite gekämpft
    hat.

    1:31 Das gleiche tat er in der Wüste, du hast es selbst erlebt. Da hat
    der Herr, dein Gott, dich auf dem ganzen Weg, den ihr gewandert
    seid, getragen, wie ein Vater seinen Sohn trägt, bis ihr an diesen
    Ort kamt.
    29,1; Apg 13,18

    1:32 Trotzdem habt ihr nicht an den Herrn, euren Gott, geglaubt,

    1:33 der euch auf dem Weg vorangegangen war, um euch die Stelle für das
    Lager zu suchen. Bei Nacht ging er im Feuer voran, um euch den Weg
    zu zeigen, auf dem ihr gehen solltet, bei Tag in der Wolke.
    Ex 13,21f

    1:34 Der Herr hörte euer lautes Murren, wurde unwillig und schwor:

    1:35 Kein einziger von diesen Männern, von dieser verdorbenen Generation,
    soll das prächtige Land sehen, von dem ihr wißt: Ich habe
    geschworen, es euren Vätern zu geben.

    1:36 Nur Kaleb, der Sohn Jefunnes, wird es sehen. Ihm und seinen Söhnen
    werde ich das Land geben, das er betreten hat. Denn er ist dem Herrn
    ganz und gar nachgefolgt.
    Jos 14,6-15

    1:37 Auch mir grollte der Herr euretwegen und sagte: Auch du sollst nicht
    in das Land hineinkommen.
    3,23-27; 4,21f; 31,2
    Mose wird der Zugang zum verheißenen Land wegen seiner
    Verantwortung für das Volk verweigert (vgl. 3,26). Anders in Num
    20,12 (P); vgl. Dtn 32,51.

    1:38 Josua, der Sohn Nuns, dein Gehilfe, wird hineinkommen. Verleih ihm
    Macht: Er soll das Land an Israel als Erbbesitz verteilen.
    3,28; 31,6-8,23; Jos 1,2-9; 13,1-7
    Macht verleihen: Ritus der Amtseinsetzung.

    1:39 Und eure Kleinen, von denen ihr sagt: Zur Beute werden sie!, und
    eure Kinder, die heute noch nichts von Gut und Böse wissen, sie
    werden in das Land hineinkommen. Ihnen gebe ich es, und sie nehmen
    es dann auch in Besitz.

    1:40 Ihr aber, wendet euch zur Wüste, brecht auf, und nehmt den Weg zum
    Schilfmeer!

    1:41 Ihr habt mir darauf erwidert: Wir haben vor dem Herrn gesündigt.
    Doch jetzt wollen wir hinaufziehen und kämpfen, genau so, wie es uns
    der Herr, unser Gott, befohlen hat. Und jeder legte die Waffen an
    und gürtete sich, um ins Bergland zu ziehen.
    Andere Übersetzungsmöglichkeit: Jeder legte die Waffen an und zog
    leichten Sinnes ins Bergland hinauf.

    1:42 Doch der Herr sprach zu mir: Sag ihnen: Ihr sollt nicht hinaufziehen
    und nicht kämpfen; denn ich bin nicht in eurer Mitte. Ich will
    nicht, daß eure Feinde euch niederstoßen.

    1:43 Ich habe euch zugeredet, doch ihr habt nicht gehört. Ihr habt euch
    dem Befehl des Herrn widersetzt. In eurer Vermessenheit seid ihr ins
    Bergland gezogen.

    1:44 Da rückten die Amoriter, die dort im Bergland wohnen, gegen euch
    aus. Sie verfolgten euch wie ein Bienenschwarm und versprengten euch
    in Se‹r bis nach Horma hin.

    1:45 Als ihr zurückkamt, weintet ihr vor dem Herrn. Doch er hat auf eure
    Klagen nicht gehört und hatte kein Ohr mehr für euch.

    1:46 Dann hieltet ihr euch lange in Kadesch auf - die ganze Zeit, die ihr
    dort geblieben seid.
    Num 20,1
    Die umständliche und zugleich unbestimmte Zeitangabe überspielt
    die Theorie des Buchs Num, nach der die Israeliten 38 Jahre in
    Kadesch waren. Nach Dtn 2,1.14 sind die Israeliten bald wieder
    aufgebrochen und 38 Jahre lang in der Wüste umhergezogen.

    Der Zug ins Ostjordanland: 2,1-13

    2:1 Dann wendeten wir uns der Wüste zu, brachen auf und nahmen den Weg
    zum Schilfmeer, wie es der Herr mir befohlen hatte. Wir umzogen
    lange Zeit das Gebirge Se‹r.
    (1-25) Num 21,4-20

    2:2 Dann sagte der Herr zu mir:
    (2-8) Num 20,14-21

    2:3 Ihr seid jetzt lange genug um dieses Gebirge herumgezogen. Wendet
    euch jetzt nach Norden!

    2:4 Befiehl dem Volk: Ihr werdet jetzt durch das Gebiet von
    Stammverwandten ziehen, durch das Gebiet der Nachkommen Esaus, die
    in Se‹r wohnen. Wenn sie Furcht vor euch zeigen, dann seid auf der
    Hut,

    2:5 und beginnt keine Feindseligkeiten gegen sie! Von ihrem Land gebe
    ich euch keinen Fußbreit; denn das Gebirge Se‹r habe ich für Esau
    zum Besitz bestimmt.
    Apg 7,5

    2:6 Was ihr an Getreide zum Essen braucht, kauft von ihnen für Silber;
    selbst das Trinkwasser beschafft euch von ihnen gegen Silber!

    2:7 Der Herr, dein Gott, hatte dich reich gesegnet bei der Arbeit deiner
    Hände. Er wußte, daß du in dieser großen Wüste unterwegs warst.
    Vierzig Jahre lang war der Herr, dein Gott, bei dir. Nichts hat dir
    gefehlt.
    8,4; 28,12; 29,4

    2:8 Wir zogen also weg aus dem Gebiet in der Nähe der Söhne Esaus,
    unserer Stammverwandten, die in Se‹r wohnen, weg vom Weg durch die
    Araba, von Elat und Ezjon-Geber. Wir wendeten uns (nach Norden) und
    zogen den Weg zur Wüste Moab entlang.

    2:9 Und der Herr sagte zu mir: Begegne Moab nicht feindlich, beginn
    keinen Kampf mit ihnen! Von ihrem Land bestimme ich dir kein Stück
    zum Besitz; denn Ar habe ich für die Nachkommen Lots zum Besitz
    bestimmt.

    2:10 Einst saßen dort die Emiter, ein Volk, das groß, zahlreich und
    hochgewachsen war wie die Anakiter.
    10-12: Erklärender Zusatz (vgl. die Anmerkung zu 1,1-5).

    2:11 Wie die Anakiter galten auch sie als Rafa‹ter, die Moabiter aber
    nennen sie Emiter.

    2:12 In Se‹r saßen einst die Horiter, aber deren Besitz haben die
    Nachkommen Esaus übernommen. Als sie vordrangen, vernichteten sie
    die Horiter und setzten sich an deren Stelle, so wie die Israeliten
    es mit dem Land taten, das ihnen der Herr zum Besitz bestimmt hatte.

    2:13 Und jetzt steht auf, und überquert das Tal des Sered! Da überquerten
    wir das Tal des Sered.

    Die Eroberung des Ostjordanlandes: 2,14 - 3,17

    2:14 Die Zeit, die wir von Kadesch-Barnea an gewandert waren, bis wir das
    Tal des Sered überquerten, betrug achtunddreißig Jahre. So lange
    dauerte es, bis die Generation der waffenfähigen Männer vollständig
    ausgestorben war, so daß sich keiner von ihnen mehr im Lager befand,
    wie es ihnen der Herr geschworen hatte.

    2:15 Der Herr hatte seine Hand gegen sie ausgestreckt und Verwirrung
    unter ihnen verbreitet, bis sie ausgestorben waren, so daß sich
    keiner von ihnen mehr im Lager befand.
    Ex 14,24

    2:16 Als alle waffenfähigen Männer ausgestorben und tot waren, so daß
    keiner von ihnen mehr im Volk lebte,

    2:17 sagte der Herr zu mir:

    2:18 Wenn du heute durch das Gebiet von Moab, durch Ar, ziehst,

    2:19 kommst du nahe an den Ammonitern vorbei. Begegne ihnen nicht
    feindlich, beginne keine Feindseligkeiten gegen sie! Vom Land der
    Ammoniter bestimme ich dir kein Stück zum Besitz; denn ich habe es
    für die Nachkommen Lots zum Besitz bestimmt.

    2:20 Auch dieses gilt als Land der Rafa‹ter. Einst saßen die Rafa‹ter
    darin. Die Ammoniter nennen sie die Samsummiter,
    20-23: Erklärender Zusatz (vgl. die Anmerkung zu 1,1-5).

    2:21 ein Volk, das groß, zahlreich und hochgewachsen war wie die
    Anakiter. Der Herr vernichtete die Rafa‹ter, als die Ammoniter
    eindrangen. Diese übernahmen ihren Besitz und setzten sich an ihre
    Stelle.

    2:22 Das war das gleiche, was der Herr für die Nachkommen Esaus getan
    hat, die in Se‹r sitzen. Als sie vordrangen, vernichtete er die
    Horiter. Die Nachkommen Esaus übernahmen ihren Besitz und setzten
    sich an ihre Stelle. So blieb es bis heute.

    2:23 Das gleiche geschah mit den Awitern, die in einzelnen Dörfern bis
    nach Gaza hin saßen. Die Kaftoriter, die aus Kaftor ausgewandert
    waren, vernichteten sie und setzten sich an ihre Stelle.

    2:24 Steht auf, brecht auf, und überquert das Tal des Arnon! Hiermit gebe
    ich Sihon, den König von Heschbon, den Amoriter, mit seinem Land in
    eure Gewalt. Fang an, in Besitz zu nehmen! Bei Sihon sollst du den
    Kampf beginnen.

    2:25 Und ich fange heute an, den Völkern überall unter dem Himmel
    Schrecken und Furcht vor dir ins Gesicht zu zeichnen. Wenn sie von
    dir nur hören, zittern sie. Sie winden sich vor Angst, wenn sie dich
    sehen.
    11,25; 28,10; Ex 15,14

    2:26 Da sandte ich aus der Wüste Kedemot Boten zu Sihon, dem König von
    Heschbon, und ließ ihm folgendes Abkommen vorschlagen:
    (26-37) Num 21,21-25

    2:27 Ich will durch dein Land ziehen. Ich werde mich genau an den Weg
    halten, ohne ihn rechts oder links zu verlassen.

    2:28 Was ich an Getreide zum Essen brauche, wirst du mir für Silber
    verkaufen, auch das Trinkwasser wirst du mir gegen Silber geben. Ich
    werde nur zu Fuß durchziehen,

    2:29 so wie die Nachkommen Esaus, die in Se‹r wohnen, und die Moabiter,
    die in Ar wohnen, es mir erlaubt haben. (Das soll gelten,) bis ich
    über den Jordan in das Land gezogen bin, das der Herr, unser Gott,
    uns gibt.

    2:30 Doch Sihon, der König von Heschbon, weigerte sich, uns bei sich
    durchziehen zu lassen. Denn der Herr, dein Gott, hatte seinen
    Kampfgeist gestärkt und ihm Mut gemacht, um ihn in deine Gewalt zu
    geben, wie es inzwischen geschehen ist.

    2:31 Zu mir aber sagte der Herr: Hiermit fange ich an. Ich liefere dir
    Sihon und sein Land aus. Du fang an, in Besitz zu nehmen! Fang mit
    seinem Land an!

    2:32 Sihon rückte mit seinem ganzen Volk gegen uns aus, um bei Jahaz zu
    kämpfen.

    2:33 Der Herr, unser Gott, lieferte ihn uns aus. Wir schlugen ihn, seine
    Söhne und sein ganzes Volk.

    2:34 Damals eroberten wir alle seine Städte. Wir weihten die ganze
    männliche Bevölkerung, die Frauen, die Kinder und die Greise der
    Vernichtung; keinen ließen wir überleben.
    20,16-18
    weihten der Vernichtung: In älteren Bibelübersetzungen stand hier
    und an ähnlichen Stellen das Wort ®Bann¯ oder ®bannen¯, das aber
    mißverständlich ist. Gemeint ist die Vernichtung der Bevölkerung, un
    es ist dabei ein Wort benutzt, das in früheren Zeiten Vernichtung
    aufgrund von Gelübden oder Götterweisungen bezeichnete. Zur
    deuteronomischen Kriegstheorie vgl. 20,10-18.

    2:35 Als Beute behielten wir nur das Vieh und das, was wir in den
    eroberten Städten geplündert hatten.

    2:36 Von Aro‰r am Rand des Arnontals und von der Stadt, die im Tal liegt,
    bis hin nach Gilead gab es keine befestigte Stadt, deren Mauern für
    uns zu hoch waren. Alle hat uns der Herr, unser Gott, ausgeliefert.

    2:37 Nur dem Land der Ammoniter hast du dich nicht genähert, dem gesamten
    Randgebiet des Jabboktals und den Städten im Gebirge, also allem,
    was der Herr, unser Gott, uns verwehrt hatte.

    3:1 Dann wendeten wir uns dem Weg zum Baschan zu und zogen hinauf. Og,
    der König des Baschan, rückte mit seinem ganzen Volk gegen uns aus,
    um bei Edre‹ zu kämpfen.
    (1-7) Num 21,33-35

    3:2 Der Herr sagte zu mir: Fürchte ihn nicht, denn ich gebe ihn, sein
    ganzes Volk und sein Land in deine Gewalt. Tu mit ihm, was du mit
    Sihon getan hast, dem König der Amoriter, der in Heschbon seinen
    Sitz hatte.

    3:3 Und der Herr, unser Gott gab auch Og, den König des Baschan, und
    sein ganzes Volk in unsere Gewalt. Wir schlugen ihn und ließen
    keinen überleben.

    3:4 Damals eroberten wir alle seine Städte. Es gab keine befestigte
    Stadt, die wir ihnen nicht genommen hätten: sechzig Städte, den
    ganzen Bezirk von Argob, das Königreich des Og im Baschan.

    3:5 Alle diese Städte waren durch hohe Mauern, Torflügel und Torbalken
    befestigt. Hinzu kamen die zahlreichen offenen Landstädte.

    3:6 Wir weihten sie der Vernichtung, wie wir es mit Sihon, dem König von
    Heschbon, getan hatten. Wir weihten die ganze männliche Bevölkerung
    und die Frauen, Kinder und Greise der Vernichtung.
    20,16-18

    3:7 Alles Vieh und das, was wir in den Städten geplündert hatten,
    behielten wir als Beute.

    3:8 Damals entrissen wir der Gewalt der beiden Amoriterkönige jenseits
    des Jordan das Land vom Arnontal bis zum Gebirge Hermon -

    3:9 die Sidonier nennen den Hermon Sirjon, die Amoriter nennen ihn
    Senir -,
    9.13f: Erklärender Zusatz (vgl. die Anmerkung zu 1,1-5).

    3:10 alle Städte der Hochebene, ganz Gilead und den ganzen Baschan bis
    nach Salka und Edre‹, das heißt nur die Städte des Königreichs Ogs
    im Baschan.

    3:11 Denn Og, der König des Baschan, war als einziger von den letzten
    Rafa‹tern noch übriggeblieben. Sein Bett war aus Eisen. Steht es
    nicht in Rabba, der Hauptstadt der Ammoniter? Es ist neun
    gewöhnliche Ellen lang und vier breit.

    3:12 Dieses Land nahmen wir damals in Besitz. Von Aro‰r an, das am
    Arnontal liegt, einschließlich der Hälfte des Gebirges Gilead und
    ihrer Städte, übergab ich es (euch,) den Rubenitern und Gaditern.
    (12-17) Num 32; Jos 13,15-33

    3:13 Den Rest von Gilead und den ganzen Baschan, soweit er zum Königreich
    Ogs gehört hatte, übergab ich (euch,) der einen Hälfte des Stammes
    Manasse - den ganzen Bezirk von Argob. Diesen ganzen Baschan
    bezeichnet man als Land der Rafa‹ter.

    3:14 Ja‹r, der Sohn Manasses, übernahm den ganzen Bezirk von Argob
    einschließlich des Gebiets der Geschuriter und der Maachatiter und
    benannte sie nach seinem eigenen Namen: Er nannte den Baschan
    Hawot-Ja‹r (Zeltdörfer Ja‹rs). So heißt er noch heute.
    14-17: Wohl spätere Variante zu V. 12f.

    3:15 Dem Machir übergab ich Gilead,

    3:16 den Rubenitern und Gaditern aber gab ich das Gebiet von Gilead bis
    zum Arnontal, das Tal selbst und das zugehörige Gebiet bis zum
    Jabbok, wo das Tal die Grenze zu den Ammonitern bildet,

    3:17 dazu die Araba und den Jordan mit dem zugehörigen Gebiet, vom See
    Kinneret bis zum Meer der Araba, dem Salzmeer am Fuß der Steilhänge
    des Pisga, nach Osten hin.

    Die Vorbereitungen zur Eroberung des Westjordanlandes: 3,18-29

    3:18 Damals wies ich euch an: Der Herr, euer Gott, hat euch dieses Land
    gegeben, so daß ihr es in Besitz nehmen könnt. Doch jetzt, in
    Waffen, sollt ihr zunächst mit allen Wehrfähigen an der Spitze eurer
    Brüder, der Israeliten, über den Jordan ziehen.
    (18-20) Num 32,16f; Jos 1,13

    3:19 Nur eure Frauen, Kinder, Greise und Herden - ich weiß, ihr habt
    viele Herden - können in den Städten bleiben, die ich für euch
    bestimmt habe.

    3:20 Erst wenn der Herr euren Brüdern wie euch Ruhe verschafft hat, erst
    wenn auch sie das Land jenseits des Jordan in Besitz genommen haben,
    das der Herr, euer Gott, ihnen gibt, dürft ihr zurückkehren, jeder
    zu seinem Besitz, den ich für euch bestimmt habe.

    3:21 Damals wies ich Josua an: Du hast mit eigenen Augen alles gesehen,
    was der Herr, euer Gott, mit diesen beiden Königen getan hat. Das
    gleiche wird der Herr mit allen Königreichen tun, zu denen du
    hinüberziehst.
    (21-22) 20,2-4

    3:22 Ihr sollt sie nicht fürchten; denn der Herr, euer Gott, ist es, der
    für euch kämpft.

    3:23 Damals rief ich den Herrn um Gnade für mich an:
    (23-27) 1,37

    3:24 Gott, mein Herr! Du hast angefangen, deinen Knecht deine Macht und
    deine starke Hand schauen zu lassen. Welcher Gott im Himmel oder auf
    der Erde hat etwas vollbracht, was deinen Taten und deinen Siegen
    vergleichbar wäre?

    3:25 Laß mich doch hinüberziehen! Laß mich das prächtige Land jenseits
    des Jordan sehen, dieses prächtige Bergland und den Libanon!

    3:26 Doch euretwegen zürnte mir der Herr und erhörte mich nicht. Der Herr
    sagte zu mir: Genug! Trag mir diese Sache niemals wieder vor!

    3:27 Steig auf den Gipfel des Pisga, richte die Augen nach Westen, nach
    Norden, nach Süden und nach Osten, und schau mit eigenen Augen
    hinüber! Doch hinüberziehen über den Jordan hier wirst du nicht.
    34,1-3

    3:28 Setz Josua ein, verleih ihm Macht und Stärke: Er soll an der Spitze
    dieses Volkes hinüberziehen. Er soll an sie das Land als Erbbesitz
    verteilen, das du nur schauen darfst.

    3:29 So blieben wir in der Talschlucht gegenüber Bet-Pegor.
    Num 25
    Bet-Pegor ist der Ort, Baal-Pegor (4,3) der dort verehrte
    kanaanäische Gott.

    Ermahnung und Ausblick: 4,1-40

    4:1 Und nun, Israel, höre die Gesetze und Rechtsvorschriften, die ich
    euch zu halten lehre. Hört, und ihr werdet leben, ihr werdet in das
    Land, das der Herr, der Gott eurer Väter, euch gibt, hineinziehen
    und es in Besitz nehmen.
    (1-4) 30,15-20

    4:2 Ihr sollt dem Wortlaut dessen, worauf ich euch verpflichte, nichts
    hinzufügen und nichts davon wegnehmen; ihr sollt auf die Gebote des
    Herrn, eures Gottes, achten, auf die ich euch verpflichte.
    13,1; Offb 22,18f

    4:3 Ihr habt mit eigenen Augen gesehen, was der Herr wegen des
    Baal-Pegor getan hat. Jeden, der dem Baal-Pegor nachfolgte, hat der
    Herr, dein Gott, in deiner Mitte vernichtet.
    29,1; Num 25,1-9

    4:4 Ihr aber habt euch am Herrn, eurem Gott, festgehalten, und darum
    seid ihr alle heute noch am Leben.

    4:5 Hiermit lehre ich euch, wie es mir der Herr, mein Gott, aufgetragen
    hat, Gesetze und Rechtsvorschriften. Ihr sollt sie innerhalb des
    Landes halten, in das ihr hineinzieht, um es in Besitz zu nehmen.
    12,1; 31,13
    Das deuteronomische Gesetz verpflichtet Israel innerhalb des
    verheißenen Landes nach dessen Einnahme.

    4:6 Ihr sollt auf sie achten und sollt sie halten. Denn darin besteht
    eure Weisheit und eure Bildung in den Augen der Völker. Wenn sie
    dieses Gesetzeswerk kennenlernen, müssen sie sagen: In der Tat,
    diese große Nation ist ein weises und gebildetes Volk.
    6f: Hier ist besonders an die Zeit Salomos gedacht, wie sie in 1
    Kön 3 - 11 geschildert wird.

    4:7 Denn welche große Nation hätte Götter, die ihr so nah sind, wie
    Jahwe, unser Gott, uns nah ist, wo immer wir ihn anrufen?
    (7-8) Röm 3,2

    4:8 Oder welche große Nation besäße Gesetze und Rechtsvorschriften, die
    so gerecht sind wie alles in dieser Weisung, die ich euch heute
    vorlege?

    4:9 Jedoch, nimm dich in acht, achte gut auf dich! Vergiß nicht die
    Ereignisse, die du mit eigenen Augen gesehen, und die Worte, die du
    gehört hast. Laß sie dein ganzes Leben lang nicht aus dem Sinn!
    Präge sie deinen Kindern und Kindeskindern ein!
    (9-14) 5,2-31; Ex 19-20; Dtn 5,24; 29,1; 31,13; 32,46

    4:10 Vergiß nicht den Tag, als du am Horeb vor dem Herrn, deinem Gott,
    standest. Der Herr hatte zu mir gesagt: Ruf mir das Volk zusammen!
    Ich will sie meine Worte hören lassen. Sie sollen lernen, mich zu
    fürchten, so lange, wie sie im Land leben, und sie sollen es auch
    ihre Kinder lehren.

    4:11 Ihr wart herangekommen und standet unten am Berg, und der Berg
    brannte: Feuer, hoch bis in den Himmel hinauf, Finsternis, Wolken
    und Dunkel.
    (11-12) Hebr 12,18f

    4:12 Der Herr sprach zu euch mitten aus dem Feuer. Ihr hörtet den Donner
    der Worte. Eine Gestalt habt ihr nicht gesehen. Ihr habt nur den
    Donner gehört.
    Joh 1,18; 5,37; 6,46

    4:13 Der Herr offenbarte euch seinen Bund, er verpflichtete euch, ihn zu
    halten: die Zehn Worte. Er schrieb sie auf zwei Steintafeln.

    4:14 Mir befahl damals der Herr, euch Gesetze und Rechtsvorschriften zu
    lehren, die ihr in dem Land halten sollt, in das ihr hinüberzieht,
    um es in Besitz zu nehmen.

    4:15 Nehmt euch um eures Lebens willen gut in acht! Denn eine Gestalt
    habt ihr an dem Tag, als der Herr am Horeb mitten aus dem Feuer zu
    euch sprach, nicht gesehen.
    (15-19) Röm 1,23

    4:16 Lauft nicht in euer Verderben, und macht euch kein Gottesbildnis,
    das irgend etwas darstellt, keine Statue, kein Abbild eines
    männlichen oder weiblichen Wesens,
    (16-19) 5,8f
    16-20: Umschreibende Erklärung zum ersten der Zehn Gebote. Dabei
    ist weniger eine bildhafte Jahweverehrung gemeint, als eher die
    Verehrung anderer Götter unter verschiedensten Gestalten (vgl. 2 Kön
    21,3-8; 23,4-14; Ez 8).

    4:17 kein Abbild irgendeines Tiers, das auf der Erde lebt, kein Abbild
    irgendeines gefiederten Vogels, der am Himmel fliegt,

    4:18 kein Abbild irgendeines Tiers, das am Boden kriecht, und kein Abbild
    irgendeines Meerestieres im Wasser unter der Erde.

    4:19 Wenn du die Augen zum Himmel erhebst und das ganze Himmelsheer
    siehst, die Sonne, den Mond und die Sterne, dann laß dich nicht
    verführen! Du sollst dich nicht vor ihnen niederwerfen und ihnen
    nicht dienen. Der Herr, dein Gott, hat sie allen anderen Völkern
    überall unter dem Himmel zugewiesen.
    (19-20) 32,8f; 17,2-5; 29,25
    Die für Israel nicht erlaubte Verehrung der Gestirne wird anderen
    Völkern zugestanden.

    4:20 Euch aber hat der Herr genommen und aus dem Schmelzofen, aus
    Ägypten, herausgeführt, damit ihr sein Volk, sein Erbbesitz werdet -
    wie ihr es heute seid.
    9,29; 1 Kön 8,51

    4:21 Zwar hat der Herr mir wegen eures Murrens gegrollt und mir
    geschworen, ich dürfe nicht über den Jordan ziehen und das prächtige
    Land betreten, das der Herr, dein Gott, dir als Erbbesitz gibt.
    1,37

    4:22 Ich muß in diesem Land hier sterben und werde nicht über den Jordan
    ziehen. Aber ihr werdet hinüberziehen und dieses prächtige Land in
    Besitz nehmen.

    4:23 Nehmt euch in acht! Vergeßt nicht den Bund, den der Herr, euer Gott,
    mit euch geschlossen hat. Ihr sollt euch kein Gottesbildnis machen,
    das irgend etwas darstellt, was der Herr, dein Gott, dir verboten
    hat.
    29,24

    4:24 Denn der Herr, dein Gott, ist verzehrendes Feuer. Er ist ein
    eifersüchtiger Gott.
    5,9; Hebr 12,29

    4:25 Wenn du Kinder und Kindeskinder zeugst und ihr im Land heimisch
    seid, wenn ihr dann ins Verderben lauft und ein Gottesbildnis macht,
    das irgend etwas darstellt, wenn ihr also tut, was in den Augen des
    Herrn, deines Gottes, böse ist, und wenn ihr ihn erzürnt -
    (25-28) 28,15-68

    4:26 den Himmel und die Erde rufe ich heute als Zeugen gegen euch an:
    dann werdet ihr unverzüglich aus dem Land ausgetilgt sein, in das
    ihr jetzt über den Jordan zieht, um es in Besitz zu nehmen. Nicht
    lange werdet ihr darin leben. Ihr werdet vernichtet werden.
    30,18f; 31,28

    4:27 Der Herr wird euch unter die Völker verstreuen. Nur einige von euch
    werden übrigbleiben in den Nationen, zu denen der Herr euch führt.

    4:28 Dort müßt ihr Göttern dienen, Machwerken von Menschenhand, aus Holz
    und Stein. Sie können nicht sehen und nicht hören, nicht essen und
    nicht riechen.
    27,15; 28,36; Ps 115,4-8; 135,15-18

    4:29 Dort werdet ihr den Herrn, deinen Gott, wieder suchen. Du wirst ihn
    auch finden, wenn du dich mit ganzem Herzen und mit ganzer Seele um
    ihn bemühst.
    (29-31) 30,1-10

    4:30 Wenn du in Not bist, werden alle diese Worte dich finden. In
    späteren Tagen wirst du zum Herrn, deinem Gott, zurückkehren und auf
    seine Stimme hören.

    4:31 Denn der Herr, dein Gott, ist ein barmherziger Gott. Er läßt dich
    nicht fallen und gibt dich nicht dem Verderben preis und vergißt
    nicht den Bund mit deinen Vätern, den er ihnen beschworen hat.
    Gen 15,18

    4:32 Forsche doch einmal in früheren Zeiten nach, die vor dir gewesen
    sind, seit dem Tag, als Gott den Menschen auf der Erde schuf;
    forsche nach vom einen Ende des Himmels bis zum andern Ende: Hat
    sich je etwas so Großes ereignet wie dieses, und hat man je solche
    Worte gehört?
    (32-40) 8,2-6

    4:33 Hat je ein Volk einen Gott mitten aus dem Feuer im Donner sprechen
    hören, wie du ihn gehört hast, und ist am Leben geblieben?

    4:34 Oder hat je ein Gott es ebenso versucht, zu einer Nation zu kommen
    und sie mitten aus einer anderen herauszuholen unter Prüfungen,
    unter Zeichen, Wundern und Krieg, mit starker Hand und hoch
    erhobenem Arm und unter großen Schrecken, wie es der Herr, euer
    Gott, in Ägypten mit euch getan hat, vor deinen Augen?
    34,11f

    4:35 Das hast du sehen dürfen, damit du erkennst: Jahwe ist der Gott,
    kein anderer ist außer ihm.
    Mk 12,32; 1 Kor 8,4
    35.39: Die Frage nach der Existenz fremder Götter stellt das Dtn
    noch nicht; Israel ist jedoch einzig auf seinen Gott Jahwe
    verpflichtet. Doch hier wird ähnlich wie in Jes 41,22f; 43,10-13;
    44,6 und 45,5 eine streng monotheistische Aussage erreicht.

    4:36 Vom Himmel herab ließ er dich seinen Donner hören, um dich zu
    erziehen. Auf der Erde ließ er dich sein großes Feuer sehen, und
    mitten aus dem Feuer hast du seine Worte gehört.

    4:37 Weil er deine Väter liebgewonnen hatte, hat er alle Nachkommen eines
    jeden von ihnen erwählt und dich dann in eigener Person durch seine
    große Kraft aus Ägypten geführt,
    10,15
    Andere Übersetzungsmöglichkeit: Weil er deine Väter liebgewonnen
    hatte, hat er ®seinen Nachkommen¯ erwählt. - Dann läge eine für den
    Leser damals erkennbare Anspielung an Gen 17,19 vor, wo Abraham
    gesagt bekommt, Gott werde seinen Bund mit ihm über die Isaak-Linie
    weiterführen.

    4:38 um bei deinem Angriff Völker zu vertreiben, die größer und mächtiger
    sind als du, um dich in ihr Land zu führen und es dir als Erbbesitz
    zu geben, wie es jetzt geschieht.
    18,12

    4:39 Heute sollst du erkennen und dir zu Herzen nehmen: Jahwe ist der
    Gott im Himmel droben und auf der Erde unten, keiner sonst.
    1 Kor 8,4

    4:40 Daher sollst du auf seine Gesetze und seine Gebote, auf die ich dich
    heute verpflichte, achten, damit es dir und später deinen Nachkommen
    gut geht und du lange lebst in dem Land, das der Herr, dein Gott,
    dir gibt für alle Zeit.

    Die Asylstädte im Ostjordanland: 4,41-43

    4:41 Damals hat Mose jenseits des Jordan, nach Osten hin, drei Städten
    eine Sonderstellung zugewiesen.
    (41-43) 19,1-10; Num 35,6-15
    41-43: Die Einrichtung der Asylstädte dient dazu, die bei jeder
    Tötung mögliche Blutrache zu mildern. Schuldloser Unfall und
    fahrlässige Tötung werden von der Blutrache ausgenommen, nur noch
    Totschlag und Mord fallen unter sie.

    4:42 Dorthin soll jeder, der einen Menschen getötet hat, fliehen können,
    falls er den andern ohne Vorsatz getötet hat und nicht schon früher
    mit ihm verfeindet gewesen ist. Wenn er in eine dieser Städte
    flieht, darf er am Leben bleiben.

    4:43 Es sind Bezer im Wüstengebiet der Hochebene für die Rubeniter, Ramot
    in Gilead für die Gaditer und Golan im Baschan für die Manassiter.

    Die Verkündigung des Gesetzes: 4,44 - 28,68
    Ort und Zeit: 4,44-49

    4:44 Und das ist die Weisung, die Mose den Israeliten vorgelegt hat.
    44-5,1a: Vorbemerkungen zur Rede des Mose 5,1 - 26,19; 28,1-68.
    ®als sie aus Ägypten zogen¯ (V. 45) meint ganz unbestimmt: in den
    Jahren des Anfangs der Volksgeschichte. Die ®Weisung¯ wird nicht
    einfach geboten, sondern Israel von Mose ®vorgelegt¯; denn sie ist
    ein Bundestext, der frei angenommen werden soll (vgl. 26,17-19 und
    28,69 - 30,20, ferner Ex 19,7f; 21,1 und 24,3). Auch hinter
    ®Satzungen¯ (4,45) steht ein Wort, das im Alten Orient
    ®Vertragsurkunde¯ bedeutet und das in den vorausgehenden Büchern
    stets mit ®Bundesurkunde¯ übersetzt ist.

    4:45 Das sind die Satzungen, die Gesetze und Rechtsvorschriften, die Mose
    den Israeliten verkündet hat, als sie aus Ägypten zogen.
    Andere Lesart: die Satzungen, Gesetze und Rechtsvorschriften.

    4:46 Es geschah jenseits des Jordan, in der Talschlucht gegenüber
    Bet-Pegor, im Land Sihons, des Königs der Amoriter, der in Heschbon
    seinen Sitz hatte. Ihn hatten Mose und die Israeliten geschlagen,
    als sie aus Ägypten zogen.

    4:47 Sie hatten sein Land und das Land Ogs, des Königs des Baschan, in
    Besitz genommen, das Land der beiden Amoriterkönige jenseits des
    Jordan, im Osten,

    4:48 von Aro‰r am Rand des Arnontals bis zum Gebirge Sion - das ist der
    Hermon -

    4:49 und die ganze Araba jenseits des Jordan nach Osten hin, bis zum Meer
    der Araba unterhalb der Steilhänge des Pisga.

    Der Bund am Horeb: Die Zehn Gebote:

    5:1 Mose rief ganz Israel zusammen. Er sagte zu ihnen: Höre, Israel, die
    Gesetze und Rechtsvorschriften, die ich euch heute vortrage. Ihr
    sollt sie lernen, auf sie achten und sie halten.
    11,32; 12,1; 26,16

    5:2 Der Herr, unser Gott, hat am Horeb einen Bund mit uns geschlossen.
    (2-31) Apg 7,38

    5:3 Nicht mit unseren Vätern hat der Herr diesen Bund geschlossen,
    sondern mit uns, die wir heute hier stehen, mit uns allen, mit den
    Lebenden.
    28,69; 29,13f
    Der Vers widerspricht nicht 2,14. In ihren Vätern stand die
    gegenwärtige Generation selbst am Gottesberg. Die Vergangenheit wird
    kultisch vergegenwärtigt.

    5:4 Auge in Auge hat der Herr auf dem Berg mitten aus dem Feuer mit euch
    geredet.
    (4-22) Ex 19f

    5:5 Ich stand damals zwischen dem Herrn und euch, um euch das Wort des
    Herrn weiterzugeben; denn ihr wart aus Furcht vor dem Feuer nicht
    auf den Berg gekommen. Der Herr sprach:

    5:6 Ich bin Jahwe, dein Gott, der dich aus Ägypten geführt hat, aus dem
    Sklavenhaus.
    (6-22) Ex 20,2-18
    6-21: Der Text der Zehn Gebote weist gegenüber Ex 20,2-17 kleine
    Unterschiede auf. Am wichtigsten ist, daß das Sabbatgebot neu
    begründet und zum eigentlichen Zentrum des Textes ausgebaut wird.
    Diese Fassung der Zehn Gebote ist wohl die jüngere.

    5:7 Du sollst neben mir keine anderen Götter haben.
    Ex 23,13; 34,14

    5:8 Du sollst dir kein Gottesbildnis machen, das irgend etwas darstellt
    am Himmel droben, auf der Erde unten oder im Wasser unter der Erde.
    27,15

    5:9 Du sollst dich nicht vor anderen Göttern niederwerfen und dich nicht
    verpflichten, ihnen zu dienen. Denn ich, der Herr, dein Gott, bin
    ein eifersüchtiger Gott: Bei denen, die mir feind sind, verfolge ich
    die Schuld der Väter an den Söhnen und an der dritten und vierten
    Generation;
    (9-10) 7,9f; Ex 34,7; Ex 34,14